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Streit in der CDU.


Orangsaya
Themenstarter
Beiträge : 2928

Egal, wie man zu dieser Partei steht, sie ist die erfolgreichste Partei in einen freien Deutschland.
Ein Grund dafür ist, dass die Mitglieder ein hohes Maß an Parteiloyalität haben. Innere Konflikte werden zumindest möglichst sparsam nach außen getragen

Nun ist es anders und irgendeine Bewegung wird es geben, weil mit Merkels gehen, die Zukunft von ihrem Gefolge auf dem Spiel steht.

Nun ist der Parteitag wieder mal verschoben worden. Die Verschiebung wurde beschlossen einen Tag nachdem öffentlich wurde, dass Merz in der CDU-Mitglieder die überragende Unterstützung hat. Was meine These unterstützt, dass die CDU nicht mehr die alte Partei ist und in der CDU viele Mitglieder den neuen Weg nicht gegangen sind. Merkel hat sich von den anderen Mitgliedern der Partei entfernt.

Wäre ein neuer Parteitag, würden nicht die einzelnen Mitglieder wählen. Wer den Vorsitz hat, dass hat meistens eher strategische Gründe, als inhaltliche, denn das letzte Ziel ist zu regieren.

Friedrich Merz regiert auf den Beschluss des Präsidiums ungehalten. Seine Meinung hierzu ist, der Parteitag wurde nicht wegen Corona verschoben, sondern weil der Favorit des Präsidiums auf einem regulären Parteitag keine Chance hätte. Eine sachliche Begründung von Merz, kann ich allerdings nicht finden.

Wird es einen Streit in der CDU geben? Welche Auswirkungen würde so ein Streit auf die Wähler haben? Schließlich werden die künftigen Bundestagswahlen und Landtagswahlen das künftige Parteipräsidium mitformen. Ist unter Corona überhaupt ein Parteitag möglich?

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54 Antworten
Eldarion
Beiträge : 526

Ich finde, Merz könnte durchaus recht haben, mit seiner Einschätzung.
Und Corona-Bedingungen wäre durchaus ein Parteitag möglich, wenn man es denn wollte. Die JU hat das kürzlich vorgemacht.
Ein Angebot für ein Veranstaltungsort gibt es auch.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article218671790/Angebot-an-CDU-Parteitag-mit-1000-Delegierten-Kein-Problem.html

Hier noch ein recht treffender Artikel über die Lage der CDU.
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article218699424/Friedrich-Merz-und-das-Establishment-Haeme-als-politisches-Geschenk.html

Ob es jetzt so klug war, derart offensiv zu protestieren, ist eine andere Frage.

eldarion antworten
1 Antwort
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2928
Veröffentlicht von: @eldarion

Ich finde, Merz könnte durchaus recht haben, mit seiner Einschätzung.

Vorgestern habe ich schmunzeln und halb witzelnd die vorhergesagt. Aber meine Frau hat mich angeschaut, als sei ich ein böhmisches Dorf. Als aber die Zahlen öffentlich wurden, wusste ich irgendetwas wird sich bewegen.

Veröffentlicht von: @eldarion

Die JU hat das kürzlich vorgemacht.

Wenn man auf de JU schaut, dann ist diese sowieso in einer besseren Verfassung als die CDU. Die sind ja konservativer als so mancher Alte. ...

Veröffentlicht von: @eldarion

Ob es jetzt so klug war, derart offensiv zu protestieren, ist eine andere Frage.

Für die, die Merz nicht wollen, ist der heutige Morgen natürlich eine Steilvorlage. Für Merz ist es in der Tat entscheidend, wie moderat er weite vorgeht und was er mit einem moderaten Verhalten erreicht.

orangsaya antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hoffentlich gibt es einen Streit und Merz macht sich so unmöglich, dass er nie wieder ins Gespräch kommt. Der wäre keinen Deut besser als Trump, kreist auch nur um sich selbst und interessiert sich einen Dreck um andere Menschen.

