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Leben mit unsichtbarer Behinderung

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Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hallo,

gab es hier schonmal einen Austausch zu unsichtbaren Behinderungen, der neu belebt werden könnte?

Gemeint sind Behinderungen/Erkrankungen, die man auf den ersten Blick nicht sieht, z.B. chronische innere Erkrankungen, Fatique, Genetisches, Transplantationen und Vieles mehr.

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59 Antworten
THOW42
 THOW42
Beiträge : 122

Vielleicht muss man es sogar noch weiter spezifizieren als sichtbar/unsichtbar. Bspw. spürbar/nicht spürbar oder mit/ohne Einschränkung im Leben. Ich kann offiziell auch auf eine "anerkannter Schwerbehinderung" verweisen, spüre aktuell davon aber wenig im Alltag. Eine Organentnahme ist aber eben doch eine dauerhafte Einschränkung und die Ursache dafür, der Krebs, eine latente Bedrohung, mit der man leben lernen muss, auch wenn sie (Gott sei Dank) nicht akut ist. 

thow42 antworten


ThomasAngenendt
Beiträge : 5

Hallo zusammen,

ich lebe auch mit einer psychischen bzw. seelischen Erkrankung, die bei mir nun mit einem GdB 50 (Grad der Behinderung) anerkannt wurde. Ich nehme derzeit ein einziges Medikament, welches das stressbewältigen verbessern soll und etwas die emotionale Wahrnehmung dämpft. 

Im Verlauf der vergangenen 6 Jahre habe ich drei psychotische Phasen durchlebt, die meinen Selbstwert immer weiter in den Keller getrieben haben. 

Ich habe mehrfach meine Arbeit, mein altes Zuhause, meine Frau (Familie) und meinen Stolz verloren.
Wobei letzteres ein guter Verlust war. 

In den dunkelsten Momenten dieser Zeit war meine engste Familie durchaus für mich da. Aber was mich wirklich getragen hat und mich auch heute noch unermesslich stützt, ist der Glaube an Gott, Jesus und den heiligen Geist.

So langsam erarbeite ich mir zusammen mit Gott wieder ein lebenswertes Leben, welches auch freudige Momente hervorbringt.

Kommende Woche startet eine 12-monatige Maßnahme für mich, die mir Hoffnung verspricht, mich aus dem Krankengeldbezug rausholt und mir eine neue berufliche Perspektive bietet. Wie Gott es wollte, ist der Träger dieser Maßnahme christlicher Natur. 

Durch die erholsame Zeit der Krankschreibung gab es einige Momente, in denen ich zur Ruhe kommen konnte.
Diese Momente habe ich auch für das Gebet, das lesen in der Bibel und ein allgemeines wachsen als Christ genutzt.

Auch wenn die vergangene Zeit nicht einfach war, haben sich so viele Dinge völlig unerwartet zum guten gewendet.
Mit jeder Tür die sich geschlossen hat, ist eine andere aufgegangen, mit der man zuvor niemals gerechnet hätte.

Gerne möchte ich euch an dieser Stelle nur eines der sich ereigneten Beispiele für Gottes unendlicher Gnade in dieser Zeit mitteilen.

Ich hatte nie wirklichen Kontakt zu meinem leiblichen Vater, da meine Eltern sich früh in meiner Kindheit getrennt haben. Sie hatten sich getrennt, weil mein Vater auch eine psychische bzw. seelische Krankheit hat. Das mir dann auch so eine Erkrankung widerfahren ist, muss in meiner Mutter etwas verändert haben. Jetzt ist es zu mindestens so, dass meine leiblichen Eltern auf einmal wieder einen guten Kontakt zueinander haben und ich meinen Vater doch noch kennen lernen darf. Für Ihn war es ebenfalls ein Segen, da er seine letzte Angehörige vor kurzem durch einen Sterbefall verloren hat. Ich frage euch: "Zufall oder Gottes Fügung?".

Man sagt: "Gottes Wege sind unergründlich." Und meines Erachtens trifft das vollkommen zu. 

Ich beachte in meinem täglichen Leben nun die 10 Gebote und das Gebot von Jesus: "Liebe deinen nächsten wie dich selbst." und glaube, dass dieser Lebenswandel zu den positiven Dingen geführt hat, die sich aktuell in meinem Leben vollziehen. 

Auch wenn der Ton dieser Nachricht tendenziell traurig klingt, so soll er nicht den eigentlichen Kern verschleiern.

