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Selbstvertrauen

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Leibesglieder
Themenstarter
Beiträge : 123

Ich mache mal ein persönliches Thema auf. Ich habe seit Kindheit ein schwaches "Selbst"vertrauen. In der Kindheit Scham erlebt. Kein Urvertrauen gelernt.
Als junger Erwachsener habe ich psychologische Rategeber gelesen mit den heute üblichen Überzeugung: Es fehlt uns an Selbstachtung, es geht uns schlecht, wenn wir gering von uns denken. Wir sollen ein schwaches Selbstwertgefühl mit hohem austauschen! Wir sollen uns groß fühlen und selbst lieben. Wir sollen die besten Freunde von uns selbst sein. 
Diese einfachen Tipps und Anleitungen änderten aber wenig. Als ich vor 10 Jahren zum Glauben fand änderte sich dann viel für mich. Weil ich Gott spürte, erlebte ich eine tiefe Liebe. Ich denke ihr wisst was ich meine 🙂 Aber das ist keine Selbstliebe. Es ist viel tiefer und bedeutender. 
Dennoch zweifele ich auch heute schnell an mir. Ich durchschaue vielen Menschen mit starken Selbstbewusstsein als zu unkritisch, selbstherrlich und fühle mich trotzdem klein vor ihnen.
Bei Paulus lese ich eine Demut, die anders ist als man sie heute versteht. Die weder von Selbsthass noch Selbstliebe bestimmt wird. Sie urteilt nicht und lässt sich von Kritik nicht einschüchtern. Sie kratzt nicht an seinem Selbst. 
Diese Demut klingt etwas wie das Loslassen im Buddhismus. Aber wir Christen glauben an eine Seele. Es ist kein Loslassen von einer angeblichen Illusion eines Ichs. Aber trotzdem ist es keine Selbstliebe. Wir sind ein Ich und wir sind geliebt. Und aus dieser Liebe lassen wir uns nicht von Urteilen stören. Doch die Wiedergeburt als Christ ist für mich kein Fingerschnips. Es ist bei mir ein Weg...

Wie steht ihr zu Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Selbstliebe. Spüren diese Christen, weil sie nicht aus einem kleinen Ich leben, sondern einem Selbst das in Beziehung mit Jesus steht? Oder ist das Selbst immer schlecht? Ein Ego?

 
  

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104 Antworten
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van Hagen
(@van-hagen)
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Veröffentlicht von: @leibesglieder

 

Wie steht ihr zu Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Selbstliebe. Spüren diese Christen, weil sie nicht aus einem kleinen Ich leben, sondern einem Selbst das in Beziehung mit Jesus steht? Oder ist das Selbst immer schlecht? Ein Ego? 

Den eigenen Egoismus gilt es zu nach und nach zu erkennen und zu überwinden. Den lange Weg dorthin, wird in der biblischen Imagination angesprochen und beschrieben, das geschieht, wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dann gebe zum Rock auch noch den Mantel hinzu. (Mt. 5, 40)

van-hagen antworten
Leibesglieder
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@van-hagen Ja, die Bergpredigt ist da sehr deutlich. Aber siehst du es dann anders als die anderen Antworten, die Selbstliebe und Selbstbewusstsein für Christen wichtig finden?

leibesglieder antworten
van Hagen
(@van-hagen)
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Veröffentlicht von: @leibesglieder

@van-hagen Ja, die Bergpredigt ist da sehr deutlich. Aber siehst du es dann anders als die anderen Antworten, die Selbstliebe und Selbstbewusstsein für Christen wichtig finden?

Die Stimme des Selbstbewusstseins wird immer wacher, die angebliche Schlichtheit des Mann aus Nazareth verliert zunehmend an Bedeutung, denn es gehen in dieser Richtung Veränderungen in der Gesellschaft vor - nur, wie löst sich damit in Verbindung das Abgeben des Mantels auch noch zum Rock dazu ?

Nehmen wir einmal die Legende vom Heiligen Martin zuvor, der hoch zu Ross seinen roten Mantel für den Bettler teilt. Dem Heiligen Martin mangelt es dabei, hoch zu Ross bleibend, nicht an Selbstbewusstsein. Solche Legenden sind imaginativ in Sinnbilder eingekleidet und sprechen geistige Kräfte an. Die Bibel spricht daher keinen physisch armen Bettler an, dem kalt im Winter ist, der vielleicht die Wärme des Mantels bräuchte, denn das Bild des Winters zeigt in einem imaginativen Bild, arm im Geiste zu sein, wo die Kälte herrscht und bittet um Geist. Dafür steht der Mantel, der physisch die Umhüllung des Körpers bedeutet, welches er auch im geistigen Sinne als Umhüllung an Bedeutung beibehält, er ist geistig also Schutzhülle des Inneren, der seelischen Empfindungen, Eindrücke und die Kraft zum Leben, aber er ist als Beschützer auch der Verwandler und Veredler des Inneren. Der Mantel steht für das Bewusstsein seiner selbst, für sein eigenes Selbst- oder Ich-Bewusstsein, das die Bibel in ihrer spirituellen Fachsprache als Ich bin bezeichnet wird.

