Brauchen wir eine neue Nationalhymne und eine neue Flagge?
Bodo Ramelow hat etwas getan, was ich nie erwartet hätte:
Er hat vorgeschlagen, dass wir uns Gedanken über eine neue Nationalhymne und eine neue Flagge machen:
Man findet in so gut wie jeder Zeitung einen Bericht dazu.
Hier noch einer:
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-08/bodo-ramelow-nationalhymne-flagge-abstimmung
Angeblich ist man im Osten Deutschlands unzufrieden mit dem Vorhandenen. Ich frage mich, warum das so ist.
Hier unsere Nationalhymne (August Heinrich Hoffmann von Fallersleben):
https://www.bundestag.de/parlament/symbole/hymne/hymne-197462
Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand;
|:Blüh' im Glanze dieses Glückes,
blühe, deutsches Vaterland!:|
Hier der Vorschlag von Bodo Ramelow - die Kinderhymne von Bertolt Brecht:
https://www.deutschelyrik.de/kinderhymne-1950.html
1. Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Daß ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land.
2. Daß die Völker nicht erbleichen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin.
3. Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern wolln wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein.
4. Und weil wir dies Land verbessern
Lieben und beschirmen wir's
Und das Liebste mag's uns scheinen
So wie andern Völkern ihrs.
Schauen wir uns mal die Dichter an:
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben hat unsere aktuelle Nationalhymne geschrieben. ER war Germanist und hat dazu beigetragen, dass diese Disziplin Wissenschaft wurde. Er war Liederdichter und wurde für dieses lyrische Wirken von Preußen ohne Rentenansprüche aus dem Amt entlassen, weil man inhaltlich nicht mit seinem Wirken einverstanden war. Später wurde er sogar ausgebürgert. Seine "Sünde": Er machte sich stark für ein geeintes Deutschland. Diese Haltung mündete in eine Bewegung, die quer durch alle Bevölkerungsschichten ging und die zum Ziel ein geeintes Deutschland hatte. Deutschland war in jenen Jahren ein zerstückeltes Land. Viele kleine Fürsten, viele Grenzen, viele Zölle. Wirtschaft zu treiben war stark behindert. Reisen ebenso. Ein Flickenteppich mit vielen Nachteilen.
Ein Ereignis, an dem diese Bewegung hin zum geeinten Deutschland Form annahm, war das Hammbacher Fest. Es war dies eine als Volksfest getarnte politische Veranstaltung. Dort sah man wohl als erstes Mal in großer Anzahl die deutsche Flagge.
Ich kenne keine andere Flagge mit "gold" als Farbe. Ich könnte mir vorstellen, dass ein bestimmter Diktator mit Goldfetisch missmutig auf unsere Flagge schaut. Aber Gold und Silber ist des Herrn - und so darf ein christlich geprägtes Land auch Gold in der Flagge haben (meine Meinung).
https://www.bibleserver.com/de/verse/Haggai2%2C8
Sowohl Flagge als auch Hymne sind stark mit dem Wunsch nach einem geeinten Deutschland geprägt - und es haben diese Symbole der Deutschen sich lange etabliert, bevor unser Land nach dem Zweiten Weltkrieg geteilt wurde. Ich weiß nicht, wieso der Osten da ein Problem haben sollte.
Ich mag die Kinderhymne von Bert Brecht. Sie drückt eine Hingabe zum Land auf und macht gleichzeitig die Achtung anderer Länder deutlich. Sie ist klar Anti-Kompetitiv. Ich stelle mir grad vor, wie das zum Beispiel bei Sportwettkämpfen käme, wo es doch ums nationale Siegen geht. Aber das ist ein Problem, dem ich mich gerne stellen würde.
Größere Probleme würden mir da die Person des Berthold Brecht machen.
Meine Tochter hat Deutsch Leistungskurs. Und sie geht darin richtig auf. Daher hatte ich einfach mal den Brecht Film der glaube ich vom ZDF erstellt wurde - eine Mischung aus Doku und Film in zwei Teilen - besorgt. Wir haben uns als Familie gemeinsam den ersten Teil angesehen. Als ich dann wenige Tage später den zweiten Teil sehen wollte, sagte meine Tochter: Ohne mich! Ich will mit der Person nicht mehr zu tun haben als irgend nötig. Sie warf ihm seinen Umgang mit Frauen vor, der fast eine Konsumhaltung war und wenig Achtung vermittelte. Ich hatte verstanden.
Recht hatte sie - und ich frage mich, ob so jemand unsere Hymne liefern sollte.
Was meint Ihr?
Wünscht Ihr neue Hymne oder Flagge?
Habt Ihr da konkrete Vorstellungen?
Veröffentlicht von: @goodfruitIch kenne keine andere Flagge mit "gold" als Farbe.
Was ist mit der belgischen? Die hat die gleichen Farben, nur anders angeordnet.
