Kirche, Zeitgeist, ...
 
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Kirche, Zeitgeist, Christ sein

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Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hallo,

ich denke gerade viel darüber nach, was unsere Vorstellung von Christ sein prägt.

Und ich habe das Gefühl: wir sind genau wie die Generationen vor uns: wir lassen uns sehr stark davon beeinflussen, wie die Gesellschaft um uns herum denkt, was als "wissenschaftliche Erkenntnis" gilt und passen unseren Glauben an, bzw. z.T. ja auch ganze Lehrmeinungen oder kirchliche Praktiken.
Und dann sagen wir "DAS ist christlich. Die vor uns hatten es falsch verstanden, haben sich blenden lassen etc.".

Ich las gerade in einem anderen Zusammenhang über die Deutschen Christen: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Christen

Bevor man jetzt sagt: Ist doch klar, stand doch anders in der Bibel, konnte man sofort sehen, dass das nicht christlich war: jahaaa, ABER diese Leute haben sich doch auch von ihrer Zeit und den damals als wissenschaftlich angesehenen Rassentheorien beeinflussen lassen. Sie haben sich ihre Einstellung dazu was christlich ist und wie die Bibel verstanden werden muss, doch im Grunde so zusammen gestellt, dass ihre politischen Ansichten und die Art wie sie Christ sein verstanden, dann wieder "harmonierten".
Und sie sind doch sehr weit damit gekommen, das war dann ja keine kleine Splittergruppe mehr, sondern eine, die wirklich auch Macht in der Kirche hatte.

Ich bin kein Kirchengeschichtler, aber ich frage mich, ob es je eine Zeit gab, in der das Christentum und wie es dann verstanden wurde, völlig unabhängig von der Außenwelt gewesen wäre? Sozusagen "reine Lehre"?

Mir fallen nur so Zeiten wie Kreuzzüge ein, die natürlich sehr von ihrer Umwelt geprägt waren, auch wenn die Christen die da gen Jerusalem zogen sich sicher auch eben genau als das ansahen: Christen.

Ist jetzt noch alles sehr unausgegoren. Ich denke da noch.

Wie seht ihr das? Macht ihr euch Gedanken darum wie eure Art die Bibel zu verstehen oder das Christ sein zu definieren von der Gesellschaft und Kultur in der ihr lebt, beeinflusst wird?

Was fällt euch noch zu dem Thema ein?

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144 Antworten
Tinkerbell
Beiträge : 1477

Klar gab es die.

Veröffentlicht von: @pottkind

Ich bin kein Kirchengeschichtler, aber ich frage mich, ob es je eine Zeit gab, in der das Christentum und wie es dann verstanden wurde, völlig unabhängig von der Außenwelt gewesen wäre? Sozusagen "reine Lehre"?

Zum ersten und letzten Mal dann, als die Jünger noch gemeinsam mit Jesus herumliefen - denn da gab es keine Auslegungssachen, Fragen konnten direkt beantwortet werden, Jesus lebte es konkret und direkt vor.

Veröffentlicht von: @pottkind

Und ich habe das Gefühl: wir sind genau wie die Generationen vor uns: wir lassen uns sehr stark davon beeinflussen, wie die Gesellschaft um uns herum denkt, was als "wissenschaftliche Erkenntnis" gilt und passen unseren Glauben an, bzw. z.T. ja auch ganze Lehrmeinungen oder kirchliche Praktiken.
Und dann sagen wir "DAS ist christlich. Die vor uns hatten es falsch verstanden, haben sich blenden lassen etc.".

Mit Sicherheit sind wir wie alle Generationen vor uns. Allerdings glaube ich nicht, dass irgendeine Kirche zugeben würde, ihre Lehrmeinung dem Zeitgeist oder der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnis anzupassen. Ich habe keine Ahnung, ob das bei einigen tatsächlich der Fall ist, es kommt einem bisweilen so vor - aber da ich grundsätzlich davon ausgehe, dass sie alles am Wort und nicht an Wikipedia geprüft haben, ist es wahrscheinlich nicht so.

tinkerbell antworten
3 Antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2209
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Zum ersten und letzten Mal dann, als die Jünger noch gemeinsam mit Jesus herumliefen - denn da gab es keine Auslegungssachen, Fragen konnten direkt beantwortet werden, Jesus lebte es konkret und direkt vor.

Natürlich haben sich auch die Jünger gefragt, wie Jesus Worte auszulegen sind. Das wird in der Bibel sogar berichtet. Auch damals gab es keine "reine Lehre". Resultat des ganzen sind diverse Evangelien, die auch verschiedene theologische Aussagen treffen oder Schwerpunkte haben.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

ihre Lehrmeinung dem Zeitgeist oder der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnis anzupassen.

Soweit mir bekannt, machen das die großen Landeskirchen. Die Lehre beachtet immer den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs.

