Wie sehr trägt uns Gottes Gnade"?
Beim Griff in meine Bücher-Regale stoße ich mal wieder auf Philip Yancey und nehme das Buch "Zurück zur Gnade" heraus, es steht direkt neben "Alles aus Gnade", der Autobiografie von Brennan Manning und Rob Bell's "Das letzte Wort hat die Liebe" ...
Alle drei Autoren sprechen mich bis heute an, auch wenn ich glaubensmäßig in Vielem post-evangelikal und theologisch liberal(er) geworden bin, aber was sie schreiben, berührt immer wieder mein Herz.
Alle Drei tragen einen "Schatten" mit sich: Yancey mit seinem Geständnis Anfang 2026, eine jahrelange (gewollte) außereheliche Affäre gehabt zu haben, Manning als immer wieder rückfälliger Alkoholiker, der seine Sucht nie überwunden hat, Rob Bell als vermeintlich Abtrünniger, der sich (in den Augen "biblischer Anklage-Vertreter") ununterbrochen schuldig macht, weil er als Redner & Autor vermeintlich unbiblisches Gedankengut publiziert und damit Christen vom rechten Weg abbringt, ohne Buße zu tun und umzukehren.
All dies bringt mich zu der Frage, wie tief und bleibend, er-tragend und barmherzig Gott letzt-endlich ist - auch da, wo wir selber es NICHT schaffen ( immer wieder scheiternd, dauerhaft versagend, kontinuierlich in Verfehlungen gefangen) ein Leben zu führen, das "der Gnade gerecht wird".
Der Gnade gerecht werden? Ja, genau dies ... denn auch wenn es heißt, dass wir mit Reue und Umkehr IMMER bei Gott auf Gnade stoßen und wenn dazu eingeladen wird, dem Geist Gottes (heute ist Pfingsten) zu gestatten, uns das Vermögen und Gelingen zu schenken und zu schaffen, was wir nicht aus uns selbst schaffen - so sieht die Realität unter (uns) Christen (oft im Verborgenen) anders aus - und es bleibt doch die Frage, ob Gottes Gnade letztendlich Grenzen hat?
Was meint Ihr?
Ich selber glaube, dass Gottes Liebe, Barmherzigkeit, Erbarmen und Gnade uns alle - auch über unsere vielleicht lebenslangen Grenzen, Versagen und nict ablegbaren Verfehlungen hinaus - BLEIBEND trägt.
L'Chaim
Ich selber glaube, dass Gottes Liebe, Barmherzigkeit, Erbarmen und Gnade uns alle - auch über unsere vielleicht lebenslangen Grenzen, Versagen und nict ablegbaren Verfehlungen hinaus - BLEIBEND trägt.
Ja, wenn Jesus uns schon zu 7x77 mal vergeben untereinander aufruft, wird Gott das vermutlich auch nicht anders mit uns handhaben.
@awhler Die Gewissheit dass Gott, der himmlische Vater gnädig und barmherzig ist und so lange es nötig ist immer wieder vergibt sollte aber einen glaubwürdigen Christen nicht davon abhalten, von Jesus Christus und seinen damaligen Jüngern und Apostel Paulus zu lernen, was künftig alles an bisher allfälligen Untugenden, unrein machenden Gedanken abzulegen sei, um dem Verführer zu Bösem keine Angriffsfläche mehr zu bieten.
Paulus in Gal5,24 sinngemäss. die Christus angehören, haben alle Untugenden an den Nagel gehängt....
Du weisst ja sicher, dass Christen daran erkannt werden, dass sie ein nurmehr gottgefälliges Leben begonnen und beibehalten haben, um nurmehr im Dienste Gottes zu handeln, von ihm zu nurmehr Guten Werken geschickt werden zu können.
Dass Paulus sich sehr über die Gnade freute, die ihm -dem einstigen Verfolger der Verbreiter Jesus Christus Version von wahrem Gott und dessen Willn- Gott erwiesen hat, indem er nun selber lehren konnte was dem Evangelium Jesus vom Reich Gottes zweckdienlich ist. lg lulute
Die Liebe Gottes, seine Gnade, Barmherzigkeit und Vergebung - und die Zuordnung von Berufung zur Nachfolge und Heiligung, das sind die beiden Pole, die zusammengehören und nicht voneinander zu trennen sind.
Aber, was meinst Du mit: "... dass Gott, solange es nötig ist immer wieder vergibt"? - Bis zu unserem letzten Atemzug wird die Vergebung, Gnade und Barmherzigkeit Gottes nötig sein, damit wir "selig" sterben können. Wo und wann sollten wir sagen können, "ab jetzt" oder "ab dort" ist es nicht mehr das tragende und tröstende Evangelium unseres Lebens? - Da halte ich es (aus Selbst- und Fremderfahrung) doch durchaus mit Luthers "Simul justus et peccator" und sehe, dass manche Christen (gerade die ehrlichsten, treuesten) auch leiden und scheitern an ihren bleibenden Schwächen, Fehlern und Versagen. Manchmal tief fallen. Und wissen, warum das "Amazig Grace" immer und immer wieder "ihr Gotteslob" ist.
Du schreibst auch, "dass Christen daran erkannt werden, dass sie ein nunmehr gottgefälliges Leben begonnen und beibehalten haben ..." - Ja, aber mehr noch würde ich den Akzent darauf legen, dass sie (wir) daran erkannt werden, ein Leben lang die Gnade Gottes und seine Vergebung als bleibend schwache, sündige und fehlende Menschen zu preisen und zu bekennen.
Mich erinnert das immer an die Anekdote einer frommen Versammlung, wo ein feuriger Bekenner der Gemeinde (in der man sich gut kannte) vor der Versammlung vollmundig und in höchsten Tönen davon sprach, dass der "Alte Adam" in ihm - Christus sein Dank! - "durch Gottes Gnade ertränkt und ersäuft worden ist!" ... Wobei ein Mitbuder dem anderen zuraunte: "Ach, ab und zu sehe ich ihn aber noch ganz kräftig schwimmen!" 😉
L'Chaim
Danke für den Impuls.
