Mein lieber Nachbar....und seine Katzen
Hallo,
ich habe hier doch mal erzählt das mein Nachbar sich bekehrt hat.
Was ich aber nicht erz. habe, er ist psychisch krank und hat auch hier und da seine gesundheitliche Probleme.
Das wirkt sich alles in seinem Alltag aus. Ich weiß bis heute nicht, was er in seiner Arbeitsstelle tut. Das ist nicht wichtig.
Ich habe ihn mal besucht und sah beim vorbeigehen im Bad eine einzoge Katzentoiliette voll mit Kot. Mich hat das sehr erschrocken und habe ihn darauf hingewiesen das dies nicht gut ist.
Leider wurde er jetzt in eine Klinik eingewiesen. Die pschischen Probleme machen ihn zu schaffen.
Jetzt weiß ich von Geschwistern aus der Gemeinde, das seine Katzen extrem unsauber sind. Kein Wunder wenn man sich nicht um saubere Orte kümmert und mehrere Toiletten hinstellt. Sie pinkeln auf Möbeln und Böden. Mich ekelt das extrem an und leider ist er selbast auch nicht sauber...vor allem die Hände...machmal auch Kleidung, Er riecht zwar nicht, aber trotzdem.
Ich befürchte, wenn die Katzen da so weiter machen, dass dies schwere Konsequenzen seitens des Vermieters nach sich zieht. Das kann zu hohen Schadensersatzforderungen und fristlose Kündigung gehen. Die Böden der Wohnungen sind aus Holz und überklebt mit PVC Platten.
Ich bin im Tierschutzverein und mein Tierschutzsinn sagt, diese Katzen müssen da raus. Nicht nur wegen der Katzen willen, sondern auch die Gesundheit ihm und seiner Nachbarn. Da wären Toxoplasmose, Würmer, Salmonellen. Er wohnt zwar im Erdgeschoss, aber trotzdem. Nicht auszudenken wenn Schwanngere im Haus sind.
Er sagt, ohne seine Katzen kann er nicht leben....sie helfen ihn zu überleben. Ich kann das verstehen, aber doch nicht so.
Ich bin in einem Dilemma. Ich will ihn nicht Schaden. Blöderweise sind diese Glaubensgeschwister auch nicht gscheit und denken sich nix dabei. Sie haben jetzt mal drei Toiletten hingestellt. Aber wenn das vorher nichts brachte, was dann?
Mein Herz sagt, melde das dem Tierschutz / Ordnungsamt (Aber nicht dem Vermieter)
Ich schlage mal in die gleiche Kerbe wie @Neubaugoere.
Könntest Du Dich um die Mauzis kümmern? Oder spricht etwas dagegen (Allergie, unüberwindliche Abneigung gegen Katzen...)?
Kann deine Sorge zwar verstehen, aber alles über seinen Willen hinweg, über seinen Kopf hinweg, halte ich für sehr schwierig und da ist m.A.n. viel Fingerspitzengefühl nötig.
Und ob verdreckte Katzenklos alleine ein Indiz dafür sind, dass es den Tieren schlecht geht, weiß ich nicht. Wenn die ansonsten gut genährt und womöglich gesund wirken, ist das vielleicht nicht unbedingt eine Tierwohlsgefährdung.
Und vielleicht war die Scham deines Nachbarn zu groß, dich um Hilfe zu fragen, weil er wusste, dass du in der Hinsicht Ordnung/Sauberkeit „empfindlicher“ bist. Die meisten Menschen mit seelischer Verletzung wissen sehr wohl, dass sie ein Problem haben und merken genau, wenn andere da nicht gut mit umgehen können. Sie wollen durchaus Hilfe, wissen aber nicht wie und müssen manchmal erst Vertrauen fassen, bevor sie Schritte zur Heilung wagen können.
Wenn er jetzt in der Psychatrie ist, wird er ja zum einen nicht sofort wieder entlassen, zum anderen wird dort auch geschaut, in welches Umfeld er zurückkehren wird, wie die Situation zu Hause ist und wie er seine Selbstständigkeit eventuell mit Hilfe, erhalten kann. Da gibt es vielleicht noch etwas Zeit um gemeinsam einen guten Weg zu finden.