Ein Teil der Fundamentalisten meint, dass man keine Wissenschaft bräuchte und das die Bibel sich selbst Auslegen würde; was nur sehr eingeschränkt stimmt; nämlich dort wo Bibelautoren sich auf ältere Bücher berufen. Aber um diese Auslegung zu verstehen legen wird ja auch schon wieder aus.

lhoovpee antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1477
Veröffentlicht von: @lhoovpee

Resultat des ganzen sind diverse Evangelien, die auch verschiedene theologische Aussagen treffen oder Schwerpunkte haben.

Ich habe ja auch nicht gesagt, dass die Evangelien die "reine Lehre" beinhalten. Zumal die Forschung ja bei einigen davon ausgeht, dass sie gar keine Augenzeugen waren, sondern später lebten. Mir ging es jetzt tatsächlich nur um die Jünger und nicht darum, was später schriftlich festgehalten wurde.

Veröffentlicht von: @lhoovpee

Natürlich haben sich auch die Jünger gefragt, wie Jesus Worte auszulegen sind. Das wird in der Bibel sogar berichtet. Auch damals gab es keine "reine Lehre".

Die Jünger hatten aber die Möglichkeit direkt zu fragen und Antworten oder Kritik zu bekommen - das sieht man ja in der Bibel mehrfach. Nachdem er weg war, bestand die Möglichkeit so nicht mehr und folglich fing ab da der Weg der Unsicherheiten an.

tinkerbell antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2209
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Die Jünger hatten aber die Möglichkeit direkt zu fragen und Antworten oder Kritik zu bekommen - das sieht man ja in der Bibel mehrfach.

Hast du schon einmal eine Predigt gehalten und anschließend Feedback eingeholt? Es ist schon faszinierend, was Menschen manchmal so in die eigenen Worte rein interpretieren.

Selbst wenn du alle Zeit der Welt hättest: Das, was ein Mensch lehrt, ist bereits in der Sekunden verändert in der ein anderer Mensch meint es verstanden zu haben.

lhoovpee antworten


Plueschmors
Beiträge : 3741

Carthusia numquam reformata, quia numquam deformata.
Hallo Pottkind,

Veröffentlicht von: @pottkind

Was fällt euch noch zu dem Thema ein?

Ich halte es mit den Kartäusern:

Die Kartäuser werden niemals reformiert, weil sie niemals deformiert sind.

Von mir aus können die Geister der Zeit tun und denken, was sie wollen. An mir fliegen die immer vorbei.

😌

Liebe Grüße,
Plueschmors.

plueschmors antworten
37 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @plueschmors

Von mir aus können die Geister der Zeit tun und denken, was sie wollen. An mir fliegen die immer vorbei.

Meinst du das wirklich so oder ist das lustig gemeint?

Anonymous antworten
Plueschmors
(@plueschmors)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 3741
Veröffentlicht von: @pottkind

Meinst du das wirklich so oder ist das lustig gemeint?

Das meine ich wirklich so. Und es bedeutet, daß ich Gott beständig ganz besonders um eines bitte, denn der Versuchungen sind freilich viele:

Wende meine Augen ab, dass sie nicht sehen nach unnützer Lehre, und erquicke mich auf deinem Wege.

Oder mit dem Leitspruch der Kartäuser:

Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht.

plueschmors antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Das klingt erst mal gut.
Aber wie stark weißt du denn, ob die Art wie du die Bibel verstehst, nicht von der Kultur geprägt ist, in der du lebst?

Anonymous antworten
Plueschmors
(@plueschmors)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 3741
Veröffentlicht von: @pottkind

Aber wie stark weißt du denn, ob die Art wie du die Bibel verstehst, nicht von der Kultur geprägt ist, in der du lebst?

In welcher Kultur sollte ich denn leben? Ich bin ziemlich getrennt von der Außenwelt. Also in den Supermarkt und zum Abendmahl gehe ich schon, aber ansonsten nehme ich an der Welt nicht so besonders viel teil. Bin ausgesprochen introvertiert, also ziemlich strikt nach innen gerichtet.

Und dazu übe ich mich ja täglich in Gottes Wort. Also wenn ich da mal abweiche, dann hab ich so viel Vertrauen, daß Gott mich durch sein Wort recht schnell wieder zurück auf den rechten Weg bringt. Bibellesen führt zum Tun. Auch mal zur Korrektur. Wird zum Glück seltener, aber ab und zu ist´s nötig.

plueschmors antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @plueschmors

In welcher Kultur sollte ich denn leben? Ich bin ziemlich getrennt von der Außenwelt. Also in den Supermarkt und zum Abendmahl gehe ich schon, aber ansonsten nehme ich an der Welt nicht so besonders viel teil. Bin ausgesprochen introvertiert, also ziemlich strikt nach innen gerichtet.

Du sitzt vor einem Computer und liest in einem Forum, wo sehr viele verschiedene Meinungen gepostet werden.

Also lebst du schon mal in einer Demokratie, die Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit hat. Das ist auch Teil der Kultur. Hat ja nicht jeder.

Ich weiß nicht, wie du das Zusammenleben mit deiner Frau gestaltest oder deine Kinder erziehst, aber vermutlich lebt ihr doch anders als Christen vor 1500 Jahren zusammen oder einfach anders als Christen in Birma?

