Wie Grüne sich die Männer wünschen...
Es ging ja jetzt ein paarmal durch die Medien... die Grünen, aus deren Reihen ja immer wieder gerne männliches Fehlverhalten angeprangert wird, haben sich jetzt dazu entschlossen, einmal zu verkünden, wie sie sich denn einen "echten Mann" im positiven Sinne eigentlich vorstellen. Und das sorgt dann für ein Raunen oder einen Aufschrei, je nachdem welches Skandalpotential man darin erkennen möchte, und selbst Grüne beklagen sich, dass sie dazu gar nicht befragt worden sind und das Ganze sowieso nicht offiziell sei, und tiefgängig schon gar nicht und generell unnötig...
Zuvor wäre es natürlich sinnvoll, einmal zu lesen was überhaupt dort geschrieben wurde:
https://joswig.eu/2026/07/03/moderne-maennlichkeit/
Persönlich erscheinen mir die Aufreger darum doch etwas künstlich. Die Grünen wollen uns mal wieder vorschreiben, wie Männer zu sein haben... ja nun, das tut die AfD schon lange. Und leider hat sie dabei auch Erfolg.
Ich persönlich finde den Text gut und richtig. Und natürlich wird hier niemandem etwas vorgeschrieben... aber es wird ein Bild gezeichnet, dass sich von den ständigen Vorwürfen abhebt, was Männer nicht tun sollen und wie sie nicht sein sollen... das hören wir von Vertretern des Feminismus jeden Tag. Aber ein positives Bild... das fehlt bislang. Und hier wird doch zumindest mal ein Versuch gemacht, mit dem man arbeiten kann.
Dabei gehe ich davon aus, dass sich dieses Manifest nicht an gestanden Mannsbilder um die 40 richtet, die dazu angeregt werden sollen, doch endlich mal ihr Leben zu überdenken (Auch wenn man das durchaus mal machen kann), sondern in erster Linie an Jugendliche, also Jungs, die irgendwie in dieser Welt nach Vorbildern und Rollen suchen, mit denen sie sich identifizieren können. Und dann auf TikTok oder rechten Blasen Rollenbilder präsentiert bekommen, die patriarchale Stereotype bejubeln nach dem Motto: "Sei ein Arschloch - jetzt erst recht!"
Nun werden diese Jugendlichen sich wohl kaum den Text dieses Manifestes ausdrucken und an die Wand hängen... aber es ist doch zumindest mal ein Anfang, eine Idee, in welcher Richtung man positive Rollenbilder vermitteln könnte, und die Leute (nämlich in erster Linie Jugendliche) dabei dort abholt, wo sie stehen - wobei die passenden TikTok Videos wohl erst noch produziert werden müssten, damit das auch in der Zielgruppe ankommt, aber da wird sich schon wer finden.
Oder ist das alles totaler Quatsch, völlig daneben und unnötig...?
Was haltet ihr davon?
Darf man dann auch den Gegenentwurf machen, wie Frauen sein sollen?
Was für eine komische Welt. Egal aus welcher Perspektive man sie betrachtet.
Mann / Frau sieht mal wieder: Der Mensch ist ein Herdentier, eigentlich wie die Lemminge.
Alle schreien nach Individualität und machen doch was ihnen vorgeschrieben wird.
Man sollte hinschauen wer einem was vorschreiben will.
Darf man dann auch den Gegenentwurf machen, wie Frauen sein sollen?
Sehr gerne…der fehlt nämlich.
Ich vermute aber mal, dass hier automatisch etwas zum Tragen kommt, was eigentlich in unserer emanzipierten Welt nicht gern gesehen wird: Männer spielen die grössere Rolle. Ich persönlich kann das ja christlich herleiten - aber der säkulare Teil der Gesellschaft hat jetzt ein Erklärungsnotstand!🙂😉
In ihrem Einfluss auf die Gesellschaft. Zumindest wird ihnen offensichtlich der grössere Teil zugeschrieben, sonst würde man da doch irgendwie auch die Frauen erwähnen, oder? Es ist ja jetzt nicht so, dass Frauen die Unfehlbaren sind und ausschließlich Männer das Problem. Es beleuchtet eben nur die Männer…und man könnte auf die Idee kommen, dass nur deshalb die Männer beleuchtet werden, weil nur sie eine Rolle spielen bei der Entwicklung der Menschheit.
Es beleuchtet eben nur die Männer…und man könnte auf die Idee kommen, dass nur deshalb die Männer beleuchtet werden, weil nur sie eine Rolle spielen bei der Entwicklung der Menschheit.
