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Der Sündenfall existiert nicht. Warum steht die Wahrheit nicht in der Bibel?

  

Der Sündenfall existiert nicht. Warum steht die Wahrheit nicht in der Bibel?

 

Meine Frage ist sicherlich sehr provokant und mag einige vielleicht abschrecken, aber es ist etwas was mich schon sehr lange, sehr beschäftigt und wofür ich noch keine Antworten gefunden habe.

Es geht für mich soweit, dass mein Glaube an Gott mehr oder weniger erloschen ist und ich die Richtigkeit der Bibel in Frage stelle und bezweifle. Dies ist aber nicht nur dieser unbeantworteten Frage geschuldet, sondern auch den schon länger anhaltenden globalen, weltlichen Umständen. Sei es Politik, Medien, Gesellschaft, Krieg usw. Glauben tue ich schon länger nichts mehr. Ich hinterfrage nur noch und mache mir mein eigenes Bild. Ich glaube was ich mit meinen eigenen Augen sehe und was für mich greifbar ist. Gott ist das für mich leider nicht (mehr)...

Aber nun zurück zur eigentlichen Frage:

Die meisten von uns kennen die Geschichte von Adam und Eva und dem Sündenfall. Der Sündenfall als Grund für die Verbannung der Menschheit aus dem Paradies auf die Erde. Jedoch mit der Möglichkeit, durch die Entscheidung für Gott auf dieser Erde, ins Paradis zu gelangen und das ewige Leben zu erhalten.

Soweit so gut. Eigentlich eine logische, glaubhafte und greifbare «Geschichte» sicherlich für die meisten Christen. Jedoch nicht wenn man gewisse Aspekte der Bibel, der Schöpfung und Gott detailliert anschaut und im Kontext betrachtet hinterfragt.

Wenn man davon ausgeht (was auch so in der Bibel geschrieben steht), dass Gott allwissend ist, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft sehen kann, stellt es die Geschichte des Sündenfalls von Adam und Eva und der Menschheit in Frage.

Gem. der Schöpfungsgeschichte, erschuf Gott mehrere Engel, darunter einer der Höchsten, den Engel Luzifer der sich später gegen Gott wandte und als Satan in die Hölle verbannt wurde.

Wenn wir nun die beschriebene Allwissenheit von Gott dazu nehmen, können wir mit Gewissheit sagen, dass Gott beabsichtigt hat den Engel Luzifer und somit Satan zu erschaffen und es kein Zufall war, dass sich dieser Engel gegen Gott gewandt hat. Dies wusste Gott bereits im Vorhinein und dies war ebenso von Gott geplant. Man kann sich nun fragen wieso Gott, Satan erschaffen hat?

Ich denke dies ist relativ einfach zu beantworten, wenn man sich den Willen bzw. den Gedanken Gottes genauer anschaut. Damit der Mensch sich für Gott entscheiden kann, braucht es einen Gegenspieler, einen Gegenpol zu Gott. Satan. Da Gott dem Menschen einen freien Willen schenkte, war das Erschaffen, die Schöpfung von Satan unabdingbar. Wenn nur Gott existieren würde, könnte sich der Mensch nicht für das Eine oder das Andere entscheiden und somit hätte der Mensch keinen freien Willen.

Um nun zurück zu kommen auf die Geschichte mit Adam und Eva und dem Sündenfall. Wenn Gott beabsichtigt hat, Satan zu erschaffen um dem Menschen einen freien Willen zu geben um sich für das Eine oder das Andere zu entscheiden, warum wird dann in der Bibel am Narrativ des Sündenfalls festgehalten? Wozu die Geschichte von Adam und Eva welche von der verbotenen Frucht gegessen haben sollen und aufgrund dieser «Sünde» vom Paradies verbannt wurden? Wie soll es sich hierbei um Sünde handeln, wenn dies alles von Gott bereits vorgesehen und so geplant war?

Ich bin der überzeugten Meinung, dass es den Sündenfall wie er in der Bibel beschrieben steht, schlichtweg nicht gibt (was natürlich nicht heissen soll, dass der Mensch kein Sünder ist...).