Die Teilung des Mantels als Halbierung ist ja nur physisch möglich, nicht aber geistig. Sein Ich-Bewusstsein kann nicht zur Hälfte abgeben werden. Bei Mt. 5, 40 bedeutet es daher nicht, seinen Mantel ganz abgeben zu sollen, sondern dafür sorgen zu sollen, dass ein eigener erhalten wird. 

 

van-hagen antworten
BePe0905
(@bepe0905)
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@van-hagen 

Solche Legenden sind imaginativ in Sinnbilder eingekleidet und sprechen geistige Kräfte an. Die Bibel spricht daher keinen physisch armen Bettler an, dem kalt im Winter ist, der vielleicht die Wärme des Mantels bräuchte, denn das Bild des Winters zeigt in einem imaginativen Bild, arm im Geiste zu sein, wo die Kälte herrscht und bittet um Geist. 

Kann man so sehen 🧐  - muss man aber nicht    🤔 

Dafür steht der Mantel, der physisch die Umhüllung des Körpers bedeutet, welches er auch im geistigen Sinne als Umhüllung an Bedeutung beibehält, er ist geistig also Schutzhülle des Inneren, der seelischen Empfindungen, Eindrücke und die Kraft zum Leben, aber er ist als Beschützer auch der Verwandler und Veredler des Inneren. Der Mantel steht für das Bewusstsein seiner selbst, für sein eigenes Selbst- oder Ich-Bewusstsein, das die Bibel in ihrer spirituellen Fachsprache als Ich bin bezeichnet wird.

Kann man auch so sehen  🧐  -  muss man aber ebenfalls nicht    🤔 

Bei Mt. 5, 40 bedeutet es daher nicht, seinen Mantel ganz abgeben zu sollen, sondern dafür sorgen zu sollen, dass ein eigener erhalten wird. 

... dass ein eigener Teil (für einen selbst) erhalten wird...
Aha - soviel Selbstliebe darf also lt. Matthäus doch sein  😨 
Und damit sind wir wieder - trotz aller schönen Bilder, Imaginationen und Vergleiche - bei der Aufforderung "liebe deinen Nächsten wie dich selbst"  😇 😇 😇 😍 😍 😍 

 

 

 

 

 

bepe0905 antworten
van Hagen
(@van-hagen)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 53
Veröffentlicht von: @bepe0905

 

Bei Mt. 5, 40 bedeutet es daher nicht, seinen Mantel ganz abgeben zu sollen, sondern dafür sorgen zu sollen, dass ein eigener erhalten wird. 

... dass ein eigener Teil (für einen selbst) erhalten wird...
Aha - soviel Selbstliebe darf also lt. Matthäus doch sein  😨 

So interpretiert man es, wenn die Fachsprache spiritueller Texte nicht ihnen gemäß, sondern quantifizierend (im modernen mathematischen Sinne) gelesen werden.

van-hagen antworten
BePe0905
(@bepe0905)
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Beiträge : 630

@van-hagen 

So interpretiert man es, wenn die Fachsprache spiritueller Texte nicht ihnen gemäß, sondern quantifizierend (im modernen mathematischen Sinne) gelesen werden.

Sorry - aber bei dem, was du hier als "Fachsprache spiritueller Texte" und als "quantifizierende Textauslegung im modernen mathematischen Sinne" bezeichnest, sehe ich als ziemlich "esoterisches Geschwurbel" (wie ich bereits an anderer Stelle schrieb). 

Ja - man kann in alte Texte viel hineininterpretieren (was manchmal durchaus OK ist) und man kann ihnen dadurch einen besonderen spirituellen Anstrich geben. Und zwar auch dort, wo keiner vorhanden ist und der Text in aller Klarheit für sich selbst spricht!

Und klar - manche Texte haben tatsächlich eine mehrfache Aussage, eine konkrete für den jeweiligen Fall und eine weitere, die eher allgemein gilt und Raum und Zeit überdauert.  

Aber dieser Text im Matthäusevangelium ruft schlicht, einfach, eigentlich klar und deutlich auf, Übles nicht mit Üblem zu vergelten. Er fordert Leser bzw. Hörer zur Bereitschaft zum friedlichen Miteinander auf, wobei sogar persönliche Vorleistungen erwartet werden. Und dies in einer klaren Sprache, die für jedermann und -frau verständlich ist, auch wenn manche "Fachleute" damit vielleicht Probleme haben: 

38 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Auge um Auge, Zahn um Zahn.« 39 Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Bösen, sondern: Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. 40 Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. 41 Und wenn dich jemand eine Meile nötigt, so geh mit ihm zwei. 42 Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.

