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Welcher Typ bist du? Einfach wegstecken? Oder auf den Grund gehen?

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Seidenlaubenvogel
Themenstarter
Beiträge : 2293

Hallo ihr Lieben,

aus gegebenem Anlass möchte ich dem gerne mal hier nachgehen. 

Typ A: Ich kenne Personen, die sehr gut darin sind, sich darauf zu konzentrieren, was für sie wesentlich ist. Sie können gut ausblenden, was ihnen nicht passt. Hinterfragen eher weniger, verhalten sich meist recht zielstrebig. Und sie wirken so, als machten ihnen Schicksalsschläge weniger aus. Vernunft ist das, was zählt - Gefühle sind ihr untergeordnet. Sie sind ausgesprochen pragmatisch.

Typ B: Und dann kenne ich Personen, die sich intensiv „mit allem“ auseinandersetzen. Sie fragen nach, vergleichen, analysieren und ziehen ihre Schlüsse. Verarbeitung nimmt bei ihnen viel Raum ein; Schicksalsschläge beschäftigen sie eher lange. Sie können sich intuitiv oft gut in verschiedene Szenarien hineinversetzen. Was zählt sind Wahrnehmung, Einschätzung, Erkenntnisgewinn und sie sind äußerst reflektiert.

Ich will den einen nicht absprechen, dass auch sie nachdenken und reflektieren und den anderen nicht nachsagen, dass sie nicht auch vernünftig sind und zweckmäßig handeln können. Nur mir fällt die jeweilige Tendenz dieser beiden Typen in ihrer Unterschiedlichkeit sehr auf. 

Ist es möglich, dass beide Typen wechselseitig von einander lernen können oder kommt man da „aus seiner Haut“ kaum raus? Ich sehe von beiden Typen die Vorzüge wie die Defizite und stelle fest einerseits fest, dass ich (u.a. zu meinem Nachteil) in meinen Typ sehr stark drin stecke; Veränderung zu erreichen, gelingt mir eher schwer - und es mir andererseits kaum gelingt, Personen des anderen Typs für den Gewinn zu begeistern, den mein Typ mit sich bringt. … Ich hoffe, ich konnte mich einigermaßen verständlich machen.

LG in die Runde von Seidenlaubenvogel

 

Antwort
19 Antworten
AWHler
 AWHler
Beiträge : 1852

@seidenlaubenvogel 

Spannende Frage ...

Da fühlt man sich ja zum "Selbstabgleich" eingeladen ... und ich bin wohl zu 90% Typ B 😉

Aber, wie bei allen Typen-Lehren (Riemann, Enneagramm etc.) gibt es real viele Übergänge, Anteile und "mal so, mal so"-Tendenzen.

Spannend bleibt die Frage, wie festgelegt/geprägt/verfestigt oder wie frei & lerrnfähig wir durchs Leben gehen.

L'Chaim

awhler antworten
Stern
 Stern
Beiträge : 2573

@seidenlaubenvogel 

Guten Morgen,

ich weiss nicht, ob sich Typen nur in dieses Muster einordnen lassen, aber wenn ja- dann fühle ich mich 50A/50B. Oder sogar 100A und 100B…verstehst du was ich sagen möchte? Ich entdecke beide Wesensmerkmale und je nachdem, in welchem dieser beiden Zustände ich mich befinde, bin ich ihn dann zu 100%.

und es mir andererseits kaum gelingt, Personen des anderen Typs für den Gewinn zu begeistern, den mein Typ mit sich bringt.

Du brauchst absolut niemanden für deinen Typ zu begeistern. Und solltest auch damit leben können, dass andere Menschen das nicht zu schätzen wissen, was dein Typ alles kann. Das ist jetzt einfach gesagt, aber nicht einfach umzusetzen.  Ich weiss wie schwer das ist, sich von den Emotionen und Einschätzungen anderer frei zu machen. Aber ich verspreche dir: es liegt eine grosse Freiheit darin, zu sich selbst zu stehen, so wie man ist. Und nichts ändern zu wollen. Wieso auch? Muss man das?

