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Umgang mit eigenen Fehlern

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MammaShatterbrain76
Themenstarter
Beiträge : 55

Liebe Community,
ich hab einen doofen Fehler gemacht und werde jetzt wohl die nächsten Wochen mit einem inneren Kritiker rumlaufen, mit einem unsicheren Gefühl, wie die anderen jetzt mit mir umgehen, mit dem Wunschtraum, es rückgängig zu machen, was nur mit der Zeit immer leiser wird, bis Gras drüber gewachsen ist. Irgendwie wäre der Weg ja, die Fehler und Reaktionen darauf und die Angst, wieder so was zu tun, bei Gott abzugeben. Wie macht Ihr das? Gelingt Euch das auf gute Weise?
(Mein Fehler: Im November hat die Freundin meiner Tochter ihr erzählt, dass sie wahrscheinlich zum Ende des Schuljahres die Klasse verlässt, sie das aber nicht weitersagen soll. Jetzt wollen wir ein kleines Klassenzusammenkommen machen und ich habe per Mail geäußert, dass ja zwei Kinder die Klasse verlassen (eines ist sowieso klar). Nun wird unter den Schülern herumgefragt, welches Kind denn noch. Mir ist mittlerweile klar, dass das - mal wieder - unkluges Handeln von mir war. Aber ich kann es ja nicht zurücknehmen, nur entschuldigen, was schon geschehen ist. Und hoffe jetzt, dass meine Tochter mir weiterhin Geheimnisse anvertraut, obwohl ich mich nicht vertrauenswürdig bewiesen habe und so etwas in der Art wahrscheinlich wieder mal vorkommen wird, weil ich irgendwie so bin, obwohl ich mir es anders vornehme. - Wie gesagt: Es geht mit nicht darum, ob das doof war (ja, es war doof) oder wie doof das jetzt war (war sicherlich nicht mein schlimmster Fehler bisher), sondern wie man damit umgeht, dass man etwas doofes gemacht hat - wie man darüber zur Ruhe kommt, was man mit den Selbstvorwürfen macht.)
Ich danke Euch jetzt einfach schon mal im Voraus und würde jetzt nicht jeden Kommentar von Euch wieder kommentieren, aber seid sicher: ich lese ihn und schon mal Danke!
Mamma Shatterbrain

Antwort
8 Antworten
Herbstrose
Beiträge : 14193

Mein erster Gedanke war, ob du mit deiner Tochter gesprochen hast. So ein klärendes Gespräch wirkt echt Wunder.

herbstrose antworten


Lucan-7
Beiträge : 15627

Wenn das ein Fehler ist, der dich wochenlang beschäftigt, dann solltest du zunächst mal beruhigt sein... ich kenne Leute, denen passieren Fehler dieses Kalibers mehrfach täglich, und es macht schon keiner mehr ein Aufheben drum. Es war halt ein Versehen, so etwas passiert jedem immer wieder mal... und du hast ja noch nicht einmal Namen genannt, sondern allenfalls die Gerüchteküche angestoßen.

Ich denke, dass dein Gefühl das eigentliche Problem darstellt, und das kenne ich nur zu gut... ich habe mir da auch oft Gedanken gemacht, wenn mir irgendwas peinliches passiert ist oder ich einen Fehler gemacht habe.
Was werden andere jetzt denken, was soll ich jetzt tun, muss ich was wieder gut machen, wie konnte das passieren...

Ich habe dann mal irgendwann einen Bericht gelesen, der mir sehr zu denken gegeben hat, was erfolgreiche Menschen ausmacht.
Die machen auch Fehler, jede Menge sogar, teils auch sehr gravierende. Aber die kümmern sich nicht weiter drum, weil sie immer nur nach vorne schauen. Mit irgendwelchen Schuldfragen belasten sie sich nicht weiter... warum auch, ist ja Vergangenheit! Falls es Folgen geben sollte, dann werden diese Folgen schnell und unauffällig beseitigt... und dann geht's weiter!

Das hat mir sehr zu denken gegeben, und ich habe mich gefragt, ob ich daraus nicht etwas lernen kann. Zwar konnte ich mich nicht einfach mit einem Fingerschnippen selber ändern... aber wenn andere Menschen so gleichgültig damit umgehen können, dann gibt es doch sicher Methoden dafür.

Meine Methode bestand dann darin, dass ich versucht habe, irgendetwas Positives in diesem Fehler zu sehen - egal was. Und wenn mir gar nichts anderes einfiel, dann habe ich mir gesagt: "Das passiert mir auf diese Weise nicht noch einmal!" (Dafür gibt's natürlich noch andere Fehler, die immer noch passieren...).