 

bepe0905 antworten
van Hagen
(@van-hagen)
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Veröffentlicht von: @bepe0905

@van-hagen 

So interpretiert man es, wenn die Fachsprache spiritueller Texte nicht ihnen gemäß, sondern quantifizierend (im modernen mathematischen Sinne) gelesen werden.

Sorry - aber bei dem, was du hier als "Fachsprache spiritueller Texte" und als "quantifizierende Textauslegung im modernen mathematischen Sinne" bezeichnest, sehe ich als ziemlich "esoterisches Geschwurbel" (wie ich bereits an anderer Stelle schrieb). 

Das ist kein Dialog, sondern eine Abwertung. Ein Dialog würde damit beginnen, zunächst sich selber danach zu fragen, was eine Quantifizierung denn eigentlich bedeutet und dann kann beim anderen nachgefragt werden. Stattdessen lässt deine Ausdrucksweise Bescheidenheit nicht erkennen, die es aufbringt, sich auch irren zu können und die bisherige Meinung zu verbessern, dafür aber zeigt sie eine beleidigte und besserwisserische, über den Mund fahrende Haltung.

van-hagen antworten
Chai
 Chai
(@chai)
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Veröffentlicht von: @van-hagen

Ein Dialog würde damit beginnen, zunächst sich selber danach zu fragen, was eine Quantifizierung denn eigentlich bedeutet und dann kann beim anderen nachgefragt werden. 

Du könntest auch einfach verraten, was Du mit dieser 'Quantifizierung' meinst. 
Und soweit ich mich erinnere, wurdest Du auch danach gefragt. 

chai antworten
BePe0905
(@bepe0905)
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@van-hagen 

Ja, so mag das nun mal sein und so kann man das empfinden - damit muss man hier fertig werden. 

Aber zur Sache: Man muss nicht unbedingt einen Dialog suchen, um hier mitzuschreiben. 
Auch der einfache Austausch unterschiedlicher Meinungen und Erkenntnisse ist möglich, für manche der stilleren Mittleser auch interessant, hilfreich, spannend oder manchmal sogar erheiternd. 

Bescheidenheit habe ich hinsichtlich meiner Aussagen eigentlich nur selten für mich in Anspruch genommen. Denn wenn ich eine klare (und biblisch begründete) Meinung habe, dann sage ich sie auch. Auch dann, wenn Andere dies vielleicht als Angriff auf ihre Meinung fühlen. Soll aber aus meiner Sicht weder eine Beleidigung noch Abwertung sein - allenfalls eine Abgrenzung! 

Und besserwisserisch? Etwas flapsig könnte ich dir antworten "Wer kann, der kann halt!"

Aber eher freundschaftlich empfehle ich dir, doch mal deine eigenen Texte dahingehend zu lesen. Als intelligenter Mensch, der du zu sein scheinst, strotzt dein Duktus geradezu vor Begriffen, die es manchen Leuten schwer machen, dir zu folgen und dich zu verstehen. Ja, manche deiner Sätze klingen schon etwas besserwisserisch und abgehoben. Und ich glaube nicht, dass du das nötig hast.

LiGrü
Dschordsch

bepe0905 antworten
van Hagen
(@van-hagen)
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Veröffentlicht von: @bepe0905

@van-hagen 

Solche Legenden sind imaginativ in Sinnbilder eingekleidet und sprechen geistige Kräfte an. Die Bibel spricht daher keinen physisch armen Bettler an, dem kalt im Winter ist, der vielleicht die Wärme des Mantels bräuchte, denn das Bild des Winters zeigt in einem imaginativen Bild, arm im Geiste zu sein, wo die Kälte herrscht und bittet um Geist. 

Kann man so sehen 🧐  - muss man aber nicht    🤔 

Dafür steht der Mantel, der physisch die Umhüllung des Körpers bedeutet, welches er auch im geistigen Sinne als Umhüllung an Bedeutung beibehält, er ist geistig also Schutzhülle des Inneren, der seelischen Empfindungen, Eindrücke und die Kraft zum Leben, aber er ist als Beschützer auch der Verwandler und Veredler des Inneren. Der Mantel steht für das Bewusstsein seiner selbst, für sein eigenes Selbst- oder Ich-Bewusstsein, das die Bibel in ihrer spirituellen Fachsprache als Ich bin bezeichnet wird.

Kann man auch so sehen  🧐  -  muss man aber ebenfalls nicht    🤔 

Bei Mt. 5, 40 bedeutet es daher nicht, seinen Mantel ganz abgeben zu sollen, sondern dafür sorgen zu sollen, dass ein eigener erhalten wird. 

