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Mich interessiert nicht, was die KI dazu sagt...!

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Lucan-7
Themenstarter
Beiträge : 29398

Ich wollte das Thema ja zunächst in den Smalltalk stellen, ich habe dann aber gemerkt dass der Hintergrund womöglich doch etwas ernsthafter ist, also schreibe ich das mal hier rein.

Mir fällt auf, dass immer häufiger Beiträge hier durch KI-generierte Antworten ergänzt werden. Die meisten User achten zumindest darauf, das auch dazu zu schreiben und zu kennzeichnen, immerhin. Und ich bin auch nicht generell gegen KI als solche, manchmal gibt es da schon interessante Antworten und Anwendungsmöglichkeiten - wenn man das schon mal hat, klar, kann man dann auch nutzen. 

Wenn also die KI etwa eine diskussionswürdige Antwort zum Sinn des Lebens liefert und jemand darüber diskutieren möchte... bitte sehr, könnte interessant sein.

Mir fällt aber auf, dass KI-Antworten immer häufiger auch für sachliche Informationen verwendet werden, im Sinne einer Quelle wie Wikipedia oder anderen Informationsquellen. Vor allem dann, wenn es sich um komplexere Themen handelt. Und das halte ich für bedenklich. Denn KI sucht sich die Informationen aus anderen Quellen zusammen, ohne diese zu nennen. Man weiss also gar nicht genau, woher das ganze jetzt kommt... und inwieweit die KI selbst etwas dazu erfunden hat, denn nachvollziehbar ist das nicht.

Ich selber ignoriere inzwischen alles, was hier als KI-generierte Antwort geschrieben wird - vor allem dann, wenn es anstelle einer eigenen Antwort präsentiert wird. Ich finde, dass das auch dem Sinn des Forums als Diskussionsplattform entgegensteht.

Wie gesagt, ich lehne KI nicht grundsätzlich ab, es ist ein nützliches Werkzeug. Aber ich denke, man sollte es in einer Diskussion nur sehr begrenzt einsetzen, wenn überhaupt.

Denn auf Dauer, davon gehe ich aus, wird KI die sozialen Medien praktisch zerstören. Über kurz oder lang wird alles unglaubwürdig werden, und wenn ein erheblicher Teil aller Beiträge auf KI zurückgeht (Und auch der Konsum durch Bots nur vorgetäuscht wird), dann wird das auch für Werbekunden uninteressant. Soziale Medien werden sicher immer bedeutsam bleiben, aber sie werden in den nächsten Jahren aufgrund KI-generierter Beiträge an Bedeutung verlieren, zumindest vermute ich das.

Und ich denke, dass auch ein Forum (Was eh schon eine völlig veraltete Form sozialer Medien darstellt) dadurch weiter an Bedeutung verlieren wird.

 

Wie seht ihr das? Etwas zu übertrieben vielleicht?

 

Antwort
125 Antworten
Deborah71
Beiträge : 29331

@lucan-7 

Mich interessieren die Zusammenfassungen von KI schon, denn soviel kann ich gar nicht lesen, um alle diese Einzelheiten in einen Überblick zu bringen. Aus diesen Zusammenfassungen ergeben sich Anhaltspunkte, gezielt Fachartikel nachzuforschen, wie sich etwas wirklich verhält. Eben als Tool nutzbar, aber kein Evangelium. 

 

deborah71 antworten
7 Antworten
der_alte
(@der_alte)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 1854

@deborah71 lasse mit gerne "Buchkapitel" schreiben bspw., zu Themen die ich kenne aber vertieft haben will. Da kann man dann schreiben am Prompt "Bitte verfasse mir ein Kapitel im Stile von Verlag XY zu dem Thema ZY, gehe bitte ausführlich auf dies und das ein." Gibt halt im technischen Bereich immer weniger Bücher da ist das schon eine Hilfe. Man sollte halt das Thema schon ein wenig kennen um das Ergebnis einschätzen zu können.

 

der_alte antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@der_alte 

Danke für den Tipp. 

Bislang muss man viel wissen, um KI überprüfen zu können, was nützlich und was irrtümlich ist. 

deborah71 antworten
der_alte
(@der_alte)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 1854

@deborah71 habe mal ChatGPT gebeten mir den Auftritt Ministerin Bas im Ton verschiedener Periodika zu formulieren, ist ganz amüsant:

 

Zeitung Text (fünf Zeilen, deutlichere Tonlage)
BILD Ministerin Bas legt bei den Arbeitgebern los – und zwar richtig! Mit erhobenem Zeigefinger fordert sie „mehr Einsatz“ für die Beschäftigten. Einige Chefs verdrehen die Augen, andere murmeln. Bas lässt sich davon nicht stoppen. Ein Auftritt, der für ordentlich Krawall sorgt!
TAZ Bas trifft auf die Cheflobby – und hält ein Plädoyer gegen die soziale Schieflage. Wenn Manager irritiert schauen, weiß man, dass es ernst wird. Sie spricht von Verantwortung, Solidarität, Teilhabe. Ein leiser Seitenhieb hier, ein klarer Appell dort. Widerstand? Gern gesehen.
FAZ Vor den Arbeitgebern hält Bas einen betont sachlichen Vortrag. Sie erläutert strukturelle Herausforderungen, betont Verlässlichkeit und Rahmenbedingungen. Der Ton ist kontrolliert, analytisch, ohne populistische Ausschläge. Die Reaktionen bleiben nüchtern. Ein routinierter Auftritt im politischen Tagesgeschäft.
Süddeutsche Zeitung Bas tritt vor die Arbeitgeber mit einem ruhigen, fast nachdenklichen Statement. Sie spricht über Wandel, Belastungen und Chancen – und darüber, wie Wirtschaft und Gesellschaft zusammenfinden müssen. Einige Punkte stoßen auf verhaltene Kritik. Ein Auftritt, der eher nachwirkt als provoziert.
ZEIT Die Rede von Bas vor den Arbeitgebern wirkt wie ein Versuch, ökonomische Interessen mit sozialen Leitideen zu versöhnen. Keine Schlagworte, eher tastende Gedanken über Balance und Verantwortung. Das Publikum hört aufmerksam, aber abwartend. Am Ende bleibt eine offene Frage: Wie lässt sich beides verbinden?
Junge Freiheit Bas präsentiert vor Arbeitgebern ihre klar sozialdemokratisch geprägte Linie. Viel Staat, viel Regulierung, viel Anspruch – so wirkt ihr Vortrag. Einige Unternehmer reagieren skeptisch, manche kritisch. Der Auftritt unterstreicht die politische Distanz zwischen Regierungsanspruch und wirtschaftlicher Realität.
Handelsblatt Bas nutzt das Treffen mit Arbeitgebern für eine nüchterne Bestandsaufnahme: Fachkräftemangel, Standortbedingungen, Investitionssicherheit. Sie spricht offen über Herausforderungen, aber auch über staatliche Erwartungen. Die Reaktionen sind gemischt, aber sachlich. Ein pragmatischer Austausch im wirtschaftlichen Spannungsfeld.
der_alte antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@der_alte 

Damit hätte  sie den Redenschreiber gespart 🤣 

deborah71 antworten
der_alte
(@der_alte)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 1854

@deborah71 lustig auch wenn man ChatGPT fragt ob ein Experte früher ein Perte war 🤣 

"

Schöner Versuch – aber leider nein. 😄
Die Vorsilbe „Ex-“ in Experte hat NICHTS mit „ex“ im Sinne von „früher“ zu tun.

✔ Herkunft

„Experte“ kommt vom lateinischen expertus = erprobt, erfahren, kundig.
Das wiederum stammt von experiri = versuchen, ausprobieren.

✔ Bedeutet also:

Ein Experte ist jemand, der Erfahrung durch Ausprobieren gesammelt hat –
nicht jemand, der früher mal Perte war.

✔ Wortspiel-Antwort (falls du die haben willst 😉)

„Nein — ein Experte war vorher kein Perte, sondern jemand, der’s ausprobiert hat, bis er’s konnte.“

Wenn du willst, kann ich dir den Witz noch steigern oder weitere etymologische Wortspiele liefern."

der_alte antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@der_alte 

😆Du bist heute echt gut drauf....  😀 

etymologische Wortspiele haben so ein gewisses Etwas....  

lockert vllt den Thread etwas auf

deborah71 antworten
der_alte
(@der_alte)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 1854

@deborah71  😀  🤣 freut mich dass es gefällt. Arbeite sehr viel mit KI und nutze es gerne privat auch, für Kochen und so.

Halt für lustiges, nützliches und berufliches. Habe gerade sehr lange einen Fehler gesucht, da muss man *mit* der KI zusammenarbeiten und sich gegenseitig helfen.

Im Thread ist es mir etwas zu verengt auf Faktenwissen im eher politischen Bereich. Beruflich setze ich KI unpolitisch ein.

Gerade eben Spracherkennung gemacht, habe einen speziellen Rechner dafür mit starker Grafikleistung die mich da unterstützt.

Oder ich programmiere wie heute damit, andersmal suche ich für die Beschaffung Sachen.

Oder nutze es wenn ich mit @ga2 plaudere um einfach Sachen abzufragen, da muss man dann mehr aufpassen.

Es gibt soviele Anwendungsfälle und es braucht Übung. Dazu kann man auch Spass haben wie mit dem Witz.

Als ich mir die Tage ein Tablet bestellte, habe ich intensiv mit KI geschaut und natürlich auch selbst, eine sehr große Hilfe dass die KI mir da Berge an Infos durchgeht und wie gewünscht präsentiert.

Oder mir Fragen zum Rechner beantwortet, bspw. wie ein Windows 11 Upgrade genau abläuft, welche Phase was macht.

der_alte antworten


Jack-Black
Beiträge : 6191

@lucan-7 Ich selber ignoriere inzwischen alles, was hier als KI-generierte Antwort geschrieben wird - vor allem dann, wenn es anstelle einer eigenen Antwort präsentiert wird.

Entweder Du ignorierst alles, oder nicht. "Vor allem" ergibt dann keinen Sinn. Tatsächlich kann man nur das "ignorieren", was erkennbar oder ausgewiesenermaßen ai-generiert ist. Und den Begriff "ignorieren" genauer verstanden (im Sinne von: nicht bemerken) ist auch dies unmöglich - man kann nur in solchen Fällen darauf verzichten, ai-generierte Beiträge einer Antwort zu würdigen.

Was Du vermutlich meinst ist, dass Du, wenn er Dir auffällt, AI-Slop nicht weiter zu behandeln versuchst. Ein Kampf gegen Windmühlen, solange man mit durchschnittlichen anonymen Menschen interagieren möchte, die es nicht als Frage der Ehre betrachten, darauf zu verzichten, ihre schwachen eigenen Gedanken durch AI-Content aufzupimpen. Oder die ernsthaft glauben, Informiertheit per AI-Shortcut erreichen zu können.

 

Wie gesagt, ich lehne KI nicht grundsätzlich ab, es ist ein nützliches Werkzeug.

Welches Werk wird denn vermittelst AI gezeugt und worin genau besteht da jeweils der Nutzen?