Du magst auch denken, dass das für deine Tochter schlecht ist, wenn sie dir nicht mehr vertraut... sicher, das lässt sich so nicht bestreiten. Es ist ärgerlich.
Aber deine Tochter hat auch gelernt, dass solche Dinge passieren können. Und vielleicht erinnert sie sich irgendwann einmal daran, wenn sie selbst einen ähnlichen Fehler macht... "Ach, das ist damals meiner Mutter auch schon passiert...".
Und vielleicht kannst du jetzt Vorbild darin sein, wie man mit so einem Fehler umgeht.

Wobei ich denke, dass du es weder an die große Glocke hängen noch dich vor versammelter Klasse entschuldigen musst... damit würdest du nur künstlich ein Drama erzeugen, wo es nur ein Versehen gibt. Aber deiner Tochter zu sagen: "Tut mir leid, ich war in dem Moment ganz woanders mit meinen Gedanken..." oder etwas ähnliches, das könnte schon helfen.
Nicht nur dir, sondern auch ihr... denn irgendwann wird ihr ähnliches passieren, ich denke da kann jeder Geschichten erzählen nach einer Zeit...

lucan-7 antworten
sa.br
 sa.br
Beiträge : 483

Liebe Mamma Shatterbrain,

ich habe auch schon oft Fehler gemacht und oft in meinem Leben an mir gezweifelt... Als ich jünger war, ist mir noch öfter
z. B. beim Gespräch mit Freundinnen ein Geheimnis von jemand Anderem herausgerutscht. Ich habe mir fest vorgenommen und
nehme es mir weiter vor, dass ich Geheimnisse wirklich geheim sein lasse und sie - wie gewünscht - verschweige. Da kann ich nur
sagen, dass ich denke, dass ich mich in der Hinsicht jedenfalls doch gebessert habe. Ich denke, es ist gut, sich die eigenen Fehler auch
wieder zu vergeben, nachdem man sich gedanklich daran abgearbeitet hat. 😉

sa-br antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

....im November hiess es noch wahrscheinlich.
Ob das definitiv ist können Dir nur die Eltern des Mädchens selber sagen. Bevor die Gerüchteküche noch mehr brodelt und die Betroffenen sich dadurch verletzt fühlen- was das vorrangige Problem ist (nicht Du und Dein Fehltritt)- ist das Direktgespräch mit Deiner Tochter und den Eltern der Freundin Deiner Tochter bzw. dann evtl auch mit der Freundin selber der beste Weg, oder?
P.s.: um welche Altersspanne bei den Mädels/ bei der Klasse handelt es sich hier eigentlich?

Anonymous antworten
Tagesschimmer
Beiträge : 982

Für mich sind solche Vertrauensbrüche auch eine schlimme Sache. Ich verstehe, dass du mit solchen Gefühlen rechnest. Aber angebracht sind sie nicht, nachdem du es vor Gott und den Menschen bereinigt hast. Es ist dann einfach nicht mehr wahr, dass du ...... bist, je nachdem was dir der innere Kritiker sagen will. Also rechne lieber damit, dass du schnell einen Sieg über diese Vorwürfe bekommst und wieder im Frieden Gottes lebst.

- Wenn ich in aufregende, ungewöhnliche Situationen komme, versuche ich mich noch klarer bei Gott zu bergen. Das geschieht oft in Sekundenbruchteilen ohne Worte, nur als Anlehnen bei Gott, vertrauen. Brüllt mich z.B. jemand an, versuche gar nicht erst die großen Gefühle aufkommen zu lassen und bereinige es zuerst innerlich vor Gott. Denn bei Ihm ist Vergebung und Er macht, dass auch daraus etwas Gutes wird. Er bewahrt mich, dass ich in der Situation nicht noch zusätzlich falsch reagiere.

- So schnell es geht, entschuldige ich mich so, dass ehrliches Einfühlen in die Situation und mein Bedauern rüberkommen. Biete natürlich auch einen Ausgleich an. Das tue ich aber in einer würdigen Weise. Wenn mir mein Fehler allein aufgefallen ist, bereite ich ein Gespräch vor, sodass ich besser im Frieden bleiben kann.

- Meistens liegt zwischen dem spontanen ersten "auf Gott werfen" und einem gründlichen Gebet einige Zeit. Da ist es mir wichtig, die Angelegenheit emotional immer bei Gott zu lassen, besonders auch vor dem Einschlafen und beim Aufwachen und nicht in Selbstverdammnis und wilde Phantasien zu kommen.

- Meistens nehme ich mir am nächsten Morgen Zeit für gründlicheres Gebet. Wenn dann im Gebet die Fakten soweit geklärt sind und ich emotional einigermaßen im Lot bin, bleibe ich auch für den Plan weiter vor Gott, wie ich nun vorgehen will. Ich strecke mich nach einigen Bibelworten aus und mache oft eine kleine Bibelarbeit zu dem Thema, das mir im Gebet klargeworden ist. Diese Bibelworte sind mir die größte Hilfe im Alltag, das im Gebet Errungene zu behalten.

Du hast gar nicht geschrieben, wie dein Verhalten angekommen ist?

tagesschimmer antworten


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