... dass ein eigener Teil (für einen selbst) erhalten wird...
Aha - soviel Selbstliebe darf also lt. Matthäus doch sein  😨 
Und damit sind wir wieder - trotz aller schönen Bilder, Imaginationen und Vergleiche - bei der Aufforderung "liebe deinen Nächsten wie dich selbst"  😇 😇 😇 😍 😍 😍 

 

Na, "quantifizierend" ist doch ein bekanntes Wort - oder nicht? Es ist ein Spiel mit den Bedeutungen, die ihnen gegeben werden. Diese habe ich als diese eine Idee vorgegeben. Gibt man sie ihnen quantifizierend oder sinnbildlich? Quantifizierend ist doch leicht, oder nicht? Man gibt die Hälfte und erfriert mit - Wie sähe es speziell in diesem Beispiel sinnbildlich aus?

 

van-hagen antworten
van Hagen
(@van-hagen)
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Beiträge : 53
Veröffentlicht von: @leibesglieder

@van-hagen Ja, die Bergpredigt ist da sehr deutlich. Aber siehst du es dann anders als die anderen Antworten, die Selbstliebe und Selbstbewusstsein für Christen wichtig finden?

Sehen das andere denn nicht auch für andere?

van-hagen antworten
AWHler
 AWHler
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@leibesglieder 

Hallo und Danke für Dein Posting.

Was Du schreibst, ist sehr komplex und es zeigt mir zunächst, wie sehr die Grundlagen für unser Selbstbewusstsein und unser "Ich" in den frühen Jahren gelegt werden ... Scham, Urvertrauen sind die Stichworte, die Du selber gibst.

Zudem ist es spannend, mal zu schauen, in welchen "Typenlehren" wir uns - mit unseren Schwächen UND Stärken - wohl irgendwie am ehesten wiedererkennen - etwa im Enneagramm oder in Fritz Riemanns "Grundformen der Angst" ... Kennst Du diese Sachen? Sie helfen auf jeden Fall, die eigenen Stärken (wie Sensibilität, Einfühlungsvermögen etc). gerade auch da zu finden, wo man nicht mit breiter Brust und einem "Hallo, jetzt komme ich!" durchs Leben geht.

Wie Du selbst schreibst, ändert das Christwerden/Christsein (mit dem Zuspruch und Wissen, von Gott geliebt zu sein) nicht automatisch Dinge, die vielleicht in der Selbstwahrnehmung und im praktischen Leben ein "Dauerthema" bleiben.

Was Dir in concreto helfen kann, vermag ich deshalb garnicht zu sagen - dazu müsste man persönlich miteinander unterwegs sein und nicht in einem Forum.

Bin gespannt, was Andere noch schreiben werden.

Ach ja, ein Satz noch von Ulrich Schaffer, der mich seit jüngeren Jahren begleitet hat: "Mich selbst gering zu schätzen, ist eine Form falscher Demut, die ich in meinem Leben nicht weiter praktizieren will!"

L'Chaim

 

awhler antworten
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Leibesglieder
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@awhler Das Enegramm ist von Richard Rohr oder? Mir geht um die Bibel und wie Selbstbewusstsein darin theologisch zu sehen ist. Keine weiteren psychologischen Bücher oder zu mir persönlich. 

Ich bin auch gespannt 🙂

leibesglieder antworten
BePe0905
(@bepe0905)
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@awhler 

Ach ja, ein Satz noch von Ulrich Schaffer, der mich seit jüngeren Jahren begleitet hat: "Mich selbst gering zu schätzen, ist eine Form falscher Demut, die ich in meinem Leben nicht weiter praktizieren will!"

Die Ratschläge von Ulrich Schaffer haben mich auch einige Zeit (in meinen jungen Jahren) begleitet - und ich fand sie sehr hilfreich. 

In diesem Fall zeigt er etwas auf, das für Christen eigentlich logisch sein sollte: 
Wir sind gehalten, unseren Nächsten zu lieben "wie uns selbst". Aber was ist, wenn wir uns selbst nicht lieben, wenn wir uns selbst nicht achten, sondern uns im Vergleich zu Anderen klein machen? Wie sollen wir dann mit unseren Nächsten umgehen, welche Stellung nimmt dann mein Nächster aus meiner Sicht ein?

Selbstliebe sehe ich nicht als verwerflich an, nicht als Hochmut, nicht als Überheblichkeit, nicht als Geringschätzung anderer Menschen und schon gar nicht als Anmaßung Gott gegenüber. 
Gesunde Selbstliebe sagt: "Ich bin mir selbst wichtig, ich stehe zu mir, zu meiner Person, zu meinen Ansichten und zu dem Leben, das ich führe (oder anstrebe). Und deshalb geht mir nichts verloren, deshalb "breche ich mir keinen Zacken aus der Krone", wenn ich auch für Andere da bin, wenn ich abgebe und teile."

bepe0905 antworten
Leibesglieder
(@leibesglieder)
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@bepe0905 Sein Buch ist wohl nicht mehr erhältlich?