Du zitierst hier einen röm-kath. Orden, bist aber selbst evangelisch. Das hättest du während des 30jährigen Krieges wahrscheinlich nicht gemacht. Auch das ist doch Resultat der Kultur und Zeit in der wir leben.

Verstehst du was ich meine?

Anonymous antworten
Plueschmors
(@plueschmors)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 3741
Veröffentlicht von: @pottkind

Verstehst du was ich meine?

Du meinst, die garantierten Freiheiten bzw. meine Lebensart hätten irgendwie Einfluß auf meine "Glaubenskultur"?

Ich glaube nicht. Also ich wüßte nicht, was da irgendwie irgendwo Einfluß hätte oder großartig anders wäre, wenn ich in Nordkorea oder im Mittelalter oder in der Antike leben würde.

plueschmors antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15313
Veröffentlicht von: @plueschmors

Also ich wüßte nicht, was da irgendwie irgendwo Einfluß hätte oder großartig anders wäre, wenn ich in Nordkorea oder im Mittelalter oder in der Antike leben würde.

Ich schon.

lucan-7 antworten
Plueschmors
(@plueschmors)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 3741
Veröffentlicht von: @lucan-7

Ich schon.

Seit wann hast Du denn wieder Glauben?

plueschmors antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2209
Veröffentlicht von: @plueschmors

Du meinst, die garantierten Freiheiten bzw. meine Lebensart hätten irgendwie Einfluß auf meine "Glaubenskultur"?

Natürlich. Um das zu bestreiten müsste man schon sehr stark die Augen zukneifen.

lhoovpee antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @plueschmors

Ich glaube nicht. Also ich wüßte nicht, was da irgendwie irgendwo Einfluß hätte oder großartig anders wäre, wenn ich in Nordkorea oder im Mittelalter oder in der Antike leben würde.

Das ist interessant, weil ich gehe schon davon aus, dass mein ganzes Leben, meine ganze Art zu denken etc. ganz anders wäre, wenn ich in einer anderen Zeit oder einer anderen Kultur sozialisiert worden wäre.
Und "Glaubenskultur" ist ja nicht unabhängig vom Rest meines Lebens.

Anonymous antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2209

Dann würde ich dir mal Blindheit attestieren 😀

lhoovpee antworten
lubov
(@lubov)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2435

OT Blindheit
Blinde Menschen sind durchaus an aktuellem Geschehen, an Trends usw. interessiert. Such dir doch bitte eine weniger ableistische Metapher. Danke. 🙄 😉

lubov antworten
frosch80
(@frosch80)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 791

Hej Lubov,

Veröffentlicht von: @lubov

Blinde Menschen sind durchaus an aktuellem Geschehen, an Trends usw. interessiert.

Sofern sie es sind, sicher. Genauso wie die Menschen, die nicht blind sind.

ihoovpee spricht aber nicht von blinden Menschen, sondern von Blindheit. Neben "Fehlen des Sehvermögens" hat Blindheit laut Duden auch die Bedeutung "Unfähigkeit, Zusammenhänge, Gefahren o. Ä. richtig zu erkennen". Dass ihoovpee hier die zweite Bedeutung meint, halte ich für offensichtlich. Das ist korrektes und gängiges Deutsch und mE keinerlei Grund die Augen zu rollen (zumal sich da vielleicht Menschen mit bestimmten Fehlstellungen der Augen diskriminiert fühlen könnten).

Dass diese laut Duden korrekte zweite Bedeutung als ableistische Metapher angesehen werden kann, stimmt sicher. Vielleicht solltest du dazu aber mal einen eigenen Thread eröffnen.

Liebe Grüße
fr😊sch

frosch80 antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2209

Entschuldigung für diese Metapher und danke für den Hinweis. Im Grunde versuche ich so etwas zu vermeiden. Klappt leider nicht immer.
Schönes Beispiel, wie sehr Kultur und Erziehung mich und meine Sprache beeinflussen.

lhoovpee antworten
Plueschmors
(@plueschmors)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 3741

Blindheit?

Veröffentlicht von: @lhoovpee

Dann würde ich dir mal Blindheit attestieren 😀

Das verstehe ich nicht. Was meinst Du damit?

plueschmors antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2209
Veröffentlicht von: @plueschmors

Das verstehe ich nicht. Was meinst Du damit?

Das du nichts wahrnimmst, welche kulturellen Einflüsse auf dir einwirken.

Das die aktuelle Kultur und der aktuelle Zeitgeist weder dich noch deine Theologie beeinflusst, ist so Wahrscheinlich wie ein 17 sechs richte im Lotte hintereinander.

Nachtrag vom 29.01.2021 2105
Korrektur: "ist so Wahrscheinlich wie 17 sechs Richtige im Lotte hintereinander."

lhoovpee antworten
Plueschmors
(@plueschmors)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 3741
Veröffentlicht von: @lhoovpee

Das du nichts wahrnimmst, welche kulturellen Einflüsse auf dir einwirken.

