Vollwertig und bio ...
 
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Vollwertig und bio - wie lässt sich das umsetzen?

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Anyway
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Themenstarter
Beiträge : 325

Liebe Community,

vielleicht hat jemand Erfahrungswerte und kann sie mit mir teilen.
Hintergrund ist folgender:

Wir ernähren uns überwiegend/fast ausschließlich vegetarisch. Mein Mann laktosefrei aufgrund von Laktoseintoleranz. Meine Tochter isst quasi alles und liebt ihr Obst und ihr Gemüse und ihr Vollkornbrot. Wir essen in meinen Augen eigentlich relativ gesund: Täglich Obst und Gemüse, überwiegend Vollkornprodukte usw. Wenn mal Besuch kommt, backe ich schon auch mal einen Kuchen aus Auszugsmehl und ganz normal mit Zucker. Wir essen aber auch im Alltag mal gekaufte rote Grütze mit Sahne oder Kekse oder Tochterherz liebt die Mini-Packung Gummibärchen neuerdings heiß und innig. Auch kommen wir an keinem Bäcker vorbei ohne dass meine Tochter nicht mit ihren zwei Jahren da reinmarschiert und "Eine Brezel bitte!" sagt und ich dann so entzückt von ihrem Mut bin, dass ich nicht drum rum komme ihr die auch zu kaufen. Mein Mann und meine Tochter sind normalgewichtig. Ich übergewichtig, aber das liegt eher nicht an dem WAS ich esse, sondern an meinen Portionsgrößen.

Wir kaufen derzeit in Standard-Supermärkten ein (Rewe, Aldi, Edeka), manches holen wir beim Bauern ums Eck (Eier, Kartoffeln, manchmal Äpfel). Wir kaufen, wenn möglich Bio, das ist aber meist das normale EU Bio Siegel und wir kaufen auch viele Sachen nicht bio z.B. die Milchprodukte für meinen Mann in laktosefrei gibt es in unseren Supermärkten nicht als Bio-Produkte.

Wir geben derzeit ca. 500 Euro im Monat für Lebensmittel und Essen gehen aus. Wobei da nicht eingerechnet ist, dass mein Mann sich regelmäßig noch in der Kantine oder beim Bäcker was holt - da bin ich nicht mit einverstanden, da er auch was mitnehmen könnte, also zahlt er das von seinem Konto. Ich bin eigentlich schon immer der Meinung, dass das zuviel Geld sei und versuche die Kosten runterzufahren, aber gelungen ist uns das nicht. In den 500 Euro ist mit eingerechnet, dass wir auch ca. 1-2 Mal im Monat essen gehen oder Pizza bestellen. Achso und Familienfeiern sind da auch mit drin. So viel zum Status quo.

Jetzt kommt das eigentliche Thema:
Vorgestern war ich bei einem Vortrag in unserem Kindergarten zum Thema Vollwertige Ernährung für Kinder/Familien. Die Theorie war insgesamt nicht neu für mich, da ich schon als Kind viele Jahre nur fast ausschließlich vollwertig ernährt wurde und mich schon viele Jahre auch mit Ernährung beschäftige. Aber neu für mich war das Thema Pestizide und Co. in konventionellen Lebensmitteln, dass das EU-Bio-Siegel fast wertlos sei und die Vehemenz mit der die vortragende Dame (eine Biologin und Gesundheitsberaterin) von allem möglichen abgeraten hat. Seither hab ich den Eindruck ich "vergifte" täglich meine Familie, da wir auch konventionelles Obst/Gemüse kaufen, wenn es keine gescheite Bio-Alternative gibt, wir definitiv unser Getreide nicht selbst frisch mahlen und auch unsere Haferflocken sind vom Discounter und wärmebehandelt usw. usf.

Ich habe dann meinem Mann davon erzählt und dachte, dass er dann schon sagt "Man muss doch nicht übertreiben." und mich wieder beruhigt, aber er erzählte mir dann noch, dass er auf der Arbeit gerade einen aktuellen Bericht auf dem Tisch liegen hat, der sich mit Pestiziden und Medikamenten im Grundwasser beschäftigt und das echt übel sei. Was bleibt denn da noch, als wirklich "nur" noch im Bio-Laden einkaufen zu gehen? Auf Siegel wie Bioland und demeter zu achten? Aber das hab ich schon häufiger angefangen und wieder verworfen, weil ich ja eigentlich unser Lebensmittel-Budget reduzieren und nicht erweitern wollte.

Gibt es hier jemand, der ausschließlich Bio kauft und sich vielleicht auch noch vollwertig ernährt? Habt ihr Tipps und Tricks? Lohnt sich das Abo einer Bio-Kiste oder sollte man sich lieber einen guten Bio-Markt suchen? Gibt es auch Dinge, die man guten Gewissens nicht bio kaufen kann? Wie bekommt man das finanziell gut hin? Ich werde jetzt sicherlich nicht alles von heute auf morgen umschmeißen können und für vieles hab ich auch gerade einfach nicht die Zeit (Brot selbst backen hab ich früher jede Woche gemacht, das macht jetzt der Bäcker, der hat drei Sorten gutes Bio-Vollkornbrot)... aber ich bin gerade wirklich etwas arg schockiert über die ganzen gesundheitlichen und Umweltfolgen, die doch deutlich massiver sind, als mir das bewusst war.

Liebe Grüße
Anyway

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44 Antworten
Lombard3
Beiträge : 4292

Bio nur bei Fleisch nötig
Ich stelle die These in den Raum - die sicherlich zu diskutieren ist - dass wir heutzutage mit die besten Lebensmittel seit Bestehen der Menschheit haben.

Bio-Produkte finde ich nur bei Fleisch / Tierhaltung nötig.

Bei anderen Lebensmitteln denke ich, dass es nahrungsmitteltechnisch kaum ein Unterschied macht, ob Bio oder nicht Bio.

Die Landwirte haben sicherlich ein großes Problem, nach Bio-Richtlinien anzubauen, da einfach mehr verdirbt.

Wie gesagt, es ist eine These, die zur Diskussion steht.

Für mich steht an oberster Stelle artgerechte Tierhaltung.

Kritischer ist sicherlich eher eine unausgewogene Ernährung mit zuviel Zucker und Fett und zu wenig Sport.

lombard3 antworten
6 Antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1030
Veröffentlicht von: @lombard3

Ich stelle die These in den Raum - die sicherlich zu diskutieren ist - dass wir heutzutage mit die besten Lebensmittel seit Bestehen der Menschheit haben.

