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Brauche ich eine Gemeinde?

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Meine Situation ist so: Ich hatte mir über Jahre einen starken Glauben aufgebaut und meine Lebensunstände haben sich derartig geändert, sodass ich der Meinung war den Glauben nicht mehr so ausleben zu können, dass ich es für richtig halte. Also hab ich ihn komplett aufgegeben. Meine Lebensumstände sind heute noch dieselben, aber ich bin gewillt wieder mit Gott zu leben. Mir ist es jedoch nicht möglich regelmäßigen Kontakt zu einer Gemeinde zu haben. Daher meine Frage ob sie wirklich so wichtig ist. 

Früher hatte ich eine tolle Gemeinschaft und ich verstehe auch warum eine Gemeinde wichtig ist. Auch kenne ich viele Bibelstellen die erklären warum man nich alleine im Glauben sein sollte. 

 

Ich frage mich jetzt ob es ein Zeichen meiner Schwäche ist, wenn ich mich raktisch nicht darum bemühe eine Gemeinde zu finden oder ob es vielleicht aich in Ordnung ist, wenn ich zuerst wieder den Glauben in mein Leben integriere und mich später darum kümmere. 

Was ist eure Meinung dazu?

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Antwort
10 Antworten

@annika_07 

Natürlich ist es völlig in Ordnung, deinen Weg mit Gott erstmal alleine zu gehen. Glaubensgeschwister sind sehr hilfreich - aber manchmal auch verwirrend und zerstreuend für einen selbst. Die verschiedenen Ansichten sind oft verunsichernd, andererseits brauch man manchmal jemanden, der einem den Kopf oder das Herz wieder gerade rückt, wenn man alleine auf Abwege gekommen ist. Was passieren kann.

„Wer mich aufrichtig sucht, von dem will ich mich finden lassen.“ 

Da steht nicht:  „such mich zusammen mit anderen“.

Jesus sagt auch, dass du für dich alleine beten sollt in deiner Kammer.

Vielleicht ist es jetzt genau das, was du brauchst.

Ich lebe schon ein paar Jahren meinen Glauben alleine. Und was ich sagen kann aus meiner Erfahrung:

Gemeinschaft mit anderen Christen ist immer toll. Ich genieße sie, oft ist sie inspirierend, meistens sogar erfüllend auf eine gute Art und Weise. Ich würde aber nicht sagen, dass ich ohne Gemeinschaft nicht glauben könnte oder deswegen mein Glaube weniger wert ist. Eigentlich kann ich sogar alleine tiefer gehen im Glauben, zumindest ist das manchmal mein Eindruck.

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@annika_07 

Ich habe gerade eine sehr lange Zeit ohne Glaubensgemeinschaft hinter mir.

Ich denke, Glaube braucht Gemeinschaft. Es geht eine zeitlang ohne, sogar lange, wenn es muss. Aber letztlich beginnt er zu verkümmern. Es fehlt die Reflexionsfläche. Und eine Gemeinschaft ist aufbauend, gibt Impulse.

Aber die Gemeinschaft muss passen. Eine Gemeinschaft nur um der Gemeinschaft willen funktioniert nur teilweise, es fehlt immer etwas und das merkt man selbst.

Mein Rat: Mach Dich auf die Suche nach einer Gemeinschaft,  die zu Dir und Deinem Glauben passt. Das kann dauern, manchmal Jahre. Sei sowohl kritisch wie auch offen. 

Die richtige Gemeinschaft nimmt Dich so, wie Du bist und versucht nicht, Dich zu verbiegen. Und Du fühlst Dich so wie ein Puzzleteil, wo es einfach passt und das nicht mit etwas Gewalt an eine Stelle reingedrückt werden muss.

VG

Chey

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@annika_07 

Brauche ich eine Gemeinde?

Ich denke, es kommt darauf an, was du persönlich unter dem Begriff „Brauchen“ verstehst. Für was sollte man eine Gemeinde „brauchen“? Aus der soteriologischen Perspektive brauchst du sie gewiss nicht, da der Besuch einer Gemeinde nicht heilsrelevant ist. Wenn sogar Nicht-Christen und Anhänger anderer Religionen die Chance auf Errettung haben, wie es Römer 2,14-16 lehrt, wie viel mehr dann Christen, die Jesus aus vollster Überzeugung nachfolgen? Johannes 3,16. Von diesem Aspekt her kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Gott am Ende der Tage mit einer Strichliste vor den Gläubigen steht und abhakt, wie oft man eine Gemeinde besucht hat oder nicht.

Verstehst du unter dem Begriff „Brauchen“ einen Nutzwert, der zum Beispiel dazu beiträgt, deinen Glauben intensiver und lebendiger zu erleben und vielleicht sogar im Glauben zu wachsen, durch die Gemeinschaft und den ermöglichten Austausch, dann sind das sicherlich positive Aspekte, die man durchaus „brauchen“ kann. Jede Gemeinde bietet hier das Potenzial, sei es durch positive oder negative Erfahrungen.