Und Du kannst die an mir sehen? Welche sind das denn?

plueschmors antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2209

Ohne diesen Einfluss würdest du weder deutsch Sprechen, noch in ein Forum an ein Wissensaustausch teilnehmen.

lhoovpee antworten
Plueschmors
(@plueschmors)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 3741
Veröffentlicht von: @lhoovpee

Ohne diesen Einfluss würdest du weder deutsch Sprechen, noch in ein Forum an ein Wissensaustausch teilnehmen.

Wozu soll dieser Thread dann gut sein, wenn darüber diskutiert werden soll, ob man Luft zum Atmen braucht oder nicht, was doch selbstverständlich ist?

Irgendwie hab ich den Gegenstand des Themas noch nicht begriffen. So jedenfalls mein Gefühl.

plueschmors antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @plueschmors

Irgendwie hab ich den Gegenstand des Themas noch nicht begriffen. So jedenfalls mein Gefühl.

Macht nichts, ich war ja auch noch selbst am Denken 😊 (Ist das nicht eine wundervolle Grammatik, derer ich mich befleissige? 😀 )

Es geht um die Frage, wie sehr die Art wie wir glauben, was wir für richtig oder eben auch nicht richtig halten, wie wir Glauben umsetzen etc. von der Zeit, der Kultur, dem Land etc. in der/dem wir leben beeinflusst ist.

Deine Antwort verstehe ich so, dass du denkst, dass das alles keinen Einfluss auf deine Art zu Glauben und zB Bibelstellen zu verstehen hat.

Richtig?

Anonymous antworten
Plueschmors
(@plueschmors)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 3741
Veröffentlicht von: @pottkind

Deine Antwort verstehe ich so, dass du denkst, dass das alles keinen Einfluss auf deine Art zu Glauben und zB Bibelstellen zu verstehen hat.

Richtig?

Ja, würde ich sagen. Oder glauben Christen anderswo großartig anders, nur weil sie anders aufgewachsen sind? Die Lehre ist doch immer dieselbe. Klar, ab und zu gibt´s Ausschmückungen der Volksfrömmigkeit und Zusätze des Heidentums - z.B. Stabkirchen in Norwegen -, aber das berührt doch die klare reine Lehre nicht.

plueschmors antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @plueschmors

Ja, würde ich sagen. Oder glauben Christen anderswo großartig anders, nur weil sie anders aufgewachsen sind? Die Lehre ist doch immer dieselbe. Klar, ab und zu gibt´s Ausschmückungen der Volksfrömmigkeit und Zusätze des Heidentums - z.B. Stabkirchen in Norwegen -, aber das berührt doch die klare reine Lehre nicht.

Das finde ich jetzt schon wieder interessant. Weil: ich weiß es gar nicht.

Glauben orthodoxe Christen genau das Gleiche wie wir? Da gab es doch mal ein Schisma.

Selbst die Frage, ob man evangelisch oder katholisch ist, ergibt doch schon Unterschiede in dem was man als die "reine Lehre" versteht.

Oder anders gefragt: was ist für dich denn die "reine Lehre" die überall auf der Welt gleich ist?

Ein Teil von mir denkt gerade: Okay....irgendwie hat er ja Recht. Ich habe mit Menschen aus allen Teilen der Welt gemeinsam gebetet und Gott gelobt, da sind wir tatsächlich eins.

Andererseits sehe ich, dass es Themen gibt, die sehr zeitabhängig sind.

Die Rolle der Frau in der Kirche wird heute ganz anders gesehen als vor hundert oder zweihundert Jahren. Sie wird in Deutschland, bzw im Westen anders gesehen als in anderen Kulturkreisen. Und wenn ich mir die Zeitläufe ansehe: ich sehe nicht, dass bei solchen Themen (HS wäre auch eins) der Input von den Kirchen selbst ausging. Eigentlich reagieren wir auf das was in der Gesellschaft um uns rum ist und wenn wir lange genug die gesellschaftlichen Themen gehört haben, fangen wir an sie in unsere Argumentation aufzunehmen und die Bibel entsprechend zu verstehen, etc.

Und je nachdem wie alt man ist, nimmt man diese Veränderungen oft auch noch anders wahr.
Für mich waren evangelische Pastorinnen normal, daher sah ich es als normal an, dass Frauen predigen. Leute, die älter sind als ich und die Diskussion darum und die Veränderungen selbst erlebt haben, wussten zumindest, dass es nicht immer als normal angesehen wurde, bzw haben vielleicht ihre eigene Ansicht zu der Lehre (dürfen Frauen predigen?) geändert oder vielleicht auch nicht geändert und fühlen sich dann damit nicht wohl.

Verstehst du was ich meine?

Anonymous antworten
Plueschmors
(@plueschmors)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 3741
Veröffentlicht von: @pottkind

Glauben orthodoxe Christen genau das Gleiche wie wir? Da gab es doch mal ein Schisma.

Ja, wegen Papst und dem Filioque-Zusatz. Aber ist das sooo wichtig? Die Menschen nehmen´s immerhin seeehr wichtig 😉 ...