Du würdest also sagen: Sich selbst lieben ist christlich?

leibesglieder antworten
BePe0905
(@bepe0905)
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@leibesglieder 

Sich selbst lieben ist einerseits zutiefst menschlich. 
Meine Oma sagte gern: "Wer sich selbst nit leide kann, der kommt auch mit alle annern Leut nit zurecht."
Und dieser Satz wird - wenn auch nicht im Dialekt - von fast allen Fachleuten bestätigt. 

Denn eine gesunde*) Selbstliebe bzw. Selbstachtung macht uns erst zu einem gefestigten Menschen, der anderen auf Augenhöhe begegnen kann und von diesen akzeptiert wird. 
*) Wenn wir also von Selbstliebe reden, dann setzt dies ein vernünftiges Maß voraus, also weder fehlende noch  übertriebene Selbstliebe (Egoismus). 

Wenn wir nun den Menschen als von Gott geschaffenes (bzw. gewolltes) Wesen sehen, dann dürfen wir auch voraussetzen, dass Gott uns nicht als unvollkommene, fehlerhafte Kretins will, sondern als Menschen, die "nach seinem Bilde geschaffen" sind. Und wenn wir dann auch noch glauben, dass Gott uns (als seine "Kinder") liebt, dann wäre das eine Missachtung Gottes und seiner Gnade, wenn wir uns selbst nicht leiden können. 

Somit ist es also nicht nur menschlich, sondern auch zutiefst christlich, das Geschenk unseres Lebens (und somit uns selbst) zu lieben. Oder sollten wir uns gegenüber strenger sein als Gott?

bepe0905 antworten
Leibesglieder
(@leibesglieder)
Beigetreten : Vor 4 Monaten

Beiträge : 123

@bepe0905 Gut dass du das sagst. Es widerspricht was ich schon von Pastoren darüber gehört habe. Das Selbstliebe nicht christlich sei. Aber man kann es auch in der Bergpredigt so interpretieren. Andere "wie sich selbst" lieben. Und dass wir das Licht sind. Und das soll man ja nicht unter den Scheffel stellen 🙂

leibesglieder antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

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@leibesglieder 

Das Licht sind wir - mit dem Auftrag, es in die Dunkelheit zu bringen (missionaler/sendender Gott).

Selbstliebe und Selbstliebe - ich glaube, hier ist es gut, das genauer zu beleuchten, zu differenzieren, jeder versteht was anderes drunter. 

Vieles ist uns möglich durch Christus. Auch ist er es, der mir einen Wert gibt, sodass ich (es) mir selbst wert sein kann, dann fließt das auch über (Bild: Ton, Töpfer der Bibel) zum Nächsten ... (nein, ich denke nicht, dass wenn ich mich selbst hasse, ich meinen nächsten wirklich lieben kann).

neubaugoere antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4812

@neubaugoere Es ist ein Unterschied, ob man sich selbst mögen (lieben) kann, weil man ja auch von Gott geliebt ist oder ob man als Egoist unterwegs ist. 
Nicht umsonst stehen in der Bibel ja auch Geschichten von Menschen, die nach einer Begegnung mit Jesus aufrecht und fröhlich weiterzogen.

chai antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
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Beiträge : 19188

@chai 

Ja, und darüber müssen wir reden, erklären, was genau gemeint, weil genau da so viele Missverständnisse entstehen und sich in die Köpfe brennen ...

neubaugoere antworten
Leibesglieder
(@leibesglieder)
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@neubaugoere Lasst uns reden 🙂

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BePe0905
(@bepe0905)
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@leibesglieder 
Auch Luther soll wohl schon mal so treffend zum Thema "Auftreten" gesagt haben: 
"Aus einem verzagten Ar... kommt kein fröhlicher Furz". 

Wer sich selbst ein klein wenig mag, der darf sich gern als befreites und fröhliches "Kind Gottes" sehen - und wird sich auch so verhalten! Und dadurch auch etwas Licht in die Welt bringen, an dem sich Andere orientieren können. 

Wenn also dieser Pastor Selbstliebe als unchristlich sieht, dann meint er vielleicht jene übertriebene Selbstliebe, die man als Egoismus bezeichnen muss. Oder aber er ist ein besonders strenger Vertreter der Gattung "Pastor", dem die "Freiheit des Christenmenschen" eher suspekt scheint.
Dann aber hat er gewisse Ähnlichkeiten mit dem zuvor genannten verkniffenem oder "verzagtem Ar..." 😣 - Luther lässt grüßen  🤭 

bepe0905 antworten
Goldapfel
(@ga2)
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@leibesglieder 

Zum Beitrag

 

Du würdest also sagen: Sich selbst lieben ist christlich?