Es gibt inzwischen ein Entlassmanagement und da wird dann häufig schon in der Klinik einiges überlegt und in die Wege geleitet. Auch eine mögliche Pflegestufe oder eine Tagesklinik für die Zeit „danach“ könnten in Betracht gezogen werden.
War es seine eigene Entscheidung, in die Psychatrie zu gehen und ist er das erste Mal dort? Oder hat er in der Hinsicht schon mehrere Erfahrungen?
Du schreibst, er sei eingewiesen worden. War das eine Zwangseinweisung oder nur vom Hausarzt, Psychiater?
Vielleicht ist es ja auch ein Fortschritt, wenn er inzwischen gemerkt hat, dass er da Hilfe braucht? Aber natürlich weiß ich zu wenig.
Aber da kann man dann eben auch drauf aufbauen, wenn er Einsicht hat, dass er Hilfe benötigt.
Ich finde es großartig, dass eure Gemeinde ihn unterstützt und ich wünsche allen Beteiligten Liebe und Weisheit für gute Entscheidungen.
Und dir wünsche ich, dass du nicht alle negativen möglichen Folgen als sichere Zukunft bei einem Verbleib der Katzen in der Wohnung festlegst und deine eigenen Ängste prüfst.
Ich glaube, es hat sich bei ihm einiges geändert und das ist schon ganz gut. Er geht zum Arzt und er hat ihn wohl vorgeschlagen in eine Klinik zu gehen. Es sind diverse Sachen da wo er Hilfe braucht. Aber ich sage es dir nochmals.
Durch seine Mangelernährung (Fertigessen und sonstiges) Bewegungsmangel (abngedunkelter Wohnung) und so vieles, wundert mich das nicht. Er hat mal gesagt, er gibt das Geld lieber für die Versorgung der Katzen aus als das er an sich denkt. Trotzdem gehts den Katzen schlecht wenn sie überall urinieren und kackern. Wäre es so, dann würde er öfters Katzenstreu kaufen.
Es sind Hausgemachte Probleme.
Ich hatte selber eine Katze und die war Freigängerin. Das war einee wunderbare Katze und schlau. Sie ging nie zur Hauptstrasse, war abends vor der haustüre und meine Nachbarin war in meine Katze total verschossen und war auch mal bei ihr. Es war manchmal eine Plackerei mit der, aber die Dankbarkeit zu spüren war wunderschön. Leider hat Gott meine Gebete ignoriert als sie krank wurde und eingeschläfert wurde.
Sie wurde ehrenvol und geliebt von mir und meine Freunde begraben.
Ich bin trotzdem der Meinung
- we kein Geld hat, sollte sich nicht keine Tiere halten
- psychisch kranke sollten sich kein Tier halten
Wäre ich Politiker, ich würde das durchsetzen
Veröffentlicht von: @meriadocIch bin trotzdem der Meinung
- we kein Geld hat, sollte sich nicht keine Tiere halten
- psychisch kranke sollten sich kein Tier halten
Da bist Du definitiv schief gewickelt
Wäre ich Politiker, ich würde das durchsetzen
und deshalb würde ich Dich dann nicht wählen.
Manchmal ist so ein Tier der einzige Freund, den ein Mensch hat.
Und offensichtlich liebt Dein Nachbar die Katzen und versorgt sie - auch wenn das Katzenklo dreckig ist.
Wenn du Tiere vermenschlichen willst, bitte.
Dann darfst du in der letzten Konsequenz aber auch kein Fleisch mehr essen und keine Fliege totschlagen, keine Mottenfallen aufstellen.
Bei Kindern schaut man übrigens ganz genau, ob eine in Obhutnahme gerechtfertigt ist und Ziel ist es eigentlich immer, genau abzuwägen und erst alles andere an Möglichkeiten auszuschöpfen. Zumindest in der Theorie.
Es gibt halt sowohl überlastete Jugendämter als auch Leitungen, die willkürlich und machtmissbrauchend agieren. Menschen eben.
