Trennung/ Scheidung vom Ehemann
Meine Situation ist immer häufiger unerträglich für mich geworden und wäre ich nicht erst vor wenigen Monaten getauft worden, hätte ich mich wahrscheinlich längst getrennt.
Ich wurde zwar christlich erzogen, habe mich, bis vor etlichen Monaten, nie wirklich intensiv mit Jesus beschäftigt. Dass ich in Gottes Augen also so ziemlich alles in meinem Leben falsch gemacht habe, wird mir mehr und mehr bewusst. Umso wichtiger ist es mir deshalb nun, seine Gebote, seine Gesetze, seine Empfehlungen einzuhalten und Jesus nachzufolgen. Aber je mehr ich versuche „gut“ zu sein und richtig zu entscheiden, umso schlimmer wird es - zumindest fühlt es sich in etlichen Punkten so an.
Ich bin erst seit knapp eineinhalb Jahren verheiratet (bin knapp 40, er etwas älter) und unsere Ehe ist inzwischen eine einzige Qual für mich geworden.
Dass mein Mann irgendwie anders ist, wusste ich ja von Anfang an. Dass dies aber mit jedem Monat Zusammenleben schlimmer wird, habe ich nicht erwartet.
Sein Verhalten meinen Kindern (ich habe zwei Teenies mit in die Ehe gebracht) gegenüber wird immer abwertender. Er ignoriert sie ganz oft und wenn wir zusammen beim Abendessen sitzen, spricht er nicht und dreht sich weg in Richtung unserer gemeinsamen Tochter (1 Jahr alt). Die Stimmung ist ständig angespannt und keiner weiß, warum. Er wirkt permanent gestresst und abgekotzt von uns und ich habe den Eindruck, er ist nur hier, weil er denkt, er müsste bei uns bleiben.
Seine liebe und hilfsbereite Art hat er komplett verloren. Es ist, als würde nur eine Hülle neben mir her leben.
Sex gibt es so gut wie keinen mehr zwischen uns - angeblich hat er kein Bedürfnis bzw. wäre einfach grundsätzlich zu müde, aber an mir läge es ja nicht…
Er ist unfassbar unempathisch, ein Besserwisser und Lästerer, sodass ich ihn an manchen Tagen kaum mehr ertrage und mir einfach nur noch wünsche, er wäre weg.
Er steht zudem kurz vor seiner Asperger (Autismus) Diagnose, was zumindest einige seiner Verhaltensweisen erklären würde, mir persönlich aber in keinster Weise etwas bringt.
Ich bin nervlich am Ende. Ich ertrage es nicht mehr, wie mit den Kindern und mir umgegangen wird und frage mich ständig, wie ich aus dieser Situation wieder heraus komme, ohne vor Gott als „bewusster“ Sünder dazustehen.
Ich würde mich nicht wegen eines anderen Mannes trennen, sondern weil ich nicht mehr kann. Weil alles Reden bisher nichts gebracht hat und er in seiner eigenen Welt lebt, die, wie ich meine, ohne eine Familie stattfindet. Ich bin nervlich dermaßen am Ende, weil ich mich selbst so unter Druck setze und Jesus unbedingt gefallen- und Dinge richtig machen will und es, wieder einmal, nicht kann.
Wie seht ihr Trennung/ Scheidung?
Mein Mann ist im übrigen nicht gläubig.
Ich bin nervlich dermaßen am Ende, weil ich mich selbst so unter Druck setze und Jesus unbedingt gefallen- und Dinge richtig machen will und es, wieder einmal, nicht kann.
Ich kann dich gut verstehen. Den inneren Wunsch nach einer guten Beziehung nicht umsetzen zu können, bringt einen in ein extremes Spannungsfeld. Gleich mal vorneweg: ich habe keine Lösung für dich.
(Dann hätte ich sie auch für mich.)
Aber ich hoffe, dass es gut für euch wird, für alle Beteiligten.
Jetzt ist mir doch noch etwas eingefallen, das hilfreich für mich war und ist:
Zum einen ist es eine räumliche Trennung, muss ja nicht gleich Scheidung sein. Zum anderen ist es, den Fokus auf sich selbst zu legen, statt auf den anderen.
Im Moment triggert der Partner so viele Reizpunkte bei dir, also Sachen die du blöd findest, dass es gar kein zurück in eine liebevolle oder auch nur neutrale Sichtweise auf den anderen gibt. Das ist aber essentiell für eine ausgeglichene Ehe, auch von deiner Seite aus. Du kannst seine unguten Gefühle nicht verändern, aber du selbst hast ja auch welche und dafür ist nicht er zuständig.
Das Räumliche und das innere Aufräumen hat mir geholfen und hilft mir, wieder ich selbst zu sein und mich nicht nur in Beziehung zu meinem Partner zu sehen. Das ist insofern wichtig, weil man selbst es ja auch nicht schafft, den Partner so zu akzeptieren wie er ist. Das wiederum möchte aber jeder Mensch und man versagt an dieser Stelle genauso wie der Partner, man hat seinen Anteil an der Situation…auch wenn man das auf den ersten Blick nicht sieht.