Ich könnte mir vorstellen, dass ein bestimmter Diktator mit Goldfetisch missmutig auf unsere Flagge schaut.
Aber Gold und Silber ist des Herrn - und so darf ein christlich geprägtes Land auch Gold in der Flagge haben (meine Meinung).
Nun ja.
@chai https://bofa.de/bofa-blog/belgien-flagge-bedeutung
Belgien hat kein gold, sondern gelb. Auf den Flaggen, die so am Mast flattern ist das nicht unterscheiden, weil es gold-Farben als Gewebe nicht in dem Zusammenhang gibt.
@goodfruit In der Heraldik werden Gold und Gelb gleichgesetzt.
@mikefrommuc Die Farben kamen ja von den Uniformen, die die Kämpfer für die Revolution trugen. Das Gold entsprach den Messingknöpfen. Rot war so ein Spiegel (eine gefärbte Fläche) auf der Uniform und die schwarzen Uniformen waren praktisch, weil man mit schwarz so gut wie jede Uniformfarbe einfärben konnte. So kam denn so etwas wie Corporate Identity in die bunt zusammengemischte Truppe.
Herr Ramelow grüßt aus dem Sommerloch.
Nein, wir brauchen keine andere Nationalhymne oder -flagge für Deutschland.
Wir brauchen Einigkeit und Recht und Freiheit!
@lhoovpee Recht ist auch eine Definitionssache und das tut jeder Politiker nicht, der mehr auf seine xxxxxx Lobbyisten hört als dem Schwur auf das Deutsche Volk (Staat?).
Real greifbar wird es wenn man 50 Prozent des Haushalts in die Armee stecken will obwohl man weiß das alsbald 50 Prozent bereits in die Rente gesteckt werden müssen.
Das im Grunde beste System für einen Flächen- und Dichtbevölkerten Staat hat man durch "gute" Vorarbeit torpediert und ohne das wäre die Partei von der du sprichst gar nicht groß geworden.
Übrigens wiederspricht sich "Einigkeit" und "Freiheit"
Oder darf man als Bürger neuerdings nicht mehr "Anderer" Meinung sein? Oder habe ich die Freiheit dazu?
wenn man 50 Prozent des Haushalts in die Armee stecken will
Wer will das?
Übrigens wiederspricht sich "Einigkeit" und "Freiheit"
Oder darf man als Bürger neuerdings nicht mehr "Anderer" Meinung sein? Oder habe ich die Freiheit dazu?
Hast Du Dich eigentlich mal mit dem historischen Hintergrund der Nationalhymne befasst? Oder in Geschichte aufgepasst?
Mit Einigkeit war ein einiges Deutschland statt eines Flickenteppichs an Königreichen, Fürstentümern etc. gemeint, die womöglich noch gegeneinander kämpften. Und mit Freiheit nicht Deine persönliche Freiheit, sondern die Freiheit gegen irgendwelche hegemonialen Ansprüche von Auswärts.
Eine kleine Nachhilfe zum historischen Kontext findest Du hier.
Es ging da mitnichten darum, dass alle Bürger derselben Meinung sein müssen.
5% des BIP sind 50% des derzeitigen Haushalts.
Ah, o.k., danke.
Allerdings ist das auch etwas zu simpel und ungenau, wie Correctiv hier erläutert.
Das Kabinett Merz.
Und warum will das Kabinett Merz das? Weil es kriegsgeil ist, wie man von der AfD, Sarah Wagenknecht und noch ein paar anderen hören kann? Oder weil es sich vielleicht dazu verpflichtet sieht, weil sich die NATO-Mitgliedstaaten auf die Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf mindestens 3,5 Prozent des BIP und zusätzliche 1,5 Prozent des BIP für verteidigungsrelevante Infrastruktur geeinigt haben?
Wer sagt das wir eine Pflicht haben müssen etwas zu tun, was schlicht nicht Leistbar ist? Spanien hat hier Stellung bezogen.
Wo sind die anderen Nato - Staaten wenn es darum geht uns bei der Aufnahme der Flüchtlinge zu unterstützen? Ja, Spitzenpersonal nimmt man in den USA eh und je gern auf, der Rest darf bei uns bleiben.
Russland scheitert bereits in der Ukraine. Die Nato ist ca..20 mal so groß. So zu tun das ausgerechnet das überalterte Deutschland die größte (aber ineffektive Konventionelle) Armee benötigt um die Welt vor Putin zu schützen ist mit Kanonen auf.. vielleicht nicht Spatzen, aber sagen wir mal auf Habichte geschossen .
Im Kalten Krieg reichten 3 bis 3,5 BIP aus, um den gesamten OSTBLOCK (nicht nur Kern -Russland) in Schach zu halten.
Jetzt will Trump-Fan Rutte uns weismachen, wir brauchen 5. Obwohl ein Großteil des ehemaligen Ostblocks bei uns in der Nato sind. Die Türkei unglaublich erstarkt ist.