Aber auch nach einer in Obhutnahme wird idR versucht die Bindung an die Eltern zu erhalten und nach Möglichkeit diese zu stärken, dass die Kinder wieder zurück können.
Habe übrigens von einer Gruppe von Streunerkatzen gehört, die es sich in einem ziemlich zugesch*enen Gebäude gemütlich gemacht hat und deren „Hauptwohnsitz“ in einem Teil ist, wo auch der örtliche Tierschutz keine Chance hat ranzukommen. Die fühlen sich dort in dem alten verdreckten Zeug ziemlich wohl. Irgendwie scheint es da eine Futterquelle zu geben und sie lieben ihre Sicherheit dort.
Katzentoiletten sollen vielleicht zuallererst die Katzenhalter entlasten?
Es hat sich einiges geändert und ich kenne so ein wenig von seinem Leben.
Die war nicht so schlecht, aber nicht Ideal. Er ist sehr stark lernbehindert, kriegt von sich nicht viel auf die reihe, Anzeichen von Messisyndrom und Selbstvernachlässigung und Überschuldung. Ist mir ein Rätsel, wie er sich bis jetzt so halten konnte und glücklicherweise nicht auf der Straße landete.
Eine Frau aus der Gemeinde tut was sie kann. Vor kurzem wurde (aufgrund seiner Selbstvernachlässigung) viele Organische Schäden festgestellt. Durch Alkohol, schlechtes Essen, Bewegungsmangel und anderes. Er war in einer psychiatrischen Klinik. Vorher hatte er nie Medikamente genommen, oder er vergaß sie einfach. Jetzt muss er einiges einnehmen. Dann auch die Minischlaganfälle die er unbemerkt erlitten hat.
Das erklärt ja auch sein schlechter Umgang mit Tieren und mit sich selbst. Das ist echt traurig. Wie bereits erwähnt, eine ältere und gehbehinderte schaut, wie weit sie helfen kann und macht Papierkram usw. Aber sie überlastet sich selbst. Ganz ehrlich, bei der massen an Baustellen die er hat, ich kann ihn nicht helfen. Ständig ist was neues. Gekauftes Essen vergammelt in der Tasche, eine Bibel liegt entweder im Backofen oder im Kühlschrank.
Ich glaube, wenn die frau ausfällt, geht das Chaos erst richtig los. Ihn würde ein betreutes Wohnen in einer Einrichtung gut passen. Aber er will nicht. Ist nicht einsichtig und will seine "Freiheit" haben. Aber so ruiniert er sich noch mehr.
Traurig, diese Schicksale.
Wie schon mal gesagt: die Hilfe muss nicht über die Gemeinde alleine laufen. Er bekommt ganz sicher in dem Zustand eine Pflegestufe und dadurch auch Anspruch auf Hauswirtschaft und Betreung. Da müsste nur jemand das beim Hausarzt oder der psychatrischen Klinik auch anleihern, weil er das (vermutlich) nicht selbst kann.
@stern So lange das Pflegereformgesetz noch nicht beschlossen ist. Nach dem neuen Vorschlag wird es deutlich schwieriger einen Pflegegrad zu bekommen und wenn es keine hauswirtschaftlichen Kräfte mehr gibt, da die Pflegedienste das gar nicht mehr abrechnen dürfen, sieht es erst recht duster aus.
ich hoffe ja das Gesetz geht so nicht durch, das macht unsere Pflegedienste kaputt.
Ja, ich auch, aber ich habe wenig Hoffnung, die werden das durchwinken.
Ich arbeite auch in einem Pflegedienst, der gerade dieses Jahr erst gegründet wurde. Und die Leute wollen zu 70 -80 % Hauswirtschaft! Die Pflege können viele noch selbst, aber die Wohnung in Schuss halten ist für viele körperlich nicht mehr drin oder nur eingeschränkt oder sie sind durch eine psychische Beeinträchtigung nicht dazu in der Lage…ich hoffe, dass die Ärzte das verstehen und sich dementsprechend für ihre Patienten stark machen.