Die Biografie von Brennan Manning hat mich damals (vor ca 20 Jahren) sehr berührt. Über die Zeit verstand ich mehr und mehr Gottes Gnade anhand seiner Biografie. Es ist so offenbar wie es auch ein Mysterium ist, erklärbar und doch mit Worten nicht zu beschreiben, aber erlebbar ...
Veröffentlicht von: @awhlerAll dies bringt mich zu der Frage, wie tief und bleibend, er-tragend und barmherzig Gott letzt-endlich ist - auch da, wo wir selber es NICHT schaffen ( immer wieder scheiternd, dauerhaft versagend, kontinuierlich in Verfehlungen gefangen) ein Leben zu führen, das "der Gnade gerecht wird".
"Müssen" wir denn ein Leben führen, das der Gnade gerecht wird? Was bedeutet in diesem Fall dieses "gerecht werden"? Gelingt mir das überhaupt? (wie gesagt, was bedeutet dieses gerecht werden)
Es ist Gottes übergroße Liebe, die nicht fassbar, nicht wirklich beschreibbar, über alle Maßen schön, allumfassend, heilend, aufbauend, tragend, barmherzig ... ist.
Ich würde gern klären, was es für dich bedeutet, dieses "gerecht werden", damit wir sicherstellen, ob wir über die gleichen Dinge reden, wenn wir diese Worte nutzen. Dann würde ich gern den Gedanken fortführen, wenn du einverstanden bist.
"Müssen" wir denn ein Leben führen, das der Gnade gerecht wird? Was bedeutet in diesem Fall dieses "gerecht werden"? Gelingt mir das überhaupt? (wie gesagt, was bedeutet dieses gerecht werden)
Ich denke, dass mir das, je mehr ich mir der ständigen Gnade Gottes bewusst bin, umso besser gelingt…es korreliert sozusagen. Das Bewusstsein von Gottes Gnade und Liebe erzeugt ein Leben, das gerecht ist.
So kommt es mir zumindest vor.
So verstehe ich es auch. Ich muss also sozusagen andersherum niemandem gerecht werden, denn ich bin gerecht "gemacht" durch Christus (vor Gott). Ich könnte/kann und muss es nicht "selbst tun" oder versuchen zu erreichen ...
Ich könnte/kann und muss es nicht "selbst tun" oder versuchen zu erreichen ...
Ja, für mich ist die grosse Liebe Gottes tatsächlich die Grundlage um überhaupt so sein zu können. Ein eigenes Anstrengen ist nur verkopft/verkrampft.
(Ich stell mir dabei gerade einen kleinen Teufel vor, der sich die ganze Zeit bemüht, ganz lieb zu sein….was aber einfach trotzdem ein Fake bleibt, weil er es ja nicht tatsächlich IST…er bleibt von seinem Wesen her ja was er ist).
@stern xD Das Teuflchen-Bild ist super!
Ich wollte das auch schon so schreiben, dass es andersrum ist.
Man ist ja auch viel ... bemühter und williger ein gerechtes Leben zu führen, wenn man weiß, beim kleinsten Fehler kommt nicht gleich eine harte Strafe oder Abwendung von einem. Ich glaube, dann kann man auch freier Handeln, ohne ständige Angst im Hinterkopf.
@stern was verstehst Du unter eigenes "Anstrengen"? Um in der Liebe bleiben ( Gott ist Liebe und wer in der Liebe bleibt bleibt in Gott und Gott ihm) zu können, heisst es doch einfach, mit Bösem Verhalten nichts -mehr- zu schaffen zu haben.
Ein stets gutes Gewissen, gilt ja im Volksmund als sanftes Ruhekissen 😉 Legt ab alle Bosheit empfehlen Paulus Petrus Jakobus, weil es dann einem ja leicht ums Herz wird und das Handeln ja positiv beeinflusst. LG lulute
was verstehst Du unter eigenes "Anstrengen"? Um in der Liebe bleiben ( Gott ist Liebe und wer in der Liebe bleibt bleibt in Gott und Gott ihm) zu können, heisst es doch einfach, mit Bösem Verhalten nichts -mehr- zu schaffen zu haben.
Ein stets gutes Gewissen, gilt ja im Volksmund als sanftes Ruhekissen
Das gute Gewissen ist mir auch oft von vornherein hilfreich, wenn ich genau weiss, was ich tun soll, um hinterher keines zu haben. 🙂
Die eigene Anstrengung bezog ich darauf, dass ich mich nicht selbst gut machen kann. Ich kann in der Liebe bleiben, so wie du es sagst, das ist aber nicht anstrengend.
Anstrengend ist es, sich selbst „lieb“ machen zu wollen.
Bei Deiner obigen Überlegung kommen mir aber die einstigen Knechte der Sünde in Römer 6 in den Sinn. Sie schafften es, aufgrund der entsprechenden Wegweisungen dafür, frei von Sünde zu werden, um dadurch nurmehr ein gerechtes Leben zu führen, Diener der Gerechtigkeit zu werden.
Durch Christus "gerecht gemacht vor Gott" ist nach meiner Glaubenüberzeugung nicht einfach wer bezeugt an Jesus Christus zu glauben, aber hie und da ungerecht handelt..
...sondern wer Jesus Christus Einladung angenommen hat, von ihm wahres Menschsein, gerechtes Leben im Sinne Gottes, dem himmlischen Vaters zu lernen, wird dann vor ihm als wahrhaft Gerechter anerkannt werden.
Paulus stellt ja fest, dass man vor Gott nicht als gerecht gilt, wenn man das Gesetz (der gelebten Liebe Rö 13,8-10) lediglich kennt, sondern die danach leben werden vor ihm als gerecht gelten Römer 2,13. Denn Ungerechte haben keinen Anteil am Reich Gottes.
LG lulute
Danke für die Frage.
Mir ging und geht es um den Unterschied zwischen diesem "müssen" ... (ein Leben für Christus ...) - und dem, dass ich ein Leben führen WERDE, so Gott bei mir einzieht und mich verändern darf.
