Ps 90,12 - das Bedenken unserer Vergänglichkeit führt zur Klugheit?
Hallo,
in Ps 90,12 heißt es, dass das Bedenken unserer Vergänglichkeit zur Klugheit führt. Inwiefern?
Liebe Grüße,
Plueschmors.
Sich die eigene Endlichkeit immer wieder bewusst zu machen, sie präsent zu halten, hilft mir, das "Hier & Jetzt" immer wieder mehr wertzuschätzen, denn es kann schon gleich, morgen, nächste Woche ... wann immer ... vorbei sein mit diesem Hier und diesem Jetzt.
Das bedeutet Verantwortung, aber auch Freude, Genuss, Dankbarkeit. Es hat eine ganz individuelle, aber auch eine soziale Komponente.
Eine Anekdote fällt mir dazu ein: Ein ZEN-Schüler wird, nach einer längeren Zeit in der Schulung bei seinem Meister gefragt, was er denn nun praktisch geübt und gelernt hat. Er antwortet: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich, Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich höre, dann höre ich ..." Die Reaktion war: "Aber das tun wir doch alle!" - "Nein, sagt der Schüler: "Wenn ihr liegt, dann geht ihr schon. Wenn ihr geht, dann esst ihr schon, wenn Ihr hört, dann redet ihr schon ..."
im Gegenwärtigen und in dem, was Jetzt ist, gegenwärtig zu sein, ist nicht nur schwer, weil wir zu oft beim Gleich, Nachher, Morgen, in der Zukunft sind. Sondern auch oft zu viel bei dem, was gerade, vorhin, gestern, letzte Woche, in der Vergangenheit war ...Was wir aber tatsächlich haben, ist immer nur das JETZT - was keine Geringschätzung des Vergangenen oder Zukünftigen bedeutet... Aber das Bewusstsein der Endlichkeit und Vergänglichkeit hilft zum HIER-SEIN..
Zumindest ist das für mich ein wichtiger und wertvoller Aspekt.
L'Chaim
@plueschmors
Tja. Also... mir fällt dazu "Demut" ein.
Sich der eigenen Vergänglichkeit zu stellen erfordert eben diese.
Demut macht einsichtig und weise.
Einsicht spricht für Offenheit und Lernbereitschaft, Weisheit führt zu einem klugen Handeln.
@plueschmors Nicht Klugheit gemäß weltlichem - menschlichem Ermässen, aber gemäß göttlichem und hierin ist ein Grundpfeiler Demut!
Demut kann sich vermehren wenn man die Grenzen des Lebens, den Tod, erfasst und dies vermögen Gedanken, weil man dann klein wird vor Gott und demütig die Größe dessen betrachtet was er uns anbieten will!
Wenn man den Menschen (der eine lebendige Seele ist) als unsterblich meint, dann mag jedoch jede Überlegung dessen sehr schall aussehen kann ich mir vorstellen!
Der Mensch muss sterben und Leben hat nur Gott für uns, niemand wird nach dem Gericht "Höllenqualen leiden" sondern es gibt dann kein Geschöpf mehr welches nicht mit dem Himmelreich belohnt wurde, sie sterben im Gericht den 2. endgültigen Tod.