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Wie beginnt man ein Gebet?

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Der erste Schritt ist manchmal der Schwerste. Wie beginnt man ein freies Gebet?

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Spannende Frage... Ich fange auch meistens mit einer Anrede an. Aber letztlich: Wie fängt man ein Gespräch an? Indem man den Gesprächspartner anspricht. So fängt auch ein Gebet an: Gott ansprechen. Meistens ist irgendwas in meinem Herzen, eine Fürbitte für einen lieben Menschen, eine Not in meinem eigenen Herzen, aber auch der Wunsch, einfach mit Gott zu sein, Zeit mit ihm zu verbringen, ihm zu sagen, wie wichtig er mir ist. Und so lege ich einfach los.


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@hans Ich bin da auch bei Tineli, eben wie du ein Gespräch mit einem Freund, einem Vertrauten anfängst. Ich selbst lege keinen gesteigerten Wert auf irgendeine Etikette oder Form. Wichtig ist, dass du authentisch bist. Gott sieht dir eh ins Herz ... 🙂 In meiner Vorstellung ist Gott immer direkt bei mir und erlebt alles, was ich erlebe, mit mir mit.

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Immer wieder anders würde ich sagen, je nach Situation.  Ich habe da kein Schema F.


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Wenn dir der Beginn schwer fällt, vielleicht helfen dir vertraute Worte, auf das reagieren kannst? Worte der Bibel, z.B. aus den Psalmen, die du aufgreifen kannst und die dir eine Tür öffnen.

Wenn dir Worte fehlen, freies Gebet braucht nicht wohl formuliert sein. Meine liebste, freie Gebetsform sind Stich-Worte in einem kleinen Notizbuch. So halte ich (für mich) fest, was und wer mir auf dem Herzen liegt und teile es in Gedanken mit Gott.

Was mir auch für freies Gebet eine gute Struktur gibt, ist das Vater unser. Es schenkt mir eine gute Haltung. Ich darf Gott begegnen als Sein Kind. Ich staune gleichzeitig über Seine Heiligkeit und Nähe. Mein Blick wird erweitert. Ich ordne mich Ihm unter. Ich finde Worte für meine eigenen Bitten, ich bitte um Vergebung, wo ich schuldig wurde und lasse meinen Groll, mein Leid bei Gott. Ich wende mich vertrauensvoll an Ihn mit allem, was mich bewegt. Und ich sehe Seine Größe und darf mich darin geborgen fühlen - auch in allem, was ich nicht verstehe.

Dank & Klage sind für mich außerdem auch noch Klassiker - ganz frei heraus, nicht durchdacht. Das kann spontan und kurz sein. Wenn ich mir Zeit nehme, achte ich darauf, dass ich mir nicht alles schön rede (ich sozusagen dankbar sein muss(!)) und dass ich aber nicht nur im Klagen hängen bleibe.

Freies Gebet kann für mich aber auch einfach nur eine Ausrichtung (meditatives Atmen) darauf sein, dass Gott da ist. Das hilft gerade dann zu beten, wenn die Worte einfach fehlen.

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Der erste Schritt ist für mich kein Wort, kein Gedanke, sondern schlicht Zuwendung. Verbunden mit einer Geste - dem Schließen der Augen, dem Öffnen der Hände in Richtung des Himmels. Bewusstes Einatmen - und mit dem Ausatmen spreche ich das erste Wort: Ein vertrautes "Lieber Vater", ein würdevolles "Großer Gott", das mich in Beziehung setzt. Und schon der zweite Satz stolpert mehr aus mir heraus als dass ich es mir zurechtlege. 


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Mit einer Anrede. Herr, oder lieber Gott oder Vater oder was du am liebsten magst. Und wenn dir dann nix mehr einfällt, kannst du auch schweigen, denn der Herr hört auch das, was in deinem Herzen ist, ohne dass du große Worte machen musst.

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@hans Hallo Hans,

Für das freie Gebet gibt es sicher keine Regeln - sonst wäre es ja auch nicht mehr frei.

Ich finde es wichtig, sich ganz auf Gott zu konzentrieren und alles drumherum auszublenden. Wenn wir unseren vollen Fokus auf Gott legen, dann zeigen wir ihm schon mal, dass wir ihn achten.

Dann habe ich es für sinnvoll erachtet, auf das Große, das Gott getan hat zu schauen und ihm unsere Bewunderung zu sagen. Das können biblische Dinge sein oder Dinge, die wir selber oder Menschen in unserem Umfeld erlebt haben oder von denen wir gelesen oder gehört haben. Gott ist ein großer Gott! Gott freut sich, wenn wir es ihm sagen und uns hilft es, ihn als den, dem kein Ding unmöglich ist, zu sehen, wenn wir weiterbeten - denn es fallen dann gleich mal alle Hürden, die eine Machbarkeit der Dinge, die wir vor Gott bringen, in Frage stellen könnten.

Und dann bist Du drin und es geht dann meist automatisch schon weiter.