Natürlich gibt es rund ums Zentrum - Christus - auch besondere Betonungen, aber ich denke, das hat eher was mit den Charaktereigenschaften der Menschen zu tun, nichts mit Kultur und Sozialisation. Ich z.B. bin ein sehr introvertierter Christ. Mich überfordert Gemeinschaft. Ein Gottesdienst ist für mich keine Freude, sondern meistens purer Streß. Bin danach wie ausgelaugt und muß erstmal in der Einsamkeit und Stille wieder lange auftanken. Eine Stunde Gottesdienst kostet mich drei Stunden Erholung. Mindestens.

Extrovertierte Christen werden aber vor allem die Gemeinschaft betonen usw. Ist ja auch klar: Die brauchen das.

Veröffentlicht von: @pottkind

Oder anders gefragt: was ist für dich denn die "reine Lehre" die überall auf der Welt gleich ist?

Natürlich die Lehre meiner evangelisch-lutherischen Kirche, wie sie in den verbindlichen Bekenntnissen abgelegt ist...

😌

Oder anders: Wer Christus ist, ist rein und klar. Nicht? Von Irr- und Sonderlehren mal ganz ab. Aber die Kirche ist sich einig: Gottes Sohn, Erlöser der Welt in keinem anderen das Heil...

Veröffentlicht von: @pottkind

Andererseits sehe ich, dass es Themen gibt, die sehr zeitabhängig sind.

Ja. Modetrends gab´s immer. Und Leute, die unzufrieden waren und alles umwerfen wollten. Kennzeichen der Jugend: Alles immer anders machen wollen.

Veröffentlicht von: @pottkind

...wenn ich mir die Zeitläufe ansehe:...

An sich hat der Mensch sich noch nie groß verändert. Ab und zu taucht vermeintlich neues Denken auf, daß sich durch glückliche Umstände - mehr oder weniger - durchsetzt und heißt dann Fortschritt. Tatsächlich ist der Mensch aber immer noch mit Korb und Keule unterwegs.

Veröffentlicht von: @pottkind

...wenn wir lange genug die gesellschaftlichen Themen gehört haben, fangen wir an sie in unsere Argumentation aufzunehmen und die Bibel entsprechend zu verstehen, etc.

Warum auch die Komfort-Zone verlassen? Ist doch menschlich. Warum sich ändern, wenn es einem doch gut geht? Lange genug durfte die Bibel - außer den Psalmen - gar nicht gelesen werden. Die meisten konnten ja auch gar nicht lesen. Gehst halt zum Profi in die Kirche und kuckst dir die bunten Bilder an und die demütige Maria als Statur und machst halt, was der Pfarrer sagt, über dessen Motivation, Pfarrer zu sein, man damals auch nur zweifeln konnte. Und dann halt mal Reformation, wenn der Sack vor lauter Fleisch und Wein zerreißt und das Volk nicht länger willens ist, dem Wohlleben und den Fehlentwicklungen "der da oben" zuzuglotzen. Es gab zwar immer rechte Lehrer in der Kirche, aber Machtpolitik und irdische Wohlfahrt waren natürlich eine Zeit lang eine große Versuchung. Und viele sind dieser Versuchung erlegen oder haben sich diese Möglichkeiten gezielt zunutze gemacht. Wer nimmt es einem aus den Borgias z.B. ab, je Christ gewesen zu sein? Wenn von denen einer Christ war, ist der Teufel auch ein Christ. Und zwar der frömmste von allen...

😀

Veröffentlicht von: @pottkind

Verstehst du was ich meine?

Gewohntes zu lassen ist schwer. Ich bin ja immer dafür, bevor Neuerungen kommen, daß man die alte generation erst einmal in Ruhe aussterben läßt 😉 ... Aber da macht die Welt natürlich nicht mit. Am besten jeden Tag was Neues hören, sehen, machen...

Daß sich Paulus an die Gemeinde in Korinth wendet, den Schnattergänsen im Gottesdienst den Schnabel zuzuhalten, heißt ja noch nicht, daß er das anderen Gemeinden - Würzburg? Pinneberg? Hoyerswerda? - genauso geschrieben hätte. Halte ich persönlich für kein wichtiges Thema. Frauen waren in der Kirche immer wichtig. Auch in der katholischen Kirche, die allerlei Heilige beschäftigt. Unzählige Äbtissinen. Sogar vier Kirchenlehrerinnen: Katharina von Siena, Hildegard von Bingen, Teresa von Avila, Therese von Lisieux. Die Bibel ist voll mit wichtigen Frauen. Und Maria sowieso.

Wie wären diese bekannt geworden, wenn sie nicht gelehrt hätten?

plueschmors antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Danke für die Antwort.

Wir sehen das wirklich sehr verschieden.

Veröffentlicht von: @plueschmors

Natürlich gibt es rund ums Zentrum - Christus - auch besondere Betonungen, aber ich denke, das hat eher was mit den Charaktereigenschaften der Menschen zu tun, nichts mit Kultur und Sozialisation. Ich z.B. bin ein sehr introvertierter Christ. Mich überfordert Gemeinschaft. Ein Gottesdienst ist für mich keine Freude, sondern meistens purer Streß. Bin danach wie ausgelaugt und muß erstmal in der Einsamkeit und Stille wieder lange auftanken. Eine Stunde Gottesdienst kostet mich drei Stunden Erholung. Mindestens.

