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ADHS Erwachsene

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Blackhole
Themenstarter
Beiträge : 926

Ich hatte die Diagnose schon einmal vor ein paar Jahren bekommen, aber wieder verdrängt. Gewisse Probleme habe ich eher auf andere Dinge geschoben. Der familiäre Hintergrund, das Mobbing im Gymnasium, später die Ungerechtigkeiten als Leasingkraft....

Da sich Konzentrationsmangel usw. aber auch in besseren Umständen nicht gebessert haben, bin ich im April nochmal hingegangen und die alte Diagnose wurde bestätigt.

Also, ja, ADHS ist vorhanden und gehört zu mir. Ich bin so.
Ich werde niemals "normal".

Ich nehme jetzt kontinuierlich Medikinet Aduld und gehe zur Ergotherapie. D.h. jetzt ist da eine Pause, weil meine bisherige Ergotherapeutin auswandert, aber geht hoffentlich bald weiter.

Von beidem haben sich auch durchaus Erfolge eingestellt.

Aber ich weiß daß ich mich damit nicht überall outen darf.
In der Regionalgruppe Ingenieure ohne Grenzen habe ich das gerade getan, weil wir vielleicht 2022 endlich mit 2 Jahren Verspätung nach Uganda fliegen und ich das Medikinet beim Zoll angeben muss, mache mir aber jetzt Sorgen, wie mich die anderen jetzt sehen.

Das Medikinet mal kurz absetzen wäre eine Schnapsidee, wenn ich mich gerade dran gewöhnt habe. Damit würde ich alles wieder durcheinander bringen.

Was ich mir wünsche ist, mich überall dazu bekennen können und alle gehen ganz locker damit um und sehen mich nicht wesentlich anderst als vorher, akzeptieren einfach nur, daß meine Konzentrationsprobleme und meine gelegentliche Überenergie usw. halt zu mir gehören.

Antwort
10 Antworten
Irrwisch
Beiträge : 3339

Liebe Blackhole,

Herzlichen Glückwunsch, dih schon malhier zu outen als ADHSler.
Damit bist du ganz sicher nicht alleine.
Nein, ich nicht, ich hab andere "Macken" 😉

Meine Erfahrung mit Outing ist, ( in einer anderen Sache):
Ich habe erstaunliche Offenheit bei betroffenen Menschen erfahren,Vertrauen geschenkt bekommen.
Aber ich habe auch telweise Ablehnung erfahren.

Es ist eine Gratwanderung, die du gehst.

Sie erfordert Mut und Behutsamkeit.
Vertrauen in Freunde und Kollegen sollte dabei auch eine gute Rolle spielen.

Schau genau hin, wem du dich " zumutest" ( da steckt auch das kleine Wort Mut drin)

Ich ünsche dir auf jeden Fall einen ganz guten Weg in deine Zukunft hinein.

Sei lieb gegrüßtund behütet
Inge

irrwisch antworten


agapia
Beiträge : 1353

Hallo Blackhole,

gut, dass du deine Diagnose hast und sie akzeptierst.

Dass du dich sorgst, wie andere die Diagnose aufnehmen, verstehe ich. Meine Vorstellung dazu: warum sollte dein soziales Umfeld, das dich kennt und schätzt, dich nun plötzlich anders wahrnehmen als bisher? Du bist ja mit der Diagnose kein fremder Mensch geworden, sondern nur jemand, der für ein paar Facetten seines Seins eine Erklärung hat. Die Bedeutung, die diese Erklärung für dich persönlich hat, muss für dein Umfeld nicht die gleiche sein.
Vielleicht interessiert es sie allenfalls soweit, als du das Bedürfnis hast, darüber zu sprechen.

Mit anderen Worten: ich will dir Mut machen 🙂

agapia antworten
maggie.x
Beiträge : 1685

Es klingt vielleicht nach einer Binsenweisheit: Was man selbst nicht problematisiert - sondern womit man selbstverständlich umgeht - wird oft von anderen auch nicht problematisiert.

Also, vielleicht von alleine nichts sagen, aber auf Nachfrage hin offen sagen, was es ist. Ich glaube, dass Ritalin unter jungen Menschen gut bekannt ist.

jeddie-x antworten


Goldapfel
Beiträge : 713

Liebe Blackhole
ich wünsche dir ganz viele positive Erfahrungen in deinem Umfeld!
Es ist toll, dass du damit offensiv umgehst.
Ich denke, je mehr Menschen sich zu ihrer Besonderheit bekennen, desto normaler und akzeptierter wird sie irgendwann gesamtgesellschaftlich sein.
Somit bist du ein gutes Vorbild für andere, sich irgendwann ebenso bekennen zu können.

Ich wünsche dir „einen festen Stamm“ von Menschen, die immer unabdingbar zu dir stehen, und dass du, falls du mal Gegenwind spürst und nicht so gute Erfahrungen bezüglich deiner Offenheit machst,
dich davon nicht unterkriegen lässt.

Das Problem haben diejenigen, die verurteilen und ausgrenzen.

Sei gesegnet!

goldapfel antworten
Rapperswilerin
Beiträge : 14

Hallo DU 🙂

Also ich kann dich total gut verstehen, ich habe ebenfalls ADHS, und ich wünsche dir, dass du auch mal gute Erfahrungen sammeln kannst. Ich kann sagen, je offener du damit umgehst umso offener wird dein Umfeld. Denn nur was man weiss, kann man auch verstehen...

Lg Monika

rapperswilerin antworten


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