Darf ich auch dir etwas darauf antworten?

Als erstes: Wer hat dich geschaffen? Oder bist der der Ansicht, dass dein Leben und das aller anderen Menschen dem Zufall entspringt?

Und dann noch: Warum hat Gott selbst das irdische Leben auf sich genommen, sich kreuzigen lassen und dort am Kreuz die Schuld „der ganzen Welt“ auf sich genommen?

In der Bibel steht, „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass Er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an Ihn glaubt nicht verloren geht sondern ewiges Leben hat.“ Joh3,16

Wenn Gott uns Menschen geschaffen hat und uns so sehr liebt, darf ich mich dann nicht selbst auch lieben?

Wenn Sein „Ja“ zu mir gilt, darf ich mich dann nicht auch ehrlich bejahen?

So ganz grundsätzlich.

Das heißt nicht, dass ich immer liebe, was ich tue oder wie ich mich verhalte.

Aber ich darf glauben, dass Jesus mir vergeben hat.

Aus Liebe

 

 

ga2 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

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Veröffentlicht von: @ga2

Wenn Gott uns Menschen geschaffen hat und uns so sehr liebt, darf ich mich dann nicht selbst auch lieben?

Wenn Sein „Ja“ zu mir gilt, darf ich mich dann nicht auch ehrlich bejahen?

So ganz grundsätzlich.

👍

chai antworten


BePe0905
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@leibesglieder 

Bei Paulus lese ich eine Demut, die anders ist als man sie heute versteht. Die weder von Selbsthass noch Selbstliebe bestimmt wird. Sie urteilt nicht und lässt sich von Kritik nicht einschüchtern.

Demut? Ja, mag sein. Aber ich sehe bei Paulus ebenfalls ein gesundes Selbstbewusstsein, zwar immer im Dialog mit Gott, aber dennoch bei aller Demut (bzw. Bescheidenheit) einen sehr starken Willen und Durchsetzungsvermögen als inneren Antrieb. 
Bei Paulus wird das u.a. deutlich bei der Auswahl seiner Mitarbeiter, die er auf seine Reisen mitnahm (oder auch nicht). Und es wird sichtbar in seinem Auftreten, sowohl bei seinen Predigten in fremder Umgebung als auch in Not- und Gefahrensituationen (wie er sich z.B. gegenüber der Obrigkeit äussert). 

 

 

 

bepe0905 antworten
Chai
 Chai
Beiträge : 4812

Ich denke, auch als 'demütiger' Mensch kann man sich seines Selbstwertes durchaus bewusst sein. 
Wenn ich mir meines Wertes bewusst bin, kann ich mich auch mal zurücknehmen und muss mich nicht in den Vordergrund drängeln. 

chai antworten


Leibesglieder
Themenstarter
Beiträge : 123

Ich erkenne auch durch euch noch mehr dass das Christentum ein Mittelweg zwischen Selbstverleugnung wie im Buddhismus und Selbstbezogenheit unter den Weltlichen ist. Selbstliebe ja - Selbstverliebtheit nicht. Selbstbewusstsein ja - Selbstbezogenheit nicht

leibesglieder antworten
13 Antworten
hundemann
(@hundemann)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 597

 

ja es gilt in Christus Jesus die Mitte zu finden, zwischen Selbstliebe und Egoismus. 

Für mich ist die Bibel der beste Beziehungsratgeber, Gott lieben und meinen Nächsten wie mich selbst.

Christus spricht von Selbstverleugnung und Kreuzesnachfolge, das kann aber nicht heißen, das 

wir uns verneinen, schlechtmachen sollen, auf alles verzichten müssen.

Das ist das eine Extrem. Das andere, zu viel Egoismus, das nur noch meine eigene Meinung 

gilt, ich nichts anderes stehen lassen kann.

Dann gibt es Beziehungskriege ohne Ende, Machtkämpfe, Besserwisserei...................

Auch unter uns Christen. Das heißt für mich, auch mal meine Meinung zu hinterfragen

 

liebe Grüße,

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=XSJZpYJPU0A&list=RDXSJZpYJPU0A&start_radio=1&pp=ygUybmVobXQgZWluYW5kZXIgYW4gd2llIGNocmlzdHVzIGV1Y2ggYW5nZW5vbW1lbiBoYXSgBwE%3D

 

"nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat."  Arno und Andreas

 

hundemann antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1590

@leibesglieder 

Nur mal so ein Gedanke: Ist Buddhismus wirklich Selbstverleugnung?

