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Leben mit unsichtbarer Behinderung

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Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hallo,

gab es hier schonmal einen Austausch zu unsichtbaren Behinderungen, der neu belebt werden könnte?

Gemeint sind Behinderungen/Erkrankungen, die man auf den ersten Blick nicht sieht, z.B. chronische innere Erkrankungen, Fatique, Genetisches, Transplantationen und Vieles mehr.

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51 Antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

ich hatte letztes Jahr einen Zusammenbruch, mit langem Krankenhausaufenthalt in der Psychosomatik. Danach Reha - ich verstand es nicht, fragte die Ärzte, warum ich noch nicht wieder fit bin. Eine christl. Ärztin meinte: Sie sind ausgebrannt, das braucht Zeit. Zur Angst, den Schmerzen und der Kraftlosigkeit, der Überforderung wurde noch eine Fehldiagnose mit Epilepsie gegeben. Es war ein Kampf, inzwischen habe ich es schriftlich, dass ich weder Epilepsie habe noch jemals hatte. Ich bekam viele Schmerz und Antidepressiva. Leider schlug nichts davon im positiven Sinne an. Dafür erhielt ich die Nebenwirkungen.
Eine christl. Ärztin empfahl mir das Buch:

Was die Seele essen will

von Julia Roß. Ich kaufte mir das Buch, hatte aber lange keine Konzentration dafür. Irgendwann schaffte ich es 4 kurze Tests zu beantworten und sah, dass mein Gedanke, dass jede Krankheit auf einen Mangel zurückführt, hier zutraf. Ich hatte massiven Mangel bei allen 4 Tests. Ich fing an, mich mehr damit auseinander zu setzen, stellte die Ernährung um, nehme Nahrungsergänzungsmittel und fülle den Mangel auf. Was über Jahre schlecht war, geht nicht so ganz schnell. Aber ich bin wieder belastungsfähiger, kann wieder weite Spaziergänge machen, wieder gut denken, habe sogar wieder in eine gute Arbeit gestartet - raus aus der, die mich u.a. krank gemacht hatte. Ohne Gebet, Hilfe von Geschwistern und der täglichen Entscheidung zum Leben hätte ich es nicht geschafft. Gott lässt denen, die ihn lieben alles zum Besten dienen.
Nachdem meine Schwester an Krebs starb, erkannte ich, dass bei allen schweren Erkrankungen (Krebs, MS, Parkinson) ein Mangelzustand vorliegt. Ein Mangel an Vitamin D, Selen, Zink....

Ruhezeiten sind wichtig. Und Gott lieben, seinen Nächsten und sich selbst. Im ständigen Überlebenskampf vergaß ich die Fürsorge für mich. Die Rechnung war dann letztes Jahr mit schweren Depressionen da. Ich wußte nicht, dass es sowas gibt. Dachte, ein Gebet hilft immer raus. Jetzt sehe ich, dass alles ein Weg ist. Manchmal gibts auch Wunder aber oft ist auch ein Ausharren, annehmen, ruhig werden nötig. Gott schenkte mir Weisheit, manchmal selber, manchmal über Menschen und Schritt für Schritt führt er - jeden, der sich führen lässt. Leicht ist es nicht - aber ich weiß, egal wie es aussieht, er hat die Lösung und es geht nicht um das was ich kann, oder wie leistungsfähig ich bin, es geht um Gehorsam, hören, tun, was er sagt. Und er ist barmherzig, liebevoll und großzügig.
Ich wuchs im Leistungsdenken auf. Fühlte mich oft minderwertig, andere arbeiteten, zogen auch Kinder groß, aber brachten alles besser auf die Reihe. Aber Gott hat ein anderes Bewertungssystem. Er sagt: in deiner Schwachheit bin ich stark. Er gibt dem Müden neue Kraft. Er beugt sich in Jesus zu uns herunter und ist da, leidet mit. Kein schneller Trost! Aber es ist alles fließend und ich weiß, er ist da, verlässt mich nicht. Ich darf sein, wie ich bin. Und ja, es ist noch nicht alles wieder gut.
Heute lebe ich jeden Tag für sich. Ich sehe, dass der Glaube (meiner) und der meiner Geschwister mich trägt. Gott geht mit uns, auch durch dunkle Täler. Täglich seine Ruhepausen suchen, seinen gedeckten Tisch im Angesicht meiner Feinde wahrzunehmen, in seinen Frieden reinkommen, das sind Herausforderungen. Allein schaff ich gar nichts. Aber mit ihm in kleinen Schritten ja, das geht. Bin dankbar, für alles, hab versucht meine Konflikte aufzuarbeiten, zu vergeben.