Warum werden diese wichtigen Fragen und Feststellungen in der Bibel nicht detailliert beantwortet und offengelegt? Warum erhalten wir nicht die komplette Einsicht in Gottes Absichten und Pläne?

Ist es, weil der einfach denkende, unkritische gläubige Christ sich solche komplexen Fragen nicht stellt und sich mit dem Narrativ der Geschichte des Sündenfalls durch Adam und Eva zufriedengibt?

Reicht dies dem durchschnittlichen Gläubigen um Gott blind zu vertrauen und an Ihn zu glauben?

Oder ist die Überlieferung oder Übersetzung des alten Testaments schlicht unvollständig oder fehlerhaft?

Vielleicht hat sich ja auch ein Theologe mit derselben Frage und Thematik auseinandergesetzt und kann mir möglicherweise eine plausible Antwort geben.

Vielen Dank fürs Lesen und es würde mich sehr interessieren, was eure Meinungen dazu sind.

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4 Antworten

@ansilu 

Es gibt hier eine große Zahl von Interpretationsmöglichkeiten... und du bist ja noch nicht einmal auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse eingegangen, die zumindest einer wörtlichen Interpretation auch klar widersprechen.

Natürlich widersprechen auch die biblischen Aussagen, so wie von dir dargelegt, manchen christlichen Lehren... das bedeutet aber nicht, dass die Aussagen damit automatisch sinnlos werden.

Denn wenn Gott freie Menschen mit einem freien Willen wollte, dann mag damit zwangsläufig eine Rebellion verbunden sein... denn wenn der Mensch sich entschlossen hätte, im goldenen Käfig des Paradieses zu bleiben - dann wäre das keine "Freiheit" gewesen.

Heisst also: Auch wenn Gott das so geplant hat, kann es immer noch sinnvoll gewesen sein, wenn Gott ein freies Gegenüber mit einem freien Willen wollte - und keine gehorsamen "Haustiere" ohne Freiheit und Verstand.

Das mag manchem christlichen Narrativ widersprechen - aber es ändert am Ende weniger, als manche denken mögen. Die Menschen sind frei - aber mit der Freiheit kommt auch Verantwortung, damit auch mögliche Schuld und Sünde. Und am Ende der Bedarf nach Erlösung.

Und das bedeutet, dass die Geschichte auch dann nicht sinnlos wäre, wenn du mit deiner Einschätzung recht haben solltest.

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@ansilu 

Also erst einmal vorher wissen bedeutet nicht, dass Gott es geplant hat. Diese Situation lässt sich auch so beschreiben, obwohl Gott wusste, dass der Mensch sündigen würde, hat er ihn dennoch geschaffen. Und er wusste auch, dass er selbst für diese Menschen sterben würde, bevor er diese geschaffen hat, und hat es dennoch gemacht. 

Und was den Sündenfall betrifft, da herrscht tatsächlich ein falsches Konzept. Die Bibel beschreibt nämlich nicht nur einen, sondern drei Sündenfälle in der Urgeschichte, und erst zusammen wird daraus ein Schuh. 

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@ansilu Vielleicht hat sich ja auch ein Theologe mit derselben Frage und Thematik auseinandergesetzt und kann mir möglicherweise eine plausible Antwort geben.

Man kann sich mit beliebigen Fragen und Themen beliebig lang auseinandersetzen - der Quadratur des Kreises kommt man damit nicht näher.

Also nein: logisch bekommt man den Widerspruch, den Du in Deiner Frage lang und breit darlegst, nicht gelöst. 

Du hast Deine Frage übrigens in der Q&A-Sektion gepostet, d.h. hier im Thread wird sich keine Diskussion entspannen können, weil von uns anderen Usern stets nur auf Deine Eingangsfrage geantwortet werden kann.

Dennoch stelle ich Dir eine Rückfrage. Du schreibst:

Ich bin der überzeugten Meinung, dass es den Sündenfall wie er in der Bibel beschrieben steht, schlichtweg nicht gibt (was natürlich nicht heissen soll, dass der Mensch kein Sünder ist...).

