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Spiel: Die Wehrwölfe von Düsterwald


GoodFruit
Themenstarter
Beiträge : 1536

Hallo Community!

ich durfte eben miterleben, wie die Kids mit ein paar Freunden das Spiel "Die Wehrwölfe von Düsterwald" gespielt haben. Sie hatten mächtig Freude dabei und mein Eindruck ist der, dass dies ein bei Teens oder vielleicht auch noch jungen Erwachsenen (es gibt da auch Anleitungen in Studi-Grupppen) eine große Verbreitung hat.

Hier mal die Wikipediaseite, damit man mal nen Eindruck bekommt, um was es geht:

https://www.wikiwand.com/de/Die_Werw%C3%B6lfe_von_D%C3%BCsterwald

Das Spiel bietet ein Scenario, bei dem ein Dorf von Werwölfen bedroht wird und zahlreiche Charaktäre versuchen, die Werwölfe zu überführen (oder zu schützen) und dann anklagen und erschießen zu lassen.

Als Christ, der am Kommen des Reiches Gottes interessiert ist, frage ich mich: hat dieses Spiel in dieser Richtung irgendeine zielführende Komponente?

Versteht mich nicht falsch: Ich will das hier nicht alles schlechtreden oder von "Sünde" oder dergleichen reden. Es ist nur ein Spiel - aber es ist halt ein Spiel, bei dem man auch Prinzipien einübt, die im realen LEben eine Entsprechung haben könnte.

Und da finde ich es relativ bitter, wenn das Ziel immer auf das Plattmachen einer feindlichen Gruppe hinausläuft.

Von Euch möchte ich zwei Dinge:
Zum ersten dürft ihr natürlich Eure Meinung dazu abgeben oder auch berichten, welche Erfahrungen ihr mit diesem Spiel vielleicht habt.

Zum zweiten möchte ich anregen, mal zu überlegen, ob man das Spiel nicht durch christliche Elemente erweitern könnte:

z.B. könnte es Seelsorger geben, die Werwölfe oder Jäger therapieren könnten. Ein therapierter Werwolf wird normaler Dorfbewohner und das Spiel ist für die Wehrwölfe gewonnen, wenn alle therapiert sind und die Werwölfe dann alle mitspieler herzlich umarmen.

Der Seelsorger könnte auber auch den Jäger therapieren, dass er seine Flinte verkauft und sich dafür eine gute Kameraausrüstung zulegt. So kann er jagen ohne zu töten. Und ein therapierter Jäger kann selber Seelsorger werden, um sich an die Therapie der Werwölfe zu machen.

Es könnte einen Pastor geben. Wenn der predigt, dann haben alle Schutz - auch die Werwölfe. Wenn Werwölfe aber dreimal sich entscheiden haben, einer Predigt beizuwohnen, verlieren sie ihren Werwolfstatus und werden zu normalen Dorfbewohnern.
Wenn ein Dorfbewohner 5x im Gottesdienst war, bekommt er Vollmacht über Geister und Dämonen und wenn die Werwölfe ihn angreifen, dann haben sie verloren.

Das nur ein paar aus der Hüfte geschossenen Ideen. Keine Ahnung, ob das so funktionieren würde. Ich will es hier auch nicht als Lösung anbieten sondern nur als eine Idee, in welche Richtung ich mir eine Erweiterung des Spiels wünschen würde.

Im Grunde genommen fände ich das Wichtigste an der Sache, dass die Spieler in dem Spiel die Erfahrung machen, dass es einen Weg des Friedens und der Rettung für alle gibt - ohne, dass der Feind immer platt gemacht werden muss.

Hier mal eine Vision, wie wirklicher Frieden aussehen kann und wie Christen ihn vermitteln können:

https://www.wolf-amarok.de/wider-den-wolfshass/franziskus-und-der-wolf-von-gubbioio/

Das ist die Geschichte vom Heiligen Franziskus und dem Wolf, der die Dorfbewohner in Angst und Schrecken versetzte - aber durch eine Konfrontation mit Franziskus, der ihm mit der Autorität Christis begegnete (so können alle Christen beten! - nur mal so nebenbei ...) und ihm eine Art Friedensvertrag anbot, dem der Wolf zustimmte - und den Franziskus dann seitens der Dorfbewohner absgenen ließ.

