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Morddrohungen gegen alles mögliche *Trigger*

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Anonymous
 Anonymous
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Hi,

was sind das für Hirnverf..te Typen die Morddrohungen an

Klimaaktivisten
Linke und rechte
Politiker
Tafel-Leiter
Sanitäter und Polizisten
Christen und Nichtchristen
Abtreibungsgegner und Abtreibungsbefürworter

aussprechen und schreiben?

Wo kommt dieser (Alltags-)Hass (aus meiner Sicht Explosionssartig) her?

Sind das Menschen, die nicht wissen wo sie ihren Frust ablegen sollen? Psychokranke? Oder einfach nur Hirnverblödete?

Alle Altersschichten sind vertreten. von 12 bis 80.

M.

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70 Antworten
PeterPaletti
Beiträge : 1238

Du hast Fußballvereine vergessen. Aber egal.

Du gibst dir die Antwort ja schon selber. Das sind hirnverblödete Idioten, die nicht wissen, wo sie ihren Frust ablegen sollen. Ich fürchte allerdings, die gab es schon immer. Nur in der letzten Zeit, ist dieser Hass leider salonfähig geworden.

peterpaletti antworten
13 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

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Veröffentlicht von: @peterpaletti

Du hast Fußballvereine vergessen. Aber egal.

Die gehören auch dazu. Leider!

Fussballligen sind doch keine "Vereine" mehr sondern Aktiengesellschaften mit GELD GELD GELD.

Es geht nur um GELD!

Revierderbys werden teilweise immer verrohter. Statt Freude am Sport gibt es Hooligans, Reviermarkierungen und Hass auf jeden und allen die anders Aussehen, woanders her kommen, Leistung nicht erbringen. Da werden Affenlaute gemacht....wenn ein Farbiger spielt. Sach mal, wieso werden bekannte Nazis nicht einfach ausgesperrt?

Ich schaue immer weniger Fussball , das ist eine Folge davon.

M.

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Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15336
Veröffentlicht von: @peterpaletti

Nur in der letzten Zeit, ist dieser Hass leider salonfähig geworden.

Keine Ahnung in welchen "Salons" du so verkehrst... aber ich wüsste nicht, dass das plötzlich in Ordnung ist.

lucan-7 antworten
Anonymous
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(@Anonymous)
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Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

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Veröffentlicht von: @meriadoc

Suchmaschine sagt einiges

Sicher. Den Begriff eingeben kann ich selber auch.

Aber wo steht da, dass Morddrohungen jetzt "salonfähig" sind?

lucan-7 antworten
Anonymous
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Salonfähig mag überzogen sein.

Ich habe mal in der Suchmaschine eingegeben Morddrohung und so eine Suchmaschine sucht sich oft das aktuellste zuerst aus.

Morddrohung Greta (sehr aktuell und häufig)
Morddrohung CSU Politiker

Interessant!

Max

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Anonymous
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Veröffentlicht von: @lucan-7

Sicher. Den Begriff eingeben kann ich selber auch.

Dann tu es doch?

Veröffentlicht von: @lucan-7

Aber wo steht da, dass Morddrohungen jetzt "salonfähig" sind?

Google findet da z.B.

https://markusvaeth.com/blog/die-morddrohung-wird-salonfaehig/

Tichy ist – wie so viele öffentliche und nichtöffentliche Personen in letzter Zeit – dem Meinungsfaschismus der political correctness zum Opfer gefallen: Wenn Menschen glauben, jemand anderen fertigmachen zu müssen, weil der auf der angeblich moralisch falschen Seite steht, hält sie keiner mehr auf. Das war schon bei den Kreuzzügen so. Nur die Form hat sich verändert.

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Anonymous
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Veröffentlicht von: @engelss

Meinungsfaschismus der political correctness

Veröffentlicht von: @engelss

Das war schon bei den Kreuzzügen so.

Wow, wie Du zur Deeskalation und Zivilisierung des Diskurses beizutragen vermagst, ist schon erstaunlich!

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Beigetreten : Vor 1 Sekunde

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Veröffentlicht von: @blackjack

Wow, wie Du zur Deeskalation und Zivilisierung des Diskurses beizutragen vermagst, ist schon erstaunlich!

Das ist ein Zitat und es geht hier um nicht so richtig zivilisierte Morddrohungen.

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Anonymous
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Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @engelss

Meinungsfaschismus der political correctness

😀

Warst du nicht derjenige, der die Leugnung eines menschengemachten Klimawandels unter Strafe stellen wollte?

Anonymous antworten
Anonymous
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Beigetreten : Vor 1 Sekunde

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Veröffentlicht von: @lavoisine

Warst du nicht derjenige, der die Leugnung eines menschengemachten Klimawandels unter Strafe stellen wollte?

Ich zitiere da nur und sehe einen feinen Unterschied zwischen Vernichtung unserer Lebensgrundlagen und unwichtigen Bezeichnungen.

Anonymous antworten
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Beigetreten : Vor 1 Sekunde

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Merkwürdig, dass Du für die Weiterverwendung "unwichtiger Bezeichnungen" so vehement eintrittst. Warum ist Dir das so wichtig?

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
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Beigetreten : Vor 1 Sekunde

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Veröffentlicht von: @lavoisine

Merkwürdig, dass Du für die Weiterverwendung "unwichtiger Bezeichnungen" so vehement eintrittst.

Tue ich ja garnicht, werde jetzt verleumdet weil ich nicht mehr antworte.

Anonymous antworten
Anonymous
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Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hast Du nicht gesagt, dass Du weiterhin Neger sagst und es Dir egal ist ob jemand damit ein Problem hat? Gibt es da nicht [url= https://community.jesus.de/forum/ansicht/thread.html?tx_scmforum_pi1 [post_uid]=12700514&tx_scmforum_pi1[disablepreset]=0]mehrere Stränge, [/url]wo Du das so vehement verteidigst, dass Du immerhin von einer "Spaltung der Gesellschaft" sprichst?

Anonymous antworten


Anonymous
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Veröffentlicht von: @meriadoc

was sind das für Hirnverf..te Typen die Morddrohungen an

Veröffentlicht von: @meriadoc

aussprechen und schreiben?

Die dürften in der Regel glauben sie sind in guter Gesellschaft und trauen sich nur zu sagen was andere denken. Einer muss doch mal was tun.