Wenn es nun Deiner Ansicht nach den Sündenfall nicht gegeben hat - was bedeutet es denn dann zu sagen, "der Mensch" sei Sünder? Die Frage magst Du gern für Dich selbst* beanworten, also Deine logikbasierte Kritik (in der ich keinen groben Denkfehler finden kann) an der Sündenfallerzählung in der Bibel konkret weiter anwenden auf andere Glaubensüberzeugungen, die Du (noch?) hegst. Iin diesem Fall also vielleicht die Überzeugung, der Mensch (d.h. alle Menschen?) sei Sünder. Was soll das überhaupt bedeuten, wie ließe sich das konsistent denken, wenn man die Sündenfallerzählung als widersprüchlich verwirft? Sünde - so verstehe ich das christliche Konzept - besteht in dem Zustand der Trennung von Mensch und Gott, einer Trennung, welche der Mensch (Adam) zu verantworten hat, per freier Entscheidung, sich der Vorgabe Gottes zu widersetzen und solcherart das paradisische Vertrauensverhältnis zwischen Schöpfer und Geschöpftem** zu brechen. Wenn Du nun bestreitest, dass es diese Grundsatzentscheidung des Menschen, diese Ursünde, bzw. diesen Sündenfall so überhaupt gegeben habe (und Deine Argumentation diesbezüglich ist überzeugend) - welche Alternativlösung hast Du denn dann für die Frage, wie sonst der Zustand der Sündhaftigkeit, aus welcher die Menschen errettet werden müssen, überhaupt erst eintrat?

Streng logisch folgte aus Deinen Überlegungen für mich: Es gab keinen Sündenfall, es gibt keine Sünde, es muss also auch nicht aus dieser Sünde errettet werden, das "Kreuzesopfer" ist/war somit unnötig - die gesamte christliche Heilstheologie ist ein zirkelschlüssiger Widerspruch.

Die christlichen User hier werden vermutlich Deine Überlegungen aus dem Eingangsposting nicht teilen, bzw. denken, dass Du da irgendwo falsch liegst. Wundert mich ein wenig, dass bislang noch niemand von ihnen Dir diesbezüglich ihre entgegengesetze Sicht der Dinge erläutert hat.

 

 

 

*Erstens, da man in dieser Sektion ja nicht dialogisch auf einander eingehen kann, und zweitens, da ich in dieser Hinsicht keinen Bedarf an Antworten habe: für mich Atheisten ergibt das komplette religiöse Sünden-Konzept ohnehin keinen Sinn.

** Vielfach wird ja in diesem Zusammenhang nicht nur vom Sündenfall der Menschen gesprochen, sondern gleich eine ganze "gefallene Welt" postuliert - immerhin wurde ja mit dem Fruchtgenuß des Menschenpärchens auch der Tod für alle lebenden Kreaturen mit eingehandelt.

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@ansilu 

Der Sündenfall existiert nicht. Warum steht die Wahrheit nicht in der Bibel?

Weil es da nicht um eine logische Wahrheit in der Bibel geht, sondern um Gott. Und weil dieser nicht sichtbar ist für uns Menschen, gibt es eben Geschichten mit diesem unsichtbaren Gott….diese Geschichten widersprechen sich manchmal oder berichten chronologisch anders…das ist  aber nicht weiter schlimm, nur ein bisschen verwirrend. Du kannst aus jeder Geschichte Aspekte mitnehmen, die dir etwas von Gott offenbaren und zeigen. Und darum geht es, weniger um einen absoluten Wahrheitsanspruch der Geschichten. 

Das wird jetzt nicht deinen Drang befriedigen, all diese Widersprüche und Fragen gestillt zu bekommen…aber viel mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. 

Wenn du die Bibel wie ein Mathematikbuch lesen möchtest, das dir verlässliche Definitionen von Gott bietet, dann geht das. Ob du sie findest und sie glaubst, ist damit aber noch nicht sicher gesagt. 

 

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