Wie Grüne sich die Männer wünschen...
Es ging ja jetzt ein paarmal durch die Medien... die Grünen, aus deren Reihen ja immer wieder gerne männliches Fehlverhalten angeprangert wird, haben sich jetzt dazu entschlossen, einmal zu verkünden, wie sie sich denn einen "echten Mann" im positiven Sinne eigentlich vorstellen. Und das sorgt dann für ein Raunen oder einen Aufschrei, je nachdem welches Skandalpotential man darin erkennen möchte, und selbst Grüne beklagen sich, dass sie dazu gar nicht befragt worden sind und das Ganze sowieso nicht offiziell sei, und tiefgängig schon gar nicht und generell unnötig...
Zuvor wäre es natürlich sinnvoll, einmal zu lesen was überhaupt dort geschrieben wurde:
https://joswig.eu/2026/07/03/moderne-maennlichkeit/
Persönlich erscheinen mir die Aufreger darum doch etwas künstlich. Die Grünen wollen uns mal wieder vorschreiben, wie Männer zu sein haben... ja nun, das tut die AfD schon lange. Und leider hat sie dabei auch Erfolg.
Ich persönlich finde den Text gut und richtig. Und natürlich wird hier niemandem etwas vorgeschrieben... aber es wird ein Bild gezeichnet, dass sich von den ständigen Vorwürfen abhebt, was Männer nicht tun sollen und wie sie nicht sein sollen... das hören wir von Vertretern des Feminismus jeden Tag. Aber ein positives Bild... das fehlt bislang. Und hier wird doch zumindest mal ein Versuch gemacht, mit dem man arbeiten kann.
Dabei gehe ich davon aus, dass sich dieses Manifest nicht an gestanden Mannsbilder um die 40 richtet, die dazu angeregt werden sollen, doch endlich mal ihr Leben zu überdenken (Auch wenn man das durchaus mal machen kann), sondern in erster Linie an Jugendliche, also Jungs, die irgendwie in dieser Welt nach Vorbildern und Rollen suchen, mit denen sie sich identifizieren können. Und dann auf TikTok oder rechten Blasen Rollenbilder präsentiert bekommen, die patriarchale Stereotype bejubeln nach dem Motto: "Sei ein Arschloch - jetzt erst recht!"
Nun werden diese Jugendlichen sich wohl kaum den Text dieses Manifestes ausdrucken und an die Wand hängen... aber es ist doch zumindest mal ein Anfang, eine Idee, in welcher Richtung man positive Rollenbilder vermitteln könnte, und die Leute (nämlich in erster Linie Jugendliche) dabei dort abholt, wo sie stehen - wobei die passenden TikTok Videos wohl erst noch produziert werden müssten, damit das auch in der Zielgruppe ankommt, aber da wird sich schon wer finden.
Oder ist das alles totaler Quatsch, völlig daneben und unnötig...?
Was haltet ihr davon?
Persönlich erscheinen mir die Aufreger darum doch etwas künstlich. Die Grünen wollen uns mal wieder vorschreiben, wie Männer zu sein haben... ja nun, das tut die AfD schon lange. Und leider hat sie dabei auch Erfolg.
Ich habe nur den Text der Grünen gelesen nicht aber den Artikel, den du verlinkt hast. Erst einmal ist es doch total legitim, wenn jemand oder eine Gruppe eine Meinung hat und diese Kund tut. Das hat doch erst einmal gar nichts mit Vorschreiben zu tun.
Grundsätzlich kann ich an dem Männerbild der Grünen auch nichts falsches Erkennen. Das Einzige, was mich daran stört, ist das sie dies als Modern verkaufen.
Ein Männerbild, in dem der Mann nicht gewalttätig, sondern fürsorglich und sanft ist, in dem der Mann, das Wohl seiner Frau über das seine Stellt, das von einer gegenseitigen Partnerschaft ausgeht, auch wenn die Verantwortungen klar verteilt sind.
