Benachrichtigungen
Alles löschen

"Fall Aiwanger": angemessen oder übertrieben?

Seite 6 / 6

Lucan-7
Themenstarter
Beiträge : 20227

Ich wollte schon länger mal einen thread zum Thema "Ansprüche an Prominente" machen, wo es um die Frage gehen sollte, wieviel Perfektion wir eigentlich von Menschen erwarten, die in irgendeiner Hinsicht Vorbilder sein können... Künstler allgemein, Musiker im Besonderen, Schauspieler, Politiker, Schriftsteller und Andere.

Was kann man einem Politiker noch durchgehen lassen, was geht überhaupt nicht mehr?

Es ist schwer dafür allgemeine Maßstäbe zu finden. Was etwa Donald Trump sich alles erlaubt hat hätte hierzulande wohl schon für hundert Rücktritte gereicht. Manchen Leuten verzeiht man viel, andere stolpern schon über vergleichbar geringe Vergehen.

Nun ist also Aiwanger ins Visier geraten, durch eine vermeintlich "antisemitische Hetzschrift", die er mit 17 Jahren verfasst oder zumindest verbreitet oder möglicherweise auch nur in seinem Schulranzen aufbewahrt haben soll.

Der Inhalt dieser Schrift ist hier im Video zu sehen:

Der Fall Aiwanger

 

Zur Schrift selber: Das Ganze scheint als eine Art Satire gemeint zu sein. Der "Antisemitismus" darin besteht darin, dass "Gewinner" eines "Wettbewerbes für Volksverräter" nach Ausschwitz oder in ein Massengrab geschickt werden sollen. Das ist selbstverständlich völlig geschmacklos und eine Verunglimpfung der Opfer, wenn man es so auslegen will. Aber eine Hetze gegen Juden darüber hinaus gibt es nicht, auch keine Erklärungen, was überhaupt der Anlass dieses merkwürdigen Machwerkes sein soll.

Ich persönlich habe für Hubert Aiwanger keinerlei Sympathien. Ich halte ihn für einen Populisten im Stil der AfD, der sich deren Themen und Wortwahl bedient, was für ihn politisch anscheinend recht gut funktioniert. Und da gibt es eine Menge Dinge, die man ihm hier und jetzt ganz konkret vorwerfen kann.

Aber muss man jetzt ein geschmackloses Papier ins Feld führen, das er als 17-jähriger verfasst oder auch nur mit sich im Schulranzen herumgeführt hat?

Mit 17 kann man zwar schon eine gewisse Reife erwarten, man macht aber auch viel Blödsinn. Provokation und Auffallen wollen gehört dazu. Jetzt wird das Ganze aber zur Staatsaffäre, in die sich auch der Bundeskanzler einschaltet. Und ich frage mich, was denn hier los ist... habt ihr gegen diesen Möchtegern-König der Stammtische echt nichts anderes vorzubringen als das geschmacklose Machwerk, das möglicherweise sein Bruderals Jugendlicher verfasst hat?

Muss es wirklich so dargestellt werden. als gäbe es zwischen dem 17-jährigen Hubert A. und dem 52-jährigen Hubert A. keinerlei Unterschiede?

Wer das unterstellen will, der sollte auch aufzeigen können, wie sich der Antisemitismus von damals durch das gesamte politische Wirken Aiwangers zieht. Kann ja sein, dass da was ist - aber dann muss man das auch entsprechend begründen.

Für mich stellt sich die ganze Aktion bisher jedenfalls als Verharmlosung von Antisemitismus dar... und das können wir nun wirklich nicht brauchen.

 

 

Antwort
500 Antworten
MrOrleander
Beiträge : 2199
Veröffentlicht von: @lucan-7

Jetzt wird das Ganze aber zur Staatsaffäre, in die sich auch der Bundeskanzler einschaltet.

Wenn man von Aiwanger erwartet, sich an Details zu erinnern, die Jahrzehnte zurückliegen, dann sollte ein Bundeskanzler, der nicht mehr erinnern kann, was er in seiner Funktion als Hamburger Bürgermeister im Jahr 2016 so alles beschieden hat, doch besser vornehme Zurückhaltung wahren. 

mrorleander antworten
7 Antworten
TheoTestnutzer
(@theotestnutzer)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 11
Veröffentlicht von: @mrorleander
Veröffentlicht von: @lucan-7

Jetzt wird das Ganze aber zur Staatsaffäre, in die sich auch der Bundeskanzler einschaltet.