Die Gesellschaft ist so verroht, dass es mich wundert, dass nicht sehr viel mehr passiert.

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Anonymous
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Veröffentlicht von: @meriadoc

Wo kommt dieser (Alltags-)Hass (aus meiner Sicht Explosionssartig) her?

Interessehalber nachgefragt: Hast Du für Deine Sicht auch eine belastbare Datenbasis? Ich will gar nicht abstreiten, dass solche Morddrohungen, wie Du sie beklagst, in jüngster Zeit häufiger wurden, gefühlt ist dem so. Aber es könnte ja auch sein, dass nur in letzter Zeit häufiger darüber berichtet wird, weil entsprechende Delikte (und Morddrohung ist ja eine justiziable Angelegenheit) schneller zur Anzeige gebracht werden?!

Wenn Deine Sichtweise und meine Gefühl richtig liegen sollten, "Hassverbrechen" aller Art also zugenommen haben sollten, denke ich, dass es dafür keine einfache, gar monokausale Erklärung geben dürfte. Falls meine Vermutung, dass die digitalen Medien einer solchen Entwicklung Vorschub leisten, stimmen sollte, dann vielleicht auch, weil der Mainstream, die etablierten Gesellschaftskreise, die ja für die Setzung und Einhaltung von Normen verantwortlich sind, sich der neuen technologischen Möglichkeiten noch gar nicht so richtig bewußt sind. Vorgestern habe ich im SPON diesen Gastbeitrag von Marina Weisband gelesen, in welchem sie die pure Sprachlosigkeit der normalen Bürger thematisiert, bzw. deren Unkenntnis der Sprache und der Mechanismen in den neuen Medien. Ich muß zugeben, dass einige der in dem Artikel erwähnten Begriffe auch mir unbekannt waren - dabei hätte ich gedacht, dass ich mich einigermaßen im Web-Slang und den Strategien, die sich auf den social media-Plattformen entwickelt haben, auskennen würde.
Diese Unkenntnis des technologisch Neuen und die daraus resultierende Unfähigkeit, die kollektiven Psychodynamiken im Web richtig zu verstehen, dürfte meiner Ansicht nach also ein Faktor sein dafür, dass solche kriminellen Akte wie z.B. Morddrohungen nicht schon in ihrer Anbahnung verhindert werden.

Das ist der eine wichtige Faktor.

Der zweite wichtige Faktor dürfte sogar noch komplexer sein: die wirtschaftlich-politische Gemengelage der globalen Welt, der gegenüber unsere "klassischen" demokratischen Handlungsstrategien mir immer weniger effektiv zu sein scheinen. Die Politik- und Demokratieverdrossenheit immer größerer Bevölkerungsgruppen könnte schon rein statistisch dazu führen, dass sich aus diesen wachsenden Gruppen auch immer mehr Extremisten ergeben. Eine Gruppe muß ja groß genug sein, damit der Herdentrieb greifen und diese Gruppe zu einem Mob sich wandeln lassen kann. Einer, der Morddrohungen versendet, muß in einem sozialen Umfeld leben, in welchem er direkt oder indirekt immer mehr Motivationen für so eine Tat bekommt. Wenn früher vielleicht nur eine oder zwei Personen aus seinem direkten Umfeld extreme Ansichten vertraten, laut über alles Mögliche schimpften und verbale Entgleisungen nicht durch soziale Ächtung, sondern durch Zustimmung beantworteten, sind es heute womöglich zehn oder zwanzig - und die schiere Menge der bestätigenden Rückmeldungen im direkten Umfeld sorgt dann dafür, dass der Täter sein Verhalten als den Normen gemäß zu verstehen lernt.
Frust, wenn er überall erlebt wird, führt dann wohl automatisch dazu, dass er sich in Wut wandelt. Und Wut sucht sich ein Ziel, das sich anzugreifen lohnt.

Meiner Ansicht nach sorgt so z.B. insbesondere die immer weiter auseinanderklaffende Reichtums-Schere für eine Ausweitung solcher Wutgefühle. Ganz unabhängig davon, ob es womöglich auch den "unteren sozialen Schichten" heute besser geht als vor fünfzig Jahren, ist auf jeden Fall die Reichtumsverteilung heute ungleicher als damals, sodaß sich immer größere Gruppen zu den tendenziellen Verlierern zählen müssen und also Abstiegsängste (begründeter oder unbegründeter Art) entwickeln, die dann wieder zu Frust und zu Wut führen.
Das dürfte ein systemisches Problem des Kapitalismus sein. Der "Zusammenbruch des kapitalistischen Systems aufgrund seiner inhärenten Widersprüche" wurde von der marxistische/sozialistischen kritischen Analyse immer schon vorhergesagt, verschob sich aber sozusagen immer wieder, solange, bis der Eindruck entstand, er werde sich auf den St.Nimmerleinstag verschieben. Man meinte nach dem Zerfall des Ostblocks nicht nur den Ost-West-Konflikt gewonnen zu haben (was ja machtpolitisch definitiv der Fall war), sondern man meinte aufgrund dieses Sieges auch, dass alles, was die linke Kritik so über das kapitalistische System gesagt habe, sei damit als falsch erledigt worden. Und aus der Überlegenheit des kapitalistischen Systems über den "real existierenden Sozialismus" folgerte man, dass das kapitalistische System an sich gut und richtig und praktisch für die Ewigkeit das einzig gangbare sei. Dabei beruht eine solche Folgerung ja auf einem klaren logischen Fehler, nämlich dem falschen Dilemma. Selbst, wenn die marxistische Theorie falsch liegen mochte, was ihre positiven Antworten anging, also der Marxismus-Leninismus grundsätzlich nicht klappen konnte, so bedeutete dies ja nicht gleichzeitig, dass sie auch in ihrer Kritik am kapitalistischen System falsch war. Man kann ja durchaus die Fehlerhaftigkeit einer Methode richtig analysieren, ohne gleichzeitig unbedingt eine bessere Methode anbieten zu müssen.

Es könnte also sein, dass das kapitalistische Paradigma nun, dank der Globalisierung und Faktoren wie der Klimakrise und dem Bevölkerungswachstum an seine Grenzen gerät, bzw. die inhärenden Widersprüche des Systems zu einer Krise führen, für die solche zunehmenden "Entgleisungen" wie die von Dir angesprochenen Morddrohungen ein Symptom (unter vielen) sind.

