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„Nazi-Glocken“: Keine Ermittlungen gegen Bischöfin und Landeskirche


Orleander
Themenstarter
Beiträge : 176

Wir laden ein zum Gespräch: https://www.jesus.de/nazi-glocken-keine-ermittlungen-gegen-bischoefin-und-landeskirche/

Antwort
25 Antworten
PeterPaletti
Beiträge : 1275

Das ist sehr vernünftig, kein Ermitttlungsverfahren wegen dem Läuten von Nazi-Glocken anzustrengen. Ich denke nicht, dass mit dem Läuten dieser Glocken der Nationalsozialismus verherrlicht werden soll.
Andererseits macht es sich nicht besonders gut, wenn im Kirchturm Glocken mit Nazisymbolen hängen, schließlich wurde Christus ja nicht am Hakenkreuz aufgehängt. Also meiner Ansicht nach, sollte man die Glocken gegen solche mit christlichen Symbolen austauschen.

peterpaletti antworten
7 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Was werden Glocken wohl kosten? Sind die Symbole denn nicht entfernbar? Abschleifen, abflachen oder mit entsprechenden Werkzeugen unkenntlich gestalten. Das sollte reichen.

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Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 16980
Veröffentlicht von: @pvm

Was werden Glocken wohl kosten? Sind die Symbole denn nicht entfernbar? Abschleifen, abflachen oder mit entsprechenden Werkzeugen unkenntlich gestalten. Das sollte reichen.

Soweit ich weiss wirkt sich das auf den Klang und die Haltbarkeit einer Glocke aus... bin da aber auch kein Experte.

lucan-7 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Sicher ... die Masseverteilung muß wohl erhalten bleiben bei einer Bearbeitung.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Das problem hat sich doch
längst gelöst

https://de.wikipedia.org/wiki/Schweringen#NS-Glocke_in_der_Schweringer_Kirche

Am 29. März 2018 entdeckte der Pastor, dass Unbekannte das Hakenkreuz und den Teil der Inschrift „dies Kreuz gab Gelingen half Zwietracht bezwingen“ von der Glocke geflext hatten.[12] In einem Bekennerschreiben mit der Überschrift „Frühjahrsputz 2018“ hieß es, man wolle „nicht einfach zusehen, wie das Dorf auf eine Spaltung zu rennt. Deshalb wurden Tatsachen geschaffen“.[13][14] Die dadurch unbrauchbar gewordene Glocke soll abgehängt werden.[15] Im November 2018 wurde die Glocke entwidmet.[16]

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Danke für die Info.

Anonymous antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2931

Es ging in dem Verfahren nicht um die Frage, ob die Glocke abgehängt werden soll, oder nicht, sondern vielmehr um den Punkt, dass die Glocke läutete und dies war nach Ansicht vom Anzeigeerstatter eine Straftat. Wäre es eine Straftat, dann hätte sich das Abhängen der Glocke, wohl strafmildernd ausgewirkt. Es ist aber keine Straftat, von der Seite ist zum Thema der Strafbarkeit, die Frage abgeschlossen.

orangsaya antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5035
Veröffentlicht von: @scylla

Die dadurch unbrauchbar gewordene Glocke soll abgehängt werden.

Somit ist ja wohl klar, dass ein Entfernen der Symbole nicht so einfach ist. Da muss das, was entfernt wurde, wieder dran, unsd zwar so, dass der Klang (Tonhöhe!) erhalten bleibt. Eine Sache für Spezialisten, die im Einzelfall vielleicht auch zum Ergebnis kommen, dass es überhaupt nicht geht, weil eine Schweißnaht auch stört.

Das wird also richig teuer, die Symbole zu entfernen. Aufwändige "Reparatur", neu gießen oder kompletter Ausstausch, billig ist keine Option. Kein Wunder, dass sich die Gemeinden erst mal Zeit lassen, um Geld zu sparen.