Das Männerbild, das sich in der Spätantike entwickelte und das Gesellschaftsleben prägte, ist ein Algaminat diverser Strömungen die nicht mehr wirklich mit dem christlichen Ideal zu haben.
Wenn also die Grünen heute von einem modernen Mann sprechen dann kommen zurück zum christlichen Ideal.
Wenn also die Grünen heute von einem modernen Mann sprechen dann kommen zurück zum christlichen Ideal.
So richtig klar ausformuliert ist das allerdings nicht, da gibt es immer noch Interpretationsspielraum. Die Basis bleibt das Patriarchat.
Und auch das christliche Ideal ist halt so etwas wie das Rittertum: Es wurde propagiert, aber befolgt wurde es nur, wenn es auch Vorteile brachte - die Realität sah oft anders aus.
Deshalb brauchen wir ein Ideal, das auch Männer als vorteilhaft für sich selbst erkennen. Ob das mit dem, was die Grünen hier vorstellen, in Einklang zu bringen ist... na ja.
Aber man kann es ja versuchen.
Deshalb brauchen wir ein Ideal, das auch Männer als vorteilhaft für sich selbst erkennen.
Darin liegt aber doch das Problem der heutigen Gesellschaft, der Nutzen für MICH und wenn der nicht vorhanden ist, warum sollte es mich kümmern.
Warum sollte ich einem grünen "Mann" ideal folgen, wenn ich sowieso keine Partnerin bekomme? Oder im anderen Extrem der Tinder Generation, mich sowieso einfach so durch Bumsen kann? Kinderkriegen und Familie gründen wollen die wenigsten Jungen. Eine gesicherte Zukunft sehen die wenigsten, die Welt geht vor die Hunde und die Boomers kümmerts nicht und tun nichts. Was bringt es mir, mich in diese Welt und Gesellschaft zu investieren?
Solange es kein positives Gesellschafts- und Zukunftsnarrativ gibt, das die Menschen mit Hoffnung in die Zukunft schauen lässt so lange wird ein solches Männerbild nicht wirklich tragfähig, denn was bringt es mir.
Ein christliches Ideal bietet wenigstens eine positive Zukunft.
Darin liegt aber doch das Problem der heutigen Gesellschaft, der Nutzen für MICH und wenn der nicht vorhanden ist, warum sollte es mich kümmern.
Eben.
Warum sollte ich einem grünen "Mann" ideal folgen, wenn ich sowieso keine Partnerin bekomme? Oder im anderen Extrem der Tinder Generation, mich sowieso einfach so durch Bumsen kann?
Eben.
Ein christliches Ideal bietet wenigstens eine positive Zukunft.
Nö.
Ein christliches Ideal ändert an den von dir angesprochenen Problemen auch nichts.
Wer einem christlichen Ideal folgt, tut dies, weil er Christ ist. Ansonsten kann man auch einem anderen ideal folgen. Und das Christentum hat die positive Zukunftsaussicht als zentraler Bestandteil.
Wer einem christlichen Ideal folgt, tut dies, weil er Christ ist.
Man ist Christ, weil man sich davon etwas verspricht. Das ist in der Regel nichts Materielles, aber irgendwelche Vorteile muss es ja geben, sonst ergäbe es keinen Sinn.
Die Aussicht, dass alles irgendwann einmal belohnt wird mag immer wieder tröstlich sein... dürfte als Hauptantrieb aber etwas wenig darstellen.
Man ist nicht Christ, weil man sich davon etwas verspricht sondern weil man an etwas glaubt.
Man verspricht sich immer was davon.
Und sei es, dass man ein "gutes Gefühl" hat oder was auch immer... aber irgendwo ist immer ein Vorteil für einen selbst, sonst würde man es nicht tun.
Nicht umsonst ist das Christentum voller Versprechen.
Man verspricht sich immer was davon
Das kann ich nur bestätigen.
