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Fragen zum Thema Sünde

  

Hallo zusammen! Ich habe ein paar Fragen zum Thema Sünde. Vor langer Zeit habe ich mal irgendwo einen Artikel gelesen, dessen Thema es war: "Wem es Sünde ist, dem ist es Sünde". Dort stand: "Menschen legen sich oft Argumente zurecht, warum das eine oder andere keine Sünde ist. Das lässt die Heilige Schrift aber nicht zu". Aber die genauen Zusammenhänge von dem Artikel weiß ich nicht mehr, er ist auch nicht mehr googlebar, das ist wohl jetzt einfach zu lange her. Daher weiß ich auch die verwendeten Bibelstellen nicht mehr. Bedeutet das etwa, dass man sich nicht die Frage stellen darf, ob etwas Sünde ist oder nicht? Bedeutet das etwa, dass man nicht erörtern darf, ob etwas Sünde ist oder nicht? Bedeutet das, dass es Sünde ist, wenn man in der Lage ist, auch nur im Geringsten auf den Gedanken zu kommen, dass das Sünde sein könnte? Und was ist dieses "Alles, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde" in Römer 14,23? Jede Handlung, deren unmittelbares und primäres Motiv nicht der Glaube ist, ist Sünde? Dann wäre ja gefühlt fast alles Sünde... Ihr seht, ich stehe gerade unter massiver Belastung, unter quälendem Grübelzwang zum Thema Sünde und Versündigung, teils durch Depression, teils durch Zwangskrankheit, das ist insofern nicht nur ein theologisches, sondern auch ein anderweitiges Thema. Aber vielleicht hilft es mir trotzdem, wenn ihr auf der Ebene der normalen Logik ein paar Zweifel ausräumt. Wobei ich mir vorstellen kann, dass die beste Antwort oder zumindest eine wichtige Ergänzung in meinem Fall wäre: "Das alles bezieht sich auf gesunde Überlegungen zum Thema Sünde, krankhafter Grübelzwang mit Versündigungsgedanken ist ein anderes Thema und man sollte bloß nicht auf das hören, was er einem einredet (etwa dass Psychotherapie Sünde sein könnte, weil...), auch wenn er für einen gerade logisch wirkt".

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5 Antworten

@godschild 

Hallo!

. Bedeutet das etwa, dass man sich nicht die Frage stellen darf, ob etwas Sünde ist oder nicht?

Nein, bedeutet es nicht.

Bedeutet das etwa, dass man nicht erörtern darf, ob etwas Sünde ist oder nicht?

Nein, das auch nicht.

Bedeutet das, dass es Sünde ist, wenn man in der Lage ist, auch nur im Geringsten auf den Gedanken zu kommen, dass das Sünde sein könnte?

Nein, keinesfalls.

 

"Wem es Sünde ist, dem ist es Sünde".

Dieser Satz stammt nicht aus der Bibel. Auf jeden Fall nicht in Zusammenhang mit Sünde allgemein.

Es gibt eine Passage, da geht es im Wesentlichen ums Essen, da gibt es einen ähnlichen Inhalt, aber wie gesagt: da geht es um Essen.

Römer 14,14

Auf Jesus, unseren Herrn, gründet sich meine feste Überzeugung, dass an sich nichts unrein ist; unrein ist es nur für den, der es als unrein betrachtet.

Du siehst die Ähnlichkeit, oder? Aber das bezieht sich darauf, dass man alles essen kann, was für einen selbst kein Anstoss ist und für einen anderen auch nicht. Er erinnert daran, dass die Speisegesetze aufgehoben sind und beachtet auch  jene, die für sich noch nicht alles für „rein“ erklärt haben, dass man dann ihnen zuliebe nicht alles essen soll, zB Fleisch.

Dann gibt es noch eine andere Stelle, die behandelt Sünde im allgemeinen, die besagt, dass wenn du weisst, was gut ist, und tust es nicht, dann ist das für dich eine Sünde.

Jakobus 4,17

Wer also das Gute tun kann und es nicht tut, der sündigt.

Das ist eigentlich auch schon ein guter Fahrplan. Und du darfst uns sollt darüber nachdenken, was Sünde ist, denn ein Kind Gottes muss wissen, was sein Vater will und gut findet.

Wie willst du sonst dich zurechtfinden?

Gesegnetes und fruchtbares Nachdenken und Denken wünsch ich dir, das kein Grübeln ist!

⭐️

 

 

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@godschild 

Hi, das tut mir sehr Leid. Du hast festgestellt, wenn man sich an einzelnen Bibelstellen festbeißt, man kaum noch los kommt. 

Mir ging es früher so ähnlich, bis der Glaube irgendwann zerbrach.

Jahre später bin ich zurück gekommen. Ich sag es ganz offen: Durch ein Freund von mir bin Ich nach einer Weile mit dem katholischen Glauben in Berührung gekommen.