Helmut

hkmwk antworten


Lucan-7
Beiträge : 16980

Die Diskussion, ob man die Glocken abhängen sollte oder nicht finde ich ja noch verständlich... der Vorwurf einer "Verherrlichung" ist jedoch völlig absurd. Als ob man da Hakenkreuze hören könnte...

Grundsätzlich bin ich inzwischen auch dafür, solche Dinge einfach stehen zu lassen, um den Menschen zu zeigen: "Ja, das hat es wirklich gegeben!". Nicht dass man das ernsthaft bestreiten könnte... aber in Deutschland plötzlich irgendwo auf ein Hakenkreuz aus der Zeit des Nationalsozialismus zu stoßen macht einem die Geschichte doch noch einmal richtig bewusst.

Was natürlich vermieden werden sollte ist, dass so ein Ort zur Pilgerstätte Rechtsradikaler wird... auch wenn ich mich frage, welcher rechtsradikale Depp denn auf die Idee kommt, irgendwo hin zu pilgern, nur weil irgendwo ein Hakenkreuz zu sehen ist...

lucan-7 antworten
Orangsaya
Beiträge : 2931

Es ist schon eine merkwürdige Rechtsauffassung, dass Glockengeläut, welches zum Gottesdienst ruft, eine Straftat sei. Auch wenn im nicht öffentlichen Bereich, die Glocke Symbole hat, dies sonst verboten sind.
Nun, jüdische Vertreter, weisen zurecht darauf hin, dass in Ostdeutschland, den Hochburgen besonders viele derartige Glocken hängen. Das kann aber auch andere Gründe haben. Vielleicht war das im "antifaschistischen" Staat nicht so wichtig. Wenn ich mit evangelischen Christen zu diesem Thema ein Gespräch habe, bekomme ich oft mit, wie sie gerne glauben möchten, das die evangelische Kirche damals aus der Bekennenden Kirche bestand. Das ist aus meiner Sicht ein Wunschdenken, welches leicht klittert. Im Stuttgarter Bekenntnis, haben zwar Theologen, die der Bekennenden Kirche angehörten, ein Schuldbekenntnis gemacht, welche großartig ist. Sie haben sich für eine Schuld bekannt, die tatsächlich in der Kirche eine Ursache für deren Unterdrückung und im Weiteren Verfolgung war. Sie haben ihren Glaubensgeschwistern, die mit ihrer arisierenden Theologie, der Kirche schweren Schaden angetan haben, mit diesem Bekenntnis auch verbeben und wieder angenommen. Doch konnten, wenn man die Namen der Protagonisten ihre Karriere in der Kirche machen. Der Dozent, wurde dann halt in eine interne Zeitung Journalist. Der Pfarrer durfte nicht mehr in der Gemeinde arbeiten und bekam eine neue Aufgabe. Das fände ich nicht so schlimm, wenn dabei nicht so getan würde, wir waren ja alle im Widerstand. Das ist Pustekuchen. Mit einem Bekenntnis zu diesem Irrweg, der das Ausmaß nicht bagatellisiert, wäre man da näher.
Zurück zur Glocke, oder zu antisemitischen Symbolen.
Ich weiß nicht mehr wann, zum Lutherjahr war auffällig, dass ausgerechnet an der Kirche in der Luther predigte, die Judensau dargestellt wurde. Daran ist nicht die Reformation schuld. Diese Bildhauerarbeit gab schon vor dieser Zeit. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, betrifft es die Stadtkirche in Wittenberg. Da stand auch zur Diskussion, ob dies nicht entfernt werden soll. Man hat sich, dann dann dafür entschieden es hängen zu lassen und darunter ein Schild hängt, auf dem darüber aufgeklärt wird. Um was es sich hier handelt und klar hervorgeht, dass dies ein dunkler Teil unserer Geschichte ist.
Die Glocke, oder solche Reliefs sind Kulturgut. Kullturgut zu zerstören ist Barbarei. Seien es die Taliban in Afghanistan, oder die ISIS in Syrien. Die haben Kulturgut zerstört. Es ist nicht nur Kulturgut, sondern es sind historische Dokumente. Die vernichtet man nicht, auch, wenn es einem aus guten Gründen politisch nicht gefällt. In Berlin gibt es eine Kirche, die voller Nazisymbole, bzw. des DC ist. Die reist man auch nicht einfach ab. Die Schuld, wird man dadurch nicht los. Der Schaden, der Judensau, der sogenannten Hitlerglocke (ich weiß nicht woher und von wem diese Namensgebung ist), dieser Kirche ist ein immaterieller Schaden. Also muss man aus meiner Sicht den immateriellen Schaden mit diesem Mittel begegnen und das heißt Bekenntnis, zu diesem dunklen Teil und Aufklärung.
Für die Zukunft die Geschichte bewahren und dies als Warnung zu verstehen. Wer meint, einfach mit Vernichtung, des Kulturguts, das Problem zu lösen, der irrt sich, wie sich auch die Nazis irrten, als sie deutsches Kulturgut, z.B. Literatur, Skulpturen, Bilder usw. etwas vernichten konnten.
Auf der anderen Seite, ist es so, dass diese Zeit und diese Symbole viele Opfer kosteten. Es war eine unvergleichliche Barbarei, die die Nazis hier machten. Es gab viel Leid und viel Schmerz. Diese Leid und diese Schmerzen sterben nicht, weil die Zeitzeugen sterben. Ich habe durch ein paar Berichte mitbekommen, wie Nachfahren darauf gestoßen sind, dass ein Vorfahre, nach einem Hexenprozess ermordet wurde. Diese sind tief berührt, betroffen und 300 bis 400 Jahre später, kommt da hoch: "Da ist einem, der verwandtschaftlich, zu mir gehört, ein großes Unrecht geschehen." Nach all der Zeit, wird die Betroffenheit aktuell. Ich glaube, dass das eine menschliche Reaktion ist und deswegen im nächsten halben Jahrtausend. Der Schmerz wegen dem Verbrechen bleiben wird. Das ist unsere Schuld. Auch glaube ich nicht, dass wie heute zum Fest Hamantaschen verteilt werden, in sehr ferner Zukunft Hitlertaschen verteilt werden. Aber die verbrecherische Absicht von Haman, bleibt bis heute präsent. So wird auch Hitler wohl präsent bleiben, doch viel grausiger, denn teilweise, aber einmalig umfangreich, konnte er uns sein Gefolge, das Verbrechen umsetzen.