Veröffentlicht von: @meriadoc

Sind das Menschen, die nicht wissen wo sie ihren Frust ablegen sollen? Psychokranke? Oder einfach nur Hirnverblödete?

Dein erster Vorschlag könnte die Zusammenfassung dessen sein, was ich oben ausführlicher geschrieben habe. Aber die beiden anderen Vorschläge (Psychokranke, Hirnverblödete) sind nicht nur praktisch dasselbe, sondern darüber hinaus keine hilfreichen Erklärungsansätze. Ich würde sogar meinen, dass man sich davor hüten sollte mit solchen pathologisierenden Ansätzen, die eigentlich nur dazu dienen, sich möglichst weit von den "Tätern" abzugrenzen nach dem Motto: "Das würde mir nie passieren, denn ich bin glücklicherweise noch gesund!"
Aber wenn in meiner Gesellschaft immer mehr solcher Taten verübt werden, dann haben diese Taten eben sehr wohl etwas mit mir zu tun, der ich als Teil dieser Gesellschaft ja auch eine Teilverantwortung für die in ihr herrschenden Zustände habe. Selbst, wenn die Taten also Symptome einer Erkrankung sein sollten, hätte ich mich zu fragen, warum in meiner Gesellschaft immer häufiger solche Erkrankungen auftauchen: welche krankmachenden Faktoren/Strukturen gibt es in dieser meiner Gesellschaft?
Inwiefern verstärke ich durch mein eigenes Handeln diese Strukturen, und wie könnten solche Strukturen aufgelöst werden?
Die Pathologisierung der Täter lenkt den Blick weg von den destruktiven Strukturen hin zu den Individuen und ist somit kontraproduktiv, weil, solange sich nichts an den Strukturen ändert oder sie sich sogar verfestigen, immer mehr Individuen "erkranken". Kurz: es hilft nicht bei der Problemlösung, die geistige Erkrankung Einzelner als Ursache des Problem zu betrachten.

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MrOrleander
(@mrorleander)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 2133

Danke für diesen differenzierten (und wie üblich vergnüglich zu lesenden) Beitrag.

mrorleander antworten
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 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Danke für's Lob! 😊

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Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3025

Gute Analyse
Eine gute Analyse. Kann ich in jedem Punkt unterschreiben.

Nur widerlegt der gesellschaftliche Einfluss nicht eine individuelle Erkrankung. Die ist aber ihrerseits Ergebnis der Verhältnisse, die den Einzelnen überfordern.

queequeg antworten
Anonymous
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(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @queequeg

Nur widerlegt der gesellschaftliche Einfluss nicht eine individuelle Erkrankung.

Sicherlich nicht, allerdings wäre ja zuerst einmal zu überlegen, inwiefern es überhaupt Ausdruck einer individuellen Erkrankung sei, wenn jemand Morddrohungen verschickt.
Ich kenne mich da nicht so gut aus - kann man überhaupt sinnvoll in medizinischen Kategorien denken, wenn ein bestimmtes Sozialverhalten immer mehr um sich greift? Gibt es medizinisch gesehen Therapieansätze für sowas? Ich muß da jetzt an Gesellschaften denken, die in unseren Augen "krank" sind - nehmen wir beispielsweise, um mal die Nazis ausnahmsweise zu ignorieren, die heutige nordkoreanische Gesellschaft oder in der Vergangenheit die der Roten Khmer. Gerade höre ich bei der Arbeit nebenbei von Sarpkowski die .Narrenturm-Trilogie, in welcher ja in wunderbarer Plastizität die mitteleuropäische Welt des 15. Jahrhunderts geschildert wird. Und in welcher Mord- und Totschlag zum Alltag gehören, wie ja überhaupt in vergangenen Zeiten das alltägliche Gewaltlevel viel höher war als heute. Die Fähigkeit, rücksichtslos und gewalttätig zu sein, ist, so meine Vermutung, eigentlich fast jedem Menschen ganz natürlich angeboren, und unter der Perspektive könnte man ja sagen, dass die Wiederkehr der rauheren Sitten im Umgang eigentlich völlig erwartbar sei, sobald die Fesseln der domstizierenden Zivilisation ein wenig gelockert werden.

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Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15336
Veröffentlicht von: @blackjack

Die Fähigkeit, rücksichtslos und gewalttätig zu sein, ist, so meine Vermutung, eigentlich fast jedem Menschen ganz natürlich angeboren, und unter der Perspektive könnte man ja sagen, dass die Wiederkehr der rauheren Sitten im Umgang eigentlich völlig erwartbar sei, sobald die Fesseln der domstizierenden Zivilisation ein wenig gelockert werden.

Und genau das ist ja im Internet der Fall... zumindest dem Gefühl nach. Guter Punkt.

lucan-7 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

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Veröffentlicht von: @lucan-7

Und genau das ist ja im Internet der Fall...

Möglicherweise. Aber man sollte dann auch die dialektische Kehrseite betrachten: Falls (!) es sich entsprechend verhielte, dann wären die gehäuften Morddrohungen und generell das Gröberwerden des Diskurses eben auch Symptome sich neu eröffnender Freiheits- und somit Möglichkeitsräume. Und in diesem Fall wäre es womöglich sinnvoller, sich auf die positiven Aspekte dieser neu sich öffnenden Räume zu konzentrieren, als, geleitet von den alten, d.h. etablierten und somit naturgemäß konservativen Medien, sich auf die unschönen Aspekte zu focussieren.

Um es mal andersrum zu betrachten: Angenommen, die Zahl der Morddrohungen wächst, aber die der Morde geht zurück - wäre dann die steigende Zahl der Drohungen überhaupt so wichtig? Sie könnte wichtig sein, falls sie einherginge mit einer allgemeinen Verängstigung und einem Rückgang der Kommunikation. Aber wenn sie nicht damit einherginge? Daher fragte ich anfangs Meriadoc nach seinen Quellen, weil ich mir da selbst nicht sehr sicher in meiner eher auf einem Gefühl beruhenden Zustimmung zu seiner Ausgangsthese.

Ganz generell bedingt freilich jede Zunahme von Freiheit auch eine Zunahme an Risiken, dieser Zusammenhang ist ja ein alter Hut.

