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Welcher Typ bist du? Einfach wegstecken? Oder auf den Grund gehen?

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Seidenlaubenvogel
Themenstarter
Beiträge : 2325

Hallo ihr Lieben,

aus gegebenem Anlass möchte ich dem gerne mal hier nachgehen. 

Typ A: Ich kenne Personen, die sehr gut darin sind, sich darauf zu konzentrieren, was für sie wesentlich ist. Sie können gut ausblenden, was ihnen nicht passt. Hinterfragen eher weniger, verhalten sich meist recht zielstrebig. Und sie wirken so, als machten ihnen Schicksalsschläge weniger aus. Vernunft ist das, was zählt - Gefühle sind ihr untergeordnet. Sie sind ausgesprochen pragmatisch.

Typ B: Und dann kenne ich Personen, die sich intensiv „mit allem“ auseinandersetzen. Sie fragen nach, vergleichen, analysieren und ziehen ihre Schlüsse. Verarbeitung nimmt bei ihnen viel Raum ein; Schicksalsschläge beschäftigen sie eher lange. Sie können sich intuitiv oft gut in verschiedene Szenarien hineinversetzen. Was zählt sind Wahrnehmung, Einschätzung, Erkenntnisgewinn und sie sind äußerst reflektiert.

Ich will den einen nicht absprechen, dass auch sie nachdenken und reflektieren und den anderen nicht nachsagen, dass sie nicht auch vernünftig sind und zweckmäßig handeln können. Nur mir fällt die jeweilige Tendenz dieser beiden Typen in ihrer Unterschiedlichkeit sehr auf. 

Ist es möglich, dass beide Typen wechselseitig von einander lernen können oder kommt man da „aus seiner Haut“ kaum raus? Ich sehe von beiden Typen die Vorzüge wie die Defizite und stelle fest einerseits fest, dass ich (u.a. zu meinem Nachteil) in meinen Typ sehr stark drin stecke; Veränderung zu erreichen, gelingt mir eher schwer - und es mir andererseits kaum gelingt, Personen des anderen Typs für den Gewinn zu begeistern, den mein Typ mit sich bringt. … Ich hoffe, ich konnte mich einigermaßen verständlich machen.

LG in die Runde von Seidenlaubenvogel

 

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19 Antworten
Leibesglieder
Beiträge : 123

Ich bin (leider) Typ B

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2 Antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297

@leibesglieder 

Nun ja ... bitte nicht nur "leider", denn es liegen große Stärken (!) in der Sensibilität, dem Einfühlungsvermögen, dem Abwägen und Verarbeiten, die Typ B mit sich bringt.

Aber wie schon geschrieben: In der Realität ist jeder dann doch facettenreicher und jede Typenlehre beleuchtet lediglich Aspekte.

L'Chaim

awhler antworten
Leibesglieder
(@leibesglieder)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 123

@awhler Ja, oft finde ich es mehr Bürde als Geschenk. Aber du hast vollkommen Recht. Es ist ein Geschenk Gottes und er hat mich nach seinem Bilde geschaffen

leibesglieder antworten


BePe0905
Beiträge : 630

@seidenlaubenvogel
Nun, du fragst hier eigentlich nach unserer Selbsterkenntnis bzw. unserer Selbsteinschätzung. Und es fällt mir nicht leicht, hierauf eine Antwort zu geben. Eine strikte Abgrenzung zwischen beiden Typen dürfte sowieso eher selten sein, die meisten Menschen haben m.E. Elemente beider Typen in sich (und noch viel mehr). 

Wenn ich mich persönlich beschreiben soll, dann bin ich grundsätzlich eher Typ B. Ich beschäftige mich stark mit Geschichte, Vorzeit, Kultur und Entwicklung, kann (sofern die richtigen Partner dabei sind) stundenlang philosophische und theologische Fragen erörtern, und gelte bei manchen Leuten als "Grübler", dessen Gedanken manchmal schwer zu erraten sind. 

Gleichzeitig merke ich aber auch, dass ich mich im Laufe der Jahre (Jahrzehnte) schrittweise immer mehr von Typ B zu Typ A verändere (um nur bei diesem 2 Typen zu bleiben). Da mögen evtl. das Alter und die damit verbundene Lebenserfahrung eine Rolle spielen (bei Veränderung in umgekehrter Richtung ebenfalls), bei mir persönlich aber mit absoluter Sicherheit auch die berufliche Entwicklung. Wobei sich die Frage stellt, ob die berufliche Entwicklung eine Folge des sich wandelnden Typenschwerpunktes ist oder die Veränderung des Typs auf neuem beruflichen Hintergrund basiert...

Und so kommen wir noch zur Frage der Selbsteinschätzung kontra Fremdwahrnehmung. Und da finde ich manches verblüffend: Nur wenige Menschen, die mich wirklich gut kennen, würden mich vorrangig unter "Typ B" einordnen. Die meisten jedoch sehen mich wohl recht eindeutig als "Typ A", besonders dann, wenn sie mich nur kurz erlebt haben. 

Bin ich also vielleicht ein "Typ B", der sich hinter der Maske eines "A-Typen" verbirgt. Oder ein "Typ A", der den "B-Anteilen" in seinem Innersten nur gelegentlich die Chance zum Ausbruch gibt?

mit grübelnden Grüßen
Dschordsch

bepe0905 antworten
Seidenlaubenvogel
Themenstarter
Beiträge : 2325

*lächelt* … ich wollte keine neue Typenlehre gründen und mir ist bewusst, dass meine Beschreibung nicht alle Facetten des Mensch-Sein abdeckt. Mir sind nur die beiden „Gegensätze“ (die man auch in sich vereinen kann) aufgefallen. Typ A/ B hatte ich dann noch ergänzt, damit sich die Beschreibungen einfach voneinander abgrenzen lassen.