Ich sehe es ganz anders als du, aber ich komme zu einem ähnlichen Ergebnis (statt Fett allgemein, reduziere ich nur ungesunde Fette):

Veröffentlicht von: @lombard3

Kritischer ist sicherlich eher eine unausgewogene Ernährung mit zuviel Zucker und Fett und zu wenig Sport.

Da ich glaube, dass unsere Nahrung weitaus weniger gesunde Anteile enthält als früher, dafür aber sogar Bio-Qualität selten ganz Schadstofffrei sein kann, setze ich auf das Immunsystem. Neben gesunder Ernährung gibt es ja noch so viel, was man tun kann, um besser mit den schädlichen Umwelteinflüssen klarzukommen.

tagesschimmer antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292

Lebensmittelqualität / Keime

Veröffentlicht von: @tagesschimmer

dafür aber sogar Bio-Qualität selten ganz Schadstofffrei sein kann, setze ich auf das Immunsystem.

Meine Gedanken stammen gar nicht von mir, sondern aus einer Diskussionsrunde.

Ich habe sie aufgeschnappt und sie leuchten mir ein - sie können aber auch falsch sein.

Ein Aspekt der in dieser Diskussion aufkam war, dass die Problematik Schadstoffe / Pestizide für uns Menschen gar nicht so groß ist.
(Für die Insekten und Tierwelt in den Anbaugebieten natürlich schon).

D.h. unsere Lebensmittel seien gesund - abgesehen von Fleisch und auch hier ist die artgerechte Tierhaltung eher der Punkt, der für Bio spricht - als andere Schadstoffe.

Problematisch für unsere Gesundheit seien eher Keime und Bakterien, d.h. "Natürliches" und natürlich, von was wir wieviel essen (d.h. natürlich essen wir heutzutage im Gegensatz zu früheren Zeiten zuviel Zucker und Fleisch), die Qualität der Lebensmittel aber sei gut.

lombard3 antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1030

Ich habe mal auf die Schnelle einen Artikel zum sinkenden Nährstoffgehalt gesucht. Die Quelle kenne ich sonst nicht, drückt aber das aus, was ich schon von vielen Medizinern/Wissenschaftlern gehört habe: https://www.freizahn.de/2017/06/naehrstoffgehalt-der-lebensmittel-sinkt-seit-dem-2-weltkrieg

tagesschimmer antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292

Essen im Überfluss
Ich denke, dass gerade der Wunsch von Bauern und Konzernen, schnell Geld zu machen, dazu führt, dass Gemüse und Fleisch viel Wasser enthalten und prozentual weniger Nährstoffe und auch der Geschmack lässt heute bestimmt durch die schnell wachsenden und oft zu früh geernteten Früchte zu wünschen übrig.

Da wir jedoch sehr viel essen können und auch tatsächlich heutzutage viel essen können, glaube ich, dass eine Mangelernährung nicht zu befürchten ist.

Das sind natürlich anders aus, wenn jemand gar kein Gemüse oder Obst ist oder sich von Fast-Food oder Fertiggerichten ernährt.

lombard3 antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

Keine Sorge wegen Mangelernährung

Veröffentlicht von: @lombard3

Da wir jedoch sehr viel essen können und auch tatsächlich heutzutage viel essen können, glaube ich, dass eine Mangelernährung nicht zu befürchten ist.

Ich weiß nicht, ob du dich hiermit auch auf mein Eingangsposting beziehst, aber um das hier klar zustellen: Ich habe keine Sorge wegen Mangelernährung. In dem Vortrag ging es um langfristige Folgeschäden auf unseren Körper z.B. neurotoxische Effekte, Unfruchtbarkeit, hormonelle Folgeprobleme durch Pestizide, Hormone und Medikamente in konventionellen Lebensmitteln.

anyway antworten
Lombard3
(@lombard3)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 4292
Veröffentlicht von: @anyway

Ich weiß nicht, ob du dich hiermit auch auf mein Eingangsposting beziehst,

Nein, ich habe mich auf den Beitrag von Tagesschimmer bezogen.

Nachtrag vom 05.12.2019 2205
PS: Wenn es um Spuren von Medikamenten im Grundwasser geht wüsste ich auch nicht, was da wirklich hilft.

Ich bin kein Fachmann und kann keine Aussage dazu machen, ab welchen Konzentrationen welche Stoffe eine relevante Auswirkung auf den Körper haben und wann nicht.

lombard3 antworten


Simmy
 Simmy
Beiträge : 2518

Ich würde sagen, dass lässt sich kaum bis gar nicht umsetzen, wenn du wirklich auch Geld einsparen möchtest.

Wir sehen das ganze nicht so eng - ich versuche zwar schon täglich frisch zu kochen und auch Bio-fleisch zu kaufen, aber alleine das Kita-Essen der Kinder...Naja...gesund ist anders.
Solange die Ernährung einigermaßen ausgewogen und auch Obst und Gemüse gerne gegessen wird, versuche ich keine Wissenschaft daraus zu machen.

Nur Bio aus dem BioSupermarkt übersteigt auf jeden Fall unser Budget.
Du könntest gezielt nach Angeboten gucken und dann gleich viel davon kaufen (evtl einfrieren). Ansonsten fällt mir nur selber anbauen ein 😉

simmy antworten
5 Antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325
Veröffentlicht von: @simmy

Ich würde sagen, dass lässt sich kaum bis gar nicht umsetzen, wenn du wirklich auch Geld einsparen möchtest.

Ich frage mich halt momentan wie viel teurer es denn werden würde. Aber wahrscheinlich müsste man da schrittweise umstellen und einfach gucken. Vielleicht würde es gar nicht so viel teurer werden... ist wahrscheinlich die Frage wie man es umsetzt. Auf Angebote achten wir eh schon immer und kaufen dann auf Vorrat. Fleisch und Fisch gibt es hier ja kaum aus den verschiedensten Gründen (Ethik, Umweltschutz, gesundheitliche Aspekte).

Das Kita-Essen ist hier relativ ausgewogen zumindest dem Speiseplan nach zu urteilen, bin ich da echt zufrieden. Es wird auch frisch vor Ort gekocht und es gibt täglich Obst und Gemüse.

