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Luther am Valentinstag


AWHler
 AWHler
Themenstarter
Beiträge : 1341

Heute ist "Valentinstag", Tag der Liebe .... und ich las einen Artikel über die skandalöse Liebe & Ehe Luthers mit seiner Katharina ....

Aber das ist jetzt nur der Aufhänger 😉

Am Morgen las ich zudem folgende Sätze: "Angst kann keine Brücke sein ... Wenn Du Angst hast vor Gott, kannst Du ihn nicht lieben. Angst kann niemals Liebe hervorbringen. Und wenn keine Liebe da ist, wie kann es dann Gebet werden, wie kann es Dankbarkeit geben?"

Es ist eine Äußerung von Osho, diesem Skandalguru aus den 70ern/80ern - und was immer dieser Till Eulenspiegel aus Poona damit (in seinem Kontext) gemeint hat: Er hat wohl Recht!

Und es berührt zentral die befreiende, existentielle Entdeckung Luthers, dass Gott IN CHRISTUS "ein Backofen voller Liebe" ist! Und seine Entdeckung des Evangeliums, die ihm das "Tor zum Paradies" geworden ist - eben NICHT NUR die Antwort auf seine angsterfüllte Frage nach einem gnädigen Gott, sondern die lebenslange Befreiung und Erlösung VON  dieser Frage !!!

Bis heute steht mir eine berührende Szene aus einem Luther-Film vor Augen, wo Martinus, vor Verzweiflung in seiner Zelle rasend, seinem Beichtvater entgegenheult: "Ich will einen Gott, den ich LIEBEN KANN!"

In diesem Sinne ein Abendgruß zum Valentinstag.

L'Chaim

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7 Antworten
Kappa
 Kappa
Beiträge : 1432

Guten Abend, 

Glaubst du wirklich das Evangelium wurde erst von Luther entdeckt und Gott ließ die Christenheit 1500 Jahre im Dunkeln? 🧐 Was man sagen kann, das man zu der Zeit zu stark von Angst geprägt die Sichtweise des Glaubens hatte.

Man kann aber auch auf der anderen Seite vom Pferd fallen. Im NT gibt's massenhaft auch Warnungen an Gläubige. Zumindest ging's mir früher immer so das ich zwischen Predigten, Prediger oder Büchern hin und hergerissen war. Die einen betonten das man sich als Christ gar keine Sorgen machen müsse, die anderen erweckten den Eindruck das man mit einem Fuß in der Hölle steht, Bibelstellen konnte man jeweils zur eigenen Sicht passend aus dem Kontext nehmen.

Je nach Psychologischer Auslegung seiner selbst tendiert man dann zum einen oder anderen. Es ist ein schwieriges Thema....

So bin ich nun drauf angesprungen:).

 

kappa antworten


AWHler
 AWHler
Themenstarter
Beiträge : 1341
Veröffentlicht von: @kappa

Glaubst du wirklich das Evangelium wurde erst von Luther entdeckt und Gott ließ die Christenheit 1500 Jahre im Dunkeln?

Guten Morgen,

warum sollte ich das glauben  und warum liest Du es so aus meinem Posting heraus bzw. hinein? 😉

Luther hat es nicht erst ENTdeckt, sondern WIEDER-entdeckt - zunächst für sich und in seinem Kontext - und wo immer es vor und nach und mit ihm so geschieht, war und bleibt es das "Tor zum Paradies".

Dass Luther nicht nur eine Antwort auf seine Frage nach dem gnädigen Gott bekommen hat, sondern seine lebenslange Befreiung von dieser Frage, ist übrigens eine Schlüsselformulierung für mich, die von Helmut Gollwitzer stammt (Forderungen der Umkehr. Beiträge zur Theologie und Gesellschaft. München 1976/ darin: Luthers Ethik).

L'Chaim

awhler antworten
4 Antworten
Kappa
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(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1432

@awhler hi, ich weiß es las sich auch etwas provokant:).

Aber wann denkst du wurde es dann "Vergessen" bzw. Wie konnte der zentrale Punkt in Gottes Volk überhaupt vergessen werden?