Wenn du lange genug diesen Zustand der Zufriedenheit (ohne äussere sondern nur mit innerer eigener Wertschätzung) genossen hast, dann bist du auch stabil und gefestigt genug, um dich von dir aus in neue Gefilde zu begeben….ich würde sogar wetten, dass du dann auch die andere Typ-Seite problemlos leben kannst.

So, ich hoffe, das war jetzt nicht zu off-topic…wenn ja, bitte einfach ignorieren 🙂

stern antworten
2 Antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2293

@stern 

So, ich hoffe, das war jetzt nicht zu off-topic…wenn ja, bitte einfach ignorieren

Ganz im Gegenteil. Das hilft mir sogar sehr v.a. den Ansatz "Typ A" in mir mehr wahrzunehmen als mir bisher bewusst wahr. 

Und klar ... - solcherlei Einteilungen sind nur "Hilfestellungen" und keine ... (muss umterbrechen).

seidenlaubenvogel antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2293

... und keine Abbildung von Realität.

AWHler sprach ja auch das Enneagramm an. Meine Einordnung bestätigt sich mir immer wieder sehr eindeutig. Das darf mir eine Hilfe sein; gleichzeitig muss ich mich darauf nicht "festschreiben". Ich bin immer wieder auch ANDERS. 

Und was natürlich bei solchen Zuschreibungen auffällt, natürlich entspricht niemand ausschließlich "seinem Typ", sondern jede*r kann auch diverse Anteile anderer Typen in sich finden.

Ich startete den Thread ja aus gegebenem Anlass, den ich hier nicht weiter ausführen möchte. Und lass dir schreiben, liebe Stern - du hast mir mit deinem Post genau dafür sehr geholfen. ❤️

seidenlaubenvogel antworten
Chai
 Chai
Beiträge : 4414

Ich fange an, solche Typbeschreibungen zu lesen und finde mich in Typ A - bis ich zu Typ B komme und merke, dass davon ja auch vieles zutrifft. Wenn es dann noch einen Typ C oder D gibt, kann ich mich darin auch wiederfinden ...

 

... - und es mir andererseits kaum gelingt, Personen des anderen Typs für den Gewinn zu begeistern, den mein Typ mit sich bringt. … 

An diesem Satz knabbere ich seit dem ersten Lesen rum. 
Ist das eine einseitige Sache - kannst Du die Bereicherung durch die Wesenszüge des Anderen sehen und / oder nur er sieht nicht, welche Ergänzung Deine Wesenszüge sein können?

chai antworten
Jack-Black
Beiträge : 6045

Ob man eher zu Typ A oder Typ B gehört - das vermag man vermutlich selbst nicht anders herauszufinden, als dass man eine Gruppe von Leuten befragt, die einen gut kennen - und die groß genug ist, um ein Ergebnis ermitteln zu können, das nicht im statistischen Rauschen untergeht. Also ich würde sagen: so acht bis zwölf Leute sollten es schon mindestens sein, die man zu fragen hätte.

Selbst-Reflexion als Mittel, den eigenen Typ hier herauszufinden, halte ich jedenfalls für nicht sonderlich zielführend: man ist sich zu nah, um da ein Gesamtbild zu erhalten. (Eines meiner Lieblingszitate Nietzsches lautet: "Man muss von sich absehen, um weit zu sehen...") Die bisher gelieferten Antworten, deren Tenor bei der Selbsteinschätzung ja auf 50/50 hinausläuft, scheinen mir dies zu belegen. Kein Subjekt vermag sich selbst objektiv zu betrachten.

Die Frage, die Du hier aufwirfst, ergibt übrigens erst dann irgendwelchen Erkenntnisgewinnungssinn, falls es diese zwei Typ-Arten überhaupt objektiv geben sollte und also kausale Determinanten dafür existieren, dass jemand in die eine oder die andere Kategorie fällt.