Die Pflege können viele noch selbst, aber die Wohnung in Schuss halten ist für viele körperlich nicht mehr drin oder nur eingeschränkt oder sie sind durch eine psychische Beeinträchtigung nicht dazu in der Lage…
Dann brauche sie aber auch keinen Pflegedienst.
Als kranker Mensch bist du in deinem Alltag nicht nur körperlich beeintächtigt, dh nicht nur die Pflege des Körpers fällt unter „Pflege“. Wenn du aus welchen Gründen auch immer, nicht in der Lage bist dich selbst zu versorgen (einkaufen, kochen, waschen, putzen), dann gehört das auch unter Pflege, nur eben nicht Körperpflege oder Wundversorgung oder Medikamentengabe, sondern Hauswirtschaft. Die fällt nur weg, wenn du in einem Heim bist. Solange du alleine lebst, gehört das zum Leben dazu, wie sich waschen.
Deshalb bieten es viele Pflegedienste mit an, dann kommen nur andere (schlechter bezahlte) Arbeitskräfte zum Einsatz.
Das zu streichen ist in manchen Fällen schlicht und einfach unmenschlich.
Das machen dann - wie immer - soziale Nachbarn oder Freunde.
Gut, wenn man welche hat …
@derelch Du hast keine Ahnung was Pflegedienste alles machen.
Es fängt an bei Essen auf Rädern und durch die Einführung der Verhinderungspflege konnte Geld für Demenzgruppen eingesetzt werden. Angehörige hatten so einen Nachmittag frei.
Essen auf Rädern
Demenzgruppen
Hol und Bringdienste (Einkaufen)
Beratungen nach § 37,3 für Menschen mit Pflegegrad
Hilfestellung bei Anträgen rund um Pflege
Schulung pflegender Angehöriger
Gesprächskreise für pflegende Angehörige
Hospizdienst damit niemand alleine sterben muss
kostenlose Trauercafes
Der Zugang zu einem Pflegegrad wird erschwert und der Grad 1 gestrichen.
Das erste was ein Mensch nicht mehr kann ist Vorhänge waschen und aufhängen.
Dann ist die Reinigung des Bades zu schwer bis hin zur ganzen Wohnung.
Dinge die man mit etwas mehr als 100 Euro Budget im Monat abrechnen kann.
Wenn der Pflegedienst nur noch ab dem Pflegegrad 4 (bettlägerig) ins Haus kommt, dann sind die Leute früher im Heim und nicht zuhause, was deutlich teurer ist.
Wenn du, meinstens als Tochter oder Schwiegertochter den Umfang deiner angestellten Arbeit reduzierst, dann gibt das Punkte bei der Rente, wie für Kindererziehung. Das soll auch gestrichen werden.
Veröffentlicht von: @jigalWenn der Pflegedienst nur noch ab dem Pflegegrad 4 (bettlägerig) ins Haus kommt, dann sind die Leute früher im Heim und nicht zuhause, was deutlich teurer ist.
Was durch den Wegfall der Kosten von Grad 1 bis 3 ausgeglichen wird.
(Jetzt fehlt ein ironischer Augenroll-Smiley)
Wenn du, meistens als Tochter oder Schwiegertochter den Umfang deiner angestellten Arbeit reduzierst, dann gibt das Punkte bei der Rente, wie für Kindererziehung.
Das sind Pünktchen.
Das soll auch gestrichen werden.
Kleinvieh macht auch Mist. (Nochmal Augenrollen)
@chai Weisst du wenn ein Dienst jemand mit Grad 1 duscht, kann er bei Grad 4 auch 40 Minuten verbrauchen. Ein privater Dienst lehnt solche Leute eher ab. Wenn in Grad 1 und 2 nicht das erwirtschaftet wird was bei jemand der im Bett gewaschen wird an Defizit erwirtschaftet dann ist auch der kirchliche Dienst irgendwann insolvent, denn die 80er Jahre mit großen Kirchengemeinden und entsprechendem Steueraufkommen, die das Defizit bis zur Einführung der Pflegeversicherung aufgefangen haben gibt es nicht mehr.