Anonymous antworten
1 Antwort
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @gerome

Hoffentlich gibt es einen Streit und Merz macht sich so unmöglich, dass er nie wieder ins Gespräch kommt. Der wäre keinen Deut besser als Trump, kreist auch nur um sich selbst und interessiert sich einen Dreck um andere Menschen.

Unsachlicher geht es kaum
Sowas muss man nicht komentieren...
man kann und sollte es nur vergessen !

Anonymous antworten
JohnnyD
Beiträge : 1344

Ein guter Grund ihn nicht zu wählen.

Offenbar hat der Politiker aus dem Mittelstand noch nicht mitbekommen, dass wir derzeit eine Pandemie-Welle mit Ansage erleben und zahlreiche Weihnachtsmärkte und Laternenumzüge nicht oder nur unter gravierenden Einschränkungen möglich sind.

johnnyd antworten
13 Antworten
Miss.Piggy
(@miss-piggy)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 1646

Und deswegen kann kein digitaler Parteitag abgehalten werden?

miss-piggy antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 1344

An dem Parteitag sollen Wahlen stattfinden und das geht rechtlich nicht.

johnnyd antworten
Miss.Piggy
(@miss-piggy)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 1646

Mit Briefwahl wäre es wohl möglich.

Ich glaube ja, dass auch ein echter Parteitag möglich wäre. Wenn der Raum groß genug ist und die ganze Zeit Mund-Nasen-Schutz getragen wird, sollte das kein Problem sein.

miss-piggy antworten
Eldarion
(@eldarion)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 526

[url] Wenn der Raum groß genug ist und die ganze Zeit Mund-Nasen-Schutz getragen wird, sollte das kein Problem sein.[/url]

Sehe ich auch so. Die CDU ist kein Kanninchenzüchterverein. Die sollte sich einen entsprechend ausgerüsteten Veranstaltungsort leisten können. Was mich besonders stört, ist die Vertagung auf "unbestimmte Zeit". Da muss man schon fragen, "Wem nützt das?"

eldarion antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2928
Veröffentlicht von: @eldarion

Was mich besonders stört, ist die Vertagung auf "unbestimmte Zeit"

Ja, es könnte auch passieren, dass nächstes Jahr im September keine Bundestagswahlen stattfindet. Schließlich braucht auch die Vorbereitung eines Wahlkampfs Zeit und Merkel würde ....

Veröffentlicht von: @eldarion

"Wem nützt das?"

Seit die von der Leyen nach Brüssel komplimentiert wurde und AKK verkündende, dass sie den Vorsitz an den Haken hängt, sind die negativen Meldungen in den Medien wie weggeblasen. Auch davon hat die CDU profitiert und mehr Zustimmung gefunden.

orangsaya antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 1344

Was mich stört ist Lüge und Ignoranz.

johnnyd antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2928

Wenn es Hürden gibt, dann lässt sich das in der Ausnahmesituation bewältigen. Vermutlich muss nur die Satzung geändert werden und nicht das Grundgesetz, wie es als Argument in die Kanonen gestopft wurde.
Schließlich feuchtete niemand die Briefwahlen der SPD an. Es gibt Vorbilder die zeigen, dass es möglich ist.

orangsaya antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2891

Das stimmt so nicht. In der Pandemie dürfen Vereine das auch online machen, warum denn Parteien nicht auch?

jigal antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 1344

Deinem Argumentationsmuster folgend muss Herr Merz selbst schuld sein und braucht sich nicht zu wundern, wenn er grausam ermordet wird.

johnnyd antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2928

Richtig ist, dass den Menschen nicht vermitteln lässt, dass sie Abstand halten müssen. Kontakte vermeiden sollen, auf Veranstaltungen verzichten müssen, während ein ganz normaler Parteitag mit vielen Menschen im geschlossen Raum gehalten werden.