Im kalten Krieg hatte Deutschland eigentlich keiner der anderen gewichtigen Probleme von heute
Man kann den Euro nicht zweimal oder dreimal ausgeben. Das was auf uns Zukommt wird Zustände herbei führen, die nicht vorstellbar wären die letzten 60 Jahre.
Wo sind die anderen Nato - Staaten wenn es darum geht uns bei der Aufnahme der Flüchtlinge zu unterstützen? Ja, Spitzenpersonal nimmt man in den USA eh und je gern auf, der Rest darf bei uns bleiben.
Soweit ich weiß, legt die NATO keine Flüchtlingsquoten fest. Und damit auch nicht, welcher NATO-Staat wie viele Flüchtlinge aufzunehmen hat.
Mir ist da nur was bekannt, dass es da in der EU einen Schlüssel dazu gibt. Und ja, auch mal Ärger darüber, dass da der ein oder andere Staat nicht so recht mitmachen will.
Man kann den Euro nicht zweimal oder dreimal ausgeben.
Richtig. Bedenklich ist allerdings nicht nur, für was der Euro ausgegeben werden soll, sondern wo die Regierung ihn herholen will. Jetzt fasst man Bürgergeldempfänger ins Auge, wo nicht viel zu holen ist und man Arme noch ärmer machen will, statt dass man dort nachschaut, wo viel mehr Geld zu holen wäre.
Allerdings ist das auch etwas zu simpel und ungenau, wie Correctivhiererläutert.
Absolut nicht. Der Correktivartikel ist selbst nicht präzis und ausführlich, bestätigt aber die Aussage im Grunde.
Natürlich werden nicht 200 Milliarden jährlich für Waffen ausgegeben. Das ist weder vereinbart, noch technisch möglich. Dennoch ist die Aufsplittung des Budgets ist ein reiner buchhalterlicher Trick. Das meiste wird in Personal- und Verwaltungskosten versickern und auch der Ausbau des Überwachungsstaates und die Einschränkung der Bürgerrechte gehört auch in die Ausgabenliste für sicherheitsrelevante Infrastruktur. Das ändert aber nichts daran, dass es die Kohle die da ausgegeben werden soll nicht gibt und ein Verteidigungshaushalt in der Höhe nicht seriös ist.
Und warum will das Kabinett Merz das?
Weil die versammelte europäische Elite nicht den Arsch in der Hose hat, einem 80jährigen Faschisten den ausgestreckten Mittelfinger entgegen zu strecken und sich stattdessen des Kniefalls befleissigt und Milliarden über den Teich werfen werden, die ihnen nicht gehören. Gleichzeitig erdreistet sich der Bundeskanzler, den Deutschen zu erzählen, sie lebten über ihre Verhältnisse und der Sozialstaat müsse beschnitten werden. Wunderbar. 🤮
auch der Ausbau des Überwachungsstaates und die Einschränkung der Bürgerrechte gehört auch in die Ausgabenliste für sicherheitsrelevante Infrastruktur.
Ach komm. Wo sollen jetzt Bürgerrechte eingeschränkt werden?
Weil die versammelte europäische Elite nicht den Arsch in der Hose hat, einem 80jährigen Faschisten den ausgestreckten Mittelfinger entgegen zu strecken und sich stattdessen des Kniefalls befleissigt und Milliarden über den Teich werfen werden, die ihnen nicht gehören.
So ist es leider.
Gleichzeitig erdreistet sich der Bundeskanzler, den Deutschen zu erzählen, sie lebten über ihre Verhältnisse und der Sozialstaat müsse beschnitten werden. Wunderbar.
Ja, das ist zum Kotzen.
Allerdings sind solche Sprüche und Denkweisen unabhängig von dem Prozentsatz, der in die Verteidigung gehen soll.
Das ist nicht zuletzt eine Absage an die Solidargemeinschaft. Inzwischen wird ja gegen alle möglichen Leute gehetzt. Gegen Bürgergeld-Bezieher (von denen nur ein kleiner Bruchteil zu denen gehört, die schlicht zu faul zum Arbeiten sind), Rentner (die laut Linnemann zu faul sind), Migranten, LGBTQIA+, Klimaschützer... Mal sehen, wann Menschen mit Behinderung wieder dran sind.
Ach komm. Wo sollen jetzt Bürgerrechte eingeschränkt werden?
Die Antwort findest du im Koalitionsvertrag ab Seite 82. Das ist nur der Anfang. Seit Jahrzehnten versuchen sog. Konservative die Rechte der Bürger unter dem Deckmantel der Sicherheit zu schwächen. Die technischen Möglichkeiten nehmen zu und wecken Begehrlichkeiten.
Ich immer wieder erstaunt, wie wenig Widerstand es bei den Bürgern erzeugt, dass grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien systematisch ausgehöhlt werden.
