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Enttäuschungen

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ibtissam
Themenstarter
Beiträge : 359

Wie geht ihr mit Enttäuschungen um? Kennt ihr das, wenn man am liebsten nie wieder hoffen möchte, weil enttäuschte Hoffnung so weh tut? Aber ein Leben ohne Hoffnung geht ja gar nicht. Was macht ihr mit Enttäuschung? Wenn ich auf mein 2018 zurückblicke (und eigentlich auch auf mein 2017), dann sehe ich viele große Enttäuschungen. Das macht mich traurig. Ich glaube, es ist gut, das erstmal anzuerkennen, aber ich will dort nicht stehen bleiben.

Ja, ich weiß Gott ist treu. Also liegt es nie an ihm, sondern immer an meinen falschen Erwartungen. So oder so ähnlich habe ich es schon oft gehört, doch bringen mich solche Aussagen nur zu Scham und Verdammnis. Jetzt tut es nicht nur weh, sondern ich bin auch noch selbst Schuld.

Was macht ihr, wenn es euch mit den Jahren immer schwerer fällt, Gott zu vertrauen??? Ich habe Gott schon auf so viele und so unglaubliche Weise erlebt. Und doch gibt es Bereiche in meinem Leben, wo die Enttäuschung und der Schmerz groß ist und es mir immer schwerer fällt zu vertrauen.

Was macht ihr, wenn ihr denkt, ihr habt Gott gehört, aber dann ist es so nicht gekommen. Ich verstehe das nicht!!!!! Ich habe Gott schon so oft gehört und habe echt coole Geschichten, wo Gott mir Jahre vorher schon Dinge gezeigt hat, die passieren werden und wo er auf sehr persönliche Weise zu mir gesprochen hat. Ich kenne seine Stimme. Aber dann gibt es auch diese anderen "Worte", das was ich dachte, dass er es sagt und dann kam es ganz anders und es fällt so schwer, dann nicht gleich alles anzuzweifeln. Habe ich ihn jemals gehört? Bilde ich mir vielleicht alles nur ein? Ist alles nur Wunschdenken?

Was sind eure Gedanken dazu?

Antwort
121 Antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hi,

das kann ich dir nachempfinden - ich erlebe in Jahren auch die Enttäuschungen.

Veröffentlicht von: @ibtissam

Kennt ihr das, wenn man am liebsten nie wieder hoffen möchte, weil enttäuschte Hoffnung so weh tut?

Jup, daher habe ich auch keine Hoffnung mehr.

Veröffentlicht von: @ibtissam

Was macht ihr, wenn es euch mit den Jahren immer schwerer fällt, Gott zu vertrauen???

Ist sehr schwer, trotz vielen Enttäuschungen Gott weiterhin zu glauben und zu vertrauen - ich meine, da geht doch gesundheitlich zugrunde ...

Veröffentlicht von: @ibtissam

Was macht ihr, wenn ihr denkt, ihr habt Gott gehört, aber dann ist es so nicht gekommen.

Veröffentlicht von: @ibtissam

Aber dann gibt es auch diese anderen "Worte", das was ich dachte, dass er es sagt und dann kam es ganz anders und es fällt so schwer, dann nicht gleich alles anzuzweifeln.

Darf ich vorsichtig fragen, wie hast du Gott "gehört" bzw. "Worte"? Durch TV-Predigten von Fernseh-bekannten Prediger/in, der/die mehrmals zum Zuschauer sagte "Bitte Gott um alles, er weiss was ihr braucht und er wird euch das geben" oder so änliches?

Hebräer 11,6 (Hoffnung für alle):
Denn Gott hat nur an den Menschen Gefallen, die ihm fest vertrauen. Ohne Glauben ist das unmöglich. Wer nämlich zu Gott kommen will, muss darauf vertrauen, dass es ihn gibt und dass er alle belohnen wird, die ihn suchen.

Genau das ist auch mein Problem. Ich glaube zwar an Gott, aber vertrauen tue ich mich immer noch schwer - aufgrund Vertrauenmissbrauchs von christliche Seelsorgerin (die meine intimsten Probleme weiter an Gemeindeleiter geplaudert hatte ...) und andere Personen - Seitdem reduzierte bei mir das Vertauen auf Null.

LG
Glitzer

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Tagesschimmer
Beiträge : 978
Veröffentlicht von: @ibtissam

Kennt ihr das, wenn man am liebsten nie wieder hoffen möchte, weil enttäuschte Hoffnung so weh tut?

Ja und ich kenne die Entscheidung, mich nie wieder so verletzbar zu machen und auch die Wut, wenn ich gesehen habe, dass anderen Leuten ihre Leichtigkeit hilft, einfach weil diese Haltung als Prinzip funktioniert. Das ist nicht gerecht, oder? Der eine lebt verantwortlich und bricht unter der Schwere fast zusammen und ein anderer geht mit Fröhlichkeit und Bauernschläue durchs Leben und wirkt dabei so sympatisch, dass ihm alles zufliegt.

Veröffentlicht von: @ibtissam

Ja, ich weiß Gott ist treu. Also liegt es nie an ihm, sondern immer an meinen falschen Erwartungen. So oder so ähnlich habe ich es schon oft gehört, doch bringen mich solche Aussagen nur zu Scham und Verdammnis. Jetzt tut es nicht nur weh, sondern ich bin auch noch selbst Schuld.

So denke ich eigentlich nicht. Gott ist doch der, der mich aus dem Sumpf gezogen hat, mit all meinen Schwächen. Er hat sich zu mir gestellt, aus ganz freier Entscheidung. Schließlich ist Gott allmächtig und allwissend und er trägt die Verantwortung, dass am Ende seine Vision erfüllt wird. Dass ich schwach bin, war ja klar. Das scheint aber kein Problem für Gott zu sein. Er ist an unserer ehrlichen Beziehung zu ihm interessiert.

Ich denke auch nicht, dass unerfüllte Hoffnungen immer falsche Hoffnungen wären. Wir leben nun mal in der Welt, in der nicht jeder Plan Gottes unangefochten bleibt. Vielleicht bist du diejenige gewesen, die ein Stück weit mit Gott in seinem Plan gegangen ist und ihn damit sehr erfreut hat. Er fühlt deinen Schmerz mit. Gott bleibt natürlich nicht bei dem Schmerz. Jetzt will er dein Herz noch größer machen, indem er dir einen neuen Plan geben will, vielleicht kann dein Herz gerade nicht wachsen, weil es noch so wund und erschöpft ist.

Ich erlebe oft, dass Gott mir meine Zeit lässt, wieder mit meinen Gefühlen klarzukommen. Manchmal habe ich nicht die Kraft, das so richtig im Gebet vor ihm auszubreiten und mir von ihm ganz direkt helfen zu lassen. Dann bleibt es eben eine Weile liegen. Ich finde es überhaupt nicht schlimm, mal mit irgendwelchen Leckereien einen Abend vor dem Bildschirm zu verbringen. Das hat mir schon oft die Entspannung gegeben, es am nächsten Morgen wieder neu mit Gott zu versuchen. Manchmal ist die Weile auch länger ... Gott ist der Weltenherrscher und hat die Sache trotz meiner Fehler im Griff.

Es ist besser, wir gehen ehrlich mit Gott solange wir unsere Hoffnung auf ihn setzen können und machen zwischendurch eine Pause. Diese Zeit sollten wir nutzen, uns selbst Gutes zu tun, sonst können wir die Beziehung zu Gott nicht mehr pflegen und werden innerlich leer.

tagesschimmer antworten
17 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

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Es ist besser, wir gehen ehrlich mit Gott

Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Es ist besser, wir gehen ehrlich mit Gott

um

Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Es ist besser, wir gehen ehrlich mit Gott solange wir unsere Hoffnung auf ihn setzen könne

Welche Hoffnung hab ich über.
Nur noch, das Jesus Christus sein Sohn ist.
Ich hatte die Hoffnung, das ich das ganze christlische von der Erde nicht brauche.
Das gab Luft, Freudensinn.
Heute kann ich sagen: Verliere deinen Glauben, deinen Gott, deine Nachfolge ect.
Ist es Gott der dich gerufen hat, wird das übrigbleiben was in Ewigkeit bleibt. Und sehr viel herrliche Wahrheit wird sich dir auftun!
Alle Lüge wird für sich selbst erschreckend entblöst sein! Ihrer Kraft beraubt sein!

Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Ich erlebe oft, dass Gott mir meine Zeit lässt, wieder mit meinen Gefühlen klarzukommen. Manchmal habe ich nicht die Kraft, das so richtig im Gebet vor ihm auszubreiten und mir von ihm ganz direkt helfen zu lassen. Dann bleibt es eben eine Weile liegen. Ich finde es überhaupt nicht schlimm, mal mit irgendwelchen Leckereien einen Abend vor dem Bildschirm zu verbringen. Das hat mir schon oft die Entspannung gegeben, es am nächsten Morgen wieder neu mit Gott zu versuchen. Manchmal ist die Weile auch länger ... Gott ist der Weltenherrscher und hat die Sache trotz meiner Fehler im Griff.

Zeugnishafter Umgang mit dir selber. Aus meiner Sicht Hausfrauenweisheiten. Mit Gotteslehre hat dies nichts zu tun.