Gemeinde ist also das gemeinschaftliche Ausüben von Glaubenspraxis und das Verehren Gottes und wenn man die für sich richtige Denomination und Gemeinde gefunden hat und sich wohlfühlt und sogar ins Herz schließt, dann ist das ein ganz besonderer Segen, den leider nicht alle besitzen.

Ich zum Beispiel würde sehr gerne meine bevorzugte Gemeinde (Äthiopisch-Orthodoxe Kirche) besuchen, doch das ist aufgrund der Erreichbarkeit nicht möglich, da diese mit 1,5 Stunden einfach zu weit entfernt ist. Und selbst wenn ich einen theologischen Kompromiss eingehe, komme ich nicht weiter, da die Gemeinde der „Siebenten-Tags-Baptisten“ in Deutschland leider auch ausgestorben ist. Dir scheint es da besser zu gehen, wenn du schon eine tolle Gemeinde hast / kennst. 

Mir ist es jedoch nicht möglich regelmäßigen Kontakt zu einer Gemeinde zu haben. Daher meine Frage ob sie wirklich so wichtig ist.

 🤔 Hmm... Besser unregelmäßig als gar nicht, oder?

Ich frage mich jetzt ob es ein Zeichen meiner Schwäche ist, wenn ich mich praktisch nicht darum bemühe eine Gemeinde zu finden oder ob es vielleicht auch in Ordnung ist, wenn ich zuerst wieder den Glauben in mein Leben integriere und mich später darum kümmere.

Ich denke, es ist okay, wenn du es ruhig angehen lässt. Du brauchst kein schlechtes Gewissen oder Sorge zu haben. Wichtig ist, dass man aus Überzeugung und gerne in die Gemeinde geht. Wenn man dies nicht tut und nur aus Routine oder gar Zwang handelt, sollte man sich vielleicht Gedanken machen …

LG. Marco 😊 

 

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@annika_07 

Frag IHN, wie er das sieht mit euch ...

Aus Erfahrung sage ich, es ist besser in einer Gemeinde; es kann auch Zeiten geben, in denen jemand sucht, aus den unterschiedlichsten Gründen. Gerade dann frag Gott, weil ER dich irgendwo einsortiert, eingeordnet hat ganz nach deinem Entwicklungsstand und deiner "Ausbildung" (wir sind bei Gott in Ausbildung - ER der Meister, wir die Schüler/Jünger).

In meine erste Gemeinde (als ich zum Glauben an Jesus Christus kam) führte mich Gott persönlich. Die starb nach ein paar Jahren (nein, ich war's nicht 😉 ) und ich suchte eine neue. Ich fragte und musste lernen und hören. Dann sprach Gott, wo er mich sieht. Vor ein paar wenigen Jahren wechselte ich in eine andere Gemeinde, wieder fragte ich Gott und lernte und hörte. - Alle drei Wege waren anders/unterschiedlich. Deshalb tust du gut daran, zu fragen. Weil es Sein Reich ist, das mit-bauen dürfen.

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@annika_07 

Christsein ist im Normalfall Gemeinschaftlich.

Es sind nur Ausnahmen zum Beispiel Eremiten, wo wirklich alleine gelebt haben.  Oder das man unfreiwillig alleine im Glauben war.

Das neue Testament ist voll von "der Einheit" die Paulus anmahnt. Das hat natürlich mit der Kirche zu tun aber indirekt auch damit, das Christsein kein Solosport ist.

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Ich finde persönlich, dass man seinen Glauben auch gut alleine leben kann..

Schön, bereichernd & inspirierend ist es auf jeden Fall schon, von Glaubensgeschwistern umgeben zu sein, da gehe ich mit. Aber zwangsläufig notwendig - meiner Meinung nach nicht... Der eigene Glaube ist dadurch definitiv nicht weniger wert, nur weil man in kein Gemeindeleben eingebunden ist...

 

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@annika_07 Vom Bauchgefühl her würde ich sagen, dass man nie alleine Christ ist, sondern immer in Gemeinschaft.

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@annika_07 Meiner bescheidenen Meinung nach:

In der Schrift sagt Jesus, dass Taufe und Glaube zur Rettung führen. Es braucht also einen Ort, an dem eine Taufe erfolgt. Das dürfte häufig in einer Gemeinde erfolgen, womit Du auch Teil dieser Gemeinde wirst. Gleichzeitig sagt Jesus, dass wir zu seinem Gedächtnis das Abendmahl feiern sollen. Das tun Christen in Gemeinschaft, die Gemeinde ist. Daher würde ich eine Gemeindezugehörigkeit zu einem normalen Christsein mit dazu zählen.

Gleichzeitig sprichst Du von Glaubensfestigung. Dafür kann eine Gemeinde hilfreich sein. Mit freikirchlichen Gemeinden kenne ich mich nicht aus, aber bei den großen Kirchen weiß ich, dass diese zumindest vor jeder Aufnahme einen Glaubenskurs anbieten, der gerade darin unterstützen soll, eine mündige Entscheidung zu treffen.

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@annika_07 Du kannst das eine tun und musst das andere ja nicht lassen. Wenn du sonntags mal in die Kirche gehst und dir verschiedene Gottesdienste anguckst, verpflichtest du dich ja nicht automatisch fest am Gemeindeleben teilzunehmen.

 

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