Veröffentlicht von: @simmy

Ansonsten fällt mir nur selber anbauen ein 😉

Das sagen meine Eltern auch immer. Aber bis man hier ein Grundstück hätte (wir leben zwar in einem Dorf, aber am Rande der Großstadt) und dann auch noch die Zeit so viel anzubauen, dann kann man die Sachen gleich kaufen.

anyway antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3430

Kosten
Ich hab in den letzten Wochen mit viel Arbeit eine Reihe von Supermärkten, Bio-Märkten und Biobauernhöfen besucht und die Preise miteinander verglichen. Das Ergebnis über die ganze Bandbreite der Produkte (Fleisch, Eier, Gemüse, Obst, Brot usw.):

Ein Biosupermarkt, der einem Biobauerei angeschlossen ist, war im Schnitt doppelt so teuer wie der Durchschnitt der Supermärkte. Die selbstverkaufenden Biobauern waren ebenfalls im Schnitt dreimal so teuer.

Darauf kann man kaum eine Alltagsversorgung aufbauen. Wir essen daher etwas weniger Fleisch, dann aber von einer Biometzgerei. Die Einer (größte Größe 37 Cent) beim Bauern direkt.

Abgesehen von den Kosten - die Produktionsbedingungen für die weitaus meisten Lebensmittel (inländische und vor allem ausländische) sind völlig unaussprechlich. Auch aus diesem Grund wäre es eigentlich angezeigt, nur noch beim BAuern nebenan zu kaufen.

queequeg antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

Erster Versuch
Hallo Queequeg,

vielen Dank für deine Informationen und Tipps!

Wir haben heute den ersten Versuch gewagt. War ein nicht so ganz großer Einkauf, da wir noch viel Vorrat haben und überwiegend eben frische Artikel wie Obst, Gemüse, Milch, Eier, Käse, Brot, aber jetzt auch nicht ein Miniatur-Einkauf.

Wir müssen eh immer in den Nachbarort zum Einkaufen, also haben wir heute die andere Richtung genommen, da es dort einen Bioladen direkt neben einem konventionellen Supermarkt gibt und das werde ich jetzt wahrscheinlich erst mal so beibehalten. Hinterher haben wir uns gefragt, warum wir das nicht schon häufiger gemacht haben. Die Strecke ist kürzer und die Geschäfte waren super. Dazu gleich noch mehr.

Wir haben erst beim Biomarkt eingekauft und alles was wir dort nicht bekommen haben oder uns dann doch arg teuer erschien, wurde im Supermarkt mitgenommen. Es war natürlich schon insgesamt teurer als sonst, aber deutlich günstiger als erwartet.
Ich habe auch eben mal die Preise mit denen der Biokisten verglichen, die für uns in Frage gekommen wären. Bei der einen war alles ca. 2 Euro pro Kilo teurer (bei Obst und Gemüse). Bei der anderen noch etwas teurer, teilweise 1 Euro, teilweise 50 cent pro Kilo. Da dort aber wieder eine Lieferpauschale hinzukommt und man unter Umständen bei wärmeren Temperaturen die Kiste nicht gleich verräumen kann, ist mir eigentlich selber Einkaufen lieber.

Ein weiterer Punkt, den ich jetzt heute auch noch unschlagbar fand, der mit dem Eingangsposting nicht direkt was zu tun hat, aber auch die Umweltseite anspricht: Die Menge an Müll! Wir haben bisher schon immer versucht so wenig wie möglich eingepacktes zu kaufen, aber das war echt schwer. Wir leben nicht "zero waste" wie es jetzt alle nennen, aber wir haben den Anspruch so wenig Müll wie möglich zu produzieren und ich habe im Biomarkt außer einer Eierschachtel und einer Brottüte (ersteres kann man wiederverwenden) keinen Müll eingekauft - schon gar nicht Plastikmüll. Und der konventionelle Supermarkt nebenan, der hatte eine relativ große Unverpackt-Abteilung! Da war ich gar nicht drauf vorbereitet und völlig von den Socken. Wir haben früher ums Eck gewohnt von einem Unverpackt-Laden, aber seitdem wir aufs "Land" gezogen sind, war das einfach zu umständlich da hin zu kommen und alle Gläser mitzuschleppen. Man ich bin begeistert!

Den Bauern von nebenan unterstützen wir auch so gut es geht, aber der bietet halt außer Eiern, Kartoffeln, Äpfeln, Saft und Wurst (was wir nicht kaufen) nichts an. Andere Bauern sind dann wieder so weit weg, dass es sich für uns nicht lohnt, da wir versuche unsere Wege mit dem Fahrrad zu machen oder mit dem Auto möglichst kurz zu halten.

anyway antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3430

Ich glaub, Du machst es ganz richtig.

Hier sieht die Situation z.B. so aus: Allerweltsmilch von Edeka 0,73 Euro, Edeka-Milch von Kühen, die angeblich den größten Teil des Jahres auf der Wiese sind (aber wohl aus ganz Deutschland) 0,99 Euro, regionale Milch (aus ganz NRW) 1,09 Euro, Milch beim Bauern nebenan 1,50 Euro und wirklich lokale Milch bei Edeka 1,99 Euro.

Ich mache es so, dass ich alle zwei Tage die Allerweltsmilch kaufe und die anderen Tage die regionale Und zwischendurch auch mal eine Flasche bei Bauern.

queequeg antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17525

Ganz ehrlich, liebe Anyway:

Du macht es, wie Du es gerade machst, genau richtig.

tristesse antworten
agapia
 agapia
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Hallo Anyway,

die Unsicherheit darüber, welche Produkte in welcher Qualität und woher noch essbar sind, hat mich auch eine Weile umgetrieben. Ich verstehe dich also sehr gut. Inzwischen gehe ich entspannter mit dem Thema um.

Mein Tipp: suche dir für die Grundnahrungsmittel ein paar wenige Erzeuger / Händler in deiner Region, lass dir vielleicht auch erklären, wie sie arbeiten. Und bleibe bei den Marken, mit denen du gute Erfahrungen gemacht hast. Und dann genieße weiterhin die Dinge, die du liebst. Ich glaube inzwischen, dass ein angstvolles, verbittertes oder freudloses Essen eher vergiftet, als die Lebensmittel es vermögen.

Wir kaufen gemischt ein. Meine Devise ist, regional und saisonal vor Bio. Bei manchen Artikeln haben wir das Glück, regionale Ware in Bioqualität zu bekommen. Bei heimischem Obst und Gemüse bin ich ziemlich konsequent, das kaufe ich nicht, wenn es eine weite Reise hinter sich hat. Dann ist auch Bio oftmals erschwinglich.

