Wie sehr trägt uns ...
 
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Wie sehr trägt uns Gottes Gnade"?

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AWHler
 AWHler
Themenstarter
Beiträge : 2370

Beim Griff in meine Bücher-Regale stoße ich mal wieder auf Philip Yancey und nehme das Buch "Zurück zur Gnade" heraus, es steht direkt neben "Alles aus Gnade", der Autobiografie von Brennan Manning und Rob Bell's "Das letzte Wort hat die Liebe" ...

Alle drei Autoren sprechen mich bis heute an, auch wenn ich glaubensmäßig in Vielem post-evangelikal und theologisch liberal(er) geworden bin, aber was sie schreiben, berührt immer wieder mein Herz.

Alle Drei tragen einen "Schatten" mit sich: Yancey mit seinem Geständnis Anfang 2026, eine jahrelange (gewollte) außereheliche Affäre gehabt zu haben, Manning als immer wieder rückfälliger Alkoholiker, der seine Sucht nie überwunden hat, Rob Bell als vermeintlich Abtrünniger, der sich (in den Augen "biblischer Anklage-Vertreter") ununterbrochen schuldig macht, weil er als Redner & Autor vermeintlich unbiblisches Gedankengut publiziert und damit Christen vom rechten Weg abbringt, ohne Buße zu tun und umzukehren.

All dies bringt mich zu der Frage, wie tief und bleibend, er-tragend und barmherzig Gott letzt-endlich ist - auch da, wo wir selber es NICHT schaffen ( immer wieder scheiternd, dauerhaft versagend, kontinuierlich in Verfehlungen gefangen) ein Leben zu führen, das "der Gnade gerecht wird".

Der Gnade gerecht werden? Ja, genau dies ... denn auch wenn es heißt, dass wir mit Reue und Umkehr IMMER bei Gott auf Gnade stoßen und wenn dazu eingeladen wird, dem Geist Gottes (heute ist Pfingsten) zu gestatten, uns das Vermögen und Gelingen zu schenken und zu schaffen, was wir nicht aus uns selbst schaffen - so sieht die Realität unter (uns) Christen (oft im Verborgenen) anders aus - und es bleibt doch die Frage, ob Gottes Gnade letztendlich Grenzen hat?

Was meint Ihr?

Ich selber glaube, dass Gottes Liebe, Barmherzigkeit, Erbarmen und Gnade uns alle - auch über unsere vielleicht lebenslangen Grenzen, Versagen und nict ablegbaren Verfehlungen hinaus - BLEIBEND trägt.

L'Chaim 

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AWHler
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Themenstarter
Beiträge : 2370
Veröffentlicht von: @samira-jessica

Ich bin mir nicht sicher ob ich es richtig verstehe; meinst du, dass man also Gottes Erwartungen erfüllen muss und alles ohne ihn schaffen muss?

Nein, die Krux liegt ja gerade darin, dass gepredigt oder in christlichen Büchern geschrieben wird, dass man es ja nicht aus eigener Kraft schaffen muss, kann oder soll - sondern dass die Kraft, Hilfe & Stärke von Gott kommt, man muss sie nur erbitten, dafür offen sein, sie wirken lassen ... und trotzdem "funktioniert" es für die Betreffenden nicht, von etwas loszukommen und sagen zu können, "mit Gottes Hilfe ist es mir gelungen", oder "Gott hat mir Befreiung geschenkt".

Veröffentlicht von: @samira-jessica

Fehlt da ein "nicht"?
"... und es nichts gibt, was mit Gottes Hilfe, Gottes Kraft und eigener Bereitschaft nicht zu überwinden wäre."?

Ja, danke - so ist es korrekt 🙂

L'Chaim

awhler antworten


luxlucetintenebris
Beiträge : 769
Veröffentlicht von: @neubaugoere

Es ist ein himmlisches Prinzip, dass ein Leben, das Gott übergeben wurde, das von Gott gerettet wurde, nicht unverändert bleibt. Es ist eine logische Folge, dass Veränderung auf die Begegnung mit Gott, auf die nunmehrige Verbindung sozusagen.