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Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15336

Freiheit braucht Regeln

Veröffentlicht von: @blackjack

Aber man sollte dann auch die dialektische Kehrseite betrachten: Falls (!) es sich entsprechend verhielte, dann wären die gehäuften Morddrohungen und generell das Gröberwerden des Diskurses eben auch Symptome sich neu eröffnender Freiheits- und somit Möglichkeitsräume. Und in diesem Fall wäre es womöglich sinnvoller, sich auf die positiven Aspekte dieser neu sich öffnenden Räume zu konzentrieren, als, geleitet von den alten, d.h. etablierten und somit naturgemäß konservativen Medien, sich auf die unschönen Aspekte zu focussieren.

Die Freiheit des Internets wurde ja zunächst auch als etwas positives gesehen. Hier gab es plötzlich die Möglichkeit für jeden, beispielsweise unzensiert Berichte darüber zu verfassen, was in einer Diktatur passiert. Bilder von staatlicher Gewalt wurden schnell weiterverbreitet und öffentlich gemacht.
Eine kurze Zeit gab es die Hoffnung, dass die Freiheit des Internets damit dem Volk eine Kontrollfunktion ermöglichen kann, die Diktatur und Unterdrückung massiv erschweren würde.

Diese Hoffnung hat sich leider nicht erfüllt. Denn jetzt wendet sich die Freiheit des Internets gegen das Volk: Ohne Zensur kann auch Propaganda und Manipulation ungefiltert verbreitet werden. Und die erweist sich am Ende als stärker, weil sie die Gefühle unmittelbar anspricht - denn genau dafür wurde sie erstellt.

So kehrt sich die Freiheit jetzt gegen die Leute, die sich für Freiheit einsetzen - und nützt denen, die die Freiheit bekämpfen.

Es ist eben so wie sonst auch... wenn es keine Regeln gibt, dann profitieren davon immer die Stärksten, welche dann ungestraft die Schwächsten unterdrücken können.
Denn Freiheit für alle braucht Regeln, welche die Freiheit so weit einschränken, dass möglichst viele davon profitieren... ohne Regeln ist Freiheit nur für wenige möglich.

Eine Sache wundert mich inzwischen allerdings ganz extrem... das Desinteresse einer großen Zahl an Menschen an der Wahrheit. Zwar ist es normal, dass jeder seine eigene Variante dessen hat, was "Wahrheit" ist, je nach Perspektive und Weltsicht.
Dass aber Menschen sich praktisch bewusst dafür entscheiden, dass sie die Wahrheit und Tatsachen nicht interessieren, sondern allein ihr Bauchgefühl und die Gruppenzugehörigkeit... das macht mich immer wieder fassungslos.

lucan-7 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @lucan-7

Es ist eben so wie sonst auch... wenn es keine Regeln gibt, dann profitieren davon immer die Stärksten, welche dann ungestraft die Schwächsten unterdrücken können.

Freilich - darin besteht die Janusköpfigkeit der Freiheit, dass sie von allen, also auch den Starken, genutzt werden kann. Freiheit braucht aber eigentlich keine Regeln, sondern besteht ja gerade in der Abwesenheit von Regeln. "Freiheit für alle" gibt es somit nicht, denn wo die Gewalt der Mächtigen herrscht, weil sie keinerlei Gesetzen unterworfen sind, sind die Ohnmächtigen, das hast Du ganz richtig herausgearbeitet, noch weniger frei, als sie es in einer gesetzlich geregelten Welt wären.

Freiheit braucht keine Regeln, Abstrakta brauchen in der Regel gar nix. 😉 Aber Menschen/Gesellschaften brauchen Regeln - und hinsichtlich des neuen Mediums Internet ist man noch dabei, die am besten und verläßlichsten funktionierenden Regeln herauszufinden. Wo genau die liegen - da bin ich mir eben nicht so sicher, insbesondere, da ich schon recht alt bin und so automatisch die Gefahr besteht, dass ich den üblichen Bestätitungsfehler der Konservativen begehe und die einstigen Zustände, die bislang geltenden Regeln als Maßtstab für das Optimale mißverstehe. Die Regellosigkeit, die mit einer "Verrohung der Sitten" einhergehen mag, könnte immer noch der Reglementierung, wie wir sie z.B. in China schon in einem recht weit fortgeschrittenen Stadium bewundern dürfen, vorzuziehen sein. Wenn nun z.B. ein Herr Seehofer - stellvertretend für eine sicherlich weit verbreitete Ansicht - anläßlich des Hallenser Mordattentats meint, die "Gamerszene" müsse mehr beobachtet werden, dann stellt sich eben sofort die Frage nach den technologischen Implikationen. Bei (von mir) geschätzten 15 Millionen Gamern in Deutschland läuft so eine Forderung nämlich auf digital automatisierte Rasterfahndung, d.h. Totalüberwachung hinaus. Nicht einmal nach einzelnen Tätern, so wie das ja bei der im Zusammenhang mit der Verfolgung der RAF eingeführten Raster/Schleierfahndung noch der Fall war, sondern nach bestimmten Kommunikationsvorgängen. Das dystopische Potential erscheint mir hier fast unendlich groß.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Dass aber Menschen sich praktisch bewusst dafür entscheiden, dass sie die Wahrheit und Tatsachen nicht interessieren, sondern allein ihr Bauchgefühl und die Gruppenzugehörigkeit... das macht mich immer wieder fassungslos.

Right or wrong - my country! <--- Dieser Spruch ist ja nun schon etwas älter und somit auch die dahinterstehende Einstellung. Im Zusammenhang der ganzen Kreationismus-Debatten dürftest Du doch eigentlich schon vor Langem mitgekriegt haben, dass der Mensch - wie alle anderen Wesen - nicht primär an der Wahrheit, sondern an Vorteilen interessiert ist.
Fassungslos macht mich das also sicherlich nicht - allerdings könnte man Deine Beobachtung, dass sich immer mehr Leute nicht einmal mehr bemühen so zu tun, als ginge es ihnen um die Wahrheit, zum Anlaß nehmen, sich Strategien zu ersinnen, den Leuten wieder deutlicher zu machen, wie sehr es allgemein in ihrem persönlichen Interesse ist, wenn sich wahre gegenüber unwahren Positionen durchsetzen. Beispiele gibt's dafür im "Neuland Internet" eben auch genügend, mein derzeitiges Lieblingsbeispiel ist Mai mit ihrem Kanal auf Youtube.