Wenn du schon bei einem Bauern "ums Eck" kaufst, schau doch mal, ob du dort noch anderes Gemüse erstehen kannst. Ich hatte mal mit einem Biobauern eine Abmachung getroffen, der eigentlich keine Abokisten anbot. Einmal in der Woche eine Kiste voll Gemüse nach seiner Wahl zu einem Festpreis. Ich fand es spannend, meinen Kochplan nach dem Inhalt auszurichten. Und die Ware war stets frisch geerntet.

Wie die Biologin und Gesundheitsberaterin darauf kommt, das EU-Biosiegel sei nahezu wertlos, kann ich nicht nachvollziehen. Ok, es sind die Mindestanforderungen, Bioverbände fordern deutlich mehr, aber in dieser Pauschalität stimmt das nicht. Es gibt genug kleine Erzeuger, die zwar die Bedingungen für ein Zertifikat erfüllen, aber die Kosten für solch ein Zertifizierungsprozedere scheuen. Auf der anderen Seite erlaubt es zertifizierten Großbetrieben, Standardware in Bioqualität zu bezahlbaren Preisen anzubieten. Auch wenn da noch Luft nach oben ist, so wird doch auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln verzichtet.

Das waren erst mal im groben meine Gedanken dazu. Guten Appetit 🙂

agapia antworten
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Anyway
 Anyway
(@anyway)
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Beiträge : 325

Hallo Agapia,

vielen Dank für deine Tipps. Unseren ersten Versuch von heute habe ich weiter oben beschrieben.

Veröffentlicht von: @agapia

Mein Tipp: suche dir für die Grundnahrungsmittel ein paar wenige Erzeuger / Händler in deiner Region, lass dir vielleicht auch erklären, wie sie arbeiten. Und bleibe bei den Marken, mit denen du gute Erfahrungen gemacht hast.

Da ist meine Sorge ein bisschen die "Rumfahrerei", die hier notwendig werden würde. Vor Ort hier direkt ist wenig. Es soll in der Zukunft eine "Marktschwärmerei" hier geben mit regionalen Angeboten. Seit Mai verfolge ich den Prozess, aber es sind immer noch nicht genügend Interessenten zusammengekommen, damit es sich lohnt - und das in einer Großstadt - schon krass.

Veröffentlicht von: @agapia

Und dann genieße weiterhin die Dinge, die du liebst. Ich glaube inzwischen, dass ein angstvolles, verbittertes oder freudloses Essen eher vergiftet, als die Lebensmittel es vermögen.

Keine Sorge... ich mag mein gutes Essen und ich will auch nichts irgendwie "übertrieben"... ich habe nur (leider?) einen starken inneren Antrieb zur ständigen Verbesserung. Ich glaube halt, dass es eine starke Rolle spielt für uns und unsere Umwelt WIE wir leben und will da auch meinem Kind Vorbild sein.

Veröffentlicht von: @agapia

Wir kaufen gemischt ein. Meine Devise ist, regional und saisonal vor Bio. Bei manchen Artikeln haben wir das Glück, regionale Ware in Bioqualität zu bekommen. Bei heimischem Obst und Gemüse bin ich ziemlich konsequent, das kaufe ich nicht, wenn es eine weite Reise hinter sich hat. Dann ist auch Bio oftmals erschwinglich.

Ich denke, dass wir es vorerst auch mal so handhaben werden.

Veröffentlicht von: @agapia

Wenn du schon bei einem Bauern "ums Eck" kaufst, schau doch mal, ob du dort noch anderes Gemüse erstehen kannst. Ich hatte mal mit einem Biobauern eine Abmachung getroffen, der eigentlich keine Abokisten anbot. Einmal in der Woche eine Kiste voll Gemüse nach seiner Wahl zu einem Festpreis. Ich fand es spannend, meinen Kochplan nach dem Inhalt auszurichten. Und die Ware war stets frisch geerntet.

Der Bauer ums Eck hat leider nicht viel im Angebot. Ich hatte früher mal eine Biokiste... irgendwie war damals aber die Erfahrung nicht so gut... ich habe das dann irgendwann storniert. Teil des Problems war auch immer, dass ich nie zu Hause war und dann keiner die Lebensmittel wegpacken kann... im Sommer sehr unschön.

Veröffentlicht von: @agapia

Wie die Biologin und Gesundheitsberaterin darauf kommt, das EU-Biosiegel sei nahezu wertlos, kann ich nicht nachvollziehen.

Mit etwas Abstand kann ich es auch nicht mehr so ganz verstehen. Ich glaube heute, dass die Dame einfach die Wichtigkeit ihrer Themen besonders unterstreichen wollte. Ich fürchte ihre eigentliche Zielgruppe saß an diesem Abend nicht im Publikum (die, die es nämlich wirklich nötig hätten, kommen bei sowas ja nie).

Vielen Dank für deine Gedanken.
Liebe Grüße
Anyway

anyway antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3430

Wer von Deklarationen
Zum Thema der Deklaration ein aufschlussreicher Link über die Angaben auf Eiern und was sie in der Realität bedeuten:

https://youtu.be/UW-OslczCf0

IN "SWR betrifft" sind eine ganze Reihe von Dokus über den Umgang mit Lebensmitteln.

Gerade habe ich in den Nachrichten gehört, dass Spanien dabei ist zu versteppen, weil durch die enorm großen Obst- und Gemüsefarmen der Grundwasserspiegel sinkt.

queequeg antworten
agapia
 agapia
(@agapia)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 1367

Ja, ich kenne die Berichte. Das ist erbärmlich.

agapia antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Gesundheitlich bedenklich sind weder Bioprodukte noch konventionell hergestellte Produkte, wenn nicht gerade irgendetwas im Herstellungsprozess schiefgelaufen ist.

Man sollte aber bedenken, dass bei Bioproduktion für die gleiche Erntemenge die doppelte Fläche benötigt wird.
Für jedes Hektar, das auf Bio umgestellt wird, wird also vereinfacht betrachtet woanders, zB in Brasilien ein halbes Hektar Urwald in Acker umgewandelt.
Die Nachfrage nach Lebensmitteln ist da und wird bedient.

Medikamente im Abwasser sind ein ganz anderes Problem. Wir haben eine eigene Kläranlage und daher weiß ich das. Gerade wenn viele alte Leute im Haus leben, die viele Medikamente nehmen müssen, wird's schwierig. Aber was ist die Alternative? Die Menschen sterben lassen?

