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Genesis Hypothese

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Arcangel
Themenstarter
Beiträge : 3413

1 Dies ist das Buch der Geschlechterfolge Adams: Am Tag, da Gott den Menschen erschuf, machte er ihn Gott ähnlich.
2 Männlich und weiblich erschuf er sie, er segnete sie und gab ihnen den Namen Mensch an dem Tag, da sie erschaffen wurden.
….. (Ahnentafel) ….
1 Als sich die Menschen auf Erden zu vermehren begannen und ihnen Töchter geboren wurden,
2 sahen die Gottessöhne, wie schön die Menschentöchter waren, und sie nahmen sich von ihnen allen Frauen, die sie auswählten.
3 Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht für immer im Menschen bleiben, weil er eben Fleisch ist; daher soll seine Lebenszeit hundertzwanzig Jahre betragen.

Es gibt ja viele Theorien darüber wer diese Gottessöhne seien, und am meisten verbreitet ist wohl die Theorie, dass es sich hierbei um Engel handelte. Nur sehe nirgends sonnst in der Bibel das Engel Gottessöhne genannt werden. Ausserdem sind Engel geschlechtslos (Mk 12,25) wie sollte das also mit dem Kinder kriegen funktionieren.

Hier nun meine Hypothese. Was wenn mit den Gottessöhnen, die nachkommen Adams via Seth gemeint sind.

Was wenn Genesis 1 und 2 zwei Schöpfungsberichte sind in Genesis 1 schafft Gott die Menschheit, nicht viel anderes alles den Rest der Schöpfung und in Genesis 2 schafft Gott den Menschen als ein Abbild von ihm. Das würde erklären woher die Frauen von Kain und Seht kamen, es wären dann nämlich die Frauen der «natürlichen» Menschen.

Mir ist bewusst, dass der Text diese Interpretation nicht wirklich hergibt. Weshalb ich diese Hypothese hier zur Diskussion stelle.

Antwort
233 Antworten
volker2007
Beiträge : 2

Aus MK 12, 25 kann ich nicht schlussfolgern, dass Engel geschlechtslos sind. Sie heiraten nicht steht dort. Somit können die "Gottessöhne" sehr wohl Engel sein.

volker2007 antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @arcangel

Ausserdem sind Engel geschlechtslos (Mk 12,25) wie sollte das also mit dem Kinder kriegen funktionieren.

Sagt Gottes Wort das dem immer so war? Oder bezeugt es nicht das da Begierden und Vereinigungen mit Menschenfrauen waren?

Ich denke das es gut ist sich an Gottes Wort zu halten, rückwärts gewandte Spekulationen haben für mich nicht genug Wahrheitsgehalt jedoch reichlich Wunschfantasien.

Anonymous antworten
3 Antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3413

Mich beschleicht der verdacht, dass du meinen Beitrag nicht verstanden hast. Im unmittelbar von dir zitierten Satz stelle ich ja die Identität dieser Gottessöhne infrage. Und deine Replik ist, dass Engel nicht immer geschlechtslos waren, weil sie ja eben diese Gottessöhne seien. Irgendwie machst du hier einen argumentationslosen Zirkelschluss.

arcangel antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Ist auch ok ...

Anonymous antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3413

na ja ich versuche einfach zu verstehen was du meinst.

arcangel antworten
StarTracker7
Beiträge : 441
4 Antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3413

das ist eine möglichkeit

ich finde es nur spannend das der Artikel zimlich selbstverständlich sagt dass das alte Testement dies oder dass meint, wenn der Ausdruck gerade 4mal (1xGenesis 3xHiob) auftaucht ohne das dieser in den jeweiligen Stellen näher beschrieben wird.

Und das dann ein verwanter Ausdruck gleich in den Selben topf geworfen wird.