Also: als erstes müsste man herausfinden, ob es überhaupt einen kategorischen Unterschied zwischen den zwei Typ-Arten gibt, der sich empirisch nachweisen lässt. Falls man so einen finden sollte, wäre in einem zweiten Schritt herauszufinden, wodurch dieser Unterschied determiniert wurde: genetisch oder per Sozialisation. An einer genetisch, i.e. körperlich bedingten psychischen Verfasstheit von Menschen lässt sich schlecht, bzw. nur durch körperliche Eingriffe wie Medikation oder Operation etwas ändern. Sollten die die Typzugehörigkeit determinierenden Faktoren in der Sozialisation eines Menschen liegen, lässt sie sich möglicherweise durch zielgerichtete zukünftige Sozialisation, beispielsweise psychologische Umkonditionierungstechniken ändern. Da wir allerdings wissen, dass unsere soziale Prägung immer auch organisch sich in unseren Gehirnen auswirkt und beispielsweise frühkindliche soziale Prägungen derat stark in unseren Gehirnen verankert sind, dass sich die entsprechenden Synapsenverbindungen praktisch nicht mehr trennen lassen, wäre denkbar, dass auch die sozialisationsbedingte Typzugehörigkeit allein durch körperliche Eingriffe (Operation, Medikation) verändert werden könnte.

Was praktisch auf folgende zwei Fragen hinausläuft: Gibt es die unterschiedlichen Typzugehörigkeiten tatsächlich, und falls ja: lässt sich die individuelle Typzugehörigkeit ändern? Falls sich nicht beide Fragen mit Ja beantworten lassen, hat eine weitere Beschäftigung mit dem Thema keinen erkenntnisgewinnfördernden Sinn: es taugt nur zum Zeitvertreib und Smalltalk, also beispielsweise, um bei anderen Diskussionsteilnehmern Eindruck zu schinden, wie tiefsinnig, sensibel oder schlau man doch sei...

Bisher haben wir alle hier - mich mit diesem Posting selbstverständlich eingeschlossen - noch keine Antworten auf die beiden Fragen liefern können... 😉

Übrigens steht zuletzt noch als dritte wichtige Frage im Raum, ob jemand, falls die ersten zwei Fragen objektiv zutreffend mit Ja beantwortet wurden, überhaupt auch ein objektives Interesse daran haben könnte, seine Typzugehörigkeit zu ändern, oder ob nicht auch hier die Regel gilt: Der Rasen im Nachbargarten erscheint stets grüner.

 

jack-black antworten
5 Antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 12 Monaten

Beiträge : 2573

@jack-black 

,oder ob nicht auch hier die Regel gilt: Der Rasen im Nachbargarten erscheint stets grüner.

Ich denke nicht, dass es bei „Typeinteilungen“ darum geht, dass eine Typart besser ist als eine andere. Deshalb besteht eigentlich gar nicht die Gefahr, das Gras drüben grüner zu finden…weil von vornherein klar ist, dass das eine Gras vielleicht grün, aber das andere rot oder lila oder gelb (oder wie auch immer) ist. Und zum Glück ist das so! 

Schwierig wird es ja gerade erst durch „Umerziehungsmassnahmen“…besonders durch andere 

 

stern antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6045

@stern Deshalb besteht eigentlich gar nicht die Gefahr, das Gras drüben grüner zu finden…

Diese Passage (Fettungen von mir) aus dem Eingangsposting:

Ich sehe von beiden Typen die Vorzüge wie die Defizite und stelle fest einerseits fest, dass ich (u.a. zu meinem Nachteil) in meinen Typ sehr stark drin stecke; Veränderung zu erreichen, gelingt mir eher schwer - und es mir andererseits kaum gelingt, Personen des anderen Typs für den Gewinn zu begeistern, den mein Typ mit sich bringt.

wirkt auf mich durchaus so, als wenn die Threaderstellering den Rasen gegenüber als grüner empfindet, denn ich übersetze sie so: "Ich hab versucht, mich zu ändern, nicht mehr so sehr Typ A zu sein und mehr Typ B, aber das klappte nicht, was irgendwie scheiße war. Und wenn ich versuche, andere Leute davon zu überzeugen, dass Typ A zu sein ganz toll ist, haben die sich nicht so recht davon begeistern lassen. Ich glaub, die finden Typ B zu sein irgendwie cooler."