Anonymous antworten
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Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325
Veröffentlicht von: @qdspieler

Man sollte aber bedenken, dass bei Bioproduktion für die gleiche Erntemenge die doppelte Fläche benötigt wird.

Wie kommt das? Ich brauche doch für meine Bio-Paprika nicht mehr Platz als für meine konventionellen Paprika? Kannst du das genauer erklären -den Punkt kenne ich noch gar nicht.

Veröffentlicht von: @qdspieler

Medikamente im Abwasser sind ein ganz anderes Problem. Wir haben eine eigene Kläranlage und daher weiß ich das. Gerade wenn viele alte Leute im Haus leben, die viele Medikamente nehmen müssen, wird's schwierig. Aber was ist die Alternative? Die Menschen sterben lassen?

Natürlich soll jeder seine lebenswichtigen Medikamente nehmen. Das mit den Medikamenten beziehe ich eher auf die Massentierhaltung, die vorsorglich und im Gießkannenprinzip wohl immer noch Antibiotika verteilt. Und ich kann Medikamentengaben nicht verstehen, die einfach "nur" auf der Faulheit und Inkonsequenz der Leute beruhen und da verstehe ich auch die Ärzte nicht. Beispiel in meiner erweiterten Familie: Nimmt seit Jahren, evtl. auch schon Jahrzehnte Medikamente gegen Bluthochdruck, drohender Diabetes Typ 2 (wahrscheinlich hat er ihn schon, geht aber nicht mehr zu den Blutuntersuchungen) und absolut beratungsresistent was gesunde Ernährung und Bewegung angeht. Den gleichen Fall gibt es in meiner Schwiergerfamilie, aber das abendliche Bier, der tägliche Nachtisch (ist ja "nur" Fruchtjoghurt) und die Wurst MÜSSEN sein - alles andere wäre ja Verlust von Lebensqualität. Und ich kenne noch so einige Beispiele und da versteh ich nicht, dass die Ärzte nicht auch mal sagen "So Herr XY statt Symptombewältigung mit Tabletten gehen sie jetzt mal an die Ursachen..." Es ist doch mehr als erwiesen, dass die ganzen tödlich endenden Herz-Kreislauf-Geschichten in sehr vielen Fällen einfach mit falscher Lebensweise zu tun haben. Und da könnte man viel mit Umstellung machen und müsste eben NICHT jahrelang Medikamente nehmen.

anyway antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17525
Veröffentlicht von: @anyway

und da versteh ich nicht, dass die Ärzte nicht auch mal sagen "So Herr XY statt Symptombewältigung mit Tabletten gehen sie jetzt mal an die Ursachen..." Es ist doch mehr als erwiesen, dass die ganzen tödlich endenden Herz-Kreislauf-Geschichten in sehr vielen Fällen einfach mit falscher Lebensweise zu tun haben. Und da könnte man viel mit Umstellung machen und müsste eben NICHT jahrelang Medikamente nehmen.

Das machen die Ärzte doch.
Also mein Facharzt macht das 😊

Aber wenn jemand nun mal Industrie-Wurst, gezuckerten Joghurt und sein Feierabendbier unbedingt haben will, dann kann der Arzt auf den Tisch hauen, wie er will, er wird nichts ändern.

Der Arzt bewirkt nicht die Veränderung.
Das muss aus dem Patienten selbst kommen.

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @anyway

Wie kommt das? Ich brauche doch für meine Bio-Paprika nicht mehr Platz als für meine konventionellen Paprika? Kannst du das genauer erklären -den Punkt kenne ich noch gar nicht.

Doch der Biopaprika braucht viel mehr Platz. Zum einen wird er eventuell nicht so groß und zum anderen fällt er eventuell Frassfeinden oder Pilzkrankheiten zum Opfer, so dass er nicht mehr verkauft werden kann.

Veröffentlicht von: @anyway

Natürlich soll jeder seine lebenswichtigen Medikamente nehmen. Das mit den Medikamenten beziehe ich eher auf die Massentierhaltung, die vorsorglich und im Gießkannenprinzip wohl immer noch Antibiotika verteilt.

In der Tierhaltung incl. Haustierhaltung werden nicht mehr Antibiotika verschrieben als bei Menschen auch. Das spricht nicht unbedingt für deine Theorie.

Veröffentlicht von: @anyway

Es ist doch mehr als erwiesen, dass die ganzen tödlich endenden Herz-Kreislauf-Geschichten in sehr vielen Fällen einfach mit falscher Lebensweise zu tun haben. Und da könnte man viel mit Umstellung machen und müsste eben NICHT jahrelang Medikamente nehmen.

Ja, die Leute haben einfach zuviel Zeit zum essen und arbeiten körperlich viel zu wenig.
Die Krankheiten gab es schon immer, nur konnte man früher nichts dagegen tun und die Menschen sind eben früher gestorben.

Anonymous antworten
Zimtkeks
(@zimtkeks)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 73
Veröffentlicht von: @anyway

Und ich kenne noch so einige Beispiele und da versteh ich nicht, dass die Ärzte nicht auch mal sagen "So Herr XY statt Symptombewältigung mit Tabletten gehen sie jetzt mal an die Ursachen..." Es ist doch mehr als erwiesen, dass die ganzen tödlich endenden Herz-Kreislauf-Geschichten in sehr vielen Fällen einfach mit falscher Lebensweise zu tun haben. Und da könnte man viel mit Umstellung machen und müsste eben NICHT jahrelang Medikamente nehmen.

Oh, du Liebe, du kannst das sicherlich besser als ich vermitteln, du darfst mir wirklich gern Tipps dafür geben, wie die PatientInnen sich dann dran halten oder mir auch nur ernsthaft zuhören und drüber nachdenken 😌 habens neulich in der Balintgruppe erst wieder gehabt. Geht allen durch alle Fachrichtungen so. Niemand hat ein Patentrezept.
Ich bin da mittlerweile recht mutlos geworden, aber klar, ich schau mich selbst an: Ich weiß ganz genau, ich sollte meinen Rücken besser trainieren und zur Physio gehen, um weniger Kopfschmerzen zu haben. Tu ichs? Nein. Die Ibu ist bequemer.

zimtkeks antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325
Veröffentlicht von: @zimtkeks

Oh, du Liebe, du kannst das sicherlich besser als ich vermitteln, du darfst mir wirklich gern Tipps dafür geben, wie die PatientInnen sich dann dran halten oder mir auch nur ernsthaft zuhören und drüber nachdenken 😌 habens neulich in der Balintgruppe erst wieder gehabt. Geht allen durch alle Fachrichtungen so. Niemand hat ein Patentrezept.
Ich bin da mittlerweile recht mutlos geworden, aber klar, ich schau mich selbst an: Ich weiß ganz genau, ich sollte meinen Rücken besser trainieren und zur Physio gehen, um weniger Kopfschmerzen zu haben. Tu ichs? Nein. Die Ibu ist bequemer.