Selbst wenn man es verlässt (das Christentum) verspricht man sich was davon, weil man sich oft etwas von irgendwas verspricht.
Aber wenn man dabei bleibt und diese Versprechen ernst nimmt, hat das Christentum ja auch Ansagen, die trotzdem den Blick über diese Versprechen hinaus weiten.
Die Basis bleibt das Patriarchat.
Das Christentum hat auch eine patriarchalische Basis.
Allerdings ist dabei der Mann auch jemandem gegenüber untergeordnet : nämlich Jesus (und dadurch gegenüber Gott).
1.Kor 11,13
Ich will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist; der Mann aber ist das Haupt der Frau; Gott aber ist das Haupt Christi.
Patriarchat, Matriachrat... Da gibt es keinen Unterschied.
Würde ich so nicht sagen.
Ein Matriarchat wäre wohl nicht automatisch besser. Aber ich wette, dass dann zumindest niemand nachts Angst auf den Straßen haben müsste.
Vielleicht brauchen wir ein Homoriachrat...
Oder wie Herbert Gränemeyer sang:
Veröffentlicht von: @lucan-7Ein Matriarchat wäre wohl nicht automatisch besser. Aber ich wette, dass dann zumindest niemand nachts Angst auf den Straßen haben müsste.
Das halte ich für einen Trugschluss. Zwar werden schwere Gewalt- und insbesondere Sexualdelikte statistisch überwiegend von Männern begangen. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass in einer matriarchalen Gesellschaft solche Delikte verschwinden oder niemand mehr Angst hätte.
Zudem stimmt die subjektive Angst nicht immer mit dem tatsächlichen Risiko überein. Menschen können sich trotz niedriger Kriminalität unsicher fühlen – oder umgekehrt.
Daraus folgt aber nicht automatisch, dass in einer matriarchalen Gesellschaft solche Delikte verschwinden oder niemand mehr Angst hätte.
Völlig verschwinden würde es nicht. Aber die Gewalttaten würden drastisch zurückgehen. Denn in einer matriarchalen Gesellschaft könnten Männer nicht mehr damit rechnen, dass sie einfach so davonkommen und ihr Verhalten stillschweigend geduldet wird.
Zudem stimmt die subjektive Angst nicht immer mit dem tatsächlichen Risiko überein. Menschen können sich trotz niedriger Kriminalität unsicher fühlen – oder umgekehrt.
Es reicht, sich die echten Zahlen anzuschauen... das ist beängstigend genug.
Veröffentlicht von: @lucan-7Völlig verschwinden würde es nicht. Aber die Gewalttaten würden drastisch zurückgehen. Denn in einer matriarchalen Gesellschaft könnten Männer nicht mehr damit rechnen, dass sie einfach so davonkommen und ihr Verhalten stillschweigend geduldet wird.
Ich glaube, du überschätzt den Einfluss der Machtverhältnisse. Viele Gewalttaten entstehen nicht deshalb, weil der Täter denkt, er komme ungestraft davon. Sie entstehen aus Aggression, Alkohol, Kontrollverlust, Besitzdenken oder anderen Motiven. Wer in diesem Moment zuschlägt oder vergewaltigt, führt oft keine politische oder juristische Risikoanalyse durch.
Veröffentlicht von: @lucan-7Es reicht, sich die echten Zahlen anzuschauen... das ist beängstigend genug.
Dass Männer den Großteil der Gewalttaten begehen, ist statistisch unstrittig. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass die Ursache das Patriarchat ist oder dass ein Matriarchat das Problem lösen würde. Das wäre eine Hypothese, keine Schlussfolgerung aus den Daten.
Patriarchat, Matriachrat... Da gibt es keinen Unterschied. Vielleicht brauchen wir ein Homoriachrat...
Ich denke, was wir dabei übersehen, ist dass das christliche Patriarchat (ich nenn es jetzt mal so, auch wenn es den Begriff so nicht gibt) ja ein Patriarchat der Liebe ist.