Die Welt ist heute so ein Hauen und Stechen, dass es fast illusorisch scheint, solch friedlichen Wege zu suchen. Aber ich bin mir ablsout sicher, dass sie möglich sind. Wäre es nicht ein schöner Ansatz, das mal in einem Spiel auszuprobieren und dann einzuüben?

Viele Grüße
GoodFruit

Antwort
18 Antworten
GoodFruit
Themenstarter
Beiträge : 1536

Keiner Interesse an praktischen Pazifismus?

Na, aber zum Glück gibt es ja am Donnerstag den Waffenschein bei Aldi:
https://www.youtube.com/watch?v=k6nLUIfKQmc&list=PLFOoaHBitNUgjB7h79jd6MH5tdGj0XqWR

😉

goodfruit antworten


Adjutante
Beiträge : 1980
Veröffentlicht von: @goodfruit

Von Euch möchte ich zwei Dinge:
Zum ersten dürft ihr natürlich Eure Meinung dazu abgeben oder auch berichten, welche Erfahrungen ihr mit diesem Spiel vielleicht habt.

Dieses Spiel finde ich selbst super und habe es auch schon mit etlichen Gruppen gespielt (auch ab und zu mit geringfügigen Änderungen), für die es zum Renner wurde. Auch für unser Jugendcafè fand ich es sehr geeignet, gerade weil viele junge Leute reingeschaut haben, die sonst vorher nie in Berührung mit dem Glauben kamen und dadurch ein Gemeinschaftserlebnis erfahren konnten.

Veröffentlicht von: @goodfruit

Zum zweiten möchte ich anregen, mal zu überlegen, ob man das Spiel nicht durch christliche Elemente erweitern könnte:

Das wiederum würde ich nicht in diese Richtung verändern. Denn dadurch wird es zu einem ganz anderen Spiel. Klar ist, man könnte aufgrund dieser Ideen ein völlig neues Spiel entwickeln. Aber von deinen Vorschlägen her empfinde ich es als einmal zu kompliziert und zum anderen setzt es zu viele Kenntnisse der (jungen) Teilnehmer voraus.

Ein anderer Gedanke dazu ist, aufgrund von dem Spiel Werwölfe eine Andacht zu kreiren.

LG Adjutante

adjutante antworten
8 Antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1536
Veröffentlicht von: @adjutante

Dieses Spiel finde ich selbst super und habe es auch schon mit etlichen Gruppen gespielt (auch ab und zu mit geringfügigen Änderungen), für die es zum Renner wurde. Auch für unser Jugendcafè fand ich es sehr geeignet, gerade weil viele junge Leute reingeschaut haben, die sonst vorher nie in Berührung mit dem Glauben kamen und dadurch ein Gemeinschaftserlebnis erfahren konnten.

So habe ich das auch als Beobachter erleben können. Die gehen da völlig drin auf - und so ein paar Zettel mit den Figuren sind schnell geschrieben. Da braucht man noch nicht mal die Karten sondern kann das spontan fast überall organisieren.

Veröffentlicht von: @adjutante

Das wiederum würde ich nicht in diese Richtung verändern. Denn dadurch wird es zu einem ganz anderen Spiel.

Ja, da mag sein. Aber mir fehlen diese Spiele - und vor allem solche, die auch noch Spaß machen - wo es die Option der Versöhnung, der Rettung für alle gibt. Sicher gibt es Spiele, die von Anfang an die Idee der Kooperation fördern. Aber mir ist kein Spiel bekannt, das ermöglicht, diese Option frei gegenüber kompetitiven Ansätzen zu wählen.

Bei jedem spiel gibt es ja auch eine zu Grunde liegende Spieltheorie. Ein Ansatz, der Analysisert, welche Optionen eine Figur hat, welchen Impact das hat und was das für die Wahrscheinlichkeit bestimmter Spielsituationen hat.