Anonymous antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
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Das ist nicht irgendwie böse gemeint, aber ich verstehe dich öfter mal nicht so richtig, auch jetzt. Daher nur dazu:

Veröffentlicht von: @m-poepping

Zeugnishafter Umgang mit dir selber. Aus meiner Sicht Hausfrauenweisheiten. Mit Gotteslehre hat dies nichts zu tun.

Ist zeugnishaft berichten nicht gut? So ist halt mein Leben (nein, kein Hausfrauenleben) ich habe gar keinen Anspruch auf Gotteslehre.

tagesschimmer antworten
Anonymous
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Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Ist zeugnishaft berichten nicht gut? So ist halt mein Leben (nein, kein Hausfrauenleben) ich habe gar keinen Anspruch auf Gotteslehre.

Ich hörte in einem Youtubelied mal: "die Klarheit seiner Wahrheit ist besser, als sich seiner selbst sicher zu sein"

Anonymous antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 978
Veröffentlicht von: @m-poepping

Ich hörte in einem Youtubelied mal: "die Klarheit seiner Wahrheit ist besser, als sich seiner selbst sicher zu sein"

Mir ist es lieber, wenn du sagst, was deine Meinung ist. Ich nehme das also mal als deine Aussage und frage mich, was willst du eigentlich?

Wenn ich zeugnishaft aus meiner Position berichte, ist es dir zu Hausfrauenhaft, unsicher. "Sich selbst sicher zu sein" ist auch nicht gut in deinen Augen. Ich bin allerdings nicht Gott, dass ich seine Wahrheit in aller Klarheit aussprechen könnte. Am nächsten kommt man da noch mit Bibelworten. Aber auch dagegen hast du dich schon ausgesprochen. Ein gutes Beispiel kann ich bei dir auch nicht erkennen.

Ich komme da nicht weiter. Ganz ehrlich, mir klingt das nach Dauergemeckere. Wenn ich dir da Unrecht tue, entschuldige und drücke dich bitte nochmal ganz einfach aus.

tagesschimmer antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

"die Klarheit seiner Wahrheit ist besser, als sich seiner selbst sicher zu sein"

Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Ja und ich kenne die Entscheidung, mich nie wieder so verletzbar zu machen und auch die Wut, wenn ich gesehen habe, dass anderen Leuten ihre Leichtigkeit hilft, einfach weil diese Haltung als Prinzip funktioniert. Das ist nicht gerecht, oder? Der eine lebt verantwortlich und bricht unter der Schwere fast zusammen und ein anderer geht mit Fröhlichkeit und Bauernschläue durchs Leben und wirkt dabei so sympatisch, dass ihm alles zufliegt.

Deswegen meine Antwort:

Veröffentlicht von: @m-poepping

Welche Hoffnung hab ich über.
Nur noch, das Jesus Christus sein Sohn ist.
Ich hatte die Hoffnung, das ich das ganze christlische von der Erde nicht brauche.
Das gab Luft, Freudensinn.
Heute kann ich sagen: Verliere deinen Glauben, deinen Gott, deine Nachfolge ect.
Ist es Gott der dich gerufen hat, wird das übrigbleiben was in Ewigkeit bleibt. Und sehr viel herrliche Wahrheit wird sich dir auftun!
Alle Lüge wird für sich selbst erschreckend entblöst sein! Ihrer Kraft beraubt sein!

Und der Blick auf andere und ihr Gelingen oder nicht, bedeutet mir gar nichts mehr.
Bibelvers? 😉 Der Psalmschreiber in 37 schaute lange auf andere.
Dann auf das, was für ihn erkennbar das wichtigste war: Wie sieht es am Ende aus? Oder wars 73?

Anonymous antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 978

Ach so, da hat nachfragen ja geholfen. 😊 Beim oberen Abschnitt habe ich 30 Jahre zurückgeschaut. Heute ist mein Leben leichter und ich werde nur noch ab und zu an solche existentiellen Krisen erinnert. Zu meiner heutigen Haltung zu kommen, brauchte ich aber die Erfahrungen von damals. Deshalb kann ich sagen, dass ich die Gefühle kenne, ohne dass ich noch darin lebe.

Mir ist allerdings bewusst, dass mein Weg auch mal wieder steiniger werden könnte und dann wieder die Arbeit an alten Problemstellen nötig sein könnte. Das würde dann bedeuten, dass Gott mir mehr geben möchte und mich darauf vorbereitet. Diese Sichtweise finde ich motivierend.

tagesschimmer antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Ach so, da hat nachfragen ja geholfen. 😊 Beim oberen Abschnitt habe ich 30 Jahre zurückgeschaut. Heute ist mein Leben leichter und ich werde nur noch ab und zu an solche existentiellen Krisen erinnert. Zu meiner heutigen Haltung zu kommen, brauchte ich aber die Erfahrungen von damals. Deshalb kann ich sagen, dass ich die Gefühle kenne, ohne dass ich noch darin lebe.

Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Mir ist allerdings bewusst, dass mein Weg auch mal wieder steiniger werden könnte und dann wieder die Arbeit an alten Problemstellen nötig sein könnte. Das würde dann bedeuten, dass Gott mir mehr geben möchte und mich darauf vorbereitet. Diese Sichtweise finde ich motivierend.

Absolut! Absolut motivierend !

Anonymous antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 11874
Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Mir ist allerdings bewusst, dass mein Weg auch mal wieder steiniger werden könnte und dann wieder die Arbeit an alten Problemstellen nötig sein könnte. Das würde dann bedeuten, dass Gott mir mehr geben möchte und mich darauf vorbereitet. Diese Sichtweise finde ich motivierend.

absolut, schön ausgedrückt 😊

neubaugoere antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Ist zeugnishaft berichten nicht gut?

Das habe ich mich auch gefragt - immerhin ist das doch etwas, was alle Christen (auch Laien) tun dürfen und sollen: "Zeugnis geben von unserer Hoffnung". Ich vermeide das, wenn ich den Eindruck habe, dass es nicht erwünscht ist - aber wenn ich denke, es besteht Interesse dafür, dann bekenne ich mich zu dem, was ich glaube.

Veröffentlicht von: @tagesschimmer

ich habe gar keinen Anspruch auf Gotteslehre.

Ich auch nicht. Das überlasse ich denen, die dazu berufen und ausgebildet sind.

suzanne62 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Der eine lebt verantwortlich und bricht unter der Schwere fast zusammen

Das verstehe ich nicht.
Verantwortungsbewusst zu leben hat m.E. nichts damit zu tun, dass man unter der Verantwortung leidet. Oder sie als Last empfindet.

Anonymous antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

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Veröffentlicht von: @maggie-x

Das verstehe ich nicht.
Verantwortungsbewusst zu leben hat m.E. nichts damit zu tun, dass man unter der Verantwortung leidet. Oder sie als Last empfindet.

Verantwortungsbewusstsein kann schon dazu führen, dass man sehr viel zu tragen hat. Das muss natürlich nicht passieren. Man kann auch bei klügster Planung nicht alles voraussehen und vorsorgen.

tagesschimmer antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Verantwortungsbewusstsein kann schon dazu führen, dass man sehr viel zu tragen hat. Das muss natürlich nicht passieren. Man kann auch bei klügster Planung nicht alles voraussehen und vorsorgen.

Natürlich nicht.

Mir ging es drum, dass du oben von deiner "Wut" geschrieben hast, wenn du siehst, dass Menschen etwas mit "Leichtigkeit" tun. Und dass andere Menschen im Gegensatz dazu "verantwortlich" handeln.

Diesen Gegensatz stelle ich infrage.

Ich kenne eine Menge Leute - zum Beispiel Ärzte -, die viel Verantwortung tragen, und trotzdem mit einer gewissen Leichtigkeit/ Fröhichkeit/ Gelassenheit auftreten.

Anonymous antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 978

Das hast du Recht. Das sollte kein Gegensatz sein, sondern enttäuschte Gefühle von damals beschreiben. Wenn man verzweifelt und überfordert ist, ist ja vieles nicht so logisch. Das ich von Wut geschrieben habe, ist auch nicht ganz richtig. Damals habe ich die gar nicht wahrgenommen, nur meine Minderwertigkeit.

Ich habe damals sehr gekämpft, um mich gut und richtig zu verhalten, aber es schien einfach nicht zu gelingen. Ich hatte andere Leute vor der Nase, die gar nicht erst den Anspruch hatten und mit Betrug und Oberflächlichkeit durchs Leben gingen. Denen wurde geglaubt, sie wurden unterstützt.

Wenn ich heute zurückschaue, hat sich das alles umgedreht. Es hat sich gelohnt, "den geraden Weg" weiterzugehen.

Veröffentlicht von: @maggie-x

Ich kenne eine Menge Leute - zum Beispiel Ärzte -, die viel Verantwortung tragen, und trotzdem mit einer gewissen Leichtigkeit/ Fröhichkeit/ Gelassenheit auftreten.

Klar, dann gibt es in der Geschichte auch keinen Grund zur Enttäuschung. Sie gehen gut mit ihren Ressourcen um und haben Erfolg damit und jeder einigermaßen einsichtige Mensch wird auch sehen, dass so ein Leben mit viel Einsatz verbunden ist, zu dem man selbst vielleicht nicht bereit ist.

tagesschimmer antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Das sollte kein Gegensatz sein, sondern enttäuschte Gefühle von damals beschreiben. Wenn man verzweifelt und überfordert ist, ist ja vieles nicht so logisch.

Dann verstehe ich dich besser. Danke!

Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Ich hatte andere Leute vor der Nase, die gar nicht erst den Anspruch hatten und mit Betrug und Oberflächlichkeit durchs Leben gingen.

Ich finde es einen Unterschied, ob jemand seine Aufgaben mit

- Betrug und Oberflächlichkeit
- oder mit einer gewissen Leichtigkeit

anpackt.

Ich schreibe aus der Perspektive, dass man meines Erachtens - gerade wenn man Verantwortung übernommen hat - wieder zur Leichtigkeit zurückfinden muss. .... Für mich heisst das, um die eigenen Grenzen zu wissen und das eigene Engagement nicht zu überschätzen. Ich tue, was ich kann, und "retten" kann nur Gott.

Anonymous antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 978
Veröffentlicht von: @maggie-x

- Betrug und Oberflächlichkeit
- oder mit einer gewissen Leichtigkeit

Darin sehe ich keinen Gegensatz. Es liegt an den Werten, die ein Mensch vertritt. Viele Filme von Gentlemen-Betrügern leben davon, dass jemand etwas betrügerisches mit Eleganz und Leichtigkeit tut. Auch für sie heißt es:

um die eigenen Grenzen zu wissen und das eigene Engagement nicht zu überschätzen

tagesschimmer antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Du sagst, man kann "Betrug" mit einer Leichtigkeit ausüben. Kann man, aber das ist doch für niemanden hier ein Vorbild.

Mir geht es um eine "gute" Leichtigkeit 😌

Anonymous antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 978

Ja, gute Leichtigkeit ist natürlich gut 😀

tagesschimmer antworten
billy-shears
Beiträge : 1495

Wie geht ihr mit Enttäuschungen um? Kennt ihr das, wenn man am liebsten nie wieder hoffen möchte, weil enttäuschte Hoffnung so weh tut?

Ich habe vor 10 Jahren aufgehört irgendetwas zu erwarten. Damit fährt es sich ganz gut: Man wird nicht mehr enttäuscht, nur noch positiv überrascht.

Ich habe den Eindruck, dass ich mich seitdem vielmehr auch über Kleinigkeiten freuen kann.

billy-shears antworten
7 Antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 978
Veröffentlicht von: @billy-shears

Ich habe vor 10 Jahren aufgehört irgendetwas zu erwarten.

Wie motivierst du dich dann außerhalb von Routinen? Vielleicht bist du extrem fleißig und pflichtbewusst. Fehlt dir nicht so eine gewisse Lebendigkeit?

Veröffentlicht von: @billy-shears

Man wird nicht mehr enttäuscht, nur noch positiv überrascht.

Geht das eine ohne das andere? Muss man dann nicht annehmen, dass sowieso alles sinnlos und schlecht ist, was man tut?

Bsp.: Jemand ist ernsthaft krank. Er hält sich an die ärztlichen Ratschläge, was seinen ganzen Lebensstil verändert und sein Geld aufbraucht. Wie weit wird jemand dabei gehen, der versucht, dabei keine Erwartungen/Hoffnungen zu entwickeln?

tagesschimmer antworten
billy-shears
(@billy-shears)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 1495
Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Wie motivierst du dich dann außerhalb von Routinen?

Ich bin freiberuflicher Musiker und Tontechniker. Wenn mein Leben eins nicht hat, dann sind es Routinen.

Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Vielleicht bist du extrem fleißig und pflichtbewusst.

Würde ich jetzt nicht so sagen.

Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Fehlt dir nicht so eine gewisse Lebendigkeit?

Bissl weniger Lebendigkeit würde nicht schaden.

Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Geht das eine ohne das andere?

Ja.

Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Muss man dann nicht annehmen, dass sowieso alles sinnlos und schlecht ist, was man tut?

Ich hatte meinen Fokus hier im Thread eher auf andere Personen gesetzt.
zB. Ich erwarte keine Geschenke an Weihnachten, freue mich aber wenn ich welche bekomme.

billy-shears antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 978
Veröffentlicht von: @billy-shears

zB. Ich erwarte keine Geschenke an Weihnachten, freue mich aber wenn ich welche bekomme.

😀 Haha, das ist ja nicht so existenziell.

Ich finde Erwartungslosigkeit in einem Beruf, der gleichzeitig Berufung ist, ja gerade schwierig: Stell dir vor, jemand, dem du vertraust, streut plötzlich Gerüchte, du würdest Starallüren haben, abwertend über andere Musiker sprechen, unkooperativ, deinen Kollegen Ideen klauen, mischt sich in dein netzwerk und schafft es, dass du einige wichtige Aufträge nicht mehr bekommst. Eine eigene Komposition, in die du viel Herzblut investiert hast, bringt plötzlich ein anderer Musiker raus. Deine nahestehendsten Freunde meinen, du solltest dich in dieser Situation anders verhalten (egal wie du dich verhältst) und vertrauen dir nicht mehr, wahrscheinlich bist du ja doch irgendwie selbst Schuld? Deine Kinder sind enttäuscht und wütend, weil du versprochene Sachen nicht finanzieren kannst...

Wärst du wirklich nicht enttäuscht von dem Menschen oder von dir, weil du ihm vertraut hast oder von deinen Freunden?

tagesschimmer antworten
ibtissam
(@ibtissam)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 359
Veröffentlicht von: @billy-shears

Ich habe vor 10 Jahren aufgehört irgendetwas zu erwarten. Damit fährt es sich ganz gut: Man wird nicht mehr enttäuscht, nur noch positiv überrascht.

Sowas höre/lese ich immer mal wieder. Aber kann mir nicht ganz vorstellen wie das gehen soll. Haben wir nicht alle immer irgendwie zumindest unbewusst Erwartungen??

Und es geht ja nicht nur um Erwartungen, sondern auch Ziele, Wünsche, Hoffnungen. Ich jedenfalls möchte nicht ohne leben, da ich mir so ein Leben bitter und zynisch vorstelle. Also ist es immer wieder eine Entscheidung, mein Herz zu öffnen auch nach erlebter Enttäuschung. Nur fällt die zunehmend schwerer.

Vielleicht verstehen wir das Wort "Erwartungen" auch nur unterschiedlich?

ibtissam antworten
billy-shears
(@billy-shears)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 1495
Veröffentlicht von: @ibtissam
Veröffentlicht von: @ibtissam

Ich habe vor 10 Jahren aufgehört irgendetwas zu erwarten. Damit fährt es sich ganz gut: Man wird nicht mehr enttäuscht, nur noch positiv überrascht.

Sowas höre/lese ich immer mal wieder. Aber kann mir nicht ganz vorstellen wie das gehen soll. Haben wir nicht alle immer irgendwie zumindest unbewusst Erwartungen??

Ja, bestimmt. Aber man kann sich immer wieder in Erinnerung rufen, dass man da eigtl anders ticken will.

Veröffentlicht von: @ibtissam

Ich jedenfalls möchte nicht ohne leben, da ich mir so ein Leben bitter und zynisch vorstelle.

Ich vermute bitter wird man eher noch durch Enttäuschungen, als durch positives überrascht werden. 😊

billy-shears antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @billy-shears

Ich habe vor 10 Jahren aufgehört irgendetwas zu erwarten.

Ich denke, dass die menschliche Psyche so gestrickt ist, dass man immer etwas erwartet. In der Soziologie würde man sagen, dass man "Vorstellungen" von etwas hat und mit denen die Realität vor-bildet.

Ich könnte verstehen, wenn du sagst, dass du deine Vorstellungen - z.B. in Bezug auf beruflichen Erfolg - eher unspektakulär formulierst. Die Latte niedrig legst.

Anonymous antworten
billy-shears
(@billy-shears)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 1495
Veröffentlicht von: @maggie-x

Ich könnte verstehen, wenn du sagst, dass du deine Vorstellungen - z.B. in Bezug auf beruflichen Erfolg - eher unspektakulär formulierst. Die Latte niedrig legst.

zB bei 0.

billy-shears antworten


Tinkerbell
Beiträge : 1482

Gute Frage

Veröffentlicht von: @ibtissam

Wenn ich auf mein 2018 zurückblicke (und eigentlich auch auf mein 2017), dann sehe ich viele große Enttäuschungen. Das macht mich traurig. Ich glaube, es ist gut, das erstmal anzuerkennen, aber ich will dort nicht stehen bleiben.

Wer hat das nicht? Meiner Erfahrung gibt es bei jedem von uns Phasen, auch längere von zwei, drei Jahren, die rückblickend total deprimierend sind. Auch wenn man vielleicht mit etwas Abstand sieht, was es einem an Charakterbildung oder ähnlichem gebracht hat - enttäuscht ist man trotzdem noch. Und ich denke man tut gut daran, dies hinzunehmen und nicht zu versuchen, sich alles mit frommen Phrasen schön zu reden. Manche Lebensabschnitte sind einfach anstrengend, traurig, deprimierend, enttäuschend. Auch in der Bibel gibt es unendliche viele Klagen von Menschen.

Veröffentlicht von: @ibtissam

Ja, ich weiß Gott ist treu. Also liegt es nie an ihm, sondern immer an meinen falschen Erwartungen. So oder so ähnlich habe ich es schon oft gehört, doch bringen mich solche Aussagen nur zu Scham und Verdammnis. Jetzt tut es nicht nur weh, sondern ich bin auch noch selbst Schuld.