orangsaya antworten
5 Antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5035

Judensau

Veröffentlicht von: @orangsaya

Wenn ich mit evangelischen Christen zu diesem Thema ein Gespräch habe, bekomme ich oft mit, wie sie gerne glauben möchten, das die evangelische Kirche damals aus der Bekennenden Kirche bestand.

Das wär falsch, aber wenn heute manche die Politisierung der EKD beklagen: Die hängt gerade auch damit zusammen, dass die EKD wesentlich durch Leute aus der BK (z.B. Niemöller) geprägt wurde.

Veröffentlicht von: @orangsaya

Ich weiß nicht mehr wann, zum Lutherjahr war auffällig, dass ausgerechnet an der Kirche in der Luther predigte, die Judensau dargestellt wurde. Daran ist nicht die Reformation schuld. Diese Bildhauerarbeit gab schon vor dieser Zeit.

Jein. Die Judensau ist älter als die Reformation, aber inzwischen gibt es da eine Inschrift als Kommentar, die eine Anspielung auf eine antijudaistische Schrift Luthers enthält, in der er "Schem hamphoras" (hbr. für den höchsten Namen) als Gott der Juden beschimpft.

Veröffentlicht von: @orangsaya

Man hat sich, dann dann dafür entschieden es hängen zu lassen und darunter ein Schild hängt, auf dem darüber aufgeklärt wird.

Das Schild hängt nicht darunter, sondern ist in den Boden eingelassen, wer es nicht sucht oder zufällig an der richtigen Stelle steht, der bekommt sie nicht mit.