Oftmals dachte ich, warum habe ich in meinem Leben soviele Krisen? Dann sah ich, dass weder Jesus, noch seine Jünger ein leichtes Leben hatten. Dafür hatten sie die Seligkeit, die Gegenwart Gottes, die ihr Herz ausfüllte, + die Heilsgewissheit.
Mit der Ewigkeitsperspektive ist es hier leichter zu ertragen. Und im Frieden Gottes ist ein Schutzraum. Der Kampf ist nur gerade in meinem Leben zwischen Angst und diesem Frieden. Dabei sagt Gottes Wort 366 x: Fürchte Dich nicht! Einmal für jeden Tag - da muss was dran sein. Ich bitte ihn jetzt, das in meinem Leben umzusetzen. Denn allein schaff ich es nicht. Er schenke Euch auch Hoffnung und Frieden, neue Stärke und Mut für Dein Leben! Jesus ist größer, als Angst, größer als Schmerzen - er hilft uns durch. Und das Leiden macht dass wir Geduld bekommen, das Ausharren - ist wichtig, und die ewige Herrlichkeit wird groß sein. Für alles gibt es einen Lohn, oftmals hier und auf jeden Fall in der Ewigkeit. Drum gibt nie auf! Du bist nicht allein, es gibt Gerechtigkeit, Wahrheit, Frieden, Liebe, Geborgenheit.

Anonymous antworten
2 Antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2025 Jahren

Beiträge : 18052

Hallo,
zunächst mal freue ich mich, dass es Dir besser geht und Dir dieses Buch geholfen hat. Ja, man kann viel an seiner Gesundheit mit Ernährung, Lebensstil, etc. verbessern und umdrehen.

Allerdings bitte ich Dich, solche Aussagen:

Veröffentlicht von: @anonyma-21597f851

Nachdem meine Schwester an Krebs starb, erkannte ich, dass bei allen schweren Erkrankungen (Krebs, MS, Parkinson) ein Mangelzustand vorliegt. Ein Mangel an Vitamin D, Selen, Zink....

pauschal nicht zu tätigen. Du bist keine Wissenschaftlerin oder Medizinerin und selbst solche scheuen sich, so allgemeine Aussage zu treffen. Dazu erkranken und sterben einfach viel zu viele Menschen, die ernährungstechnisch und vom Lebensstil her alles richtig gemacht haben.

Ansonsten finde ich Deinen Beitrag sehr gut, vor allem, weil Du die Perspektive Richtung Gott lenkst, das ist ein guter Tip für Menschen, denen es nicht gut geht.

Sei gesegnet.

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Dankeschön. Da hast du auch wirklich viel durch.

Nach dem Leistungsprinzip bin ich auch aufgewachsen - wie wahrscheinlich jeder Mensch(?).
Und ich denke auch, dass Gott nach anderen Kriterien bewertet als wir Menschen das gewöhnlich tun. Wenn man nicht mehr mithalten kann mit dem Durchschnitt, fühlt man sich dann schnell wertlos auf der Welt. So ging es mir.

Inzwischen fühle ich mich etwas geheilter. Ich glaube, dass der Wert eines Menschen vor Gott sich nie ändert - egal ob er gesund-krank/reich-arm/verheiratet-ledig/Eltern-kinderlos usw. ist. Diese Gewissheit im Blick zu behalten ist unsre Herausforderung.

Anonymous antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Dankeschön für eure Antworten. Ich freue mich, dass sich sogar mehrere gemeldet haben. Habt ihr Interesse, über des Thema "Gemeinschaft untereinander" zu diskutieren?

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Irgendwie versanden die Diskussionen hier ziemlich schnell. Schade.

Andererseits sehe ich, dass in anderen Diskussionen ähnliche Themen aufblobben, auf die ich hinaus wollte:
- sich ausgeschlossen fühlen (wie ein Mensch 2. Klasse),
- Umgang mit den eigenen gesundheitsbedingten Unzuverlässigkeiten (dazu gibts Dinge beim HSP-Thema),
- sich in Gesellschaft wohl fühlen (statt minderwertig!), obwohl man anders ist & oft bei normalen Themen nicht mitreden kann & verletzlicher ist
- ...

