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Überwinden


Ziag
 Ziag
Themenstarter
Beiträge : 176

Sucht-Überwinden

 

Ich wollte ich hätte gewollt, dann hätte ich es auch gekonnt, aber ich habe es getan weil ich es wollte und wünschte ich hätte es nicht getan und trotzdem werde ich es wieder tun, eben weil ich es in diesen Moment will und dann doch wieder bereue.

Das ist für mich das eigentliche Problem, nicht die Sünde die mir passiert, sondern die Sünde die ich bewusst mache, obwohl ich doch nicht müsste.

Es ist die Niedergeschlagenheit, der Frust, die Enttäuschung, es ist die Müdigkeit vom Kampf im Leben, gegen Schmerz, Druck, Überlastung und Stress, die immer wieder mir versucht, in der Flucht in einer Scheinwelt Erleichterung zu verschaffen, was aber doch immer wieder nur in neuer Not und Niedergeschlagenheit endet.

Und doch hilft all dies Wissen nichts, das macht mich krank!

Ich liebe diesen Kick, die Spannung und Erleichterung und hasse die Umstände, ja mir ekelt letztlich vor dem was ich doch immer wieder suche.

Es ist die Flucht, das sich gehen lassen, sich treiben lassen, oder getrieben werden, es lockt und ruft, es schmeichelt und verspricht, es zieht und fesselt und doch lasse ich es zu, ich könnte, ich wollte, ich werde mich herauswinden, flüchten, ich könnte fliehen, aufstehen und gehen, aber ich bleibe sitzen, lasse mich einwickeln und binden, umgarnen und fesseln. Ich hasse es und ich liebe es, ich liebe es und hasse es.

Und dann wieder:

Ich wollte ich hätte gewollt, dann hätte ich es auch gekonnt, aber ich habe es getan weil ich es wollte und wünschte ich hätte es nicht getan und trotzdem werde ich es wieder tun, eben weil ich es in diesen Moment will und dann doch wieder bereue.

Was soll ich sagen, es wäre alles nur eine falsche Rechtfertigung, ein Lüge, wenn ich sagen würde ich hätte nicht gewollt, wenn ich sagen würde ich tu es nie wieder, wenn ich sagen würde ich werde mich ändern, obwohl ich denke, dass ich es könnte wenn ich es wollte und doch kann ich nicht, obwohl ich wünschte ich wollte es auch dann, wo ich es nicht will, denn dann würde ich es auch können.

Aber das Wollen ist erst im Nachhinein, ich bin müde und schwach, ich gehe meinen Weg, einsam weinend und sehnsüchtig lachend und lasse mich fallen, steh auf und lasse mich immer wieder fallen, es schmerzt das Gehen und das sich fallen lassen, und ich stehe auf und lass mich wieder fallen. Das Leben wird nicht leichter, die Umstände nicht besser, die Not und der Schmerz nicht kleiner, der Frust und die Müdigkeit nagen an meinem Willen und mit aller Kraft stehe ich wieder auf und bald darauf lasse ich mich wieder fallen- und es schmerzt.

Ja, ich liebe das was ich hasse, obwohl ich liebe nicht die Umstände, aber doch den Kick.

Werde ich einmal beim Herrn sein?

Ich meine, das eigentliche Problem ist nicht die Sünde die mir passiert, sondern die Sünde die ich bewusst mache, bei der ich in diesem Moment Erleichterung suche, die Sünde die ich nicht tun müsste und doch mache, die Sünde schafft mir letztlich nicht nur „Freud“ und Leid, sondern richtet sich gegen den Herrn.

Ich flüchte mich nicht zu ihm, sondern in eine Scheinwelt, ich suche nicht Erleichterung bei ihm, sondern in der Sünde, ich suche Freude, Entspannung nicht bei ihm, sondern schenke auch meine Zeit und Kraft der Sünde. Ich verletzte nicht nur mich und andere, sondern auch Gott.

