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"Doch wieder Krieg" (Spiegel 14/25, S. 18ff.)

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der_alte
Themenstarter
Beiträge : 1857

Wer den Spiegel hat/bekommen kann: Ein interessanter Artikel von Lothar Gorris über die Bereitschaft seine Kinder in den Krieg zu schicken. Mir war er nicht tiefgängig genug/ausführlich, aber trotzdem interessant, von jemanden aus der Boomer-Generation.

Denn das ist die Grundfrage: Wehrbereitschaft. Noch soviele Milliarden ersetzen diese nicht (hatte wir doch auch schon privat, nicht wahr: @ga2 😍 😘 ).

Hatte dazu schon vor langen Jahren im Buch von Luttwak "Stratgey - The Logic of War and Peace") gelesen, der dazu ausführlicher unter dem Schlagwort postheroisches Zeitalter dazu Ausführungen brachte (erschienen in deutsch 2003).

Sehe da das größte Problem bei der geplanten Aufrüstung (abgesehen von fehlenden Kasernen, Ausbildern...). Man kann die Menschen sich per Wehrpflicht dazu verpflichten dass bringt halt nur noch automatisch den Willen in den Menschen hervor für das was getan werden soll.

Denk da an meinen Vater (R.I.P.) der nach 9/11 sagte dass er mich nicht in den Krieg liesse (damals war ich noch kein körperliche Trümmerfall, sondern noch alarmbeordert für die V-Reserve). Und er war alles andere als ein "Peacenik"...

Ist halt nicht mehr 1914 wo es eine große Begeisterung gab (auch wenn diese m.W. auch gerne mal übertrieben dargestellt wurde). Wobei die dann auch abkühlte als immer mehr Männer fielen und die Versorgung des Heimatlandes nicht mehr so lief wie man sich das erträumt hatte.

Aus letzterem zogen die Herrscher des nationalsozialistischen Deutschlands dann die Folgerung (siehe Götz Alys Buch ""Hitlers Volksstaat") dass man alles tun muss dass es in der Heimat mit der Versorgung gut läuft, egal welche Taten man dafür begehen muss, egals welche Ausplünderungen und Untaten dazu begangen werden mussten. Hauptsache die Versorgung des eigenen Landes leidet so wenig wie möglich und hält die Stimmung dort halbwegs hoch.

Gut dass das in dem Artikel ein bisschen thematisiert wurde (der Wille) wenn auch m.E. zu knapp/dünn.

Und es heute untergeht/vergessen wurde was Krieg in der Heimat auslösen kann, denke da an das Beispiel der Schlacht an der Somme 1916, als die britischen Einheiten die deutschen Linien hofften kaputt zu bomben und dann in einem "Spaziergang" durch das Schlachtfeld wandern zu können. Nur dass die deutschen Einheiten nicht wie gehofft vernichtet waren und die Briten den m.W. verlusstreichsten Tag ihrer Militärgeschichte hatten. Was die Katastrophe nicht verschlimmerte war dass die Briten Pals Regiments hatten, d.h. die aus einer Region kamen. Wenn da ein Regiment ausgelöscht wurde hatte eine ganze Region quasi keine Männer mehr (ausser Kinder und Greise) - nur noch in der Katastrophe übertroffen vom Paraguaykrieg (1864 - 1870) in dem Paraguay etwa 70% der männlichen Bevölkerung verlor (Zahlen umstritten).

Schwacher Rede, kurzer Sinn: Denke nicht dass noch soviele Milliarden helfen, solange man nicht den dazu passenden Willen in dem Teil der Bevölkerung hat der diese bedienen soll und bereit ist dafür verletzt oder getötet zu werden.

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44 Antworten
Kappa
 Kappa
Beiträge : 1657

@der_alte Das ist natürlich richtig. Der Deutsche Alterschnitt ist doch Mitte Vierzig. Und das nur weil ein Großteil der jungen Menschen zugewandert sind. Das dann nur noch eine Minderheit das alles Ausbügeln soll zu der auch meine beiden Kinder gehören würden das will ich auch nicht.

Die Konsequenz wäre alles in die Entwicklung autonomer Waffentechnik und A-Waffen zu stecken.

Das erste schützt das Volk davor wieder Kanonenfutter zu werden das zweite ist die Ultimative Abschreckung.

Völlig Wahnsinnig in dem Zusammenhang sind m.M.n. die geplanten Wasserstoffnetze in Deutschland. Ein Professor vom Fach hielt im Winter dazu ein Vortrag vor politischen Kreisen. Also ganz ohne das Thema Krieg..rein um das Thema der Handhabung. Er stufte es als zu gefährlich ein für den "Hausgebrauch".

Wurde natürlich von Politikern (gelernte Winkeladvokaten) schöngeredet. Ich will in keiner Straße wohnen müssen welche an Wasserstoff angeschlossen wäre oder Gebäude Tanks mit diesem Mist haben. 

 

 

kappa antworten


Blackhole
Beiträge : 1274

@der_alte Vor allem ist die Vorstellung veraltet.

Die riesigen Panzerheere des Warschauer Paktes gibt es nicht mehr. Die russische Armee kommt nicht mehr aus dem Donbass raus und verheizt jetzt Nordkoreaner und Chinesen.
Ich befürworte die Stationierung der Bundeswehr im Baltikum, sehe sie aber hauptsächlich als Beruhigung der Nerven dort. Die Balten können sich noch an die Sowjetunion erinnern. Das ist deren Geschichte, und sie steckt ihnen noch in den Knochen.

Dafür gibt es heute ganz andere Möglichkeiten der Kriegsführung. Und die werden unterschätzt.
Der Krieg findet längst auf deutschem Boden statt.

blackhole antworten
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