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Stadt vs Land am Beispiel der Windkraft

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MrOrleander
Themenstarter
Beiträge : 2133

Neben dem Dauerkonflikt 'Arm gegen Reich' wird der zwischen Stadt und Land in meinen Augen zunehmend Bedeutung erlangen.
Neben direkt einleuchtenden Unterschieden der Entwicklung (Investitionen in Infrakstruktur oder Kultur fließen fast ausschließlich in die Städte) oder der Benachteiligung (höhere CO2-Abgaben treffen die auf das Auto angewiesene Landbevölkerung, während Städter dank gut ausgebauten ÖPNVs umweltbewußt mühelos auf der richtigen Seite stehen können), trifft dies auch auf den Bereich der erneuerbaren Energien zu. Windräder in Frankfurt City oder neben dem Kölner Dom, sind auch zukünftig eher nicht zu erwarten. Auf dem Lande dagegen, das bislang den großen Vorteil hatte, im Vergleich zur Stadt eine der Gesundheit zuträgliche Ruhe auszustrahlen, wird gebaut, was da Zeug hält, auch in unmittelbarer Nähe zu Naturschutzgebieten oder der Wohnbebauung und obwohl sich die Anzeichen dafür mehren, daß damit erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigungen einher gehen. Einschlägige Lobbygruppen verhalten sich erstaunlich still, auch solche, denen innerstädtische Fahrverbote gar nicht schnell genug durchgesetzt werden können.

Dazu ein aktueller Artikel der FAZ: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/gesundheitsrisiko-aufstand-gegen-die-windkraft-16273196.html

Gegner von Windrädern klagen über Kopfschmerzen, Herzrasen und Schlafstörungen. Den Naturschutzverbänden ist das egal, die Umwelthilfe ignoriert den Protest der Bürger. Doch nun sorgt ein Gerichtsurteil für Unruhe.

Antwort
12 Antworten
Deborah71
Beiträge : 15903

hmm... hab hier mal einen Artikel aus einem Ärzteblatt zu Infraschall.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/205246/Windenergieanlagen-und-Infraschall-Der-Schall-den-man-nicht-hoert

Interessant, obwohl ich nicht alle Fremdworte verstehe. Sie forschen bzgl Gehirn und Herzmuskelzellen.
Es sind Tabellen über natürlichen und nichtnatürliche Infraschallerzeuger im Artikel, eine Grafik und etwas Erläuterung über Ausbreitungsbedingungen.

Ich leb ja nun am Meer und der natürliche Infraschall ist mir nicht so auffällig, weil er nicht monoton kommt.
Allerdings fällt mir schon auf, dass sich die Kurgäste bei einer bestimmten längerdauernden Windqualität wie "ziemlich durch den Wind" verhalten.

Auf die Windkraftfelder in der Nordsee hat bislang keiner auffällig reagiert, ausser, dass sie die Aussicht stören. Sie stehen aber auch noch nicht so lange und ich vermute, dass bezüglich gesundheitlicher Auswirkungen noch keine Erhebungen gemacht worden sind.

deborah71 antworten


RalfsImbissbude
Beiträge : 732

Vielleicht kann man ja beim Betrieb der Windräder statt Infraschall höhere, verträglichere Frequenzen erreichen, indem man sie mit einem strombetriebenen Motor antreibt? Das dadurch erzeugte Mehr an Geschwindigkeit lässt sich ja dann auch in mehr Strom umwandeln. Und mit dem Strom treibt man dann die Windräder an. Voilà - Problem gelöst! 😌

Okay, Scherz beiseite, ich geh ebenfalls davon aus, dass der Konflikt "Stadt gegen Land" sich auch hierzulande verschärfen wird, zumal sich ja gleich mehrere Parteien, die einen mehr die anderen weniger, um das städtische, einigermaßen kosmopolitisch tickende Bürgertum (die "Anywheres") als Hauptzielgruppe prügeln.

Allerdings wird's wohl nicht so heftig sein wie in USA, Frankreich, Großbritannien..., weil Deutschland insgesamt dezentraler ist und nicht einen oder wenige Riesen-Stadtklumpen mit mehrere hundert Kilometer drumrum fast gar nix hat, sondern ziemlich viele mittlere und auch kleinere Städte. Und weil außerdem hier die KMU (kleine und mittelständische Unternehmen) eine große Rolle spielen, die sich ja auch nicht fast alle um Berlin und vielleicht noch zwei drei weitere Städte ballen, sondern eher regelmäßig im Land verteilt sind wie Pockenpusteln.

ralfsimbissbude antworten
BeLu
Beiträge : 4125

Zumindest braucht man die Windkraftanlagen nicht mit einer Wünschelrute zu suchen, sie sind gut sichtbar... 😈

belu antworten


Tagesschimmer
Beiträge : 945

Arm und Reich sind ja auch nur ein Ausdruck dessen, was durch Macht und Machtlosigkeit geschieht, wenn sich die Werte verschieben. Es sitzen nun mal mehr Leute in den Städten, die Macht ausüben.