Veröffentlicht von: @neubaugoereEs ist Gottes übergroße Liebe, die nicht fassbar, nicht wirklich beschreibbar, über alle Maßen schön, allumfassend, heilend, aufbauend, tragend, barmherzig ... ist.
Es ist ein himmlisches Prinzip, dass ein Leben, das Gott übergeben wurde, das von Gott gerettet wurde, nicht unverändert bleibt. Es ist eine logische Folge, dass Veränderung auf die Begegnung mit Gott, auf die nunmehrige Verbindung sozusagen.
Dem AWHler ging es ums "gerecht werden" vor Gott. Und ich sage, ich bin VON Jesus Christus gerechtgemacht vor Gott (dem Vater) durch sein, nicht mein Werk.
In diesem Zusammenhang verstehe ich das. Der Mund kann sprechen, was er will ... doch wenn die Liebe einzieht, hat das Folgen; denn Liebe wird tätig ... ihre "Auswirkungen" haben wir beschrieben in der Schrift.
Niemand schafft ein sündfreies Leben ohne Jesus. (ich lebe in der heutigen Zeit, im neuen Bund)
Veröffentlicht von: @neubaugoere"Müssen" wir denn ein Leben führen, das der Gnade gerecht wird? Was bedeutet in diesem Fall dieses "gerecht werden"? Gelingt mir das überhaupt?
Ja, das ist nocheinmal ein gutes Pick-Up 🙂
Meiner Erfahrung nach gibt es ein Verständnis der Gnade und Liebe Gottes, das - offen oder unbewusst - ein Leben lang begleitet und geprägt ist von einem "JA, ABER ..."
Das heißt: Du hast mit Deiner Glaubensentscheidung und Bekehrung das Heil und die Erlösung geschenkt bekommen, Du bist "wiedergeboren" und "gerettet" ... und nun beginnt Dein Glaubensleben, Deine Nachfolge, Deine Heiligung des Lebens - und es wird ein Leben in und aus dem Geist sein, in dem Du "der Sünde gestorben", ein "neuer Mensch" bist und immer mehr als "der Welt gestorben" leben wirst.
Das "JA, ABER ..." bleibt aber immer ein (ängstliches, bemühtes, u.U. bedrohliches) Hintergrundrauschen das darin besteht, dass es nun die göttliche Erwartung gibt, seiner Gnade "gerecht zu werden", in dem Du da aus diesem Glaubensweg der Erneuerung nicht mehr herausfällst, Fortschritte machst, Gott nicht enttäuscht ... und, das ist die Frage, Gottes Gnade nicht wieder verspielst, verlierst, ihr eben nicht gerecht wirst - weil Du nachwievor ein Sünder bleibst, bestimmte Sünden nicht überwindest, bestimmte Gebundenheiten oder Schwächen ein Leben lang als zu Dir gehörig bleiben, Du bestimmten Schattenseiten nicht entfliehen kannst ...
Oder anders ausgedrückt: Aus dem Evangelium können wir nicht herauwachsen wie aus Kinderschuhen. Das Evangelum ist mehr als eine zweite Chance, mehr als eine Starthilfe, nach der Du nun aber der Gnade "gerecht zu werden" hast ... und wehe, Du entpuppst Dich als eine bleibende Enttäuschung für Gott dadurch, dass Du seine nun in Dich gesetzten Erwartungen nicht erfüllst.
Dass die Sünde "keine Macht mehr" über uns hat, das kann ich nicht verstehen im Blick auf unsere "Tatsünden", ggf. bleibende Süchte und Gebundenheiten (Breannan Manning), zwischenzeitlich anhaltende Irrwege (Philip Yancey) - sonden nur so, dass sie keine Macht mehr hat, uns auf ewig von Gott zu trennen, uns im Gericht letztendlich doch noch vom Heil zu trennen, das Heilswerk Christi für uns unwirksam zu machen.
In diese Richtung gehen meine Gedanken, Einsichten und Überzeugungen.
L'Chaim
Hej,
interessant - deine Worte am Beispiel von Brennan Manning, dass sie (die Sünde, die ja die Trennung bedeutet) keine Macht mehr hat, uns auf ewig von Gott (eben) zu trennen, uns vom Heil zu trennen. Hierzu bedarf es zu meinem Verständnis doch vielleicht noch einiger Klärung:
Ich stimme dir einerseits zu, dass unsere Trennung von Gott (Sünde) aufgehoben ist. Dennoch kämpfen wir ein Leben lang den guten Kampf des Glaubens, weil wir ja immer noch den - ich nenne sie mal - "Einflüsterungen des Widersachers" ausgesetzt sind, der weiterhin versucht, uns mit Lügen etc. - und jetzt komme ich gleich auf den Punkt, den ich meine - uns von Gott fernzuhalten. Oft genug schafft er eine "Trennung", dass wir (der Mensch) uns von Gott entfernen, abwenden ... Gott sich aber nie von uns. (Gott sei Dank!) Für so manchen mag sich das anders anfühlen, doch es ist eine geistliche Tatsache - diese Dinge dürfen wir (alle) getrennt/differenziert betrachten. Gefühl und geistliche Tatsache sind nicht eins.
Veröffentlicht von: @awhlerDas "JA, ABER ..." bleibt aber immer ein (ängstliches, bemühtes, u.U. bedrohliches) Hintergrundrauschen das darin besteht, dass es nun die göttliche Erwartung gibt, seiner Gnade "gerecht zu werden", in dem Du da aus diesem Glaubensweg der Erneuerung nicht mehr herausfällst, Fortschritte machst, Gott nicht enttäuscht ... und, das ist die Frage, Gottes Gnade nicht wieder verspielst, verlierst, ihr eben nicht gerecht wirst - weil Du nachwievor ein Sünder bleibst, bestimmte Sünden nicht überwindest, bestimmte Gebundenheiten oder Schwächen ein Leben lang als zu Dir gehörig bleiben, Du bestimmten Schattenseiten nicht entfliehen kannst ...
Oder anders ausgedrückt: Aus dem Evangelium können wir nicht herauwachsen wie aus Kinderschuhen. Das Evangelum ist mehr als eine zweite Chance, mehr als eine Starthilfe, nach der Du nun aber der Gnade "gerecht zu werden" hast ... und wehe, Du entpuppst Dich als eine bleibende Enttäuschung für Gott dadurch, dass Du seine nun in Dich gesetzten Erwartungen nicht erfüllst.