Wahrscheinlich braucht das alles viel Zeit und hat viel mit einem selbst zu tun: Annehmen was ist, Loslassen von zu hohen Erwartungen ans Umfeld bzw. Leben, Trauern um fehlende Möglichkeiten im Leben (auch wenn es von außen betrachtet Selbstverständlichkeiten gewesen wären),...

Gelegentlich schaue ich mal vorbei. Vielleicht mag ja später jemand mit überlegen oder Zeugnis geben, wie das ein oder andere als unsichtbar behinderter Mensch besser gelingt.

Anonymous antworten
28 Antworten
komMODe
Moderator
(@kommode)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 332
Veröffentlicht von: @anonyma-df80ea394

Irgendwie versanden die Diskussionen hier ziemlich schnell. Schade.

Hallo Ano!

Oftmals geht der Diskussionsbedarf auseinander, haben Themen für jeden eine andere Gewichtung.

Als Threaderöffner tut man sich allerdings auch keinen Gefallen, wenn man gleich damit einsteigt, in frühestens fünf Tagen wieder reinzuschauen. Das wäre für mich ein Grund, nicht zu antworten. Ein Forum lebt von zügigem Reagieren, es ist kein Briefwechsel. Sich dann im weiteren Verlauf dann nicht inhaltlich auf die Postings der anderen einzugehen, ist ebenfalls wenig förderlich.
Dies mal als Tipp für zukünftige Threads 😊

LG
komMODe

kommode antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hallo komMODe!

Danke für die Hinweise. So wird manches klarer.

Veröffentlicht von: @kommode

Oftmals geht der Diskussionsbedarf auseinander, haben Themen für jeden eine andere Gewichtung.

Ok. Andererseits verfolge ich das Forum "Mit Behinderung leben" schon eine Weile. Die Aktivität ist gering, was sehr schade ist. Wie könnte man es mehr beleben?

Veröffentlicht von: @kommode

in frühestens fünf Tagen wieder reinzuschauen... wäre für mich ein Grund, nicht zu antworten

Wie unterschiedlich Dinge verstanden werden können. Mir ist das Diskussionstempo viel zu hoch. Vielleicht brauchen andere Menschen mit Behinderung auch länger fürs Schreiben? Oder ein Forum ist nicht der richtige Ort für langsamere Menschen?

Veröffentlicht von: @kommode

Sich dann im weiteren Verlauf dann nicht inhaltlich auf die Postings der anderen einzugehen, ist ebenfalls wenig förderlich.

Da hast du recht, das war nicht förderlich. Ein Outing mit Diagnosse packe ich (noch) nicht. Deshalb habe ich allgemein geantwortet. Mit den Fragen und dem Impuls zu Beginn wollte ich eher in Richtung Lösung sehen.

Immerhin war es ein Versucht und man lernt daraus. 😊

Anonymous antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 14194

Nun ja, Allgemeinplätze sind der Lösungsfindung nicht gerade nützlich.

Und nach 17 Überstunden an "nur" 4 Tagen hab ich dann auch nicht mehr die Mußemich mit (für mich) Nebenthemen zu befassen. Wir haben für uns Lösungen gefunden, die für uns passen. Das sind keine Allheilmittel und unsere Strategien helfen oft nur, um Situationen zu überstehen. Aber das reicht oft schon. Ich bin für meinen Mann dann nicht Ehefrau, sondern Fels, Halt und Führung in Einem.

Mir geht es wie meiner Vorschreiberin. Ich stand direkt beim Lesen des Eingangsbeitrages schon vor ner Wand. Ich schreibe nicht gern in Themen, bei denen der Eröffnen sich raushält. Da liefere ich mir lieber ne heiße Schlacht am kalten Buffet.

Ok, man muss nicht den ganzen Tag hier sein und direkt auf neue Beiträge antworten. Auf dem Weg zur Arbeit ne Runde drehen und vielleicht am Abend vorm Schlafengehen, das reicht mir.

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hallo Herbstrose,

danke für dein Feedback.