Natürlich ist Gott treu. Das ist doch aber kein Garant dafür, dass er unsere Wünsche erfüllt. Wir sind Menschen, wir werden zwangsläufig enttäuscht sein von einigen seiner Entscheidungen für uns. Auch wenn wir uns darauf verlassen können, dass es uns zum besten dient (auf welche Weise auch immer), sind manche Sachen einfach schmerzlich. Das darf man sagen und auch betrauern.

Veröffentlicht von: @ibtissam

Was macht ihr, wenn es euch mit den Jahren immer schwerer fällt, Gott zu vertrauen??? Ich habe Gott schon auf so viele und so unglaubliche Weise erlebt. Und doch gibt es Bereiche in meinem Leben, wo die Enttäuschung und der Schmerz groß ist und es mir immer schwerer fällt zu vertrauen.

Ich versuche dann, mich auf diese Momente zu konzentrieren, wo ich Gott auf die von dir geschilderte Weise erlebt habe, wo ich unverdientes Glück erfahren habe, wo große Wünsche in Erfüllung gegangen sind. Und ich versuche mich davon zu lösen, allzu konkrete Erwartungen zu haben. Oft habe ich das Gefühl, dass Wünsche schnell zu etwas werden, von dem wir meinen, es stünde uns zu - das wird durch unser Umfeld auch "gefüttert".

Ein Beispiel: Wenn alle meine Freunde, alle in meiner Gemeinde, alle in meiner Familie ein Haus gebaut haben, wird mein eigener Wunsch danach schnell zu einem Selbstläufer. Wenn es alle haben, wieso ich dann nicht? Wieso wird es gerade mir versagt? Es scheint doch so ein "gängiger" Wunsch zu sein, so etwas normales, nichts überhebliches. Ständig muss ich es bei allen anderen sehen. Warum sagt Gott gerade bei mir "Nein!", obwohl er den großen Wunsch sieht?

Ich versuche, genau dieses Denken einfach zu lassen. Manchmal, wenn die Enttäuschung sehr groß ist, zähle ich für mich auf, was ich alles geschenkt bekommen habe. Nicht um meinen Schmerz irgendwie zuzudecken, sondern um das Positive ins Blickfeld zu rücken. Um zu sehen, wie viele Dinge ich habe, nach denen andere sich vielleicht sehnen. Wie viele Wünsche mir Gott erfüllt hat, sogar übererfüllt. Wo ich mehr habe, als ich brauche, mehr, als ich mir in manchen Bereichen gewünscht habe, mehr, als ich erwartet hätte. Enttäuschung bleibt trotzdem, wir sind Menschen. Das lässt sich nicht ausschalten, aber in Schach halten. Denn sonst wird man schnell neidisch, deprimiert, verzagt...

Veröffentlicht von: @ibtissam

Was macht ihr, wenn ihr denkt, ihr habt Gott gehört, aber dann ist es so nicht gekommen. Ich verstehe das nicht!!!!!

Tja, ich auch nicht. Es gibt viele Dinge, wo ich mich frage, wie ich Gott so missverstehen konnte (oder er mich 😉 ). Ich glaube nicht, dass du dir alles einbildest. Gott spricht auch heute noch, und das hast du ja oft erfahren. Wie zwischen Menschen kann aber auch da die Kommunikation manchmal gestört sein. Vielleicht weil man sich Dinge so sehr wünscht, dass man zu schnell ein "Jawoll, mach es!" zu hören glaubt. Oder weil man gerade eh eine schlechte Phase hat und Gott nicht so richtig zu einem durchdringt. Oder man ist einfach zu schnell. Oder, oder, oder... Keiner von uns wird permanent alles richtig verstehen, was Gott sagt. Wir überhören auch so manches.

Vor einiger Zeit hörte ich mal einen Predigt zu diesem Thema. Da gab es ein Beispiel, welches ich mir total gut merken konnte, weil es mir selber schon passiert ist: das berühmte "Gott hat mir gezeigt, dass du meine Frau werden sollst". Das ist wohl beim Thema Partnerschaft so ziemlich die unangenehmste Sache in frommen Kreisen, die einem zustoßen kann. Und der Prediger meinte, dass dies ein ganz typisches Beispiel sei, wie das eigene Wunschdenken uns manipulieren kann. Die Bibel sei voll mit Geschichten die zeigen, dass Gott bei solchen Dingen meistens zu zwei oder mehreren Personen sprach - einfach um auf beiden Seiten Sicherheit herzustellen, Missverständnisse auszuschließen und so weiter.

Deswegen versuche ich, bei großen Dingen oder Fragen, wo ich meine, eine Antwort gehört zu haben, neben dem üblichen Prüfen noch jemanden mit ins Boot zu holen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei wirklichen Zusagen auch andere "benachrichtigt" werden - ob nun durch Bibelstellen, Eindrücke beim Beten, Gebetserhörungen oder anderes. Und dass es hilft, diese Worte mit anderen zu besprechen.

Jemand aus meiner ehemaligen Gemeinde wurde mal im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema "Prophetie" darauf angesprochen, ob er sich schon mal dazu Gedanken gemacht habe, dass Gott ihn vielleicht in Australien gebrauchen möchte. Die beiden Personen hatten vorher noch nie miteinander gesprochen, sie kannten sich ganze 60 Minuten. Der Bekannte brach daraufhin völlig in Tränen aus, war echt bisschen irre. Und er meinte dann, er habe diesen Eindruck seit zwei Jahren und habe so gebetet, dass Gott ihm das irgendwie bestätigen möge, weil er so Sorge habe, dass nur seine eigenen Wünsche ihn in die Richtung lenken. Das war echt krass und passiert in diesem Ausmaß natürlich voll selten, klar. Aber wenn du dir nicht sicher bist, dann besprich es mit jemandem. Das kann ungemein helfen.

Veröffentlicht von: @ibtissam

Ist alles nur Wunschdenken?

Mit Sicherheit nicht 😊 Wir sind eben einfach Menschen - verzagt, unsicher, wankend. Ganz normal. Gott weiß das und liebt uns trotzdem 😉

tinkerbell antworten
2 Antworten
ibtissam
(@ibtissam)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 359

Danke, deine Gedanken haben gut getan!

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Deswegen versuche ich, bei großen Dingen oder Fragen, wo ich meine, eine Antwort gehört zu haben, neben dem üblichen Prüfen noch jemanden mit ins Boot zu holen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei wirklichen Zusagen auch andere "benachrichtigt" werden - ob nun durch Bibelstellen, Eindrücke beim Beten, Gebetserhörungen oder anderes. Und dass es hilft, diese Worte mit anderen zu besprechen.

Das tue ich auch. Und auch in den Fällen an die ich denke, haben andere bestätigt. Hm. Letztendlich bleibt vieles wohl unverständlich für uns. Und dieses Leben ist auch viel zu komplex als dass wir es verstehen könnten: Gottes Wille und Allmacht, unser freier Wille, gefallene Welt, etc. Ich verstehe das letztendlich alles nicht.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Mit Sicherheit nicht 😊 Wir sind eben einfach Menschen - verzagt, unsicher, wankend. Ganz normal. Gott weiß das und liebt uns trotzdem 😉

ibtissam antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17036

Richtig!

tristesse antworten
Neubaugöre
Beiträge : 11874

Kann ich nicht so pauschal sagen (wie mein Umgang ist).
Ich könnte pauschal antworten: Enttäuschungen treiben mich in die Arme Gottes. Und da isses toll, also sind Enttäuschungen toll. Das trifft es nur halb. Denn ich bin als fühlendes Wesen geschaffen, jedoch mit einem Geist ausgestattet, ach was, sogar noch einen dazugekriegt, nämlich SEINEN Geist (der uns in alle Wahrheit leitet - oi).

Enttäuschungen - Du wirst es kennen - sind ent-Täuschungen; sind im Grunde "Befreiungen". Ich bin ent-täuscht, nicht mehr länger ge-täuscht, sondern ent-täuscht.

Ich vertraue Gott. Ganz.
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum ich ihm nicht mehr trauen sollte, nur weil er mir gezeigt hat, was mich täuschte und mich davon auch noch befreite. Ich ahne, dass Du die Worte wohl kennst, sie aber nicht so siehst wie ich. Weil Menschen mich täuschen oder ich mich in ihnen und Gott mir dies offenbart und mich möglicherweise bewahrt von größerem Unheil oder Schmerz, ist das für mich kein "ich kann Gott nicht mehr trauen", weil da der Nebensatz gedacht dranhängt: 'weil er mir einfach kein Glück gönnt' oder 'weil er mir den falschen Mann brachte' oder 'weil er mir immer noch keinen Mann brachte' etc. - wer sagt eigentlich, dass er das tut? Okay, da sind viele geteilter Meinung.

Vielleicht machen uns unsere Gefühle blind?
Die Frage ist dann: Blind wofür?

Schmerz ist nicht Enttäuschung. Enttäuschung ist nicht Schmerz. Meine Betonung liegt auf dem "ist". Die ent-Täuschung zieht ein Gefühl nach sich oder wird von einem Gefühl begleitet oder ein Gefühl wird ausgelöst. Dieses Gefühl ist sch..... es ist Schmerz. Schmerz ist ein Gefühl. Und das - ich zitiere eine gute Freundin - braucht kein Mensch.

