Jesus neu annehmen....Immer wieder????
Hi.
immer wieder hört man das.
Gib dein Leben neu Jesus.
Ist das nicht irgendwie kindisch?
Warum tut man das?
Worte - wir Menschen funktionieren über Worte. Und so gehen wir auch mit Glauben um.
Gib dein Leben neu Jesus.
Du, Meriadoc, hängst dich dabei an „neu“ auf. Ich stolpere schon früher…
Mein Leben Jesus (über)geben. Christus lebt in mir. Christus ist für mich gestorben. Christus ist mein Herr. Ich glaube an Christus.
Fragen, die sich mir stellen: Wie hast du das gemacht? Wie kann das sein? Worin zeigt sich das? Und du, was ist dein Part in deinem Leben? Wie bestimmt Christus dein Leben?
Und was genau glaubst du?
… dass Christus gelebt hat (… welche Bedeutung hat das? … welche Auswirkungen zeigen sich in deinem Leben?)
… dass Er für deine Schuld gestorben ist (… wie hat Er das gemacht? … inwiefern hilft dir Vorstellung? … woher nimmst du die Gewissheit, dass das funktioniert? … was ist mit deiner eignen Verantwortung?)
… dass Er auferstanden ist, (… wie viel von der Wirklichkeit außerhalb deiner (irdischen):Realität kannst du tatsächlich wahrnehmen? … erlebst du Ihn als den Auferstandenen oder ist es für dich mehr eine Geschichte vom „Hörensagen“?)
… dass Er dein Herr ist (… sagst du das vor allem oder lebst du das auch? … wie ehrlich bist du, bei dem, was noch immer von dir bestimmt wird?)
… dass Er wiederkommen wird (… ist dir das stets präsent? … rechnest du zu deinen Lebzeiten damit?)
Oft wirkt es auf mich so, dass wir Formeln gefunden haben, mit denen wir uns gegenseitig „das (den) richtige(n) Glauben“ bestätigen. Ich will nicht sagen, dass dies falsch ist. Wir beziehen uns damit auf meist altbekannte Bibelstellen und haben damit eine gute Basis und eine gemeinsame Sprache hilft uns. Entscheidend ist aber doch, welche inhaltlichen, geistlichen Auswirkungen Glaube(n) hat. Bei all diesen Formeln - so mein Eindruck - haben wir oft zu wenig präsent, was diese Aussagen konkret, fassbar meinen. Wir nutzen sie mehr als Vergewisserung einer Zugehörigkeit und übersehen, dass wir letztendlich darunter nicht immer dasselbe verstehen. Gott ist groß und wir Menschen sind unglaublich vielfältig - so hat Er uns geschaffen.
Daher halte ich es für falsch, wenn mit solchen Formulierungen festgelegt(!) wird, wie (richtiger) Glaube zu sein hat.
An dem „neu“ will ich mich nicht aufhalten, auch wenn ich deine Kritik verstehe. Denn Erneuerung brauchen wir grundsätzlich alle immer wieder - da wir auf Erden, so wie ich uns erlebe, im Gelingen wie im Scheitern wachsen. Wir leben und glauben - so (gut) wie wir können. Und genau das reicht aus, ist genug - da Gott mit uns* ist. Er braucht es nicht, dass wir uns Ihm (neu) übergeben, für uns kann (darf) es eine Hilfe, ein Trost sein, dies - innerlich oder auch nach außen - zu kommunizieren.
*… wieder so eine gängige Formulierung. 😉
Christus aufnehmen - Diese Formulierung hatte ich gestern noch im Kopf, kam aber nicht auf die Worte. Sie ist genauso gängig wie schwammig. Ich zitiete sie mal mit etwas Text im Zusammenhang.
Johannes 1, 9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen[3]. 10 Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt erkannte es nicht. 11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben, 13 die nicht aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Am klarsten ist für mich: Jesus nachfolgen. Und ich stelle fest auch da werden wir nicht alle 1:1 dasselbe drunter verstehen.
So als kleine Ergänzung, was deine Wortwahl-Problematik bei mir ausgelöst hat, Meriadoc.
Noch eine weitere Assoziation: Jünger wird man unterwegs. 😊 Der Satz hatte mir gut gefallen. ... auf eine gute Jüngerschaft für uns alle! Eine Wortwahl, die gar nicht mehr so geläufig ist oder geht das nur mir so?
LG in die Runde!