Ok, dann ist deine Herangehensweise anders. Für eine "Schlacht am kalten Buffet" brauchts eine gewisse Dickhäutigkeit, denke ich.

Was wäre die langsamere Variante eines Forums? (die schnellere heißt Chat, wie ich hier gelernt habe. 🙂 )

Anonymous antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 14194

Die langsamere Variante ist das schriftliche Forum durchaus. Allerdings von vornherein zu schreiben, dass man erst in 5 Tagen wieder rein schaut, ist wenig hilfreich. In "Miteinander-Füreinander" bist du sicher besser aufgehoben.

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @herbstrose

Allerdings von vornherein zu schreiben, dass man erst in 5 Tagen wieder rein schaut, ist wenig hilfreich.

Ok. Transparent-machen, dass man länger fürs Antworten braucht, wirkt allgemein demotivierend. Wieder etwas gelernt. 😊

Hatte selbst noch die Idee, dass ein Blog die langsamere Variante sein könnte.

Anonymous antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 14194

Es ist eher die Formulierung. "Ich bin dann in 5 Tagen wieder da" gleich im Eingangspost Empfinden Viele als unfreundlich oder zumindest wenig einladen.

Formuliere doch einfach anders. Wenn du schreibst "Manchmal zwingt meine Erkrankung mich zu einer Pause. Deshalb kann es sein, dass ich nicht jeden Tag hier bin.", dann weckst du eher Verständnis.

herbstrose antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 12876

grün

Veröffentlicht von: @herbstrose

Formuliere doch einfach anders. Wenn du schreibst "Manchmal zwingt meine Erkrankung mich zu einer Pause. Deshalb kann es sein, dass ich nicht jeden Tag hier bin.", dann weckst du eher Verständnis.

ein wirklich gutes Beispiel

neubaugoere antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 14194

Danke.

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Danke. Gute Idee!! 😊
Genau, die Leistungsschwankungen erlauben keine umfassende Präsenz.

Nachtrag vom 03.06.2021 1640
...allerdings steckt in deiner Formulierung auch gleich die Rechtfertigung mit drin. Irgendwann möchte man sich nicht mehr ständig rechtfertigen... und muss dann wohl das Unverständnis aushalten.

Anonymous antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 12876

Ich denke nicht, dass es eine Rechtfertigung ist, zu sagen, ich bin gespannt auf eure Meinungen, aber hey, nehmt's mir nicht übel, dass ich "betriebsbedingt" auch mal ausfalle. Ich freu mich aber.

neubaugoere antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 14194

Das Problem ist, dass dich hier niemand (persönlich) kennt. Mein Vorschlag zielt auf eine verständliche und trotzdem allgemein gehaltene Begründung.

"He Leute, ich bin ab und zu mal nicht da" wirft mehr Fragen auf als von vornherein zu sagen, woran es liegt. Damit nimmst du direkt den Wind aus den Segeln derer, die immer was zu nörgeln haben. Gerade im Bereich "mit Behinderung leben" erreicht man mit (gezielter, punktueller) Offenheit mehr als wenn man sich komplett bedeckt hält.

Ich war heute mit ner Freundin spazieren. Mit meinem Mann geht das leider nicht mehr. Ich hab das sehr genossen. Solche Auszeiten brauche ich, um das (eingeschränkte) Leben mit ihm zu ertragen. Und nein, man sieht ihm seine Behinderung nicht an.

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @herbstrose

Mein Vorschlag zielt auf eine verständliche und trotzdem allgemein gehaltene Begründung.

Ja, so habe ich es auch verstanden.
Es fällt mir schwer, da ein gutes Maß zu treffen...wobei wir schon mitten im Thema (Outing) sind. 😊

Veröffentlicht von: @herbstrose

Solche Auszeiten brauche ich, um das (eingeschränkte) Leben mit ihm zu ertragen. Und nein, man sieht ihm seine Behinderung nicht an.

Das ist eine ganz andere Perspektive, eine Außensicht, die du auf die Thematik hast. Genauso wichtig. Viele der (unsichtbar) behinderten Menschen sind - ohne böse Absicht- für ihr Umfeld eine Herausforderung.

