Brandmauer
Es ist soweit, Merz erdreist sich doch tatsächlich, mit Stimmen der AfD ein neues Asylpapier auf den Weg zu bringen. Sowas muss unbedingt verhindert werden! Für mich klingt das nach politischem Selbstmord. Bei der Thürigenwahl vor fünf Jahren hat man es (Wahlwiederholung) doch auch geschafft, ohne AfD-Stimmen ein Wahlergebnis herbeizuführen.
Für mich ist es leider keine Überraschung mehr, da vor einigen Wochen die "C"DU bereits schon einmal eine Brandmauer eingerissen hat und mit dem linksextremen BSW eine Regierungskoalition eingegangen ist. Für mich ist diese Partei damit ebenso unwählbar.
Wie seht Ihr das Thema Brandmauer? Ist es ok, Versprechen einfach so zu brechen, Hauptsache, man kommt an die Macht oder kann man die Brandmauer doch aufrechterhalten?
Ich verstehe Hr. Merz nicht mehr. Eigentlich ist er doch ein Mann, der Wort hält. Als er im Nov. sagte, dass keine Anträge und Gesetzesvorlagen mithilfe der AfD zustande kommen sollen und als er im Zusammenhang mit der Tat in Aschaffenburg davon sprach, am ersten Tag seiner möglichen Kanzlerschaft von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch zu machen, da hat er sich staatsmännisch und gut verhalten. Und dann lässt er sich verleiten, die AfD indirekt mit ins Boot zu holen? M. E. kann er, genauso wie Scholz, kein Kanzler!
Wie seht Ihr das Thema Brandmauer?
Ich habe die Debatte jetzt mal nachgeschaut. Sehr eindrücklich fand ich 2 Redner.
Zum Einen Lars Klingbeil. Seine Rede war authentisch, wirkte nicht auf- oder in Szene gesetzt. Da war echtes Feuer dahinter. Er ließ Merz sitzen mit den Worten: "Bedenke das Ende!".
Zum Anderen Alice Weidel. Sie ließ Merz eiskalt wissen, daß er sich nicht durchsetzen wird. Seine Partei - ein Imitat, an dem die ihrige als das Original vorbeiziehen und den Wahlsieg holen wird.
Merz selbst fühlte sich augenscheinlich immer unwohler und saß da, wie das personifizierte schlechte Gewissen. So jedenfalls mein Eindruck.
Allerdings kann man den Lauf der Zeit nicht mit einer "Brandmauer" aufhalten, denke ich. Und die, die jetzt auf Merz schimpfen, sollten sich m.E. überlegen, ob sie da nicht ihre eigenen Ängste, ihre Wut, Ohnmacht oder Enttäuschung auf ihn projezieren.
Ich muss ja daran denken, was etliche Leute im Vorfeld gesagt haben... aus der Ecke der Satiriker und Comedians: Wenn Merz wirklich Kanzler werden will - dann sollte er bis zur Wahl überhaupt nichts mehr tun oder sagen. Denn der Einzige, der ihn noch stoppen kann - ist er selbst.
Tja. Scheint so, als hätte er es jetzt wirklich versucht sich selbst noch zu verhindern... hätte er einfach mal nichts getan, dann wäre auch nichts passiert, er wäre Kanzler geworden und alles wäre in Ordnung für ihn.
So hat er sich jetzt selbst eine Grube gegraben... und ist mit Schwung hinein gefallen.
Mal sehen, wie sich das jetzt noch auf die Wahl auswirkt... und ob das wirklich ein weiterer "Laschet- Moment" war, wie es manche Medien jetzt prophezeien...
Dumm war es so oder so, und wenn Merz eines gezeigt hat, dann dass er nicht regieren kann... was für einen Kanzler eher ungünstig ist...
Veröffentlicht von: @seidenlaubenvogelWenn kriminelle (oder psychisch kranke, gewaltbereite) Asylsuchende/ Migranten abgeschoben werden (und es gelingt), sind sie dann woanders weniger kriminell? Oder darf es es uns dann einfach egaler sein?
Sehr gute Frage! Wenn wir die abschieben, kaufen die sich im Heimatland oder der Türkei einen neuen Pass und sind ratzfatz nach einem halben Jahr wieder in Deutschland. Und bevor das jemand Dank unserer Bürokratie überhaupt gecheckt hat, haben die schon wieder neue Missetaten vollbracht. Abschieben ist die dümmste Idee!
Dann nehmen wir Fingerabdrücke und stecken die erst mal in den Knast, bevor wir die wieder abschieben und verhängen eine Einreisesperre in die EU/Schengen für die nächsten Jahre.
Wegen einer "Rückfallgefahr" nicht zu handeln und den Schutz der Bevölkerung völlig zu ignorieren, ist schon erstaunlich.
Für mich klingt das nach politischem Selbstmord.
Keine Ahnung, ob das »Selbstmord« von Merz wird, aber »Selbstmord« der CDU sieht genau so aus.