Falsch ist, dass der Parteitag verschoben werden soll, bei dem man sich frei hält, ob im Januar, oder im Frühling nächsten Jahres stattfindet.
Es hätte mindestens nach Alternativen und Hygienekonzepten gesucht werden müssen.
Es gibt ja Überlegungen, dass der Parteitag in verschiedenen Räumen an verschiedenen Orten stattfindet. Es wäre auch kein erstes Mal, wenn ein Parteitag vom Arbeitszimmer aus stattfindet und bewältigt wird. Das haben andere schon vorgemacht.

Auch die Wahlen könnten auf den Tisch kommen. Das alle Parteimitglieder den Vorsitz wählen ist auf Merz zurückzuführen, der vor dreißig Jahren schon den Vorschlag machte.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

orangsaya antworten
Eldarion
(@eldarion)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 526

[url]Richtig ist, dass den Menschen nicht vermitteln lässt, dass sie Abstand halten müssen. Kontakte vermeiden sollen, auf Veranstaltungen verzichten müssen, während ein ganz normaler Parteitag mit vielen Menschen im geschlossen Raum gehalten werden. [/url]

Bei jeder größeren Firma arbeiten viele Menschen in geschlossenen Räumen - natürlich mit Abstand, Maske und Hygienemaßnahmen.

So ein Parteitag fällt eben auch unter "Arbeit", nicht unter vermeidbare Veranstaltungen mit eher privatem Charakter.
Soweit ich das verstanden habe, scheint es ja die meisten Ansteckungen im privatem Rahmen zu geben und weniger unter kontrollierten Arbeitsbedingungen.

Nachtrag vom 27.10.2020 2040
Tschuldigung. Das hab ich falsch kopiert.

eldarion antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2288
Veröffentlicht von: @eldarion

Bei jeder größeren Firma arbeiten viele Menschen in geschlossenen Räumen - natürlich mit Abstand, Maske und Hygienemaßnahmen.

Aber die kommen nicht aus ganz Deutschland für ein Wochenende angereist um das Virus, dann schön zu verteilen. Und zumindest in den Firmen, die ich kenne, sind Meetings mit Personen von verschiedenen Standorten untersagt.

Man könnte ja mal über digitale Wege nachdenken. Aber damit kommen CDU-Politiker wohl nicht klar 😀

lhoovpee antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1520

Mich wundert das nicht.
Ich habe von ihm keine andere Reaktion erwartet. Merz wirkt zunehmend wie eine beleidigte, eingeschnappte Primadonna, die irgendwie glaubt, ihr stünde die größte, wichtigste Rolle zu, und die nicht müde wird, sich über alles zu beklagen, ohne dabei zu bemerken, wie lächerlich sie sich macht. Man möchte ihm permanent "Contenance, Friedrich, Contenance!" zurufen und will sich gar nicht vorstellen, wie er sich auf internationalem Parkett bewegt, wenn andere sich entgegen seiner Wünsche verhalten.

Aber als Mann aus dem Mittelstand ist er auf Beförderungen zum Glück nicht angewiesen und kommt bestimmt gut bis zur Rente durch 😌

tinkerbell antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Merz nervt.
Ich habe früher mal viel von ihm gehalten.

Das erste Mal hat er mächtig an Ansehen bei mir eingebüßt, als er sich nach AKKs Wahl zur Vorsitzenden quasi beleidigt zurückzog und gar keinen anderen Posten annehmen wollte, um anderweitig zu unterstützen.

Und zur Zeit haben ja wohl alle viele andere Dinge zu tun, als sich um sein Ego zu kümmern. Der Außenstehende hat den Eindruck, dass die Spitzenpolitiker, die zur Zeit die Verantwortung tragen, am Rödeln sind - und Merz steht daneben, tut nichts für das Land, aber beschwert sich, wie übel ihm mitgespielt wird.

So, wie er sich jetzt verhält, das wird ihm sehr schaden - und mit Recht.