Man erhofft sich ja auch etwas davon…

Ist das dann nicht eher reinste Berechnung?

Jesus zeigt uns dagegen, dass wir wertvoll sind für Gott und er bereit war, selbst für uns zu leiden, damit wir frei sein dürfen.

Und erst, wenn ich mir sicher bin, geliebt zu sein und einen Wert zu haben, brauche ich mich nicht mehr damit abmühen, ständig mein Ego zu füttern.

ga2 antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188

@ga2 

Wahre Worte. Ist ein Mangel gefüllt (eine Lücke), ist keine Sehnsucht nach Mangel-/Lückenfüllung mehr da. Dann ist das "Land" beFRIEDEt.

neubaugoere antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1590

@neubaugoere 

Jep

ga2 antworten
Leibesglieder
(@leibesglieder)
Beigetreten : Vor 4 Monaten

Beiträge : 123

@ga2 Der buddhismus lehrt, dass es kein Ich gibt. Und das zu erkennen ist Erleuchtung...

Ob es Berechnung ist weiß ich nicht. Aber es beinhaltet nicht gott und ich weiß nun einmal dass ihn gibt und möchte ihn hineinlassen 😉 :). Dazu muss man oft den Geist leeren. Also nicht alles schlecht am buddhismus. Aber ich möchte danach den heiligen Geist hineinlassen. 

leibesglieder antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29330

@leibesglieder 

Bist du nicht da, Ihn zu empfangen?  Was soll er in einer leeren Räumlichkeit? 

Dein Geist samt Seele bildet dein "Herz". 

Vor zwei Tagen bekam ich einen neuen Blick auf eine bestimmte Bibelstelle gezeigt, auf den nahen Gott in meinem Herzen, mein Allerheiligstes. 

 

Psalm 26, 8 HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt. 

 

ER wohnt in meinem Herzen, seit ich ihn hereingebeten hatte. Liebe und bewahre ich mein Herz? Behandle ich es gut? Welchen Gedanken gebe ich BleibeRechte, die mir schaden? Pflege ich Gedanken, die Ihn ehren und meinem Herzen gut tun? 

An diesem Impuls denke ich aktuell entlang. 

 

 

deborah71 antworten
Leibesglieder
(@leibesglieder)
Beigetreten : Vor 4 Monaten

Beiträge : 123

@deborah71 Ich habe nicht von mir geredet, sondern versucht den Buddhismus darzustellen und was mir Gott gibt, den es dort nicht gibt!

leibesglieder antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29330

@leibesglieder 

Nun, würdest du Buddhismus praktizieren, würde dieses Muster greifen. 

Ich denke, für die Anweisung "sauft euch nicht voll Wein" liesse sich jede andere Praxis einsetzen, die einer Erfüllung mit dem Heiligen Geist entgegensteht. 

Eph 5,18 Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen.

deborah71 antworten
Leibesglieder
(@leibesglieder)
Beigetreten : Vor 4 Monaten

Beiträge : 123

@deborah71 Ob voll wie sau oder leer wie Luft - es wohnt nicht die Liebe Christi darin

leibesglieder antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1330

@leibesglieder 

Der buddhismus lehrt, dass es kein Ich gibt. Und das zu erkennen ist Erleuchtung...

Ich weiß nicht, wie es im Buddhismus gemeint ist. Ich würde sagen, es gibt kein unveränderliches, starres Ich, im Grunde genommen gibt nur das Ich-Bewusstsein, dass aber auch in ein Wir-Bewusstsein übergehen kann. Insofern finde ich diese Lehre gar nicht so verkehrt. 

Mir fällt dazu auch Jeremia 18 ein: "1Der Herr sprach zu mir: 2»Geh hinab zum Haus des Töpfers, dort werde ich dir eine Botschaft geben!« 3Ich ging dorthin und sah, wie der Töpfer gerade ein Gefäß auf der Scheibe drehte. 4Doch es misslang ihm. Er nahm den Ton und formte ein neues Gefäß daraus, das ihm besser gefiel."

Ich finde den Gedanken, dass unser "Ich" wie wir es wahrnehmen, veränderlich ist, sehr tröstlich. Unsere Persönlichkeit, Wahrnehmung und auch unsere Erinnerungen sind fließend, manchmal ändert sich auch etwas von heute auf morgen. Dunkle Kräfte wollen uns immer einreden, wir sind so wie wir sind, und das was wir erlebt haben, prägt uns für immer. Das ist aber definitiv nicht wahr.