Hm... weiß nicht, ob ich da der Experte bin. Ich hab ja fast nur Patienten, die auch zu mir kommen und was verändern wollen. Die anderen nehm ich ja gar nicht oder lege denen nahe, dass sie wiederkommen können, wenn sie was verändern wollen. Bei ein paar wenigen kann man schon Motivationsarbeit machen. Pro und Kontra Listen usw., aber auch da muss schon ein gewisser Leidensdruck da sein.

Wenn man dann aber da so Menschen vor sich sitzen hat, die denken sie wüssten wie der Hase läuft und dass sie alles richtig machen und nur halt der böse Körper nicht so funktioniert, wie er das sollte, dann wird es schwer. Ich habe in meiner Familie und auch in der Schwiegerfamilie aufgegeben.
Da passen ja auch Konstrukte wie Umweltschutz, gesunde Lebensweise usw. nicht in die Denkwelt der Betroffenen. Es gibt Menschen in meiner Familie, die eine Einladung zum Weihnachtsessen bei uns ablehnen mit der Begründung "Du kochst ja wahrscheinlich kein Fleisch." und es gibt Leute, die bringen sich zu uns ihren Alkohol mit, weil sie wissen, dass wir in den letzten drei Jahren eigentlich keinen mehr getrunken haben und wir denken, dass ein Essen auch mit einem guten Saft oder Tee schmeckt. Wie eingeschränkt muss man gedanklich sein, wenn man es nicht schafft sich mal für einen Tag für ein Essen auf was anderes einzulassen (und nein ich koche nicht zwangsläufig was total abgefahrenes oder strikt pflanzlich oder so).
Am Geburtstag meiner Tochter haben wir (ja ich weiß böse) ein Experiment gemacht. Es gab ein Frühstück mit allem was dazu gehört und u.a. eine Käse und eine Wurstplatte. Die Wurstplatte bestand aus vegetarischer "Wurst", die aussah wie verschiedene Sorten Lyoner und Salami, da bei der letzten Geburtstagsfeier bemängelt worden war, dass wir nur Käse da hatten. Ob vegetarische Wurst jetzt gesünder ist, weiß ich nicht, aber es musste zumindest kein Tier für sterben. Das Ergebnis: Käseplatte fast unberührt. Wurstplatte komplett aufgegessen und KEINER hat was gemerkt. Ich dachte, da kommen Nachfragen oder Anmerkungen, dass das anders schmeckt - NIX, da wurde munter nachgenommen und ein Brötchen nach dem anderen mit "Wurst" belegt. Ich habs dann nicht aufgelöst - sollen doch alle im Glauben bleiben, dass es bei uns auch Wurst gibt, wenn es sie glücklich macht. Wenn man sie drauf ansprechen würde, käme dann nämlich "Also nein, vegetarisch könnten wir NIE leben - das schmeckt doch nicht."

Ich komme wieder ins zuviel Schreiben. Du merkst hier ist ganz viel Frust, der sich nicht ändern lässt, weil ich nur mich ändern kann und nicht andere. Ich finds einfach so schade, dass es so viele Menschen gibt, die sich für Nachhaltigkeit usw. so gar nicht interessieren.

Der Mensch ist bequem und ein Gewohnheitstier. Ich glaube, es geht gesellschaftsweit nur mit Zwang oder mit massiv erhöhten Preisen. Aber da findet unsere Politik schon Wege wie sie es sich mit ihren Lobbyisten nicht versauen wird. Es gibt ja immer noch Zigaretten und Alkohol - und letzteres sogar für unverschämt niedrige Preise und da reden wir von Substanzen, die nachweislich neurotoxisch sind.

anyway antworten
Zimtkeks
(@zimtkeks)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 73
Veröffentlicht von: @anyway

Bei ein paar wenigen kann man schon Motivationsarbeit machen. Pro und Kontra Listen usw., aber auch da muss schon ein gewisser Leidensdruck da sein.

Ja das ist halt das Problem. Da ist kein Leidensdruck. Bluthochdruck tut nicht weh. Am meisten Reaktion auf so ein Thema ernte ich noch, wenn ich sage, dass sie diese Spritze brauchen, weil sie übergewichtig sind. Spritzen tun weh und sind nicht einfach nur ne Pille zum schlucken...

Veröffentlicht von: @anyway

Ich komme wieder ins zuviel Schreiben. Du merkst hier ist ganz viel Frust, der sich nicht ändern lässt, weil ich nur mich ändern kann und nicht andere. Ich finds einfach so schade, dass es so viele Menschen gibt, die sich für Nachhaltigkeit usw. so gar nicht interessieren.

Versteh ich und frustriert mich auch zeitweise sehr. In meinem nahen Umfeld denken zum Glück alle vernünftig, aber ich darf immer gar nicht soviel über sowas nachdenken.
Unfassbar, dass das Experiment funktioniert hat 😀

zimtkeks antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

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Veröffentlicht von: @zimtkeks

Ja das ist halt das Problem. Da ist kein Leidensdruck. Bluthochdruck tut nicht weh. Am meisten Reaktion auf so ein Thema ernte ich noch, wenn ich sage, dass sie diese Spritze brauchen, weil sie übergewichtig sind. Spritzen tun weh und sind nicht einfach nur ne Pille zum schlucken...