Aber ich denke, man sollte es in einer Diskussion nur sehr begrenzt einsetzen, wenn überhaupt.

Wenn ich diskutiere, dann habe ich einen Standpunkt und kommuniziere mit jemandem, der einen anderen Standpunkt hat. Und dann nenne ich die Argumente, von denen ich meine, dass sie sie meiner Meinung (meinem jeweiligen Glauben bezüglich der in Rede stehenden Zusammenhänge) als Fundament zugrunde liegen und höre mir die Argumente der Gegenseite an. Und dann wende ich meine Intelligenz darauf an, Fehler in den Argumenten des Gegenübers zu finden oder aber seine Argumente, so sie mir valide erscheinen, auf meine Meinung anzuwenden - und gegebenenfalls dann meine Meinung zu ändern. Dabei hilft mir keine künstliche Intelligenz, da bin ich vollständig auf meine persönliche, sozusagen biologische Intelligenz angewiesen.

Wozu AI womöglich taugen kann*, ist Recherche. Und Recherche ergibt nur dort einen Sinn, wo man sich darüber im Klaren ist, dass einem Informationen fehlen, um überhaupt einen begründeten Standpunkt hinsichtlich einer Fragestellung haben zu können. Man könnte beispielsweise, wenn man weiß, dass man morgen an einer Debatte teilnimmt, die es zu "gewinnen" gilt (z.B. weil  davon abhängt, ob man ein Geschäft abschließen kann), noch nach Detailinformationen recherchieren, die man sich dann veilleicht notiert, um sie gegebenenfalls anbringen zu können. Aber da geht es dann letztlich schon nicht mehr darum, in einer Diskussion Klärung zu erlangen darüber, welcher Standpunkt tatsächlich der bessere sei, sondern um einen eristisch geschickt zu erreichenden Triumph.

Möglicherweise kann man sich, wenn man hinsichtlich eines Diskussionsthemas noch über gar keine Kompetenzen verfügt, sich von einer AI einen groben Überblick verfassen lassen, den man sich dann zu Gemüte führt in der Hoffnung, er enthalte nich allzu viele Halluzinationen. Aber warum sollte man über Themen, von denen man keine Ahnung hat, überhaupt diskutieren wollen?

Denn auf Dauer, davon gehe ich aus, wird KI die sozialen Medien praktisch zerstören.

Wäre vielleicht gar nicht so schlecht. Dass die sozialen Medien ihrer Benennung geradezu spotten, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben: nie waren die Leute, insbesondere gerade die jungen Leute, so unglücklich und so einsam wie heute. Dank der asozialen Netze, des Miasmas, dessen vorderster Zweck es stets war und momentan noch ist, Werbeanzeigen verkaufen und den Käufern dafür die Aufmerksamkeit der "Nutzer" bieten zu können. Im Rahmen dieser Aufmerksamkeitsökonomie waren und sind die Nutzer sowas wie die Mastschweine, die viel "Content" fressen sollen, um geistig fett und träge und voll in der Illusion gefangen, hier würden sie als Personen bemerkt und respektiert und wertgeschätzt und in ihren Wünschen und Hoffnungen und Bedürfnissen ernst genommen, schön brav am Bildschirm zu verharren.

Wenn demnächst dank der AI-Revolution das kapitalistische System zusammenbricht, lässt ich mit dem Miasma auch kein Werbeanzeigen-Geld mehr verdienen, es kann dann aus Perspektive der Besitzenden weg. Und da es den Habenichtsen eh nie wirklich mehr gab als nahm, brauchen die dann eigentlich auch nicht groß drum zu trauern. Statt vor den Bildschirm kann man sich dann ja mal wieder in tatsächliche soziale Zusammenhänge verfügen - beispielsweise indem man seine Freunde besucht oder die nächste Kneipe oder Turnhalle oder Bibelstunde oder wo immer halt Menschen anzutreffen sind.

 

Wie seht ihr das? Etwas zu übertrieben vielleicht?

Übertrieben nicht. Im Gegenteil: was Du hier ansprichst, tangiert gewissermaßen nur peripher einen viel, viel grundsätzlicheren Umbruch. Als kürzlich Google mit Gemini 3 mal eben die Karten im AI-Spiel neu mischte und OpenAIs ChatGPT von jetzt auf gleich vom Thron fegte, ließ ein ziemlich kompetenter Typ aus den USA, der die neuen Benchmark-Höchstleistungen analysierte, so nebenbei, auf die Denkfigur der technologischen Singularität bezogen, folgende Bemerkung fallen: "Ich bin übrigens der Meinung, dass wir den Ereignishorizont schon längst überschritten haben."

Ich kaue seither ständig an diesem Verdacht und je mehr ich dran kaue, desto plausibler erscheint er mir.

Wie auch immer: Inzwischen scheinen mir Diskussionen im Miasma nichts weiter als Zeitvertreib, gröber: mentale Selbstbefriedigung zu sein. Es ist doch letztlich völlig egal, ob ich hier oder in sonst einem Forum irgendwen von der Richtigkeit meiner Meinung oder womöglich von der Falschheit seiner Meinung überzeuge - oder nicht. Was ändert sich dadurch, abgesehen von einem recht irrelevanten kognitiven Zustand in meinem oder seinem Hirn? Lange Zeit war ich der Überzeugung, sowas sei aus politischen Gründen wichtig: dass die Leute das Richtige glauben und das Falsche eben nicht glauben. Weil ich dachte, das mache hinsichtlich demokratisch zustande kommender gesellschaftspolitischer Entscheidungen einen substantiellen Unterschied.

Das denke ich inzwischen nicht mehr.

 

 

 

 

 

 

*Ihr Zweck besteht indes nicht darin, Leuten, die kein Geld für sie zu zahlen, einen echten Nutzen zu bieten. Ihre wahre Tauglichkeit erweist sich darin, die Interessen derer zu befördern, die sie "kostenlos" anbieten, irgendeinen wahren, über Illusionen hinausgehenden, Wert hat sie für die "User" nicht. Was umsonst ist, hat keinen Wert. Aber auf den Trichter kommen wir heute so wenig, wie wir's während des sich seinem Ende zuneigenden Zeitalters der ersten KI-Generation (Miasma) hinkriegten: wenn Milliarden Fliegen Scheiße fressen, muss die doch irgendeinen Nährwert haben, gelle?

jack-black antworten
15 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Entweder Du ignorierst alles, oder nicht. "Vor allem" ergibt dann keinen Sinn.

*seufz* Du nu wieder...

Was ich meinte ist, dass ich Beiträge komplett ignoriere, wenn die ganze Antwort KI-generiert ist, und ich zumindest noch Teile zur Kenntnis nehme, wenn es auch noch eigenen Text enthält.

Wobei ich auch den nicht lese, falls ich vorher schon merke, dass im weiteren Verlauf irgendwelches KI-Zeug auftaucht... aber das sehe ich nicht immer sofort.

 

Welches Werk wird denn vermittelst AI gezeugt und worin genau besteht da jeweils der Nutzen?

In der Zusammenfassung kann KI nützlich sein, oder wenn man etwa einen Text nicht versteht und einen Einstieg in eine mögliche Interpretation braucht. Habe ich etwa bei biblischen Texten schon gemacht und lieferte auch interessante Ergebnisse... aber die sind dann nur ein Teil vom Ganzen, ich verlasse mich da nie komplett drauf. 

 

Wenn ich diskutiere, dann habe ich einen Standpunkt und kommuniziere mit jemandem, der einen anderen Standpunkt hat. Und dann nenne ich die Argumente, von denen ich meine, dass sie sie meiner Meinung (meinem jeweiligen Glauben bezüglich der in Rede stehenden Zusammenhänge) als Fundament zugrunde liegen und höre mir die Argumente der Gegenseite an.

KI kann auch bei Formulierungen helfen. Manchen Leuten fällt es schwer, ihre Gedanken in Worte zu fassen. Da kann KI tatsächlich nützlich sein und aus groben Vorgaben einen geschliffenen Text erzeugen.

 

Wäre vielleicht gar nicht so schlecht. Dass die sozialen Medien ihrer Benennung geradezu spotten, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben:

Ich sehe da auch positive Aspekte. Youtube etwa  wird immer mehr von KI-generiertem Content geflutet, und fördert das auch aktiv. Aber irgendwann will den Müll keiner mehr sehen. Und sobald die Werbekunden den Verdacht haben, das auch die "Zuschauer" in wesentlichen Teilen nur Bots sind bricht auch das Geschäftsmodell zusammen.

Würde der Menschheit vermutlich einen Dienst erweisen.

 

Es ist doch letztlich völlig egal, ob ich hier oder in sonst einem Forum irgendwen von der Richtigkeit meiner Meinung oder womöglich von der Falschheit seiner Meinung überzeuge - oder nicht. Was ändert sich dadurch, abgesehen von einem recht irrelevanten kognitiven Zustand in meinem oder seinem Hirn? Lange Zeit war ich der Überzeugung, sowas sei aus politischen Gründen wichtig: dass die Leute das Richtige glauben und das Falsche eben nicht glauben. Weil ich dachte, das mache hinsichtlich demokratisch zustande kommender gesellschaftspolitischer Entscheidungen einen substantiellen Unterschied.

Das denke ich inzwischen nicht mehr.

Es hat sich leider als Illusion erwiesen, dass in den westlichen Demokratien im politischen Diskurs Argumente und Gegenargumente für die Wahl einer Partei entscheidend seien.

Leider sind Selbstbestätigung und Bauchgefühl viel entscheidender, rationale Argumente sind weitgehend irrelevant.

Aber das ändert ja nichts daran, dass Dinge entweder funktionieren oder nicht funktionieren. Russisches Gas wird nicht deshalb "billig", nur weil es immer wieder so bezeichnet wird, Atomkraft nicht deshalb wirtschaftlich, weil darüber geredet wird. Und der Klimawandel wird nicht von politischen Meinungen aufgehalten. Dinge sind so, wie sie sind - und Meinungen ändern daran nichts.

Aber Dinge so zu sehen wie sie sind hilft einem immerhin dabei, mit der Welt ein wenig besser klar zu kommen. Das allein hat für mich schon einen Wert.

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7 *seufz* Du nu wieder...

Ja sorry, ey! 😇 😱 😎 😆 

 

In der Zusammenfassung kann KI nützlich sein, oder wenn man etwa einen Text nicht versteht und einen Einstieg in eine mögliche Interpretation braucht.

Unter einem Werk versehe ich etwas anderes als eine Zusammenfassung.

Wenn man früher einen Text nicht verstand, dann gab es zwei Möglichkeiten. Entweder, man machte sich die Mühe, ihn dennoch zu lesen und Begriffe, die man nicht kannte, in einem Wörterbuch nachzuschlagen. Oder man bat einen anderen Menschen um Hilfe bei der Entschlüsselung, einen sogenannten Lehrer... Und wenn der was drauf hatte, dann half er einem immer gerade soweit, dass man weiterkam und nicht frustriert das Erarbeiten des Textes abbrach. Er nahm einem nicht die gesamte Denkarbeit ab - und wenn man dann schließlich, von ihm unterstützt, den Text gelesen und verstanden hatte, dann... nun ja, dann hatte man ihn gelesen und verstanden - und dabei im optimalen Fall etwas gelernt, das man zukünftig auf andere Texte und ähnliche Situationen anwenden konnte...

