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Darf man als Christ Fleisch essen?

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Antwort

Neulich hat eine Freundin, die selbst Vegetarierin ist, gemeint, dass es nicht Gottes Plan von Anfang an war, dass wir Fleisch essen, sondern, dass das erst mit dem Sündenfall kam. Diesen Gedankengang fand ich interessant und bringt mich zu der Frage: Ist es eigentlich Gottes Wille, dass wir kein Fleisch essen? Findet ihr dafür Begründungen in der Bibel? 

14 Antworten
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@cookiecrasher 

Natürlich darfst du Fleisch essen. In den Speisegeboten im AT steht, welches Fleisch gut ist und von welchem man nicht essen soll. 

Im NT werden diese Speisegesetze aufgehoben. In Matth. 15 erklärt Jesus seinen Jüngern, dass nicht das, was in den Mund rein geht, uns unrein macht, sondern das, was aus unserem Mund raus kommt. 

In 1. Kor. 8 thematisiert Paulus nochmal die "Essensregeln". 

 

Wenn also deine Freundin der Meinung ist, sie möchte kein Fleisch essen (aus welchen Gründen auch immer), darf sie das gern so handhaben. Sie sollte das aber nicht als allgemeingültige Regel aufstellen, schon gar nicht unter Verweis auf das Wort Gottes.


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@cookiecrasher Es ist schon interessant, wie Gott die Welt am Anfang geschaffen hat und wie sie in Ewigkeit aussehen wird. Wahrscheinlich tatsächlich ganz ohne Fleischkonsum. Die Frage ist: Wer ist zuständig, diesen Zustand einzurichten?

Für mich ist relevant, was jetzt gilt. Bei Mose gibt es ja diverse Vorschriften, wer, wie, welches Fleisch essen darf. Das wird später, auch im neuen Testament, aufgegriffen. Jesus ist unser Vorbild, auch wenn wir nicht alles genau gleich machen müssen. Zusätzlich leben wir in ziemlicher Freiheit, was solche Dinge angeht. (Sieht der Umgang mit Götzenopferfleisch) Es scheint mir sicher zu sein, dass Fleischkonsum an sich keine Sünde ist. 

Mir ist ein verantwortungsvoller Umgang mit allem in meinem Lebensereich wichtiger als so eine spezielle Verhaltensweise. Der Verzicht auf unökologisch erzeugte Nahrungsmittel ist im großen und ganzen recht einfach möglich. Etwas 100prozentig durchzusetzen, bindet viel mehr Kraft. Es kann leicht zum Götzen werden. Viele Vegetarier bekommen nach spätestens 7 Jahren gesundheitliche Probleme, wenn sie nicht sublimentieren und das ist eine Wissenschaft für sich. Oft beginnt schon viel eher eine gewaltige Aufmerksamkeit auf das Essen und gesunde Lebensweise, einschließlich einigem Selbstbetrug und missionarischem Eifer. Deshalb ermutige ich niemanden, in diese Richtung zu gehen, auch wenn ich eine angemessene Beschäftigung mit all diesen Themen für gesund halte. 

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@cookiecrasher 

Archäologische Untersuchungen haben gezeigt, daß das Fleischessen sehr wohl zur Menschwerdung beigetragen hat.
Fleisch bot die für die Entwicklung des verhältnismäßig großen Gehirns die nötige Proteinmenge -- im Gegensatz zur damals erhältlichen pflanzlichen Nahrung, die hauptsächlich aus Früchten bestand. Tofufabriken gab es noch keine. Brot und Nudeln auch noch nicht.

Die Bibel verurteilt Fleischkonsum auch nicht. Jesus gab den 5.000 Jüngern Brot und Fisch zu essen, und im Gleichnis vom verlorenen Sohn wird ein Lamm geschlachtet.

Es wäre aber schon im Sinn des Christentums, den Fleischkonsum soweit zu reduzieren, daß er nicht zur kompletten Plünderung des Planeten führt.
Nicht zuletzt deswegen habe ich mich von meinem alten Stammtisch getrennt weil mir unbehaglich war, daß wir uns zuletzt zweimal auf einem Weingut getroffen haben, wo ein riesiges Buffet noch kurz vor Schluß riesig gefüllt war. Daß anschließend riesig viel weggeworfen wird, konnte ich mir allerdings denken.