Nun bin ich ein Mensch, der in der Regel ein paar wenige Tage fällt und im Schmerz "verhaftet" bleibt, richtig leidet und dann den Verstand einschaltet und auf den Geist fokussiert ist. Schmerz hat Ursachen. Schmerz bildet eine "Spur". ent-Täuschungen wollen angesehen werden (also mit Verstand und Geist). Wer ent-täuscht mich = wovon? Wer enttäuscht mich wovon? (Wo-)von wem oder was bin ich ent-täuscht, war ich vorher ge-täuscht, bin nun ent-täuscht und wer tut sowas und warum?

Für einen Außenstehenden schlecht einzuschätzen, welche Wege vor Dir liegen, welche Spuren sich aufgetan haben. Einerseits denke ich - aus Deinen Worten heraus -, dass Gott Dich lehren möchte, zu unterscheiden. Das steckt irgendwie für mich in Deinem letzten Absatz drin. Gott hören, Gott nicht hören. Wann ist was? Das ist ein Lernfeld. Das ist kein Feld für Zweifel, die gehören da nicht hin. Es ist ein Lernfeld. Situationen ansehen, analysieren, auseinander nehmen, ehrlich sein. Und lernen. Das geht uns allen so, mir auch. Und niemand sagt, dass es leicht ist (aber einfach).
D.h. ich bin bei Gott, weil er mir zum einen die Brille zeigen muss, die ich aufhabe/-hatte, die Brille entfernen muss und mich lehren muss, mit seinen Augen zu sehen. Gott kennen und hören ... ich kann ihn nur hören, wenn ich ihn kenne - ich persönlich kenne ihn viel zu wenig ... ich verbringe viel zu wenig Zeit mit ihm, kann viel zu wenig sagen, wie er wann warum gehandelt hat etc. Es gibt einige User hier z.B., die das viel eher könnten, weil sie mehr Zeit mit ihm in seiner Gegenwart verbringen. Ich bin auf Hilfe angewiesen, was ich selbst "könnte" ... und bitte ihn, mir die richtige Hilfe zu senden. Dazu brauche ich offene Augen und Ohren, um sie zu sehen/finden ...

Aber ich schweife ab.

Stichwort: "(falsche) Erwartungen" und Scham/Verdammnis. Dem setze ich entgegen: offene, ausgestreckte Arme Jesu, empfangsbereit, liebend, sein Leben gegeben habend ... allzeit bereit ... Lehrer ... Leiter/Führer durch genau diese Gefühlswelt, Gedankenwelt ... (er weiß doch, was wir hier erleben, er hat das doch auch alles durchlebt)

Ich setze dagegen:

Liebe

Mir fällt es mit den Jahren nicht schwerer, sondern leichter, Gott zu vertrauen. Gerade weil ich ihn in so unglaublichen Dingen erlebt habe und erlebe. Schmerz muss und darf heilen, es klingt ein wenig komisch jetzt, aber wer mit Wunden durch die Gegend läuft, der muss ich nicht wundern, dass die kleinste Berührung schon Schmerz auslöst. Und auch hier: Die Berührung ist nicht der Schmerz. Der Schmerz ist die Wunde, die berührt wird. Die Saite, die berührt wird und anfängt, zu schwingen/klingen. (einfach nur ein anderes Bild)

...

Gott ist gut.
Immer. Jederzeit.
Seine Liebe ist immer. Jederzeit.
Klingt etwas anderes durch, ist "der andere" schon da, um Dir diese Lüge aufzutischen und diese Wahrheit zu rauben. Hol sie Dir zurück! (was mir geklaut wird, kann ich mir auch zurückerobern) Der Feind sucht sich immer unsere schwächste(n) Stelle(n). Oft genug "Gefühle" in Verbindung mit "Partner". Bei mir jedenfalls. Mit der Kraft, mich ins Straucheln zu bringen, klar. Dann erst recht zu Gott und Hilfe erbeten (egal, ob übernatürlich oder in "Menschengestalt").

Gott ist gut.
Allezeit.

Es ist unser "Ich", das uns quält, unser Fleisch und auch noch "der andere", der das gut auszunutzen weiß. Würde er vor der Tür stehen und klingeln, täte ihn niemand reinlassen. Das tut er deshalb nicht, sondern schleicht sich rücklinks heran, dass wir ihn nicht bemerken ...

Gesegnet seist Du durch den Geist Christi, der uns in alle Wahrheit führt, heraus aus der Lüge, heraus aus den Täuschungen, heraus aus den Leiden. Gesegnet seist Du mit der Liebe des Vaters und dem neuen Leben des Sohnes.

neubaugoere antworten
10 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Beitrag gemerkt, aber meine Suppe brodelt. Später eine Antwort von mir

Anonymous antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

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by the way: Du bist hier nicht die TE, falls Du das aus dem Auge verlierst ... 😉

neubaugoere antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

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Veröffentlicht von: @neubaugoere

by the way: Du bist hier nicht die TE, falls Du das aus dem Auge verlierst ... 😉

Was ist TE?

Total Eminence?

Also ich meinte nur, bei deiner langen Antwort ist es mir wichtig, diese
intensiver zu lesen, was ich erst ab 18h oder 24h schaffe.
Weil ich es wertvoll empfinde, wenn jemand so intensiv schreibt und
es mir wertvoll sein könnte aufmerksam zu lesen.

Anonymous antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
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Beiträge : 11874

die Thread-Eröffnerin 😊

Veröffentlicht von: @m-poepping

Also ich meinte nur, bei deiner langen Antwort ist es mir wichtig, diese
intensiver zu lesen, was ich erst ab 18h oder 24h schaffe.
Weil ich es wertvoll empfinde, wenn jemand so intensiv schreibt und
es mir wertvoll sein könnte aufmerksam zu lesen.

Natürlich, absolut verständlich. Doch ich antwortete in erster Linie eben der TE und ihrem Posting.

neubaugoere antworten
ibtissam
(@ibtissam)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 359
Veröffentlicht von: @neubaugoere

Enttäuschungen - Du wirst es kennen - sind ent-Täuschungen; sind im Grunde "Befreiungen". Ich bin ent-täuscht, nicht mehr länger ge-täuscht, sondern ent-täuscht.

Mein Kopf weiß das. Mein Herz hätte manchmal gern an der Täuschung festgehalten. Vielleicht ist mein Thema auch gar nicht Enttäuschung, sondern unerfüllte Wünsche und noch schwieriger finde ich unerfüllte Hoffnung.

Hingezogene Hoffnung macht das Herz krank, aber ein eingetroffener Wunsch ist ein Baum des Lebens. (Sprüche 13:12)

Das sagt die Bibel. Und das empfinde ich so. Was machst du also mit unerfüllter oder zumindest hingezogener Hoffnung? Mit dem Schmerz? Wenn dein Herz ganz krank geworden ist? Und warum lässt Gott das zu?

Veröffentlicht von: @neubaugoere

Mir fällt es mit den Jahren nicht schwerer, sondern leichter, Gott zu vertrauen. Gerade weil ich ihn in so unglaublichen Dingen erlebt habe und erlebe. Schmerz muss und darf heilen, es klingt ein wenig komisch jetzt, aber wer mit Wunden durch die Gegend läuft, der muss ich nicht wundern, dass die kleinste Berührung schon Schmerz auslöst. Und auch hier: Die Berührung ist nicht der Schmerz. Der Schmerz ist die Wunde, die berührt wird. Die Saite, die berührt wird und anfängt, zu schwingen/klingen. (einfach nur ein anderes Bild)

Das hast du gut ausgedrückt. Aber Wunden brauchen oft so lange zum heilen? 🙁 Warum?

Veröffentlicht von: @neubaugoere

Gott ist gut.
Immer. Jederzeit.
Seine Liebe ist immer. Jederzeit.
Klingt etwas anderes durch, ist "der andere" schon da, um Dir diese Lüge aufzutischen und diese Wahrheit zu rauben. Hol sie Dir zurück! (was mir geklaut wird, kann ich mir auch zurückerobern) Der Feind sucht sich immer unsere schwächste(n) Stelle(n). Oft genug "Gefühle" in Verbindung mit "Partner". Bei mir jedenfalls. Mit der Kraft, mich ins Straucheln zu bringen, klar. Dann erst recht zu Gott und Hilfe erbeten (egal, ob übernatürlich oder in "Menschengestalt").

Ja, da hast du wohl recht.

Veröffentlicht von: @neubaugoere

Ich vertraue Gott. Ganz.

Ich auch. Eigentlich. Und an genau dieses "eigentlich" will Gott wahrscheinlich grade ran. Ich vertraue ihm. So lebe ich mein Leben. Aber ich finde es schwer zu glauben, dass er wirklich immer mein Bestes will, wenn Dinge, die ich "gut" finde mir verwehrt bleiben. Dass er etwas besseres für mich hat, sehe ich nicht immer. Ich weiß, dass er da ist, ich weiß, dass er gut ist und wenn er sagt "Geh" werde ich gehen, wenn er sagt "Stop" werde ich anhalten, weil ich weiß, dass er gut ist, weil ich ihn liebe, weil ich nicht anders kann. Aber dennoch fällt es mir schwer mit unerfüllten Wünschen und Hoffnungen, mit Mangel und Nöten und Schmerz umzugehen.

Veröffentlicht von: @neubaugoere

Gesegnet seist Du durch den Geist Christi, der uns in alle Wahrheit führt, heraus aus der Lüge, heraus aus den Täuschungen, heraus aus den Leiden. Gesegnet seist Du mit der Liebe des Vaters und dem neuen Leben des Sohnes.