Ich finde es auch sehr irritierend, dass er offenbar so wenig Vertrauen in seine Akzeptanz bei den CDU-Mitgliedern hat, dass er befürchten muss, dass diese Akzeptanz in ein paar Wochen schon wieder vorbei ist.

Ich befürchte, in dem Moment, wo man ihm wieder das Spitzenamt vorenthalten wird, von dem er glaubt, dass es ihm zustünde - wird er sofort wieder abtauchen. Einen Posten in der zweiten Reihe will er nicht. Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass es ihm nicht darum geht, dem Land oder irgendwem zu dienen, sondern es geht ihm immer nur um sich selbst.

Auch einige andere Äußerungen von ihm in den letzten Monaten waren sehr irritierend. Nein, ich möchte eigentlich nicht mehr, dass dieser Mann an die Spitze der CDU kommt. Bitte nicht.

Anonymous antworten
33 Antworten
1-ichthys
(@1-ichthys)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 670

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Merz so ähnlich tickt wie Trump. Natürlich nicht so unsensibel wieder dieser, aber im Ego ganz sicher. Wenn Merz Parteivorsitzender und u. U. Kanzlerkandidat würde, dann wird die CDU m. E. ihren Nimbus als Volkspartei verlieren.

1-ichthys antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7568
Veröffentlicht von: @1-ichthys

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Merz so ähnlich tickt wie Trump. Natürlich nicht so unsensibel wieder dieser, aber im Ego ganz sicher.

Das habe ich auch gedacht, als ich seinen Auftritt gesehen habe: dass er einfach nicht versteht, dass es mal nicht um ihn geht.

Veröffentlicht von: @1-ichthys

Wenn Merz Parteivorsitzender und u. U. Kanzlerkandidat würde, dann wird die CDU m. E. ihren Nimbus als Volkspartei verlieren.

Kanzlerkandidat? Ich schätze, das kann er sich knicken.
Es ist nicht davon auszugehen, dass die CDU die absolute Mehrheit bekommt, sie wird einen Koalitionspartner brauchen....und mit der FDP bekommt sie auch keine Mehrheit zusammen, jedenfalls ist davon im Moment nicht auszugehen,
Mit Laschet oder Spahn könnten sowohl die SPD als auch die Grünen sich zusammenraufen, mit Merz ganz sicher nicht....und mit Söder wohl auch nicht.

suzanne62 antworten
1-ichthys
(@1-ichthys)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 670
Veröffentlicht von: @suzanne62

Mit Laschet oder Spahn könnten sowohl die SPD als auch die Grünen sich zusammenraufen, mit Merz ganz sicher nicht....und mit Söder wohl auch nicht.

Ich traue Merz und Söder schon zu, mit den Grünen zu koalieren. Aber
Merz und auch Söder sind zu impulsiv und vergraulen viele damit. Bevor Söder bayerischer MP wurde, haben viele ja vor seiner "beisserischen" Art gewarnt; im Austeilen ist er groß ...

1-ichthys antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2928
Veröffentlicht von: @1-ichthys

Ich traue Merz und Söder schon zu, mit den Grünen zu koalieren.

Nach den Wahlen, gibt es ein Ziel. Nämlich wir wollen regieren und der Preis der dafür gezahlt wird, ist immer wieder aufs Neue erstaunlich. Die FDP ist nach den Wahlen auch mit den Ziel in die Verhandlungen gegangen, doch da hat sie dieses Ziel aus den Augen geworfen. Profitiert hat die FDP davon wahrlich nicht. Natürlich würde auch ein Merz, oder anderer mit den Grünen regieren und natürlich würden die Grünen mit Merz verhandeln. Genauso wie die Grünen mit Laschet verhandeln würde, wenn nach den Sondierungsgesprächen sich das anbietet und ein Bonbon wird bei jedem Koalitionsvertrag rausspringen.

orangsaya antworten
DerNeinsager
(@derneinsager)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1449

Mit den Grünen koalieren bedeutet wohl, wesentlich sozialer wird es für den kleinen Mann nicht Ansonsten nur noch schlimmer 🙂 Gut Nacht um 6

derneinsager antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2928
Veröffentlicht von: @suzanne62

Kanzlerkandidat? Ich schätze, das kann er sich knicken.