Wenn man von Aiwanger erwartet, sich an Details zu erinnern, die Jahrzehnte zurückliegen, dann sollte ein Bundeskanzler, der nicht mehr erinnern kann, was er in seiner Funktion als Hamburger Bürgermeister im Jahr 2016 so alles beschieden hat, doch besser vornehme Zurückhaltung wahren. 

Test Test Test

Test

theotestnutzer antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 4 Monaten

Beiträge : 184
Veröffentlicht von: @mrorleander
Veröffentlicht von: @lucan-7

Jetzt wird das Ganze aber zur Staatsaffäre, in die sich auch der Bundeskanzler einschaltet.

Wenn man von Aiwanger erwartet, sich an Details zu erinnern, die Jahrzehnte zurückliegen, dann sollte ein Bundeskanzler, der nicht mehr erinnern kann, was er in seiner Funktion als Hamburger Bürgermeister im Jahr 2016 so alles beschieden hat, doch besser vornehme Zurückhaltung wahren. 

Stimmt. 

Das mit dem Nicht-erinnern-können habe ich bei Hubert Aiwanger von Beginn an als Anwaltsempfehlung eingeordnet - adäquat zu Olaf Scholz' Verhalten auch.

Das scheint eben auch Rechtsstaat zu sein: ich bin so lange still, bis mir das Gegenteil bewiesen wird. 

martha antworten
Scylla
 Scylla
(@scylla)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 167

@martha 

 

Nach Parg. 136 und 163a Stpo, so wie Parg. 55 Ordnungswidrigkeitengesetz gilt für Beschuldigte in einem Ermittlungsverfahren ein Aussageverweigerungsrecht.

Um so mehr gilt natürlich auch das Schweigerecht mMn im Vorfeld

Die Unschuldsvermutung ist als rechtsstaatliches Grundprinzip in der Charta der Grundrechte der EU in Art. 48 fest verankert.

Das orchestrierte, einseitige und  vorverurteilende  Verdachtsempörung rechtstaatliche Grundprinzipien selten interessiert ist ja schon lange nichts neues.

Von Kiesling bis Lindemann und nun Aiwanger.

Der einzige Fehler den Aiwanger gemacht hat in meinen Augen war, zu viel geredet / reagiert zu haben.

Garnichts sagen, sein Ding durchziehen und die Haberer ins Leere laufen lassen.

So wie Hr. Tillmann z.B. wäre der mMn der Weg

scylla antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 20227

@scylla 

Der einzige Fehler den Aiwanger gemacht hat in meinen Augen war, zu viel geredet / reagiertzu haben.

Garnichts sagen, sein Ding durchziehen und die Haberer ins Leere laufen lassen.

Das Recht dazu hätte er natürlich gehabt. Aber für einen Politiker ist es ja auch immer entscheidend, wie er reagiert und nach aussen wirkt. Und ob ihm ein solches Verhalten am Ende wirklich genutzt hätte bezweifle ich dann doch.

lucan-7 antworten
Scylla
 Scylla
(@scylla)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 167

@lucan-7 

Mit "Aussitzen" von Anfeindungen und vor allem Problemen hat Kohl 16 Jahre regiert

"never complain, never explain"

"Beschwere dich nie, erkläre es nie"

 

War das de facto Regierungsmotto von Queen Elisabeth.

Hatte was für sich.

 

Die Feinde Auwangers haben letztendlich bisher nur eins erreicht. Die Stärkung der Freien Wähler, das Ende des Höhenflug der Grünen.

Ob das bis an die Wahlurne reicht, werden wir sehen.