Um mit anderen Leuten herumpalavern zu können, so wie das in Internetforen, die einem den Weg in die Kneipe zum Stammtisch etc. ersparten, üblich war, mag und braucht man freilich nicht wirklich komplizierte und gehaltvolle Texte lesen und verstehen können: man möchte ja schließlich einfach nur mitreden und womöglich die Leute ein bisserl beeindrucken. Da lohnt es sich dann, Denkarbeit - wie das Lesen und inhaltliche Verarbeiten von Texten - an einen Denk-Kuli zu deligieren. Man spart Zeit, muss sich nicht so viel anstrengen, um vor den anderen glänzen zu können. Schon klar, das ist nachvollziehbar und vor dem Hintergrund dessen, dass Faulheit (geringstmöglicher Aufwand bei maximalem Effekt) gewissermaßen die Basis allen biologischen Daseins legt, auch nicht zu verurteilen. Aber hier fungiert AI eben nicht als Werkzeug, sondern als Spielzeug: das Ziel ist Lustgewinn: das angenehme Gefühl, sich schlau vorzukommen und oder von den anderen für smart oder weise gehalten zu werden.

 

KI kann auch bei Formulierungen helfen. Manchen Leuten fällt es schwer, ihre Gedanken in Worte zu fassen. Da kann KI tatsächlich nützlich sein und aus groben Vorgaben einen geschliffenen Text erzeugen.

Ja - nur erzeugt eben die AI den "geschliffenen Text". Sie ist da kein Werkzeug, sondern ein Kuli. Sie hilft nicht beim Formulieren, sie formuliert. Den Leuten, denen es schwer fällt, ihre Gedanken in Worte zu fassen, erweist sie damit einen Bärendienst: ein Muskel, den man nicht trainiert, wächst nicht, sondern atrophiert. Und wer sagt, dass es die Gedanken dieser Leute sind, welche die AI da in Worte fasst? Woher wollen die Leute wissen, was sie da gedacht hatten? Wenn sie nun die schönen Worte haben - woher kommt da die Sicherheit, dass die das ausdrücken, was ursprünglich ausgedrückt werden sollte? Gedanken in Worte fassen - darin besteht Denken großenteils, gerade wenn es um soziale Interaktion geht. Was man nicht zu formulieren weiß, hat man auch nicht verstanden.

Youtube etwa wird immer mehr von KI-generiertem Content geflutet, und fördert das auch aktiv. Aber irgendwann will den Müll keiner mehr sehen.

Wann ist dieses "irgendwann"? Ich sehe hier so eine Art Wettrennen: schaffen AIs es noch, so hochwertigen Content zu generieren, dass das Publikum diesen Content menschengemachtem Content vorzieht - oder bricht das kapitalistische System vorher zusammen? Dass irgendwann - in nicht allzu weiter Zukunft - aigenerierter Content deutlich besser, d.h. unterhaltsamer und auch inhaltlich gehaltvoller sein wird als von Menschen zusammengebasteltes Zeug, davon bin ich überzeugt. Aber hier:

Und sobald die Werbekunden den Verdacht haben, das auch die "Zuschauer" in wesentlichen Teilen nur Bots sind bricht auch das Geschäftsmodell zusammen.

machst Du einen wesentlichen Punkt. Zwar kann es den Werbekunden egal sein, ob neben ihrem Zielpublikum auch ein riesiger Haufen Bots ihre Werbung anschaut. Die Preistabellen für das Schalten von Werbung bräuchten lediglich upgedatete Algorithmen, d.h. Youtube und andere Content-Plattformen müssen halt Möglichkeiten finden, "realistische" Klickzahlen zu berechnen. Aber solche neuen "Tarife" funktionieretn dennoch nur, wenn sich überhaupt noch im kapitalistischen Gesamtzusammenhang Profite generieren und per Werbung erhöhen ließen. Und da stellt sich halt die Frage, wie lange dies noch der Fall sein wird. Meine persönliche Schätzung: keine fünf Jahre mehr.

Aber Dinge so zu sehen wie sie sind hilft einem immerhin dabei, mit der Welt ein wenig besser klar zu kommen. Das allein hat für mich schon einen Wert.

Dazu kann ich nix sagen, da ich nicht weiß, ob ich die Dinge so sehe, wie sie sind. ^^

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Da lohnt es sich dann, Denkarbeit - wie das Lesen und inhaltliche Verarbeiten von Texten - an einen Denk-Kuli zu deligieren. Man spart Zeit, muss sich nicht so viel anstrengen, um vor den anderen glänzen zu können. Schon klar, das ist nachvollziehbar und vor dem Hintergrund dessen, dass Faulheit (geringstmöglicher Aufwand bei maximalem Effekt) gewissermaßen die Basis allen biologischen Daseins legt, auch nicht zu verurteilen. Aber hier fungiert AI eben nicht als Werkzeug, sondern als Spielzeug: das Ziel ist Lustgewinn: das angenehme Gefühl, sich schlau vorzukommen und oder von den anderen für smart oder weise gehalten zu werden.

Ich habe ehrlich gesagt gar nicht so viele Gelegenheiten, vor anderen Leuten mit irgendwas zu glänzen. Trotzdem lese ich eine Menge Zeug, einfach weil es mich interessiert.

Aber oft stelle ich auch fest, dass manche Autoren (sicher nicht alle, aber doch manche...) zwar interessante Themen behandeln, deren Kernaussagen aber kaum ein ganzes Buch zu füllen vermögen.

 Trotzdem blasen sie das Ganze zu einem ganzen Buch auf, dessen Inhalt man auf 5 Seiten zusammenfassen kann... weil die Leute halt Geld verdienen müssen. Und dafür könnte man KI sinnvoll nutzen... wenn man denn dem Ergebnis vertrauen könnte.

 

Zwar kann es den Werbekunden egal sein, ob neben ihrem Zielpublikum auch ein riesiger Haufen Bots ihre Werbung anschaut. Die Preistabellen für das Schalten von Werbung bräuchten lediglich upgedatete Algorithmen, d.h. Youtube und andere Content-Plattformen müssen halt Möglichkeiten finden, "realistische" Klickzahlen zu berechnen.

Und wer soll diese "realistischen Klickzahlen" herausfinden, wenn KI sich benimmt wie menschliche User...? Wenn der Verdacht besteht, dass 80 oder 90% aller Klicks gar nicht mehr von Menschen generiert wird... wer würde dafür noch zahlen...?

 

Dazu kann ich nix sagen, da ich nicht weiß, ob ich die Dinge so sehe, wie sie sind. ^^

Das vielleicht nicht... aber ob du einigermaßen klarkommst - das wirst du wohl noch beurteilen können...

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7 Und wer soll diese "realistischen Klickzahlen" herausfinden, wenn KI sich benimmt wie menschliche User...?

Ist wohl ein Hase-Igel-Rennen: die Betreiber müssen halt Algorithmen installieren, die ai-typisches User-Verhalten erkennen. Wenn dann neuere Zuschauer-Bots menschliches Verhalten noch besser simulieren, muss eine noch bessere User-Mustererkennungs-AI installiert werden. Und so weiter und so fort. 😀

Im allgemeinen Profitinteresse könnten sich die wenigen verbliebenen Großkonzerne dann irgendwann darauf einigen, dass AI-Bots stets eine Signatur zu hinterlassen haben, um sie von "echten" Menschen unterscheiden zu können. Ob es dazu kommt - mir egal. 😀

 

 

ob du einigermaßen klarkommst - das wirst du wohl noch beurteilen können...

Ich persönlich komme so halbwegs mit Erspartem und Geerbtem zurecht, auch nach dem ai-bedingten Ende meiner Illustratoren-Laufbahn. Aber ich habe den Großteil meines Lebens auch schon hinter mir und ein solider Strick findet sich für den Fall, dass es rasch inakzeptabel unangenehm wird, immer irgendwo. Entsprechend sind auch alle politischen Entscheidungen, die in Zusammenhängen wie den hier Diskutierten getroffen werden, relativ egal. Beispielsweise dieses deutsche Gezerre um irgendwelche Rentenformeln, die in ferner Zukunft (alles jenseits von 5 Jahren ist deutlich ferne Zukunft) mal greifen sollen: falls ich falsch liege und nicht in den nächsten 5 bis 10 Jahren unser Wirtschaftssystem so gründlich crasht, dass irgendwelche Rentenformeln das geringste Problem sein werden - es betrifft mich so oder so nicht mehr.

Beispielsweise der Klimawandel (oder das Artensterben): Wenn ich richtig liege, wird der im Laufe des 21. Jahrhunderts Milliarden von Menschen killen. Daran vermag ich nichts zu ändern mit meiner Wählerstimme. Ich vermute, dass diese Katastrophe sicher eintrifft (falls die AI nicht vorher eh alles biologische Leben auf dem Planeten vernichtet). Aber wenn ich da falsch liege, kann mir (und vor allem anderen, jüngeren Leuten...) das nur recht sein. Es ist also praktisch egal, was ich darüber denke.

Weil ich mir inzwischen aber so sicher bin, nicht sagen zu können, was tatsächlich der Fall ist und was nicht, kann ich nun auch entspannter auf meinen geliebten 11jährigen Neffen schauen, der in der Schule eher im unteren Drittel dümpelt und sein Leben am liebsten mit seinen Fußball- und Fortnite-Kumpels verbringt. Soll er solange Spaß haben, wie's geht. Denn ob er überhaupt irgendwann mal eine berufliche Zukunft haben könnte, steht ja in den Sternen und selbst wenn ja: wie die aussehen könnte, das vermag ich nicht mal begründet zu erahnen.

 

Da muss ich übrigens an eine Serie denken: "Humans". Zu sehen auf amazon prime. Ganz unterhaltsame Geschichte über eine Welt, in der täuschend menschlich wirkende Roboter als Haushaltshilfen Standard sind. Auch wenn mal wieder  die üblichen Familienproblemchen allzu menschelnd im Zentrum stehen. Eine "typische" Familienproblematik fand ich da indes originell illustriert. Die schulischen Leistungen der Tochter - insgeheim natürlich eine umglaublich tolle Hackerin (gähn...) - der im Zentrum stehenden Familie, nehmen ab, wie die Lehrer die Eltern wissen lassen. Mit diesen unerfreulichen Nachrichten von der Schulfront konfrontiert, antwortet die Tochter, als ihr vorgehalten wird, dass sie doch eigentlich total schlau sei und da in der Schule die Grundlagen einer schönen beruflichen Laufbahn, beispielsweise als Ärztin, legen könne, sinngemäß: "Was denn für eine berufliche Laufbahn? Etwa als Chirurgin? Den Job erledigt dann, wenn ich meinen Abschluss habe, jeder Standardroboter zigmal besser als ich es je können werde."