Das ist - auch wenn es zunächst recht trocken klingt - doch total interessant. Und diese Analysen haben sogar große Bedeutung für die reale Welt. Du kannst die ganze Wirtschaft als großes Spiel betrachten und dann ganz ähnlich analysieren bzw. Analysen aus Spielsituationen auf die Realität übertragen. Es gibt ja sogar Wissenschaftler, die das beste mathematische Modell für die Modellierung der ganzen Welt am ehesten bei Ansätzen finden, die für Computerspiele entwickelt wurden. Die Matrix lässt grüßen ...

All diese Gedanken habe ich mir bei meinen Anregungen nicht gemacht. Ich habe ja auch keine Erfahrung in der Entwicklung von Spielen. Deshalb habe ich das ja als Frage oder als Anregung ins Forum gestellt. Ich denke, dass die Spieleentwickler, die Sache eher nicht mathematisch-statistisch angehen sondern mit Versuch und Irrtum versuchen, funktionierende Konzepte zu finden.

Von daher bleibt mein Wunsch nach einer Variante des Spiels, die die Option der Rettung für alle in einem kooperativen Ansatz ermöglicht.

Aber vielleicht gibt es das ja auch gar nicht. Das wäre auch eine interessante Entdeckung. Für mich würde das bedeuten: Ich als Mensch kann keinen Frieden wirken - den kann nur Gott schenken. Somit wäre die Hinwendung zu Gott und das Vertrauen in seine Wirken die einzig mögliche Option der Errettung und des Werdens des Himmelreichs. Das wäre ja auch biblisch gar nicht so abwegig.

Veröffentlicht von: @adjutante

Ein anderer Gedanke dazu ist, aufgrund von dem Spiel Werwölfe eine Andacht zu kreiren.

Na, dann nur zu. Könnte mir vorstellen, dass das eine Andacht wäre, die die jungen Menschen leicht mitnimmt. Nicht um hinterher mitgenommen sondern tiefer reflektierend und Gott hingegebener lebend entlässt.

Viele Grüße
GoodFruit

goodfruit antworten
LittleBat
(@littlebat)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 1813
Veröffentlicht von: @goodfruit

Aber mir fehlen diese Spiele

Weil dir etwas fehlt, müssen andere das spielen, was du willst?

Veröffentlicht von: @goodfruit

diese Option frei gegenüber kompetitiven Ansätzen

Du meinst also ein Spiel ohne wirkliches Ziel? Ein Spiel bei dem keiner gewinnt, keiner verliert und man nur ein wenig Zeit vertrödelt?

Veröffentlicht von: @goodfruit

die die Option der Rettung für alle

Was ja mit dem Christentum nicht einmal im Ansatz zu tun hat. Auch nicht mit der realen Welt. Oder mit sonstwas...

Veröffentlicht von: @goodfruit

Für mich würde das bedeuten

Weil ein Spiel ein Spiel ist, bedeutet das für dich als Mensch in Hinblick auf Gott und dich...
Ernsthaft? Meinst du nicht, dass du dich da mal wieder in etwas verrennst?

Veröffentlicht von: @goodfruit

Na, dann nur zu.

Ich frage mich immer mal wieder, warum Christen immer mit Vehemenz ihren Glauben in alles reinstecken müssen. Wie so ein Zwang.

littlebat antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 1980
Veröffentlicht von: @littlebat

Du meinst also ein Spiel ohne wirkliches Ziel? Ein Spiel bei dem keiner gewinnt, keiner verliert und man nur ein wenig Zeit vertrödelt?

Davon gibt es auch genug, die sogar Spass machen. Im Endeffekt geht es ja darum, etwas gemeinsam zu machen und zu lösen.

Veröffentlicht von: @littlebat

Ich frage mich immer mal wieder, warum Christen immer mit Vehemenz ihren Glauben in alles reinstecken müssen. Wie so ein Zwang.

Das wäre echt traurig und fatal. Wobei es für mich auch Spiele gibt, die für mich gar nicht gehen. Mir fällt nur grad keins davon ein. Na, vielleicht kein Halli Galli 😀 , aber das ist eher so ein persönliches Ding.

adjutante antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1536
Veröffentlicht von: @littlebat

Weil dir etwas fehlt, müssen andere das spielen, was du willst?