Danke. ❤
Und danke auch für deinen ehrlichen Beitrag. 😘

ibtissam antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 11874
Veröffentlicht von: @ibtissam

Eigentlich. Und an genau dieses "eigentlich" will Gott wahrscheinlich grade ran.</blockquote😈

Die Heilung passiert nicht einfach, nur weil Zeit vergeht. Die heilt nämlich keine Wunden. Gott schon. Und wir sind nicht unbeteiligt daran. Gemeinsam mit ihm ... keine Angst vor dem Weg in die Vergangenheit ... Du wirst erstarken am inwendigen Menschen.

Ich bete dafür, dass er Dich durch seine Augen auf Dich blicken lässt.
Er wird den Mangel ausfüllen.

😌

neubaugoere antworten
ibtissam
(@ibtissam)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 359
Veröffentlicht von: @neubaugoere

Die Heilung passiert nicht einfach, nur weil Zeit vergeht. Die heilt nämlich keine Wunden. Gott schon. Und wir sind nicht unbeteiligt daran. Gemeinsam mit ihm ... keine Angst vor dem Weg in die Vergangenheit ... Du wirst erstarken am inwendigen Menschen.

Bin auf dem Weg. Schon lange ... und immer wieder.
In den letzten Tagen ist viel passiert.

Veröffentlicht von: @neubaugoere

Ich bete dafür, dass er Dich durch seine Augen auf Dich blicken lässt.
Er wird den Mangel ausfüllen.

😢

ibtissam antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @neubaugoere

Und wir sind nicht unbeteiligt daran.

So ist es!

Veröffentlicht von: @neubaugoere

Gemeinsam mit ihm .

Amen!

Anonymous antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1482
Veröffentlicht von: @ibtissam

Hingezogene Hoffnung macht das Herz krank, aber ein eingetroffener Wunsch ist ein Baum des Lebens. (Sprüche 13:12)

Veröffentlicht von: @ibtissam

Das sagt die Bibel. Und das empfinde ich so. Was machst du also mit unerfüllter oder zumindest hingezogener Hoffnung? Mit dem Schmerz? Wenn dein Herz ganz krank geworden ist? Und warum lässt Gott das zu?

Nüchtern betrachtet: Er hat ja gar keine Wahl, wenn er nicht zum Wunschautomaten werden will. Die Alternativ bestünde darin, jedem alle Wünsche nur erfüllen, wenn er "angemessen" deswegen leidet. Da wären wir ganz schnell bei "nicht genug gebetet / nicht genug gewollt / nicht genug Vertrauen".

Meiner Ansicht nach liegt das Grundproblem oft darin, dass es uns als Menschen sehr schwer fällt, sich bewusst von einem Wunsch verabschieden zu wollen. Wir beten doch eher lange weiter um die Erfüllung als um die Fähigkeit, loslassen zu können. Letzteres fällt einem nicht einfach zu, denke ich, weil es eben so schwer ist, ein "Nein" zu akzeptieren. Nicht nur zu tolerieren, sondern wirklich für sich als Gottes Weg anzunehmen. Nicht mehr für diesen Wunsch zu beten, sondern nur noch dafür, ihn zu überwinden. Da siegt vermutlich immer unsere Menschlichkeit: Wir hoffen, bis es wirklich zu spät ist. Und das kann, je nach Thema, sehr lange dauern und uns viel Leid bringen.

Veröffentlicht von: @ibtissam

Das hast du gut ausgedrückt. Aber Wunden brauchen oft so lange zum heilen? 🙁 Warum?

Weil es sonst kein Herzenswunsch gewesen wäre, sondern nur eine Laune 😊 Ist wie mit Liebeskummer: Es ist ein großer Unterschied hinsichtlich Intensität und Dauer des Schmerzes, ob du jemanden geliebt hast oder nur verknallt warst. Insofern logisch, dass es bei einem Lebenswunsch ganz ähnlich ist. Zumal es einfach dauert zu trauern, zu akzeptieren.

Veröffentlicht von: @ibtissam

Dass er etwas besseres für mich hat, sehe ich nicht immer. Ich weiß, dass er da ist, ich weiß, dass er gut ist und wenn er sagt "Geh" werde ich gehen, wenn er sagt "Stop" werde ich anhalten, weil ich weiß, dass er gut ist, weil ich ihn liebe, weil ich nicht anders kann. Aber dennoch fällt es mir schwer mit unerfüllten Wünschen und Hoffnungen, mit Mangel und Nöten und Schmerz umzugehen.

Das geht uns allen so. Und ich denke, dass es auch eine Sache des Alters ist. Wenn ich mir alte Geschwister in der Gemeinde ansehe, mit denen man über solche Themen spricht, merke ich immer, dass die wirklich über all dem eine ungeheure Ruhe haben. Weil sie natürlich den Vorteil haben zurückzublicken und zu sagen: "Ja, jetzt sehe ich, warum das nicht ging - sonst wäre dieses und jenes nicht gewesen." Das ist immer so ein bisschen meine Hoffnung, dass ich dann mit 80 mehr kapiere und zufrieden bin 😉

Übrigens hatten wir gestern im Gottesdienst das Thema "Wünsche" und haben dieses Lied gesungen. Die Interpretation ist Geschmackssache 😉 , aber der Text passt gut zu unserer Diskussion. Es basiert, glaube ich, auf einigen Aussagen von Bonhoeffer:

"Es gibt ein erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche."

"Nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen erfüllt Gott."

"Wünsche, an die wir uns zu sehr klammern, rauben uns leicht etwas von dem, was wir sein sollen und können. Wünsche, die wir um der gegenwärtigen Aufgabe willen immer wieder überwinden, machen uns – umgekehrt – reicher."

Jedes Mal, wenn ich etwas von ihm lese, weiß ich, dass ich noch viel zu tun habe, was das Thema "Gottvertrauen" angeht 😉

tinkerbell antworten
ibtissam
(@ibtissam)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 359

Danke!

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Meiner Ansicht nach liegt das Grundproblem oft darin, dass es uns als Menschen sehr schwer fällt, sich bewusst von einem Wunsch verabschieden zu wollen. Wir beten doch eher lange weiter um die Erfüllung als um die Fähigkeit, loslassen zu können. Letzteres fällt einem nicht einfach zu, denke ich, weil es eben so schwer ist, ein "Nein" zu akzeptieren. Nicht nur zu tolerieren, sondern wirklich für sich als Gottes Weg anzunehmen. Nicht mehr für diesen Wunsch zu beten, sondern nur noch dafür, ihn zu überwinden. Da siegt vermutlich immer unsere Menschlichkeit: Wir hoffen, bis es wirklich zu spät ist. Und das kann, je nach Thema, sehr lange dauern und uns viel Leid bringen.

Ein weises Wort!
Ich bin mittlerweile schon an dem Punkt, dass ich bete, dass ich loslassen kann und mehr noch, dass ich annehmen kann, was ist und Zufriedenheit finde.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

"Wünsche, an die wir uns zu sehr klammern, rauben uns leicht etwas von dem, was wir sein sollen und können. Wünsche, die wir um der gegenwärtigen Aufgabe willen immer wieder überwinden, machen uns – umgekehrt – reicher."

Den möchte ich mir merken!

ibtissam antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @ibtissam

Wie geht ihr mit Enttäuschungen um?

Danke für deinen offenen Beitrag. Deine Frage finde ich interessant; sie hilft mir mehr von mir selbst und von Gott zu verstehen.
Ich selbst kenne Enttäuschung kaum. Höchstens in unwesentlichen Dingen. Ich kenne aber Rückschläge, Krankheit, Kinderlosigkeit usw..

Ich selbst will "viel", stecke meine Erwartungen eher hoch als niedrig.
Ich gehe aber nicht davon aus, ein "Recht" auf irgendetwas zu haben. Es gibt meines Erachtens keinen Anspruch darauf, gesund zu sein, einen Partner zu haben, eigene Kinder zu bekommen usw.. .... Wenn man es hat und - in christlicher Perspektive: es von Gott geschenkt bekommen hat - , dann ist das ein Geschenk. Es ist mir auf Zeit gegeben und kann mir wieder genommen werden.

Gott hat uns nichts von alledem (Kinder, Partner, Berufsperspektive, Gesundheit usw.) versprochen. Er hat uns aber versprochen, dass es uns an nichts mangeln wird. Und da lasse ich Gott definieren, was es heisst, dass es mir an nichts mangeln wird. Es sind nicht meine Befindlichkeiten und Nöte, die den Massstab setzen.

Psalm 34 (der Psalm mit der Jahreslosung) kann einen m.E. gut in die Spur setzen. David ist auf der Flucht, und er lobt Gott dafür, dass es denen, die Gott suchen, an nichts mangelt. (Vers 11) Was hat sich David unter "nichts mangeln" vorgestellt? Er, der zu dieser Zeit ohne Heimat ist, ohne Einkommen ist? Er, der schreibt, dass "die Gerechten viel leiden müssen"?

Veröffentlicht von: @ibtissam

Was macht ihr, wenn ihr denkt, ihr habt Gott gehört, aber dann ist es so nicht gekommen. Ich verstehe das nicht!!!!! Ich habe Gott schon so oft gehört und habe echt coole Geschichten, wo Gott mir Jahre vorher schon Dinge gezeigt hat, die passieren werden und wo er auf sehr persönliche Weise zu mir gesprochen hat.