Merz hätte die Entschließung als Wahlkampfthema (»Das fordere ich von jedem Koalitionspartner«) machen können, statt in den Bundestag zu gehen.
Dann gabs ja noch das (gescheiterte) Gesetz gegen Zuwanderung.
Nur ist die nicht das Hauptproblem. Der Attentäter von Magdeburg ist nicht neu zugewandert, wenn die Behörden besser zusammengearbeitet hätten, so dass seine Gefährlichkeit erkannt worden wäre, hätte er gestoppt werden können. Kommunikation zwischen den Sicherheitskräften (incl. Polizei) verbessern, das würde helfen.
In Aschaffenburg war der Täter, der ein marokkanisches Kind und einen Erwachsenen (Deutschen?) getötet hat, ausreisepflichtig. Auch mit den Zuwanderungsbegrenzungsgesetz wäre er natürlich ausreisepflichtig - dass er noch hier war, lag nicht an fehlenden Gesetzen, sondern an schlecht funktionierender (überlasteter) Verwaltung.
Also ein Gesetz, das keinen der beiden Anschläge verhindert hätte, mit diesen Anschlägen zu begründen (wie es Merz tat) ist Wahlhilfe für die AfD. Dann auch noch sich in eine Situation zu manövrieren, in der es nur mit Hilfe der AfD beschlossen werden kann, toppt diese Wahlkampfhilfe noch mal. Kein Wunder, dass Weidel & Co. jubeln.
....davon abgesehen gibt es auch bei deutschen Tätern das Problem, daß oft im Vorfeld bereits vorhandene Warnungen vor gefährlichen Gewalttätern nicht ernst genommen werden.
Ist oft der Fall bei jahrelangem Stalking. Es gibt auch deutsche Männer die meinen, daß eine Frau ihnen gehören würde, wenn sie einmal mit ihm geschlafen hat.
@hkmwk Keine Ahnung, ob das »Selbstmord« von Merz wird, aber »Selbstmord« der CDU sieht genau so aus.
Vorhin habe ich mir bei "Wohlstand für alle" den Beitrag angeschaut, in welchem sie das Wahlkampfprogramm (Regierungsprogramm... hahaha!) der Grünen analysierten. Und in diesem YT-Clip spricht Robin Alexander ungefähr in Minute 20:25 das "Hessen-Szenario" an, also die Konstellation, als die CDU sowohl allein mit den Grünen wie auch mit der SPD allein eine Mehrheit bekommen konnte. Und dann wurden diese beiden möglichen Heirats- respektive Koalitionspartner halt gegeneinander ausgespielt und runtergehandelt, um möglichst allein das CDU-Programm zum Koalitionsprogramm werden zu lassen.
Vor dem Hintergrund dieser beiden Aspekte: dass die Grünen ihr Wahlkampfprogramm schon in Richtung Koalition mit der CDU ausgerichtet hatten und dass tatsächlich laut Umfragen die CDU mit Merz an der Spitze sich bis vor drei Tagen eigentlich nur noch Gedanken darüber machten brauchte, ob man vielleicht in den Ministerbüros mal neue Bilder aufhängen oder die Gardinenfarben ändern möchte... Ergibt diese Aktion von Merz nullkommanull Sinn.
Denn was ist nun zu erwarten (abgesehen davon, dass die Blaunen noch zwei bis fünf Prozent im Vergleich zu den bisherigen Umfragen zulegen dürften)? Die CDU wird vermutlich ein bis fünf Prozent verlieren, indes immer noch stärker als die Grünen und die SPD sein, und also gewissermaßen die Pflicht haben, eine Regierungskoalition auf die Beine zu stellen. Doch mit wem*? Sie hat sich gerade für weite Teile sowohl der grünen als auch der roten Anhängerschaft als Koalitionspartner selbst desavouriert. Wenn Habeck beispielsweise in eine Koalition mit der CDU gehen wollte, könnte man recht sicher Geld darauf wetten, dass die Gründe Jugend rebellieren wird. Und die SPD? Na gut, Scholz dürfte nach der Wahl nicht mehr Chef im Williy-Brandt-Haus sein. Aber welcher SPD-Grande möchte der Basis nach der Wahl erläutern, dass es richtig und gut sei, unter Merz mitregieren zu dürfen - es sei denn, wirklich weite und gewichtige Teile der SPD-Agenda würden in einen Koalitionsvertrag aufgenommen und weit mehr Schlüsselressorts als dem Stimmenanteil entsprechend gingen an die SPD?
Seine Position hinsichtlich der Koalitionsverhandlungen mit SPD oder den Grünen hat Merz also geschwächt, und es könnte durchaus so kommen, dass weder schwarz-rot noch schwarz-grün allein eine Mehrheit ergeben. Und dann? Schwarz-rot-grün? Gegebenenfalls hätten dann SPD+Grüne eine Mehrheit in dieser Konstellation und würden dann - die Lektion mit Profilneurotiker Lindner im Hinterkopf - vielleicht zur Bedingung machen, dass Merz eben nicht Kanzler wird.