Nein - ich bin kein Mensch, der verbieten oder vorschreiben will. Die Freiheit ist für das Menschsein eine enorm wichtige Sache und ich wäre der letzte, der die unangemessen einschränken wollte.

Aber fändest Du es nicht schön, wenn es ein Spiel gäbe, das Spaß macht und gleichzeitig in eine Stiutaion des Friedens führt, für die das Töten von Anderen nicht die Voraussetzung ist?

Veröffentlicht von: @littlebat

Du meinst also ein Spiel ohne wirkliches Ziel? Ein Spiel bei dem keiner gewinnt, keiner verliert und man nur ein wenig Zeit vertrödelt?

Unblutiger Friede ist also kein wirkliches Ziel für Dich sondern nur "Zeitvertrödelung". Das hätte ihc selbst Dir nicht zugetraut!

Veröffentlicht von: @littlebat

Weil ein Spiel ein Spiel ist, bedeutet das für dich als Mensch in Hinblick auf Gott und dich...
Ernsthaft? Meinst du nicht, dass du dich da mal wieder in etwas verrennst?

Nun, Spiele sind immer auch Abbild der Realität. Früher haben wir Coboy und Indianer gespielt. Gibt es irgendwelche Gründe, warum wir solche Spiele heute nicht mehr so fördern sollten? Wenn ja, dann ist genau da die Antwort auf Deine Frage.

Veröffentlicht von: @littlebat

Ich frage mich immer mal wieder, warum Christen immer mit Vehemenz ihren Glauben in alles reinstecken müssen. Wie so ein Zwang.

Nun, ich sehe da keinen Zwang. Aber ich sehe es als Akt der Liebe und der Achtung anderer Menschen, wenn ich einen Weg kenne, der in eine frieldliche Welt führt, diesen auch publik zu machen und auch in Spielen einzuüben. Genau wie mir die Problematik bewußt ist, dass ein spielerisches Einübern von Vorgängen, die in der Realität im Denunzieren, Überführen und Hinrichten von Andersaritgen eine Entsprechung haben. Was da als Kind so einen Spaß gemacht hat und ja auch rational begründet würde kann doch in der Realität nicht so schlimm sein. Peng, Du bist tot ...

goodfruit antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 2523
Veröffentlicht von: @goodfruit

Du es nicht schön, wenn es ein Spiel gäbe, das Spaß macht und gleichzeitig in eine Stiutaion des Friedens führt, für die das Töten von Anderen nicht die Voraussetzung ist?

Gibt es denn so etwas?
Grundsätzlich geht es bei Spielen immer um eine Art Wettbewerb.
Beim Mensch ärgerdichnicht wird der Gegner auch rausgeworfen.

Schach ist im Grunde auch ein Kriegsspiel.

Nachtrag vom 26.09.2021 1647
Nur so mein oberflächlicher Eindruck, das Spiel selber kenne ich nicht.

tatokala antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1536
Veröffentlicht von: @tatokala

Gibt es denn so etwas?
Grundsätzlich geht es bei Spielen immer um eine Art Wettbewerb.
Beim Mensch ärgerdichnicht wird der Gegner auch rausgeworfen.

Ja, das ist wohl so. Mir war es nur bei dem Spiel, dass ich von einem Nebenraum so mit einem Ohr verfolgen konnte, aufgefallen, dass es im Prinzip darum ging, böse Menschen zu überführen und dann hinrichten zu lassen - sonst würden diese "bösen Menschen" (Werwölfe) die Dorfbewohner platt machen. Dazwischen gibt es einige Mitspieler, die da noch schützend oder irgendwie beeinflussend teilnehmen können.

Was ich auch mitbekommen konnte war, dass das Spiel total viel Spaß gemacht hat - und das will ich denen natürlich nicht nehmen sondern mich darüber freuen. Und viele Freude zerbricht ja, wenn man sie zu tief reflektiert.

Ja, Schach ist ein Kriegsspiel - es geht darum, den gegnerischen König schachmatt zu stellen. Wenigstens wird der nicht "hingerichtet" wie es seinem ganzen Hofstaat passieren kann.