Bei deinem angeführten "Ja, aber" muss ich dich enttäuschen. 😛 😉 Vielleicht drücken wir uns nur anders aus oder anders gesagt könnte man anhand unserer Worte auch unsere Gefühle ablesen, die unserem Leben aus unseren Erfahrungen zugrunde liegen, die uns ja auch geprägt haben und prägen (also eigentlich meine ich unsere Prägungen).
Ich denke, ich verstehe, was du meinst, doch in mir entdecke ich kein einziges Fünkchen von "ich muss bestimmte Dinge erfüllen" - du nennst es "(ihm bzw. seinem Werk) gerecht werden", weil das immer diesen Nachsatz nach dem Komma hat: damit er mich ... <-- das ist ja die Lüge des Widersachers. Vielleicht meinst du das aber auch gar nicht. Das werde ich ja sehen. Deshalb reden wir ja drüber.
Ich denke nicht, dass es sowas wie eine "göttliche Erwartung" gibt. Es gibt ein göttliches Gesetz: Liebe verändert, Liebe überwindet, Liebe verbindet. Liebe deckt zu. (vielleicht etc.) Hält diese Liebe - Gott selbst - in ein Leben Einzug, wird es verändert, wird es verwandelt. Das ist das himmlische Gesetz und ist eine Tatsache. Was wir jetzt aus dem schlussfolgern und damit sozusagen machen, liegt ja in uns - versteckt und/oder geprägt eben von unseren Erfahrungen, unserer Prägung. Spiegeln die das himmlische Gesetz? Da bin ich vorsichtig, so zu denken. (das ist auch kein Vorwurf, das ist eine rein "logische" Betrachtung, wenn man so will)
Ja, ich habe Momente, wenn ich was nicht erreicht habe, was ich mir vornahm und mit Gott besprach, wir uns einig waren. Und ich habe Momente, wo ich nicht auf seine Liebe vertrau(t)e, wo ich nicht in seinen Wegen ging/gehe. --- Leben ist Veränderung. Gottes Leben ist Veränderung. Denke ich. Ich kann nicht einschätzen, wie das mit Süchten ist, glaube ich. Ich habe 2004 mit Gottes Hilfe aufgehört zu rauchen. Da gab es eine 14-tägige "Übergangszeit"; danach stand da zwar noch in meinem Lebenslauf "hat mal geraucht", aber es "gehörte" ab sofort nicht mehr zu mir. Es war und ist kein "Teil" mehr von mir. Da ist nur doch die Erinnerung anhand des Papiers sozusagen. Solche Wunder wirkt Gott. Alkohol entfällt, weil ich den nicht trinke. Nach einigen Drogenversuchen in Form von rauchen, habe ich aufgegeben, weil ich die "Kontrolle über mich" verlor, damit konnte ich gar nicht leben. 😀 Vielleicht ist diese Form von "Kontrolle" eine Art Sucht? Ich weiß es nicht, hab es nie biologisch oder wissenschaftlich betrachtet. Ich denke (bisher) nicht.
Im Laufe meines Lebens - oder wie mein Pastor mir gerade in einer Sprachnachricht sagt - während meines Marathons, den ich laufe, haben sich viele Dinge verändert: Ängste, Traumata, Selbstwertempfinden/-gefühl, Selbstbewusstsein, Mut, Stärke etc.
Gott kennt mich durch und durch. Und für mich ist er durch und durch würdig, ihm zu vertrauen und ihm dankbar zu sein für dieses übergroße Werk am Kreuz, dankbar zu sein für diese übergroße Liebe, die mich nimmt, wie ich bin, mit all meinen Schwächen und Fehlern und liebt. Ich habe vor vielen, vielen Jahren mal aufgeschnappt: nicht trotzdem, nicht wegen, weil oder dergleichen, sondern schlicht nur liebt. Gott liebt mich. Nicht wegen, weil oder trotzdem. Er liebt mich. Punkt. 🙂
Ich weiß nicht, ob das Wort "Erwartungen" in dem Zusammenhang angebracht ist, gut ist, nützlich ist, zielführend ist. Gott kennt uns und weiß um unsere Schwächen und er ist immer da, empfängt uns immer mit offenen Armen, ohne Vorwürfe, ohne Vorhaltungen, ohne Aufrechnungen, stützt und unterstützt uns immer, so wir das wollen, führt uns, leitet uns, lehrt uns und schaut immer - und immer meint immer - liebevoll auf uns.
Vielleicht meinst du dieses, was ich "himmlisches Gesetz" nenne: Hält die Liebe - Gott selbst - in ein Leben Einzug, wird (WIRD) es verändert, weil Liebe alles verändert. (wie gesagt, mit so schwerwiegenden Dingen wie Süchten und vielleicht schwerwiegenderen Traumatas als meine, kenne ich mich nicht aus, kann ich also auch nichts dazu sagen)
Segen dir!
Hält diese Liebe - Gott selbst - in ein Leben Einzug, wird es verändert, wird es verwandelt. Das ist das himmlische Gesetz und ist eine Tatsache.
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Ich liebe es. Auch, dass es überhaupt Menschen gibt, die in eine Art Lobpreis Gottes einstimmen mögen, können, wollen und es auch tun ... 😉
Gelobt sei der Herr <-- in memory an einen meiner Lieblingsuser, der bereits verstorben ist ... oh Mist, ich hab seinen Namen vergessen ... muss ich mal Jahre zurückblättern 😀 😀 aber vielleicht fällt ja jemandem ein, wen ich meine.
