Benachrichtigungen
Alles löschen

An schwierigen Menschen wachsen

Seite 2 / 2

Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Aus diesem Thread ergab sich die Frage, ob und wie man an schwierigen Menschen wachsen kann.

Dabei ist natürlich wichtig, was man unter schwierigen Menschen und was unter wachsen versteht.

Als schwierig nimmt man vielleicht jemanden aus einer anderen Kultur wahr. Oder jemanden, der einen verletzt hat. Vielleicht auch dadurch, dass man sich in einer Meinungsverschiedenheit selbst blockiert aber die Schuld dem anderen zuweist.

Und wie wir daran wachsen können resultiert wohl daraus, was wir da benennen können.

Und so sehr ich Menschen bewundere, die ihre Nächstenliebe auf hoher See zur Rettung Schiffbrüchiger bewundere, so geht eben manchmal auch direkt vor der eigenen Nase etwas zu Bruch und man trampelt auch noch darauf herum anstatt den Rettungsweg zu beschreiten.

Ein besseres Forum als Miteinander-Füreinander ist mir dafür nicht eingefallen. Und ohne Miteinander-Füreinander geht es auch nicht.

Nachtrag vom 22.10.2019 1841
Aus [url= https://community.jesus.de/forum/ansicht/thread.html?tx_scmforum_pi1 [post_uid]=12700577]diesem[/url] Thread ergab sich die Frage 😊

Antwort
70 Antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @lavoisine

Dabei ist natürlich wichtig, was man unter schwierigen Menschen und was unter wachsen versteht.

"Schwierige Menschen" würde ich für mich als Menschen definieren, denen gegenüber ich in meinem Reden und Handeln nicht frei bin, weil sie in mir Ängste, Wut oder andere sehr starke negative Emotionen auslösen, die verhindern, dass ich meine Reaktionen rational steuern kann. Das kann in der Absicht des Gegenübers liegen, es kann aber auch sein, dass einfach Punkte in mir berührt werden, um die die andere Person nicht wissen kann und die sie nie im Leben hätte berühren wollen, wenn sie darum wüsste.

Wachsen an schwierigen Menschen bedeutet für mich, zu lernen, Muster die mir schaden zu durchbrechen.

Wachsen können erfordert dabei schon, dass es mir gelingt, zu reflektieren warum diese Menschen die Macht haben, das in mir auszulösen, was sie auslösen. Und dann zu schauen, was ich von mir ausgehend ändern kann. Wenn mir klar wird, dass das Gegenüber unbewusst wunde Punkte bei mir trifft kann es befreiend sein, bei mir bleibend und offen zu kommunizieren, welcher Film durch ein bestimmtes Verhalten oder Sagen bei mir abläuft.

Wenn ich es mit jemandem zu tun habe, der ein reales Machtgefälle ausnutzt oder auch nur die Tatsache, um meine wunden Punkte zu wissen um mich zu manipulieren, kann wachsen bedeuten, zu lernen, nicht alles mit mir machen zu lassen und Grenzen (durch) zu setzen, oder, wenn es umsetzbar ist (was gerade im Schul- und Berufsleben und in familiären Zusammenhängen schwierig sein kann) aus der schädlichen Struktur komplett auszubrechen.

Beim zweiten Typ kann auch noch hilfreich sein, mir klar zu machen, dass die Nutzung von Macht, um mich klein und gefügig zu halten oder um mir bewusst weh zu tun gerade kein Zeichen von Stärke und Souveränität ist. Dass da ein Mensch vor mir steht, der eine massive Angst mit sich herumträgt, Kontrolle und/oder Bedeutung zu verlieren. Es ist dann immer noch keine gesunde Basis, aber wenn Angst und Wut und Ohnmacht sich wenigstens teilweise in Mitleid wandeln, kann auch das etwas zum Guten verändern. Weil meine Reaktionen sich dadurch vielleicht wandeln und eingefahrene Muster durchbrochen werden.

Aber es wird immer Menschen geben, an denen ich, selbst wenn ich mich bemühe, nicht wachsen werde. Ich bin nicht gut im Hassen, nach meinem Gefühl gehört zu Hass die Bereitschaft, jemandem aktiv zu schaden, und das liegt nicht in meinem Wesen. Dafür bin ich aber umso besser im Verachten, im endgültigen Abschreiben von Menschen wegen bestimmter Verhaltensweisen oder Ansichten. Und es ist mir nicht immer, aber oft durchaus bewusst, aber mein Schatten bleibt zu lang als dass ich darüberspringen könnte.

Zumindest schaffe ich es manchmal (längst nicht immer), für solche Menschen zu beten. Weil ich weiß, dass Jesus sie nicht abgeschrieben hat. Weil ich weiß, dass auch diese Leute Gottesgeschöpfe sind, und weil ich weiß, das Jesus Herzen verändern kann. Auch mein eigenes, das es nach wie vor nötig hat.

