Dreieinigkeit und doch sitzt Jesus zur Rechten Gottes
Guten Morgen zusammen,
Es heißt immer "Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist". Also drei Entitäten, aber es wird das Bild vermittelt, dass es sich im Rahmen der Dreieinigkeit doch um eine Erscheinungsform handelt. Jesus wurde von Gott als Mensch geschickt, vom Heiligen Geist berührt, um den Glauben zu lehren und erlebbar zu machen, das verstehe ich und ist für mich plausibel. Später sitzt er zur Rechten Gottes und wird in der Offenbarung als er selbst auftreten.
Aber wie bekomme ich das in eine Dreieinigkeit gepackt? Ich verstehe das nicht.
Wie erlebt ihr das?
Gott ist eine Wesenheitsbezeichnung, wird aber in der Bibel auch für Elohim verwendet, aber nicht für HERR (JHWH).
eine einigermaßen verständliche Darstellung liefert der wikiartikel zu Dreieinigkeit
In Englischen Bibeln gibt es eine weitere Hilfe: dort wird Gott, der Schöpfer, im Sinne von Elohim mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben 'God'. Alle anderen Götter werden dort klein geschrieben 'god', 'gods'. Das geht im Deutschen nicht, weil wir Namen und Hauptwörter sowieso mit großen Anfangsbuchstaben schreiben. Dadurch entsteht eine gewisse Unschärfe beim Lesen.
@deborah71 den Artikel habe ich gelesen und ehrlich gesagt, nicht wirklich verstanden, weil:
Wenn Gott schon immer eine Wesenseinheit ist/war, wie passt dann Jesus, der scheinbar erst durch die Schwangerschaft Marias "entstanden" ist und vom Heiligen Geist berührt werden musste, in das Bild? Warum hat er als Einzelperson im Garten von Gezemane (oder so) mit seinem Schicksal gehadert und Gott gebeten den Kelch an ihm vorübergehen zu lassen? Ich kann mir das gar nicht vorstellen, wie das sein muss zu wissen, welche Qualen auf einen zukommen und der wirklich biestige Tod am Kreuz.
Also war Jesus zu dem Zeitpunkt ganz und gar Mensch, von der Dreieinigkeit erkenne ich hier wenig.
Zuvor hat Jesus aber doch als strahlender Sohn Gottes auf einem Berg, ich glaube, Elias und Mose getroffen.
Irgendwie bekomme ich das nicht gewechselt.
Jesus ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Er nahm Knechtsgestalt an, so wird es beschrieben, d.h. er reduzierte sich etwas um unserer Erlösung Willen. Im Brief an die Philipper ist es beschrieben:
Phil 2, 5 Seid so unter euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht:[1] 6 Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, 7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. 8 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. 9 Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, 10 dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, 11 und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.
Jesus war als "Engel des HERRN" schon im AT unterwegs, aber mit anderem Auftrag.
er reduzierte sich etwas um unserer Erlösung Willen
Du kommst aus der Gesundheitsbranche, nicht wahr? 😅
Denke gerade an den Begriff „leicht reduzierter Allgemeinzustand“, was ungefähr bedeutet, dass ein Patient nicht ganz auf der Höhe ist, körperlich und/oder seelisch. Man Krankheit bzw. Mangel schon etwas an seinem Erscheinungsbild erkennen kann.
Ich möchte dein „reduzierte“ damit auf das Erscheinungsbild seiner Göttlichkeit und seinen Verzicht auf ihm Zustehendes übertragen.😉
Er verzichtete aus Liebe zu uns Menschen eine Weile auf die ihm aufgrund seines Wesens zustehenden Privilegien und alles, was seine Heiligkeit, seinen Stand für alle Welt sofort hätte sichtbar machen können.
Wir konnten erst nach der Offenbarung seiner Göttlichkeit erkennen, dass er sich reduzierte.
Ärzte können Patienten dagegen direkt beurteilen.