Anonymous antworten
Murphyline
(@murphyline)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1391

ich finde diese Langsamkeit mit Ansage OK. Zumal Anonyma ja sein Wort hält und wieder reingeschaut und geantwortet hat. So ist das eben bei unsichtbaren Behinderungen: man hat nicht jeden Tag Zeit und Kraft in einem Forum zu schreiben.

murphyline antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Dankeschön für dein Verständnis.

Anonymous antworten
komMODe
Moderator
(@kommode)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 332

Moin Ano!

Veröffentlicht von: @anonyma-df80ea394

Ok. Andererseits verfolge ich das Forum "Mit Behinderung leben" schon eine Weile. Die Aktivität ist gering, was sehr schade ist. Wie könnte man es mehr beleben?

Indem man wie Du einen Austausch startet und dann in den Dialog geht 😊

Ich würde aber mal noch einen Schritt zurückgehen: WESHALB ist es hier so ruhig? Besteht kein Bedarf? Möchten sich die User evtl gar nicht über ihre Behinderung/ihr Leben mit der Behinderung austauschen? Und falls ja: Weshalb? Suchen sie evtl bei einzelnen Fragen das konkretere Unterforum? Fragen der Gesundheit würde ich persönlich im entsprechenden Forum stellen. Fragen zu psychischen Belastungen aufgrund der Behinderung würde ich z.B. im MiFü erwarten. Anliegen, die das Berufsleben betreffen, sähe ich in diesem Forum... Das Leben mit einer Behinderung ist schon bei gleicher Diagnose in meiner Wahrnehmung so individuell, dass ich gar nicht wüsste, wo die Schnittmenge liegt, über die man sich hier austauschen könnte.

Bitte nicht missverstehen: Das soll kein Vorwurf sein - nur eine Anregung, ein Mitdenken. Vielleicht hast Du einen Gedanken dazu? Oder jemand anderes?

Veröffentlicht von: @anonyma-df80ea394

Mir ist das Diskussionstempo viel zu hoch. Vielleicht brauchen andere Menschen mit Behinderung auch länger fürs Schreiben? Oder ein Forum ist nicht der richtige Ort für langsamere Menschen?

Im Chat wäre es schlimmer 😉 Ich kann nicht einschätzen, wie schnell man für ein Forum sein muss und habe durchaus Verständnis dafür, dass manche Menschen mehr Zeit benötigen. Gut, dass wir alle unterschiedlich sind und uns das Medium aussuchen können, das zu uns passt. Ich persönlich würde im Chat wahnsinnig werden 😀 Das weiß ich. Und ich halte mich dann fern oder lebe damit, auch mal ein paar Passagen zu verpassen.

Veröffentlicht von: @anonyma-df80ea394

Ein Outing mit Diagnosse packe ich (noch) nicht.

Weshalb solltest Du das auch müssen?

Eine gute Nacht wünscht

komMODe

kommode antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hallo Kommode,

danke für deine Antwort.

Chat - ja, das würde ich auch nicht packen. 😊

Unterthemen nutzen statt dieses Forum: Für mich macht es einen Unterschied, wenn ein gesünderer Mensch ein Unterthema diskutiert (z.B. sich-ausgeschlossen-fühlen) im Vergleich dazu, dass sich das Thema als Folge einer Behinderung ergibt. Kann mich irren...

Anonymous antworten
komMODe
Moderator
(@kommode)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 332

Hallo Ano!

Veröffentlicht von: @anonyma-df80ea394

Unterthemen nutzen statt dieses Forum: Für mich macht es einen Unterschied, wenn ein gesünderer Mensch ein Unterthema diskutiert (z.B. sich-ausgeschlossen-fühlen) im Vergleich dazu, dass sich das Thema als Folge einer Behinderung ergibt. Kann mich irren...

Es ist völlig o.k., wenn Du so empfindest. Da wird jeder anders gestrickt sein.

Eine Frage drängt sich dann aber bei mir auf: Was sagt Dir denn, dass der antwortende Mensch gesünder ist als Du?

LG
komMODe

kommode antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @kommode

Eine Frage drängt sich dann aber bei mir auf: Was sagt Dir denn, dass der antwortende Mensch gesünder ist als Du?

Richtig. Das kann ich aus dem Zusammenhang nur vermuten, wenn die Behinderung nicht thematisiert wird.

Anonymous antworten
komMODe
Moderator
(@kommode)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 332

Hallo Ano!