Ich warte ja drauf, bis sich diese Erkenntnis - dass heutige Teenager eigentlich keinen realistischen Berufskarriere-Grund mehr haben dürften, sich in der Schule anzustrengen - mal so peu a peu durchsickert in's allgemeine Jugendlichen-Bewußtsein.

Interessante Zeiten...

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Den Job erledigt dann, wenn ich meinen Abschluss habe, jeder Standardroboter zigmal besser als ich es je können werde."

Ich warte ja drauf, bis sich diese Erkenntnis - dass heutige Teenager eigentlich keinen realistischen Berufskarriere-Grund mehr haben dürften, sich in der Schule anzustrengen - mal so peu a peu durchsickert in's allgemeine Jugendlichen-Bewußtsein.

Wann ist denn jemals eine Zukunftsprognose über technischen Fortschritt, der zu dieser Zeit noch nicht existierte, tatsächlich eingetroffen?

Soll heissen: Ich glaube an massenhaft produzierte  KI-Gärtner, Zimmermädchen  und Putzfrauen dann, wenn ich sie sehe... vorher nicht! 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7  Ich glaube an massenhaft produzierte KI-Gärtner, Zimmermädchen und Putzfrauen dann, wenn ich sie sehe... vorher nicht!

Interessant insofern, als Du hier Dienstleister nennst, also Leute, die nicht im produzierenden Segment arbeiten. 🙂 Davon abgesehen: Haushaltshilfe-Roboter sind in der Produktionspipeline, nicht nur in Japan (aber dort besonders, wegen der Fremdenfeindlichkeit gegenüber z.B. in Vietnam etc. angeworbenem Pflegepersonal) gibt's schon die ersten Pflegeroboter (und wir sind erst im Jahr 3 nach dem großen AI-Durchbruch...). Insofern dürfte, was Du heute glaubst, morgen vermutlich schon der Aberglaube von gestern sein... 😉

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Davon abgesehen: Haushaltshilfe-Roboter sind in der Produktionspipeline, nicht nur in Japan (aber dort besonders, wegen der Fremdenfeindlichkeit gegenüber z.B. in Vietnam etc. angeworbenem Pflegepersonal) gibt's schon die ersten Pflegeroboter (und wir sind erst im Jahr 3 nach dem großen AI-Durchbruch...). Insofern dürfte, was Du heute glaubst, morgen vermutlich schon der Aberglaube von gestern sein...

Menschen werden immer billiger sein... erst recht, wenn so viele Leute arbeitslos werden.

Und das, was da zur Zeit produziert wird sind keine Roboter, die allein ein Pflegeheim schmeissen könnten... davon sind wir dann doch noch etwas entfernt.

 

lucan-7 antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 30188

@lucan-7 

Selbst wenn Du den Mindestlohn nimmst, bist Du bei einem AG Brutto von 35k jährlich. Reine Lohnkosten, ohne Verwaltung oder sonstigen Arbeitskosten. Dann haben die LohnarbeiterInnen noch Urlaub, sind krank, arbeiten nur 8 Stunden am Tag, heben nicht schwer, streiken und und und. 

Ich befürchte, Du bekommst in wenigen Jahren schon ein paar vernünftige Roboter die ein paar Jahre durchhalten für einen Jahreslohn. Und je nachdem, wer gepflegt werden soll, wird das auch alles nicht mehr so genau genommen. 

 

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Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@ina_4321 

Ich befürchte, Du bekommst in wenigen Jahren schon ein paar vernünftige Roboter die ein paar Jahre durchhalten für einen Jahreslohn.

Das sind dann wohl die Roboter, die Elon Musk versprochen hat... die sind ganz toll, die können alles, die sind ganz billig... sie existieren halt noch nicht, aber das wird schon, ganz bestimmt...

Und je nachdem, wer gepflegt werden soll, wird das auch alles nicht mehr so genau genommen. 

Hast du mal jemanden gepflegt? Ich bin gerade damit befasst... und es wird immer komplizierter.

Kennst du irgendeinen Roboter, der da mitkommt? Also einen Roboter, der in der Lage ist, eine demente Person zu waschen, die Zähne zu putzen, zu füttern, einen Schlafanzug anzuziehen, sie über eine Treppe ins Bett zu bringen, Windeln zu wechseln und zu entsorgen und die Person auch noch bei Laune zu halten...?

Wenn du von irgendeinem Roboter weißt, der auch nur die Hälfte davon schafft und dabei auch noch halbwegs bezahlbar ist... also billiger als ein Mensch es wäre.... lass es mich wissen!

Denn so etwas könnte ich gerade wirklich brauchen.

Gibt's halt nur nicht.

So ein Pech aber auch...

Muss ich wohl auf die Gott-AI warten, von der alle sprechen, und die alles kann... nächstes Jahr, oder übernächstes bestimmt!

lucan-7 antworten
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@lucan-7 

Lucan, ich glaube erstmal gar nicht, dass wir eine so unterschiedliche Haltung haben. Wir befürchten/erhoffen andere Dinge für die Zukunft - und das ist okay.

Ich mag Dir gern schildern, woher meine Befürchtungen kommen (denn das, was ich da auf uns zurollen sehe, heiße ich ja keineswegs für gut):

Zunächst: Meine Mama war Altenpflegerin, meine Schwester ist Krankenpflegerin - ich kann ungefähr einordnen, was Pflege bedeutet. Das ist aber gar nicht so relevant, weil das darüber liegende Thema - die Lohnarbeit in der Pflege - in einem komplexen System organisiert ist.

Pflege ist klassische Reproduktionsarbeit - diese wurde im Kapitalismus lange unbezahlt geleistet und dann insbesondere in der Zeit des staatlich organisierten Kapitalismus zunehmend kommodifiziert - und damit strukturell in Form von Lohnarbeit erbracht. Die Reproduktionsarbeit ist der Schatten des Kapitalismus, er ist auf sie angewiesen, mag sie aber gar nicht gern bezahlen - oder möchte zumindest davon profitieren. Im Moment bezahlt er für sie - teilweise (einen erheblichen Teil tragen die LohnarbeiterInnen selber)- noch. KI und Technik in der Reproduktionsarbeit einzusetzen und sie damit „produktiv“ zu machen ist aus der Sicht nur konsequent, dann bezahlt das Kapital es nämlich nicht mehr, sondern profitiert davon.

KI entwickelt sich nun in einer Welt, die die Ressourcen- und Ökokrise, die Krise der Nationalstaaten, die Finanzmarktkrisen - und die Krise des Neoliberalismus (was noch nicht das Ende des Kapitalismus bedeutet) bewältigen muss. Die reicheren der Menschen versuchen derzeit alles, um die Hoheit über die Krisenbewältigung in der Hand zu halten. Elon Musk ist dabei einer, der sich unter anderem mit Technik beschäftigt. Gäbe es nur ihn würde ich mir keine Sorgen machen. Aber es gibt ein großes, gut funktionierendes, kapitalstarkes Netzwerk, denen allen voran Personen wie Peter Thiel stehen (Baden-Württemberg beschloss jüngst, seine millionenschwere Software einzusetzen). Das Netzwerk wird auch von der Heritage Foundation organisiert, in der wirklich intelligente Menschen sitzen - die nur leider das Herz nicht so ganz an dem Fleck haben, an dem Menschen es haben die sich z.B. gute Pflege für alle in der Zukunft wünschen. Diese Leute sind extrem gut und weltweit vernetzt. In Deutschland zum Beispiel durch die Republik.21.

Es gibt derzeit keine Gegenbewegung, die groß genug ist, über genügend Kapital verfügt und eine einigermaßen einheitliche Utopie der Zukunft verfolgt, um es mit dieser Bewegung aufzunehmen.

Das müsste die meisten von uns ziemlich besorgen. Tut es aber nicht, weil wir damit beschäftigt werden, unsere Lohnarbeit mit unserer Reproduktionsarbeit unter einen Hut zu bringen, die Inflation zu bewältigen und unserer Wut auf die noch Ärmeren Ausdruck zu verleihen, die wir ständig zum Sündenbock für alles machen - obwohl wir im selben Boot sitzen. Andere schauen einfach weg. Die Jungen denken nicht mehr über staatspolitische Lösungen nach, sie denken in Kleinkollektiven, mit Hilfe derer sie sich - und ihr Kollektiv - durch die Zukunft retten werden.

All diese Krisen haben eines gemeinsam, und das betrifft auch die Pflege: Die Frage nach einem Menschenbild. Haben alle Menschen den gleichen Wert in einer Gesellschaft und die gleichen Rechte oder nicht? Seit dem 18. Jahrhundert leben wir mit einem egalitären Ideal, das in den Menschenrechten verankert ist und das uns vielleicht zu selbstverständlich geworden ist.

Schon in den Jahrhunderten zuvor gab es Forderungen nach gleichen Rechten, aber hegemonial durchsetzen konnten sich diese erst mit den Unruhen des 18. Jahrhunderts - und dem wirtschaftlichen Aufschwung sowie dem Ausblick auf eine ganz neue Welt. Das spiegelte sich dann auch in den Wirtschaftswissenschaften. Die Neoklassik - eine ökonomische Strömung die sozusagen Vorläufer der modernen Wirtschaftswissenschaften und des Neoliberalismus ist - entwickelte das Bild des gar nicht so beliebten Homo Oeconomicus - der aber zu der Zeit einem revolutionären Ideal entsprach, das sich im Gegensatz zu der bis dahin felsenfest stehenden Klassengesellschaft befand.

John Stewart Mill war einer der ersten, der sich für die Abschaffung der Sklaverei und für Frauenrechte einsetzte - und das nicht ausschließlich weil er ein so guter Mensch war, sondern weil er darin einen Vorteil für die aufstrebende Wirtschaft sah. All die Menschenrechte, die wir heute haben, haben wir hegemonial unserem Nutzen für das Kapital der letzten 200 Jahre zu verdanken. Und das geht einher mit Wirtschaftswachstum und der maximalen Ausbeutung der Erde - letzteres wird dafür sorgen, dass es so schon mittelfristig nicht weitergehen wird. Wenn unser Nutzen für das Kapital fällt und wir nicht grundlegend etwas an den Hegemonien ändern, werden wir zurück in eine feudale Klassengesellschaft fallen, in der die Menschen eben nicht mehr über die gleichen Rechte verfügen - und in der ihnen nicht mehr die Würde zugesprochen wird, dass sie auch noch im Alter gepflegt werden.

Robo-Technik heißt nicht, dass es künftig keine Pflege mehr geben oder gar benötigen (man denke nur an echte menschliche Fürsorge, die Technik nicht geben kann) wird, aber womöglich wird sie nicht mehr im Rahmen von Lohnarbeit geleistet. Weil keine Beitrags- und Steuergelder mehr zur Verfügung stehen, um diese zu bezahlen. Wenn die Robo-Technik dann ein bisschen was kann und genügend privatwirtschaftliche Profite abwirft, werden diejenigen von uns, die noch etwas Kapital haben, womöglich froh darum sein.