Für manche ist die Vorstellung, nicht als fixes Produkt zu existieren, sehr beängstigend, weil sie sich daran klammern oder ihren Wert daran festmachen. Im Moment brauchen sie das so, und man sollte diese Krücke auch nicht umstoßen.

mariposa22 antworten
Leibesglieder
(@leibesglieder)
Beigetreten : Vor 4 Monaten

Beiträge : 123

@mariposa22 Da ist wahres dran. Die Lehre eines verändlerichen Ichs ist heilsam. Jesus transformiert ja auch und das nicht über Nacht. Die Frage ist nur: Fülle ich eine Leere oder strebe ich sie an?

leibesglieder antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1330

@leibesglieder 

Fülle ich eine Leere oder strebe ich sie an?

Mir fällt dazu ein, dass es oft heißt, man solle sich leer machen, damit Platz für Neues ist. Ich würde das aber nicht als bewusste Handlung tun, sondern Gott, Jesus und den Heiligen Geist bitten, in mir entsprechend zu wirken.

mariposa22 antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1590

@mariposa22 

wir sind so wie wir sind, und das was wir erlebt haben, prägt uns für immer. Das ist aber definitiv nicht wahr.

Jein. 😉

Es prägt uns schon und wir haben auch ziemlich „starre“ Persönlichkeitsanteile, die nahezu unveränderlich sind.

Und wie nahezu alles kann es gut aber auch schlecht sein.

Wenn jemand neu geboren wird und sich das Leben dann ändert, durch neue Gewohnheiten, Bibellesen und Gemeinschaft mit anderen Christen, entstehen zum einen neue Prägungen und zum anderen ist plötzlich Gott im Spiel als derjenige, der heilen kann und will, was da an schlechten Erfahrungen/Prägungen der Vergangenheit ist. Mit der Neugeburt bekommen wir ja Gottes Geist, der uns hilft.

Er fördert das Gute und wenn wir ehrlich in unserer Beziehung mit Gott leben und mit ihm auch über unser Versagen, Nicht-wollen oder Nicht-können reden, anstatt wie David auszuweichen, geht die „Transformation“ zum neuen Menschen, der wir in Gottes Augen da bereits sind, schneller. Wobei das eben ein Prozess ist.

Gott hat uns mit der Neugeburt eine neue Natur geschenkt, die wir aktiv fördern können oder eben auch nicht.

Und mit Ihm können alte schlechte Erfahrungen zu etwas Gutem werden.

Ich hoffe, es ist allen klar, dass ich Gewalterfahrungen oder SMB nicht gut oder richtig finde.

Aber trotzdem kann Gott auch solche Erfahrungen nutzen.

Vielleicht indem wir besonders sensibel für Menschen sind, die ähnliches erlebt haben und ihnen mit besonderer Liebe oder Verständnis begegnen.

Oder andere erkennen, wenn sie unsere Geschichte hören, was Gottes Liebe aus einem Menschen machen kann.

Vielleicht haben wir noch Narben oder (Phantom-) Schmerzen manchmal oder auch noch mal schlechte Träume.

Aber wir haben (hoffentlich) erfahren, dass Gott uns zugewandt ist und wirklich alles für uns gut gemacht hat. Und dürfen in zunehmender Freiheit leben.

Ich habe bewusst wir geschrieben, weil ich mich persönlich da einschließe und ähnliches bei anderen erlebt oder davon gehört habe.

Bei diesen Schafen gab es diesen Spruch „Ohne dich ist alles doof“

Ich beziehe das auf Jesus, wenn man einmal vom Brot des Lebens gekostet hat, ist die verlockenste Torte nicht wirklich das Richtige.
Ich formuliere positiv (für mich): „Mit Jesus ist für mich alles gut“

 

ga2 antworten
Deborah71
Beiträge : 29330

@leibesglieder 

Selbstliebe ist gemäß dem Höchsten Gebot ein Gebot. 

Wir sind verantwortlich für uns, den Tempel des Heiligen Geistes. Gott hat uns angenommen, es gibt keinen Grund in Ablehnung zu bleiben. 

Gott möchte Zeit mit uns verbringen, uns in Seiner Liebe baden bis wir überfliessen von Seiner Liebe und wir selbst keinen Mangel leiden. 

Denn Mangel zeitigt Verhaltensweisen wie Egoismus und Egozentrik. Wenn Eltern nicht lieben konnten und Gott diesen Mangel nicht ausfüllen darf, dann versucht man, auf andere Ersatzmaßnahmen auszuweichen, die aber nur unvollständig den Mangel beheben und in in Folge wieder vergrößern. 

Als Bild kann man sich vorstellen: Egoismus ist wie ein schwarzes Loch, das alle Liebe verschlingt und nie satt wird. Egozentrik ist wie eine Sonne, um die andere wie Planeten zu kreisen haben und zwischen Erfrieren (zu fern) und Verbrennen (zu nah kommen) pendeln in so einer Beziehung. 

 

deborah71 antworten


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