Er setzte sich nicht nur den für uns Menschen ohnehin schon manchmal herausfordernden Situationen (Hunger, Durst, schmerzende Füße/Beine vom Gehen, etc) aus, nein, er war bereit, wirklich alles Schwere und Böse auf sich zu nehmen. Die Sünde und die Anklage, allen Schmerz und alles Leid der Welt.
Hätte er nicht gemusst.
Und musste es doch, weil die Liebe ihn dazu trieb.
Das allein in aller Gänze zu fassen finde ich fast noch schwieriger, als das mit der Dreieinigkeit.
Die ja „nur“ als Begriff versucht etwas in einen Begriff zu kleiden, der weniger heilsentscheidend ist, als Jesus als seinen Erlöser und Herrn anzunehmen und bereit zu sein, sich von ihm lehren zu lassen.
Es gibt einiges, was einem Kopfschmerzen machen könnte.
Weil Gott in Seiner Gänze für uns Menschen schwer zu begreifen ist, wenn wir das alleine mit unserem Verstand wollen. Sehe ich zumindest so.
Du kommst aus der Gesundheitsbranche, nicht wahr?
Ja. 🤣 Ich hatte allerdings eine Äußerung von Michael Jordan in einer Predigt im Gedächtnis: Mr. 100.000 Volt mit der er Jesus dynamis-Kraft beschrieb, die pur für uns Menschen zu stark wäre.
😅
die pur für uns Menschen zu stark wäre
vermutlich
Aber ich denke, es ging bei seiner Reduzierung vor allem darum, ganz Mensch zu sein, sich auf unsere Ebene zu begeben, zu verzichten auf alle Privilegien, damit wir wissen, er kennt das menschliche Leben mit allem menschlichen aus seiner eigenen Erfahrung genau. Und wer einmal viel hatte, was er dann (vorübergehend) verliert, weiß als Mensch die Bedeutung von Jesu Verzicht mehr als jemand, der von vorn herein nicht alles hatte und (hoffentlich) gelernt hat damit zu leben.
@michael_e Guten Morgen,
Dreieinigkeit bedeutet nicht das alle 3 Personen sich am selben Platz befinden müssen.
Das wir eine Dreieinigkeit haben, ist aber seit den ersten Jahrhunderten vom Gottesverständnis Christlicher Konsens. Das ist m.W. auch der Grundpfeiler der Ökomene.
Jesus war schon bereits, bevor er als Mensch zur Welt gekommen ist. Das sagt er auch selbst so "Ehe Abraham war, bin ich" Die Zeitform ist hier besonders interessant. Er sagt nicht "war ich" - er redet quasi aus einer Perspektive außerhalb der irdischen Zeit.
Aber ja, das in ein menschliches Verständnis zu bekommen ist nicht ganz einfach.
Guten Tag,
ich hab ein wenig gebraucht damals und es aber begriffen. Bin aber nicht gut im erklären.
Was mit hilft ist ein Element. Das nennt sich Wasser. Wasser hat 3 Eigenschaften und ist doch Wasser. Kann flüssig, fest (Eis) und gasförmig (Dampf) sein, bleibt aber immer Wasser.
So ist Gott im Prinzip auch. Vater, Sohn, Heiliger Geist und in allem eins. Sie widersprechen sich nicht untereinander, nie getrennt.
Im Wort wird gezeigt, wie Gott sich den Menschen offenbart hat und in Beziehung zu ihnen tritt. Als Schöpfer (Vater), als Erlöser (Sohn) und als Wirkender in den Herzen (Heiliger Geist).
Diese Dreifaltigkeit oder Dreieinigkeit ist für das menschliche Hirn schwer zu verstehen, vor allem dann, wenn uns immer wieder gesagt wird, das die drei Eins und der Gleiche sind. Und alledrei trotzdem jeweils als „Person“ betrachtet werden müssen. Wer sagt denn das? Theologen? Kirchenväter? Es ist zwar eine Einheit, aber Gott, der Eine, macht dies, Jesus, der Zweite, macht das und die Geist, der Dritte, nochmal was anderes….und es soll doch das Gleiche sein. Naja…. ist das jetzt noch Monotheismus oder nicht?…
Der Vergleich Wasser, Eis und Dampf ist gut, hinkt aber nur beim zeitlichen Aspekt, es kann ja nicht gleichzeitig stattfinden.