Mal off topic: wie hältst du es dann hier aus? Macht es dir nicht so viel, wenn du die Leute nicht sehen musst?

Anonymous antworten
Plueschmors
(@plueschmors)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 3741

OT: Introversion

Veröffentlicht von: @pottkind

Mal off topic: wie hältst du es dann hier aus?

😀

Ganz einfach: Ich habe nicht viele Menschen in der Nähe, keinen erschöpfenden Augenkontakt, sondern nur viele Worte. Damit kann ich tausendmal besser um. Lesen beruhigt. Wer schreibt, muß nicht reden. Und reden kann ich wirklich sehr, sehr schlecht.

Würden wir alle in einem Raum sitzen, wär mir jetzt schon absolut unwohl. Ich wäre gehemmt, überfordert, überreizt und letztendlich völlig fertig.

So ein Forum ist demnach tatsächlich ein wahrer Segen für Leute wie mich.

😊

plueschmors antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Das ist ja interessant. Ich glaube man schätzt die Leute oft ganz falsch ein, wenn man sie nur hier liest.

Habe ich das falsch in Erinnerung oder hast du nicht mal deine Kinder und deine Frau erwähnt? Wie machst du das denn mit denen? Kinder kann man ja nicht so einfach "ausschalten".

Ich weiß so ungefähr was du meinst, weil ich Leute auch anstrengend finde und alleine sein brauche um aufzutanken, aber so schlimm wie bei dir ist es bei mir nicht.

Anonymous antworten
Plueschmors
(@plueschmors)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 3741
Veröffentlicht von: @pottkind

Habe ich das falsch in Erinnerung oder hast du nicht mal deine Kinder und deine Frau erwähnt? Wie machst du das denn mit denen? Kinder kann man ja nicht so einfach "ausschalten".

😀

Vertraute Menschen überfordern nicht. Darum sage ich gerne im Spaß: "Neue Leute lerne ich nur kennen, wenn ich selber welche mache..."

😉

plueschmors antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2209
Veröffentlicht von: @plueschmors

"Neue Leute lerne ich nur kennen, wenn ich selber welche mache..."

😀😀😀😀😀😀

lhoovpee antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2209
Veröffentlicht von: @plueschmors

Irgendwie hab ich den Gegenstand des Themas noch nicht begriffen. So jedenfalls mein Gefühl.

Es geht darum zu analysieren, wie der Einfluss konkret aussieht. Du bestreitest aber jeglichen Einfluss, was ich für Irrational halte.

lhoovpee antworten
Plueschmors
(@plueschmors)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 3741
Veröffentlicht von: @lhoovpee

Es geht darum zu analysieren, wie der Einfluss konkret aussieht. Du bestreitest aber jeglichen Einfluss, was ich für Irrational halte.

Hast Du mal ein Beispiel, wie der Einfluß sich auswirken könnte? Also ich bin wohl als deutsch einzuschätzen. Und ich lebe in einer Demokratie. Und in einem toleranten Umfeld.

Und dadurch ist mein Glaube auch deutsch, demokratisch und tolerant oder wie?

Hab´s anscheinend immer noch nicht begriffen. Sorry. Vielleicht nicht mein Thema.

plueschmors antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @plueschmors

Und dadurch ist mein Glaube auch deutsch, demokratisch und tolerant oder wie?

Zumindest spielt es da rein. Das Frauen in der Gemeinde schweigen sollen wirst du eher ablehnen als wenn du auf einer texanischen Farm leben würdest.

Anonymous antworten
Plueschmors
(@plueschmors)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 3741

Texas Redneck

Veröffentlicht von: @tent

Zumindest spielt es da rein. Das Frauen in der Gemeinde schweigen sollen wirst du eher ablehnen als wenn du auf einer texanischen Farm leben würdest.

Warum? Verhindert die Farm, daß ich zur selben Erkenntnis kommen kann wie in Deutschland? Warum es in Ordnung ist, daß Frauen predigen, habe ich vor zig Jahren mal auf einer Seite der EKD gelesen.

Inhalt: Paulus wendet sich an die Gemeinde in Korinth, wo es noch mehr Mißstände gab. Offenbar ein ziemlich wilder Haufen anfangs, wo man erstmal Disziplin und Ordnung reinbringen mußte. Ist darum nicht auf alle anderen Gemeinden anzuwenden.

Und sich informieren kann man von Texas aus doch auch tun. Oder meinst Du, man wird gleich von den Rednecks assimiliert und verwandelt sich schnurstracks selbst in einen?

plueschmors antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2209
Veröffentlicht von: @plueschmors

Verhindert die Farm, daß ich zur selben Erkenntnis kommen kann wie in Deutschland?

Die Wahrscheinlichkeit sinkt zumindest immens.

lhoovpee antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Ich könnte es probieren, aber ich kenne jetzt natürlich zu den einzelnen Themen deine Haltung nicht.