Jetzt kann man noch sagen, wir verdienen mit Essen auf Rädern nichts, aber die Leute haben wir dann irgendwann in der Hauswirtschaft, aber wenn diese Arbeitsplätze wegfallen dann subventioniert man das Essen nicht mehr mit anderen Bereichen.
Ich war lange genug Kirchengemeinderat um zu sehen was in der Sozialstation läuft. Als Christ möchte ich es nicht, dass pflegebedürftige Personen nicht versorgt werden, weil die Versorgung den bezahlten Rahmen übersteigt. Man kann ja ausrechnen. Dusche bis 20 Minuten ist kostendeckend, bettlägerige müssen da gegenfinanziert werden. Man könnte auch sagen und Männer die noch rasiert werden erst recht. Die lehnen wir ab. Private machen das.
@jigal Mir brauchst Du das nicht erklären.
Wobei unsere Erfahrungen mit kirchlichen und privaten Pflegediensten genau umgekehrt sind.
Die kirchliche Sozialstation hier am Ort hat sich nicht mit Ruhm bekleckert - im Gegenteil, die haben Knall auf Fall einer ganzen Reihe von Patienten gekündigt. Wäre da nicht ein privater Pflegedienst eingesprungen, hätten wir mit zwei Senioren ganz schnell ganz schön alt ausgesehen.
Du hast keine Ahnung was Pflegedienste alles machen.
Ich hab leider mehr mit Pflegediensten mehr zu tun, als mir lieb ist. Wovon ich Ahnung habe oder nicht, hast du jedenfalls keine Ahnung.
Ich weiss vor allem das was ein Pflegedienst leisten kann, viel zu wenig ist und es mitunter zielführender ist Hauswirtschaft anders zu lösen und nicht (ausschliesslich) dem Pflegedienst anzuhängen.
Ich weiss vor allem das was ein Pflegedienst leisten kann, viel zu wenig ist und es mitunter zielführender ist Hauswirtschaft anders zu lösen und nicht (ausschliesslich) dem Pflegedienst anzuhängen.
Ein privater Pflegedienst ist erstmal nur ein Unternehmen wie jedes andere auch. Und die suchen sich ihre Nischen wie es lokal gerade eben sinnvoll ist. Um Hauswirtschaft abzudecken braucht es ja keine ausgebildeten Pflegekräfte. Die Hauswirtschaftskräfte könnte so ein Pflegedienst zusätzlich einstellen - wenn er denn wollte. Es müsste nur weiterhin von der KK bezahlt werden - der Bedarf ist da.
Dass es insgesamt, was die reine medizinische Pflege angeht, in D nicht gut aussieht, ja….das liegt an der Arbeit, die eben doch weniger Leute machen wollen als man eigentlich bräuchte.
@stern Gut, mir ist die Meinung von Elch egal, ob das auch andere als Pflegedienste machen könnten. Ich schreibe wieder für die Mitleser.
Tatsache ist nun einmal, mit der Einführung der Entlastungsleistungen haben Pflegedienste ungelerntes Personal für hauswirtschaftliche Entlastung eingestellt. Andere Dienste machen gar nichts anderes. Der Entwurf des neuen Gesetzes, so wurde mir gesagt, sieht vor dies nicht mehr von Pflegediensten / Firmen machen zu lassen. Die Folge wäre eine Entlassung dieser Menschen, denn direkt in der Pflege kann man sie nicht beschäftigen, dazu benötigen sie zumindest die Ausbildung von 1 Jahr (früher Helferin) bzw. 3 Jahren (Pflegefachkraft). Die Möglichkeit über eine andere Firma diese Menschen anzustellen besteht nach meinen Informationen auch nicht, da diese ja die Entlastungsleistungen auch nicht mit der Kasse abrechnen könnte.
Ein kirchlicher Pflegedienst der nach TVÖD bezahlt, müsste die hauswirtschaftlichen Kräfte immer nach TVÖD bezahlen.
Man muss sich das ja mal vorstellen. Der Staat vereinbart mit Verdi einen Tarifvertrag in den Pflegepersonal und andere Kräfte eingruppiert werden.