Es werden nur Männer beleuchtet, weil die Emanzipation des Mannes das Thema ist. Wieso muss man das Thema bei Adam und Eva anfangen? Weshalb kann es nicht mal nur um Männer gehen und ihr Selbstverständnis gehen?
Es werden nur Männer beleuchtet, weil die Emanzipation des Mannes das Thema ist
Da hast du natürlich völlig recht.
Mir war das nur etwas zu einseitig, denn die Frauen könnten an der Emanzipation der Männer einen nicht unerheblichen Anteil haben. Aber man kann und darf das selbstverständlich auch nur auf den Mann bezogen beleuchten.
@rudi ich lese gerade Ulrich Parzanys Biographie, fühle mich gerade daran erinnert, was ich gestern gelesen haben.
Es muss wohl Ende der 90er gewesen sein, als Frauen erstaunt waren, dass sie in Veranstaltungen für Männer nicht eingelassen wurden und freundlich auf eine Parallelveranstaltung hingewiesen wurden.
Frauenfrühstücke gab es da schon länger, also Veranstaltungen ohne Männer waren in christlichen Kreisen schon üblich.
Wir hatten bei uns im Männerveschper auch eine Frau, die wir nicht weggeschickt haben, es war auch keine Thema nur für Männer, nur gibt es eben Veranstaltungen für Männer sehr selten.
Was haltet ihr davon?
Nicht grundfalsch, aber auch ein bisschen viel blabla. Immerhin hat ihn keine Frau geschrieben. 😀
Es ist schön und gut zu sagen, sei du selbst, wenn das selbst sein dann plötzlich hinderlich ist auf dem Arbeitsmarkt, bei der Partnersuche usw.
Ich hab so meine Zweifel, dass das einem 15jährigen hilft, ein Mann zu werden, der sich gut durchs Leben schlägt und den Grünen bringt das auch keine zusätzlichen Stimmen.
Ich hab so meine Zweifel, dass das einem 15jährigen hilft, ein Mann zu werden, der sich gut durchs Leben schlägt und den Grünen bringt das auch keine zusätzlichen Stimmen.
Bei letzteren stimme ich zu... bei ersterem habe ich Hoffnung, je nach Vermittlung. Das Manifest selbst wird da gar nichts bewirken, aber der Ansatz mag schon mal richtig sein...
Oder ist das alles totaler Quatsch, völlig daneben und unnötig...?
Ja.
Platt gesagt: ich kann den Text nicht ernst nehmen, wenn gleichzeitig Jette Niezard mit ihrem Männerhaß durchs Land zieht. Ich sehe nicht, daß die Grünen versuchen, diesen Widerspruch konstruktiv auszuräumen.
Etwas detaillierter: Der Text legt ein einseitiges traditionelles Männerbild zugrunde, das viele Aspekte ausläßt. Er geht auch nicht auf Themen ein wie Bildungsnachteile von Buben, Benachteiligung im Familienrecht, schlechtere berufliche Perspektiven, fehlende gesellschaftliche Anerkennung männlicher Leistungen.
Es fehlt die Antwort, welche Verantwortung Frauen gegenüber Männern und Buben haben, so als sei Verantwortung nur die Pflicht der Männer.
Warten wir ab, wie es weitergeht. Werden die Grünen eigene Männerthemen in ihr Programm aufnehmen? Oder muß immer, egal worum es geht, die Frauenperspektive mit erwähnt werden?
Weshalb du einem Text über das männliche Selbstverständnis, den Mann ansich in einer Opferrolle etablieren möchtest, erschliesst sich mir nicht so ganz. das geht am Anlieges des Textes vorbei.
Ich erwarte in so einem Text einen vollständigen Blick und Symmetrie. Dazu gehört, die Bereiche anzusprechen, wo Männer Probleme haben oder benachteiligt werden. Das hat nichts mit Opferrolle zu tun. Der Text spricht ein paar solcher Bereiche an, läßt aber andere aus.
Ich erwarte in so einem Text einen vollständigen Blick und Symmetrie. Dazu gehört, die Bereiche anzusprechen, wo Männer Probleme haben oder benachteiligt werden. Das hat nichts mit Opferrolle zu tun. Der Text spricht ein paar solcher Bereiche an, läßt aber andere aus.
Es geht ja um eine Diskussionsgrundlage, die möglichst einfach gehalten wird, nicht um eine vollständige Abhandlung zur Situation des Mannes, die akademischen Ansprüchen genügt.
Es fehlt die Antwort, welche Verantwortung Frauen gegenüber Männern und Buben haben, so als sei Verantwortung nur die Pflicht der Männer.