*gefunden* pvm ... ich mochte ihn ... ❤️
Ich bin erst seit letztem Jahr da, ich denke, ich kenne ihn nicht
Ich weiß nicht, ob ich tatsächlich alles an Deinen Gedanken richtig und in der Zuordnung erfasst und verstanden habe 😉
Zunächst gebe ich Dir Recht und das ist ja auch mein Glaube,
- dass Gott unsere Schwächen kennt, dass er uns unerschütterlich liebt auch mit unseren Unvollkommenheiten und bleibenden Fehltritten -
- dass die Erfahrung seiner Liebe Veränderungen bewirkt, je tiefer wir sie erleben, realisieren, verstehen -
- dass wir ein Leben lang den "guten Kampf des Glaubens" kämpfen
- und dass nicht die Gefühle das Fundament unseres Glaubens sind/sein sollen
Mir geht es darum (und da schreibst Du ja sehr klar, dass tiefergehende Suchterfahrungen und Gebundenheiten, nichts ist, wozu Du etwas sagen kannst), dass es Christen gibt, die ein Leben lang - trotz Gebet, Bitte um Gottes Kraft, ehrlichen Willens - von bestimmten Dingen nicht loskommen - und sie nicht raus können "aus ihrer Haut".
An anderer Stelle habe ich Luthers Realismus (so nenne ich es) mal hier im Forum ins Spiel gebracht und verteidigt ;-), dass wir auch im Glauben ein Leben lang "simul justus et peccator" bleiben, also "Gerechtfertigte UND (bleibende) Sünder" zugleich - und es kam Widerspruch, weil wir doch (mit einem Schema von "Vorher-Nachher") berufen sind zu einem "sieghaften Leben im Geist" und es nichts gibt, was mit Gottes Hilfe, Gottes Kraft und eigener Bereitschaft zu überwinden wäre. Und das halte ich für sehr fragwwürdig, weil es eben für Manche(s) nicht zutrifft.
Es ist Realität, dass auch hingegebene Christen ein Leben lang immer und immer wieder (an den Schwachstellen ihres Lebens) "rückfällig" werden, was immer ihre Veranlagungen, ihre Gene & Lebenseinflüsse, ihre Sucht-Gebundenheiten angeht - Alkohol, Sexualität, Spielsüchte sind dabei drei markante Stichworte.
Ich kenne aus der Seelsorge einige Menschen (aus volkskirchlichen und freikirchlichen Kontexten) die damit nicht klargekommen sind, dass sie nicht "geheilt" worden sind, Befreiung erfahren haben, "sieghaft" in ihrem Glauben waren - und die (das allerdings im strengen freikirchlichen Milieu) gescheitert sind an Heiligungs-Forderungen, Gewissens-Predigten und moralischen Verwirklichungs-Idealen, die in die Richtung gingen: Als "wiedergeborerer Christ" bleibst Du hinter den Erwartungen Gottes für ein hingegebenes NEUES Leben zurück - und es liegt nicht an Gott, wenn Du es nicht schaffst, hier Dein Leben zu klären und zu überwinden.
Dies führt u.U. (auch das mein Einblick und meine Erfahrung) zu viel kollektiven Unehrlichkeiten in Kirche und Gemeinde, weil die offizielle Gemeinde-Lehre und das tatsächliche eigene Leben (auch in dem, was man zeigt/zeigen kann bzw., vor Anderen verheimlicht und verbirgt) krass auseinanderfallen ... Ich habe da ein paar Menschen verzweifeln und am Ende ihren Glauben verlieren sehen, weil das alles "nicht funktioniert" mit dem "Christsein" und dem "neuen Leben" ...
L'Chaim
Ich habe da ein paar Menschen verzweifeln und am Ende ihren Glauben verlieren sehen, weil das alles "nicht funktioniert" mit dem "Christsein" und dem "neuen Leben" ...
Ich denke auch nicht, dass das einfach ist.
Aber wenn ich jetzt an das Programm der AAs denke und die Strukturen, die da herrschen würde ich mal vermuten, dass die das in einer Gemeinde so nicht hinkriegen.
Und das Leben aus einer Sucht raus braucht in seinem Neuanfang aber diese Strukturen, um nicht in die alten, gewohnten zurückzufallen.
Ich würde also sagen, das ist in einer Gemeinde nur bedingt möglich , und zwar nur dann, wenn jemand ein Bewusstsein für diese Prozesse hat und dafür sorgt, dass es diese Haltestrukturen dann gibt.
@stern Es geht nicht nur um Strukturen.
Es geht in erster Linie um Verständnis - und das entwickelt man u.U. erst dann, wenn man selber (an irgendeinem Punkt) 'gescheitert' ist. Solange (z.B.) Alkoholismus in erster Linie als 'Charakterschwäche' und / oder mangelnder Glaube und nicht als Krankheit betrachtet wird, ist es schwierig mit Verständnis und Hilfe für einen alkohol-kranken Menschen.
Es geht in erster Linie um Verständnis - und das entwickelt man u.U. erst dann, wenn man selber (an irgendeinem Punkt) 'gescheitert' ist
Nun, das habe ich tatsächlich in einer christlichen Gemeinde vorausgesetzt…aber vielleicht ist das fehlende Verständnis auch ein Problem.
Veröffentlicht von: @sternEs geht in erster Linie um Verständnis - und das entwickelt man u.U. erst dann, wenn man selber (an irgendeinem Punkt) 'gescheitert' ist
Nun, das habe ich tatsächlich in einer christlichen Gemeinde vorausgesetzt…aber vielleicht ist das fehlende Verständnis auch ein Problem.
Du meinst, dass es in einer christlichen Gemeinde 'immer' Verständnis gibt?
Kann ich Dir aus meiner Beobachtung heraus nicht bestätigen.
Wobei es auch ganz klar ist - manche Dinge muss man kennen, um sie zu verstehen.
Das ist ja auch das Prinzip von Selbsthilfegruppen. Da wissen die Teilnehmer auch, von was geredet wird.
Du meinst, dass es in einer christlichen Gemeinde 'immer' Verständnis gibt?
Im Idealfall schon…
Dieses aufgesetzte „in meinem Leben ist alles gut, wir sind alle so glücklich“… ich hoffe, dass das mittlerweile ein überholtes Konzept ist und immer mehr authentische Christen rumlaufen.
Veröffentlicht von: @sternDieses aufgesetzte „in meinem Leben ist alles gut, wir sind alle so glücklich“…
ich hoffe, dass das mittlerweile ein überholtes Konzept ist und immer mehr authentische Christen rumlaufen.