Die nächste Regierung wird nach den Wahlen vermutlich eine schwarz/grüne Regierung sein. Als AKK gewählt wurde, lag die Partei bei knapp unter 30 Prozent. Merz sagte damals, dass unter ihm die Partei auf 40 Plus kommen könnte. Da hatte er aus meiner Sicht auch Recht, denn seit AKK bedeutungslos wurde, ist die Partei auf fast 40 Prozent gestiegen, obwohl, (vielleicht weil ) die Partei führungslos wurde.

Veröffentlicht von: @suzanne62

Mit Laschet oder Spahn könnten sowohl die SPD als auch die Grünen sich zusammenraufen, mit Merz ganz sicher nicht....und mit Söder wohl auch nicht.

Diese Rechnung ist ja mit AKK nicht aufgegangen, denn unter ihrer Führung hat die CDU verloren und die Zustimmung der CDU kam erst, als sie das Handtuch geschmissen hat. Wenn Laschet Parteivorsitzender wird, dann ist nicht sicher, dass er Kanzlerkandidat wird. Söder ist ein genannter möglicher Kandidat und bei den Grünen ist die Frage, ob Harbeck. oder Baerbock offen. Zumindest hat Baerbock diese Frage offen gelassen. Aber um dich Kuchenkrümmel, sollte man sich nach konkreten Wahlen streiten. Das Laschet, wenn er sein Ziel erreicht, der gleich bleiben wird, ist eine steile These. Kohl ging als Nachfolger nicht die Linie von Kurt Georg Kiesinger und Merkel ging schon gar nicht die Linie von Kohl. Ich wüsste nicht, warum Laschet die Linie von Merkel gehen sollte. Zumal unter Merkel die CDU bei fast jeder Wahl Stimmen verloren hat und teilweise die schlechtesten Wahlergebnisse ihrer der Geschichte der eingefahren hat. Ich sehe keinen Impuls für ein weiter so, für Laschet.

orangsaya antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @suzanne62

dass er einfach nicht versteht, dass es mal nicht um ihn geht.

So ist es.
Ich finde es sehr irritierend, dass er offenbar überhaupt kein Gespür hat, wie bestimmte Verhaltensweisen oder Aussagen bei anderen ankommen. Das hat irgendwie so was wahlweise Autistisches oder Narzisstisches (das ginge dann Richtung Trump...)

Ich habe früher mal viel von Merz gehalten, gewinne aber zunehmend den Eindruck, dass er jedenfalls der Kanzlerschaft wohl nicht gewachsen wäre.

Damals die Rede auf dem Parteitag, als AKK Chef wurde, lag die Macht ja auf dem Silbertablett vor ihm - er hätte nur zugreifen müssen. Vergeigt hat er es auch da ganz allein, als alle eine Rede zu den Aufgaben der Zukunft erwartet hatten, er sich aber in verschwurbelten Betrachtungen der Vergangenheit verlor. Eine der schlechtesten Reden, die ich je gehört habe.

Also irgendwas passt da nicht. Vielleicht ist er wirklich zu lange auch aus der Politik raus und versteht nicht, wie der Laden heute tickt.

Nein, also nach den Auftritten in der letzten Zeit - Parteivorsitzender und Kanzler Merz - bitte eher nicht. Da hätte ich doch lieber jemanden, der sich mehr um das Land als um sich selber Gedanken macht.