Bei der Lebensübergabe an Jesus Christus ist man doch m.E noch nicht von Gott aus dem Einflussbereich seines Widersachers gerettet worden, sondern erst durch entsprechende künftig beherzte Abkehr von aller bisheriger Bosheit, hin zu nurmehr gelebter Liebe,

1Joh 4,16 Und wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und ihr geglaubt. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.

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neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188

@luxlucetintenebris 

*hm* ... sind das nicht Dinge, die niemand "kontrollieren" kann? Wenn ich meine eigene Geschichte anschaue, habe ich nie eine "Lebensübergabe" gesprochen, ich gehörte von Anfang an ihm, weil er mir seine Liebe geoffenbart hatte. Der Rest ist Entwicklung hin zum "immer ähnlicher werden", wie es die Bibel sagt.

Gott hat gerettet - ich habe dieses Geschenk angenommen => somit bin ich errettet, weil die Beziehung wiederhergestellt ist. Und ja, die Bibel spricht davon, dass wir hier nur Besucher sind, Bewohner dieser Erde, wir gehören da aber nicht hin, sondern gehören zu Ihm. Manche nutzen auch die Wortwahl des Standes vor Gott. Ich bin in den Stand seines Kindes versetzt. Ich gehöre ihm (Brautpreis ist bezahlt), muss leider noch hier wohnen 😉 , bis er wiederkommt, um seine Braut zu holen. Also mit deinen Worten: ja, noch im Einflussbereich des Widersachers zu Gottes Herrschaft(sbereich) gehörend.

Aus Gnade. Als Geschenk. In einem Lied (Tasha Cobbs Leonard) heißt es nach Sacharja 4,6 im Englischen: „Not by might, not by power, by your Spirit, God - send your Spirit, God“ (das ist das Lied, der Text ist: not by might, nor by power ...) Die deutsche Übersetzung der Sacharjastelle ist: „Nicht durch Heeresmacht und nicht durch Gewalt, sondern durch meinen Geist, spricht der HERR“

Alles, was wir hier vollbringen, in den Werken, in denen wir wandeln --> nur durch seinen Geist. Alle Entwicklung --> nur durch seinen Geist.

neubaugoere antworten
luxlucetintenebris
Beiträge : 769
Veröffentlicht von: @awhler

Nein, die Krux liegt ja gerade darin, dass gepredigt oder in christlichen Büchern geschrieben wird, dass man es ja nicht aus eigener Kraft schaffen muss, kann oder soll - sondern dass die Kraft, Hilfe & Stärke von Gott kommt, man muss sie nur erbitten, dafür offen sein, sie wirken lassen ... und trotzdem "funktioniert" es für die Betreffenden nicht, von etwas loszukommen und sagen zu können, "mit Gottes Hilfe ist es mir gelungen", oder "Gott hat mir Befreiung geschenkt".

Oh, da finde ich die segensreichen Wegweisungen/Anleitungen von Jesus selber, und auch sinngleichen seiner Jünger und Apostel schon zielführender, allmähliche bis vollkommene Befreiung vom einstigen negativen Einfluss Gottes Widersacher zu erleben.

Wenn es jeweils heisst....legt ab, zieht an, dann ist das m.E. Empfehlung sich aufzumachen,  um bei sich eine positive Charakterveränderung zu bewirken um so bleibende Befreiung, Erlösung vom Bösen bewirken zu können. 

Jakobus schreibt ja auch, seit Gott untertan, widersteht dem Bösen, so flieht er von euch....also immer mit Eigeninitiative verbunden, wobei es natürlich unterstützt wenn man Gott um Hilfe bittet.

Kol 3,8 Nun aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde;

Jak 1,21 Darum legt ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmt das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzt ist und Kraft hat, eure Seelen selig zu machen.