Du schreibst, dass Gott mit dir persönlich geredet hat.
Für mich war es so, dass ich relativ spät einen Unterschied entdeckt habe. Gott allgemein zu glauben/ zu vertrauen, dass er dies und das tun kann usw., ist das eine. Diesen Glauben habe ich. Ich traue Gott jederzeit alles Gute zu.

Dass Gott mir "bestimmte" Dinge zusagt/ verspricht, ist etwas anderes. Ab und zu bekomme ich für bestimmte Menschen oder für mich etwas gesagt. Das ist ein felsenfestes Wissen, das auf einmal "da" ist und das was ich gehört habe, trifft auch so ein. Das ist eine andere Art von Gottes Reden, als der allgemeine (von Gott gegebene!) Glauben.

Wenn es so ist, dass ich etwas auf diese zweite Weise "gehört" habe und es nicht eingetroffen ist, dann habe ich an dieser Stelle auch eine Frage. Bei mir im Leben gibt es tatsächlich einen Punkt, der "anders" sein müsste. Ich empfinde das auch als schmerzhaft. Aber auch damit kann ich leben.

Anonymous antworten
11 Antworten
ibtissam
(@ibtissam)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 359

Danke für deine Gedanken.

Veröffentlicht von: @maggie-x

Und da lasse ich Gott definieren, was es heisst, dass es mir an nichts mangeln wird. Es sind nicht meine Befindlichkeiten und Nöte, die den Massstab setzen.

Theoretisch stimme ich dem total zu, aber ehrlich gesagt fällt es mir dann doch oft schwer, dass auch zu "fühlen". Ich war zum Beispiel jahrelang sehr einsam. Der Hauptgrund dafür war, dass ich Gottes Ruf gefolgt bin. Mir hat das überhaupt nicht gut getan und ich würde sagen, dass war nicht gut für mich. Und ein Grund warum ich irgendwann ausgebrannt bin. Und da sagt Gott, ich habe keinen Mangel. Das verstehe ich ganz ehrlich nicht wirklich.

Ich kämpfe auch grade mit dieser Frage, weil ich so gern Menschen die es schwer haben und die Jesus nicht kennen, Mut machen würde, aber selbst habe ich es auch nicht immer erlebt/gespürt, dass Gott "da" war, dass Gott genug war. Ich glaube, dass er trotzdem da war, weil es sein Wort so sagt, aber Nicht-Christen reicht das als Argument wohl kaum. 🤨

Veröffentlicht von: @maggie-x

Dass Gott mir "bestimmte" Dinge zusagt/ verspricht, ist etwas anderes. Ab und zu bekomme ich für bestimmte Menschen oder für mich etwas gesagt. Das ist ein felsenfestes Wissen, das auf einmal "da" ist und das was ich gehört habe, trifft auch so ein. Das ist eine andere Art von Gottes Reden, als der allgemeine (von Gott gegebene!) Glauben.

Veröffentlicht von: @maggie-x

Wenn es so ist, dass ich etwas auf diese zweite Weise "gehört" habe und es nicht eingetroffen ist, dann habe ich an dieser Stelle auch eine Frage. Bei mir im Leben gibt es tatsächlich einen Punkt, der "anders" sein müsste. Ich empfinde das auch als schmerzhaft. Aber auch damit kann ich leben.

Ja, genau das meine ich. Und mit diesem Schmerz und dieser Frage kämpfe ich immer mal wieder. So ganz kann ich es wohl noch nicht annehmen. Bete grade aber sehr viel, dass Gott mir da hilft.

ibtissam antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @ibtissam

Ich war zum Beispiel jahrelang sehr einsam. Der Hauptgrund dafür war, dass ich Gottes Ruf gefolgt bin. Mir hat das überhaupt nicht gut getan und ich würde sagen, dass war nicht gut für mich.

Verstehe ich richtig: Dein Weg der Nachfolge war (in mancher Hinsicht) nicht gut für dich, weil dir auf dem Weg bestimmte Dinge gefehlt haben?

Meine Frage wäre dann, ob du bestimmte Dinge erwartet und dich an dieser Erwartung festgemacht hast. Und enttäuschst warst/ bist, weil sie dir von Gott her nicht zuteil wurden.

Veröffentlicht von: @ibtissam

Ich kämpfe auch grade mit dieser Frage, weil ich so gern Menschen die es schwer haben und die Jesus nicht kennen, Mut machen würde, aber selbst habe ich es auch nicht immer erlebt/gespürt, dass Gott "da" war, dass Gott genug war.

Ich würde niemandem versprechen, dass er "etwas" bekommt, weil er Jesus nachfolgt. Das stimmt einfach nicht.

Er bekommt "Jesus selbst". Ich finde, das ist viel. Im Regelfall bekommen wir dann doch noch "etwas" obendrauf: allerhand Freundschaften, Familie, sinnhaftes Leben usw.. Aber darauf gibt es keinen Anspruch.

Meine persönliche Meinung ist es, dass alles am Verständnis von "Nachfolge" hängt. Ob ich - wie David in Psalm 34 - Gott zuerst danke und dann losgehe .... Oder ob ich losgehe und von Gott her bestimmte Ereignisse brauche, um IHM danken zu können.

Anonymous antworten
ibtissam
(@ibtissam)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 359
Veröffentlicht von: @maggie-x

Verstehe ich richtig: Dein Weg der Nachfolge war (in mancher Hinsicht) nicht gut für dich, weil dir auf dem Weg bestimmte Dinge gefehlt haben?

Ja, das habe ich gesagt. Und nein, ich meine das nicht wirklich. Ich würde den gleichen Weg wieder gehen. Und dennoch habe ich Mangel erlebt und verstehe nicht, warum Gott dem nicht begegnet ist. Und ja, jetzt kann man sagen, Gott ist meinem Mangel begegnet und ich sehe das nur nicht, weil ich auf eine bestimmte Antwort fixiert war. Aber irgendwie finde ich diese Erklärung nicht zufriedenstellend. Ich verstehe das grundsätzlich nicht: für mich war es in dem Fall "nur" ein Mangel an Freundschaften, für andere ist es Mangel an Gesundheit, Frieden, Sicherheit, Nahrung, ... Warum greift Gott nicht ein, wenn er doch könnte?

Veröffentlicht von: @maggie-x

Meine Frage wäre dann, ob du bestimmte Dinge erwartet und dich an dieser Erwartung festgemacht hast. Und enttäuschst warst/ bist, weil sie dir von Gott her nicht zuteil wurden.

Ja. Lebst du ohne ganz ohne Erwartungen? Ich weiß im Kopf, dass ich da kein Recht drauf habe und Gott es mir nicht versprochen hat, aber erhoffen wir alle uns nicht Gesundheit, Glück, Freundschaften, ... ?

Veröffentlicht von: @maggie-x

Meine persönliche Meinung ist es, dass alles am Verständnis von "Nachfolge" hängt. Ob ich - wie David in Psalm 34 - Gott zuerst danke und dann losgehe .... Oder ob ich losgehe und von Gott her bestimmte Ereignisse brauche, um IHM danken zu können.

Stimmt! Aber dennoch dürfen wir auch traurig und enttäuscht sein. Das war David auch. Und - vielleicht kommt das hier im Thread nicht so raus - wie David komme ich am Ende, wenn ich all meinen Frust losgeworden bin, auch immer wieder zum Danken.

ibtissam antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

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Ich antworte später mehr, ich muss gleich aus dem Haus ...

Veröffentlicht von: @ibtissam

Ja. Lebst du ohne ganz ohne Erwartungen? Ich weiß im Kopf, dass ich da kein Recht drauf habe und Gott es mir nicht versprochen hat, aber erhoffen wir alle uns nicht Gesundheit, Glück, Freundschaften, ... ?

Ich stecke meine Erwartungen sogar ziemlich hoch (glaube ich).
Und ich bekomme auch "viel", weil ich oft da anfrage, wo andere sich nicht trauen, zu fragen. ... Aber das ist eine menschliche Sache, keine geistliche. (Oder?)

Wenn etwas anders kommt, als ich es erwartet habe, dann nehme ich das - nicht sofort, aber man hat ja meist ein bisschen Zeit - entgegen. Was meinst du, wie oft ich letztes Jahr im Krankenhaus war - mit meinem Mann und in eigener Angelegenheit. Eigentlich könnten wir vor der Notaufnahme campieren. ... Ein Beispiel, damit du nicht denkst, ich sei eben (nur) auf der Sonnenseite des Lebens gelandet. In mancher Hinsicht bin ich das, aber nicht in jeder.

.... Antwort geht weiter, aber später .... 😊

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @ibtissam

Ich würde den gleichen Weg wieder gehen.

Das kann ich nicht nachvollziehen. Man geht doch keinen Weg zweimal, der für einen selbst mit Enttäuschung verbunden ist ...

Ich verstehe, dass man einen Leidensweg zweimal gehen würde und das auch tut; aber nicht einen Weg, wo man enttäuscht worden ist vom Anderen.

Um es aufs Menschliche zu übertragen: Wenn ich von meiner Ehe/ von meinem Mann enttäuscht bin, würde sich mein Mann sehr bedanken, wenn ich sagen würde, ich würde ihn nochmals heiraten (*ist ironisch gemeint*).

Veröffentlicht von: @ibtissam

Und dennoch habe ich Mangel erlebt und verstehe nicht, warum Gott dem nicht begegnet ist. Und ja, jetzt kann man sagen, Gott ist meinem Mangel begegnet und ich sehe das nur nicht, weil ich auf eine bestimmte Antwort fixiert war. Aber irgendwie finde ich diese Erklärung nicht zufriedenstellend.