Bei den meisten Spielen gibt es wirklich eine Wettbewerbssituation - außer vielleicht diesen Escape-Room Spielen, wo der Wettbewerb gemeinsam gegen eine verwzickte Situation zu bewältigen ist.

Hier habe ich eine Liste mit kooperativen Spielen gefunden, bei der ich außer der Activity Variante (wo ich denke, dass es wirklich nur ein abgewandeltes Activity ist) nichts kenne:
https://www.gesellschaftsspiele.de/kooperative-spiele/

Spiele meist sehr wohl oft eine Entsprechung in der realen Welt. Und Spieltheorie ist eine total spannende Materie. Hier mal ein YouTube Kanal dazu:
https://www.youtube.com/channel/UCSExr_QUT6h-4sGW5hGjrCA

Für mich ist das auch eine wissenschaftliche Fragestellung:
Was treibt einen Menschen, einen Sieg anzustreben?
Warum wird ein Sieg mit so viel positiven Emotionen belohnt?
Ist der Antrieb, herrschen zu wollen, derselbe wie, siegen zu wollen?
Wo ist das in unserem Sein verankert?
Welche Auswirkungen hat dies auf Konflikte in der Welt?
Gibt es überhaupt eine Dimension im menschlichen Sein, die dies überwinden könnte?

Ich finde es auch interessant, sich mal das Evangelium daraufhin anzuschauen. Da ist ja sehr wohl auch von Siegen die Rede.

Aber wer oder was ist da zu besiegen - und wie sieht so ein Sieg aus?

Jesus hat Satan am Kreuz besiegt, indem er ihm sein System der Anklage und Bestrafung ruiniert hat. Menschen, die dies erkannt haben und anwenden, kann er im Grunde genommen nicht mehr erreichen.

Aber wenn Paulus vom Siegen rdet und das mit einem olympischen Wettrennen vergleicht - dann geht es ihm ja in erster Linie auch um das Überwinden eigener Schwächen und Defizite, um dann siegreich den Lauf laufen zu können. Und er redet da ja sehr wohl von einem Siegeskranz den er anstrebt - also nicht nur "dabei sein ist alles".

Es gilt den Feind, den Antichristen zu bezwingen - aber nicht durch plattmachen sondern durch Liebe, die ihm entgegen gebracht wird.

Überhaupt stellt das Himmelreich ja einiges auf den Kopf: der Kleinste ist der Größte, der Letzte wird der Erste, der Schwächst der Stärkste. Was also macht einen da zum Sieger? Und - jetzt einmal unabhängig von der zu erwartenden Siegerprämie: kann es Spaß machen, so zu siegen?

Und dann kann ich ja siegen und ich kann beisiegen. Und der größte Sieg ist für mich der, der den Gegner nicht besiegt sondern die Achtung vor ihm bewahrt.

Das tun die Kids, die Wehrwolf spielen sicher - es bleiben Freuden und sie gehen nicht als Rivalen auseinander. Trotzdem war es für mich befremdlich, darin archaische Prinzipien, des Verurteilens, des Richtens und des Hinrichtens wiederzufinden - und ich fühlte mich an terrorstrukturen totalitärer Staaten erinnert.

Das so erzeugte Unwohlsein führte dann zu diesem Thread.

Vielleicht wäre es wichtig, den Spielern mal zu sagen, dass diese PRinzipien schon ganz oft in der Geschichte missbraucht wurden - wo Menschen zu "Werwölfen" erklärt wurden, weil sie abweichende politische Ansichten hatten oder religiöse Ansichten. All die Charatäre dieses Spiels finden sich da in der realen Welt wieder.

Ich musste Schmuzeln, als meine Tochter mir erklärte, dass bei ihnen der Charakter der Hexe mit der eines Arztes ersetzt wurde (wohl um politische Korrektheit im christlichen Umfeld zu wahren). Wissend, dass Ärzte in totalitären Regimen nicht nur die guten waren, sondern Eutanasie, medizinische getarnte Hinrichtungen und ähnliches organisiert haben. Wer da entrüstet dies ablehnt, der möge sich einmal über die Geschichte der Kohlsuppe informieren.