Das sehe ich ähnlich. Eine Gesellschaft besteht ja nicht nur aus Männern, sondern ist ein Gesamtgefüge. Und nicht nur Männer verhalten sich daneben. Manchmal kommen mir die Tränen, wenn ich sehe, wie manche Mütter ihre Buben (oder Männer) behandeln…und denke nur: wenn sie wüssten, was sie anrichten, würden sie sich nicht so verhalten (leider weiss ich das aus eigener Erfahrung und kann mich da nicht unschuldig wähnen).
Wir haben auch als die jungen Männer umgebende Menschen (egal ob als Frau oder Mann) keinen geringen Einfluss auf die Entwicklung unserer jungen Generation.
Lassen wir sie so sein? Geben wir ihnen ein gutes Fundament und unterstützen sie in der Ausbildung dieser von uns gewünschten Eigenschaften?
Das Manifest ist nicht unnötig oder Quatsch, im Gegenteil. Es fasst gut zusammen, wie ein Mann ein Mann ist, der die fraulichen Anteile in sein Leben integriert hat und folglich gar kein Bedürfnis danach hat, sich gegen diese zu richten (Stichwort Frauenhass). Es ist vielleicht auch hilfreich, dass es ins Bewusstsein kommt, was da an Potenzial da ist und man sich klar darüber wird, was für eine Gesellschaft das dann sein könnte mit solchen Männern. ❤️… Aber obwohl das alles richtig ist, lässt es eben die anderen Menschen ausser Acht und die sind nicht unerheblich an der Entwicklung der Männer mitbeteiligt. Ebenso wie Männer an der Entwicklung der Frauen mitbeteiligt sind. Und die Alten an denen der Jungen und umgekehrt!
Insgesamt ist es stimmtig. Wer weiss, wozu es nützt und wer von diesem Manifest wirklich angestupst wird oder profitiert 🤷♀️ …das kann eigentlich niemand sagen.
Und nicht nur Männer verhalten sich daneben. Manchmal kommen mir die Tränen, wenn ich sehe, wie manche Mütter ihre Buben (oder Männer) behandeln…und denke nur: wenn sie wüssten, was sie anrichten, würden sie sich nicht so verhalten (leider weiss ich das aus eigener Erfahrung und kann mich da nicht unschuldig wähnen).
Und manchmal beabsichten sie auch genau das, wenn sie ihre Söhne als "kleine Paschas" erziehen und ihnen beibringen, dass sie Frauen (einschliesslich der eigenen Mutter) allein deshalb überlegen sind, weil sie Männer (bzw. Jungen) sind.
Mit der Konsequenz, dass sie sich jederzeit alles erlauben können und nur der Vater dazu berechtigt ist, sie zu ermahnen oder ihnen etwas beizubringen.
Nicht immer ist das so extrem, aber das vermittelte Weltbild ist da schon recht klar und eindeutig.
Nicht immer ist das so extrem, aber das vermittelte Weltbild ist da schon recht klar und eindeutig.
Ja, ich habe da nur wenig Einblicke in andere Familienstrukturen.
Ich sehen nur zB beim Einkaufen, wie die Kinder behandelt werden…und dann wundere ich mich eigentlich nicht über das Verhalten von Jugendlichen…
Da sieht man erstmal nur den persönlichen Umgang und weniger das dahinterstehende Weltbild.
Ja, ich habe da nur wenig Einblicke in andere Familienstrukturen.
Ich bekomme hier und da schon manches mit in dieser Richtung.
Gerade deshalb finde ich den hier genannten Ansatz auch sinnvoll, um eine Diskussionsgrundlage zu haben - vor allem, was eigentlich einen "starken Mann" ausmacht, und wie "stark" jemand sein kann, der es nötig hat andere Menschen zu drangsalieren und zu erniedrigen.
vor allem, was eigentlich einen "starken Mann" ausmacht, und wie "stark" jemand sein kann, der es nötig hat andere Menschen zu drangsalieren und zu erniedrigen.
Ja, das ist ein guter Punkt.
Wenn man das mal durchdacht hat, dann wird vieles was falsch läuft offensichtlich und es liegt auf der Hand, dass es anders machen ein Gewinn ist.
Platt gesagt: ich kann den Text nicht ernst nehmen, wenn gleichzeitig Jette Niezard mit ihrem Männerhaß durchs Land zieht.
Ich sehe es eigentlich gerade umgekehrt: Gerade weil deren Männerhass völlig überzogen ist war es nötig, dem mal etwas Positives entgegen zu halten. Denn nur auf Männern herumzuhacken kann ja nicht die Antwort sein.
