Israel
Ganz genau wusste ich nicht, wo ich das Thema unterbringen sollte, aber Israel hat ja auch viel mit Kirchengeschichte zu tun.
Jetzt bin ich schon zweimal nach Israel gereist und habe mir gedacht, ich mache mal einen Thread auf, wo man alles reinbringen kann, was Israel so betrifft.
Wahrscheinlich könnten wohl alle Bücher der Welt nicht fassen, was alles zu Israel zu sagen wäre. (Johannes 21,25).
Mir ist zum Beispiel in meinem Bekanntenkreis aufgefallen, das sich wohl seit 1933 nicht allzuviel geändert hat, was die Meinung zu Israel betrifft.
...........Was, nach Israel fliegst du? Das sind doch die, wo den Palästinensern 1948 das Land geklaut haben, oder?
Der Jude, der Jude sitzt überall und mischt überall mit, wo es um Geld und Macht geht.....
Das waren nur zwei der vielen Meinungen, die ich mir über Israel anhören musste.
Wie denkt ihr darüber? Warum gibt es nach wie vor immer noch so viel Antisemitismus und wird Israel so negativ gesehen?
Ich sehe es genau umgekehrt, wahrscheinlich werden wir bald von den Israelis lernen müssen, wie man mit wenig Wasser eine Wüste zum Blühen bringen kann, so wie es in der israelischen Wüste zur Zeit passiert.
Wenn wir wieder so einen heissen und trockenen Sommer bekommen wie im letzten Jahr.
Vom Mossad können wir lernen, wie man den Islam-Terror eindämmen und bekämpfen kann.
Viele Patente und Entdeckungen wurden in israelischen Forschungslaboren gemacht, Israel soll die meisten Patente prozentual zur Bevölkerung weltweit haben, der USB Stick wurde in Israel erfunden und in der HighTec ist Israel weltweit führend, auch im Militär HighTec.
Die Bibel besagt eh, dass derjenige von Gott gesegnet sein wird, der auch seinerseits Israel segnet.
Durch einen Israel-Besuch kann man sich die biblischen Berichte auch viel besser vorstellen, mir war gar nicht bewußt, dass die Wüste und die Stein-Bergwüste und der Jordan örtlich so nah zusammenliegen. (Matthäus Kap.3+4)
Ich habe diese Diskussion mitverfolgt und habe lange darüber nachgedacht, warum es über Israel so viele unterschiedliche Meinungen und sogar regelrecht Streit gibt.
Neulich wurde in Göttingen ein Preis an eine jüdische Organisation verliehen, die sich gegen die Siedlungspolitik positioniert hat. Prompt wurde ihr Antisemitismus vorgeworfen. Das ging so weit, daß Offizielle, die zur Preisverleihung eingeladen waren, dieser fernblieben aus Sorge, mit dem selben Vorwurf konfrontiert zu werden. Ich weiß die genauen Hintergründe nicht, doch jeder andere, der diese auch nicht kennt (und das ist die Mehrheit), wundert sich nur noch, was die ganze Aufregung eigentlich soll. Das scheint mir ein Abbild der politischen Spaltung in Israel selber zu sein, wie die jüngsten Wahlen es offenbart haben.
Ich habe auch den verlinkten Artikel "aus der Bundestagssuppenküche" gelesen. Vereinfacht dargestellt stellt sich mir der Streit so dar: Es gibt eine kleine pro-Israel-Lobby, die grundsätzlich jede politische Entscheidung der israelischen Regierung befürwortet, und den Rest, der sich eher an Entscheidungen der UNO orientiert. In den Augen der Israel-Lobby sind UNO und deutsche Parlamentsmehrheit in Wahrheit Feinde Israels, weil sie auch die Rechte der Palästinenser im Blick haben und zum Beispiel die deutsche Botschaft in Tel Aviv belassen.
Ich bin zu der Meinung gekommen, gerade der pro-Israel-Lobbyismus befeuert den politischen Antisemitismus, denn dort scheint es die Devise zu geben, Israel (bzw die Juden) dürfen sich alles erlauben. Es wird mit zweierlei Maß gemessen, denn Israel ist eben was ganz Besonderes. Damit aber schießen sie übers Ziel hinaus und schaden Israel eher.
Ich bleibe dabei: Israel ist ein ganz normales Land wie alle anderen Länder auch. Dieses Land und das Volk zu glorifizieren befeuert eher noch den Antisemitismus. Ich glaube, die Israelis wünschen sich auch nichts anderes, als Gleiche unter Gleichen in der Völkerfamilie angesehen zu werden.
Uns Deutschen erging es doch ähnlich: Die zwölf Jahre Naziherrschaft wirkten lange nach, und erst seit der Wiedervereinigung und besonders der Fußball-WM 2006 beginnen wir ein gesundes Nationalbewußtsein zu entwickeln und werden wir von außen als normales Mitglied der Völkerfamilie angesehen.