Außerdem ist die Inschrift so verschwurbelt formuliert, dass sicher manche, die sie lesen, überhaupt keine Beziehung zur Judensau sehen (die zum Glück auch nicht unbedingt ins Auge fällt, dazu ist sie zu hoch und zu klein), zumal da offenbar Kreuz und Hakenkreuz nicht auseinandergehalten werden.

Und sollte es einer der Jugendlichen sein, die nichts von Auschwitz wissen, versteht der vermutlich sowieso nur Bahnhof, um was es bei der Schändung des Namens unter diesem Symbol geht.

Helmut

hkmwk antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2931
Veröffentlicht von: @hkmwk

Das wär falsch, aber wenn heute manche die Politisierung der EKD beklagen: Die hängt gerade auch damit zusammen, dass die EKD wesentlich durch Leute aus der BK (z.B. Niemöller) geprägt wurde.

Oder sie das tut, was viele Deutsche nach dem Krieg machten. Sie taten so, als seien sie nicht so gewesen. Die bekennende Kirche war kein Widerstand gegen den Nationalsozialismus, sondern war eine innertheologische Auseinandersetzung. Hier hatten auch "Leute die eine sehr verschiedene Stellung zum Nationalsozialismus einnahmen. Es waren auch in Barmen Leute da, die den Nationalsozialismus als solchen bejahten. ..." https://www.youtube.com/watch?v=G4XYllcL2bQ

Veröffentlicht von: @hkmwk

Jein. Die Judensau ist älter als die Reformation,

Habe ich ja gesagt. Sie stand allerdings lange nicht im Widerspruch zur Kirche.

Veröffentlicht von: @hkmwk

Das Schild hängt nicht darunter, sondern ist in den Boden eingelassen, wer es nicht sucht oder zufällig an der richtigen Stelle steht, der bekommt sie nicht mit.

Wann kam da das Schild hin? 😊 Dieses Problematik des Antijudaismus ist kein explizit evangelisches Problem. Die Reliefs mit der Judensau ist ein Stück dunkle Kulturgeschichte. Es ist aber Kulturgut und das lässt sich nicht mit Hammer und Meisel beseitigen. Viel wichtiger ist die Frage, wie der Umgang damit ist. Das heißt sich zu solchen unsäglichen Irrläufern zu bekennen und daran arbeiten, dass in kirchlichen Gemeinden nicht wieder, oder noch Antijudaismus aufblüht. Nach so mancher Bibelwoche und so manchen Bibelabend habe ich den Eindruck, dass das teilweise noch ein Stückchen Urlandschaft ist.

orangsaya antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @orangsaya

Es ist aber Kulturgut

Nein, nicht jede Darstellung die in Stein gemeisselt wurde ist gleich "Kultur" Ein Zeugnis des damaligen antisemitischen Zeitgeistes? Ja aber kein Kulturgut

Das Abschlagen mit Hammer und Meissel, Eine Sache von 5 Minuten

Anonymous antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2931

Dinge, die in einem Zeitraum von 5oo bis fast 1000 Jahre einen Bestand hatten lassen sich nicht in fünf Minuten wegmeißeln.
Es ist ja nicht nur das Bild was über viele Generationen gewahrt wurde, sondern schlimmer der Hintergrund in den Köpfen. Deswegen halte ich auch die Entscheidung es zu lassen und mit einem Hinweis dies zu würdigen für den besseren Weg. Ich halte es immer für schwierig, wenn Kulturgüter zur Unkultur entartet und etwas ähnlichen erklärt wird und damit die Vernichtung gerechtfertigt wird. Es ist ein schwieriges Erbe. Deswegen halte ich die Entscheidung es weiter zu bewahren und aufzuklären für den richtigen Weg. Wie mit dem Hinweis vor Ort der erste Schritt gemacht wurde

orangsaya antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5035
Veröffentlicht von: @orangsaya

Wann kam da das Schild hin? 😊

Weiß ich jetzt nicht, aber es war jedenfalls eine Reaktion auf Kritik daran, dass die Judensau zu sehen ist.