Ich möchte nur rückmelden, dass es mich freut, wie häufig Du Dich hier am Austausch beteiligst (bzw beteiligen kannst) 😊

LG
komMODe

kommode antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Dankeschön. 😊

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

mich hat der Beitrag zum Nachdenken gebracht.
Ich bin auch unsichtbar. 100 % schwerbehindert wegen Krebs. Arbeite aber fast voll. (34 h)
Für meinen Arbeitgeber und einige Kollegen bin ich eine zukünftig unzumutbare Last, die man rausmobben muss, weil eine Kündigung kaum möglich. Das ist anstrengend.
Mein privates Umfeld versucht irgenwie nett zu mir zu sein, weil ich ja bald sterben könnte.
Aber dass ich schneller müde und erschöpft bin, eben keine langen Fahrradtouren mitmachen kann, keine anstrengenden Reisen mehr mag, einfach mehr Schlaf und Ruhe brauche, wird nicht akzeptiert.
Wenn ich morgens um 6.30 Uhr aufstehe und um 18.15 Uhr von der Arbeit nach Hause komme, habe ich einfach keine Kraft mehr, noch irgendeinen Sport zu betreiben oder zum Schwimmen oder Yoga zu gehen, selbst für den Haushalt reicht es nicht. Jeder zusätzlich Termin ist Streß für mich.
Irgendwie hab ich das Gefühl, mich ständig rechtfertigen zu müssen gegen dieses "Tu doch mal was für Dich" - Gebot.
Ich tu was für mich, wenn ich eben grade keinen zusätzlichen Stress nach Feierabend habe.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hallo Ano,

danke für deinen Beitrag. Der Begriff "unsichtbare Behinderung" ist mir auch ziemlich neu. In einigen Dingen von dir finde ich mich wieder: reduziert Arbeiten, Schikanen an der Arbeit, im Privatbereich sich ständig rechtfertigen müssen warum man immernoch keinen Partner gefunden hat, keine Kinder... und trotzdem sowenig arbeitet bzw. unflexibel ist, keine Überstunden schafft. Und in der Kirchgemeinde ist es nicht viel anders,...weil man ja nichts sieht. Nebenbei will die Konfrontation mit all den (eigentlich selbstverständlichen) Lebensleistungen der anderen in einer Gemeinschaft auch noch ausgehalten werden. Das zehrt!

Behinderung ist bei jedem anders und besonders schwierig finde ich es, den eigenen Platz zu finden, wenn man innerhalb der Menschen mit unsichtbarer Behinderung anscheinend immernoch eine Ausnahme ist (z.B. kinderlos, ...).

Mir hat aus einem anderen Thread der Gedanke geholfen: Den Wunsches nach Akzeptiert-sein/Zugehörigkeit loslassen. Aufhören für etwas zu kämpfen was unerreichbar ist - vor allem dieses anderen-beweisen-Wollen, dass man doch normal ist (bei unsichtbar behinderten Menschen eventuell besonders ausgeprägt?). Da bin ich auf dem Weg...und am Trauern. Erstmal fühlt sichs an wie Resignation.

Ich verstehe auch deine Erschöpfung nach der Arbeit. 85% Teilzeit plus Arbeitsweg finde ich ziemlich viel. (kein Vorwurf). Ich habe inzwischen nochmals einige Stunden reduziert, um überhaupt noch ein Privatleben pflegen zu können (außer schlafend). Wie machst du das mit privaten Treffen und dem kurzfristigen Absagen? Bleibt da nur die eigene Unzuverlässigkeit plus spontane Unternehmungen wenn gerade mal Kraft da ist? In meinem Umfeld geht es ja anderen behinderten Menschen ebenso, dass sie oft kurzfristig absagen - heißt, man trifft sich irgendwann gar nicht mehr. Nach der Arbeit noch Termine ist für mich auch kaum machbar und wenn, dann sinds meist Arzttermine.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hallo Ano,
Ich glaube, bei dir ist es noch eine Portion schwieriger, weil du anscheinend schon länger behindert bist als ich. So weichst du auch noch von "normalen" Lebensläufen, z.B. Ehe und Familie und Berufskarriere ab.
Bis zu meinem 50. Lebensjahr war ich ja "Nicht behindert" und habe Kinder und auch Lebenspartner, von denen ich mich getrennt hatte.
Im Nachhinein frage ich mich, wie ich das alles geschafft habe als Alleinerziehende mit Kind, Arbeiten, Haushalt.