Etwas detaillierter: Der Text legt ein einseitiges traditionelles Männerbild zugrunde, das viele Aspekte ausläßt. Er geht auch nicht auf Themen ein wie Bildungsnachteile von Buben, Benachteiligung im Familienrecht, schlechtere berufliche Perspektiven, fehlende gesellschaftliche Anerkennung männlicher Leistungen.
Ja, weil das den Grünen auch aufgefallen und der Text ihnen noch nicht anspruchsvoll genug war haben sie in NRW gleich noch eine Ergänzung hinterhergeschoben:
https://gruene-nrw.de/2010/04/nicht-laenger-machos-sein-muessen-das-gruene-maenner-manifest/
Wobei das nun erst recht keiner mehr lesen wird, schon gar kein Jugendlicher, auch wenn sich das mal wieder alles schön und gut anhört...
Ich denke bei der Geschichte vor allem an das simple und stereotype Männerbild, das in rechtsnationalen Kreisen verbreitet wird, und dem man tatsächlich einmal etwas entgegenhalten sollte.
Ist zumindest ein Anfang...
Ja, weil das den Grünen auch aufgefallen und der Text ihnen noch nicht anspruchsvoll genug war haben sie in NRW gleich noch eine Ergänzung hinterhergeschoben:
Der Text ist 16 Jahre alt, er stammt aus dem Jahr 2010.
Interessant ist, daß sich seitdem bei den Grünen wohl nur wenig getan hat.
Das wäre für mich jetzt der interessanteste Punkt: Welche konkreten politischen Konsequenzen folgen daraus? Ansonsten bleibt es warme Luft wie der ältere Text.
Veröffentlicht von: @mikefrommuc... Ansonsten bleibt es warme Luft wie der ältere Text.
Sommerloch?
Der Text ist 16 Jahre alt, er stammt aus dem Jahr 2010.
Dann haben sie aus aktuellem Anlass noch einmal darauf hingewiesen.
Aber egal was man nun konkret dvon halten mag... es ist gut, dass eine Debatte stattfindet und man diese nicht allein den extremen Rechten überlässt.
Denn die haben überhaupt kein Problem damit, Jugendlichen männliche Rollenvorbilder zu liefern...
Dann haben sie aus aktuellem Anlass noch einmal darauf hingewiesen.
Was läßt Dich annehmen, daß jetzt politische Konsequenzen folgen, wenn es seit dem Text 2010 nichts Nennenswertes gab, außer die Haßtiraden von Frau Nietzard?
es ist gut, dass eine Debatte stattfindet und man diese nicht allein den extremen Rechten überlässt.
Hast Du den Eindruck, daß es nur diese beiden Pole gibt?
Aber ja, es gibt nur wenige positive Beiträge zu männlichen Rollenbildern. Hier hätte die Kirche die Chance, etwas anzubieten.
Was läßt Dich annehmen, daß jetzt politische Konsequenzen folgen, wenn es seit dem Text 2010 nichts Nennenswertes gab, außer die Haßtiraden von Frau Nietzard?
Es ist eine Debatte, irgendwelche "Konsequenzen" sind wohl nicht geplant, ich wüsste auch nicht wie die aussehen sollten.
Aber weil die Grünen in erster Linie durch extrem männerfeindliche Schlagzeilen in der Öffentlichkeit von sich reden machten ist es ja richtig, dem jetzt mal etwas Positives entgegenzuhalten. So wichtig das Thema Gleichberechtigung und Gewalt gegen Frauen auch ist, so genügt es eben nicht, einfach nur die Misstände aufzuzeigen, sondern man sollte eben auch sagen, wohin die Reise denn gehen soll.
Dem kann man dann zustimmen oder auch nicht. Ich finde den aktuellen Vorschlag jedenfalls gut, gerade weil er bei den Klischees über Männlichkeit ansetzt, diese aufgreift und weiterdenkt. Und eben nicht die Botschaft vermittelt wird: "Als Mann bist du immer Scheisse, egal wieviel Mühe du dir auch gibst!"
Es ist eine Debatte, irgendwelche "Konsequenzen" sind wohl nicht geplant, ich wüsste auch nicht wie die aussehen sollten.
Sie könnten in konkrete politische Ziele münden. Ist das nicht der Sinn einer Partei?
Sie könnten Frau Nietzard und Co. einbremsen, wenn von den Grünen männerfeindliche Sprüche losgelassen werden.
Sie könnten über das Frauenstatut sprechen und offen diskutieren, ob es heute noch sinnvoll ist und ob es nicht zu viele Männer abschreckt.
So ist es für mich einfach nur Blabla, und die Grünen machen weiter wie bisher.
Sie könnten in konkrete politische Ziele münden. Ist das nicht der Sinn einer Partei?