Meine Kritik war ja, dass die Bodenplatte nur für den, der ohnehin Bescheid weiß, etwas sagt, das zum Thema "Judensau" Relevanz hat. Eine wirklich aufklärende Tafel, die etwa erklärt, was eine "Judensau" ist (und dass es sie nicht nur in Wittenberg gab bzw. gibt) und die vom Duktus her eine klare Distanzierung darstellt, wär besser.

Nicht eine, bei der man um drei Ecken herum denken muss und sich dann noch fragt, ob das so, wie es da steht, auch stimmt.

Veröffentlicht von: @orangsaya

Die bekennende Kirche war kein Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Kein Widerstand gegen die Naziherrschaft, aber schon ein Protest gegen Nazi-Ideologie, die sich in der Kirche ausbreitete. Als Niemöller den Pfarrernotbund gründete, ging es ihm darum, einen "Arierparagraphen" in der Kirche zu verhindern. Dass er Hitler nicht damit in Verbindung brachte, und ihm positiv gegenüberstand, stimmt natürlich.

Veröffentlicht von: @orangsaya

sondern war eine innertheologische Auseinandersetzung.

Aber die richtete sich gegen Konsequenzen des Nazismus, etwa die Ablehnung des ATs.

Helmut

hkmwk antworten


Tertullian
Beiträge : 413

Eine Bischöfin kann man schlecht für die Nutzung von Naziglocken verantwortlich machen. Von unten wird man die eigentlich verbotenen Symbole zudem nicht sehen können. Wenn Staats und Gesellschaft Gelder bereitstehen sollten, um die Glocken zu erneuern, wäre es denke ich schon eine moralische Pflicht der Kichen, das Vorhaben zu unterstützen, aber allein den Kirchen die finanzielle Last aufzubürden wäre unfair.

Ganz nebenbei gibt es auch noch wenige Profangebäude mit Nazisymbolik, z. B. hier:

http://www.op-marburg.de/Marburg/Staatsarchiv-besteht-seit-75-Jahren

In diesem Gebäude habe ich einen Teil meiner Ausbildung verbracht. Bislang habe ich noch von keinen Versuchen vernommen, die "Nazi-Decke" zu übertünchen oder tiefer zu hängen, weil das vermutlich mit dem Denkmalschutz kollidiert. Ein großes Geheimnis dürfte dieser Umstand in der Marburger Öffentlichkeit sicher nicht sein. Vielleicht will man es auch als mahnendes Beispiel bewusst stehen lassen. Die Hitler-Büste kam selbstverständlich bereits 1945 weg.

tertullian antworten
8 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 16980
Veröffentlicht von: @tertullian

Ein großes Geheimnis dürfte dieser Umstand in der Marburger Öffentlichkeit sicher nicht sein. Vielleicht will man es auch als mahnendes Beispiel bewusst stehen lassen.

Es wird ja im Text gesagt, dass man auch "unbequeme Daten" nicht ignorieren will. Und das finde ich auch gut und richtig. Dass die Nazi-Symbolik aus der Öffentlichkeit verschwunden ist darf nicht dazu führen, dass damit alles unter den Teppich gekehrt wird.

lucan-7 antworten
Tertullian
(@tertullian)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 413

Es gibt da ja auch sinnvolle Initiativen wie die "Stolpersteine". Heute morgen habe ich mal wieder einen entdeckt...

tertullian antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 16980
Veröffentlicht von: @tertullian

Es gibt da ja auch sinnvolle Initiativen wie die "Stolpersteine". Heute morgen habe ich mal wieder einen entdeckt...

Ja, das finde ich auch eine sehr gute Sache. Es ist manchmal unbequem dergleichen plötzlich und unvermittelt zu sehen... aber genau darum geht es ja: Dass man hinsieht.

lucan-7 antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2931
Veröffentlicht von: @lucan-7

Dass die Nazi-Symbolik aus der Öffentlichkeit verschwunden ist darf nicht dazu führen, dass damit alles unter den Teppich gekehrt wird.