Wo die Gefahr wächst, wächst das Rettende auch... 😉

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @lucan-7

Es ist eben so wie sonst auch... wenn es keine Regeln gibt, dann profitieren davon immer die Stärksten, welche dann ungestraft die Schwächsten unterdrücken können.

Aber die Stärksten machen auch die Regeln.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Eine Sache wundert mich inzwischen allerdings ganz extrem... das Desinteresse einer großen Zahl an Menschen an der Wahrheit.

Daran haben sie sogar sehr großes Interesse. Nur ist bei ihnen eine auf Gefühlen basierende Meinung eine Wahrheit und jeder eigene Gedanke Beweis genug.

Es fehlt an Handwerkszeug: Aufgeklärtes Denken.

Und deswegen kann es nur den Kampf um Freiheit geben aber eben auch einhergend damit den Kampf um aufgeklärtes Denken. Kritik der Ideologie, Kritik der Religion, Kritik der Ökonomie.

Anonymous antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15336
Veröffentlicht von: @lavoisine

Aber die Stärksten machen auch die Regeln.

Eben das ist das Dilemma.

Veröffentlicht von: @lavoisine

Daran haben sie sogar sehr großes Interesse. Nur ist bei ihnen eine auf Gefühlen basierende Meinung eine Wahrheit und jeder eigene Gedanke Beweis genug.

Kann man wohl so sehen... "Wahrheit" ist in diesem Sinne relativ. "Wahrheit" ist das, was einem in den Kram passt. Mit Tatsachen hat das nichts mehr zu tun...

Veröffentlicht von: @lavoisine

Es fehlt an Handwerkszeug: Aufgeklärtes Denken.

Nein, daran fehlt es nicht. Das Handwerkszeug ist da. Es fehlt am Willen, dieses Werkzeug auch zu gebrauchen.

Veröffentlicht von: @lavoisine

Und deswegen kann es nur den Kampf um Freiheit geben aber eben auch einhergend damit den Kampf um aufgeklärtes Denken. Kritik der Ideologie, Kritik der Religion, Kritik der Ökonomie.

Und wie will man Leute dazu zwingen, aufgeklärt zu denken, wenn eben diese Leute das als "Diktatur" und Zumutung empfinden....?

lucan-7 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

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Veröffentlicht von: @lucan-7

Und wie will man Leute dazu zwingen, aufgeklärt zu denken, wenn eben diese Leute das als "Diktatur" und Zumutung empfinden....?

Gar nicht. Man kann immer nur weiter machen und hoffen, dass diese Gruppe nicht zu viele wird oder nicht zu gefährlich wird.

Ich beobachte schon seit Jahren das Phänomen, dass sich diese Gruppen auf Seiten informieren, die "Wahrheit", "Echte Nachrichten", oder "Nachdenken" / "kritisches Denken" im Titel tragen.

Und dann verbreiten sie alternative Fakten / Fake News. Teilweise so schlecht zusammengeschustert, dass man die Unwahrheit und die Desinformation nach ein paar Minuten entlarvt hat.

Und dann schmücken sie sich meist mit Orwell Zitaten. So als seien nicht etwa sie selbst diejenigen, die sich ja offensichtlich als "Wahrheitsministerium" verstehen und gleichzeitig Unwahrheiten verbreiten, sondern "die Mainstreammedien".

Eine andere Sache, die immer wieder auftaucht, ist das Zitat "Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: 'Ich bin der Faschismus'. Nein, er wird sagen: 'Ich bin der Antifaschismus'."

Und dann stehen sie da alle, diese völkisch-nationalen Antifaschisten und wollen ihren angestammten Lebensraum mit offenen Hass und alternativen Fakten gegen Genderfaschismus, Ökofaschismus und Islamofaschismus verteidigen.

Aus dieser Ecke kommen Menschen, die nicht nur Wirtschaftsprofessoren "niederbrüllen", sondern Politiker erschießen, Juden abknallen wollen, Journalisten ermorden wollen, Ausländer ermorden.

Und trotzdem phantasieren Menschen aus dem rechten Bereich immer noch eine Gefahr von Links. Der neue Antifaschismus von Rechts sorgt sich eben eher um Baukräne als um Menschenleben.

Anonymous antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15336

Professionalisierung der Fake News

Veröffentlicht von: @lavoisine

Ich beobachte schon seit Jahren das Phänomen, dass sich diese Gruppen auf Seiten informieren, die "Wahrheit", "Echte Nachrichten", oder "Nachdenken" / "kritisches Denken" im Titel tragen.

Und dann verbreiten sie alternative Fakten / Fake News. Teilweise so schlecht zusammengeschustert, dass man die Unwahrheit und die Desinformation nach ein paar Minuten entlarvt hat.

Schön wär's ja. Leider beobachte ich auch, dass "Fake News" in ihrer Darstellung immer weiter professionalisiert werden.
Waren viele kreationistische Seiten in der Vergangenheit schon nach einem kritischen Blick als Unfug zu entlarven waren, aufgrund ihrer meist recht naiven Argumentation, so kopieren sie inzwischen populärwissenschaftliche oder gar wissenschaftliche Darstellungen und Redewendungen, die es einem Laien sehr schwer machen die Ideologie und fehlenden Grundlagen dahinter zu entdecken. Gleiches finden wir ja auch bei der Darstellung des Klimawandels.

Damit gelingt es den Leuten dann vorzutäuschen, dass es hier tatsächlich verschiedene, gleichwertige Ansichten gibt.
Weil dann aber die eigene, gefühlt richtige Variante von der etablierten Fachwelt nicht anerkannt wird (obwohl doch alles so professionell aussieht und von anderen Artikeln nicht zu unterscheiden ist) wird dann die Unterdrückung der "Freiheit" und der "Wahrheit" scheinbar bestätigt.

Propaganda und Desinformation sind eine große Gefahr der Zukunft, weil diese durch die Auswertung von social Media immer weiter verbessert wird.
Und weil Propaganda und Fake News gezielt Gefühle ansprechen und manipulieren, während die Wahrheit meist recht bieder und unspektakulär daherkommt, werden "Fake News" auch immer erfolgreicher. Und schon aufgrund der schieren Menge immer schwieriger zu durchschauen...

lucan-7 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Ja, ich beobachte beides. Einerseits die Professionalisierung durch das Auftreten deklarierter Experten, die dann oft in russischen Sendungen auftraten (RT, Ria Novosti...) und von dort aus auf die Blocks gelangen. So entsteht eine ganz eigene Blase mit Experten.