Aber nicht immer gibt es diese Möglichkeit zur räumlichen Trennung und dann wird es schwierig, für sich selbst den nötigen Abstand hinzubekommen, um nicht ständig angetriggert zu sein.
Die Trennung selbst erfordert ja schon einen Schritt, den man mit Jesus kaum gehen kann, wo er doch sagt „eine Frau soll ihren Mann nicht verlassen und wenn sie es schon getan hat, soll sie sich entweder mit ihm versöhnen oder alleine bleiben“. Dass Jesus wichtig in deinem Leben ist, ist ein Segen. Er möchte aber auch, dass wir in Liebe miteinander leben.
Wie du da hinkommst, ist zweitrangig, denke ich.
Ich selbst lebe gerade getrennt und muss Ähnliches lösen. Ich habe keinen Durchblick, was als nächstes kommt…aber soweit bin ich schon mal….
Drei Dinge
Ich denke, diese Frage ist bei 'Glaubensfragen' nicht so gut platziert, weil hier die Möglichkeit eines 'Gesprächs' nicht so gegeben ist.
Und meine Frage an Dich wäre, ob Du noch weißt, was Dir an diesem Mann gefallen hast und wieso ihn geheiratet hast - so lang seid Ihr ja noch nicht verheiratet, dass das schon komplett in Vergessenheit geraten sein sollte. Ab und zu hilft es ja, sich die (damals) positiven Aspekte ins Gedächtnis zu rufen.
Und ganz praktisch - wenn's gar nicht mehr geht, ist es möglicherweise wirklich besser, die Kinder zu nehmen und zu gehen als in einer schädlichen Beziehung zu bleiben. Aber das lässt sich aus der Ferne schlecht beurteilen.
@pangaboo hi, bin neu hier und da ist mir deine Post aufgefallen. Vor mehr als 12 Jahren hatte ich auch eine Räumliche Trennung durchgemacht. Wir waren zuvor beide gläubig und vieles ging zu Bruch oder besser gesagt, in unserem Fall wurde etwas aufgeräumt, wir wussten beide nicht mehr wohin... Für uns war die Distanz gut und wir konnten uns wieder neu begegnen.
Es geht um identität. Als Mann bekleide ich das Haupt meiner Frau und meine Frau kann mich nur als ihren Haupt anerkennen, wenn sie die Liebe die ich für sie habe, erkennen kann. Männlich bedeutet im Hebräischen Erinnerung/Gedenken, es ist das innere das durch das äußere bekleidet wird, von seiner Frau, die um ihn sei. beide erkennen sich in der Liebe nicht in der Hierarchie, wie wir es eher aus der Bibel heraus lesen weil wir es meistens selbst gestalten wollen.
Ich sehe, dass dein Mann noch in seiner Identität im unklaren ist, er weißt nicht, wer er ist und bekommt ggf. noch einen Stempel oben drauf, wo er vermutlich auch weitere Probleme hat. Du schreibst aber auch, dass er hilfsbereit war und vielleicht noch andere dinge, die du an ihm geschätzt aber nicht aufgeschrieben hast. Die Probleme sind da um auch zu erkennen, was nicht teil der liebe ist um es aus dem weg räumen zu können oder um sich gegenseitig noch tiefer zu erkennen.
Du erkennst ihn nicht, kannst ihn so nicht ertragen und er erkennt dich auch nicht, weil er sich von dir und deinen beiden Kinder abwendet. Aber er wendet sich eurer gemeinsamen Tochter zu, die Frucht, die ihr gemeinsam trägt. Das schreibe ich aber ohne Anklage.
Liebe kann man auch nicht erzwingen, andererseits trägt jeder auch eine gewisse Verantwortung, die man tragen darf. anscheinend trägst du momentan viel Verantwortung für dich und deine drei Kinder.
Du kannst nicht immer versuchen gut zu sein, manchmal ist es besser, dem anderen zu sagen, dass man hilflos ist oder etwas anderes, was der Wahrheit entspricht, wie es dir geht. als Mann kann ich sagen, dass es deinem Ehemann „Vermutlich“ auch nicht anders geht ? Entscheidungen beruhen nicht auf den Wunsch hin, wieder zusammen zu kommen oder sich zu scheiden, den dann würde man darauf hinarbeiten. Sondern erstmal Raum für sich zu schaffen, sei es aus der nähe oder aus der ferne. Am besten wäre es, gemeinsam zu entscheiden und darüber lange zu reden. Alles hat seine Zeit. LG
@pangaboo hallo
Ich mache derzeit ähnliches durch mit meiner Frau. Wir sind beide Christen.
Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass meine Frau unsere Ehe nicht ernst nimmt.
Ich bin zum zweiten Mal verheiratet und habe eigentlich diese Ehe unter Christen sehr ernst genommen. Inzwischen weiß auch ich weder ein noch aus. Glücklich bin ich nicht mehr. Sie hat keinen Respekt und Ihr Geiz ist nicht mehr normal.