Das die Kampagne kurz vor dem Beginn der Briefwahlphase begann, halte ich dabei allerdings nicht für Zufall.

scylla antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 20227

@scylla 

Mit "Aussitzen" von Anfeindungen und vor allem Problemen hat Kohl 16 Jahre regiert

Ja, aber der war halt ein anderer Typ. Merkel hätte wohl auch nichts gesagt und die Vorwürfe einfach über ihren Sprecher beiseitegewischt. Aber von einem "volksnahen" Typen wie Aiwanger wird wohl eher eine entsprechende Antwort erwartet.

lucan-7 antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 4 Monaten

Beiträge : 184

@scylla 

Garnichts sagen, sein Ding durchziehen und die Haberer ins Leere laufen lassen

Wie hätte das praktisch ausgesehen? 🤔

Hätte er ohne Euphorie im  monotonen Spachduktus gesagt: "Ich bitte um Verständnis, dass ich mich zu der Sache nach dem Wahlkampf äußern werde" - was wäre passiert? II: 🤔 :Ii

martha antworten


MrOrleander
Beiträge : 2199
Veröffentlicht von: @lucan-7

Mit einem Eingeständnis, dass er in der Schule damals sicher auch eine Menge Blödsinn erzählt hat, würde er den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen.

Also, die Kritik erregt sich darüber, daß Aiwanger in der Schulzeit jede Menge Blödsinn erzählt hat. Und in dem Moment, wo Aiwanger sagt, er habe jede Menge Blödsinn erzählt, verstummt die Kritik. Hälst Du das wirklich für ein realistisches Szenario?

Was mir an der Sache noch sauer aufstößt ist der Verlust des Schuitzraumes Schule. Natürlich war der nie absolut. Aber daß Schüleräußerungen nach Jahrzehnten in die Öffentlichkeit gezerrt werden, finde ich erschreckend. Eine Klavierschülerin von mir meinte kürzlich, in anderem Zusammenhang:'Ich werde in der Schule immer schön das brave Mädchen sein, damit komme ich prima klar'. Schade drum, denn sie hat durchaus was zu sagen, aber im Grunde kann ich ihr nur recht geben. Wenn's der Sache dient, das sehen wir in den 'sozialen' Medien ja schon seit langem, gibt es keinen Schonraum mehr. 

mrorleander antworten
3 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 20227

@mrorleander 

Also, die Kritik erregt sich darüber, daß Aiwanger in der Schulzeit jede Menge Blödsinn erzählt hat. Und in dem Moment, wo Aiwanger sagt, er habe jede Menge Blödsinn erzählt, verstummt die Kritik. Hälst Du das wirklich für ein realistisches Szenario?

Ja. Weil er die Sache damit einordnen würde: Als Schüler erzählt man nun einmal Blödsinn, was wollt ihr denn?

Denn du hast ja recht, die Schule sollte ein gewisser Schutzraum sein. Als Schüler probiert man sich aus, schaut was geht und was nicht geht, testet Grenzen aus... auch des Sagbaren. Am Ende zieht man seine Schlüsse und lernt hoffentlich etwas Gescheites draus.

Aiwanger hat das Spiel aber mitgespielt. Im Grunde lautet seine Boitschaft: "Ja, wenn ich damals wirklich Nazisprüche gebracht hätte oder wenn ich der Autor dieses Flugblattes gewesen wäre, dann wäre das wirklich schlimm! Deshalb sage ich ja auch, dass ich es nicht war und nichts davon zutrifft!"

Man darf gepannt sein, wie es die nächste Generation von Politikern treffen wird. Denn da findet sich ja nicht nur ein einzelnes anonymes Blatt... da findet sich in den sozialen Medien praktisch die gesamte Jugend dokumentiert, inclusive aller Sprüche, Fotos, Beleidigungen, politischer Ansichten, Drohungen und was nicht noch alles...alles irgendwo gespeichert, um es dem nächsten hoffnungsvollen Anwärter auf irgendeinen politischen Posten kurz vor der Wahl unter die Nase halten zu können.

Aber vielleicht ist bis dahin auch die KI so gut geworden, dass digitale Beweise ohnehin wertlos sind...

lucan-7 antworten
der_alte
(@der_alte)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 1215

@lucan-7 jemand der Dinge in der Jugend tat, die nun gegen ihn verwendet werden können soll halt einfach nicht für ein Amt kandidieren. Ist ja kein Zwang das zu tun.

der_alte antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 20227

@der_alte 

jemand der Dinge in der Jugend tat, die nun gegen ihn verwendet werden können soll halt einfach nicht für ein Amt kandidieren. Ist ja kein Zwang das zu tun.

Mir ist ein fähiger Politiker, der in seiner Jugend Dummheiten gemacht hat, wesentlich lieber als ein unfähiger Politiker, der in der Schule immer brav in der letzten Reihe gesessen hat.