Menschen, die auf Komplexleistungen angewiesen sind, die die Technik nicht bewältigen kann und die Pflege nicht 1:1 bezahlen können oder Angehörige haben, die sich kümmern, werden womöglich keine Pflege mehr erhalten. Sie werden sterben. Der Diskurs wurde unlängst sogar in Deutschland mal sachte angestoßen - da hat Hendrik Streeck geschaut, wieviel gesellschaftlicher Konsens schon da ist. Den wird es irgendwann geben. Wir haben derzeit schon den gesellschaftlichen Konsens, arme Menschen hungern zu lassen - wenn sie nicht so spuren wie ein Sachbearbeiter es will. Derzeit setzt sich der Konsens durch, Mütter mit Kindern ab einem Jahr Essen und Wohnung wegzunehmen, wenn sie nicht so spuren, wie ein Sachbearbeiter es will. Dafür gibt es selbst in den feministischen Bewegungen Konsens.

Zurück zur Pflege: Lohnarbeit existiert nicht, weil es Arbeit gibt. Sondern weil sie marktförmig organisiert wird. Im Fall der Reproduktionsarbeit wird dieser Markt mit Hilfe von Beitrags- und Steuergeldern noch simuliert - sobald er „echt produktiv“ wird, wird sich auch das ändern. Wie auch immer: Eine Welt ohne Lohnarbeit ist durchaus möglich. Gab es schon, kann es wieder geben. Das heißt nicht, dass es keine Arbeit gibt - aber sie könnte anders organisiert werden. In diesem Anders liegen Chancen und Risiken.

Das ist ein komplexes Thema und ich konnte es jetzt auch nicht besser strukturieren, zumal auch meine zeitlichen Möglichkeiten grade sowie mein Wissenshorizont begrenzt sind.

Das spannende an den MAGA Jungs finde ich im übrigen noch, dass diese Jungs an Gott glauben - und eine wahnsinnige Angst vor dem Tod haben.

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Lucan-7
(@lucan-7)
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@ina_4321 

Lucan, ich glaube erstmal gar nicht, dass wir eine so unterschiedliche Haltung haben. Wir befürchten/erhoffen andere Dinge für die Zukunft - und das ist okay.

Das Problem ist halt, dass es so viele Baustellen gibt... und viele Informationen unzureichend sind oder täuschen.

Während wir den Klimawandel recht gut prognostizieren können und die zunehmende Tendenz zur Autokratie auch recht eindeutig beobachtbar ist sind realistische Einschätzungen zu den Auswirkungen von KI nur schwer zu erstellen.

Meiner Ansicht nach sind die bisherigen KI-Modelle wie die LLM's durch die Daten des Internets gut und schnell zu trainieren.

Das sieht bei KI-unterstützten Robotern, die in der Realität komplexe Aufgaben übernehmen sollen, aber ganz anders aus. Komplexe Aufgaben wie Treppensteigen oder Türen zu öffnen müssen schliesslich nicht nur bei einer bestimmten Treppe oder einer bestimmten Tür funktionieren - sondern mit allen Treppen und allen Türen in ihrer ganzen Vielfalt. Und wenn das geschafft wurde, dann hat sich das System lediglich von einem Punkt zum nächsten bewegt... aber noch keine Aufgabe gelöst!

Und dieses Training erfordert Zeit - sehr viel Zeit. Denn egal wie schnell die KI rechnet, das Wiederholen von Bewegungen mit anschliessender Auswertung von Erfolg oder Misserfolg lässt sich nicht in wenigen Sekunden durchführen. Das erfordert Stunden, Tage, Wochen, Jahre. Und das gilt für JEDE komplexe Aufgabe.

Natürlich lässt sich das abkürzen, indem man mehrere Einheiten vernetzt, die parallel lernen. Dennoch bleibt der Zeitfaktor grundsätzlich bestehen.

Daher halte ich die prognostizierten Fähigkeiten der KI auch für eine Täuschung. In den Bereichen, wo es viele Daten gibt, die schnell ausgewertet werden können, kann KI schnell Erfolge erzielen. Da, wo diese Daten erst noch mühsam gesammelt werden müssen, und zwar durch langwierige Prozesse, werden Ergebnisse entsprechend länger dauern. Und die Möglichkeiten, Ereignisse vorauszuberechnen sind begrenzt.

Mal ein Beispiel was ich meine: Wenn KI dazu eingesetzt wird, Usern im Internet einen Content anzubieten, der angesehen werden soll, dann bekommt die KI schnell Rückmeldung: Sie kann in Echtzeit verfolgen, was angeklickt und (vermutlich) angeschaut wurde. Daraus kann sie dann Schlüsse ziehen, um immer neuen, immer erfolgreicheren Content zu erstellen.

Eine KI, deren Aufgabe es ist, Wahlen zu manipulieren, bekommt dafür allerdings nur indirekte Rückmeldungen. Ob die Manipulation tatsächlich zum Erfolg führt weiss man erst genau, wenn die Wahl gelaufen ist. Danach kann die KI die Ergebnisse auswerten und eine neue, angepasste Strategie entwerfen... muss dann aber erst einmal 4 Jahre warten, bis die neuen Ergebnisse da sind.

Deshalb mache ich mir auch wenig Sorgen über eine KI, die die Welt beherrscht. Weltbeherrschung lernt man nicht mal eben nebenbei - das dauert. Denn dafür gibt es keine Daten.

 

Mehr Angst macht mir daher, was Menschen mit KI anfangen können. Und was Leute wie Peter Thiel tatsächlich vorhaben weiss wohl nur er allein.

Ich traue es den Tech-Milliardären durchaus zu, dass sie bereit sind, große Zerstörung anzurichten, um danach eine "neue Welt" nach ihren eigenen Vorstellungen aufzubauen. Jedenfalls dann, wenn sie merken dass sie die Welt nicht so umformen können, wie sie es gerne hätten. Und das ist natürlich eine Gefahr... die leider einer üblichen Verschwörungserzählung gleicht, deshalb muss man da sehr aufpassen, dass man sich nicht zu sehr in einer Blase verliert.

 

Zurück zur Pflege: Lohnarbeit existiert nicht, weil es Arbeit gibt. Sondern weil sie marktförmig organisiert wird. Im Fall der Reproduktionsarbeit wird dieser Markt mit Hilfe von Beitrags- und Steuergeldern noch simuliert - sobald er „echt produktiv“ wird, wird sich auch das ändern. Wie auch immer: Eine Welt ohne Lohnarbeit ist durchaus möglich. Gab es schon, kann es wieder geben. Das heißt nicht, dass es keine Arbeit gibt - aber sie könnte anders organisiert werden. In diesem Anders liegen Chancen und Risiken.

Ich halte unser kapitalistisches System auch für überholt... ständiges Wachstum und ständiger Konsum von unnützem Zeug halte ich für keine gute Zukunftsgrundlage.

Nur haben Kommunismus und Planwirtschaft, die ja in der Theorie gar nicht so schlecht klingen, in der Realität überhaupt nicht funktioniert. 

Wir bräuchten also ein funktionierendes System, das dem Wesen und den Bedürfnissen der Menschen gerecht wird, ohne uns dabei irgendwelchen Illusionen hinzugeben, weil Menschen nun einmal grundsätzlich egoistisch sind.

Daraus eine gute Welt für alle zu gestalten ist gar nicht so einfach...

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7 Menschen werden immer billiger sein... erst recht, wenn so viele Leute arbeitslos werden.

Nein. Weil die Arbeitskosten bei Menschen nie unter die Reproduktionskosten fallen können, wird auch der größte Druck auf dem Jobmarkt die Kosten für menschliche Arbeitsleistungen nicht annähernd so stark senken können, wie es per ai-unterstützter Automatisierung möglich ist. Das genaue Gegenteil Deiner Behauptung trifft daher m.A.n. zu: Maschinen werden in der Zukunft in so gut wie allen Arbeitsbereichen günstiger sein als Menschen. Und nicht nur ökonomisch günstiger: insbesondere auch weitaus leistungsfähiger und unanfälliger für Fehlleistungen.

Und das, was da zur Zeit produziert wird sind keine Roboter, die allein ein Pflegeheim schmeissen könnten... davon sind wir dann doch noch etwas entfernt.

Woher weisst Du das? Und wie würdest Du diese Entfernung ausdrücken in Jahren? Fünf Jahre? Zehn Jahre? Zwanzig Jahre? Nota bene: Alle, Teenager, die jetzt in der Schule sind und sich so langsam über ihren zukünftigen Werdegang Gedanken machen, sind dann gerade mal so Mitte dreissig...

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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Beiträge : 29398

@jack-black 

Nein. Weil die Arbeitskosten bei Menschen nie unter die Reproduktionskosten fallen können, wird auch der größte Druck auf dem Jobmarkt die Kosten für menschliche Arbeitsleistungen nicht annähernd so stark senken können, wie es per ai-unterstützter Automatisierung möglich ist.

Aber eine solche unter AI-unterstützter Automatisierter konstruierte, einem menschlichen Arbeiter gleiche Maschine wurde bereits gebaut... oder fällt das auch unter die erwartete, aber noch von niemandem gesehene Zukunft, wenn der KI-Gott gebaut und aktiviert wurde...?

 

Das genaue Gegenteil Deiner Behauptung trifft daher m.A.n. zu: Maschinen werden in der Zukunft in so gut wie allen Arbeitsbereichen günstiger sein als Menschen.

Ich dachte, Menschen werden in Zukunft in Massen arbeitslos? Und versuchen dann verzweifelt zu überleben?

Was könnte denn günstiger sein als das, wenn es um Arbeiten geht, die... nun ja, normalerweise von Menschen erledigt werden...?

 

Und nicht nur ökonomisch günstiger: insbesondere auch weitaus leistungsfähiger und unanfälliger für Fehlleistungen.

Du sprichst wieder von den Maschinen, die noch kommen werden...?

Du weißt schon, dass du hier manchmal klingst wie Elon Musk, wenn der seine Roboter anpreist, die zwar noch nicht existieren, aber schon bald zu kaufen sein werden...?

 

Woher weisst Du das? Und wie würdest Du diese Entfernung ausdrücken in Jahren? Fünf Jahre? Zehn Jahre? Zwanzig Jahre?

Weil ich schon in verschiedenen Pflegeheimen war... und es hier um exponentiell steigende Anforderungen geht. 

Sprich: Die ersten 50 % der anfallenden Arbeiten sind relativ leicht an einen Roboter zu übertragen. Die nächsten 10% erfordern dann die doppelte Anstrengung. Die nächsten 10% dann den fünffachen Aufwand. Die nächsten 5% den hundertfachen. Und dann sind wir erst bei 75%... und die nächsten Schritte erfolgen dann 1%-weise...

Aber die Menschen sehen nur die 50%... und denken: "Hey, die Hälfte haben wir schon geschafft!"

Nein. Haben wir nicht. Vielleicht gerade mal 5%, wenn überhaupt. Aber dafür muss man halt Mathe verstehen... sorry.

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7 Aber eine solche unter AI-unterstützter Automatisierter konstruierte, einem menschlichen Arbeiter gleiche Maschine wurde bereits gebaut..

Welche Maschine meinst Du da?