Anonymous antworten
Eldarion
(@eldarion)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 526

Unter Merkel war es bisher doch immer so, dass sie möglichst keine Gefühle erzeugen wollte. Sachlich, ruhig, fast langweilig. Bis 2015 funktionierte das auch ganz gut. Asymentrische Wählerdemobilisierung nennt man das scheinbar. So hat sie auch die CDU eingeschläfert.
Jetzt versucht Merz es mal mit etwas mehr Zunder. Er nimmt eben wenig Rücksicht darauf, wie etwas bei jedem ankommt. Vielleicht ist das nach knapp 20 Jahren als CDU-Vorsitzende ( AKK als Marionette mitgezählt) auch angebracht, um die Leute aufzuwecken.
Ich glaube nicht, das Merz deswegen mit Trump zu vergleichen ist. Trump ist tatsächlich ein Trampel. Bei Merz scheint es mir eher Strategie. Allerdings bezweifel ich auch, dass er damit Erfolg hat.

eldarion antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @eldarion

Jetzt versucht Merz es mal mit etwas mehr Zunder.

Der Zunder ist nicht mein Problem. Der Egotrip ist mein Problem - und dass ich eigentlich gar nicht mehr weiß, wofür Merz nun aktuell steht. Keine Ahnung, was er politisch erreichen will. (was er früher wollte, weiß ich noch so ein bisschen).

Veröffentlicht von: @eldarion

Ich glaube nicht, das Merz deswegen mit Trump zu vergleichen ist.

Ich denke auch, dass der Vergleich zu weit geht.

Aber irritiert bin ich auf jeden Fall.

Anonymous antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7568
Veröffentlicht von: @polyglott

Ich habe früher mal viel von Merz gehalten,

Habe ich nie.

Veröffentlicht von: @polyglott

Nein, also nach den Auftritten in der letzten Zeit - Parteivorsitzender und Kanzler Merz - bitte eher nicht. Da hätte ich doch lieber jemanden, der sich mehr um das Land als um sich selber Gedanken macht.

sel
Auf jeden Fall....was für ein Glück im Unglück, dass wir im Moment nicht von jemandem wie ihm, sondern von Angela Merkel regiert werden.

suzanne62 antworten
DerNeinsager
(@derneinsager)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1449

Wenn ich ehrlich bin glaube ich nicht das Frau Merkel mehr ans Land denkt wie Merz. Sie hat nur einen völlig anderen Stil. Für Merz bin ich auch nicht, der wäre wenig sozial. Aber es ist nur eine Frage der Zeit bis das dieses Sozialsystem so nicht mehr funktioniert, die Weichen sind durch eine unglaubliche Ignoranz vor wirklichen Problemen gestellt. Ich sehe das alles Skeptisch.

derneinsager antworten
Tertullian
(@tertullian)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 413
Veröffentlicht von: @suzanne62

Mit Laschet oder Spahn könnten sowohl die SPD als auch die Grünen sich zusammenraufen, mit Merz ganz sicher nicht....und mit Söder wohl auch nicht.

Nochmal mit der SPD würde ohnehin für Frust sorgen. Wahrscheinlich ist fast alles andere besser. Die CDU muss aber als allererstes aufpassen, dass es nach der BTW nicht doch noch für RRG bzw. GRR reicht. Bisher hat noch kein CDU-Kanzler eine ordentliche Stabübergabe hinbekommen. Auf Grund der außenpolitischen Großwetterlage fände ich Röttgen als Kanzler oder zumindest Außenminister (dieses Amt steht aber in aller Regel nicht der Kanzlerpartei zur Verfügung!) sinnvoll.

tertullian antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2928
Veröffentlicht von: @polyglott

Ich habe früher mal viel von ihm gehalten.

Es gibt drei Kandidaten, zwei dieser Kandidaten wurden in der Vergangenheit abgesägt, weil sie Merkel gefährlich sein könnten.

Veröffentlicht von: @polyglott

Das erste Mal hat er mächtig an Ansehen bei mir eingebüßt, als er sich nach AKKs Wahl zur Vorsitzenden quasi beleidigt zurückzog und gar keinen anderen Posten annehmen wollte, um anderweitig zu unterstützen.

Merz hat nichts anderes getan, was er auch vorher gesagt hat. Wenn andere meinen, was er tun müsste, dann ist das ihre Problem, aber nicht das Problem von Merz.