Jein.
Es ist natürlich sinnvoll, einigermaßen zu wissen, welches Weltbild eine Partei vertritt, wozu sicher auch Rollenbilder von Mann und Frau gehören.
Das kann aber immer nur eine grobe Einordnung sein, ich wüsste nicht wie daraus "politische Ziele" werden könnten. Es ist ja nicht Sinn einer Partei, den Leuten vorzuschreiben wie sie ihre eigene Rolle sehen sollen. Die Partei kann nur Vorschläge machen, und dann entscheidet man selbst, ob man sich dort wiederfindet oder nicht.
Sie könnten Frau Nietzard und Co. einbremsen, wenn von den Grünen männerfeindliche Sprüche losgelassen werden.
Ich denke, dass das hier auch die Absicht war.
Sie könnten über das Frauenstatut sprechen und offen diskutieren, ob es heute noch sinnvoll ist und ob es nicht zu viele Männer abschreckt.
Spätestens dann, wenn sich das hier propagierte Männerbild repräsentativ in der Gesellschaft wiederspiegelt sollte das in der Tat überflüssig werden, in der Tat.
Aber bis dahin ist wohl noch ein weiter Weg... Privilegien gibt man halt nicht gerne ab, egal ob Frau oder Mann...
Das kann aber immer nur eine grobe Einordnung sein, ich wüsste nicht wie daraus "politische Ziele" werden könnten.
Schritt 1: Die impliziten und expliziten Annahmen, die in dem Manifest stehen, herausarbeiten und explizit bennen.
Schritt 2: Die Annahmen daraufhin untersuchen, ob sie zutreffen. Also eine sachliche Grundlage schaffen.
Schritt 3: Schwerpunkte setzen und Ziele definieren, zum Beispiel „Bildungschancen von Buben verbessern“ oder „Obdachlosigkeit von Männern bekämpfen“.
Schritt 4: Diese Ziele im Parteiprogramm verankern und zu Zielen der ganzen Partei machen.
Schritt 5: Innerparteilich das umsetzen, was man sich selbst als Ziele vorgibt.
Schritt 6: Die politische Debatte suchen mit diesen Themen und in Koalitionen Verbündete suchen, mit denen Maßnahmen umgesetzt werden.
Vielleicht wird es so oder so ähnlich laufen. Das würde mich freuen. Ich fürchte aber, daß es bei schönen Worten bleiben wird. Der 16 Jahre alte Text bestätigt mich in meiner Befürchtung.
Die Partei kann nur Vorschläge machen, und dann entscheidet man selbst, ob man sich dort wiederfindet oder nicht.
Die Grünen wollten damit auf die Männer zugehen, wenn ich es richtig verstehe, die bisher im Parteiprogramm zu wenig berücksichtigt werden. Sie sagen selbst, daß es ihnen lange nicht gelungen ist, Männern ein positives Angebot zu machen.
Eine gute Erkenntnis. Dennoch bleibt der Bezugsrahmen der gleiche wie bisher. Das stört mich am meisten an dem Text. Er achtet mehr darauf, die eigene Parteibasis abzuholen, anstatt verlorene Wähler zurückzugewinnen.
Eine andere Sicht findest Du zum Beispiel hier: männermanifest.de Hier ist der Bezugsrahmen weit offener, so daß sich ganz unterschiedliche Männer damit identifizieren können.
Eine andere Sicht findest Du zum Beispiel hier: männermanifest.de Hier ist der Bezugsrahmen weit offener, so daß sich ganz unterschiedliche Männer damit identifizieren können.
Kaum. Schon bei den ersten Sätzen weiss man, wo es langgeht - der Rest ist ein einziges Gejammer und Herumgeheule, dass Männer doch tatsächlich so sind wie in Filmen und Rollenbildern der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts und dass man das doch bitte, bitte anerkennen soll.
Finde ich ziemlich erbärmlich, ehrlich gesagt.
Alles klar.
Ich diskutiere gerne über konkrete Aussagen und ihre Begründung. Pauschale Einordnungen wie "Gejammer" oder "50-er-Jahre-Rollenbild" helfen mir nicht weiter. Ich kann daraus nicht erkennen, welche Aussagen Du eigentlich kritisierst. Für mich Ende der Diskussion.
Ich kann daraus nicht erkennen, welche Aussagen Du eigentlich kritisierst. Für mich Ende der Diskussion.
Danke für die Präzisierung.
Du liest in dem Text etwas ganz anderes als ich. Du interpretierst Aspekte hinein, die ich nicht sehe. Zum Beispiel verstehst Du viele Aussagen als absolut, wo ich das nicht hinein interpretiere.