In der Bibel kann man viel rein und rauslesen, einen klar Roten Faden auch bei Heilsrelevanten Themen selbst zu finden, das ist mit am Anfang meines Glaubenslebens zugegeben, nicht geglückt. Im Gegenteil: ich hab mich eher aufgerieben.

Das ist auch mit ein Grund warum die Kirche früher nicht wollte, das jeder selbst anfängt auszulegen. Die Texte sind immer entsprechend dem Konzept der Auslegung zu interpretieren.

Sicher waren / sind die Bibelstellen welche Luther so inspirierten, beruhigend. Aber denen stehen halt einfach auch andere Gegenüber - das zeigt doch das es ganz so einfach leider nicht ist.

 

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der_alte
(@der_alte)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1810

@kappa also die RKK will auch heute keine Privatauslegung, aus dem Katechismus:

",,Die Aufgabe aber, das geschriebene oder überlieferte Wort Gottes authentisch auszulegen, ist allein dem lebendigen Lehramt der Kirche" - das heißt den Bischöfen in Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri, dem Bischof von Rom - ,,anvertraut, dessen Vollmacht im Namen Jesu Christi ausgeübt wird" (DV 10). "

https://www.vatican.va/archive/catechism_ge/p1s1c2a2_ge.htm

der_alte antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1432

@der_alte hi, ja das stimmt, das ist bezüglich der Auslegung an sich natürlich gleich geblieben, durch Auslegungen kommen ansonsten ja vermutlich andere Lehren heraus

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AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1341

@kappa 

Ich denke, dass der Kern und die Essenz des EVANGELIUMS (Gottes Liebe, Barmherzigkeit und seine offenen Arme) immer wieder vergessen werden kann - seit 2000 Jahren, damals wie heute über die Zeiten.

Luther hat es ja nicht nur subjektiv und ungerechtfertigter Weise zum Thema gemacht, sondern es vorgefunden in Kirche, Theologie und der angsterfüllten Volksfrömmigkeit.

Im Blick auf den von Dir benannten "roten Faden" in der Bibel, würde ich lieber davon sprechen, was DIE MITTE der Schrift ist, auf die sich im Vorlauf und wie Nachklang alles beziehen darf und muss - und das ist (darüber kann man streiten) nicht nur subjektiv, sondern fundamental die sich schenkende, versöhnende, erlösende Liebe Gottes in Christus - in seinem Leben, Sterben & seiner Auferweckung. Luthers SOLA GRATIA steht dafür - und ich empfinde auch, dass es die Mitte der Schrift ist.

(In einem anderen Thread hier über das Gleichnis vom Weltgericht, in dem von der tätigen Liebe und Barmherzigkeit als Maßstab im Weltgericht die Rede ist, die vor Gott zählt, habe ich gesagt: Dass das kein Widerspruch zur Rechtfertigung aus Gnade ist, denn die Seliggesprochenen haben ihre guten Werke ja nicht getan, um vor Gott gerecht zu werden - so wie Luther es aber vorfand als Forderung, Kirchenlehre und qualvolle Belastung...)

L'Chaim

awhler antworten
Jigal
 Jigal
Beiträge : 5449

@awhler nun ein Mönch mit einer entlaufenen Nonne.  Luther ist depressiv geworden durch die Qual, wie bekomme ich einen gnädigen Gott. Dann in der Bibel eine Stelle zu finden, die sagt du bekommst die Gnade geschenkt.

Was hat denn ein Bürger davon gewusst. Das hat die römisch-katholische Kirche ja nicht verraten.  Die Bibel lesen, ein Volk das die Bibel lesen kann ist gefährlich.  So gesehen hat Luther nicht das Evangelium entdeckt, es aber den Leuten zugänglich gemacht. Auch durch eine Sprache wie sie sprechen, es war nicht die erste Übersetzung in eine deutsche Sprache, aber eine viel leichter zu lesende und die Forderung selbst es lesen zu können hatte die Gründung von Schulen zur Folge. Wer die Bibel lesen soll, muss ja erst einmal lesen können.

 

jigal antworten


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