LG
GoodFruit

goodfruit antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 1980
Veröffentlicht von: @goodfruit

Ich habe ja auch keine Erfahrung in der Entwicklung von Spielen. Deshalb habe ich das ja als Frage oder als Anregung ins Forum gestellt

Ja, ich verstehe ... Was mir persönlich geholfen hat, war ein Kurs in Theaterpädagogik. Dort lernt man unter anderem ganz leicht, wie man Spiele entwickelt. Aber das kann ich mir auch gut mit ein paar Leuten aus der Gemeinde bzw. mit einem Hauskreis vorstellen, in dem die Leute etwas mit dem ganzen Thema anfangen können. In einem Kreis mit "Unerfahrenen", die mal reinschnuppern wollen, könnte es vielleicht zu kompliziert sein. Dein Grundgedanke gefällt mir sehr.

Veröffentlicht von: @adjutante

Ein anderer Gedanke dazu ist, aufgrund von dem Spiel Werwölfe eine Andacht zu kreiren.

Veröffentlicht von: @goodfruit

Na, dann nur zu. Könnte mir vorstellen, dass das eine Andacht wäre, die die jungen Menschen leicht mitnimmt. Nicht um hinterher mitgenommen sondern tiefer reflektierend und Gott hingegebener lebend entlässt.

Möglichkeiten gibt es derer viel, liegt ja viel drin. Geht auch mit dem Gedankenaufbau "Sünde erkennen - Sünde bekennen - Sünde hassen - Sünde lassen", nur um ein Beispiel zu nennen.

adjutante antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1536
Veröffentlicht von: @adjutante

Möglichkeiten gibt es derer viel, liegt ja viel drin. Geht auch mit dem Gedankenaufbau "Sünde erkennen - Sünde bekennen - Sünde hassen - Sünde lassen", nur um ein Beispiel zu nennen.

Das klingt ziemlich gut.

Und auch was Du zur Theaterpädagogik sagst, finde ich wichtig. Da kann man sich so richtig ausprobieren und auch viel voneinander lernen. So. z.B. bei dem Ansatz, bei dem bestimmte BEgriffe speierisch dargestellt werden müssen und dann Situationen durch neue komplett andere Begriffe gedreht werden müssen. Ich denke, dass so etwas ene große Hilfe sein kann bei der Entwikclung hin zu einer stabilen und differenzierten Persönlichkeit.

goodfruit antworten
Jack-Black
Beiträge : 2028

Bestes Gesellschaftsspiel ever!

Veröffentlicht von: @goodfruit

Von Euch möchte ich zwei Dinge:
Zum ersten dürft ihr natürlich Eure Meinung dazu abgeben oder auch berichten, welche Erfahrungen ihr mit diesem Spiel vielleicht habt.

Ich hab das in seiner "Mafia"- und seiner "Vampire"-Form gespielt und es ist das wirklich lustigste, unterhaltsamste und fesselndste Gesellschaftsspiel für größere Gruppen, das mir bekannt ist. Ich lernte es im Rahmen von Forumstreffen (nicht jesus.de... 😊 ) kennen. Wichtig dafür, dass richtig Stimmung aufkommt, ist ein guter Spielleiter. Den zu finden war manchmal schwierig, weil alle als normale Teilnehmer mitspielen wollten auch diejenigen, deren natürlich dramaturgische Veranlagungen sie zu Spielleitern prädestinierten.

jack-black antworten
1 Antwort
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1536
Veröffentlicht von: @jack-black

Ich hab das in seiner "Mafia"- und seiner "Vampire"-Form gespielt und es ist das wirklich lustigste, unterhaltsamste und fesselndste Gesellschaftsspiel für größere Gruppen, das mir bekannt ist. Ich lernte es im Rahmen von Forumstreffen (nicht jesus.de... 😊 ) kennen. Wichtig dafür, dass richtig Stimmung aufkommt, ist ein guter Spielleiter. Den zu finden war manchmal schwierig, weil alle als normale Teilnehmer mitspielen wollten auch diejenigen, deren natürlich dramaturgische Veranlagungen sie zu Spielleitern prädestinierten.