Was nun?
Für mich persönlich sind alle drei eine gleichzeitige Erscheinungs- und Erfahrungsform von Gott selber.
Gott der grosse Maestro und Schöpfer, der selber nie ein Geschöpf war und nicht (wie anfänglich im Paradies) direkt hier auf Erde unter uns weilt.
Ein Teil seiner selbst hat er auf die Erde unter die Menschen geschickt. Und so hat Gott durch Jesus den ganzen menschlichen Werdegang vom hilflosen Baby, über das lernende Kind, über den erwachsenen Menschen mit vielen sozialen Interaktionen (mit freudigen und leidigen Erfahrungen, mit Armut und Reichtum) bis zum erniedrigenden und qualvollen Tod selber er- und durchlebt. Er spürt unser Menschsein. Sogar die Todesangst und die totale Verlassenheit hat er erlebt und kennt er.
In der Gestalt von Jesus aus dem Dörfchen Nazareth hat er uns Menschen zeigen können, wie er ist, was er für uns und mit uns will. Er hat gezeigt und durch Jesus mitgeteilt, dass er unsere Sünden bereits von uns genommen und vergeben hat. Dass wir dafür aber nicht um Jesus Christus herumkommen, weil Gott durch Jesus gezeigt hat, wer Er Selber ist. Wer Jesus kennt, weiss endlich, wer und wie Gott ist und wie unser Leben aussehen soll. Durch den Menschen Jesus hat Gott uns seine Persönlichkeit gezeigt, wir wissen nun, zu wem wir beten, wen wir lieben…. Wir dürfen uns im Gebet auch direkt an Jesus wenden, weil wir ihn „kennen“ und verstehen, das Telefon steht auf laut, Gott hört alles mit seinem „Jesus-Ohr“ mit. Und durch seine Erfahrung als Mensch auf Erden, in der Gestalt von Jesus, den wir kennen, haben wir als Menschen immer ein „Fürsprecher“ bei Gott, der für uns schaut.
Durch Jesus und durch seine grossartigen Zeichen, Versprechen, übermenschliche Liebe und Vergebungsbereitschaft, verstehen wir, dass Gott uns nie verlassen wird, wenn wir nur auf Ihn vertrauen. Sogar dann, wenn wir oft nicht auf Ihn vertrauen, Ihn vergessen, gröbste Fehler machen, sogar dann dürfen wir immer wieder zurückkommen. Ob wir dies aus eigener Bewegung machen sollen, oder ob uns irgendeine göttliche Kraft dabei hilft oder uns gar dazu bewegen muss …
Naja, dann sind wir schon beim Heiligen Geist. Es ist die göttliche Kraft, diese für uns Menschen erkennbare, spürbare, erfahrbare Kraft und Inspiration die uns manchmal richtig überfällt, oder leise stupst, oder um die wir manchmal auch selber fragen müssen. Sie ist aber immer da. Jesus hat sie uns als Beistand, Ratgeber und Trost versprochen.
Innere Frieden und die Heilige Zurseitestehende „Trostergeist“ hat er uns nachgelassen. Diese verbindet uns für immer mit Ihm und dadurch mit Gott. Bis Er wiederkommt.
Hier sind ein paar Interpretationen zu Johannes 14, zur Abschiedsrede von Jesus. Nicht alle einzeln brauchbar, aber insgesamt hilfreich…
Hi, ich fange von einer anderen Seite Mal an.
Glaubst du das Liebe ein Teil Gottes ist oder sein muss?
Grüße Eddy
@kappa Ja, ich denke, dass das so ist.
Im alten Testament verhält Gott sich vielfach so, wie es - nach meinem Verständnis - liebende Eltern tun, er zeigt Geduld, er leitet und er schimpft, er hat Nachsehen und gibt immer wieder neue Chancen und Möglichkeiten. Also JA, auf jeden Fall.
Und das ist eine sehr gute Frage.