Der Christus ist von der Liebe Gottes durchdrungen, der Mann ist von der Liebe Christi durchdrungen, die Frau von der Liebe des Mannes…
Es könnte alles so schön einfach sein…
Ich denke, was wir dabei übersehen, ist dass das christliche Patriarchat (ich nenn es jetzt mal so, auch wenn es den Begriff so nicht gibt) ja ein Patriarchat der Liebe ist.
Nein war es nicht.
Der Christus ist von der Liebe Gottes durchdrungen, der Mann ist von der Liebe Christi durchdrungen, die Frau von der Liebe des Mannes…
Graue Theorie.
Nein war es nicht.
Vielleicht meinen wir zwei unterschiedliche Dinge. Für mich ist Gott Liebe und unter seiner Herrschaft ist es dann ein „Patriarchat“ der Liebe.
Graue Theorie.
Die Praxis wäre es aber nicht.
Es gibt auch naturwissenschaftliche Gesetze, deren praktischer Beweis noch nicht erbracht ist aber wo man mit der Theorie schon „arbeitet“.
Veröffentlicht von: @cheyWenn das bei Christen im kleinen mal überwiegend klappen sollte, können wir darüber gern als Gesellschaftssystem diskutieren.
Das ist doch dieser ewige Vorwurf, den sich viele Fromme nicht zu Unrecht gefallen lassen müssen.
Die reden vom Himmel und Versöhnung und all diesen wunderbaren Dingen und streiten mit dem Nachbarn um einen überhängenden Ast vom Kirschbaum oder mit dem leiblichen Bruder um das Silberbesteck von der Oma.
Es ist leider nicht immer so, dass man die Christen an ihrer Freundlichkeit erkennt.
Wenn es um Realpolitik geht, bleibe ich lieber bei der Realität und nicht bei Wunschvorstellungen.
Sonst müssten wir alle die yogischen Flieger wählen, denn deren Rumfliegen soll den Weltfrieden bringen.
Wie gesagt, wenn es im kleinen mal klappen sollte können wir über was größeres gerne diskutieren.
VG
Chey
Wie gesagt, wenn es im kleinen mal klappen sollte können wir über was größeres gerne diskutieren.
Es war jetzt auch nicht als Entwurf für ein neues Männerbild gedacht…obwohl die Theorie trotzdem wahr ist.
Wenn es im kleinen klappt, dann muss man vielleicht im großen dann nicht mehr darüber diskutieren.
@lucan-7 Gar nichts. Grundsätzlich sind Zielcharakteristiken für Funktionsobjekte ideologischer Nutzprojektion seitens selbstverständlicher Materialisten für mich irrelevant, denn ich und meine Familie sind selbstverständliche Subjekte mit menschlicher Würde als Schöpfung Gottes und keine Kausalobjekte einer historischen-materialistischen Entwicklung von Produktionsweisen. Falls sie entsprechende Empfehlungen auf sich selbst anwenden möchten, bleibt Ihnen dies natürlich jederzeit überlassen. Ich wünsche Ihnen alles Gute und bin gespannt auf die Früchte, die sich hieraus ergeben. Liebe Grüße.
Grundsätzlich sind Zielcharakteristiken für Funktionsobjekte ideologischer Nutzprojektion seitens selbstverständlicher Materialisten für mich irrelevant, denn ich und meine Familie sind selbstverständliche Subjekte mit menschlicher Würde als Schöpfung Gottes und keine Kausalobjekte einer historischen-materialistischen Entwicklung von Produktionsweisen.
Oder anders gesagt: "Die Grünen sind doof, also kann das nichts taugen!"
Dass man hier auch etliche Überschneidungen mit diversen christlichen Idealen hat spielt dann natürlich keine Rolle mehr... weil, man steht ja über den Dingen.
Na ja, bitte sehr. Da sage ich besser nichts mehr zu.