Möglich oder auch nicht.

arcangel antworten
StarTracker7
(@startracker7)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 441

Ömm hast du es denn überhaupt gelesen? Ich finde es wird sehr schlüssig argumentiert. Die Kommentare sind jeweils gut belegt und fundiert, auf einem aktuellen Forschungsstand soweit ich das beurteilen kann und sie beziehen auch das historische Wissen über die damaligen Kulturen mit ein. 100% weiss es vermutlich niemand mehr aber die wahrscheinlichste Erklärung hast du damit wohl erhalten 😉

startracker7 antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3413

Der Artikel stellt seine Grundlagen auf der These auf das
bənê ha’älohîm aus Gen und Hiob mit bənê ’elîm identisch oder mindestens sinnverwand ist.

Dann kommen Argumente aus der Antiken Mythologie, wo die Söhne Gottes allesammt unsterbliche Himlische Wesen seien. Wer die Myten aber kennt weis das die grenzen zwischen Sterblich und unsterblich in diesen Myten nicht so scharf ist, und auch himmel und erde sind nicht wirklich getrennt, so gehen Götter auf der Erde umher, machen Menschen zu unsterblichen und umgekehrt.

Dann ist noch die Stelle aus Psalm 82, (bənê ’elîm)
5Sie lassen sich nichts sagen und sehen nichts ein, /sie tappen dahin im Finstern. Darum wanken alle Grundfesten der Erde. 6»Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter und allzumal Söhne des Höchsten; 7aber ihr werdet sterben wie Menschen und wie ein Tyrann zugrunde gehen.«

Sind das himlische Wesen, oder spricht Gott hier zu Menschen. Oder gibt es mehr als nur ein Gott im Himmel.

Interssant ist auch Punkt 3.1.2
Wo in der Traditionsgeschichte aus den Söhnen Gottes plötzlich Söhne Israel wurde. Spricht der Orginal Text hier von Himlischen Wesen, und der Text wurde nachher gefällscht so das dann später Menschen bzw Israeliten daraus wurden, oder ist der Ausdruck bənê ’elîm in tat und wahrheit auf Menschen bezogen.

Veröffentlicht von: @startracker7

Ömm hast du es denn überhaupt gelesen?

öhm ja

Nachtrag vom 02.06.2019 0936
das einzig starke argument aus Hiob finde ich den Verweis auf den Thronrat wo die Gottessöhne sich vor dem Gott versammeln. leider kann ich kein Hebräisch um den unterschied zwischen bənê älohîm aus Hiob und bənê ha’älohîm aus Genesis zu kennen.

arcangel antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3413

Thomas von Aquin

In der christlichen Wirkungsgeschichte des Mittelalters ist besonders die Deutung des Thomas von Aquin (Summa Theologica III 23,3) interessant, der davon ausgeht, dass die Engel wie die in Liebe und Gnade lebenden Menschen „Söhne Gottes“ genannt werden, weil sie beide(!) von Gott „an Kindes statt angenommen“ worden sind.

Nach dem ich die stellen studiert habe glaube ich das der Terminus nicht uniform gedeutet werden kann, und analog mit Thomas von Aquin denke das es je nach kontext auch auf Menschen bezogen werden kann.

arcangel antworten


Menge
 Menge
Beiträge : 118
Veröffentlicht von: @tatokala

Das interessante an solchen Theorien ist, daß sich mit vielen kirchengeschichtl./ theologischen Problemen irgendwer im LAufe der Geschichte schon mal auseinandergesetzt hat. Möglicherweise, was diese AT-Stelle angeht, auch im Jüdischen Bereich. Nur hat das dann keine größere Kreise gezogen. Ist aber vielleicht noch irgendwo dokumentiert. (Man muss dann nur wissen, wie man suchen soll.)

Mit zumindest drei Quellen kann ich dienen.

Die Idee, dass die "Söhne Gottes" himmlische Wesen ("Engelehen") seien, stammt aus dem im 2. Jahrhundert v. Chr. entstandenen Jubiläenbuch, das für manche Christen eine alttestamentlichen Apokryphe ist, für andere Christen ist es ein Buch der Bibel. Dort kann man im 5. Kapitel "Die Sintflut" folgendes lesen:

"5. Kapitel: Sintflut
1. Als die Menschenkinder begannen, sich auf Erden zu mehren, und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen Gottes Engel in einem Jahr dieses Jubiläum, daß sie schön anzuschauen waren. Da nahmen sie sich aus ihnen allen zu Weibern nach ihrer Wahl, und sie gebaren ihnen Kinder, und dies sind die Riesen." (Jubiläenbuch. Rießler, Paul in Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel. Augsburg 1928.)