Auf der anderen Seite eine Masse an automatisierten Bots, die so viele Tweets wie möglich raushauen, um Links oder Phrasen zu verbreiten.

Putin hat das Internet und besonders die Social Media verstanden.

Anonymous antworten
MrOrleander
(@mrorleander)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 2133

o.T.

Veröffentlicht von: @blackjack

von Sarpkowski die .Narrenturm-Trilogie

Lohnt sich der Erwerb?
Mit Hilary Mantel (Brüder, Wölfe und Falken) hatte ich viel Freude. Aber sonst stehe ich dem Genitiv-Genre (Die Tochter des Seidensticker/Henkers/Magiers... ^^), trotz grundsätzlichem Interesse an der Vergangenheit, aus leidiger Erfahrung skeptisch gegenüber.

mrorleander antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @mrorleander

Lohnt sich der Erwerb?

Kommt wirklich auf den Leser an. Kennst Du denn die Romane Sapkowskis, die sich um den Hexer Geralt drehen? Auf denen beruht die überaus erfolgreiche Witcher-Games-Serie. Ich bin auf ihn also über die Spiele gekommen, und war von den Romanen sogar noch mehr angetan als von den Games (hab nur den ersten Teil gespielt, auf die neuesten Teile muß ich wegen meiner Videospielsucht verzichten
*schnief*). Sapkowski hat eine ganz eigene Art, Historie mit Fantasy zu verbinden, in der Narrenturmtrilogie ist der Historien-Anteil noch höher als in den Hexer-Romanen.
Vom literarischen Anspruch her halte ich Sapkowski für ziemlich nivevauvoll, wiewohl ich freilich kein Polnisch beherrsche und so nicht beurteilen kann, wie weit er stilistisch-sprachlich brilliert. Aber wenn schon die Übersetzungen so gut sind... 😉
Die Romane, die zum Hexer-Zyklus gehören, habe ich allesamt als Bücher gelesen, den Narrenturm hab ich mir als Audio-Book gegönnt, da mir zum selberlesen ein wenig die Zeit fehlt und ich mir dafür bei meiner Arbeit als Illustrator gern die Ohren beschäftige. Aber es ist ja immer so, dass Hören und Lesen zweierlei Dinge sind - von den Hörbüchern bin ich bis jetzt ziemlich begeistert, sie haben einen witzig altertümelnden Stil, z.B. indem schon die Kapitelüberschriften immer einiges vom folgenden Plot verraten, ohne das dies die Spannung mindert. Vermutlich werden viele der originalsporachlichen Zitate, die in dem Text enthalten sind, in der geschriebenen Buchversion noch per Fußnoten übersetzt - manchmal ärgert es mich, wenn da wieder ein polnisches oder böhmisches (Tschechisches?) Sprichwort auftaucht, dessen genauen Inhalt man als Hörer nicht versteht. (Die lateinischen Zitate werden auch ohne Erläuterung mit eingeflochten, und dann nicht nochmal auf deutsch wiederholt, sodaß ich vermute, dass es bei den polnischen Passagen genauso ist.).

Hilary Mantel kenne ich nicht, daher kann ich auch nicht beurteilen, inwieweit sich ihre und Sapkowskis Werke ähneln.

Anonymous antworten
MrOrleander
(@mrorleander)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 2133

Danke für die rasche Antwort. Ich habe mir mal den ersten Teil bestellt. Bin gespannt. 😊

mrorleander antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Kannst ja mal irgendwann, wenn Du's gelesen hast, kurz Rückmeldung geben, ob es Dir gefallen hat. 😊

Anonymous antworten
MrOrleander
(@mrorleander)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 2133

Wird gemacht! 😊

mrorleander antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

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Ein Votum
"... daß man sich wohl hüten soll, den, der einen Fehler, eine Sünde, ein Verbrechen begeht, für den allein Schuldigen zu halten. Man forsche nach der Vorgeschichte jeder bösen Tat! ... Sodann bedenke man wohl, welche Macht in der Erziehung liegt! Ich meine da die Erziehung im weiteren Sinne, nicht bloß die Einwirkung der Eltern, Lehrer und Verwandten. Es sind tausend und aber tausend Verhältnisse des Lebens, die oft tiefer und nachhatiger auf den Menschen wirken als das Tun oder Lassen der Personen, die nach landläufiger Ansicht seine Erzieher sind. Ein einziger Abend in einem minderwertigen Theater, das Lesen eines einzigen schlechten Buches, die Betrachtung eines einzigen unsittlichen Bildes können alle Früchte einer guten elterlichen Erziehung in Fäulnis übergehen lassen. Welche Menge, ja Masse von Sünden hat die millionenköpfige Hydra, die wir Gesellschaft nennen, auf dem Gewissen! Und gerade diese Gesell¬schaft sitzt mit wahrer Wonne zu Gericht, wenn der Krebs, an dem sie leidet, an einem einzelnen ihrer Glieder zum Ausbruch kommt! Mit welch frommem Augenaufschlag, mit welch abweisendem Nasenrümpfen, mit welcher Angst vor fernerer Berührung zieht man sich da von dem armen Teufel zurück, der das Unglück hatte, daß die allgemeine Blutentmischung gerade an seinem Körper zur Entzündung und zur Eiterung führte!"
Karl May, Old Surehand II, Zweites Kapitel, Am Baum der Lanze, 1896

queequeg antworten
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Guten Morgen,

ich bedanke mich für deine Sichtweise und Analyse.

Veröffentlicht von: @blackjack

Hast Du für Deine Sicht auch eine belastbare Datenbasis? Ich will gar nicht abstreiten, dass solche Morddrohungen, wie Du sie beklagst, in jüngster Zeit häufiger wurden, gefühlt ist dem so. Aber es könnte ja auch sein, dass nur in letzter Zeit häufiger darüber berichtet wird, weil entsprechende Delikte (und Morddrohung ist ja eine justiziable Angelegenheit) schneller zur Anzeige gebracht werden?!

Hi, und genau das ist es was mich wurmt. Schon diese "Enthemmung" ist seit dem Erstarken der AfD vermehrt aufgetreten. Einer macht Worte Luft, die andere Seite passt es nicht und dann wird alles, egal von wem das kommt, in den Dreck gezogen.