Veröffentlicht von: @polyglott

Und zur Zeit haben ja wohl alle viele andere Dinge zu tun, als sich um sein Ego zu kümmern. Der Außenstehende hat den Eindruck, dass die Spitzenpolitiker, die zur Zeit die Verantwortung tragen, am Rödeln sind - und Merz steht daneben, tut nichts für das Land, aber beschwert sich, wie übel ihm mitgespielt wird.

Merz hat wichtige Themen auf der Platte, die eine Weichenstellung für Deutschland sein kann. Wie sieht die künftige Wirtschat und die Wissenschaft in Deutschland aus. Das ist nicht sein Ego, sondern bewegt viele in der CDU Basis.

Veröffentlicht von: @polyglott

So, wie er sich jetzt verhält, das wird ihm sehr schaden - und mit Recht.

Es geht nicht nur um die Frage, wer wird nach der Merkel zum König gekrönt, sondern für Merkel geht es um die Frage, wie wird mein Erbe in der CDU weitergetragen. Hier bieten sich Lauschet und Spahn an. Ob sie, falls sie es schaffen Merkels Erbe weitertragen ist eine andere und offene Frage. Nach der Bundestagswahl wird die CDU anders und mich nerven da keine Personen, sondern das Präsidium, dass es nicht für nötig hält, auf ihre Basis zu hören. Was nützen den die Studien der Konrad Adenauer Stiftung, wenn der festgestellte Unterschied zwischen Basis und Präsidium keine Konsequenzen hat und das Präsidium das alte Spiel fortsetzt.

Veröffentlicht von: @polyglott

Ich finde es auch sehr irritierend, dass er offenbar so wenig Vertrauen in seine Akzeptanz bei den CDU-Mitgliedern hat, dass er befürchten muss, dass diese Akzeptanz in ein paar Wochen schon wieder vorbei ist.

Die CDU und die Merkel haben sich in den letzten 10 Jahren geändert und das wird von der Basis nicht getragen. Daher würden von der Basis 45 Prozent für Merz stimmen und nur 25 Prozent für Laschet, Obwohl Corona für Laschet ein Vorteil war, wie ein Dammbruch der Elbe. Laschet konnte sich, wie Söder, profilieren.

Veröffentlicht von: @polyglott

Ich befürchte, in dem Moment, wo man ihm wieder das Spitzenamt vorenthalten wird, von dem er glaubt, dass es ihm zustünde - wird er sofort wieder abtauchen.

Das Spitzenamt wird nicht vorenthalten, sondern, ich glaube es ist die dritte Verschiebung, der Aufschub hat taktische Gründe und nicht nur wegen Merz. Langfristig geht es um ganz andere Fragen. Es könnte auch zu weiteren Spaltungen geben und die, die jetzt so tun, als würden sie Merkel zustimmen, die würden Beifall klatschen, weil sie die CDU sowieso nicht wollen. Dann kann es passieren, dass für die Regierungsbildung man an Extremisten vorbeikommt, weil sich sonst keine Mehrheit findet.

Veröffentlicht von: @polyglott

Auch einige andere Äußerungen von ihm in den letzten Monaten waren sehr irritierend. Nein, ich möchte eigentlich nicht mehr, dass dieser Mann an die Spitze der CDU kommt. Bitte nicht.

Das kannst du gerne wollen, die CDU Basis spricht hier offensichtlich eine andere Sprache. Wobei es nicht um die Person Merz geht, sondern wie der Weg der erfolgreichsten demokratischen Partei sein wird und ob sich der Erfolg der CDU fortsetzt.

orangsaya antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @orangsaya

Es gibt drei Kandidaten, zwei dieser Kandidaten wurden in der Vergangenheit abgesägt, weil sie Merkel gefährlich sein könnten.

Ja, das ist ja klar. Aber das ist 30 Jahre her! Wenn er das bis heute nicht verwunden hat, dann ist er aber auch nicht der richtige Mann...