Es geht darum, die Talente der Menschen zu nutzen. Wer keine Fehler verzeiht wird dann irgendwann auch keine talentierten Menschen in wichtigen Positionen mehr haben.

Ich sehe übrigens auch einen klaren Zusammenhang zwischen "Talent" und "Fehler machen"... wer nie Fehler macht tut sich wesentlich schwerer damit, Talente zu entwickeln.

lucan-7 antworten
MrOrleander
Beiträge : 2199
Veröffentlicht von: @lucan-7

Damit wäre die Sache aus der Welt gewesen, und alles wäre ungefär so, wie du es hier lang und breit ausgeführt hast.

Ich glaub's ja nicht. Im Zusammenhang mit diesem Kuß wird häufig angemerkt, er habe für 'weltweite' Empörung gesorgt. Ich wage dann sanft zu bezweifeln, daß in Russland, China oder der islamischen Welt die Empörung hohe Wellen geschlagen hat. Empört war man vermutlich vornehmlich auf Twitter und anderen 'sozialen' Medien. Und wenn dort die Empörung erst einmal angeschwollen ist...

Wie die Situation sich in Spanien selbst darstellt, weiß ich nicht. Es mag gute Gründe geben, warum man dort einen Kuß für strafwürdig ansieht (auch wenn die Videosequenzen aus dem Mannschaftsbus nahezulegen scheinen, daß die Spielerinnen erst viel später auf den Gedanken gekommen sind, daß sie Zeuginnen eines Verbrechens geworden sind). Vielleicht ist Rubiales auch wirklich ein fieser Typ, der keine Gelegenheit ausläßt, seinen Händen und Lippen freien Lauf zu lassen. Ich weiß es nicht, ich werde nicht darüber urteilen.

Was mir an der ganzen Sache aufstößt, ist die - in meinen Augen! - fehlende Verhältnismäßigkeit im Vergleich zu anderem Bösen, was Frau auf dieser Welt - und sicher auch in Spanien - widerfährt. Solange da ein Kuß auf den Mund als empörungswürdiges Symbol taugt, scheint sonst ja alles in Butter zu sein.

mrorleander antworten
8 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 20227

@mrorleander 

Ich glaub's ja nicht. Im Zusammenhang mit diesem Kuß wird häufig angemerkt, er habe für 'weltweite' Empörung gesorgt. Ich wage dann sanft zu bezweifeln, daß in Russland, China oder der islamischen Welt die Empörung hohe Wellen geschlagen hat.

Ich interpretiere "weltweite Empörung" nicht als "Empörung der ganzen Welt", sondern "Empörung von Menschen, die auf der ganzen Welt verteilt sind - und nicht nur regional."

 

Wie die Situation sich in Spanien selbst darstellt, weiß ich nicht. Es mag gute Gründe geben, warum man dort einen Kuß für strafwürdig ansieht (auch wenn die Videosequenzen aus dem Mannschaftsbus nahezulegen scheinen, daß die Spielerinnen erst viel später auf den Gedanken gekommen sind, daß sie Zeuginnen eines Verbrechens geworden sind).

Es ist immer schwer, aus einem kleinen Abschnitt auf das große Ganze zu schliessen... man darf ja nicht vergessen, dass die gerade Weltmeister geworden sind und deshalb eine Feier angesagt war. Das hat in dem Moment sicher überwogen.

 

Vielleicht ist Rubiales auch wirklich ein fieser Typ, der keine Gelegenheit ausläßt, seinen Händen und Lippen freien Lauf zu lassen. Ich weiß es nicht, ich werde nicht darüber urteilen.

Was mir an der ganzen Sache aufstößt, ist die - in meinen Augen! - fehlende Verhältnismäßigkeit im Vergleich zu anderem Bösen, was Frau auf dieser Welt - und sicher auch in Spanien - widerfährt. Solange da ein Kuß auf den Mund als empörungswürdiges Symbol taugt, scheint sonst ja alles in Butter zu sein.

Die Vorwürfe gingen ja weit über den Kuss hinaus. Hätten die Spielerinnen tatsächlich ein herzliches Verhältnis zu Rubiales gehabt, dann wäre die Sache sicher nicht so hochgekocht.

