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Ist der Glaube ein Geschenk - oder kann man das Glauben erlernen?

  

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Antwort

Ich hab wenig eigenen Willen /Willenskraft, empfinde ich so, möchte aber zu Gott mit Jesus. Bitte betet für mich! Ich brauche auch dringend christliche Freunde / Gemeinschaft, fühl mich aber ausser stande.... Glauben das ein Wunder geschieht wäre schön... ist Glaube nicht auch ein Geschenk das Jesus macht, das von Ihm kommt, was gar nicht an mir liegen kann, weil ich die Macht nicht habe, rechten Glauben zu erlangen, deswegen empfinde ich das so wie ich es beschreibe...Und wird Er mir den Glauben an Ihn schenken ? Das ist meine Frage/ Sorge .... weil ich habe gelesen "Der Herr gibt es, der Herr nimmt es" - es liegt also offenbar überhaupt nicht an mir oder in meiner Macht das Geschenk des Glaubens zu bekommen?

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Glaube/Vertrauen ist ein Geschenk, das ausgepackt und angewendet werden will. Glaube wächst mit der Beziehung und den Erfahrungen in der Beziehung.

 
Aus deinem Post entnehme ich eine Grundvoraussetzung: du glaubst, dass Gott und Jesus existieren und dass du zu ihnen kommen/gehen kannst. Sie sind zwar unsichtbar, aber gegenwärtig und du kannst sie jederzeit ansprechen und Antwort erwarten. 
 
Zum näheren Kennenlernen hilft auch die Bibel, z.B. das Johannesevangelium lesen  und darüber mit Jesus zu sprechen. Jeden Tag ein wenig lesen, darüber nachdenken, mit in den Tag nehmen, sich von Jesus erklären lassen.
In diesem Sinne lernt man durch Erfahren, dass Gott dazu steht, was er sagt und das stärkt Vertrauen/Glauben und die Beziehung wird fester und tragfähiger.
 

 


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@roland-heitz

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ - so steht es im Johannes-Evangelium und ist für 2022 die Jahreslosung. Du bist auf einem guten Weg mit der Sehnsucht nach Gott in deinem Herzen. Hab Vertrauen! Und gib (dich und auch Gott) nicht auf, wenn dein Weg nicht so verläuft, wie du es dir vorstellst. Durststrecken kennen wir alle. Da gilt es auszuhalten, zu überwinden, weiterzugehen. Gott ist da - unabhängig, wieviel du davon wahrnimmst.

Gott gibt uns alles und nimmt uns alles - im Sinne, dass nichts Materielles bleibend ist. Ja, Gott ist es auch, der Glaube schenkt. Was wir dafür „tun“ können? Offenen Herzens sein: Gott wahrnehmen in der Natur, in menschlichen Begegnungen, in Gottesdiensten, Predigten, in der Bibel. Sich in Demut üben: Alles aus Gottes Hand annehmen, sich nicht überhöhen, auf Forderungen oder was einem zusteht verzichten, einander dienen, Gott und den Nächsten lieben, …

Wie ist dein Gebet, deine Bitte an Gott? Was zieht dich zu Gott, zu Jesus? Ein reines Herz, ein offenes Herz, ein demütiges Herz dafür will ich beten - das wünsch ich dir. Es braucht seine Zeit, hab Geduld. Dein Glaube ist bereits da, lass ihn wachsen und rupf ihn nicht ungeduldig aus. Freunde wirst du nicht erzwingen können, auch Gemeinschaft und Freundschaft brauchen Zeit. Gehe einen Schritt nach dem anderen, keiner startet beim Ziel… 

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@roland-heitz 

Glaube lässt sich nicht erzwingen. Er lässt sich auch nicht von anderen Leuten übernehmen. Du kannst also nicht einfach sagen: "Das, was du glaubst, das will ich auch glauben können!" Wenn etwas für dich nicht glaubwürdig ist, dann ist das einfach so.

Allerdings gibt es im Glauben ja viele Wege und Auslegungen. Deshalb lohnt es sich, sich da einfach mal umzuschauen, Neues kennenzulernen und nachzudenken.

Ich kenne ja deine Situation nicht und die Gründe, warum du jetzt und hier gläubig sein willst. Vielleicht geht es für dich jetzt auch erst einmal darum, loszulassen, nicht zu viel zu erwarten, um dann in Ruhe etwas zu finden, das dich wirklich anspricht.

Ob dich das dann in die gewünschte Richtung führt oder ganz woanders hin - das kann keiner sagen. Jeder geht seinen eigenen Weg.


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@roland-heitz Glaube ist kein Bekenntnis, kein Für-wahr-halten der Bibel oder Teilen davon oder Lehren, Dogmen usw., sondern Glaube ist, eine Liebesbeziehung mit Gott, dem Vater, zu leben, die von Vertrauen geprägt ist.

Der Glaube wird uns geschenkt, wenn wir auf die Frage Gottes: "Willst du diese Beziehung mit mir?" aus tiefstem Herzen mit "Ja, ich will!" antworten. Ob ich die Bibel für-wahr-halte, ist dann eine Frage der Glaubwürdigkeit ggü. meinem Vater im Himmel. je besser ich Ihn kennenlerne, um so mehr vertraue ich Ihm und seinem Wort, mehr als meinen negativen Erfahrungen oder wer weiß, was sonst.

 

GBY Clay

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@Deborah71 ich danke Dir für deine Antwort - das sagt mir was!!!


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@roland-heitz 

Man glaubt, epistemologisch* betrachtet, immer das, was einem glaubhaft erscheint, was man für wahr (gerechtfertigt) hält. Direkt frei entscheiden, was man glaubt, kann man also nicht. Steuern kann man's höchstens in der Art, dass man Informationen, die den Glaubensgegenstand bestätigen, bevorzugt aufnimmt und Informationen, die ihm widersprechen, ausblendet.

Dies geschieht in organisierter Form in allen weltanschaulichen Gruppierungen, weswegen dann eben schon in der Kindererziehung bestimmte Informationen systematisch an die Kleinen herangetragen werden, während andere Informationen von ihnen ferngehalten werden.

Das "Geschenk des Glaubens" hängt (wie manleicht erkennen kann, indem man sich mal Landkarten, auf denen die jeweilig dominierenden Konfessionen eingetragen sind, anschaut) also davon ab, wie engagiert der jeweilige Glaube in der frühkindlichen Sozialisation eine Rolle spielt: Kinder, die Koranschulen besuchen, bekommen den Glauben an Allah "geschenkt", Kinder, die Bibelschulen besuchen, bekommen den Glauben an den christlichen Gott/Jesus geschenkt, Kinder, die im Lesen der Torah unterrichtet werden, bekommen den Glauben an den jüdischen Gott geschenkt und Kinder, die in Napolas geschickt we(u)rden, bekamen den Glauben an den Führer geschenkt.

Wenn man nicht als kleines Kind bereits beschenkt wurde, muß man sich später selbst etwas mehr bemühen: das Aus- und Einblenden von Informationen hinsichtlich des Glaubensgegenstandes wird einem nicht mehr von den erziehenden Personen abgenommen und man muß das selbst organisieren. Wobei es da ja durchaus hilfreiche (oftmals allerdings kommerzielle) Unterstützung gibt, z.B. in Form von Ratgeberbüchern, Sekten oder Klöstern usw.

 

 

*Epistemologie ist die Wissenschaft, die sich mit dem Zustandekommen von Glauben und Wissen beschäftigt.

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