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@cookiecrasher 

 

guck mal im AT nach, wie viele Tiere da als Opfer geschlachtet wurden. Und die wurden dann ja alle anschliessend mit einer leckeren Sauce (nehme ich an) verspeist. Die Leviten lebten davon. Und das war auch zur Zeit Jesu so. Jesus war alles, aber kein Vegetarier!

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@cookiecrasher Nun, am Anfang war das wohl so. Und auch mit dem Sündenfall stand Fleisch noch nicht gleich auf dem Speisezettel, denn so viel ich weiß, wurde erst viel später - nach der Sintflut - den Menschen offiziell Fleisch zur Speise gegeben.

Abel war Hirte. Hat er sie nicht geschlachtet und sie wirklich nur für Wolle und Milch gehalten? Und Abel fand größere Anerkennung als sein Pflanzen anbauender Bruder Kain. Warum nur?

Und warum durften die Menschen nach der Sintflut auf einmal Tiere essen? War das Hirn in der Zeit davor unterversorgt und die Sünden der Zeit hatten ihren Ursprung in einem Mangel an tierischen Einweiß mit Konsequenezn im Hirn? Eine Spekulaltion. Hitler war Vegetarier ...


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@cookiecrasher Ich bin jetzt nicht so der Bibel-Experte, aber spontan ist mir eingefallen, dass Jesus zumindest Fisch und Lamm gegessen hat.

Ansonsten, bezugnehmend auf dein Bild möchte ich fragen, erlaubt die Bibel eigentlich, dass wir Kekse essen?

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@cookiecrasher Ich finde es heikel immer "vor" und "nach" dem Sündenfall zu unterscheiden.

Zum einen glaube ich gar nicht, dass die Überlieferung eine historische Überlieferung ist, sondern eben ein Bild/Geschichte ist, bei der es um die Beziehung zwischen Mensch und Gott geht. Zum anderen bieten diese Geschichte nur wenige Informationen darüber, was Adam und Evan im Alltag erlaubt war. Dieser Alltag wird in der Geschichte gar nicht betrachtet. Es wird genannt, dass der Mensch die Pflanzen als Nahrung gegeben sind. Hier aber den Umkehrschluss zu machen, dass Fleischkonsum verboten war, ist für mich nicht haltbar. Das gibt der Text nicht her.

Zudem stellt sich bei mir dann die Frage: Warum sollte Gott überhaupt seine Meinung hier durch den Sündenfall verändert haben? Was hat der Sündenfall damit zu tun?

Jesus selbst hat Fisch und (Opfer)Fleisch gegessen. Wieso sollte er das tun, wenn es nicht sein Wille ist?


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@cookiecrasher Macht es einen denn zum Christen, wenn man kein Fleisch ißt? Natürlich nicht. Mit solchen Satzungen sollte man sowieso immer vorsichtig sein, sonst wird aus dem Glauben schnell die Werkgerechtigkeit, zumal Irritationen garantiert sind, wenn das Fleischessen bei Christen nicht gesehen werden soll, obgleich ihr Christus selbst Fleisch und Fisch genossen hat.

Jeder, wie er möchte. Im Mönchtum z.B. ist Vegetarismus die Regel. Oder sollte zumindest so sein. Fleisch z.B. wird nur den Kranken gereicht. Adventisten sind meistens auch Vegetarier. Einmal, weil sie die alttestamentlichen Gesetze beobachten und das Nützliche daraus in ihrem Leben anwenden und zweitens, weil sie den Tempel Gottes - ihre Körper - gesund erhalten möchten. Andere machen die Aktion "7 Wochen Ohne" mit vor Ostern und fasten.

Jeder muß selber sehen, was ihm gut tut. Zwang soll aber nicht sein. Römer 14,2.3: "Der eine glaubt, er dürfe alles essen. Der Schwache aber ißt kein Fleisch. Wer ißt, der verachte den nicht, der nicht ißt; und wer nicht ißt, der richte den nicht, der ißt; denn Gott hat ihn angenommen":

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@cookiecrasher Tatsächlich wird der Verzehr von "Fleisch" erst nach der Sintflut von Gott freigegeben (1.Mose 9):

3 Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich's euch alles gegeben. 4 Allein das Fleisch mit seinem Leben, seinem Blut, esst nicht!

Demzufolge hat sich der Mensch vom Vegetarier zum Fleischesser entwickelt. Entwickelt er sich heute wieder zurück ?

 

hg poimen


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