Die Antwort findest du im Koalitionsvertrag ab Seite 82. Das ist nur der Anfang. Seit Jahrzehnten versuchen sog. Konservative die Rechte der Bürger unter dem Deckmantel der Sicherheit zu schwächen. Die technischen Möglichkeiten nehmen zu und wecken Begehrlichkeiten.
Kannst Du mir der Einfachheit halber sagen, worin genau Du da eine Einschränkung der Bürgerrechte siehst?
Kannst Du mir der Einfachheit halber sagen, worin genau Du da eine Einschränkung der Bürgerrechte siehst?
Ich finde es nicht besonders erstrebenswert, wenn der Staat die Bürger als potentielle Verbrecher behandelt und systematisch Daten sammelt, um im Zweifelsfall genügend Beweismittel zu haben. Ich möchte nicht bespitzelt werden. Hatten wir schon, brauch ich nicht mehr.
Der Ausbau des präventiven Freiheitsentzugs ohne Straftat ist der nächste Punkt. Es ist schlimm genug, dass es Präventivhaft in einem Rechtsstaat überhaupt möglich ist.
Der Ausbau des präventiven Freiheitsentzugs ohne Straftat ist der nächste Punkt. Es ist schlimm genug, dass es Präventivhaft in einem Rechtsstaat überhaupt möglich ist.
Da bin ich mit Dir einig. V.a. wenn man sieht, wer in Präventivhaft kommt oder nach Ansicht diverser Politiker hingehört und wer dagegen ziemliche Narrenfreiheit hat.
Ich finde es nicht besonders erstrebenswert, wenn der Staat die Bürger als potentielle Verbrecher behandelt und systematisch Daten sammelt, um im Zweifelsfall genügend Beweismittel zu haben. Ich möchte nicht bespitzelt werden. Hatten wir schon, brauch ich nicht mehr.
Das allerdings sehe ich etwas differenzierter. Es kommt darauf an, was für Daten gesammelt werden. Problematisch wird das erst, wenn wieder eine Regierung ans Ruder kommt, die mit diesen Daten Missbrauch treibt.
Das allerdings sehe ich etwas differenzierter.
Anders ist nicht automatisch differenzierter.
Es kommt darauf an, was für Daten gesammelt werden.
Dazu gibt es ja Äusserungen. Zum einen ist das die Vorratsdatenspeicherung der Telekommunkationsdaten, erfassen von Bewegungsdaten via Nummernschilderkennung und zunehmend auch Videoüberwachung von öffentlichen Räumen (perspektivisch mit Gesichtserkennung). Kontrolle von Finanzflüssen, Kontrollmöglichkeit von Messengerdiensten ect. pp.
Problematisch wird das erst, wenn wieder eine Regierung ans Ruder kommt, die mit diesen Daten Missbrauch treibt.
Haben wir schon. Die trotz wiederholtem Eingreifen der Judikative fortgesetzten Bemühungen der Union den Überwachungsstaat auszubauen, zeigen wie wenig diese Politiker von den Grundrechten der Bürger halten. Bürger sind für sie potentielle Kriminelle und nicht ihre Arbeitgeber.
Alle drei Worte haben Interpretationsspielraum. Das ist ja das "schöne" am Nationalismus im allgemeinen: Er ist beliebig und Inhaltslos. Er lebt von Phrasen, die beliebig mit Inhalt gefüllt werden könne, je nach dem wie es einem gerade beliebt.
Man kann sich vieles wünschen, aber es muss für eine Hymne letzlich kompakt in Verse passen.
Ganz davon abgesehen, halte ich Klugheit und Weisheit eher für Eigenschaften von Individuen als von Kollektiven oder gar Gesellschaften.
Und gerade zurzeit sehe ich den Wert von Einigkeit, Recht und Freiheit, angesichts von Polarisierung in der Politik, Relativierung von Recht (in den USA noch deutlich mehr als bei uns) und Infragestellung und Einschränkung von Freiheit, auch in demokratischen Ländern.
@tojak Ganz davon abgesehen, halte ich Klugheit und Weisheit eher für Eigenschaften von Individuen als von Kollektiven oder gar Gesellschaften.Ganz davon abgesehen, halte ich Klugheit und Weisheit eher für Eigenschaften von Individuen als von Kollektiven oder gar Gesellschaften.
Wenn es ein paar herausragende Köpfe gibt, dann kann man die schon mit dem Herkunftsland in Verbindung bringen. Deutschland bezeichnet sich ja gerne als "Land der Dichter und Denker" - auch wenn da in den letzten Jahrzehnten eher weniger davon zu spüren ist - zumindest nicht mehr, als in anderen europäischen Ländern.
Und gerade zurzeit sehe ich den Wert von Einigkeit, Recht und Freiheit, angesichts von Polarisierung in der Politik, Relativierung von Recht (in den USA noch deutlich mehr als bei uns) und Infragestellung und Einschränkung von Freiheit, auch in demokratischen Ländern.