Die Evangelische Landeskirche oder das römisch-katholische Bistum sagt, wir lehnen uns an den BAT an, was da vereinbart wurde gilt auch bei uns.
Das gilt dann auch für unsere Mitte/Ende der 1970 bis Mitte der 1980er gegründete Caritasstation, kirchliche Sozialstation, Diakoniestation, wie die Vereine auch immer heißen mögen. In Württemberg sind sie oft eine Nebenstelle der Kirchengemeinde. Wenige sind kommunal und wenden daher den TVÖD an.
Man hat ihnen gesagt, wenn ihr uns nachweisen könnt, nach Tarif zu bezahlen, dann wird die Erstattung der Leistung entsprechend sein.
Das neue Gesetz, sieht jetzt vor, Leute schlechter zu bezahlen als das was der Staat als faire Bezahlung ansieht, weil ein Durchschnitt geringer ist. Ihr zahlt über Mindestlohn in der Pflege, das ist euer Problem. Leute in der Hauswirtschaft zu einem Lohn anzustellen, der keinen zweiten Job erfordert um davon Leben zu können. Für Elch ist das scheinbar in Ordnung.
Ich war mehrere Perioden in ehrenamtlicher Funktion der Kirchengemeinde. Ich kenne Defizitabrechnungen, Zuschüsse für "diakonisches / caritatives Profil, Zeiten in denen jede Gemeinde für jede ihrer Seelen 5 DM bezahlte um das Defizit auszugleichen.
Dieses Gesetz zerstört bewährte Strukturen und wenn ich Abrechnungen von Hausmeisterfirmen für Schnee schippen sehe, dann kann ich nur hoffen, es schneit wenig. Ich habe in dem Video einer Zeitung in Stuttgart gesehen, da waren welche aus St. Georgen im Schwarzwald da. Wer im Schwarzwald war, dem ist klar, wenn die Tariftreue nicht mehr wert geschätzt wird dann werden die Leute unterversorgt sein. In der Gegend bleibt viel Arbeitszeit bei der pauschal bezahlten Fahrzeit. Die Leute im Südschwarzwald haben noch das Problem der Schweiz. Also wenn ich weniger als TVÖD bezahlen führt zu nicht besetzten Stellen. Pflegepersonal in Grenznähe zu bekommen ist schwierig und für 50 Euro mehr am Tag fährt man auch zum Arbeiten in die Schweiz.
Ein privater Pflegedienst ist erstmal nur ein Unternehmen wie jedes andere auch.
Was man schleunigst ändern sollte.
Um Hauswirtschaft abzudecken braucht es ja keine ausgebildeten Pflegekräfte.
Und deswegen braucht es für reine Hauswirtschaftsdienste auch keinen Pflegedienst.
Die Hauswirtschaftskräfte könnte so ein Pflegedienst zusätzlich einstellen - wenn er denn wollte.
Oder findet. Anscheinend sind Hauswirtschaftsangestellte bei manchen Pflegediensten Mangelware.
Dass es insgesamt, was die reine medizinische Pflege angeht, in D nicht gut aussieht, ja….das liegt an der Arbeit, die eben doch weniger Leute machen wollen als man eigentlich bräuchte.
Solange ein Pflegedienst es sich leisten kann, 5x täglich vorbei zu schauen um zu gucken, ob mündige Menschen ihre Tabletten nehmen, aber dann gleichzeitig bei jemanden der kaum noch zum Klo laufen kann nur eine 1h pro woche für Hauswirtschaft übrig hat, kann der Mangel an Pflegekräften nur halb drastisch sein.
@derelch Ich verstehe das Problem nicht, warum jemand nicht bei einem Pflegedienst in der Hauswirtschaft angestellt sein kann. Das neue Gesetzt geht davon aus dass die Ehrenamtliche gegen Aufwandsentschädigung machen. Somit werden Arbeitsplätze zerstört, ob das jetzt ein "Nebenbetrieb" eines Pflegedienstes oder eines Betreuungsdienstes ist der nur Hauswirtschaft anbietet ist ja wohl egal.