Es muss, wenn es sich um öffentliche Gebäude handelt, aufgeklärt werden. Notfalls nur mit einem Schild. Wenn auch einen schwarzen Teil unserer Geschichte, handelt es sich um Kulturgut und das lässt sich mit kaputt machen, nicht zerstören. Das könnte sogar kontraproduktiv sein.
Es sind aber nicht nur öffentliche Gebäude. Auch Privathäuser dieser Zeit, haben im Stuck teils Runen, oder nicht auf den ersten Blick erkennbare Nazisymbole. Das ist das bittere Brot aus der Geschichte.

orangsaya antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5035
Veröffentlicht von: @tertullian

Ganz nebenbei gibt es auch noch wenige Profangebäude mit Nazisymbolik, z. B. hier:

Ich habe jetzt weder im Text noch in den Bildern was von Nazisymbolik gefunden, außer einen Hinweis auf Elemente, die offenbar nicht mehr vorhanden sind:

Zwar seien in dem Ursprungsbau noch einige dekorative Elemente der Ära des Nationalsozialismus vorhanden gewesen, wie eine Hitler-Büste in der Eingangshalle, die seit 1945 durch eine Minerva-Büste ersetzt wurde. Aber insgesamt sei der klar gegliederte Bau eher im klassizistischen Stil gestaltet.

Hervorhebung von mir.

Veröffentlicht von: @tertullian

Bislang habe ich noch von keinen Versuchen vernommen, die "Nazi-Decke" zu übertünchen

Welche Nazidecke? Das Oberlicht im ersten Photo erinnert mich an Kacheln, wenn das Nazi ist, dann habe ich ein Nazi-Badezimmer 😀 Oder geht es um tiefer hängen? Also je höher die Decke ist, desto mehr Nazi?

Mag ja sein dass ich was übersehen habe, also mach mich schlauer, wenn die Kommentare oben jetzt irgendwie sachfremd sind.

Helmut

hkmwk antworten
Tertullian
(@tertullian)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 413

Da ich dieses Gebäude auch von innen kenne kannst Du mir glauben.

Schau mal ganz genau auf die braune (!) Umrandung des Deckenfensters!

tertullian antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 16980
Veröffentlicht von: @tertullian

Schau mal ganz genau auf die braune (!) Umrandung des Deckenfensters!

Du hättest auch direkt schreiben können, dass da ein Hakenkreuzmuster in der Decke ist, dann wüsste man zumindest worum es geht...

lucan-7 antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5035
Veröffentlicht von: @tertullian

Schau mal ganz genau auf die braune (!) Umrandung des Deckenfensters!

Da musste ich wirklich ganz genau schauen, und auch so ist es mehr geraten als gesehen: zwei sich kreuzende Mäander, die dann ein Hakenkreuz ergeben. Aber da es Lucan offenbar genauso sieht, geh ich mal davon aus dass es das ist.

Danke für die Info.

Helmut

hkmwk antworten
Chevalier
Beiträge : 4

... hallo ...

... ich kann schon mit dem Begriff Nazi-Glocken nichts anfangen ... das suggeriert als würden die Glocken irgendeine Funktion haben, welche über die eigentliche hinaus geht ...

... solche Diskussionen hielte ich für die Jahre nach dem Krieg für sehr sinnvoll, weil die Protagonisten noch alle lebten und diese Symbolik (wenn es denn eine gibt) noch kannten ... doch heute weiß kein Mensch mehr was los ist wenn die Glocke läutet, wenn man nicht medienwirksam darauf aufmerksam macht ...

... und das gilt leider für den eigentlichen Grund des Glockenläutens ebenso, wie für die hineininterpretierte NS-Bedeutung ...

... zum anderen waren Kirchen in der NS-Zeit leider auf der Seite der Täter (mit personellen Ausnahmen) und vielleicht sollte genau darum die Glocken ewig zu läuten ... zur Mahnung an die eigene Verantwortung ...

chevalier antworten


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