Vielleicht fehlt den Amerikanern da die Ausrichtung unter einem Wahlspruch wie: „LIBERTE EGALITE FRATERNITE“ oder eben "Einigkeit und Recht und Freiheit".
Auf der Dollarnote steht "In God we trust" - was problematisch wird, wenn man sich nicht einig ist, wer der richtige Gott ist und wie der theologisch zu sehen ist.
Die Einigkeit der Deutschen meint ja nicht, dass alle derselben Meinung sind, sondern, dass wir in einem geeinten Land leben und dies auch so anstreben. Das Recht ist eine ganz wichtige Sache und es wird den ihm notwenigen Status nur behalten, wenn wir dies auch weiterhin achten. Und die Freiheit ist immer umkämpft zwischen übergriffigem Kontrollgeist und wilder Anarchie.
Die US-Amerikaner haben eigentlich alles, was sie in dieser Hinsicht brauchen:
Präambel der Verfassung:
“We the People of the United States, in Order to form a more perfect Union, establish Justice, insure domestic Tranquility, provide for the common defence, promote the general Welfare, and secure the Blessings of Liberty to ourselves and our Posterity, do ordain and establish this Constitution for the United States of America.”
„Wir, das Volk der Vereinigten Staaten, von der Absicht geleitet, unseren Bund zu vervollkommnen, die Gerechtigkeit zu verwirklichen, die Ruhe im Innern zu sichern, für die Landesverteidigung zu sorgen, das allgemeine Wohl zu fördern und das Glück der Freiheit uns selbst und unseren Nachkommen zu bewahren, setzen und begründen diese Verfassung für die Vereinigten Staaten von Amerika.“
Zitat aus der Nationalhymne:
"O! say does that star-spangled
banner yet wave,
O’er the land of the free
and the home of the brave? "
Das die Praxis unter dem gegenwärtigen Präsidenten in eine andere Richtung zeigt, ist mehr als bedauerlich, umso mehr, als die US-Bürger aus seiner ersten Amtszeit ja wussten, wen sie wählen.
Zurück zu Deutschland:
Bezogen auf das Ziel Einigkeit bin ich ganz deiner Meinung. Die Kleinstaaterei in Deutschland war ja früher, d. h. bis ins 18. und 19. Jahrhundert ein Riesenproblem, und das geteilte Deutschland als Kriegsfolge seit Mitte des 20. Jahrhunderts habe ich selbst noch miterlebt. In vielen Köpfen ist diese Teilung auch immer noch nicht ganz überwunden. Und die Einigkeit über das politische System, die Art des Umgangs miteinander und auch mit dem politischen Gegenüber lässt leider nach. Da fehlt mir der oft beschworene Verfassungspatriotismus.
Und Freiheit ist bei näherem Hinsehen ein komplexer Begriff. Es gibt positive und negative Freiheit (Freiheit von und Freiheit zu), formelle und materielle Freiheit ("Das Gesetz verbietet Reichen wie Armen, unter Brücken zu schlafen" Anatole France). Ich habe den Eindruck, dass sich hier in Deutschland politisch im Moment die Geister scheiden zwischen dem Wunsch nach einem Staat, der allen eine Daseinsfürsorge (materielle Freiheit) gewährleisten soll, verbunden mit einem Erziehungs- und Kontrollauftrag, und, auf der andere Seite, dem Wunsch nach mehr formeller Freiheit, der vor allem von materiell unabhängigen Menschen kommt, die sich möglichst wenig staatliche Eingriffe wünschen (formelle Freiheit).
@goodfruit interessanter Artikel (schon alt/älter) von unserem heutigen Kulturstaatsminister Weimer zu von Fallersleben dem Autor der Hymne:
Er geht darin darauf ein auf Antisemitismus, Franzosenhass und sein Verhältnis zur Demokratie.
Das Ganze aus der Feder von jemandem den man als konservativ bezeichnen kann.
In verschiedener Hinsicht interessant! Mit Hoffmann von Fallersleben hatte ich mich bisher nicht näher beschäftigt.
Ganz nebenbei geht aus dem Beitrag auch hervor, dass Ramelow das Thema Nationalhymne auch 2019 schon mal gebracht hatte. Scheint zu seinen speziellen Anliegen zu gehören. 😀
Über die Diskussion kann ich nicht viel sagen, hier (in der Schweiz) stösst der Schweizerpsalm auch auf Missmut und es gibt Bemühungen zumindest die Lyrik zu ändern. Seit Jahren ohne Erfolg. Aber es gibt viele, die den Schweizerpsalm nicht mitsingen, gerade Muslime oder überzeugte Atheisten.