Du bist Deutscher, du bist evangelisch....da ist die Chance groß, dass du kein besonderer Fan von Waffen bist, oder?

Das hat in Deutschland ganz viel mit unserer Geschichte zu tun. Die Kirche war ja im ersten Weltkrieg zum Beispiel (und auch im zweiten, aber ich lasse Diktaturen mal raus) viel mehr wie die Gesellschaft: also schon auch pro Krieg, Vaterland etc.

Wärst du Protestant im Biblebelt der USA würdest du das vielleicht ganz anders sehen. Dann hättest du wie viele Menschen dort vielleicht dieses Verständnis von "ich bin ein freier Mann, ich darf meinen Grund verteidigen, ich habe eine Waffe"

Beide Einstellungen haben weit mehr mit der Geschichte der jeweiligen Länder zu tun als mit der Bibel, aber beide Standpunkte werden in den jeweiligen Ländern unter Christen auch mit der Bibel begründet.

Anonymous antworten
Plueschmors
(@plueschmors)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 3741

Waffen

Veröffentlicht von: @pottkind

Du bist Deutscher, du bist evangelisch....da ist die Chance groß, dass du kein besonderer Fan von Waffen bist, oder?

Also ich bin natürlich kein Waffenfreak, habe aber als Soldat in der Bundeswehr gedient an der Waffe und finde diesen Dienst auch gut und richtig und den Beruf des Soldaten ehrenwert. Nichts könnte mir fremder sein als das dumme "Soldaten-sind-Mörder"-Geschwafel.

Veröffentlicht von: @pottkind

Dann hättest du wie viele Menschen dort vielleicht dieses Verständnis von "ich bin ein freier Mann, ich darf meinen Grund verteidigen, ich habe eine Waffe".

Ist natürlich mittlerweile eingerissen in den USA. Damals machten die Gesetze noch richtig Sinn, da war der Nachbar 100, 200, 300 km weit entfernt und dazwischen Indianer, Räuber, Grizzlys, Wölfe und was sonst noch. In so ´ner Einöde hätte ich sicher auch ´ne Waffe. Bin ja nicht lebensmüde.

Amerika ist aber auch heute ohne wilde Tiere ein sehr gefährliches Pflaster in leider viel zu vielen Teilen. Kann schon verstehen, daß da Leute nicht einschlafen können ohne geladene Donnerbüchse unter´m Kissen. Läßt sich, meine ich, nicht gut miteinander vergleichen.

Gibt natürlich viele Spinner, die diese Freiheiten mißbrauchen. Aber das ist ja immer so.

plueschmors antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2209
Veröffentlicht von: @plueschmors

Und dadurch ist mein Glaube auch deutsch, demokratisch und tolerant oder wie?

Sie beeinflussen die Art, wie wir unseren Glauben kennen lernen, wie wir ihn leben und was wir schlussendlich glauben.

Beispiel:
Themen, die durch demokratischen Denken beeinflusst werden:
- Wie wird eine Person Gemeindeleiter? Wie wird die Gemeinde Geleitet? Wie werden Entscheidungen Bindend?
- Staat und Kirche: In wie fern sind diese Verknüpft; oder getrennt?

Offensichtliche Beispiele für theologische Themen:
- Stellung der Frau in der Kirche (und Umdeutung der betroffenen biblischen Verse)
- Homosexualität (beeinflusst durch Medizin und liberalem Denken)
- Textverständnis biblischer Bücher (beeinflusst durch Aufklärung und Erkenntnistheorien)

Deine Meinung und theologischen Grundsätze, dein ganzes Weltbild, hast du auf Lehrmeinungen und Erfahrungen aus deiner Kultur erfahren, begutachtet und ggf. übernommen oder verworfen. Deine Eltern und deine Umwelt haben dir ein bestimmte Denkweise anerzogen, die auch dein Glauben prägten und definierten.

Nur weil du von etwas beeinflusst wirst, heißt das nicht, dass du auch alles von diesem Einfluss übernimmst.

lhoovpee antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2026
Veröffentlicht von: @plueschmors

Von mir aus können die Geister der Zeit tun und denken, was sie wollen. An mir fliegen die immer vorbei.

Bei solchen Aussagen muß ich immer an einen art director in 'nem Werbegrafik-Büro denken, der mal sagte: "Am liebsten sind uns die Leute, die überzeugt sind, sich von Werbung nicht beeinflussen zu lassen."

jack-black antworten
Lucan-7
Beiträge : 15313

Mit den Menschen oder an den Menschen vorbei

Veröffentlicht von: @pottkind

ABER diese Leute haben sich doch auch von ihrer Zeit und den damals als wissenschaftlich angesehenen Rassentheorien beeinflussen lassen.

Dazu möchte ich allerdings anmerken, dass diese "Rassentheorien" in keiner Weise "wissenschaftlich" waren.
Vielmehr war es so, dass der Rassismus bereits vorher so selbstverständlich in der Bevölkerung verwurzelt war, dass kaum einer auf die Idee kam, dass es anders sein könnte. Die Leute, inklusive der Wissenschaftler, waren also nicht ergebnisoffen - was eine Voraussetzung für wissenschaftliches Arbeiten ist. Die Rassenlehren versuchten dann lediglich, den Rassismus systematisch zu erfassen und dem Ganzen das Siegel der Wissenschaft zu verleihen.