Ich ignoriere ihn, gehe ihm aus dem Weg und lasse mich von einer Welt gefangen nehmen, die nichts Gutes an sich hat, ich lebe in zwei Welten die nicht gegensätzlicher sein können, ich werde zerrissen und lasse es zu, ich zerreiße mich selbst, es ist doch mein freier Wille.

Ich lebe für Gott, habe viele Dienste getan und doch lebe ich für eine Welt die gegen Gott und mich ist, ich versuche Licht zu sein und lebe doch selbst immer wieder im Dunklen und dann gehe ich wieder zu Gott, hin und her, hin und her.

Hell- Dunkel, Oben- Unten,  Freude- Frust, Friede- Unruhe, Gemeinschaft- Alleine, Offenheit- Verborgenheit, Freiheit- Gefangen, sauber- schmutzig ……..

Depression und Resignation macht sich breit.

Warum? Warum, mache ich das?

Und dann wieder:

Ich wollte ich hätte gewollt, dann hätte ich es auch gekonnt, aber ich habe es getan weil ich es wollte und wünschte ich hätte es nicht getan und trotzdem werde ich es wieder tun, eben weil ich es in diesen Moment will und dann doch wieder bereue.

Gibt es einen Ausweg, gibt es Hilfe, oder Hoffnung, bin ich wirklich alleine?

Es fehlt die Kraft zum Kämpfen, der Wille, Resignation und Hoffnungslosigkeit ist der Nährboden und die Versuchung lacht, sie reibt sich die Hände, sie flüstert mir in freundlichen verniedlichenden Worten zu, sie malt schöne Bilder, sie verspricht Erleichterung, komm schon, der Kampf ist eh aussichtslos, du tust es ja doch.

Nein, nein, ich liebe den Herrn, ich hasse die Sünde, ich will treu sein, geh weg, lass mich, der Herr liebt mich, ich will ihn auch lieben, ich bete und entscheide endlich, jetzt nicht, ich schaffe es, das Verlangen, die Zerrissenheit, der Schmerz lässt kurz nach, aber 5 Minuten später klopft die Versuchung, die Sehnsucht wieder am Herzen und jetzt noch viel schlimmer, aber diesmal, dieses eine Mal stehe ich auf und ich kann mich einfach umdrehen und gehen, es funktioniert, ich bin frei, ich kann lachen und Freude haben, ich muss nicht, bin nicht gefangen, nicht ausgeliefert, ich kann doch, jetzt bin ich endlich frei, ich habe es geschafft.

Doch dann am nächsten Tag, dann wieder, die Versuchung will sich nicht geschlagen geben, die Sehnsucht, die Enttäuschungen, die Depression, die Angst, die Einsamkeit, das Verlangen, alle verbünden sich und sie klopfen am Herzen, sie versprechen Erleichterung, sie versprechen Freude, sie sind voll von Sehnsucht und Begehren, die Lust am Kick und wieder die Gleichgültigkeit, das sich gehen lassen, die Resignation:

Ich wollte ich hätte gewollt, dann hätte ich es auch gekonnt, aber ich habe es getan weil ich es wollte und wünschte ich hätte es nicht getan und trotzdem werde ich es wieder tun, eben weil ich es in diesen Moment will und dann doch wieder bereue.

Aber ich habe gelernt, ich habe erfahren, ich habe einmal überwunden, ich habe verstanden, die Versuchung kann die Liebe zum Herrn nicht überwinden, die Liebe zum Herrn macht mich frei.

Sie richtet meinen Blick, weg von der Versuchung, vom Ich, von den Enttäuschungen, hin auf ihn, auf den, der mich gewollt hat und mich liebt.

Nun habe ich es gewollt und deshalb habe ich es auch überwunden, ich habe es nicht getan, weil ich es nicht wollte und wünsche es nie wieder zu tun, ich liebe den Herrn, weil er mich liebt, ein Funke Hoffnung ist erwacht!

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