@goodfruit Also tatsächlich kann ich mit solchen alten pathetischen Texten auch nix mehr anfangen. Die zweite Strophe ist aus meiner Sicht aber noch ok, die kann man noch nehmen, aber da werden viele wegen Alkoholismus und Sexismus den Zeigefinger in ihren Mund stecken zum großen Empörungserbrechen.
Und Nationalismus ist ja sowieso schon derart negativ konnotiert, dass man sowas wie Ergriffenheit beim Singen der Nationalhymne (!) allein noch Leuten wie Alfred Tetzlaff zugestehen mag, die mittlerweile aber auch allesamt schon ausgestorben sein dürften.
Brüderlich nach Einigkeit streben im Sinne von Psalm 133 - nur unter der Religion der Fahne - ist natürlich auch ganz großer Quark, heute mehr denn je angesichts der Spaltungen allenthalben in einem multikulturellen Babylon. Da ist die Alternative von dem Bertel bzgl. "Volk unter Völkern" auch nur Schmarrn.
Der Fallersleben hat aber auch wirklich bessere Lieder geschrieben, zum Beispiel die bekannteren "Alle Vögel sind schon da", "Der Kuckuck und der Esel", "Summ, summ, summ" etc.
Dazu hat die Melodie ein Österreicher geschrieben für seinen Kaiser. Also kann man die Hymne ja deutsch angleichen im Sinne der englischen Hymne, die sich auch immer ändert, je nachdem, ob gerade Mann oder Weib regiert:
"Uns erhalte Fritz den Kanzler, unsern guten Kanzler Fritz, lange lebe Fritz, der Kanzler, in des Glückes hellstem Glitz! Ihm dienen Raubtierpanzer, wo er spricht, wird's heiß und spitz! Uns erhalte Fritz den Kanzler, unsern guten Kanzler Fritz!"
Und Schwarz-Rot-Gold... Naja. Muss man mögen. Kann man ja jedes Jahr neu wählen im Rahmen einer Samstagabendshow oder so. Mode ändert sich. Im Moment ist Orange im Trend und Braun mit Blau.
Veröffentlicht von: @plueschmorsDer Fallersleben hat aber auch wirklich bessere Lieder geschrieben, zum Beispiel die bekannteren
"Alle Vögel sind schon da", "Der Kuckuck und der Esel", "Summ, summ, summ" etc.
Dafür gibt's ein Pünktchen
@plueschmors Das schöne an der aktuellen Nationalhymne finde ich, dass sie die Bezüge zur Revolution 1848 enthält, aus diesem Kontext stammt und mit der dritten Strophe die zentralen Forderungen in jenen Jahren enthält: Einigkeit und Recht und Freiheit.
Ob es da etwas anderes geben könnte, weiß ich nicht. Ich sehe jedenfalls keine Notwendigkeit und ein Lied mit vergleichbar historischem Bezug fällt mir nicht ein.
Was für mich auch feststeht ist, dass wir unbedingt eine Nationalhymne haben sollten. Die junge BRD hatte erst keine - weshalb Adenauer in Belgien mit Karnevalsliedern begrüßt wurde:
https://www.youtube.com/watch?v=MzWT0kM8bs4
Korrektur: dieses Lied wurde in Chaicago als Nationalhymne gespielt. Die Belgier wählten ein noch peinlicheres:
https://www.youtube.com/watch?v=24zmxUw6dcQ&list=RD24zmxUw6dcQ&start_radio=1
Wenn es um den nationalen Bezug geht, dann ist es wichtig, Patriotismus und Nationalismus zu unterscheiden.
Patriotismus, also die Liebe zu seinem Land, seiner Kultur, seinen Werten ist absolut OK.
Nationalismus ist aber hochproblematisch, denn hier werden nicht nur die guten Seiten der eigenen Herkunft gefeiert, sondern über andere Nationen und Kulturen gestellt (Deutschland, Deutschland über alles ...). Das muss immer zu Konflikten führen.
Nationalismus ist übrigens historisch eine relativ junge Angelegenheit. Napoleon hat den erfunden.
Frankreich kam aus der Revolution nicht raus. Man hatte längst gewonnen - aber die Guillotine fand keine Ruhe. Kaum war eine neue Regierung gewählt, rollten schon wieder die Köpfe. Auch das Hinrichten der geistlichen Väter der Revolution half nicht.
Da kam Napoleon, der sich zum Diktator auf Zeit machte (und dann verlängerte ...) und sagte: Wir Franzosen sind das große Volk. Niemand kann Revolution wie wir. Deshalb müssen wir diese Exportieren und anderen Nationen bringen.
Er stellt Frankreich klar über alle anderen Nationen - und damit hatte er den Nationalismus gegründet.
Heinrich Heine beschreibt einmal, wie schnell die Franzosen Barrikaden aufbauen. Für das, was da in Minuten passiert hätten die Deutschen Tage gebraucht. Man muss neidlos anerkennen: Die Franzosen können Revolution!