Veröffentlicht von: @anonyma-df80ea394

Aufhören für etwas zu kämpfen was unerreichbar ist - vor allem dieses anderen-beweisen-Wollen, dass man doch normal ist (bei unsichtbar behinderten Menschen eventuell besonders ausgeprägt?). Da bin ich auf dem Weg...und am Trauern. Erstmal fühlt sichs an wie Resignation.

Für mich selbst hatte ich bereits ein Jahr nach der Erkrankung begriffen, dass ich nicht mehr wie früher 150% geben kann, sondern nur noch 75%. Inzwischen sind es höchstens 50 - 60 %.
Da Achtsamkeit so in Mode ist, hab ich mir gesagt: wenn ich abwasche, dann wasche ich ab und gut ist. Und wenn ich müde bin, dann bin ich müde und wenn ich koche, dann koche ich usw. Früher habe ich drei Sachen gleichzeitig gemacht- musste ich notgedrungen.
Nun bin ich eben "Achtsam". Habe aus der Not für mich eine Tugend gemacht.
Aber mein Umfeld, besonders meine Kinder, verstehen es nicht und erwarten, dass ich immer noch so (schnell) ticke, wie früher.

Veröffentlicht von: @anonyma-df80ea394

Wie machst du das mit privaten Treffen und dem kurzfristigen Absagen? Bleibt da nur die eigene Unzuverlässigkeit plus spontane Unternehmungen wenn gerade mal Kraft da ist?

Mein Freundeskreis ist altersbedingt zum Glück auch nicht mehr so fit und auch nicht mehr so spontan. Wegen Corona lief ja jetzt eh wenig. Bei mir gilt die Regel: nur eine private Aktion pro Woche (bzw. Wochenende). Also entweder Geburtstag bei X oder Kino mit Y. Das klappt ganz gut und ich sage nie ab. Spontan mache ich nur Sachen für mich alleine, z.B. auf Flohmarkt gehen oder Ausflug. Je nach Wetter, Angebot und Tagesform.
Meine ehrenamtlichen Tätigkeiten habe ich aufgegeben. Ich bin Konsument: ich esse den Kuchen auf dem Kirchenbazar- aber ich backe ihn nicht mehr oder verkaufe ihn. Es muss ja auch Zuhörer, Zuschauer und Konsumenten geben auf dieser Welt.

Veröffentlicht von: @anonyma-df80ea394

Nach der Arbeit noch Termine ist für mich auch kaum machbar und wenn, dann sinds meist Arzttermine.

Ja das geht mir genauso. Mich stressen schon die vielen Arzttermine. Irgendwie bleibt dann gar keine Zeit mehr zum Leben. Mich nervt das total.

Ich finde es schön, von dir zu erfahren, dass es dir ähnlich geht wie mir. Dann fühle ich mich nicht mehr so allein in dieser anstrengenden Welt.

Nachtrag vom 02.06.2021 2113
vergessen auf anoym zu klicken- auch egal.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @anonyma-d2432d5ba

Ich glaube, bei dir ist es noch eine Portion schwieriger, weil du anscheinend schon länger behindert bist als ich. So weichst du auch noch von "normalen" Lebensläufen, z.B. Ehe und Familie und Berufskarriere ab.

So klar habe ich das noch gar nicht gesehen, danke.

Veröffentlicht von: @anonyma-d2432d5ba

Bei mir gilt die Regel: nur eine private Aktion pro Woche (bzw. Wochenende).

Danke für den Tip. Auf diesem Weg war ich schon einmal und will das wieder mehr in den Blick nehmen.

Veröffentlicht von: @anonyma-d2432d5ba

Meine ehrenamtlichen Tätigkeiten habe ich aufgegeben. Ich bin Konsument:

Diese Haltung finde ich in diesem Zusammenhang top! Würde man deine Behinderung sehen, wäre es für viele Anwesende bestimmt selbstverständlich, dass du eher Nehmer als Geber bist. Zumal du früher ja gegeben hast. Ich habe auch nur ein letztes minimales Ehrenamt, früher war das viel mehr. Außerdem schenken wir anderen unsre Gesellschaft, wenn wir anwesend sind, nicht wahr? 😊

Veröffentlicht von: @anonyma-d2432d5ba

Mich stressen schon die vielen Arzttermine.