Das Grundübel ist die Selbstverständlichkeit, mit der Egoismus in unserer Gesellschaft akzeptiert wird. Wer sich als Mächtiger nicht dumm anstellt, wird für seinen Wohlstand und seine Lebensumstände geehrt, auch wenn bekannt ist, dass ihn Betrügereien und Seilschaften stützen. Einer, der Nachteile in Kauf nimmt, um integer zu bleiben, wird verachtet. Kein Wunder, dass es viele Ungerechtigkeiten gibt.

tagesschimmer antworten
love.israel
Beiträge : 125

Wer in der Stadt in einer renovierten 4-Zimmerwohnung sitzt, das Haus verlässt, den Bus besteigt, der alle 10 Minuten fährt und nach kurzer Zeit Kino, Theater, Bars, Ärzte oder die Arbeitsstelle betreten kann - ja, der sagt sich: "Wäre doch schön, wenn Biber in Deutschland wieder ausgesetzt werden."
Wer auf dem Lande wohnt, weite Wege vor sich hat, wo der Bus nur 4 mal am Tag fährt, wo die Dorfkneipe und der Dorfladen geschlossen haben - für den ist ein Weg zur nächsten Bankfiliale oder ein Arztbesuch schon heute ein Tagestrip. Da sind die Wege weit und selbst mit einem Pkw im Winter schon lebensgefährlich, weil Salz auf der Straße eine Todsünde darstellt.
Und wer von der Landwirtschaft lebt, für den ist eine vom Biber vernässte Wiese oder Acker schon existenzbedrohend, weil Landwirte eben nicht im Keller ihre Schätze horten oder dort lachen, weil sie erfolgreich wieder Äcker vergiften konnten.

Für viele Städter unbegreiflich: noch heute sind in vielen ländlichen Gegenden keine Kanalisation vorhanden, sondern Sickergruben üblich. Und viele Haushalte haben Strom, aber keinen Anschluss an die Wasserversorgung oder das Gasnetz, denn dort müssen ortsnahe Hausbrunnen selbst gebohrt und unterhalten werden und die Ölheizung muss noch ein paar Jahre laufen.

Wo die Telefonzellen verschwinden, da tauchen dann plötzlich Geschäftsleute auf und wollen uns einreden, Windparks sind Gelddruckmaschinen, deshalb sollen wir sie nicht nur dulden, sondern sie auch betreiben. Die Zeit, in der man mit Windkraft Geld machen konnte ist längst vorbei. Das Geschäft mit Windstrom ist mittlerweile so kompliziert, dass man von dorfeigenen Bürgerparks die Hände lassen sollten. Ein Stichtag verpasst und schon produziert man Strom für nichts und wieder nichts. Deshalb werden auch langfristig die Bürgerparks in die Hände der Strombetreiber fallen.

Oben stehen die Windräder und unter unseren Füßen wird gefrakt oder wie in Nordfriesland geplant - Kohlendioxid verpresst. Was das Kohlendioxid mit den darunter liegenden Erdschichten macht weiß kein Mensch, aber es wäre schon interessant, ob ein Landkreis am Meer auf Meereshöhe gelegen dort mit sinkenden Erdschichten oder steigenden Erdschichten leben muss. Und das ganze nur, damit ein Stromunternehmen aus dem Ruhrgebiet Kohlestrom als Ökostrom verkaufen kann. So hat man ohnehin den Eindruck, dass wir als Landbevölkerung immer den Dreck der Gesellschaft tragen müssen, während die Stadtbevölkerung vor Langeweile oder ideologischen Irrsinn sich immer neue spinnerte Ideen ausdenkt.

Unsere typischen Landschaften Schleswig-Holsteins oder Mecklenburg-Vorpommerns werden durch die Horizontverschmutzer Windkraftwerke verschandelt. Man ist schon froh, wenn man einen schönen Ausblick genießen kann ohne dabei auf Windräder gucken zu müssen.

Klimaschutz ist eine der größten Aufgaben unserer Zeit. Wir als Landbevölkerung wissen das, denn die Folgen des Klimawandels sind auf dem Lande schon lange sichtbar. Und ja, es ist richtig das die Jugend auf die Straße geht und protestiert. Aber was soll man mit einem Beschluss der Stadt Kiel anfangen, der die Stadt zum Klimanotstandsgebiet ausruft und dann einige Wochen später zur Kieler Woche 10 Feuerwerke abschießt? Das letzte Mal hat es einen solchen Lärm am 26.8.1944 beim großen Luftangriff auf Kiel gegeben.

Ob nun Wetter, Wolfsschutz, Biber, Glyphosat, Insektensterben, Lebensmittelproduktion, Gülleproblematik/Wasserschutz - in vielen Themen reden wir aneinander vorbei. In der Stadt sind die Vorstellungen über Landwirtschaft (oder was sie sein soll) ganz andere als die Realität. Das zeigt aber auch, dass ein großer Teil der Bevölkerung vor lauter überquellender Kühlschränke durch viel zu billige Lebensmittel (bei denen die Konsumenten gar nicht wissen, mit wie viel Mühe und Aufwand diese hergestellt werden müssen) und der damit verbundener Lebensmittelverschwendung gar nicht mehr Natur und ihr Funktionieren begreifen. Welcher Baum ist dies, was ist das für ein Insekt auf Boden, wie heißt die Blume - gibt es keine App wissen es die Leute auch nicht mehr.

love-israel antworten
3 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Oder das eigentlich liebliche Rheinhessen.....:(.....

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @eddie78

Oder das eigentlich liebliche Rheinhessen.....:(.....

Seltsam nur... wegen 100 ha Hambacher Forst der für Braunkohletagebau gefällt wird, gibt es einen quasi Bürgerkrieg.

Bei 2000 ha Reinhardswald in Hessen, die für Windräder vernichtet werden, ist *schweigen im Walde*

Anonymous antworten
B'Elanna
(@belanna)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 1597
Veröffentlicht von: @love-israel

Man ist schon froh, wenn man einen schönen Ausblick genießen kann ohne dabei auf Windräder gucken zu müssen.

Ganz ehrlich:
Ich gucke lieber auf die Windräder als auf das AKW, was bei schönem Wetter in Cattenom auch sehr gut zu sehen ist.... denn wenn DAMIT mal was ist.... dann ist hier alles unbewohnbar....

belanna antworten


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