Dass dies im Kapitel "Sintflut" und schon im vorgehenden Kapitel "Kain und Abel" erwähnt wird, dass Henoch gegen die Wächter zeugte, die mit den Menschentöchtern sündigten, zeigt, dass Gen 6,1-4 von den Verfassern als das "Böse" des Menschen und als Grund für die Sintflut interpretiert wurde. Hier die dazugehörigen Texte aus dem Kapitel 4 Kain und Abel 

"15 In der zweiten Jahrwoche des zehnten Jubiläum
heiratete Mahalalel
die Dina, die Tochter Barakiels und seiner Vaterschwester;
sie gebar ihm einen Sohn im sechsten Jahr der dritten Jahrwoche,
und er hieß ihn Jared;
denn in seinen Tagen stiegen des Herrn Engel, die Wächter hießen, auf die Erde herab;
sie sollten die Menschenkinder lehren,
Recht und Gerechtigkeit zu üben.
...
22 Er zeugte gegen die Wächter, die mit den Menschentöchtern sündigten.
Denn jene begannen, den Menschentöchtern beizuwohnen,
so daß sie befleckt wurden,
und Henoch zeugte gegen sie alle." (Jubiläenbuch. Rießler, Paul: in Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel. Augsburg 1928.)

 

Die zweite Quelle ist das äthiopische Henochbuch, das für manche Christen eine alttestamentlichen Apokryphe ist, für andere Christen ein Buch der Bibel. Im NT zitiert Jud 14 (= äthHen 1,9) daraus. Auch hier sind es männliche Engel, die es nach den schönen Töchtern der Menschen gelüstete.

"6. Kapitel: Fall der Engel
1
Als sich die Menschenkinder vermehrten,
wurden ihnen damals schöne und liebliche Töchter geboren.

2
Als die Engel, die Himmelssöhne, sie erblickten,
gelüstete es sie nach ihnen,
und sie sprachen zueinander:
„Wir wollen uns Weiber aus den Menschenkindern wählen
und uns Kinder erzeugen!“" (Henochbuch. Rießler, Paul: in Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel. Augsburg 1928.)

 

Die dritte Quelle zu dem Thema:

Wenige Jahrhunderte später in der "Schatzhöhle" findet sich eine Stelle, die sich auf die beiden oben zitierten Stellen bezieht, denn mit den hier erwähnten "früheren Schriftstellern" sind höchstwahrscheinlich die jeweiligen Verfasser dieser oben erwähnten Bücher Jubiläenbuch und äthiopisches Henochbuch gemeint.

"Die Schatzhöhle 15. Kapitel: Die Riesen
Nun blieben Metusala und Noe allein auf dem Berg, weil alle andern Kinder Seths von des Paradieses Grenzen nach der Ebene zu den Kindern Kains hinabstiegen.
Da vermischten sich Seths Kinder, die Männer, mit den Töchtern Kains.
Da wurden diese schwanger und gebaren ihnen riesenhafte Männer, ein Geschlecht von Riesen, Türmen gleich.
Deshalb begingen frühere Schriftsteller einen Irrtum, als sie schrieben, die Engel seien vom Himmel gestiegen und hätten sich mit den Menschen begattet, und von ihnen seien jene Riesen erzeugt worden.
Dies ist nicht wahr; denn sie sprachen so ohne Einsicht.
Sehet zu, meine Brüder, die ihr dies leset, und wisset, daß derlei nicht in der Natur der Geisterwesen liegt!
Auch die unreinen Teufel, die Übeltaten vollbringen und den Ehebruch lieben, haben dies nicht in ihrer Natur; denn es gibt unter ihnen keine männlichen und weiblichen Geschlechter; sie wurden ja seit ihrem Abfall auch nicht um einen vermehrt.
Könnten sich die Dämonen mit den Weibern begatten, dann hätten sie keine einzige Jungfrau im ganzen Menschengeschlecht unverderbt gelassen." (Schatzhöhle. Rießler, Paul: in Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel. Augsburg 1928.)

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