Das hoffe ich auch. Und stellenweise tut sich da auch was.
Als "wiedergeborerer Christ" bleibst Du hinter den Erwartungen Gottes für ein hingegebenes NEUES Leben zurück - und es liegt nicht an Gott, wenn Du es nicht schaffst, hier Dein Leben zu klären und zu überwinden.
Ich bin mir nicht sicher ob ich es richtig verstehe; meinst du, dass man also Gottes Erwartungen erfüllen muss und alles ohne ihn schaffen muss?
Das ist doch hingegen Gottes Gnade?
..., dass wir auch im Glauben ein Leben lang "simul justus et peccator" bleiben, also "Gerechtfertigte UND (bleibende) Sünder" zugleich - und es kam Widerspruch, weil wir doch ... berufen sind zu einem "sieghaften Leben im Geist" und es nichts gibt, was mit Gottes Hilfe, Gottes Kraft und eigener Bereitschaft zu überwinden wäre. Und das halte ich für sehr fragwwürdig, weil es eben für Manche(s) nicht zutrifft.
Fehlt da ein "nicht"?
"... und es nichts gibt, was mit Gottes Hilfe, Gottes Kraft und eigener Bereitschaft nicht zu überwinden wäre."?
Mir kam gerade der Gedanke, dass vielleicht das AT sagt wir sind alle bleibende Sünder und das aber mit der Gnade im NT (berichtigt mich, wenn das nicht stimmt) aufgehoben, zugedeckt wurde.
Lass mich eine Weile drüber nachdenken ... ich hab heute noch Besuch ...
Ich denke nicht, dass es sowas wie eine "göttliche Erwartung" gibt
...
Ich weiß nicht, ob das Wort "Erwartungen" in dem Zusammenhang angebracht ist, gut ist, nützlich ist, zielführend ist. Gott kennt uns und weiß um unsere Schwächen und er ist immer da, empfängt uns immer mit offenen Armen, ohne Vorwürfe, ohne Vorhaltungen, ohne Aufrechnungen, stützt und unterstützt uns immer, so wir das wollen, führt uns, leitet uns, lehrt uns und schaut immer - und immer meint immer - liebevoll auf uns.
Könnten ja überlegen, ob der Auftrag in der Schöpfung eine solche ist, oder das Gebot der Nächstenliebe u. a.
Aber selbst, wenn man das nicht schafft, bleibt seine Gnade, weil sie ist ja unverdient.
Ich glaube nicht, dass er so riesengroße Erwartungen hat, die uns das Leben beschwerlicher machen und unsere Gefühle negativ werden lassen - wie Versagensangst, Freudverlust, Druck ...
In meinem Leben habe ich die Erfahrung gemacht, dass nur ich ihn aus den Augen verloren hatte, mitsamt seiner Liebe und Gnade, weil sie von schlechten Menschen geblendet wurden. Aber er war trotzdem immer da, hab ich im Nachhinein erkannt.
Ich hatte heute Morgen Joyce Meyes "Aufbruch in ein neues Leben" in der Hand und sie schreibt dazu gleich im ersten Kapitel:
Wenn Sie Jesus als Ihren Erlöser annehmen, findet ein göttlicher Ausstausch statt. Sie geben ihm Ihre Sünde und Ihre Schuld, Ihre Scham und Ihre Last; er schenkt Ihnen Gerechtigkeit. [...]
Manche Menschen fragen: "Was müsste ich aufgeben, wenn ich Christ werden würde?"
Dann sag ich Ihnen: "Nun, Sie müssten Unglück und Sünde* aufgeben. Sie müssen Depressionen und Entmutigung aufgeben, Furcht, Sorge und Angst. Tragen Sie eine Last der Schuld mit sich herum? Die müssten Sie dann ebenfalls aufgeben."
* Jocyes Def.: Ungehorsam gegenüber dem Willen Gottes
Und in Kapitel 3:
[...]
Wenn wir (freimütig) eingestehen, dass wir gesündigt haben und unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht (wie es seinem Wesen und seinen Verheißungen entspricht), dass er uns die Sünde vergibt [...] und uns (beständig) reinigt von jeder Ungerechtigkeit (von allem, was nicht mit seinem Willen, seinen Gedanken und seinem Handeln in Einklang steht) - (1. Johannes 1,9; mit eigener Übersetzung aus der Amplifield Bible)
[...]
Unter dem alten Bund konnten die Sünden der Menschen durch Opfergaben bedeckt werden. Die Sünden wurden bedeckt, aber niemals ausgelöscht. Die Schuld war immer allgegenwärtig. Unter dem neuen Bund jedoch - dem Neuen Testament - wurde Jesus zu dem vollkommenen und endgütigen Opfer. Er bedeckte die Sünden nicht, sondern löschte sie aus und wusch sie, zusammen mit der Schuld, die mit den Sünden einherging, vollständig weg.
[...] Er gab seinen einzigen Sohn, damit dieser an unserer Stelle starb, weil nur ein vollkommenes und sündloses Opfer für unsere Missetaten bezahlen konnte. Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan, und wir können ein Leben in Freiheit genießen, indem wir an Jesus Christus glauben und durch ihn (den Mittler, der in den Riss zwischen Gott und uns getreten ist, den unsere Sünden verursacht haben) in eine innige Beziehung zu Gott eintreten.
[...]
Jesus hat bereits für unsere Sünden bezahlt. Um Ihr neues Leben zu beginnen, müssen Sie deshalb nicht mehr tun, als zu glauben, was er für Sie getan hat, und zu lernen, wie Sie empfangen können, was er für Sie vorbereitet hat.
Du weißt, dass sie auch christlicherseits sehr umstritten ist?
Wenn ich hier lese, man soll Depressionen aufgeben, dann finde ich das mehr als bedenklich. Das ist so, als wenn man jemand, dem ein Bein fehlt, sagt, lass dir doch eines nachwachsen, musst nur wirklich glauben.
VG
Chey
Du weißt, dass sie auch christlicherseits sehr umstritten ist?