Anonymous antworten
3 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Das wär jetzt nicht nötig gewesen, dass einer noch den Finger auf den wunden Punkt legt... Nein, es war nötig. Interessant, dass es genau noch in diesem Thread passiert.

Veröffentlicht von: @uli76

Dafür bin ich aber umso besser im Verachten, im endgültigen Abschreiben von Menschen wegen bestimmter Verhaltensweisen oder Ansichten. Und es ist mir nicht immer, aber oft durchaus bewusst, aber mein Schatten bleibt zu lang als dass ich darüberspringen könnte.

Du hast mich erwischt. Danke dafür.

Veröffentlicht von: @uli76

Zumindest schaffe ich es manchmal (längst nicht immer), für solche Menschen zu beten. Weil ich weiß, dass Jesus sie nicht abgeschrieben hat. Weil ich weiß, dass auch diese Leute Gottesgeschöpfe sind, und weil ich weiß, das Jesus Herzen verändern kann. Auch mein eigenes, das es nach wie vor nötig hat.

Wär eine Möglichkeit... Vielleicht versuche ich mal damit anufangen, was Irrwisch vorschlug: den Menschen so ansehen und behandeln, wie Jesus ihn angesehen hätte. (zum Glück macht Er das ja auch immer wieder mit mir, gnädig über meine Fehler hinwegsehen)

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @polyglott

Wär eine Möglichkeit... Vielleicht versuche ich mal damit anufangen, was Irrwisch vorschlug: den Menschen so ansehen und behandeln, wie Jesus ihn angesehen hätte. (zum Glück macht Er das ja auch immer wieder mit mir, gnädig über meine Fehler hinwegsehen)

Das beschreibt ein bisschen besser um was es geht, meine Formulierung "für solche Menschen beten" trifft nur teilweise, was ich ausdrücken wollte. Das schließt immer auch die Bitte um einen anderen, neuen Blick auf die Betreffenden mit ein - denn wenn ich bei einem Menschen an dem Punkt bin, dass ich ihn verachte brauche ich Hilfe, um eine andere Sicht auch nur versuchsweise wieder einnehmen zu können.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Was Du hier schreibst:

„Wenn ich es mit jemandem zu tun habe, der ein reales Machtgefälle ausnutzt oder auch nur die Tatsache, um meine wunden Punkte zu wissen um mich zu manipulieren, kann wachsen bedeuten, zu lernen, nicht alles mit mir machen zu lassen und Grenzen (durch) zu setzen, oder, wenn es umsetzbar ist (was gerade im Schul- und Berufsleben und in familiären Zusammenhängen schwierig sein kann) aus der schädlichen Struktur komplett auszubrechen.“

finde ich einen sehr wichtigen, richtigen und interessanten Punkt, mit dem ich es in meinem Leben immer wieder zu tun habe. Gut formuliert!
Es ist, je nach Situation, manchmal gut zu kämpfen (wenn man die Kraft dazu hat, manchmal hat man sie nicht oder nicht mehr), manchmal aber tatsächlich besser, sich den Strukturen komplett zu entziehen. Wobei auch letzteres nicht einfach sein kann, weil man dabei manchmal auch Liebgewonnenes zurücklassen muss.

Anonymous antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Arschengel
Robert Beetz hat den Begriff „Arschengel“ geprägt. Das sind Mitmenschen, die uns in den Arsch treten. Ihr Verhalten tut uns weh!
Doch statt sie zu richten, zu verdammen, zu bestrafen, oder nur zu grollen, sollten wir uns doch mal fragen, was wir von Ihnen lernen können. Haben Sie vielleicht wenigstens zu einem kleinen Teil recht? Oder haben wir die Eigenschaft, das Verhalten, das uns beim anderen so sehr gestört hat, vielleicht selbst auch?

Im Verhalten des anderes wird es sichtbar. Indem es uns stört. Wir sind oft blind gegenüber unseren fehlerhaften Einstellungen. Indem es uns aber selbst passiert, können wir die blinden Flecken in uns selbst entdecken. Oft wollen wir es nicht wahrhaben. So wie dieser Mensch, so sind wir doch nicht, so handeln wir doch nicht. Und doch ist es so, dass wir zumindest die Ansätze in uns haben und wenn wir nur ein, zwei, drei Schritte den verkehrten Weg weiter gehen, dann würden wir genauso handeln. Das soll es Motivation sein, den Balken in unserem eigenen Auge zu entfernen.

Kann man daraus etwas über sich selbst lernen, so ist das Vergeben leicht. Man ist dem anderen am Ende vielleicht sogar dankbar. Nicht über die Art und Weise der Handlung, aber für den wertvollen Hinweis, der dadurch vermittelt wird. Dann hat der andere zwar gehandelt als ein „Arsch“, aber gewirkt wie ein Engel, der uns den Weg weist.

Anonymous antworten
Seite 2 / 2
Teilen:

Hey du!

Dieses Forum ist für dich kostenlos.
Das funktioniert nur, weil uns treue Menschen regelmäßig mit ihrer Spende unterstützen.
Bist du dabei?