Wichtig ist die vernüftige Bezahlung, die Leute sollen von ihrer Arbeit leben können und das ist bei einer kirchlichen Einrichtung, die nach TVÖD bezahlt der Fall.
Ich verstehe das Problem nicht, warum jemand nicht bei einem Pflegedienst in der Hauswirtschaft angestellt sein kann.
Kann schon. Das Problem liegt darin, dass es viel zu wenig ist, was ein Pflegedienst in Sachen Hauswirtschaft leisten kann.
Das neue Gesetzt geht davon aus dass die Ehrenamtliche gegen Aufwandsentschädigung machen.
Das kann auch sonstwer machen gegen ordentliche Bezahlung. Man muss nicht davon ausgehen, dass alle Pflegebedürftigen arm wie die Kirchenmäuse sind. Aber nicht alle verstehen, dass das Geld auf dem Konto nicht zum vererben da ist und sowieso über die Wupper geht, wenn man ins Heim muss.
Somit werden Arbeitsplätze zerstört, ob das jetzt ein "Nebenbetrieb" eines Pflegedienstes oder eines Betreuungsdienstes ist der nur Hauswirtschaft anbietet ist ja wohl egal.
Nein ist es nicht. Es ist ein Unterschied, ob ich jemanden sage, was er wie und wie oft putzen soll, weil ich es bin, der zahlt oder ob man froh sein kann, wenn überhaupt jemand zum putzen kommt oder man sich entscheiden muss, ob geputzt oder eingekauft wird, weil der Pflegedienst bestimmt wieviel Kontigent zur Verfügung steht.
Veröffentlicht von: @derelchEs ist ein Unterschied, ob ich jemanden sage, was er wie und wie oft putzen soll, weil ich es bin, der zahlt oder ob man froh sein kann, wenn überhaupt jemand zum putzen kommt oder man sich entscheiden muss, ob geputzt oder eingekauft wird, weil der Pflegedienst bestimmt wieviel Kontigent zur Verfügung steht.
Es ist schwierig.
Teilweise hat die Haushaltshilfe ja genaue Vorgaben (Klo muss geputzt werden, Bad auch, Fenster können bei Bedarf geputzt werden) oder aber sie wird halt irgendwie mit Haushaltstätigkeiten, die grad anfallen, beschäftigt. Ich hab schon beides beobachtet.
Und - nicht zu verachten - manchmal mögen die Senioren gar keine externe Hilfe, die im Haushalt rumwuselt. Ist nämlich viel angenehmer, wenn's die Tochter oder Schwiegertochter macht ..
Veröffentlicht von: @ga2Es was mit Stolz und Scham zu tun.
Tochter oder Schwiegertochter kann man eher etwas sagen (im schlimmsten Fall rumkommandieren 🙈)
Auch möglich.
Wobei es andererseits auch angenehmer sein kann, eine fremde Person zu beschäftigen.
Wenn's jemand aus der Verwandschaft ist, ist es nochmal anders peinlich, wenn die Bude aussieht wie bei Hempels.
Tablettenkontrolle geschieht im Auftrag des Arztes, der verordnet den Umfang an.
Es gibt also medizinische Gründe warum Tabletttengabe verordnet wird.
Verschaukeln kann ich mich selbst. Der Arzt kann nicht über den Patienten hinweg bestimmen.
aber dann gleichzeitig bei jemanden der kaum noch zum Klo laufen kann nur eine 1h pro woche für Hauswirtschaft übrig hat
Soviel ich weiss, kann der Pflegedienst das direkt mit der PK/KK abrechnen, dazu kann er sich aus drei verschiedenen Geldtöpfen bedienen: Pflegefeld, Verhinderungspflegegeld und Entlastungspflegegeld.
Und je nachdem was in diesen Töpfen drin ist (je nach Pflegegrad und Inanspruchnahme dieser Töpfe, wieviel sich da eben angesammelt hat pro Patient) kann der Pflegedienst dann Hauswirtschaft anbieten. Und da gilt: je mehr drin ist, desto mehr HWS wird angeboten - das ist ganz im Interesse des Pflegedienstes, denn dann verdient er ja mehr. Also wenn jemand nur 1h Hauswirtschaft hat kann das uU daran liegen, dass da kein so grosser Betrag in diesen Töpfen (mehr) zur Verfügung steht.