1Petr 2,1 So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede

Ich habe bei Besuchen verschiedener christlichen Glaubensgemeinschaften auch viele enttäuschte Gläubige gesehen, denen man bei Evangelisationen oder bei Besuchen von Alphalive-Glaubenskursen im Stil Deiner obigen Worten sozusagen versprochen habe,dass sie nach dem gesprochenen Übergabegebet von Gott ein neues, schönes Leben geschenkt bekommen würden. Sie müssten nun nichts mehr dafür tun, nur dankend annehmen.... Sie warteten noch nach Jahren darauf.

 

luxlucetintenebris antworten
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Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3368

@luxlucetintenebris 

Ich habe bei Besuchen verschiedener christlichen Glaubensgemeinschaften auch viele enttäuschte Gläubige gesehen, denen man bei Evangelisationen oder bei Besuchen von Alphalive-Glaubenskursen im Stil Deiner obigen Worten sozusagen versprochen habe,dass sie nach dem gesprochenen Übergabegebet von Gott ein neues, schönes Leben geschenkt bekommen würden. Sie müssten nun nichts mehr dafür tun, nur dankend annehmen.... Sie warteten noch nach Jahren darauf.

..das sind kommerzielle Werbeveranstaltungen für das Evangelium…. Es kann ja sein, dass davon jemand berührt wird, weil Gottes Geist überall wehr wo er will….aber wenn du bei der Veranstaltung nicht wirklich berührt wurdest, dann nützt das alles nichts…das im Herzen berührt werden macht ja, dass man sich immer mehr auf das einlässt, was Jesus sagt weil man es als gut erkennt und dann hält man auch daran fest. Obwohl es schwierig ist,

 

Wenn es jeweils heisst....legt ab, zieht an, dann ist das m.E. Empfehlung sich aufzumachen,  um bei sich eine positive Charakterveränderung zu bewirken um so bleibende Befreiung, Erlösung vom Bösen bewirken zu können. 

Jakobus schreibt ja auch, seit Gott untertan, widersteht dem Bösen, so flieht er von euch....also immer mit Eigeninitiative verbunden, wobei es natürlich unterstützt wenn man Gott um Hilfe bittet.

Ich hab nur für mich gemerkt, dass ich das aus eigener Kraft alleine gar nicht kann - soll heißen, wenn ich mich selbst darum bemüht habe das einzuhalten, bin ich immer an einen Punkt gekommen, an dem ich das unmöglich fand, diese Forderung zu erfüllen und im Prinzip kapitulieren musste. Jetzt kannst du natürlich sagen: okay da war sie einfach nicht stark genug. Aber ich hatte eher den Eindruck, dass ich da probiere, etwas aus mir selbst heraus zu vollbringen, was so gar nicht geht. Denn ich bin ja noch immer die Alte…

Immer erst dann, wenn ich tatsächlich kapituliert habe, ging es weiter in einem guten Sinne. Immer erst, wenn ich meine Fehlbarkeit und mein Unvermögen anerkannt habe, ging es für mich ohne Kampf weiter.

Ich weiß nicht genau, was da tatsächlich passiert, aber es scheint so zu sein, dass erst wenn ich fähig bin, mir selbst Schwachheit zuzugestehen, ich eine Form von Kraft bekomme, die nicht von mir ist.

Das macht für mich insofern Sinn es so zu sehen, weil wenn ich es von mir aus könnte, dann könnte ich mich auch dessen rühmen.  

hey schaut her ich hab’s geschafft also schafft ihr das auch wenn ich das aus eigener Kraft kann, kann das jeder…. und die, die es nicht können, die versuchen es nur nicht hart und aufrichtig genug…und ganz sicher will Gott nicht, dass wir so denken

das Gegenstück zu diesem Mindset ist für mich der Gedanke, dass es wirklich ein Geschenk ist und ich gar nichts dafür kann, überhaupt gar nichts.

Es gibt diese eine Bibelstelle, die genau darauf Bezug nimmt in Epheser 2, 8-10

Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; 9 nicht aus Werken, damit niemand sich rühmt. 10 Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. 

Also, Gott rettet mich und bereitet auch dann noch Werke vor, in denen ich wandeln soll…eigentlich bleibt da nicht mehr viel  eigene Initiative….🙂

 

 

 

 

 

stern antworten


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