So wie ich das verstehe, steckt da durchaus ein guter Gedanke dahinter. Der Gendanke, dass wir in unserem Alltag eben oft Kompromisse eingehen und um so länger jemand "im Glauben" steht um so eher schleichen die sich ein. Die Konsequenz mit der frisch bekehrte ihren Glauben leben, die lässt sehr häufig mit der Zeit nach. Genauso tut es uns aber immer wieder gut uns klar zu machen, wem unser Leben gehört und das Versprechen an Gott zu festigen. Vom Gedanken wie diese Ehe-Erneuerungs-Versprechen-Zeremonien, die es m.W. eher im amerikanischen Raum gibt.
Ob es kindisch ist?
Ich würde es nicht als kindisch bezeichnen. Ok, wenn ich davon ausgehe, dass das jeder Hörer immer und zu jeder Zeit braucht, oder jemand das jede Woche neu macht, dann irgendwie schon.
Aber das Anliegen an sich ist nicht schlecht. Nur ist das sehr sicher nicht immer bei jedem dran. Und wenn man es in einem Kontext (Gemeinde, Freizeit, Organisation,...) zu regelmäßig hört, dann kann man das auch als "kindisch" empfinden.
Ob es notwendig ist, das muss jeder für sich selbst entscheiden, weil man selbst eben seine Beziehung zu Gott am besten kennt.
Ich gebe zu, dass ich mich über Predigten mit solchem Inhalt auch schon geärgert habe. Weil ich das Gefühl bekam, mir wird ein Problem eingeredet, dass ich einfach nicht hatte. Bei mir gab es zu dem Zeitpunkt nichts neu zu übergeben.
Veröffentlicht von: @hundemannoh dieser Glaubensblues,
Ein interessantes Wort...
Ich selber gehe solchen Diskussionen immer eher aus dem Weg, die in diese Richtung gehen, also was ich selber als "Glaubensblues" einordnen/bezeichnen würde... weil ich dann denke: kommt eher nicht so viel bei raus..
Aber man ist selbst auch nicht vor Glaubensblues gefeit. Es gibt immer wieder Momente, da denke ich auch: "Warum ist die Situation so und so beschissen, wie sie ist...?"
lg Tatokala
Veröffentlicht von: @deborah71bei einigen Erkrankungen auch diese Formulierung "neu zu Jesus kommen".
Interessant. Es klingt so, als wenn dieser Ausdruck austauschbar ist. Wäre dieses Buch also an ein glaubensneutrales Publikum gerichtet, dann - überlege ich gerade, was man an der Stelle schreiben würde. "Einen Neuanfang machen" oder so etwas in der Art. Oder ist das zu schwammig? *grübel*
@meriadoc Als traditionell Gläubiger macht es so für mich Sinn;
Das ganze Leben ist immer permanent eine Art Entscheidung auf den Ruf Gottes. Kein Einmalding.
Ab zu und entfernt man sich mit dem Herzen, den Taten, und kommt zu Gott, sich wieder bewusst ausliefernd.
Grüße
ja, das Leben ist immer eine Entscheidung. Eigentlich müssen wir im Leben gar nichts tun, nur
eines Tages sterben. Bis dahin können wir uns immer wieder entscheiden.
Auch mich für den Glauben an Christus entscheiden. Ohne Zwang, ohne Druck, ich muss........
Ein inneres Muss kann und die Freude am Glauben verderben, die Freude in meiner Beziehung zu
Gott, zu mir selbst, anderen Menschen, verderben.
Selbst sage ich mir, ich werde glauben, weil mir der Glaube an Christus tut gut, trotz nicht immer
guten Erfahrungen, auch mit anderen Menschen, mit ihren unterschiedlichen Glaubensmeinungen.
Ich bin derjenige, der versucht in Beziehung mit Gott zu entscheiden, und dann handelt.
Dann bin ich nicht mehr Opfer der Umstände. Ich bin der, der nach meinem Wissen und
Gewissen handelt.
Natürlich lasse ich mir von anderen Menschen auch etwas sagen, helfen. Aber ich darf da auch frei sein.
Wenn uns Christus frei macht, sind wir wirklich frei.
Veröffentlicht von: @hundemannSelbst sage ich mir, ich werde glauben, weil mir der Glaube an Christus tut gut, trotz nicht immer
guten Erfahrungen, ....
Genau.
Mir sagte mal eine Gemeindeschwester (so richtig mit Haube etc.) 'Du hast ein Problem und das hast Du mit und ohne Gott. Aber mit Gott trägt es sich leichter...' (sinngemäß)
Und seitdem ist mein Gedanke immer mal wieder der 'wohin sonst sollte ich gehen?' Und hinter diese Entscheidung mag ich nicht mehr zurück.
@meriadoc Ich persönlich bitte Jesus mindestens einmal am Tag um Unterstützung. Also ja, ich übergebe mein Leben immer wieder neu an Jesus.