Ganz sicher ist sie das. Es sind immer nur Teilwahrheiten, ich habe noch keinen erlebt, der die Wahrheit GANZ verkündigt hat…immer ist eine bestimmte Färbung und Richtung dabei, die etwas ausklammert oder nicht bedenkt oder gar missversteht.
Man muss wirklich gut aufpassen…aber man lernt mit der Zeit.
Wenn ich hier lese, man soll Depressionen aufgeben, dann finde ich das mehr als bedenklich
Das stimmt…
Ich lese das zB so, dass man die Hoffnung und Gewissheit auf Heilung grösser sein lassen soll, als die Tatsache der Krankheit.
Inwiefern dann jemand daraus eine Wendung in seinem Leben erfährt, ist dadurch noch nicht gesagt. Und nicht jeder kann das.
@chey Hab ich am Rande mitbekommen, ja, aber mir helfen ihre Bücher sehr und mag sie.
Was sie spezeill meint, weiß ich nicht, muss ich mal nachlesen, aber ich denke es geht darum, sich nicht drin zu suhlen und eine Weg raus zu finden und aktiv dran zu arbeiten. Kenn ich auch aus eigener Erfahrung und ja, es ist verdammt schwer, aber man muss sie dann Unterstützung holen und je nachdem kann sich damit rauskämpfen.
(Je nachdem, wie gut oder schlecht diese Unterstützung eben ist.)
Es sind immer nur Teilwahrheiten, ich habe noch keinen erlebt, der die Wahrheit GANZ verkündigt hat
Sie erzählt ja nicht reinen Unsinn ... und ich bin auch nicht so naiv, dass ich alles so nehme, wie sie es schreibt.
Aber o. g. passt halt zum eigentlich Thema, von dem hier wieder abgewichen wird ...
Veröffentlicht von: @cheyWenn ich hier lese, man soll Depressionen aufgeben, dann finde ich das mehr als bedenklich.
Das ist so, als wenn man jemand, dem ein Bein fehlt, sagt, lass dir doch eines nachwachsen, musst nur wirklich glauben.
Genau das war irgendwann mal in früheren Jahren so ein Thema, bei dem ich sehr über die Denkrichtung in der damaligen Gemeinde gestolpert bin. Es ist eben nicht so, dass ein Mensch (z.B.) nicht mehr im Rollstuhl sitzen würde, wenn er 'richtig' oder 'wirklich' glauben würde.
Manche Dinge hast Du ein Leben lang und die kannst Du auch nicht 'wegglauben' oder 'wegbeten'.
@chey Anfallserkrankungen oder Schmerzstörungen sind auch so ein Thema.
Wobei solche Erkrankungen auch schwierig fürs Umfeld sind - wenn man diese Krankheiten vor Augen hat, wirkt so ein 'normaler' Kopfschmerz immer ein bissel belanglos.
@chai Aber Glauben und Beten können Kraft geben, nicht mehr nur auf die Tatsache "Ich sitz im Rollstuhl" zu gucken.
Veröffentlicht von: @samira-jessica@chai Aber Glauben und Beten können Kraft geben, nicht mehr nur auf die Tatsache
"Ich sitz im Rollstuhl" zu gucken.
Richtig. Das ist ja auch eine gute Sache.
@chey Es geht darum, nicht im Negativen zu verharren. Kenn ich auch aus meinem Leben so. Sonst wäre ich schon lange nicht mehr hier. Man muss sich darauf ausrichten, was man tun kann.
Es geht drum trotzdem das Licht Gottes in all der Dunkelheit zu sehen, und ich weiß wie verdammt schwer das ist, denn ich habs selbst oft zu lange übersehen.
Schade dass die eigentlichen Aussagen (wieder) übergangen wurden.
Zum Heiligen sind sicher nur die wenigsten berufen, ich ganz sicher nicht.
Aber genausowenig ist es meiner Ansicht nach möglich, an Gott zu glauben und völlig normal weiter zu leben vorher auch.
Wobei mein größtes 'Vorbild' oder 'mahnendes Beispiel, mir auf meinen Glauben nichts einzubilden' ein Atheist ist. Der an einem einzigen Tag in seiner Freizeit als Rettungsschwimmer mehrere Menschen unter Einsatz seines Lebens gerettet hat. Und nichts draus gemacht hat, es war für ihn normal.
Ich denke, dass solche Menschen, wenn wir alle mal vor Gott stehen, freundlich durchgewunken werden. Bei mir bin ich mir da nicht so sicher.
VG
Chey
Bei mir bin ich mir da nicht so sicher.
Das kann ich einerseits verstehen - aber andererseits ist es so, dass die Umkehr, die Jesus fordert, ja schon die Richtung vorgibt…zu Gott hin.
Das heisst: nur wenn du in deinem Glauben an Gott eben noch nicht umgekehrt bist, musst du dir da unsicher sein.
Ansonsten kann man sich sehr sicher sein, denke ich.
Wobei man ja die eigene Beurteilung getrost in Gottes Hand legen kann.
In meinem Glauben haben Taten eine besondere Bedeutung, im Guten wie im Schlechten. Schaun wir also mal, wie es dann ausgeht.
Das kann ich nachvollziehen.
Wir geben hier alle unser Bestes innerhalb eines Lernprozesses. Wir gewinnen an Weisheit und Erfahrung und treffen dadurch bessere Entscheidungen. Besser im Sinne von „würdiger“. Und ich persönlich glaube, dass je näher wir uns dabei an Gottes Vorgaben halten, desto ergiebiger ist das Ergebnis.
Es kommt also in erster Linie für mich darauf an, dass ich in meinen Entscheidungen Gott im Blick habe und mich daran orientiere. Eigentlich kann dann auch nicht mehr soviel schief gehen in den Handlungen. Sie sind immer noch nicht perfekt, aber „er/sie war stets bemüht“ 🙂…denn tatsächlich kommt es darauf an, meiner Meinung nach.
Das entnehme ich zumindest dem Gleichnis mit den drei Knechten.
Der dritte Knecht ist nicht bemüht. Er verbuddelt das Geld einfach. Aber da reicht nicht. Er hätte es wenigstens auf die Bank tragen sollen, sprich: er hätte sich wenigstens die geringste Mühe machen sollen. Ohne das geht es nicht.