 

Ich dachte, Menschen werden in Zukunft in Massen arbeitslos? Und versuchen dann verzweifelt zu überleben?

Ja.

 

Was könnte denn günstiger sein als das, wenn es um Arbeiten geht, die... nun ja, normalerweise von Menschen erledigt werden...?

Von AI gesteuerte Roboter eben. Der springende Punkt sind hier die Reproduktionskosten für die Ware Arbeitskraft, die bei Menschen nicht unter ein bestimmtes Minimum gehen können: Einem menschlichen Arbeiter musst Du immer mindestens soviel zahlen, dass er davon ausreichend gut leben kann, um Arbeitsleistung zu liefern. Sobald die zu verrichtende Arbeit kostengünstiger durch eine Maschine erledigt werden kann als durch einen Menschen, fällt dieser Job für die Menschen weg. Das war immer schon so und die dadurch entstehenden sozialen Probleme sind seit dem Beginn der Industrialisierung auch immer wieder politisch relevant geworden.

Der Unterschied zwischen dem Webstuhl oder anderen Automaten, die in der Vergangenheit für Verwerfungen auf den Arbeitsmärkten führten und dem, was uns mit ai-gesteuerten Robotern bevorsteht, ist derjenige, dass bisher immer nur die mechanisch-physischen Anteile am Arbeitsprozess durch Maschinen automatisiert werden konnten: der Dampfhammer ersetzte den vom Schmied geschwungenen Hammer, der mechanische Webstuhl den von menschlicher Hand betriebenen Webstuhl. Sie Sänftenträger wurden durch die Kutschwagen ersetzt, die wiederum durch die Automobile... Und so weiter und so fort. Aber bisher brauchte es immer noch den Menschen, der die Autos durch die Gegend dirigierte, der die Webstühle beaufsichtigte oder der die neuesten vollautomatisierten Autofertigungsanlagen konstruierte und im Betrieb immer noch kontrollierte und gegebenenfalls Reparaturen ausführte. Voraussetzung dafür waren nicht die körperlich-physischen Fähigkeiten der Menschen (Schimpansen, Gorillas oder je nach Arbeitsbereich irgendwelche anderen Tierarten brächten womöglich bessere körperliche Voraussetzungen mit), sondern ihre kognitiven Fähigkeiten: ihre Intelligenz: man muss halt immer noch zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Regler drehen, damit das geschmolzene Eisen in die richtige Form rinnt...

Intelligenz machte bisher die Unverzichtbarkeit von menschlicher Arbeit im ökonomischen Produktionsprozess aus. Nun aber wird sie nach und nach verzichtbar. Ich meine, Stuart Russell bringt den Vergleich irgendwo in diesem Interview: die Integration in die Wirtschaft von AI wirkt ähnlich, wie wenn man zig Millionen Immigranten in's Land holt, die ihre Arbeit weit unter jedem vernünftigen Mindestlohn anbieten.

Du sprichst wieder von den Maschinen, die noch kommen werden...

Nicht nur. Ich spreche unter anderem auch von Daten verarbeitenden Maschinen, die heute schon kostengünstiger und effektiver von AIs als von Menschen benutzt werden. Beispielsweise Computer, an denen Illustrationen angefertigt werden. Ich spreche von dem, was ich am eigenen Leib, bzw. an der eigenen beruflichen Existenz schon erlebt habe/erlebe.

Und davon, dass eben schon heute reihenweise "einfache" Programmierer durch AI ersetzt werden.

 

Weil ich schon in verschiedenen Pflegeheimen war... und es hier um exponentiell steigende Anforderungen geht.

Nein, es geht in Pflegeheimen nicht um "exponentiell steigende Anforderungen". Ich habe selbst einen nahen Verwandten über mehrere Jahre hinweg bis zu seinem Tod gepflegt (Schlaganfallpatient, der zusätzlich starke Altersdemenz bekam), inklusive Aus-dem-Bett-hieven, auf's Klo setzen, Po abwischen und Füttern. Das volle Programm, das sich gerade noch so daheim machen ließ. Ich weiß also ungefähr, was es so braucht in der Pflege. Und ich weiß auch, wo meine Kompetenzgrenzen lagen (da ich nicht medizinisch ausgebildet war/bin, waren öfter Besuche durch professionelle PflegerInnen oder ÄrztInnen nötig). Deine Darstellung

Sprich: Die ersten 50 % der anfallenden Arbeiten sind relativ leicht an einen Roboter zu übertragen. Die nächsten 10% erfordern dann die doppelte Anstrengung. Die nächsten 10% dann den fünffachen Aufwand. Die nächsten 5% den hundertfachen. Und dann sind wir erst bei 75%... und die nächsten Schritte erfolgen dann 1%-weise...

ist m.A.n. absurd. Und weil Du am Ende damit kommst:

 

Aber dafür muss man halt Mathe verstehen... sorry.

Machen wir mal kurz eine Rechnung auf.

 

Also 50% der Arbeiten sind relativ leicht an Roboter zu übertragen. Und die nächsten 10% erfordern dann die doppelte Anstrengung. Macht also bei 60% der Arbeiten schon 150% Anstrengung. Was immer Anstrengung hier auch heißen mag (aber dazu am Ende noch ein Wort...). Dann erfordern die nächsten 10 Prozent den fünffachen Aufwand (von was? vom Anfangsaufwand? Also 250% zusätzlich? Oder doch schon 500% zusätzlich? Nehmen wir mal die kleinere Zahl. Dann wären wir also bei 70% der zu erledigenden Arbeiten bei 400% Aufwand. Und dann brauchen die nächsten 5% den hundertfachen Aufwand. Wir wären dann also bei 5400% Aufwand oder Anstrengung oder whatever. Und für die kommenden Schritte haben wir dann bis zum Erreichen der 100-Prozentmarke noch 25 mal den hundertfachen Arbeitsaufwand  macht summa summarum 130400 Prozent Aufwand.

Eine tolle Zahl, herrlich absurd hoch. Aber was genau beziffert sie? Von welcher Anstrengung oder welchem Aufwand ist hier die Rede? Du gibst ja nicht mal an, welche 50% der Arbeiten relativ leicht an Roboter übertragbar wären. Meinst Du jetzt die Planungsarbeiten, die in der Pflegestation-Verwaltung so anfallen? Meinst Du die Arbeiten die beim Hochheben und Umbetten und/oder Windeln der übergewichtigen Patienten anfallen, damit die sich nicht wund liegen? Meinst Du die Putzarbeiten, bei denen das neben die Urinflasche gepinkelte Nass vom Zimmerboden aufgefeudelt werden muss? Meinst Du die Einstellung der richtigen Wassertemperatur für das Duschen der Patienten, meinst Du das Fahren im Rollstuhl oder im Bade/Waschstuhl des Patienten vom Zimmer in die Duschanlage? Meinst Du bestimmte Massagetätigkeiten, meinst Du Reha-Training-Unterstützung, meinst Du die Hilfe beim An- und Umkleiden, meinst Du das Verhandeln mit dem Patienten über den Speiseplan der nächsten Woche - in seiner Sprache, in seinem Dialekt, mit Ruhe und Geduld?

Was meinst Du? Eventuell die Integration all dieser Pflegetätigkeiten? Die Abstimmung darüber, welcher Patient wann mit dem Duschen dran ist? Also auch die Arbeitsplanabstimmung diesbezüglich, weil halt die 50-Kilo-Pflegerin, die sich nur auf Polnisch, gebrochen Deutsch und etwas Englisch verständigen kann, nicht von dem 120-Kilo-Mann als Dusch-Helferin akzeptiert wird, der seit seinem Schlaganfall nur noch seine türkische Muttersprache beherrscht, und also da dann immer der türkische Pfleger, der in seiner Freizeit in der Muckibude Muckis baut, ran muß? Und wenn der mal seinen drei-Wochen-Urlaub in der Türkei verbringen möchte, müssen dann immer zwei türkisch-sprechende Pflegerinnen zur Hand sein, damit der 120-Kilo-Patient nicht zu stinken anfängt? Und zwar immer Samstagabends, weil er das nun mal so gewohnt ist und da nicht ohne rabiat zu werden, mit sich verhandeln lässt?

Gegenszenario Integration mit Robotern

Vier Duschen im Haus - vier Duschassistenz-Roboter. Für alle 100 Patienten zuständig. Über alle Besonderheiten aller Patienten jederzeit informiert. Mit integrierter Kommunikationseinheit. Oder im Verbund mit einem Kommunikationsroboter (C3PO, nur in schlau statt nervig-doof... 😀 ). Hundert Patienten - 50 Fütter-Roboter. Wieder im Verbund mit den Kommunikationsrobotern, von denen bei hundert Patienten von mir aus auch hundert Stück vorhanden sein dürfen (Integrationssynergien dürften eine deutlich niedrigere Stückzahl ermöglichen, denn selbstverständlich weiß jeder Kommunikationsroboter über alle Patienten bescheid, spricht und versteht deren jeweilige Sprache, ihren jeweiligen Dialekt, kennt ihre Vorlieben, Abneigungen und Geschichten aus der Kindheit usw. - Sagen wir mal: Gemini 6.0-Level)

Zehn Putzroboter mit integrierten Bakterien/Milben/Pilz-Sensoren sollten für das gesamte Haus wohl reichen. Für die Küche 4 oder, wenn zu Festen hohes Verwandtenbsuchsaufkommen ansteht, 5 Koch-Roboter. Die Kommunikationsroboter (die mit den süßen Gesichtern und dem insgesamt besondere menschenähnlichen Look) bekommen noch ein paar Sensoren und Meßgeräte eingebaut, so dass sie regelmäßig Puls, Blutdruck, Blutzucker messen und was sich so aus dem Mundgeruch der Patienten folgern lässt - und sofort an die Zentrale weiterleiten können, damit die dann zeitnah über zu verabreichende Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel entscheiden kann.

Für wirklich anspruchsvolle medizinische Behandlungstätigkeiten (Wundversorgung, Spritze geben bei kaum zu ertastenden Adern...) gehen anfangs noch ein paar menschliche medizinische Fachkräfte durch die Zimmer, bis dann auch solche Tätigkeiten nach und nach von mit immer besserer Sensorik ausgerüsteten Robotern übernommen werden können...

Ja: die Entwicklung solcher Roboter kostet. Und die spätere Serienproduktion auch. Und die Integration vieler unterschiedliche Roboter ist auch am Anfang ein aufwendiges Unternehmen. Aber: je Komplexer so eine Integration, desto mehr planerische Intelligenz erfordert sie: AI wird sowas bald deutlich besser können als jeder Mensch. 🙂 Und was die Roboter-Entwicklung angeht: Wer einen perfekten Dusch-Assistenz-Roboter "ausbildet" (trainiert), der hat damit je nach Bedarf zig Millionen solcher Roboter ausgebildet. Also diese Duschassistenten, die nie müde werden, die ausser Solarstrom nichts zum Essen brauchen, die immer genau wissen, worauf sie beim jeweiligen Patienten zu achten haben und die selbst zu Heiligabend oder Silvester nicht daheim bei ihren Lieben relaxen wollen...

