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Was bedeutet der Begriff "evangelikal"?

  

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Antwort

Der Begriff "Evangelikale" geistert immer wieder mal durch die Medien, wenn eine bestimmte Gruppe von Christen gemeint ist. Was bedeutet er - und wen meint er?

9 Antworten
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Vom gebrauch in den Medien her bekomme ich den Eindruck es sei eine Kombination aus »evangelisch« und »radikal«.
Und die Evangelikalen sind dann radikale evangelische Christen.

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Würde ich meine evangelikalen Freunde fragen, dann würden sie sagen, Evangelikale sind Leute die das Evangelium ernst nehmen. Eigentlich bedeutet evangelisch das gleiche, das Evangelium als Glaubensbasis.


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@pascal-goertz 

Für mich etwas was ich im Moment seeehr skeptisch betrachte...

Also die evangelikalen Kirchen sind meiner Kenntnis nach die Freikirchen, die teilweise auch nicht so das universitätstheologische, also wirklich wissenschaftlich-theologische Lehramt haben.

Was dabei teilweise rauskommen kann, das bekomme ich über eine Bekannte mit, eine zum Christentum konvertierte Jüdin, die bislang im Evangelikalen Spektrum war, aber inzwischen so grässliche Erfahrungen da macht, daß sie sich da losgesagt hat.

 

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@pascal-goertz Evangelikale Christen leben ihren Glauben meist eng an der Bibel orientiert. Und da nehmen sie oft Dinge wörtlicher, als wie es z.B. Christen tun, die den Schwerpunkt z.B. mehr beim sozialen Handeln oder ähnlichem haben.

Letztendlich ist der Begriff aber ein Etikett. Es bezeichnet einen ganz weiten Bereich an theologischen Strömungen, an Kirchen und Gemeinschaften.

Ich kann für mich persönlich sagen, dass all diese Etiketten für mich inzwischen fast jegliche Bedeutung verloren haben. Für mich geht es letztendlich immer um Menschen und um ganz persönliche Wege des Glaubens und der Nachfolge. Davon kann ich profitieren, indem ich mir Vorbilder suche, indem ich mit ihnen gemeinsam gehe oder von ihnen lerne - oder aber ob ich kann darin Beispiele sehen, die für mich eher warnenden Charakter haben, weil ich nicht ihre Positionen erreichen möchte.

Christen sind nicht zwangsläufig auf dem gleichen Weg - aber sie haben das gleiche Ziel. Im Grunde genommen ist es nicht meine Entscheidung, wo ich theologisch stehe und was meine Aufgabe beim Bau des Himmelreiches ist. Das ist Gottes Ding und meine Aufgabe ist dabei, die Stimme Gottes zu erkennen und auf ihr zu hören. Das kann dann dazu führen, dass ich auf gänzlich anderem Terrain unterwegs bin, als wie das andere Christen sind.

Und da habe ich dann die Aufgabe, das auch zu achten. Ich weiß nicht, was Gott ihnen gesagt hat und was ihre Aufgaben sein mögen und solange das gleiche Ziel erkennbar ist, will ich mich da für jeden einzelnen freuen und ihm auf seinem Weg gutes Gelingen und das Erreichen des großen Ziels von Herzen wünschen.


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Veröffentlicht von: @jigal

Daher sagt man auch Evangelikale die neuen Pharisäer.

Das stimmt oft - leider! Aber es ist auch da keine Zwanghaftigkeit dahinter. Die biblische Nachfolge kann sehr wohl auch in ein sehr lebendiges christliches Leben führen, das in Freiheit und doch geführt durch den Heiligen Geist verläuft.

Ein schönes Beipiel einer sehr lebendigen Nachfolge gibt uns Shane Claiborne.

https://www.wikiwand.com/de/Shane_Claiborne

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@pascal-goertz 

Das ist kompliziert.

Ausgangspunkt ist das englische evangelical, was ursprünglich eine Übersetzung von "evangelisch" war, die EKD nennt sich auf Englisch auch "evangelical church in Germany".

Da in GB die Anglikanische Kirche ziemlich "divers" ist, war das bald ein Ausdruck für die besonders evangelische 😉 low church, im Gegensatz zur eher katholisierenden high church. Oder dann auch für besonders "erweckliche" Kreise wie z.B. die Methodisten oder die "Erweckungsbewegung". In Deutschland wurden solche Leute meist "Pietisten" genannt.

in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts fanden dann die Pietisten, dass dieser Ausdruck zu altbacken o.ä. sei, und haben den Begriff "evangelikal" aus den USA importiert. Es gab ein Buch (das ich nicht gelesen habe) mit dem Titel "Aufbruch der Evangelikalen", wo die dortigen Gruppen als Vorbild hingestellt wurden, insbesondere weil sie aus ihrer frommen Ecke heraus kamen und sich auch gesellschaftlichen Problemen widmeten. Damals (70-er Jahre) konnte man auch von "linken" Evangelikalen reden (es gab z.B. die sojourners). Der bisher letzte evangelikale US-Präsident war Jimmy Carter.

Inzwischen ist bei Berichterstattungen über US-Evangelikale fast nur von "religiösen Rechten" die Rede, für Waffenbesitz, oft charismatisch, und vor allem gegen Abtreibung. Keine Ahnung, wie weit das der evangelikalen Szene dort entspricht. Vor gefühlt 10 Jahren hab ich mal in einem englischsprachigen christlichem Forum die Frage gestellt, warum in der Rubrik "Konfessionen/Richtungen" die evangelikals nicht auftauchten, jemand meinte dann, die wären so wischiwaschi, dass es keinen Sinn hätte, diese Kategorie zu listen ...

In Deutschland sind die "Evangelikalen" mehr oder weniger in der Deutschen Evangelischen Allianz vernetzt (die ist älter als der Konzern, der einem nicht-Evangelikalen bei "Allianz als Erstes einfällt!). Einige haben durchaus Ähnlichkeiten mit dem, was im Fernsehen so als "Evangelikale" zu sehen ist - das wurde mir besonders durch die Reaktionen auf Covid-19 deutlich. Die evangelikalen Kreise, in denen ich mich bisher bewegt haben, sehen ganz anders aus.


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@pascal-goertz  Einfache Antwort..  Evangelikale sind in den USA die Leute im Bible Belt. In Deutschland in der Kritik da sie ihren Glauben strenger Leben als viele andere in den großen Kirchen.  Bitte nicht falsch verstehen. Ich denke Leute die ihren Glauben strenger und intensiver Leben. Leider sind darunter auch viele die sich frommer fühlen als die in anderen Gemeinden. Daher sagt man auch Evangelikale die neuen Pharisäer.

Wenn ich der Meinung bin ein besserer Christ zu sein, weil ich in einer Freikirche bin, oder meine Taufe selbst entschieden habe, dann hat das für außen stehende schon etwas von der Überheblichkeit eines Pharisäers. Ich bin selbst in einer Landeskirche und auf Missionsfesten kam öfter die Frage, wie man denn in der Landeskirche aktiv sein könne.

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Ja, da gibt es oft diese wir-sind-die-einzigen-richtigen-Gläubigen-Haltung.

Die gute Frage mit dem "strenger glauben" ist, was sie strenger auffassen. Und das sind oft Dinge die in keinster Weise biblisch begründbar sind.


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