Na das ist doch aber ein gutes Zeichen, wenn dann wenigstens bei einer Spritze ein Licht aufgeht, dass das vielleicht nicht so gut ist. Ich kenne das auch anders. Ein mittlerweile verstorbenes Familienmitglied von mir hat lebenslang nicht auf seine Gesundheit geachtet: Kettenrauchen, täglich ausgeprägter Alkoholkonsum, Übergewicht, kaum Gemüse, kein Obst (außer Äpfel, die kleingeschnitten wurden und dann mit mehreren Esslöffeln Zucker bestreut), nur Weißmehlprodukte, viel Schweinefleisch und Wurst, kein Wasser sondern ausschließlich Limonaden, viele Fertigprodukte usw. Er wurde schon in jungen Jahren immer wieder schwer krank und ich weiß, dass ich schon als Kind von ihm Sätze gehört habe wie "Die Ärzte spinnen doch. Die wollen mir mein Leben ruinieren. An dem bisschen Tabak und Alkohol ist noch keiner gestorben." Das zog sich so durch und jede erneute Erkrankung war in seinen Augen Versagen der Ärzte und hatte nichts mit ihm zu tun. Ich weiß natürlich wir reden von Gen-Umwelt-Interaktion und man kann das nicht monokausal sehen usw. usf. aber ich fand es sehr krass, dass selbst, als für alle klar war, dass er das ganze nicht mehr überleben wird... er das nicht eingesehen hat und er auch nicht "im Guten" sterben konnte. Diese Verweigerung bis zum Schluss Verantwortung für sich und sein Leben zu übernehmen und Tatsachen in die Augen zu sehen, das war für mich ein Schlüsselerlebnis, das mein Leben nachhaltig verändert hat.

Veröffentlicht von: @zimtkeks

In meinem nahen Umfeld denken zum Glück alle vernünftig, aber ich darf immer gar nicht soviel über sowas nachdenken.

Unser Freundeskreis tickt überwiegend ähnlich wie wir, aber nicht ausschließlich. Das nicht drüber nachdenken, muss ich auch immer mal wieder anwenden. Aber hey ich bin auch nicht perfekt und werd es nie sein!

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Queequeg
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Aufgabenstellung

Veröffentlicht von: @anyway

Frust, der sich nicht ändern lässt, weil ich nur mich ändern kann und nicht andere.

Warum das? Es ist doch nicht unsere Aufgabe andere Menschen zu ändern - auch nicht als Arzt oder Therapeut. Wir können und sollen doch nur Hilfestellung dazu geben, dass sie ihr Leben so leben, wie es ihren eigenen Vorstellungen nach am besten passt.

queequeg antworten
Anyway
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(@anyway)
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Off topic

Veröffentlicht von: @queequeg

Warum das? Es ist doch nicht unsere Aufgabe andere Menschen zu ändern - auch nicht als Arzt oder Therapeut. Wir können und sollen doch nur Hilfestellung dazu geben, dass sie ihr Leben so leben, wie es ihren eigenen Vorstellungen nach am besten passt.

Ich versteh den Widerspruch jetzt gerade nicht. Ich sag ja, dass ich andere NICHT ändern kann, nur mich selbst. Und da setz ich ja an. Ich für mich muss verantworten können, wie ich lebe und Vorbild sein.

Es ist aber trotzdem manchmal traurig und frustrierend, wenn man sieht, wie andere sich selbst, ihre Umwelt und damit auch unsere Welt zerstören und das bezieh ich jetzt nicht auf Lebensmittel alleine... das ist ja ein globales Problem und äußert sich an allen Ecken und Enden. Man muss doch nur mal die Nachrichten lesen und es geht weiter bis zu jedem Einzelnen, wie er im Kleinen lebt.
Und ja manchmal ist es auch als Therapeut einfach traurig und frustig, wenn man da z. B. Kinder neben sich sitzen hat, die ganz tolle Wesen sind und die man sofort mit nach Hause nehmen würde, aber man weiß nach der Stunde gehen sie wieder nach Hause in ein echt mieses Umfeld, in dem eigentlich keiner leben sollen müsste. Aber ich kann die Eltern nicht ändern... ich kann versuchen mit ihnen zu reflektieren... ich kann notwendige Veränderungen aus meiner Sicht ansprechen... ich kann Hilfen anbieten... ich kann die Menschen nicht ändern und das tagtäglich auszuhalten, das ist nicht immer einfach, vor allem da ja mein ältestes Klientel 21 Jahre alt ist... die jüngsten gehen noch in den Kindergarten.

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Queequeg
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Veröffentlicht von: @anyway

Ich versteh den Widerspruch jetzt gerade nicht.

Widerspruch zum "Frust".

Trauer kann mitunter sehr konstruktiv sein. Frust - so wie ich ihn verstehe - lähmt, macht unzufrieden und wirkt destruktiv.

queequeg antworten
Anyway
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(@anyway)
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Veröffentlicht von: @queequeg

Trauer kann mitunter sehr konstruktiv sein. Frust - so wie ich ihn verstehe - lähmt, macht unzufrieden und wirkt destruktiv.

Ich glaube es ist eine Mischung... überwiegend äußert sich das ganze nämlich konstruktiv indem ich überall dort Verantwortung übernehme, wo ich Verantwortung übernehmen kann... indem ich da was tue, wo ich was tun kann... ich bin aber auch einfach nur Mensch und Menschen sind nun mal nicht perfekt und manchmal da ist es einfach zu viel und ich verstehs einfach nicht, weil es halt nicht zu verstehen ist, wie es so viel Kaputtheit und Leid in dieser Welt geben kann und dann kommt auch mal Frust auf. Solange ich da drin nicht stecken bleibe - was ich nicht vorhabe - sehe ich da kein Problem, wenn niemand sonst darunter leidet.

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Queequeg
(@queequeg)
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Veröffentlicht von: @anyway

wie es so viel Kaputtheit und Leid in dieser Welt geben kann

Ja, das frage ich mich auch manchmal. Und von da aus kann ich Frustration verstehen.

Aber die andere Seite bleibt ja trotzdem: Frustration ist ja die Reaktion auf eine zerstörte Hoffnung - im weitesten Sinne. Und da kann sich auch fragen, ob die Erwartungen, die man hatte und frustriert wurden, realistisch oder gerechtfertigt waren. Meine eigene Erfahrung ist hier jedenfalls, dass ich immer die größten Misserfolge hatte, wo ich am meisten wollte und am meisten Erfolge, wo ich den anderen am wenigsten in eine Richtung haben wollte.

queequeg antworten
Anonymous
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(@Anonymous)
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Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @anyway

Es gibt Menschen in meiner Familie, die eine Einladung zum Weihnachtsessen bei uns ablehnen mit der Begründung "Du kochst ja wahrscheinlich kein Fleisch."

Da würde ich sicherlich auch dazugehören.

Veröffentlicht von: @anyway

Da passen ja auch Konstrukte wie Umweltschutz, gesunde Lebensweise usw. nicht in die Denkwelt der Betroffenen.

Fleisch essen, Umweltschutz und eine gesunde Lebensweise sind kein Widerspruch und haben nichts miteinander zu tun.