Und wenn es eine neue medizinische Erkenntnis im Pflegebereich gibt - dann sind sofort sämtliche Geräte weltweit in sämtlichen "angeschlossenen" Pflegeheimen auf diesem neuesten Erkenntnisstand und können ab sofort wieder etwas besser und effektiver pflegen.

Und von mir aus kann man ja immer noch eine Hand voll menschlicher "Verantwortlicher" bezahlen dafür, dass sie die Pflegeroboter beaufsichtigen, vielleicht nicht, weil dies wirklich sachbedingt notwendig ist, sondern weil irgendwelche Bedenkenträger so ruhig gestellt werden können. Dann hat man halt nicht 100 sondern nur 90 % des Personals ersetzt. Sollte reichen, um einen hinlänglichen Impact auf das allgemeine Wirtschaftsgeschehen zu haben, insbesondere, da ja in anderen Arbeitsbereichen ganz ähnliche Automatisierungsprozesse ablaufen. 90% Arbeitslosigkeitsrate reicht für meine Begriffe...

Ich kann da freilich nun nicht mit so genauen Zahlen aufwarten wie Du. Ich habe nur was davon läuten gehört, dass die Tech-Bros im Silicon-Valley von einem Multi-Trillionen-Markt reden. Nicht speziell für den Pflegesektor, sondern insgesamt. Diesen Leuten, die heute schon wissen, was sie noch in ihren Laboren vor uns (und ihren Konkurrenten...) geheim halten, und die von einer 25%igen Wahrscheinlichkeit, das eine SuperAGI uns alle auslöschen wird, ausgehen, traue ich zu, dass sie ernsthaft an solche astronomischen Profitmöglichkeiten glauben, deretwegen sie gewillt sind, mit der Menschheit russisches Roulette mit einem 4-Kammer-Revolver zu spielen.

In San Francisco fahren die ersten unbemannten Taxis im normalen Straßenverkehr. Wer unfallfrei durch eine amerikanische Metropole zu steuern vermag, der sollte es auch schaffen, unfallfrei vom Patientenzimmer in den Duschraum zu steuern, oder in den Essensraum oder in die Reha-Abteilung... Spätestens dann, wenn die AGI existiert, wird diese alle Erfahrungen aus Kalifornien problemlos zu übertragen wissen auf die Gegebenheiten eines fränkischen Seniorenpflegeheims. Je nachdem, wem der Tech-Bros man glauben mag, ist das in 2 bis 7 Jahren der Fall.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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Beiträge : 29398

@jack-black 

40 Minuten lang eine Antwort getippt, abgeschickt... Meldung "entschuldigung, etwas stimmt nicht mit ihren Daten" - alles weg... verdammt, warum zeigt das Forum an, dass man eingeloggt ist, wenn es einen dann heimlich still und leise wieder ausloggt, ohne dass man es merkt...?

 

Also nochmal kurz:

"Aufwand", um etwas zu konstruieren, bedeutet hier Einsatz von Zeit und Ressourcen. 

Ich war kürzlich in einem Restaurant, in dem der Kellner ein Roboter war. Er brachte das Essen an den Tisch, und man musste sich die Teller dann selber nehmen.

Mal angenommen, der Roboter kann damit 20% der Aufgaben eines Kellners übernehmen, vom Zeitaufwand betrachtet - nämlich von der Küche zum Tisch zu laufen.

Dann kann man trotzdem kaum sagen, dass der Roboter bereits 20% der Fähigkeiten eines menschlichen Kellners hat. Denn er fährt lediglich herum und weicht Hindernissen aus.

Er ist aber nicht in der Lage, einen Tisch abzuräumen, Das Essen den Gästen zuzuordnen und auf den Tisch zu stellen, zu erkennen ob jemand betrügt, Beschwerden zu verstehen, sie zu bewerten und darauf auch mit Handlungen zu reagieren und dergleichen mehr.

Der Aufwand für die restlichen Aufgaben ist ungleich höher. Und das trifft auch dann zu, wenn ich für jede Aufgaben einen anderen Roboter habe (Das erhöht am Ende nur Wartungsaufwand und Fehleranfälligkeit).

 

Das größte Problem der Super-KI ist das Fehlen von Daten. Es wird naiverweise angenommen, die Super-KI könnte einfach alles vorausberechnen. Das ist aber nicht der Fall. Ich hatte schon einmal das Beispiel erwähnt, das kein Computer der Welt dazu in der Lage ist, alle möglichen Konstellationen eines Schachspiels für die ersten 100 Züge zu berechnen. Das wäre auch dann nicht der Fall, wenn dem Computer alle Ressourcen des Universums zur Verfügung stünden.

 

Eine KI mag in der Lage sein, eine Roboterfabrik zu planen. Ob sie aber auch funktioniert weiss man erst, wenn man sie einschaltet. Und da bisher keine Daten für eine solche Fabrik existieren wird sie beim ersten Mal auch nicht funktionieren. Und dann muss die KI auf Fehlersuche gehen, eventuell alles neu konstruieren... und noch einmal ausprobieren. Und immer so weiter.

Sprich: Eine Super-KI müsste eine Evolution durchlaufen. Und das lässt sich nicht einfach simulieren. Denn man müsste wirklich jede Unwägbarkeit berücksichtigen... von der Maus, die ein Kabel anknabbert, von der Filzlaus, die auf einen Silizium-Rohling kackt bis zum Blitzeinschlag oder einem Erdbeben. 

Die Daten für all das muss man erst einmal sammeln. Was im Internet auf den Servern liegt ist bekanntlich unzuverlässig - und das trifft auch auf etliche wissenschaftliche Arbeiten zu, weil diese nicht die nötigen Standarts erfüllen.

Vor allem muss eine KI aber erst einmal verstehen, was Dinge SIND. Denn bisher wird das nur simuliert. 

ChatGPT kann dir anhand von daten erklären, was ein "Genozid" ist. Es kann dir Vokabeln nennen, die damit assoziiert werden. Aber chatGPT versteht nicht, was ein Genozid IST.

Und das trifft letztlich auf alles zu. Die Verbindung Daten - Realität muss eine KI halt auch erst einmal schaffen. Denn die Daten, die jetzt vorliegen, sind alle sekundär.

So muss eine KI eben zunächst an der Realität trainiert werden - siehe selbstfahrende Autos. Das kann man eben nicht einfach irgendwo simulieren - die KI muss in die Realität und eigene Daten sammeln.

Und das dauert... 

 

 

 

 

lucan-7 antworten
der_alte
Beiträge : 1854

@lucan-7 KI gibt Quellen an, bspw. bei Perplexity, da wird zu jedem Schritt meist eine Quelle angegeben. Bei Claude müsste ich es testen, momentan sehe ich keine, da ich es aber für Coding verwende würde es da keinen/wenig Sinn machen (wenn man nicht explizit danach früge).

Da will ich den Quellcode und nicht dazu eine ermüdend lange Quellenliste. Und da liebe sicher keine Falschinformationen, da sonst der Quellcode nicht ablauffähig ist oder (schlimmer noch) Fehler produziert. Ist auch eine Fama dass KI so toll im programmieren ist, sie macht mir schicke, kleine Tools wenn ich genug aufpasse und übernimmt fehlerbehaftete Kärnerarbeit (wie das anlegen und auslesen von Konfigurationsinfos), steckt aber doch auch mal kräftig fest. Dann muss ich "den Stecker ziehen", den Chat abbrechen, neu aufsetzen und mit der "Kleinen" so anfangen dass ich das bisherige einfüttere und dann dazu frage. Das klappt ganz gut.

Eine großartige Hilfe, nutze Claude gerade um mir NixOS automatisiert zu installieren, bin da (nach einigem Hin- und Her) klasse vorangekommen. Oder für Skripte um auf M365-Konten (die Mails) zuzugreifen und zu verarbeiten. Das mit Hand zu codieren wäre ein Riesenaufwand. Das Problem wird werden dass die KI immer weniger neues "Futter" im Web finden wird, da immer mehr Menschen immer weniger in den Foren sein werden, die dann auswertbar sind.

Wenn ich dran denke was das für ein Gewürge früher war. Besonders wenn man kein so toller Coder ist (habe mich erst letzten Jahren damit richtig angefreundet). Und wenn ich dran denke wie das in den 90ern war, da auch noch ohne Internet (bis das dann aufkam).

Und KI ersetzt nicht das Überlegen wie ein Problem gelöst werden soll, wenn ich keinerlei Ahnung habe wie ein Algorithmus funktioniert und welchen in brauchen kann dann wird das auch mit KI nichts werden.

Interessantweise haben die KIs auch eine Art Persönlichkeit.

ChatGPT empfinde ich als lustiges Kerlchen, das aber sehr moralisch ist. Perplexity ist sehr formell, trocken. Claude ist, wie viele KI, ein People Pleaser, selbst beim Coding und immer knallig und fröhlich drauf. Natürlich sind diese Emotionen Zuschreibungen, nur wirkt der Bot auf mich so.

Und ChatBots haben auch ihren Bias. Wenn man Deepseek fragt was 1989 auf "Dem Platz des himmlischen Friedrichs" war dann wird die in der Art antworten: "Ein Hotdogstand! Ein ganz toller! Ach und, ganz vergessen, es gab dort tolle Frühlingsrollen zu kaufen! Da solltest Du mal hin!". Eine türkische würde sagen dass 1915 das Wetter ganz toll war und sonst nichts, nö, nichts, passiert ist, wo auch, bei wem auch, warum auch...So wie die Gallier nicht wissen wo Alesia ist (damals noch ohne KI).

Eine deutsche hätte sicher für alles ein 10 seitiges Formular in der Art des Passierscheins A38...

Nutze die KI gerne um Infos nachzuschlagen (nicht wahr @ga2 😍 😘 😍 😘 ), aber halt sehr viel für das Coding (meist in PowerShell) und für Beschaffungsrecherchen (da am liebsten Perplexity) ist schon toll wenn man fragen kann, welches Samsunggerät Dex bietet, wann es erschien, wie die Strassenpreise sind und wie lange es Upgrades/Updates gibt. Oder welche 43"-TV es gibt die Smart sind und 4K bieten, dazu mindestens 3 HDMI-Anschlüsse.

KI ist auch gut um TL;DRs zu erstellen. Oder für die Spracherkennung, da lernte ich KI das erste richtig kennen (wenn man von Eliza absieht, die aber als Parodie von J. Weizenbaum damals[tm] gedacht war), als ich dann Whisper von OpenAI einsetzte um Ton in Schrift zu wandeln, bspw. um Videos zu untertiteln. DeepL ist auch KI und eine große Hilfe. KI wird den Beruf des Abtippers ziemlich hyperfluid machen. Und vllt. auch den Gebrauchsübersetzer, noch nicht den des literarischen Übersetzers, wie bspw. bei "Infinite Jest" von David Foster Wallace (R.I.P.) das einen Profi sehr sehr lange beschäftigte um es ins Deutsche zu übersetzen.

Aber wer weiss, man dachte sehr lange dass das Spiel GO nichts für Computer sei. Nun ist der Computer, dank der Arbeiten von Alphabet/Google an einem Spielprogramm, für Menschen ausserhalb jeglicher Reichweite.