Beispiel: Du schreibst:
"Frau und Mann sind biologische Realität" gibt ja bereits die Richtung vor. So etwas wird heute nur noch in erzkonservativen Kreisen derartig absolut gesetzt.
Dabei steht im Originaltext ausdrücklich:
Wir erkennen biologische, psychologische und soziale Unterschiede zwischen Männern und Frauen an und begegnen jedem Menschen respektvoll.
Deine Abwertung am Schluß zeigt mir, daß Du nicht ernsthaft über die Sachaussagen diskutieren willst. Auch gut. Entschuldige, daß ich das Thema aufgewärmt habe.
Dabei steht im Originaltext ausdrücklich:
Wir erkennen biologische, psychologische und soziale Unterschiede zwischen Männern und Frauen an und begegnen jedem Menschen respektvoll.
Genau das ist ja mein Punkt: Natürlich werden biologische, psychologische und soziale (!) Unterschiede anerkannt - darum geht es ja, man will betonen dass Männer ganz anders sind und auch anders sein sollen! Genau darin besteht ja die erzkonservative Sichtweise, die ich diesem Manifest vorwerfe.
Zudem: Es ist immer verdächtig, wenn man extra betonen muss, dass man Menschen "respektvoll" begegnet.
Ganz anders wäre es gewesen, hätte man anerkannt, dass Frauen auch "typisch" männliche und Männer auch "typisch" weibliche Eigenschaften haben können. Frauen können auch Baggerfahrer werden und Männer Kindergärtner.
Bei den Grünen findet sich das, da heisst es: "Sei wie du willst!".
Hier heisst es nur: "Sei ein stereotypischer Mann!"
Veröffentlicht von: @lucan-7Natürlich werden biologische, psychologische und soziale (!) Unterschiede anerkannt - darum geht es ja, man will betonen dass Männer ganz anders sind und auch anders sein sollen! Genau darin besteht ja die erzkonservative Sichtweise, die ich diesem Manifest vorwerfe.
Und schon wieder grätsche ich dazwischen 😉
Wie war das mit den männlichen und weiblichen Vorgesetzten?
Eine andere Sicht findest Du zum Beispiel hier: männermanifest.de
Ich find's gut, danke für's Posten. Ich habe auch sogleich ein paar Homepages der aufgeführten Männercoaches besucht, zuerst mal jene der beiden Schweizer und vom Innsbrucker. Sie kommen mir durchaus sympathisch rüber und haben auch ansprechende CV's mit sehr unterschiedlichen Laufbahnen und Hintergründen (Wirtschaft, Physik, Religionspädagogik, Informatik sind mir aufgefallen).
Mal was anderes als immer Markus Theunert, der "Berufs-Feminist" von srf. 🙂
@mikefrommuc ohne ihre Aussagen zu beurteilen/zu kommentieren: Frau Nietzard hat keine offizielle Funktion in der Partei Bündnis'90/Die Grünen (mehr), sie war m.W. Bundessprecherin der Parteijugendorganisation und ist nun wieder einfaches Mitglied und soll (m.W. unbestätigt) für eine Abgeordnete der Partei tätig sein.
Ein nicht unerhebliches Problem sind die Manfluencer (neudeutsch...) die es m.W. sowohl in säkularer wie auch religiöser "Ausgabe" gibt und die heranwachsenden Männern als Vorbild dienen und ihnen Verhaltensweisen nahelegen.
Und diese Incel"blase" von Männern die in keiner Beziehung zu einer Frau leben und deshalb frustriert sind (als ob Frauen ihnen was schulden würden... denen würde ich (ugs.) empfehlen ein Flötensolo und Ruhe zu geben... als wenn ein Mann diesen "Druck" nicht selbst "abbauen" könnte ohne eine Frau damit zu behelligen).
Wenn ich mich an die Großmutter erinnere (lange her/lange tot) hiess es da dass Frauen diese Dinge gar nicht wollten und sie nur deshalb täten um den Männern entgegenzukommen, da deren Natur nun einfach so sei dass es notwendig sei und die Frau dann das Opfer der Erduldung bringen würde/bringen müsste, in der Hoffnung dass diese "Entleerung" dann schnell vorbei sei.
Auf alle Fälle sollten heranwachsenden Männern beigebracht werden, dass sie Frauen respektvoll zu behandeln haben und keine unanständigen Forderungen stellen sollen (das schöne ist ja dass mit fortschreitendem Alter diese Dinge unwichtiger und ggf. auch körperlich unmöglich werden).