 

Und, ganz ehrlich?! - Ich wäre gemäß den Definitionsversuchen der beiden Typen auch lieber jemand, der Sachen praktisch auf die Kette kriegt und nicht sich ständig in Grübeleien verliert. 

jack-black antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 12 Monaten

Beiträge : 2573

@jack-black 

Und, ganz ehrlich?! - Ich wäre gemäß den Definitionsversuchen der beiden Typen auch lieber jemand, der Sachen praktisch auf die Kette kriegt und nicht sich ständig in Grübeleien verliert. 

Echt? Da geht es mir genau andersrum 🤠🙂, ich gehöre eher zur Fraktion „solange rummachen bis mans kapiert, auch wenn das nicht reich macht oder satt …“

Das hat auch eine gewisse Zielstrebigkeit…🤷‍♀️

Aber das ist mir tatsächlich nicht aufgefallen, dass sie lieber der andere Typ wäre oder dass man generell dazu geneigt ist einen besser zu finden als einen anderen….🤔

stern antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2293

@jack-black 😅🤗😍😇😎

seidenlaubenvogel antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2293

Zeit für eine ausführliche Antwort in Text hab ich grad nicht. In der Kürze so viel: Ich bin super zufrieden mit meinem Typ und bekomme durchaus etwas auf die Reihe. Ich hätte es immer mal wieder nur gern etwas einfacher.

Und - mir(!) bringen eure Reaktionen durchaus Erkenntnisgewinn - um wissenschaftliche Hervorgehensweise geht es mir nicht.

seidenlaubenvogel antworten
Lucan-7
Beiträge : 28579

@seidenlaubenvogel 

Ist es möglich, dass beide Typen wechselseitig von einander lernen können oder kommt man da „aus seiner Haut“ kaum raus? Ich sehe von beiden Typen die Vorzüge wie die Defizite

Klar, ich kenne auch Leute die mehr in das eine oder das andere Schema passen, und beide haben ihre Vorzüge und Nachteile.

Das heisst aber nicht, dass ich unbedingt Eigenschaften der "Gegenseite" übernehmen muss. Ich selber bin ja eher ein introvertierter Typ, der sich etwa bei Partys mit vielen Menschen nicht so wohl fühlt. 

Wenn ich jetzt von "Partylöwen", die bei solchen Gelegenheiten regelrecht aufblühen, mir eine Scheibe abschneiden könnte und von deren Eigenschaften etwas übernehmen würde, dann wäre das sicherlich vorteilhaft für mich... aber will ich das überhaupt...?

Nein, will ich nicht. Weil ich nun mal nicht so ein Typ bin und auch nicht sein muss. Ich vermisse da nichts, und ich würde meine Umwelt wohl auch sehr irritieren, wenn ich mein Verhalten derartig ändern würde.

Es geht also nicht unbedingt darum, ob man von anderen Leuten lernen kann und ob man von deren Einstellung profitieren könnte... es geht auch darum, ob ich selber überhaupt ein Defizit verspüre und das wirklich als Bereicherung empfinden würde.

Das heisst nicht, dass man sich hier stur stellen muss, es ist immer gut, von anderen Leuten zu lernen. Aber eben immer in den Portionen, die einem selber zusagen und man sich dabei selber treu bleiben kann.

Und das bedeutet oft auch, Dinge eben nicht zu übernehmen... auch dann, wenn es eigentlich, von aussen betrachtet, vorteilhaft für einen selbst wäre. Aber innerlich fühlt es sich eben nicht echt an... und dann lässt man es halt.

lucan-7 antworten
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