Ein Problem ist die automatische KI bei Google in der Suche, die zieht Menschen weg von Webseiten die Besuche brauchen, siehe aktuell:

https://www.facebook.com/nixcraft/posts/the-digitalocean-documentation-that-maintained-many-linux-and-unix-docs-team-no-/1234877272004611/

"The DigitalOcean documentation that maintained many Linux and Unix docs team no longer exists; they were laid off. The Google AI summary is directly responsible because Google no longer sends traffic to those documentation sites. It is only a matter of time before many communities/forums that depended on Google search traffic will die off."

KI-Übersetzung:

"Das Dokumentationsteam von DigitalOcean, das zahlreiche Linux- und Unix-Dokumentationen betreute, existiert nicht mehr; die Mitarbeiter wurden entlassen. Die Google-KI-Zusammenfassung trägt eine direkte Verantwortung, da Google keinen Traffic mehr auf diese Dokumentationsseiten leitet. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis viele Communities und Foren, die auf Google-Suchanfragen angewiesen waren, verschwinden werden."

BTW: Wenn man eine Antwort in einem Forum haben will dann soll man am besten zwei Accounts benutzen. Der eine stellt die Frage und um Schwung in die Sache zubringen antwortet man mit dem zweiten mit einer total falschen, lächerlich falschen Antwort, das soll dann andere anspornen zu schreiben nach dem Motto "boah dem zeige ich was er plöde ist, der ist ja so dum[tm] dass ihn nichtmal die Schweine beissen". Soll funktionieren, zumindest eine nette psychologische Idee...

der_alte antworten
2 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@der_alte 

KI hat sicher für vielerlei Dinge einen Nutzen. Ich habe es auch schon zum Programmieren benutzt, da spart es natürlich eine Menge Arbeit. Oder wenn mir zu Geschichten noch die ein oder andere Idee fehlt, dann lasse ich mich inspirieren... wobei man da schon sehr konkrete Vorgaben machen muss, um nicht mit 08/15 Zeug abgespeist zu werden - KI mag kreativ sein, orginell ist es meistens nicht. Was mir übrigens Hoffnung macht, ich denke dass die KI schon an ihre Grenzen stößt. Denn womit soll die jetzt noch neu trainiert werden? Ist ja nix mehr übrig...

Für meinen Alltag ist es im Wesentlichen noch eine Spielerei. Als Informationsquelle taugt es fast gar nicht. Und die seriösen Anwendungen sind begrenzt... immerhin kann es einiges an Zeit sparen.

lucan-7 antworten
der_alte
(@der_alte)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 1854

@lucan-7 für das Programmieren ist es toll, ich nutze da am liebsten Claude. Habe gerade erst lange zusammen mit ihr einen Bug gesucht, am Ende gefunden und Claude hat es dann feingeschliffen. So sauberen Quellcode würde ich weder hinkriegen noch die Zeit opfern wollen. Meine Sachen sind immer so, wenn selbstgeschrieben, dass sie gerade "kein Feuer fangen" sondern irgendwie laufen...

der_alte antworten


der_alte
Beiträge : 1854
Veröffentlicht von: @lucan-7

Dinge sind so, wie sie sind - und Meinungen ändern daran nichts

Da denke ich an den Film Rashomon wie es sein kann wenn eine Sache aus mehreren Sichten beurteilt wird. Oder an die Geschichte mit den 12 Geschworenen als die Erkenntnis erarbeitet wurde.

Habe heute mal mit mehreren KIs an einem Thema gearbeitet, Claude hatte mir eine Lösung, die aber nicht lief, habe dann hauptsächlich Perplexity genommen um diese Frage zu lösen. Als dann Claude wieder auf das Alte schwenkte, wies ich Claude darauf hin was ich als Erkenntnis von Perplexity hatte und er (Claude) erkannte den Fehler und machte es richtig.

der_alte antworten
1 Antwort
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@der_alte 

Da denke ich an den Film Rashomon wie es sein kann wenn eine Sache aus mehreren Sichten beurteilt wird.

Rashomon hat nicht verschiedene Perspektiven, sondern verschiedene Versionen einer Handlung behandelt. Das ist noch mal etwas Anderes. Das Thema ist wohl eher, dass wir halt oft die Tatsachen nicht kennen.

 

 

 

lucan-7 antworten
Gelöschtes Profil
Beiträge : 30188

@lucan-7 

 

KI beschäftigt mich in mancherlei Hinsicht: 

  • Meine persönliche Präferenz: wie will ich kommunizieren? Welche Texte lese ich gerne? Die KI Syntax ist noch leicht zu identifizieren und mir geht es auf den Keks, in immer mehr social media Posts eindeutig ChatGPT Syntax zu erkennen. Auf LinkedIn postet jedes dritte Unternehmen mit ChatGPT. Kürzlich habe ich sogar im Overview eines wissenschaftlichen Buches die Syntax wiedererkannt. Daraufhin habe ich den Wissenschaftsverlag (!) angeschrieben, gesagt, es fällt auf und ich weine. Die haben es nicht mal geleugnet, sondern argumentiert, dieses Vorgehen wäre nunmal für SEO Kriterien optimal 😊 Ich mag diese Sprache nicht. Mir graut es vor der Zeit, in der wir Texte nur noch in einer Syntax präsentiert bekommen und es nicht einmal mehr bemerken. Sprache und Individuation hängen für mich ganz eng zusammen. Wenn ich Menschen lese, lese ich wer sie sind, da gibt es ein ganz individuelles „zwischen-den-Zeilen“ das es bei KI nunmal nicht gibt. Deswegen lese ich zumindest wenn es mir persönlich gilt keine ChatGPT Nachrichten, da breche ich ab. Ich will wissen, wer mir schreibt und die Person herauslesen können. Wenn wir Menschen verlernt haben, ein individuelles Sprachbild zu entwickeln, ist das aus meiner Sicht ein riesiger Verlust. Es gibt Menschen, die ich irre gerne lese und ich hoffe, sie werden auch in Zukunft noch schreiben.
  • Da kommen wir zur nächsten Dimension: Am Wochenende hatte die SZ ein echt puh, Interview mit dem MAGA Angermayer, der aus dem Nähkästchen plauderte: Wie sieht die Utopie der Tech-Giganten aus? Die rechnen damit, dass es in 10 Jahren keine menschliche Arbeit mehr braucht. Das bedeutet: Wir werden vor völlig neuen Verteilungsfragen stehen. Wenn die Produktionsmittel, also die KI und die Robo-Technik, in den Händen von ein paar Milliardären ist: Gute Nacht. Da wird es mir egal sein, wer wie im Forum schreibt, dann kann es wichtig werden, wer vor mir steht und spricht. Und ob ich überhaupt noch Technik in den Händen halten werde, oder enteignet und hungrig auf der Suche nach etwas Streuobst bin. Die Tech Millis betreiben heute schon malthusianische Bevölkerungsschrumpfpolitik (siehe Doge/Entwicklungshilfe). Auch die Migrationspolitik ist davon betroffen. Die SZ fragte Angermayer, ob Migration denn nicht wichtig wäre, wegen Fachkräftemangel und so. Er: Nö, wenn es in 10 Jahren keine menschliche Arbeit mehr braucht - wozu dann jetzt die Leute ins Land lassen. Die fangen heute schon mit einer neuen, brutalen geopolitischen Verteilung an. Das ist extrem beängstigend. Für mich ist schon das ein Grund, genau zu schauen, wessen KI ich ggf. unterstütze.
  • Information/Desinformation: Tja. Jeder der mal aus Sekundärliteratur zitiert hat, sein Werk dann stolz veröffentlichte und etwas zu spät in die Primärliteratur geschaut hat, weiß, dass Desinformation kein ganz neues Phänomen ist. Es betrifft heute nur Jeden, weil Jeder für Alles Spezialist ist und Niemandem, erst recht keinen Spezialisten, mehr vertraut. Also recherchiert jeder selber und findet KI dabei deutlich überzeugender als die Wissenschaftlerin, die ChatGPT für vertrauenswürdig genug hält um ihre Ergebnisse dem Suchenden zu präsentieren. Aus der Sicht könnte KI auch Gutes leisten, je nachdem in wessen Händen sie ist und wer sie betreibt. Heute kann ich wohl nur für mich selber beantworten, wie ich damit umgehen will: Wem vertraue ich? Wem nicht? Wie möchte ich meine eigenen Informationen recherchieren? Genieße ich es in der Bibliothek zu sein? Habe ich die Zeit für eine gute Recherche? Und wann reicht mir eine vage Information aus, weil ich damit eh nur an den Stammtisch gehe und morgen alle vergessen haben, was ich heute gequakt habe? Und welchen Wissenschaftsverlagen traue ich noch zu, gute Bücher zu veröffentlichen 😉

Daneben bin ich in Foren wie diesen beinahe gnädig, wenn mal jemand KI nutzt. Aber ich würde jeden ermuntern, selber zu schreiben und sich mit und durch seine Sprache zu zeigen.

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JohnnyD
Beiträge : 1778

@lucan-7 

Ich verallgemeinere das: Mich interessiert schon bisher nicht, was Journalisten in ARD, Süddeutsche oder Welt sagen, wenn sie nur schlecht zusammenfassen und interpretieren, was ich auch im Original lesen kann oder von einem Autoren, der inhaltlich versteht wovon er schreibt. Ich diskutiere mit einer Person auf j.de, aber nicht noch zusätzlich über schlechten Journalismus und was mein eigentlicher Gesprächspartner auf j.de davon verstanden zu haben glaubt.

 

KI wird meinen Beruf so verändern wie zuvor die Schreibmaschine, das Diktiergerät, der PC oder das Internet. In den letzten 1,5 Jahren hat sich da schon sehr viel getan, ob verschiedene KIs in der freien Wildbahn oder innerhalb von Fachdatenbanken. Ich halte KI für einen guten Assistenten für Aufgaben des Sekretariats oder eines fachlichen Praktikanten. Auf den Fachmann wird man damit nicht verzichten können. Es werden immer wieder Fehler eingebaut, die einen Anfänger sehr schlecht aussehen lassen und für mich einfache Fälle, sind für die KI schon viel zu komplex und führen zu lächerlichen Fehlern. Man muss also die Quellen selbst erfassen und kennen. Man muss auch weiterhin selbst wissen, wie die Reise verlaufen soll und wie das Endprodukt auszusehen hat. Blindflug reicht nicht.

Sparfüchse kommen mittlerweile gar mit eigenen "Rechercheergebnissen" und Entwürfen an. Die sind für mich  aber keine Hilfe. Die sind aufwendig durchzuarbeiten, die Lösungen enthalten zahlreiche Implikationen, die für den konkreten Fall zum falschen Ergebnis führen und es werden Quellen erfunden oder beziehen sich auf völlig andere Verfahrensarten (zB Zivilrecht oder Verwaltungsrecht; Erkenntnisverfahren oder Vollstreckungsverfahren) oder der Ton an die Gegenseite ist völlig unangemessen gewählt. 

johnnyd antworten
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