Von dem, was ich da erlebt habe, kann ich Deine Beobachtungen nur bestätigen.

goodfruit antworten


Tatokala
Beiträge : 2523

einiges dazu fiel mir schon spontan ein..Ich bin manchmal nur etwas schreibfaul. Kenne das aber auch das Gefühl, wenn man Reaktionen möchte und vor Ungeduld nervös wird.
Was ich sagen wollte, ist nun teilweise -auch von dir selbst schon angeklungen.
Kurz nochmal zusammengefsst:
Du willst, wenn ich richtig verstehe, ein Spiel, was eher in der realen Welt verankert ist, richtig?
Frage ich mich nur: ist der Ansatz: "wir müssen uns - auf Teufelkommraus- alle miteinander vertragen" wirklich realistischer bzw. immer durchsetzbar (vor allem in der Berufswelt)?

Im wirklichen Leben wird man den Gegner zwar nicht wirklich "plattmachen". Aber ihn sich zurechtbasteln, wie man ihn haben will (was ja dein Ansatz impliziert) funktioniert genausowenig. Es wäre ja ein klares Urteil (über Gut und Böse): "Die Andersdenkenden (die Werwölfe) therapieren wir, und dann ist alles im Lot." Im Grunde eine Sichtweise, die eine ziemliche Überheblichkeit impliziert.
Das ist ins richtige Leben auch nicht übertragbar. Oder ist es schon, kann aber dann nur in einen oberflächlichen Frieden münden. Das empfinde ich nicht als das anzustrebende Ziel in diesem Sinne:

Veröffentlicht von: @goodfruit

der am Kommen des Reiches Gottes interessiert ist, frage ich mich: hat dieses Spiel in dieser Richtung irgendeine zielführende Komponente?

Von daher fände ich nicht, daß man damit ein besseres Spiel gewinnen würde.

Herzlichen Gruß
Tatokala

tatokala antworten
2 Antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1536
Veröffentlicht von: @tatokala

Frage ich mich nur: ist der Ansatz: "wir müssen uns - auf Teufelkommraus- alle miteinander vertragen" wirklich realistischer bzw. immer durchsetzbar (vor allem in der Berufswelt)?

Nun, grad den Teufel möchte ich ja raushalten.

Das Spiel geht ja von einer konkreten Situation aus, die für eine beteiligten Gruppen in eine Katastrophe münden wird. Tod hier wie dort - die Welt scheint zu klein für beide Gruppen und einen versöhnlichen Weg gibt es nicht.

Da frage ich mich dann halt: gibt es den wirklich nicht? Wäre es zu schwer oder zu komliziert, so einen Weg anzudenken und zu implementieren - als dritte Option?
Würde das Spiel da weniger Spaß machen - und wenn ja: warum ist das so?

Ich finde das eine wichtige Frage - weil, wenn das im Spiel schon nicht funktioniert - wie sollen wir dann je als Menschen eine friedliche Welt gestalten können? Kann wirklich nur Gott das machen?

Veröffentlicht von: @tatokala

Aber ihn sich zurechtbasteln, wie man ihn haben will (was ja dein Ansatz impliziert) funktioniert genausowenig. Es wäre ja ein klares Urteil (über Gut und Böse): "Die Andersdenkenden (die Werwölfe) therapieren wir, und dann ist alles im Lot." Im Grunde eine Sichtweise, die eine ziemliche Überheblichkeit impliziert.

Nun, ich weiß nicht, ob es überheblich ist, einen Feind, der mir nach dem Leben trachtet, so zu verändern, dass er von diesem Ziel abrückt. Ich finde, dass dieser Ansatz deutlich mehr Achtung vor der Geschöpflichkeit des Gegners in sich trägt, als wie dies beim Richten und Hinrichten der Fall ist.