Das hat mir diesbezüglich, nach innerlichen Kämpfen geholfen, doch innerlich klarer zu werden. Es sind wohl lange nicht alle Ängste oder Befürchtungen oder alle Unklarheiten weg, aber es macht mich auch nicht mehr alles verrückt und man hat immer eine Orientierung, weil man sich auf die Auslegung des Glaubens von Generation stützen und berufen kann. Auch kann man im Glauben ergreifen, das in der Ewigkeit Die wo schom bei Gott sind, für einen in Fürbitte Eintreten und man in der Sich nicht alleine vor dem Herrn steht, dessen moralische Größe einem schon auch ängstigen kann (ich glaube das sagte sogar Luther). 

Ich kann das nicht in ein paar Sätzen perfekt beschreiben und es wird genug Leute geben welche das Kritisieren. Ich sag's dir trotzdem wie ich das empfinde und wie es mir früher ging.

Gottes Segen dir 

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@godschild 

Dort stand: "Menschen legen sich oft Argumente zurecht, warum das eine oder andere keine Sünde ist. Das lässt die Heilige Schrift aber nicht zu"

Auch das ist ein Argument, das sich ein Mensch zurecht gelegt hat.

Oder hast du an dieser Stelle die Stimme des Heiligen Geistes gehört...?

Heisst also: Nur weil jemand irgendwas behauptet ist es noch lange nicht wahr...

 

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@Stern

Hallo und vielen Dank für die ausführlichen Antworten! Was ist denn mit 1 Korinther 10,31? Das klingt für mich schon wieder so, als müsste man bei jeder Handlung die Verherrlichung Gottes im Hinterkopf haben, wenn man nicht will, dass sie Sünde ist. Was ja bei dem wenigsten so buchstäblich der Fall ist. Aber ist das nicht schon wieder zu buchstäblich? Oder... kurz gesagt: Wie verstehe ich diese Stelle inklusive Zusammenhang richtig?

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@godschild 

 

1.Kor 10,31

30Wenn ich mit Danksagung am Mahl teilnehme, warum sollte ich mich Lästerer nennen lassen wegen etwas, wofür ich danke?31Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre

Ich hab mal den Vers davor mit dazu genommen, der Kontext ist Essen von Götzenopferfleisch, das wurde wohl von einigen abgelehnt (weil man damit ja vielleicht anderen Göttern huldigt). Paulus sagt aber: wenn du es mit Dank isst, dann ist das gar kein Problem, Fleisch zu essen, dass zuvor als Opfer für einen anderen Gott geschlachtet wurde. Denn wenn du bei allem was du tust, Gott im Blick hast, also ihm zB dankbar bist für das Essen, dann ist es ok, selbst wenn es Götzenopferfleisch ist.

Soweit zum Kontext.

Das klingt für mich schon wieder so, als müsste man bei jeder Handlung die Verherrlichung Gottes im Hinterkopf haben, wenn man nicht will, dass sie Sünde ist

Im Prinzip hast du Recht. Gott nicht im Blick zu haben, ist Sünde. Aber vergiss nicht, dass du dich nicht selbst heilig machst. Dh du kannst gar nicht Gott ständig im Blick haben, früher oder später wirst du scheitern. Wonach du dich aber ausstrecken kannst, ist Gott mehr im Blick haben zu wollen, denn das würde ausdrücken, dass du ihn liebst und er dir wichtig ist.

Und wenn es nicht klappt? Dann machst du es wie der Zöllner im Gleichnis Lukas 18,9-14 und kommst vor Gott (zu der Zeit, wo du dich an ihn wendest, im Gebet oder so) mit all deiner Unzulänglichkeit und sagst: ich will dich gern im Blick haben und dich ehren, aber ich vergesse es einfach…ich weiss, dass du mir wichtiger sein solltest, aber ich schaffe es nicht, ich kann es einfach nicht.  Vergib mir bitte mein Unvermögen, sei gnädig zu mir…

Dann kannst du dir gewiss sein, dass du von Gott darin angenommen wirst. Im Vergleich dazu ist der Pharisäer, der sich selbst lobt dafür, dass er so ein rechtschaffenes Leben aus eigener Kraft führt, von Gott nicht angenommen….da er ja gar nicht auf Gott vertraut, sondern auf sein eigenes „Gutsein“ und seine eigene Kraft und auf den Zöllner herabsieht, der es in seinen Augen nicht schafft und deshalb „schlechter“ ist. 

Aber Gott sieht das nicht so! Das ist wichtig, das zu verstehen, dass es Gott auf eine gute Beziehung mit dir ankommt und nicht darauf, dass du alles perfekt machst. Gott kommt mit deiner Sünde gut zurecht; solange du nicht denkst, dass du gut alleine 
damit zurechtkommst, wirst du auch nicht in diese Falle der Selbstgerechtigkeit tappen. Der Pharisäer liebt nur sich selbst (Selbstliebe ist nicht per se schlecht), aber der Zöllner liebt Gott…deshalb kommt er zu ihm, weil er weiss, dass er gerade versagt.

 

Hier noch etwas:

_Denn wer ist’s, der den Tag geringer Anfänge verachtet? Sach 4,10_

Aller Anfang ist schwer…das dranbleiben macht aber den Unterschied, wo aus einem Anfänger ein Meister wird. Soll heissen: Gott will, dass du an ihm dranbleibst und er wird dir jede Hilfestellung dazu geben, die du brauchst.

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