Mein Arbeitskollege sagte mal, als ich was gegen diesen ausbreitenden Flüchtlingshass sagte, folgendes:

Im übrigen würde ich aufpassen was du sagst. Denn, sollte es anders kommen, dann stehst du ganz alleine da.

Das war eine Drohung!

Es ist mir zwar nicht egal, wie komplex manche Dinge verlaufen. Aber es lässt mich erschaudern, wenn Menschen von "MORD" reden und das nur weil Merkel "versagt" hat, weil jemand "denkt" was man nicht mag und ausspricht. Jesus sagte mal, Mord beginnt in den Gedanken und da hat er Recht. Und woher kommen solch böse Gedanken? Aus dem Herzen. Und wenn das Herz nicht zufrieden ist, dann kommt das nächste und das nächste. Wie verseucht ist diese Welt und das Herz.

Egal was es ist, solch Gedanken rechtfertigen es niemals. Ob Kapitalismus, Macht und anderes. Tabus werden gebrochen und das allein zählt heute. Tabus brechen!

Veröffentlicht von: @blackjack

Dein erster Vorschlag könnte die Zusammenfassung dessen sein, was ich oben ausführlicher geschrieben habe. Aber die beiden anderen Vorschläge (Psychokranke, Hirnverblödete) sind nicht nur praktisch dasselbe, sondern darüber hinaus keine hilfreichen Erklärungsansätze.

Ich werde es mal dezenter Ausdrücken

Wer nicht in der Lage ist, sich um sich selbst zu kümmern, sondern sein Versagen auf andere projeziert, der leidet seelisch und wer seelisch leidet wird entweder "härter und liebloser" oder er geht kaputt. Die Bibel spricht auch von "dummen" und selbstzerstörerischen Menschen. Hirnverblödet ist mir leider emotional ausgerutscht. Besser wäre ein anderer Ausdruck wie...z.B. unbelehrbare...resistente.

Lügde, die Bürgermeisterin von Köln..... Irgendwann vielleicht Gauland, Weidel...

Es wird brenzlig.

Max

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Spirale
Ich sehe eine Spirale, die in der Verweigerung des demokratischen Diskurses liegt. Es geht damit los, das man auf Argumente verzichtet, weil man die Ansicht vertritt, dass der eigene Gedanke Beleg genug sei und die eigene Meinung eine Wahrheit, die es gegen Angriffe von außen zu verteidigen gilt. Nur eben nicht mit Argumenten, sondern mit Verschwörungstheorien.

"Lügenpresse, Lügenpresse" ist da das erste Symptom. Die Phantasterei über "Gesinnungs- und Meinungsdiktaturen", weil Menschen darüber nachdenken, ob "Neger", "Zigeuner" oder "Schwuchtel" in einer mehr und mehr Minderheiten respektierenden Gesellschaft noch angebracht sei. An jeder Ecke wird die DDR, eine neue Stasi oder ein neuer Faschismus entdeckt wenn man auf Überlegungen zum Klima, zu Flüchtlingen, zur Homoehe, zum Schulunterricht oder einfach auf Gegenargumente stößt.

Und da sehe ich eigentlich nur eine Seite, die den gesellschaftlichen Diskurs so weit eskaliert, dass Gespräche nicht mehr möglich werden und das Gegenüber als der absolute Feind dargestellt wird.

Denn was bleibt eigentlich noch wenn man sich in einem Weltbild bewegt in dem der "angestammte Lebensraum" von einer "Invasion durch Muslime", von "Flüchtlingsfluten" bedroht wird und die "Wahnsinnigen" aus der linksgrünen Ecke dieser Invasion und den Fluten die Tore öffnen, den angestammten Lebensraum verraten und mit ihrem Multikultiwahn das christliche Abendland verkaufen. Man kann hier kaum alles wiedergeben, was in den konservativen bis rechtextremistischen Kreisen alles so grasiert.

Ich habe gestern Abend erst ein bisschen im Archiv dieses Forums gewühlt und bin dann im Jahr 2015 gelandet, wo exakt dieselben Themen behandelt wurden und schon da gab es diese ganzen Aussagen oben zu finden. Man findet sie noch immer dort.

Und in so einer "Diskussionskultur", die ja wirklich keine mehr ist, geht es nur noch um das Überleben. Und dann kommen die Morddrohungen und dann die Morde.

Und es ist nicht richtig so zu tun als sei das irgendwie aus allen politischen Richtungen gleichermaßen so. Wenn es Drohungen gegen die AfD Politiker gab, so ist das aus meiner Sicht falsch. Aber das ist das Ergebnis dieser oben angesprochenen eskalativen Spaltung der Gesellschaft.

Und da hinter stecken Netzwerke, die damit Erfahrung haben. Ich denke da an Putin und seine Unterstützung so ziemlich aller rechtspopulistischen Parteien in Europa und Nordamerika. Sei es durch finanzielle Mittel oder durch Hilfe bei der Propaganda. Viele von rechts-konservativ bis rechtsradikal verbreitete Verschwörungstheorie lässt sich nach Russland zurückverfolgen.

Und das ziel ist natürlich nicht einfach die rechten Parteien und Gruppen zu stärken, sondern vor allem, die westlichen Demokratien zu schwächen.

Es ist ja inzwischen so, dass ein Mann in Halle Juden abknallen will und dann rechts-konservativen dazu kaum noch etwas einfällt als es irgendwie zusammen mit allen anderen Gewaltbereitschaften zu verurteilen.

Während schon das Nachdenken über Begrifflichkeiten zu einer drohenden Diktatur eskaliert wird. Wenn die Antifa das nächste Mal Bilder von Nazis aus nazistischen Netzwerken veröffentlicht, wirst Du wieder diejenigen schreien hören, die sich bei einem Anschlag auf Juden und der Ermordung zweier Bürger, erstaunlich bedeckt halten.

Die Gefahr kommt von rechts. Vor allem aber von dort, wo Argumente verweigert werden.

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Anonymous
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Jaron Lanier...

Ein Buch das jeder lesen muss, der sich im Netz bewegt
Jaron Lanier, Tech Guru und Vordenker des Internets, liefert zehn bestechende Gründe, warum wir mit Social Media Schluss machen müssen. Facebook, Google & Co verkaufen politischen Akteuren unsere Daten zur Verhaltensmanipulation, schaden der Demokratie und fördern Armut Hass und Entfremdung...

... Cover Rückseite des Buches "Zehn Gründe warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst."