Was die Berufswelt angeht, so kann ich Dir da mal meine Haltung mitteilen: Ich arbeite für ein ziemlich erfolgreiches Unternehmen. Kaum ein Unternehmen hat eine derartige Entwicklung über jetzt schon Jahrzehnte hingelegt.
Ich bin da nicht in irgendwie leitender Position und so wird mein Anteil daran gering sein. Aber meine Haltung ist die, dass ich jedem der Mitbewerber von Herzen gute Geschäfte und gutes Gedeihen gönne - und mich freue, wenn wir immer nen Tick besser sind als sie.

Ich denke, dass geistlich das Anstreben eines komptetitiv motivierten Zerstören des Gegners zu einer konfliktreichen Situation führen würde, in der es nur Verlierer gibt. Ich gehe tatsächlich davon aus, dass es wohlwollender Blick auf die Erfolge des Mitbewerbers die eigene Situation eher verbessert, als wie dies ein neidischer oder nicht gönnen-wollender Blick wäre.

Im Leben erlebe ich solche Situationen und Zusammenhänge öfter - aber ich kenne kein Spiel, dass da abbilden würde.

Viele Grüße
GoodFruit

goodfruit antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 2523

Hm.. danke für deine Antwort.😊

lg

tatokala antworten
GoodFruit
Themenstarter
Beiträge : 1536

Jumanji
Wie der zufall es so wollte, bin ich grade in den Genuss gekommen, den Film "Jumanji" zu sehen.
Da geht es um ein Adventuregame, in das die Spieler hineingezogen werden und dann wie real lebende Atavare das Spiel bestehen zu müssen.

Und da haben wir eine klare Situation, wo die Spieler nur kooperativ das Spiel lösen und damit gewinnen können.

Zwar gab es da auch eine bösen Macht, die zu überwinden war. Aber die eigentlichen Spieler waren in der Situation, nicht gegeneinander anzutreten, sondern zusammen das Spiel meistern zu müssen.

Jede Person in dem Spiel hatte konkrete Eigenschaften und diese mussten in der jeweiligen Situation sinnvoll eingesetzt bzw. kombiniert werden.

Da ist für mich auch ganz viel "wie im richtigen Leben".
Unser Leben können wir nicht gewinnend als Einzelkämpfer bestehen. Es ist gut, unsere Fähigkeiten und deren Grenzen, unsere Stärken und Schwächen zu kennen.

Jeder hat im Moment seiner Zeugung in der Lotterie des LEbens bestimmte Eigenschaften mitbekommen. Die herauszufinden und zu kultivieren, Stärken weiterzubilden, sich in schwachen bereichen zu trainieren, um Defizite auszugleichen oder sich Freunde oder Mitarbeiter im Umfeld zu suchen, die hier mit sehr guten Fähgikeiten ausgleichen können - das alles sind hilfreiche Stragegien, das Leben zu meistern.

Ich sehe mich aber auch jeden Menschen eher als Mitspieler in einem großen Orchester, wo jeder seine Fähigkeiten hat und sich gut einbringen kann, wo letztendlich auch keiner fehlen darf, damit es möglichst gut wird.

Und dann gibt es auch Menschen mit dem Talent zu orchestrieren - d.h. die Mitspieler mit ihren Fähigkeiten auf der einen und die Anforderungen auf der andren Seite zu sehen und dann die Dinge so zusammen zu bringen und zu organisieren, dass es passt. Mit Blick auf die grad beendet Wahl fände ich das auch eine wichtige Eigenschaft für einen Bundeskanzler.

Zurück zum Spiel und den Werwölfen: Dieses Spiel hat ja sehr wohl auch kooperative Elemente. Unschön ist ja eigentlich nur, dass das Spiel immer über das Auslöschen einer der Parteien gelöst wird.

Warum also lehren die Werwölfe nicht nur die Kühlschränke der Dorfbewohner und der Jäger schießt nur mit Betäubungsmittel um die Werwölfe in die Therapie zu überführen.

goodfruit antworten
2 Antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 16847

Herr der Ringe
Das Brettspiel spielt man übrigens auch gemeinsam 😊

tristesse antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1536
Veröffentlicht von: @tristesse

Das Brettspiel spielt man übrigens auch gemeinsam 😊

Danke Dir!

Tristesse, ich wünsche Dir noch nen richtig scönen Tag und ne gute Woche!

goodfruit antworten


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