Gott ist gut, und zwar immer!
Auch wenn man das vielleicht in Zeiten des Leides nicht immer sehen und empfinden kann. 

Ich sehe der Zukunft "noch" mit gewissen Zweifeln entgegen, arbeite aber daran, das ich mehr und mehr auf Gott baue, damit auch diese letzten Zweifel vertrieben werden.

Gottes Segen all denen, die ebenfalls Gottes Beistand brauchen.
Euer Thomas

thomasangenendt antworten
2 Antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1169

@thomasangenendt 

Danke für dieses so persönliche und transparente Posting! Und alle guten Wünsche mit einem "Gott befohlen!"

L'Chaim

awhler antworten
hundemann
(@hundemann)
Beigetreten : Vor 4 Monaten

Beiträge : 254

lieber Thomas,

Danke auch von mir für deine Offenheit. Du und meine Lebensgeschichte ähnelt deiner sehr......

Kenne auch Depressionen in meinem Leben, Schlaganfälle, keine gute Kindheit.

Zufall oder Gottes Fügung......

Für mich persönlich ist die Bibel auch eine Art Seelsorgebuch. Gott weiß um die unterschiedlichen

Zustände unserer menschlichen Seele und kümmert sich darum.

Und ich weiß auch aus persönlicher Erfahrung, das es man als Christ mit Depression

in christlichen Gemeinden nicht immer leicht hat. Oft fühlte ich mich in meiner

inneren Not allein gelassen..........

Aber ich weiß auch, das Gott ein großes Interesse an unserer Seele hat. So sehe ich

heute Christus als Freund und Bruder, Seelsorger, Hirte...................................

Das schließt aber Gespräche mit Menschen nicht aus.

Selbst war ich schon in Selbsthilfegruppen. Und was mir auffiel, das viele Menschen

mit Depression hoch sensibel sind, auch ich......

Das hat mir sehr geholfen. 

Hier im Forum gibt es auch einen "hochsensibel"  Thread von unserer Deborah 71"

Vielleicht kann es dir helfen da einmal zu lesen.

 

in guten Gedanken und im Gebet für dich.............

 

 

https://forum.jesus.de/community/miteinander-fuereinander/hochsensibel-hsp-137/#post-316023

hundemann antworten
Dorisa
 Dorisa
Beiträge : 83

Ich habe die Diagnose Schizophrenie. Meine aber, dass es bei mir eher mild ausgeprägt ist. Zurzeit habe ich so gut wie keine Symptome, ich nehme aber Medikamente.

Außer bei engen Familienmitgliedern halte ich ich meine Krankheit vor anderen geheim.

Da ich zurzeit keine Einschränkungen durch die Krankheit habe, komme ich eigentlich ganz gut zurecht. Ich habe nur Angst, dass es mit der Diagnose schwierig bei der Partnersuche wird. Ich habe Angst, dass wenn ich mal einen Mann näher kennenlerne und ihn von meiner Krankheit erzählen muss, dass er mich dann wieder verlässt.

Ich habe mal eine Ausbildung nicht angetreten, weil ich Angst hatte die vorher stattfindenen ärztliche Eignungsuntersuchung nicht zu bestehen. Ich hätte meinen derzeitigen Job für die Ausbildung kündigen müssen und ich hatte Angst, dass ich das mache, die ärztlichen Eignungsuntersuchung nicht bestehe und dann gar nichts mehr habe.

Ich empfinde die Diagnose als ziemlich zerstörerisch. Kinder könnte ich mit den Medikamenten vielleicht auch nicht haben.

elfentanz antworten
1 Antwort
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 7393

@elfentanz 

Ja, das sind ganz reale Probleme, die man alleine kaum bewältigen kann. Ich empfehle neben der ärztlichen Begleitung noch eine psychosoziale, die zumindest bei Problemen mit Arbeit, Wohnen und Umfeld hilfreich sein kann. Tja, und Partnerschaftsfragen - schwierig. Ich habe eine Reihe von schizophren erkrankten Menschen kennengelernt, die in einer Partnerschaft lebten. Aber ist schon geraten, die Situation nicht gerade beim ersten Treffen nennen, aber doch, wenn sich eine längere Bindung andeutet.

Wovon Du immer ausgehen kannst: Du hast vielleicht eine schizophrene Erkrankung, aber Du bist nicht schizophren. D.h., Du bist unendlich viel mehr als schizophren.

queequeg antworten


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