Was habe ich gelernt? Und ausreichend präzise zu sein, braucht man entweder sehr viele Worte und sehr viel Know-How oder - man ist präzise, in dem man schweigt. 😉 Ich hab frei heraus geschrieben, was mich bewegt hat (für euch unpräzise). Für mich hatte es im Festhalten und dank eurer Reaktionen genau den richtigen Effekt - alles hatte insgesamt für mich eine sehr präzise Wirkung. Spannend war auch zu lesen, was ihr über mich interpretiert. Interessant, wie man so rüber kommt. 😉

Was „Grübeln“ anbelangt … Darum ging es mir gar nicht. Auffällig ist, wie oft man jd in die Grübelschiene steckt, weil er über Dinge nachdenkt. Nachdenken, Reflektieren, Analysieren oder Grübeln - das lässt sich sicher nicht immer eindeutig trennen. Ich sehe da aber einen deutlichen Unterschied.

Was Selbsteinschätzung anbelangt - wie sollten mich andere besser einschätzen können? 😎 Ich kenn mich ziemlich gut und wagte neulich sogar die Behauptung ich könne nicht viel Neues über mich herausfinden… Vielleicht mach ich doch auf, ein Thema in meinem Leben dieses Jahr noch systemisch aufstellen zu lassen. In zwei Situationen unabhängig voneinander bin ich auf „systemische Aufstellung“ gestoßen und zu einer Frage wäre ich über Außenimpulse sehr dankbar (und in diesem Zusammenhang fehlt mir tatsächlich doch eine überzeugende Selbsteinschätzung und auch die Wahrnehmung, wie mich eine andere Person sieht).

Ich danke euch sehr für euren Input, teils auch euer „Outing“. Leider habe ich nicht die Zeit auf alles im Detail einzugehen. Das Lesen aber war mir sehr viel Wert. Einmal mehr: Danke euch! ❤️

Wichtig ist mir noch festzuhalten: Keine*r ist besser oder schlechter. Und es kommt auch nicht darauf an, anderen etwas zu beweisen oder (auch wenn ich das anfangs in eine andere Richtung formuliert habe) andere von etwas zu überzeugen.

Dieses Gedicht ist mir eben noch in den Sinn gekommen, das ich gerne mit euch teile.

 

GOTTHOLD EPHRAIM LESSING

Ich

Die Ehre hat mich nie gesucht;
Sie hätte mich auch nie gefunden.
Wählt man, in zugezählten Stunden,
Ein prächtig Feierkleid zur Flucht?

Auch Schätze hab ich nie begehrt.
Was hilft es sie auf kurzen Wegen
Für Diebe mehr als sich zu hegen,
Wo man das wenigste verzehrt?

Wie lange währt’s, so bin ich hin,
Und einer Nachwelt untern Füßen?
Was braucht sie wen sie tritt zu wissen?
Weiß ich nur, wer ich bin.

1752

 

seidenlaubenvogel antworten
1 Antwort
BePe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 630

@seidenlaubenvogel 

Was Selbsteinschätzung anbelangt - wie sollten mich andere besser einschätzen können?

Ich finde aber, dass gerade das weite Feld der Selbst- kontra Fremdeinschätzung ein sehr interessantes Thema ist, 
das sich nicht nur durch unser ganzes Leben zieht, sondern es stärker bestimmt, als viele Menschen es wahrhaben wollen. 

Nicht nur beruflich kann dies über Erfolg oder Misserfolg bzw. über Karriere und berufliche Mittelmäßigkeit entscheiden und in der Politik ist es nicht viel anders. 
Wer beruflich mit Menschen zu tun hat weiß, dass (viel zu) häufig dynamische Typen mit kräftiger Stimme, selbstsicherem Auftreten und guter Rhetorik die begehrten Spitzenpositionen einnehmen, während stillere Fachleute mit ihrem tiefen Wissen aufgrund ihrer oft eher ruhigen, zurückhaltenden Art eher mit Plätzen in der "2. Reihe" vorlieb nehmen müssen.

Und genauso ist es oft auch im ganz privaten, zwischenmenschlichen Bereich (Partnerschaft, Beziehung), weil auch da nicht nur die Frage "Wer bin ich wirklich?" eine Rolle spielt, sondern mindestens auch die Überlegung "Wie schätzen mich Andere ein?"

Glücklicherweise gibt es nur ganz selten wirklich eindeutige Zuordnungen, denn die meisten Menschen verfügen über Persönlichkeitsmerkmale beider Typen. Dies fordert uns dann aber heraus, an uns selbst zu arbeiten und uns selbst bzw. unsere unterschiedlichen Eigenschaften zu fördern oder auch etwas "herunter zu fahren" - je nachdem, welche Ziele wir in unserem Beruf, unseren Beziehungen und unserem Leben insgesamt anstreben. 

 

 

 

bepe0905 antworten


Meriadoc
Beiträge : 990

@seidenlaubenvogel 

 

Bin der viel mehr der B Typ....ticke aber manchmal ähnlich wie BePe

meriadoc antworten
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