Ich versuche, die Zeit zwischen den Terminen -soweit möglich- auszudehnen. Im Grunde wissen wir ja, wie gut wirs in diesem Land mit der medizinischen Versorgungsstruktur haben... Aber manchmal ist es einfach zu viel und macht einen Teil unsrer Unflexibilität aus.

Veröffentlicht von: @anonyma-d2432d5ba

Ich finde es schön, von dir zu erfahren, dass es dir ähnlich geht wie mir.

Ja, ich finde es auch schön, von deinen Erfahrungen zu lernen und von der inneren Haltung, die du dir erarbeitet hast.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @anonyma-df80ea394

Diese Haltung finde ich in diesem Zusammenhang top! Würde man deine Behinderung sehen, wäre es für viele Anwesende bestimmt selbstverständlich, dass du eher Nehmer als Geber bist. Zumal du früher ja gegeben hast. Ich habe auch nur ein letztes minimales Ehrenamt, früher war das viel mehr. Außerdem schenken wir anderen unsre Gesellschaft, wenn wir anwesend sind, nicht wahr? 😊

Wir geben auch. Was nützt der tollste Vortrag, wenn nur 5 Zuhörer kommen? Was wird aus dem mühevoll geprobtem Konzert, wenn keiner zuhört? Aus den vielen gebastelten Sachen auf dem Bazar, wenn sie niemand kauft? Aus dem gespendeten Kuchen, wenn ihn niemand isst?
Da ich sehr lange zu den "Aktiven" gehört habe, die irgendwas in der Gemeinde mit-organisiert haben kann ich sagen: der größte Horror ist, wenn niemand oder nur wenige kommen.
Wir geben unsere Zeit und manchmal unser Geld und sind ein wertvoller Beitrag. Es muss nicht nur Marthas geben, sondern auch Marien 😉
(Lk. 10, 38 ff): Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. [3] 42 Aber nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil gewählt, der wird ihr nicht genommen werden.

Und zu Ehe und Familie: Manche sind zur Ehe fähig und manche eben nicht. Gott hat dich zu etwas anderem erwählt. Es ist ja als Christ OK, ehelos zu leben. Keuschheit ist auch eine Tugend.

Veröffentlicht von: @anonyma-df80ea394

Ich versuche, die Zeit zwischen den Terminen -soweit möglich- auszudehnen.

Das klappt bei mir leider nicht so. Immerhin versuche ich jetzt, mir mit den Terminen nicht auch noch den Urlaub zu verderben.
Da muss ich echt noch dran arbeiten.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @anonyma-d2432d5ba

Es muss nicht nur Marthas geben, sondern auch Marien 😉

Das stimmt.

Veröffentlicht von: @anonyma-d2432d5ba

Und zu Ehe und Familie: Manche sind zur Ehe fähig und manche eben nicht. Gott hat dich zu etwas anderem erwählt. Es ist ja als Christ OK, ehelos zu leben. Keuschheit ist auch eine Tugend.

Das sind dann immer so Sprüche, die auch aus der Gemeinde kommen, die echt schmerzen.

Anonymous antworten
Murphyline
(@murphyline)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1391
Veröffentlicht von: @anonyma-df80ea394

Das sind dann immer so Sprüche, die auch aus der Gemeinde kommen, die echt schmerzen.

Ok, dann entschuldige. Mich hat das mal getröstet, aber ich hatte ja auch Mann und Familie.
Vielleicht fliegt dir ja doch noch ein Partner zu. Das hoffe ich für dich.

murphyline antworten


Sternenbluete
Beiträge : 860

Ja, die gibt es... wo ist jetzt deinProblem?

Das unsichtbare oder die Behinderung?

sternenbluete antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Heute hatte ich eine diskussion mit jemandem, die meinte beim eintritt bezahlen, möchte sie nicht erwähnen, dass ich rentnerin bin.

Das stimmte mich sehr traurig. Es war auch noch meine eigene mutter! ich glaub das trifft mich nochmal mehr, denn von ihr würde ich mich gerne verstanden, ernst genommen u d angenommen fühlen.

Habt ihr auch schon solche erlebnisse gemacht? Und wie geht ihr damit um?

Anonymous antworten


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