@goodfruit "Revolution von 1848"... Olle Kamellen! Lebt noch jemand, der das miterlebt hat? Das ist bestenfalls eine relativ uninteressante halbe Seite im Geschichtsbuch für Grundschüler. Und ich bin sicher, dass 98 % der "Deutschen" keinerlei Schimmer haben von dieser Revolution. Also weg damit.
Recht und Freiheit sind zwar noch lebendig, aber die Einigkeit muss auf alle Fälle weg.
Napoleon hat den Nationalismus nicht erfunden, sondern erzeugt. Früher lebte man in seinem Dorf mit Bekannten und gut. Schon das nächste Dorf war "die Fremde". Napoleon hat mit seinem Schwachsinn dafür gesorgt, dass Dörfer, Städte, Länder sich plötzlich gegen ihn einheitlich zusammenschlossen, damit er damit aufhört, u.a. aus Kirchen Pferdeställe zu machen. Krieg bringt nie was Gutes. Revolutionen auch nicht.
Aber zurück zum Thema: Ich bin dafür, dass jede neue Generation ihre Hymne und Flagge hat. "Wir schaffen das" z.B. hätte die Hymne der Merkel-Ära werden können. Wie wäre es jetzt mit "Wir bereiten den Alternativen den Weg"?
@plueschmors Feierst Du Geburtstag? Sind Dir Deine Eltern Schnuppe?
So wäre es als Deutscher 1848 zu vergessen. Da wurde Deutschland Deutschland. Nun, um ehrlich zu sein hat es da noch nicht so richtig geklappt. Die Deutschen können halt nicht Revolution. Aber sie haben es zum ersten Mal geschafft, Ihren Wunsch nach Einigkeit und Recht und Freiheit in die Öffentlichkeit zu bringen.
In diesem Flickenteppich von Fürstentümern war das auch ein wichtiges Anliegen.
Ich habe es mir gegönnt, letztes Jahr am 3. Oktober in die Nähe von Landau zu fahren auf die Hambacher Burg. Dort fand das Hambacher Fest statt, jenes Volksfest, das eine politische Veranstaltung mit vielen Reden, vielen guten Visionen zu Deutschland war.
Und es ist ein Zeichen von Bildungsmangel und Geschichtsvergessenheit, wenn man dieses Fest nicht kennt.
Aber zurück zum Thema: Ich bin dafür, dass jede neue Generation ihre Hymne und Flagge hat. "Wir schaffen das" z.B. hätte die Hymne der Merkel-Ära werden können. Wie wäre es jetzt mit "Wir bereiten den Alternativen den Weg"?
Eine Hymne sollte zeitlos sein und kein one-Hit-wonder, keine Modeerscheinung, die mal kurz aufpoppt und dann wieder weg ist. Idealerweise ist das etwas, womit sich die Menschen identifizieren können - unabhängig von alter und gesellschaftlicher Eingebundenheit.
Und solange es da nichts gibt, was dem gerecht werden könnte, bleiben wir denn doch lieber bei der alten.
Napoleon hat den Nationalismus nicht erfunden, sondern erzeugt. Früher lebte man in seinem Dorf mit Bekannten und gut. Schon das nächste Dorf war "die Fremde". Napoleon hat mit seinem Schwachsinn dafür gesorgt, dass Dörfer, Städte, Länder sich plötzlich gegen ihn einheitlich zusammenschlossen, damit er damit aufhört, u.a. aus Kirchen Pferdeställe zu machen. Krieg bringt nie was Gutes. Revolutionen auch nicht.
Das, was Du da beschreibst, war aber kein Nationalismus sondern eher Patriotismus und der Versuch, Kultur zu bewahren.
Nationalismus heißt: Ich erhebe mein Land über alle anderen der Welt. "Wir sind die besten!" ist so die Grundidee des Nationalismus. Das hatte es wohl vorher nicht in der Form gegeben. Dies ist übrigens nicht auf meinen Mist gewachsen sondern eine Aussage des Historikers Roy Casagranda.
@goodfruit Nein, ich feiere keinen Geburtstag und meine Eltern sind tot. Die Deutschen haben schon Wichtigeres als 1848 vergessen, so wie ja alles vergessen wird. Wenn der letzte Zeitzeuge des II. Weltkriegs stirbt, wird auch diese Geschichte eine abstrakte werden und nach und nach in Vergessenheit geraten.
Und was soll eine "zeitlose Hymne" sein? Da bleibt eigentlich nur die Natur, die man besingen könnte, die ewigen Berge der Alpen oder den Brocken, auf dem ja auch schon viele prominente Deutsche lustwandelten. Nord- und Ostsee. Sonst ist ja nichts einigermaßen zeitlos. Da kann ja dann aus jedem Bundesland eine eigene Strophe kommen, so dass es sechzehn Strophen sind, mit denen sich "die Deutschen" dann einigermaßen identifizieren können meinetwegen.