Frau Nietzard hat keine offizielle Funktion in der Partei Bündnis'90/Die Grünen (mehr),
Richtig. Doch die Grünen bestehen nicht nur aus Offiziellen. Frau Nietzard prägt durch ihre häufigen Interviews ebenso das Bild der Grünen, wie es ehemalige Politiker in anderen Parteien tun.
Auf alle Fälle sollten heranwachsenden Männern beigebracht werden, dass sie Frauen respektvoll zu behandeln haben und keine unanständigen Forderungen stellen sollen
Dem kann vermutlich jeder zustimmen.
Wie siehst Du es andersrum? Sollte heranwachsenden Frauen auch beigebracht werden, Männer respektvoll zu behandeln und keine unanständigen Forderungen zu stellen?
@mikefrommuc als Mann habe ich ja von Frauen nichts zu fordern. Von der Erziehung her stehe ich da "auf Seiten" der Frauen (ob das nun immer korrekt ist [bspw. theologisch] sei dahingestellt, ist bei mir aber so).
Und der Mann hat sich der Frau und ihren Wünschen bedingungslos zu fügen. Aber das sei meine Sichtweise, die wie gesagt nun theologisch bspw. nicht begründet/begründbar sein kann, aber das lasse ich mal stehen.
Er hat seine Wünsche immer ihren Hintanzustellen.
Will er dies nicht: Dann soll er nicht mit ihr zusammen sein/zusammen sein wollen und soll sie "in Ruhe lassen".
Bin auch so in etwa der Meinung dass auch bei Partnerschaftsanbahnung die Initiative immer von der Frau ausgehen sollte nicht vom Mann. Auch der Anstoss zu ggf. GV sollte immer von ihr ausgehen. Sofern man diese Sache nicht eh vermeidet. Ist halt auch je nach Alter der Beteiligten einfacher oder auch schwieriger.
Auf alle Fälle sollte der Mann hier nicht zu initiieren versuchen, intiiert sie es nicht bleibt ihm ja der unproblematisch Triebbau ohne sie zu involvieren.
Wobei ich da natürlich aufgrund des Alters und Gegebenheiten "leicht" reden kann.
Und der Mann hat sich der Frau und ihren Wünschen bedingungslos zu fügen.
Es mag Konstellationen geben, wo das für Beide gut funktioniert... aber zu verallgemeinern ist das wohl kaum. Denn dafür muss man erst mal die richtige Frau finden, die auch weiss, wo's langgeht... und die sich in dieser Rolle nicht seltsam vorkommt. Denn meiner Frau würde es kaum gefallen, wenn ich mich so vollkommen unterordne. Die möchte auch mal jemanden haben, der die Führung übernimmt.
Denn in meiner idealen Welt wechselt man sich damit ab. Normalerweise hat ja jeder seine Bereiche, in denen man sich gut auskennt, und je nachdem worum es geht übernimmt mal der eine, mal die andere die Führungsrolle. So sehe ich jedenfalls Partnerschaft.
Positiv daran sehe ich, dass ein paar Grüne offenbar gemerkt haben, dass sich größere Gruppen von Männern von ihnen nicht vertreten fühlen, insbesondere heterosexuelle, weiße und alte, und aus patriarchalischer geprägten Gesellschaften stammende Migranten auch nicht wirklich.
Ich persönlich, der früher (harmlosen) Kampfsport gemacht hat, gern mal ab und zu ein gutes Stück Fleisch auf dem Teller hat und konfrontative Spiele lieber spielt als kooperative, kann das nachvollziehen.
Wenn leichthin mit dem Begriff "toxische Männlichkeit" hantiert wird, zucke ich zusammen und frage mich innerlich, welche Hölle losbrechen würde, wagte es jemand, einen Begriff wie "toxische Weiblichkeit" überhaupt in die Welt zu setzen. Herbert Grönemeyers Liedzeile "Männer sind auch Menschen" finde ich daneben. Was denn sonst, bitteschön? Ja, ich weiß, wie es gemeint ist. Wenn ich darauf aufmerksam gemacht werde, dass dieser und jener Mord von einem Mann an einer Frau ein Femizid war, frage ich mich leise, ob ich mich jetzt entschuldigen soll, weil ich ein Mann bin.
Gleichberechtigung halte ich für sehr wichtig, aber bei Gleichstellungsprogramm, die faktisch eine Benachteiligung von Männern aufgrund ihres Geschlechts bedeuten, habe ich Vorbehalte.
Mit ein Papier werden die Grünen ihre Situation im Bezug auf Männer als Wähler nicht wesentlich verbessern. Immerhin signalisieren sie ihren eigenen Jungs, dass sie Männer sein, bleiben oder werden dürfen.