Veröffentlicht von: @sternSoviel ich weiss, kann der Pflegedienst das direkt mit der PK/KK abrechnen, dazu kann er sich aus drei verschiedenen Geldtöpfen bedienen: Pflegefeld, Verhinderungspflegegeld und Entlastungspflegegeld. ...
Vielleicht sind diese vielen Töpfe Teil des Problems. Die müssen ja auch alle verwaltet werden.
Und dann kommt dazu, dass die Stunde beim Pflegedienst natürlich einen stolzen Preis hat und man gleichzeitig aber auch in der Wahl der Hilfsperson stark eingeschränkt ist. Die Hilfsperson darf ja keine nahe Familienangehörige sein.
Mir ist klar, dass durch diese Einschränkungen privates Gemauschel erschwert werden soll - sonst könnte man ja einfach die Tochter, Schwester oder den Neffen als Hilfe angeben; und doch ist diese ganze Sache ein Bürokratiemonster.
Oder findet. Anscheinend sind Hauswirtschaftsangestellte bei manchen Pflegediensten Mangelware.
Tatsächlich ist es oft die fehlende Sprache, die eine Einstellung verhindert. Bewerbungen gibt es genug, zumindest bei uns. Um gute Arbeit leisten zu können, muss ein gewisses Sprachniveau vorhanden sein, und das ist es oft nicht - was wiederum den Chef abschreckt, solche Bewerber anzustellen.
Lieber Max,
ich danke dir für dein Update, war länger nicht mehr hier…
Ist dein Nachbar eigentlich mal auf adhs getestet worden? Vielleicht in der Klinik?
Leider wird das bei älteren Erwachsenen häufig außer Acht gelassen. Sollte er das haben, könnte das einiges erklären.
Du denkst, betreutes Wohnen sei für ihn das beste, lässt aber seine Geschichte und seine Persönlichkeit mMn aus dem Blick. Du siehst nur auf das, was nicht den allgemeinen gesellschaftlichen Gepflogenheiten und deinen eigenen Vorstellungen entspricht.
Natürlich hat er auch Probleme.
Ihr könntet ihn aber unterstützen, um sich eine gesetzliche Betreuung zu suchen.
Das ist keine Entmündigung, sondern eine echte Hilfe. Wobei es natürlich schon Unterschiede in der Professionalität gibt. Es gibt gute, engagierte und schlechte, nachlässige und leider auch unwissende.
In dem Zusammenhang mit einer Betreuung könnte er vielleicht auch ambulantes betreutes Wohnen beantragen bzw. bewilligt bekommen (hab ich auch schon mal erwähnt).
Das würde ihm helfen, seine Selbstständigkeit weitestgehend zu erhalten. Eine gute Betreuung weiß, welche möglichen Hilfen, welche Unterstützung es gibt.
Gibt es jetzt eigentlich noch den Pflegegrad 1? Meines Wissens muss das nicht mal über einen Pflegedienst laufen, wenn es um Hauswirtschaftliche Hilfe geht.
So könnte auf Dauer auch eure Gemeinde etwas entlastet werden.
Und wenn man mit ihm redet und ihm klarmacht, dass eine gesetzliche Betreuung nichts gegen seinen Willen unternehmen darf und allein zu seiner Unterstützung da ist, damit er so lange wie möglich alleine leben kann, fasst er vielleicht Mut, den Schritt zu wagen.
Ich habe das selbst mal in einer Situation aus der ich selbst nicht rausgefunden habe, in Anspruch genommen. Aber ich hatte vorher schon etwas Einblick durch eine Freundin die den Beruf ausübte, in das Tätigkeitsfeld.
Ich fürchte, er würde sich in einer Einrichtung zwar einfügen, dabei aber innerlich verkümmern.
Auch wenn es für viele jetzt so aussehe mag, dass er doch nicht so leben kann.
Versuche, ihn zu lieben.
So, wie er ist und nicht so wie er sein sollte.