An den Patriotismus wurde appelliert angesichts des kleinen Franzosen, ja, daraus entstand dann irgendwann die fatale Religion der Fahnen ("Nationalismus") mit allen ihren widerlichen und schrecklichen Begleiterscheinungen.
@plueschmors zur Sache Nationalstolz hat sich Schopenhauer ganz gut geäussert (auch wenn ich Philosophie nicht ausstehen kann mal was gut geschriebenes aus dem Bereich):
"Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen."
@meriadoc In ein paar jahren, wenn die AfD regiert, hat sich das eh dann erledigt.
Wer regiert, der muss performen. Und da steht die AfD dann vor einem Problem. Ich gebe dem keine lange Haltbarkeit. Die USA fährt ja mit einem Ansatz, der auch von der AfD kommen könnte, das Land grad vor die Wand.
Ich frage mich, warum die Bevölkerung und die anderen Politiker da so geduldig sind. Das einzige, was noch zu funktionieren scheint, ist das Justizsystem und das macht einen ziemlich guten Job.
Vielleicht will man abwarten, bis tatsächlich so etwas wie ein Zusammenbruch geschieht - um dann ein für alle Mal die Lehre zu haben, dass es so nicht geht.
@goodfruit Wer regiert, muss nicht performen, sondern sich nur vier oder fünf Jahre halten können und Sitzfleisch haben. Danach hat man dann ausgesorgt und verschwindet wieder.
Und Amerikaner sind eben - mit wenig Ausnahmen - ausgesprochen unpolitisch. Da kann auch ein Schimpanse regieren. Wenn man ihm beibringt, sich regelmäßig positiv über Amerika zu äußern, dann genügt das schon. Oder man gibt ihm einfach Whiskey und 'ne Waffe in die Hand. Reicht auch.
@goodfruit find ich tatsächlich an sich gut und Konsequent.
Aber falsch wäre es m.M.n. wieder eine Hymne aus dem kulturellen-deutschen Kontext zu nehmen.
Der Staat identifiziert sich im Grunde nicht mehr mit ursprünglich historisch regionalen Kulturellen oder Ethnischen Gruppe (n) der "Deutschen", auch wird diese Mittel oder Langfristig nur eine Minderheit sein. Da passt es nicht, irgendwelche Dichter zu nehmen die für die Mehrheit der Bevölkerung quasi keinerlei Rolle mehr spielen.
Also wer A sagt muss B sagen: Hymne und Flagge so wie das Selbstverständnis der heutigen Bundesrepublik, eigentlich Neutral halten.
Der Ramelow sieht es wohl nur aus der Ostdeutschen Perspektive, aber diese ist nicht objektiv.
@kappa Eine Nation definiert sich immer über Gemeinsamkeiten. Gemeinsame Region, in der man lebt, gemeinsame Sprache, gemeinsame Geschichte, gemeinsame Kultur.
Was die Differenzen zwischen West- und Ostdeutschland angeht, so bin ich entsetzt, wie sehr eine Phase der Trennung zu einer lang anhaltenden Trennung führen kann. Die DDR existierte 1949-1990 (41 Jahre). Die harte Trennung des Staates geschah mit dem Mauerbau 1961 (1961-1990: 29 Jahre). Heute haben wir 2025 (1990-2025 - 35 Jahre).
Eine Nationalhymne sollte Gemeinsamkeiten ansprechen. Und dabei müssen sie nicht allein Differenzen in Ost- und Westdeutschland überwinden, sondern auch die Familien, die als Gastarbeiter Teil von Deutschland wurden und die Migranten von heute integrieren.
Schwierig. Was eint uns? Die Sprache? Fänd ich wichtig, dass ein Staat sicher andere gesprochen Sprache akzeptiert, aber dass jeder, dir hier Heimat finden möchte, sich zumindest bemüht, Deutsch zu lernen.
Die Verfassung? Unbedingt. Dies ist ein Schatz der eint und verteidigt gehört.
Freiheit? Auf jeden Fall: Freiheit zeichnet uns als Nation aus.
Sind wir ein Land der Kultur, der Wissenschaft, der Ingenieurskunst, der kulinarischen Höchstleistungen, der Kunst, der Musik?
Ich finde nichts zwingend. Die Ingenieursleistungen sind vielleicht noch einzigartig. Aber sonst?
Je länger ich darüber nachdenke, um so klarer wird es mir, dass wir vielleicht mal wieder den Hintern hochkriegen sollten, uns Einbringen, mit dem, was wir gut können und die unterstützen, die das schon machen. Ich sehe mit Blick auf unser Land ein reichlich verwaschenes Profil.
Und bei sowas wird dann eine Hymne, die uns konkret entspricht eine fast unlösbare Herausforderung.
Aber vielleicht hat die Community hier einen positiveren Blick. Ich lass meine Sicht da gerne bereichern.