Eine andere Sache, die ich erlebt habe, ist, dass Fürbitte das ideale "Warmbeten" (wie ein Sportler sich für den Einsatz warm macht) ist. Geh einfach mal alle Menschen und Dinge, die Dir so kommen vor den Thron Gottes, segne sie und bitte um Gottes Segen, Du kannst da Gott auch konkrete Situation oder Probleme bringen - einfach diese Menschen Gott anbefehlen. Das allein ist schon eine großartige Sache. Ich mache das oft, wenn ich Sport mache. So auf dem Stepper ist es langweilig - und warum nicht aus dieser sonst vielleicht sogar als verloren gedachten Zeit eine wertvolle Zeit machen. Und wenn man dann so ne halbe Stunde Fürbitte hatte - dann kann es so richtig lsogehen!

 


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Ein Gebet soll ein Gespräch mit Gott sein. Der kennt dich besser als du dich selbst, also wird Er dich schon verstehen, egal mit welchen Worten du anfängst.

Zuweilen hilft es, sich an Gebeten zu orientieren, die andere formuliert haben, es gibt das "Vaterunser", oder die Psalmen, oder in Büchern veröffentlichte Gebete. Das sollte nur nicht zu einem reinen "Texte aufsagen" verkommen.

Wichtig ist eigentlich nur: Ehrlich zu Gott zu sein (und das heißt auch: ehrlich zu sich selbst, so gut man kann).

Hoffe das hilft.

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@hans Bei mir ergibt sich ein freies Gebet meistens aus der täglichen Gebets- und Leseordnung. Selten ist's, daß ich Gott unvermittelt anrufe, also gleichsam aus dem Nichts heraus. Das ist eher dann, wenn es kritisch wird. Stichwort "Stoßgebet". Zum Glück noch selten. Vermutlich werden die mit zunehmendem Alter aber auch mehr werden.

Ansonsten nehme ich mir immer zuerst das Wort Gottes vor - sozusagen "zum Warmwerden" - und aus dem kurzen oder längeren Meditieren darüber entwickelt sich dann das freie Gebet. Nehmen wir z.B. die heutige Losung: "Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht" (1. Sam 2,7). Daraus kann sich ein solches freies Gebet entwickeln, ob kurz oder lang, ganz egal, je nach Eingebung, hier nur zum Exempel:

"HERR, du unser lieber Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, was wir auch tun, ohne deinen Segen sind wir ganz verloren, denn es liegt ja nicht an uns, nicht an unserm Wollen und Laufen, nicht an aller unserer Kraft und Gewalt, sondern alles an deiner unerforschlichen Weisheit. Hilf dort bitte, wo die Armut die Menschen ganz zugrunde richtet, vergiß die Elenden nicht! Verleihe den Reichen Barmherzigkeit und Güte, daß sie den Bedürftigen mitteilen von deinen guten Gaben, die du aller Schöpfung überreichlich zuteil hast werden lassen. HERR, ich danke dir auch, daß du uns gedemütigt hast in unserem Übermut, daß wir dein rettendes Wort kennenlernen durften und nicht zuschanden wurden in Irrtum und Finsternis. Ich bitte dich, erhalte uns täglich bei diesem deinem heiligen und trostvollen Wort, daß wir mehr und mehr das Böse lasse und das Gute lernen und tun zu deiner Ehre und zum Dienst an denen, die du uns gegeben hast, bis du uns einmal zu dir nehmen wollest, denn wir trauen darauf, daß du uns gnädig bist durch deinen lieben Sohn Jesus Christus, der mit dir und dem Heiligen Geist" usw. usf.

Das Vaterunser - eigentlich die Kurzfassung des Psalters - ist ja auch ein überragender Vorschlag, wie ein freies Gebet aussehen kann: 

"Lieber Papa, der du dort oben im Himmel wohnst, wo alles jetzt schon schön und herrlich ist und du schon auf uns wartest, gib doch, daß wir deinem Namen hier auf Erden alle Ehre machen und heilig und würdig im Namen unseres Herrn Jesu, deines lieben Sohnes, wandeln und glauben und Liebe üben, wie er es uns geboten hat. Möge dein Reich auch zu denen kommen, die jetzt noch nicht an dich glauben können und wehre dem Gott dieser Welt, der sich an deine Stelle drängt. Möge doch deine Ordnung im Himmel auch hier auf Erden gelten, soweit es geschehen kann. Laß uns nicht verzagen in der Finsternis, sondern gib uns durch dein Wort täglich Licht auf unserem Weg hin zur himmlischen Heimat und versorge alle die, die Not und Hunger leiden und laß uns dazu helfen, daß wir nicht schuldig werden am Verderben anderer, denn unserer Fehler und Versäumnisse sind mehr als wir merken können, die wollest du uns gnädig vergeben, wie auch wir herzlich vergeben und vergessen alle Fehler und Versäumnisse an uns. Und behüte uns vor der Sünde und dem bösen Teufel, daß wir ihnen tapfer widerstehen mögen durch dein heiliges Wort, das wir auch heilig zu leben begehren zu deiner Ehre und zum Lobe deiner Herrlichkeit" usw. usf.


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