Ich finde das einleuchtend. Wenn ich auf etwas fixiert bin ("So muss es sein"), dann kann ich die neuen Wege, die sich in manchem Elend öffnen, nicht entgegennehmen. Dann kann ich IHN nicht empfangen. ...

Für mich selbst würde ich sagen, dass es aus mancher unbefiredigenden Situation heraus nicht immer "weiter" geht. Oft ja, aber nicht immer. Manchmal geht es nur in die "Tiefe". Dahin, Gott mehr zu lieben. .... Das klingt vielleicht kitschig oder poetisch, das tut mir leid.

Anonymous antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1482
Veröffentlicht von: @maggie-x

Das kann ich nicht nachvollziehen. Man geht doch keinen Weg zweimal, der für einen selbst mit Enttäuschung verbunden ist ...

Doch, wenn die Enttäuschung das Nebenprodukt eines sonst richtigen, guten Weges ist, tut man das vielleicht. Und das ist bei den meisten Lebenswegen so, denke ich: Irgendeinen Haken hat alles. Je nachdem, wofür man sich entscheidet, werden andere Dinge komplizierter oder fallen ganz raus.

tinkerbell antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Doch, wenn die Enttäuschung das Nebenprodukt eines sonst richtigen, guten Weges ist,

Ich weiss nicht, was du genau damit meinst.
Es geht ja der TE nicht um Peanuts,die man eben mal wegstecken kann, sondern um entscheidende Lebensfragen/ -sehnsüchte.

Ich stimme ibtissam zu, dass es in der Liebe zu Gott ein Leiden gibt. Man leidet mit ihm, weil man seinen Weg mitgehen möchte. Dass es in der Liebe zu Gott manchmal auch ein Leiden an ihm geben mag. Weil ich manches tatsächlich nicht verstehe. Ich stimme zu, dass es in der Liebe zu Gott Einsamkeit gibt - gerade um dieser Liebe willen. ... Das alles ist normal.

Das gilt übrigens auch für jede zwischenmenschliche Liebe. Wer liebt, leidet mit dem andern, manchmal leidet er auch am andern, weil er Sachen einfach nicht versteht. Er ist manchmal einsam gerade um seiner Liebe willen.

Das Enttäuschtsein ist aber etwas Anderes. Wer enttäuscht ist, der hat am andern und an seinem Handeln nicht genug. Der andere Mensch oder sogar Gott "genügt" mir nicht. Ich habe etwas anderes von ihm erwartet. Ich kann mir kaum etwas Schlimmeres vorstellen, als wenn in einer Liebensbeziehung einer von beiden merkt, dass das, was er ist und gibt, dem andern nicht genügt.

Anonymous antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1482
Veröffentlicht von: @maggie-x

Ich weiss nicht, was du genau damit meinst.
Es geht ja der TE nicht um Peanuts,die man eben mal wegstecken kann, sondern um entscheidende Lebensfragen/ -sehnsüchte.

Das stimmt. Aber du weißt nie, ob diese Sehnsüchte erfüllt werden, wenn du einen gänzlich anderen Weg einschlägst. Bei manchen ist es dann wahrscheinlicher, klar. Aber Garantien hast du nie.

Veröffentlicht von: @maggie-x

Das Enttäuschtsein ist aber etwas Anderes. Wer enttäuscht ist, der hat am andern und an seinem Handeln nicht genug. Der andere Mensch oder sogar Gott "genügt" mir nicht. Ich habe etwas anderes von ihm erwartet. Ich kann mir kaum etwas Schlimmeres vorstellen, als wenn in einer Liebensbeziehung einer von beiden merkt, dass das, was er ist und gibt, dem andern nicht genügt.

Aber nimm doch einfach mal den Wunsch nach Kindern. Es gibt unzählige Paare, die sehr glücklich miteinander sind, die immer wieder sagen würden "den / die würde ich nochmal heiraten". Deren einzige bittere Enttäuschung in der Ehe die Kinderlosigkeit ist, die man vielleicht mit einem anderen Partner nicht gehabt hätte. Würde man dann sagen "Nächstes Mal würde ich lieber den Karl-Heinz oder die Mechthild heiraten, auch wenn sonst alles passt, vielleicht hätte es da ja geklappt"? Ich hoffe nicht, aber das ist wahrscheinlich auch sehr abhängig davon, wie schwer die Enttäuschung ist, wie groß der Wunsch war.

tinkerbell antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

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Veröffentlicht von: @tinkerbell

Das stimmt. Aber du weißt nie, ob diese Sehnsüchte erfüllt werden, wenn du einen gänzlich anderen Weg einschlägst. Bei manchen ist es dann wahrscheinlicher, klar. Aber Garantien hast du nie.

Amen. 😌

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Deren einzige bittere Enttäuschung in der Ehe die Kinderlosigkeit ist, die man vielleicht mit einem anderen Partner nicht gehabt hätte.

Wir sind uns einig, dass Kinderlosigkeit ein grosser Schmerz sein kann.
Ich bin kinderlos und weiss, wovon ich rede.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Würde man dann sagen "Nächstes Mal würde ich lieber den Karl-Heinz oder die Mechthild heiraten, auch wenn sonst alles passt, vielleicht hätte es da ja geklappt"?

Wenn man seine Kinderlosigkeit tatsächlich als Vorwurf - und sei es als einen inneren Vorwurf - an den Partner formuliert, sollte man ihn nicht noch mal heiraten - um in deinem Gedankenmodell zu bleiben.

Ich stelle mir eine bestehende Ehe schwierig vor, in der der eine dem andern die Kinderlosigkeit zum Vorwurf macht. ... Wie will man dann einander lieben; wenn man denkt, der andere schuldet einem etwas?

Analog dazu kann man seine Kinderlosigkeit auch Gott zum Vorwurf machen. Ich habe jetzt schon mehrmals gesagt, dass Vorwürfe, Enttäuschung über den Andern ("Du hast es nicht gut mit mir gemacht") nicht Ausdruck für eine Liebesbeziehung sind.

Und nochmal zu deinem Gedankenexperiment:

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Deren einzige bittere Enttäuschung in der Ehe die Kinderlosigkeit ist, die man vielleicht mit einem anderen Partner nicht gehabt hätte. Würde man dann sagen "Nächstes Mal würde ich lieber den Karl-Heinz oder die Mechthild heiraten, auch wenn sonst alles passt, vielleicht hätte es da ja geklappt"? Ich hoffe nicht

Man würde den Andern wieder "wollen", wieder heiraten, wenn man den Schmerz miteinander entgegengenommen hat. .... Ich weiss nicht, wie es anders gehen sollte.

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ibtissam
(@ibtissam)
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Veröffentlicht von: @maggie-x

Das Enttäuschtsein ist aber etwas Anderes. Wer enttäuscht ist, der hat am andern und an seinem Handeln nicht genug. Der andere Mensch oder sogar Gott "genügt" mir nicht. Ich habe etwas anderes von ihm erwartet. Ich kann mir kaum etwas Schlimmeres vorstellen, als wenn in einer Liebensbeziehung einer von beiden merkt, dass das, was er ist und gibt, dem andern nicht genügt.

Danke, da möchte ich weiter drüber nachdenken und dran bleiben, mein Gottesbild gerade rücken lassen. Mir ging es hier vor allem um die Enttäuschung von Gott, weil ich mir etwas anderes erwartet habe, erhofft habe. Aber du hast Recht, wie kann ich sagen Gott genügt mir nicht, was er mir gibt genügt mir nicht. Wobei ich eigentlich schon sage, dass Gott mir genügt ... aber manchmal fühle ich einfach etwas anderes und es gibt Bereiche in denen ich Mangel empfinde (keine Ahnung, ob ich oder Gott oder Menschen oder einfach die gefallene Welt "Schuld" sind).

ibtissam antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
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Beiträge : 0

Hach, ich bin so froh, dass du verstehst, was ich sagen will. 😘

Veröffentlicht von: @ibtissam

Danke, da möchte ich weiter drüber nachdenken und dran bleiben, mein Gottesbild gerade rücken lassen.

Ich würde sagen, dass in dem Moment, wo ich aufhöre, einen Handel mit Gott zu machen (also erwarte, dass ER mir meine Nachfolge entgilt), es tatsächlich "weitergeht". Nicht, weil ich dann von Gott dafür (für mein neues Gottesbild) belohnt werde. Sondern weil ich das, was geschieht von IHM her wahrnehmen und annehmen lerne. Meines Erachtens hat David in dieser Haltung gelebt. Alfred Delp beschreibt das so:

«Das eine ist mir so klar und spürbar wie selten: Die Welt ist Gottes so voll. Aus allen Poren der Dinge quillt uns dies gleichsam entgegen. Wir aber sind oft blind. Wir bleiben in den schönen und in den bösen Stunden hängen. Wir erleben sie nicht durch bis zu dem Punkt, an dem sie aus Gott hervorströmen. Das gilt für das Schöne und auch für das Elend. In allem will Gott Begegnung feiern und fragt und will die anbetende, liebende Antwort.» Alfred Delp (1907-1945)

a) Ich hoffe, diese Worte sind nicht zu "gross".
b) Um keinen falschen Eindruck zu erwecken: ich bin natürlich selbst eine Lernende. Für mich gilt. "Wer steht, der sehe zu, dass er nicht falle."

Anonymous antworten
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