Und dann? Was würde die Union dazu sagen? Als - immer noch - größer Koalitionär sich von den Partnern in der Kanzlerfrage bevormunden lassen? Selbstbewußtsein geht anders.** Gleich nochmal Neuwahlen?
Oder aber... Mit der AfD koalieren, gegebenenfalls mit geringerem Wahlstimmenanteil als die Faschisten, aber, um das Gesicht zu wahren, dennoch mit Merz als Kanzler von Weigels Gnaden? Ich meine: ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt's sich gänzlich ungeniert... Wieder könnte man's den Roten und Grünen anlasten, die einem ja gar keine andere Möglichkeit ließen, und schließlich müsse man ja den Wählerwillen achten und dürfe nicht so lange neu wählen lassen, bis das Wahlergebnis genehm sei, also kommt schon, liebes Wahlvieh, ihr lasst uns doch gar keine andere - öhm... Wahl!
Und so könnte es kommen: Wenn man es schon als Union nicht schaffte zu verhindern, dass zu Beginn der Währungsunion ein SPD-Mann Kanzler spielte, so könnte man's doch immerhin noch hinbekommen, unter CDU-Kanzlerschaft wieder aus der Währungsunion und am besten gleich auch der EU auszutreten. Die BlackRock-Kumpels dürfte das nicht stören.
*Die einstmals Liberalen, die übrigens auch mit den Faschisten abstimmten diese Woche, werden hoffentlich und vermutlich nicht zur Verfügung stehen.
** Na gut, Söder könnte vielleicht auf Ideen kommen, ob nicht vielleicht doch auch in Berlin das Bier schmeckt...
Jetzt braucht man sich jedenfalls keine Illusionen mehr drüber machen, daß Fritze Merz noch an parlamentarischer Demokratie interessiert wäre.
Linnemann sowieso nicht.
Es geht nicht darum, daß er einen Antrag eingebracht hätte, dem zufällig die AfD zugestimmt hätte. Wenn er beantragt hätte, daß es in der Bundestagskantine jeden Donnerstag Erbsensuppe geben soll und die AfD als einzige zugestimmt hätte, wäre das kurios gewesen, aber kein weiteres Drama.
Er hat einen Antrag aus dem AfD-Weltbild mit AfD-Rhetorik und AfD-Methoden, d.h. dreisten Lügen und Verfälschungen eingebracht.
Er hat SPD und Grüne zu erpressen versucht. Er hat dabei berechtigtes Entsetzen über einen furchtbaren Mord (eines der beiden Mordopfer war ein marokkanisches Kleinkind) instrumentalisiert und sein Helfershelfer Dobrindt hat nicht einmal den Wunsch der Eltern respektiert, Details zur Tat nicht öffentlich zu verlesen.
Tatsache ist:
Von einem Zustrom von Afghanen kann derzeit keine Rede sein. Weil nämlich die Tali8ban niemanden mehr rauslassen.
Tatsache ist:
Eine Verschärfung der Asylgesetze ist sowieso in Vorbereitung. Aber auf europäischer Ebene. Weil nämlich an der südlichen Peripherie Europas Regionen liegen, denen es selbst nicht so gut geht. Griechenland oder der Mezzogiorno. Dort sind offene EU-Außengrenzen nicht zu vermitteln.
Tatsache ist:
Gerade die SPD bereitet gerade ein umfangreiches Paket zur inneren Sicherheit vor, zu dem unter anderem verpflichtende psychologische Untersuchungen für Flüchtlinge gehören.
Tatsache ist:
Unser eigentliches Problem ist, daß vorhandene Warnungen vor gemeingefährlichen Männern -deutschen wie ausländischen- nicht ernst genommen werden.
Lübeck Mord Polizei tut nix
Er hat SPD und Grüne zu erpressen versucht.
Quatsch.
Das hätte mit demselben Text auch die SPD machen können. Inhaltlich ist das nichts Kontroverses.
Quatsch.
Das hätte mit demselben Text auch die SPD machen können. Inhaltlich ist das nichts Kontroverses.
Das ändert nichts daran, dass es eine Erpressung ist.
"Entweder ihr stimmt zu, oder wir machen es mit der Hilfe der Rechtsradikalen!" - das hat nichts mehr mit Kompromissen in einer Demokratie zu tun, das ist schlicht und einfach Erpressung. Am Ende wird es dann so dargestellt, als hätten Grüne und SPD die Demokratie gefährdet, weil sie nicht blind allem zugestimmt haben, was Fritze Merz so vorschlägt, bevor es die AfD tut...
Das wirft kein gutes Licht auf den kommenden Kanzler... wenn er es nach diesem Schauspiel überhaupt noch wird.