Ach ja, ein Gedicht von Heinrich Heine ist mir gerade noch in den Kopf gekommen:
Als ich meine Stimm erhob;
Sie klagten und sie sagten:
Ich sänge viel zu grob.
Die kleinen Stimmelein,
Die Trillerchen, wie Kristalle,
Sie klangen so fein und rein.
Von Liebe und Liebeserguß;
Die Damen schwammen in Tränen
Bei solchem Kunstgenuß."
Wenn leichthin mit dem Begriff "toxische Männlichkeit" hantiert wird, zucke ich zusammen und frage mich innerlich, welche Hölle losbrechen würde, wagte es jemand, einen Begriff wie "toxische Weiblichkeit" überhaupt in die Welt zu setzen.
Sehe ich überhaupt kein Problem - so lange man genau begründen kann, was genau damit gemeint ist, also worin genau sich die Sache von "toxischer Männlichkeit" unterscheidet.
Ich würde da beispielsweise (ohne das Ganze jetzt vollständig durchdacht zu haben) an Frauen denken, die ihre Reize dazu verwenden, Männer auszunehmen und anschliessend fallen zu lassen.
Veröffentlicht von: @lucan-7Ich würde da beispielsweise (ohne das Ganze jetzt vollständig durchdacht zu haben) an Frauen denken, die ihre Reize dazu verwenden, Männer auszunehmen und anschliessend fallen zu lassen.
Es grüßt die gute alte "femme fatale". 😀
Den humorlos medizinischen Ausdruck "toxische Weiblichkeit" habe ich dafür aber noch nie gehört.
Den humorlos medizinischen Ausdruck "toxische Weiblichkeit" habe ich dafür aber noch nie gehört.
"Toxisch" ist ja auch nur so ein Modewort... aber sinngemäß kann man das natürlich auch auf so etwas anwenden, warum nicht? Als ob Frauen nicht fies und zerstörerisch sein könnten...
Wobei man natürlich auch klar sagen muss, dass man das nicht einfach aufrechnen kann. Wenn es um getötete Partner geht, dann liegen die Männer als Täter ganz weit vorn, und daher ist es auch richtig, wenn man das als das Hauptproblem adressiert.
Veröffentlicht von: @lucan-7
Wobei man natürlich auch klar sagen muss, dass man das nicht einfach aufrechnen kann. Wenn es um getötete Partner geht, dann liegen die Männer als Täter ganz weit vorn, und daher ist es auch richtig, wenn man das als das Hauptproblem adressiert.
Das stimmt wohl, betrifft aber nur eine kleine Teilmenge der als toxische Männlichkeit bezeichneten Phänomene.
Den Ausdruck "toxic feminity" gibt es zumindest in den Kommentarspalten schon. Das Thema "Männerbild" wird in manchen Ecken des Internets durchaus diskutiert und eben auch immer wieder auf Frauen angewandt. Nur in die breite Debatte hat es das noch nicht geschafft.
Aha?! Ist mir noch nie untergekommen. Wieder was gelernt. Danke für den Hinweis.
Kürzlich sah ich eine Gegenüberstellung von Kerlen der Siebziger mit Bärten auf Harleys und glattrasierten Kerlchen von Heute auf E-Rollern.
Und jetzt frag ich mich als Frau, was mich mehr anspricht ...
Kürzlich sah ich eine Gegenüberstellung von Kerlen der Siebziger mit Bärten auf Harleys und glattrasierten Kerlchen von Heute auf E-Rollern.
Heute sitzen Frauen auf Harleys. 🤭
Und jetzt frag ich mich als Frau, was mich mehr anspricht ...
17jährige Jugendliche sind ja hoffentlich nicht deine Zielgruppe.
Veröffentlicht von: @derelchKürzlich sah ich eine Gegenüberstellung von Kerlen der Siebziger mit Bärten auf Harleys und glattrasierten Kerlchen von Heute auf E-Rollern.
Heute sitzen Frauen auf Harleys. 🤭
Auch nicht schlecht.
Und jetzt frag ich mich als Frau, was mich mehr anspricht ...
17jährige Jugendliche sind ja hoffentlich nicht deine Zielgruppe.
Sicher nicht. Aber meine Töchter fanden die Biker auch irgendwie interessanter.
@chai Ich sehe jetzt aber eher so Kerlchen mit perfekt getrimmten und ausrasieren Bärten, die ihr Geld im Barbershop liegen lassen und Shampoo für den Bart kaufen.
ZZ Top Bärte finde ich da aber schon männlicher. Ich selbst bin in der Regel im Gesicht rasiert, aber Zweitagebart gibt auch mal öfter.