Veröffentlicht von: @anyway

Der Mensch ist bequem und ein Gewohnheitstier. Ich glaube, es geht gesellschaftsweit nur mit Zwang oder mit massiv erhöhten Preisen.

Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage sollte der Zwang den beruhen. Auf irgendwelchen Propagandalügen diverser NGOs etwa. Oder der Philosophie diverser Rohköstler, die meinen ihre Form der Ernährung wäre das absolute Nonplusultra.

Anonymous antworten
Anyway
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(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

Puh... auf dein Posting zu antworten, fällt mir gerade echt schwer. Ich habe auch überlegt, das einfach so stehen zu lassen, aber ich möchte doch nochmal kurz Stellung dazu nehmen, wie dein Posting auf mich wirkt.

Deine Antwort wirkt auf mich abwertend und vermittelt mir den Eindruck, dass du an meiner eigentlichen Fragestellung dieses Threads nicht interessiert bist und hier "dagegen" schießen willst, statt mich in meiner Frage zu unterstützen. Es zwingt dich keiner ein Posting zu beantworten, dessen Fragestellung du nicht teilst.

Ich habe kein Problem damit, dass hier Diskussionen entstehen, die darüber hinaus gehen - dafür ist ein Forum ja da. Ich habe deine Einwände wahrgenommen und dazu auch schon recherchiert. Aber ich empfinde deine Formulierung so ganz ohne Fragezeichen usw. z.B. im folgenden Zitat nicht als offene Diskussionsgrundlage, sondern als massiv abwertend und festgefahren. Ich habe den Eindruck du unterstellst mir, dass ich "Propaganda" von NGOs folge oder "Rohköstlern" und ebenso, dass ich meine Ernährungsweise als Nonplusultra sehe - was nicht der Fall ist. Wie in vielen anderen Postings hier geschrieben, handhabe ich alles "flexibel" und bin fern davon irgendwie dogmatisch zu sein und zwar in sämtlichen Lebensbereichen. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

Veröffentlicht von: @qdspieler

Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage sollte der Zwang den beruhen. Auf irgendwelchen Propagandalügen diverser NGOs etwa. Oder der Philosophie diverser Rohköstler, die meinen ihre Form der Ernährung wäre das absolute Nonplusultra.

anyway antworten
frischebrise
(@frischebrise)
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Beiträge : 268

Bio - mehr Anbaufläche
Danke für die Info - dass wußte ich nicht.

Fand bei der Such hier was dazu.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/oeko-landwirtschaft-in-europa-wo-die-oeko-vorreiter-wohnen-a-1118523.html

Wenn Du noch andere Quellen hast - würde mich dass auch interessieren. Ich fand noch einen auf der Welt Seite.

Man sollte sich auch genau überlegen, ob man z.B. Avocado ist - wenn man bedenkt was die für einen großen Wasserverbrauch haben.

Nachtrag vom 07.12.2019 0708
Dass war der falsche link oben hier der andere

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article157552478/Wer-bio-kauft-fuehlt-sich-besser-Gutes-tut-er-nicht.html

Aber ich finde nicht soviel mehr dazu. Der Artikel ist jetzt schon sehr kritisch gegen Bio. Dass finde ich jetzt auch nicht so gut. Aber ich wollte ihn mal verlinken, wegen dem Thema Anbaufläche.

frischebrise antworten
Anyway
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(@anyway)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

Puh... ich will das mal noch weiter recherchieren. Gerade fehlt ein bisschen die Zeit. Aber den verlinkten Artikel finde ich krass und kann ich so nicht glauben. Ich muss mir das weiter anschauen. Ich habe jetzt auch am Dienstag im Vortrag gesagt bekommen, dass eher die Großbetriebe mit ihrer konventionellen Anbaumethode mit Monokulturen und Einsatz von Pestiziden und Co. begünstigen, dass mehr Flächen zerstört werden, da diese dann durch die ganzen Pestizde und in Folge fehlender Nützlinge verdichten und dann nicht mehr bepflanzt werden können.

Und so wie unsere Marktwirtschaft läuft, kann ich mir zumindest für unsere Länder hier nicht vorstellen, dass Bioanbau zu einer "Verarmung" führt. Wenn keiner damit Gewinn macht, dann würde es hier auch keiner umsetzen. Der Vater einer Freundin kann z.B. viel besser von seinem kleinen Landwirtschaftsbetrieb leben seitdem er auf Bioland umgestellt hat, weil er nun auch das verdient, was er braucht um weiter machen zu können. Aber das ist ja ein Einzelfall.
Ich werde mich weiter mit dem Thema beschäftigen.

anyway antworten
Anonymous
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(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

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Veröffentlicht von: @anyway

Ich habe jetzt auch am Dienstag im Vortrag gesagt bekommen, dass eher die Großbetriebe mit ihrer konventionellen Anbaumethode mit Monokulturen und Einsatz von Pestiziden und Co. begünstigen, dass mehr Flächen zerstört werden, da diese dann durch die ganzen Pestizde und in Folge fehlender Nützlinge verdichten und dann nicht mehr bepflanzt werden können.

Seit Jahrzehnten werden insbesondere in Ostdeutschland riesige Flächen in "Monokulturen" bepflanzt. Wo sind den nun die riesigen zerstörten Flächen, die man nicht mehr bepflanzen kann? Ich habe noch keine gesehen.
Was bringt es dir solche Märchen zu verbreiten?

Anonymous antworten
Helle
 Helle
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Bio-Produkte
Ich schaue auch oft darauf, dass ich gesunde Produkte kaufe. Allerdings haben Bio-Produkte aus Discountern weniger hohe Anforderungen zu erfüllen.

Auch ich kaufe gerne beim Bauern, bei dem ich die Qualität seiner Produkte kenne. Ansonsten kaufe ich gerne in Bio-Märkten ein.

Wichtig ist jedoch, dass man beim Produktkauf schon an eine gesunde Ernährung angleicht. Kein Fast-Food *würg*, Fertiggerichte, keine Produkte mit Instantkäse, Instantfleisch usw., Milchprodukte kaufe ich nur Bio, falls die Kühe keine Sillage fressen, sondern Wiesengewächs und Heu. Dem Etikettenschwindel (z.B. Schwarzwaldmilch) glaube ich nicht (diese kommt teils gar nicht aus dem Schwarzwald, genauso wie "Schwarzwälder Schinken).

Säfte mit zu hohem Zuckergehalt kaufe ich nicht, und auch keine Süßigkeiten mit zwanzigerlei Inhaltsstoffen.

helle antworten


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