@stern Bei den Knechten geht es nicht um Mühe sondern um verpasste Chancen, indem er das Geld für sich behalten sind statt es zu investieren.
Veröffentlicht von: @samira-jessica@stern Bei den Knechten geht es nicht um Mühe sondern um verpasste Chancen, indem er das Geld für sich behalten sind statt es zu investieren.
Er hat es ja nicht direkt für sich behalten - er hat's einfach vergraben.
So als ob's ihn nicht interessiert.
Bei den Knechten geht es nicht um Mühe sondern um verpasste Chancen, indem er das Geld für sich behalten sind statt es zu investieren.
Er hat es nicht für sich behalten. Er hat es verbuddelt, um es dann seinem Herrn wiederzugeben bei dessen Rückkehr und um sicherzugehen, dass er keinen Fehler macht ( könnte einem ja beim Investieren passieren), weil er seinen Herrn als ungerecht und hart erlebt hat und dass er erntet wo er nich gesät hat….deshalb (wegen seinem Urteil über seinen eigenen Herrn) will er such auch keine Mühe machen um das Geld…er möchte ihm nicht dienen. Sonst hätte er es ja - um mehr aus dem Geld zu machen - es mit nur ein wenig eigenem Einsatz auf die Bank bringen können, damit das Geld wenigstens Zinsen für seinen Herrn bringt.
Aber der eigene Einsatz dabei - das hat ihm gefehlt.
@stern Achso ok, dann hab ich das falsch verstanden.
Dann war vielleicht der Punkt, dass er sich von der Angst (?) vor seinem Herrn hat leiten lassen, statt das Richtige zu tun und auf Gott zu hören und zu vertrauen?
Dann war vielleicht der Punkt, dass er sich von der Angst (?) vor seinem Herrn hat leiten lassen,
Das auf jeden Fall.
statt das Richtige zu tun und auf Gott zu hören und zu vertrauen?
Ja. Die anderen Knechte hatten ja den gleichen Herrn und waren trotzdem eifrig am Werk, das Vermögen ihres Herrn zu mehren. Entweder hatten sie ein anderes Bild von ihm oder sie hatten trotz des gleichen Bildes genug Ehrfurcht, um seinen Willen auszuführen und sich um sein Vermögen zu kümmern, bis er wiederkommt.
@stern Ja, ich hab verstanden, es geht um das Bild, das sie vom Herrn hatten und dass sie danach handelten.
Ja, dieses "teilnahmslose" "Passieren-lassen" ... da sehe ich Parallelen zu "uns Menschen" ... Gott macht das schon ... (mein momentaner Stand)
Ja, dieses "teilnahmslose" "Passieren-lassen" ... da sehe ich Parallelen zu "uns Menschen" ... Gott macht das schon ...
Du meinst, dass man selbst passiv bleibt?
Wenn ja, mit dieser Einschränkung kämpfe ich gerade auch…😕
Vielleicht ist dir dieser Gedanke hier eine Hilfe: Es geht immer und überall um die Beziehung zu ihm. Immer. Dann "kannst" du nicht passiv bleiben, die Liebe wird dich "treiben", inspirieren, anfeuern, anstacheln (im positiven Sinne), bereichern, ermutigen ... und dann wirst du tätig ... bleibst nicht passiv ...
Es geht immer und überall um die Beziehung zu ihm
Da bin ich noch nicht angekommen.
Ich hab es bisher eher mit Gebet um Kraft versucht, und dann bekomme ich entweder eine Tonne…so dass sie gar nicht aufhört…oder es passiert gar nichts… und das wundert mich dann, weil ich die fehlende Aktivität dann nicht einordnen kann.
Dann "kannst" du nicht passiv bleiben, die Liebe wird dich "treiben", inspirieren, anfeuern, anstacheln (im positiven Sinne), bereichern, ermutigen ... und dann wirst du tätig ... bleibst nicht passiv
Ja, es macht mehr Sinn, dass auf die Ebene der Beziehung zu bringen…
Du bist geliebt. Ohne Wenn und Aber. Das ist eine Tatsache.
Vielleicht geht es dir noch (noch!) zu sehr ums "Tun", als ums "Sein"? <- is nur ne vage Vermutung.
Ich bete dafür, dass ihr eins werdet ...
Eigentlich geht es um das Gottesbild und die Loyalität.
Zwei waren treu, hatten Zuversicht und Diensteifer mit Verantwortungsbewusstsein, der Dritte hatte ein verkorkstes Gottesbild: Angst bestimmte seine Beziehung oder diente ihm zumindest als Ausrede für böse und faul.
Mt 25, 24 Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist: Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast; 25 und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde. Siehe, da hast du das Deine. 26 Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe? 27 Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen.
Ganz am Anfang als ich anfing die Bibel zu lesen, habe ich dieses Gleichnis als Innbegriff der Ungerechtigkeit gesehen….“klar, so läufts halt auf der Welt, wer hat dem wird gegeben…alles klar…“ 🙁
Ich war in der Tat „not amused“…aber irgendwo tief in mir wusste ich, dass ich es einfach nur nicht verstehe, was genau Jesus damit erzählen wollte…es hat ettliche Jahre gedauert, bis sich das für mich gelichtet hat…
Tja, so verdreht kann man selbst sein…ohne es zu merken. Danken wir Gott, dass er das nicht so lässt!
Tja, so verdreht kann man selbst sein…ohne es zu merken. Danken wir Gott, dass er das nicht so lässt!
Mir gehen heute noch Kronleuchter auf..... ich kann das gut nachvollziehen, dass ich plötzlich begreife, da steht das Gegenteil von meiner ursprünglichen Annahme.
Es ist ein Gleichnis auf Gott hin und das Preisgericht... Jesus geht vom natürlich Bekannten jeweils ziemlich schnell auf die geistliche Ebene. Das braucht man im Hinterkopf.... Bei der Frau am Brunnen geht es auch flott vom natürlichen Durst und Wasser zum Lebenswasser, das in die Ewigkeit quillt.