Veröffentlicht von: @meriadoc

was sind das für Hirnverf..te Typen die Morddrohungen an

Veröffentlicht von: @meriadoc

aussprechen und schreiben?

Vermutlich Typen wie du und ich... Leider

Es ist schwer für jedes Einzelne Phänomen Social Media verantwortlich zu machen und der Einzelne lässt sich nicht genau zu 100% manipulieren... aber in der Masse funktioniert es ganz gut.
Und Hass bringt Klicks und damit Einnahmen.

Wie Menschen auf Streit und Hass abgehen kannst du ja hier auf Jesus.de sehen - und hier wird das Ganze aber moderiert, notfalls eingeschritten und auch mal eine gelbe Karte vergeben oder ein Thread gebremst um die Stimmungslage zu beruhigen. Das ist äußerst vorbildlich.

Diese Radikalisierung im Internet ist nicht nur ein Schlagwort, sie funktioniert. Zu gut.
Es würde auch andersherum funktionieren und tatsächlich gibt es in Silicon Valley auch Überlegungen, wie man die negative Dynamik wieder bremsen kann und ggf. umkehren.
Doch noch: Alleine hier zählt unsere Verantwortung:
Wir haben es in der Hand, ob wir im Netz auf Hass reagieren, oder ob wir es ins Leere laufen lassen. Jeder Kommentar auf Hass verstärkt den Effekt.
Besser den Beitrag melden, und gut ist.

Dagegen, wenn wir (wenn wir Viele sind) verstärkt auf Positives reagieren, dann werden die Algorithmen umschalten und vermehr Positives zeigen.

Wenn wir ehrlich mit uns umgehen:
Was zeigt unsere Facebook Seite uns? Hass? Negative Nachrichten? Oder Aufbauendes. Der Algorithmus passt sich an. Ich habe es mittlerweile geschafft, auf Instagram keinen Hass mehr auf meiner Seite zu sehen - und auf Facebook werden die Kommentare auch weniger und weniger - auch wenn manch Freunde noch jeden möglichen negativen Kommentar zu Greta Thunberg ablassen, oder wenn irgendwo wieder ein möglicherweise islamistischen Attentat war... Der Algorithmus hat gecheckt - ich möchte das nicht sehen und so zeigt mir der Algorithmus diese Kommentare gar nicht mehr.

Um es klar zu stellen: Solche Attentate passieren und werden auch weiter passieren, wenn wir sie im Netz nicht kommentieren. Doch die massenhafte Kommentierung wird den Hass noch verstärken und so Reaktionen auch im Real Life führen.

Wir hatten schon Amokläufe vor Social Media, bevor Trump einen Twitter Account hatte usw. usf. Das wird nicht aufhören... aber es wird mit Sicherheit noch mehr werden, wenn wir nicht die Kurve kriegen.

Und wer seinen Algorithmus nicht beeinflussen kann, damit dieser Hass aus seinem Thread, seiner Seite verschwindet... der sollte besser seine Social Media Accounts löschen.

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Orangsaya
Beiträge : 2877

Ich denke, Morddrohungen werden im Normalfall nicht ernst genommen, bis etwas passiert. Richtig daran ist, dass diese Drohungen meistens ins Nichts enden falsch daran ist die Tatsache, dass es ein Schritt in Richtung Mord ist und gelegentlich eintrifft. Dann ist das Geheule groß. Es mag Phasen geben, da sind Morddrohungen nicht so gefährlich. Nicht aber, wenn die Gesellschaft so polariiesiert ist, wie jetzt. Das kann man an Lübcke erkennen. Er hat vermutlich die Morddrohungen selber nicht ernst genommen. Jetzt ist er unwiederbringlich tot.
Beleidigungen und Schmähungen haben im Moment Hochkonjunktur. Künast kann noch vom Gericht gesegnet, als Fotze mit unangenehmen Adjektiven beschimpft und bedroht werden. Morddrohungen weiß ich nicht, aber Vergewaltigungen waren drinnen. Rechtsanwälte dürfen mit Roland Freisler gleichsetzen. Im letzten Jahr die AfD Statistik am meisten betroffen. Keine Partei hatte so viel Drohungen, Sachbeschädigungen und Körperverletzung erfahren.

Ich glaube das hier der Gemäßigte, oder mäßge Schnitt eine Rolle spielt. Ist es nicht irgendwo auch unreflektierte eine Genugtuung, wenn jemand der jemand über Künast herzieht. Und andere herum eine Genugtuung aber irgendwie nicht gut heißt, wenn ein Magnitz auf der Straße, oder Ströbele auf dem Fahrrad niedergeschlagen wird? Die gedankenlose Zustimmung stärkt die Menschen, die soetwas machen.
Politiker und Parteien, die polarisieren und aufstacheln, sind, so scheint es mir, sind besonders Drohungen ausgesetzt. Egal aus welchem Lager sie kommen.

Ja und dann noch die Sprache. Wir müssen eine gemäßigte finden. Dann werden die Drohungen rückläufig. Das ist war, hilft aber nicht weiter. Schon allein, weil man die "Hetze" immer beim anderen finden und nie im eigenen Lager. Der andere verfolgt mit seiner Meinung etwas Böses, dass ich die Rechtfertigung für die eigene Grundhaltung und solche Grundhaltungen werden auch, oder gerade von denen verbreitet, die eine gemäßigte Sprache einfordern.

Es gibt nur einen Weg, der diese Problematik Schwächen kann und das ist eine Politik, die möglichst viele zufrieden macht und ein breiter Schnitt gut damit leben kann. Das ist in den letzten Jahren aus den Fugen geraten.

orangsaya antworten
2 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Volle Zustimmung.

Habe das Gefühl, dass so mancher sogar angibt, eine Morddrohung erhalten zu haben, um sich als Opfer Vorteile zu verschaffen. Ein paar Pluspunkte in einer Diskussion, mit Zuschauern.

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Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2877

Oder eine Morddrohungen erhielt und den Wert erkannte, wenn er es öffensichtlich macht. Das Risiko besteht auch.
Mohring hat Morddrohungen erhalten. Wie massiv real er diese erlebte weiß ich nicht nicht. Ein Motiv, warum es jetzt öffentlich wird möchte ich nicht vermuten. Aber eine Effekt auf den Wahlkampf hat es zwangsläufig.

orangsaya antworten


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