Was die Verhältnismäßigkeit betrifft... sicher, das war jetzt keine Vergewaltigung. Aber es war öffentlich, und deshalb war es eine Gelegenheit gegen Rubiales vorzugehen. Inwiefern das auch noch andere Fälle betrifft, darüber können wir nur spekulieren, aber es ist klar dass noch mehr betrifft als nur diesen einen Übergriff.

Und wenn das zutrifft, dann war das halt das gleiche Vorgehen wie bei Al Capone... Mord konnte man ihm nicht nachweisen, also ging er halt für Steuerhinzerziehung in den Knast. Steht auch in keinem Verhältnis, aber es erfüllte seinen Zweck.

lucan-7 antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 21165

@lucan-7 

Zum Beitrag

https://www.zeit.de/entdecken/2022-06/spanien-politik-feminismus-frauen?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

In Spanien gilt eine andere Einordnung von sexuellen Straftaten. Der Artikel führt die Änderung und Erweiterung der rechtlichen Situation von Frauen in Spanien deutlich aus und den Unterschied zu Deutschland.

Es ist nicht mehr der privatrechtliche Bereich, in dem die Urteile gefällt werden, sondern auf der politischen Ebene.

Trotzdem ist Spanien noch kein feministisches Paradies.

deborah71 antworten
der_alte
(@der_alte)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 1215

@deborah71 interessanter Aspekt aus dem Artikel:

"In Strafprozessen gilt der Grundsatz: Verletzt oder tötet ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin, dann wird das härter bestraft, als wenn zwei Männer sich prügeln oder eine Frau einen Mann tötet.

Bis zu 50-mal hätten Juristen damals prüfen lassen, ob die schärfere Bestrafung der männlichen Täter den Gleichheitsgrundsatz verletze, erklärt die Richterin Avilés. In einem Grundsatzurteil von 2008 befand das Verfassungsgericht: Nein, das sei keine Diskriminierung von Männern. Schließlich werde so lediglich eine strukturelle Ungerechtigkeit ausgeglichen."

der_alte antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 7088

@mrorleander 

Was mir an der ganzen Sache aufstößt, ist die - in meinen Augen! - fehlende Verhältnismäßigkeit im Vergleich zu anderem Bösen, was Frau auf dieser Welt - und sicher auch in Spanien - widerfährt. Solange da ein Kuß auf den Mund als empörungswürdiges Symbol taugt, scheint sonst ja alles in Butter zu sein.

Eben weil nicht alles in Butter ist, ist dieser Kuss so ein empörungswürdiges Symbol. Weil es für den Machismo steht und eben für die Übergriffigkeit Frauen gegenüber, von aufgezwungenen Küssen bis hin zu Gewalt gegenüber Frauen und Vergewaltigung.

alescha antworten
der_alte
(@der_alte)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 1215

@alescha wobei ich mich auch frage warum ein Mann eine Frau küsst. Was hat er davon? Warum soll man so etwas tun? Naja, bin wohl in einem Alter in den einen solche Dinge weniger interessieren. In der Ewigkeit wird solche Dinge, wie auch GV, nicht mehr geben, denn da wird ja bspw. nicht mehr geheiratet. Dann ist man durch solche Dinge unbelastet.

der_alte antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 7088

@der_alte 

wobei ich mich auch frage warum ein Mann eine Frau küsst. Was hat er davon? Warum soll man so etwas tun?

Weil die meisten Menschen Bedürfnis nach Nähe und Sexualität haben? Und ihre Zuneigung ausdrücken wollen? Ich küsse meinen Mann, weil ich ihn liebe und begehre. 

Anders ist es bei Küssen, die man anderen ungefragt aufdrückt, so wie das hier geschehen ist. Was der Mann davon hat? In vielen Fällen sind solche Übergriffe schlicht eine Machtdemonstration: Ich bin der Obermacker, und ich nehme mir, was ich will. 

alescha antworten
der_alte
(@der_alte)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 1215

@alescha na, da ist bei mir doch beides eher fremd.

der_alte antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 7088

@der_alte 

Na, immerhin hast Du jetzt eine Antwort auf Deine Frage.

alescha antworten


Seite 6 / 6
Teilen:

Hey du!

Dieses Forum ist für dich kostenlos.
Das funktioniert nur, weil uns treue Menschen regelmäßig mit ihrer Spende unterstützen.
Bist du dabei?