Erst mit der genaueren Erforschung der Chromosomen und der dort verschlüsselten Gene kam man dann dahinter, dass es keine wissenschaftliche Grundlage für Rassismus gibt.

Veröffentlicht von: @pottkind

Ich bin kein Kirchengeschichtler, aber ich frage mich, ob es je eine Zeit gab, in der das Christentum und wie es dann verstanden wurde, völlig unabhängig von der Außenwelt gewesen wäre? Sozusagen "reine Lehre"?

Wie soll das funktionieren? Wenn Jesus ein Gleichnis vom Weinbauern oder Fischer erzählt, und es gibt gar keine Weinbauern oder Fischer mehr... wie sollen die Leute das dann noch verstehen können?
Oder wenn Jesus erzählt, man soll dem "Kaiser geben, was des Kaisers ist" - wen meint er dann? Den Bundespräsidenten?

Letztlich gibt es, vereinfacht gesagt, zwei Möglichkeiten, die Lehre der Bibel zu erfassen: Die "Sinngemäße" und die "Wörtliche".

Nach einem "wörtlichen" Verständnis geht man von einer immerwährenden, unfehlbaren Wahrheit der Bibel und ihrer Autoren aus.
Paulus Urteil über Frauen, häuslichen Umgang oder auschweifende Festivitäten wären dann unmittelbar von Gott für alle Ewigkeiten eingegeben worden und in jedem Fall für alle Zeiten gültig. Dann hätten Frauen in der Gemeinde zu schweigen, fertig und aus!

Oder man überlegt sich, welchen Sinn die Lehre der Bibel eigentlich hat. Das heisst, man überlegt die Gründe, weshalb Frauen damals schweigen sollten... und ob diese Gründe auch heute noch gegeben sind.

Das ist natürlich komplizierter. Aber meiner Ansicht nach ist es der einzig glaubwürdige Umgang mit der Bibel. Denn alles andere ginge inzwischen längst an den Menschen vorbei... und was soll eine solche Lehre dann noch wert sein?

lucan-7 antworten


lhoovpee
Beiträge : 2209
Veröffentlicht von: @pottkind

ob es je eine Zeit gab, in der das Christentum und wie es dann verstanden wurde, völlig unabhängig von der Außenwelt gewesen wäre?

Wie soll das gehen? Ohne Außenwelt keine Christentum. Menschen bringen immer eine Außenwelt mit.

Veröffentlicht von: @pottkind

Macht ihr euch Gedanken wie [...] das Christ sein zu definieren von der Gesellschaft und Kultur in der ihr lebt, beeinflusst wird?

Die Bibel alleine wäre für mich wenig Aussagekräftig. Ohne eine Gesellschaft und Kultur außen drum, die zu berücksichtigen ist, bräuchten wir keine Bibel. Und natürlich ist jeder von seiner Kultur beeinflusst. Ich denke sogar, dass verschiedene biblische Grundaussage in verschiedenen Kulturen verschieden ausgelebt werden müssen.

Veröffentlicht von: @pottkind

wie eure Art die Bibel zu verstehen

Dass die gesamte Lehre allein aus der Bibel hervorgeht ist eine relativ neue Denkweise, die mit der Reformation populär und im Fundamentalismus verschärft wurde.

In der Bibel selbst finden wir verschiedene Denkweisen und verschiedene Auslegungen der selben Geschichten. Gegenläufige Meinungen zu akzeptieren und sogar als Bereicherung zu sehen, wäre ein neuer Zeitgeist, den ich mir wünschen würde.

lhoovpee antworten
1 Antwort
Plueschmors
(@plueschmors)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 3741

"Was gehen mich die draußen an?"

Veröffentlicht von: @lhoovpee

Wie soll das gehen? Ohne Außenwelt keine Christentum.

Weiß nicht. Christentum ist ja durchaus auch eine eigene Welt für sich:

Was gehen mich die draußen an, dass ich sie sollte richten? Habt ihr nicht die zu richten, die drinnen sind?

Ich bin da vielleicht ´ne Ausnahme (mittlerweile), aber einen besonderen Bezug oder Draht zur "Außenwelt" habe ich gar nicht.

plueschmors antworten
billy-shears
Beiträge : 1437
Veröffentlicht von: @pottkind

Ich bin kein Kirchengeschichtler, aber ich frage mich, ob es je eine Zeit gab, in der das Christentum und wie es dann verstanden wurde, völlig unabhängig von der Außenwelt gewesen wäre? Sozusagen "reine Lehre"?

Nein, nie. Die Einflüsse von außen waren schon immer enorm. Allein schon:
- Jesus wollte eine Reform des Judentums.
- Jesus wurde von Römern hingerichtet.
- Die ersten Christen passten den Glauben an Nichtjuden an.

usw..

billy-shears antworten


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