Veröffentlicht von: @orangsaya

Merz hat wichtige Themen auf der Platte, die eine Weichenstellung für Deutschland sein kann.

Warum spricht er denn dann nicht über die Themen??? Sondern eigentlich immer nur entweder über sich selbst, über die Vergangenheit, über die Leute, die sich angeblich das Arbeiten abgewöhnt haben (die faulen Säcke...), verheddert sich zwischen Homosexualität und Pädophilie usw.

Ich wünsche mir ja nichts mehr, als dass er endlich mal über seine konkreten Pläne spricht, wie er Deutschland dienen und es zukunftsfähig machen will! Aber da kommt ja nix.

Mir ist es eigentlich ziemlich egal, ob irgendjemandes "Erbe" weitergeführt wird. Aber ich hätte gern Parteivorsitzende und Kanzler, denen es um Deutschland geht und nicht vorrangig um sich selbst.

Wie gesagt, ich war lange Zeit für Merz und habe viel von ihm gehalten. Dass sich das in letzter Zeit bei mir geändert hat, liegt leider nur an ihm selbst.

Anonymous antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2928
Veröffentlicht von: @polyglott

Ja, das ist ja klar. Aber das ist 30 Jahre her! Wenn er das bis heute nicht verwunden hat, dann ist er aber auch nicht der richtige Mann...

Was ist denn ein richtiger Mann. Es ist ungefähr 20 Jahre und weniger her Das ist aber nicht so wichtig.

Veröffentlicht von: @polyglott

Warum spricht er denn dann nicht über die Themen??? Sondern eigentlich immer nur entweder über sich selbst, über die Vergangenheit, über die Leute, die sich angeblich das Arbeiten abgewöhnt haben (die faulen Säcke...), verheddert sich zwischen Homosexualität und Pädophilie usw.

Vielleicht geben die öffentlich Rechtlichen dem zu wenig Raum. Bis Corona anfing, ist Merz durch Deutschland gereist und er sprach über seine politischen Vorstellungen. Es gibt einen kleinen Account von Merz auf youtube.
https://www.youtube.com/c/FriedrichMerzCDU/videos
Da kann man sehen, dass es Friedrich Merz vorwiegend um politische Vorstellungen geht. Wenn mir jemand sagt, dass er das was er sagt nicht zusagt, dann kann ich das nachvollziehen, aber beim Vorwurf bei Merz dreht sich alles nur um Merz, dann finde ich Merz so nicht wieder.

Veröffentlicht von: @polyglott

verheddert sich zwischen Homosexualität und Pädophilie usw.

Genau das meine ich, wenn er sich mal verheddert, oder es sich in der boshaftesten Auslegung es sich um eine Verhedderung handelt, dann werden die öfffentlich Rechtlichen laut. Wenn man seine Inhalte mitbekommen, dann entstünde nicht der Eindruck. Die meisten Aussagen von Merz habe ich auf N-TV und N24 mitbekommen, obwohl da, auch Merz kein besonderes Thema ist.
Weil du gerade es ansprichst. Das Thema Homosexualität usw. In der Vergangenheit konnte man sich darüber auseinandersetzen und unterschiedlicher Meinung sein. Heute zählt weniger das Argument, sondern mehr der moralische Stempel. Das ist eines der negativen Entwicklungen in unserem Land.

Veröffentlicht von: @polyglott

Ich wünsche mir ja nichts mehr, als dass er endlich mal über seine konkreten Pläne spricht, wie er Deutschland dienen und es zukunftsfähig machen will! Aber da kommt ja nix.

Macht er doch. Nochmal sein Account auf Youtube. Auf Twitter soll er ja auch sein. Da kann man sich informieren.

Veröffentlicht von: @polyglott

Mir ist es eigentlich ziemlich egal, ob irgendjemandes "Erbe" weitergeführt wird. Aber ich hätte gern Parteivorsitzende und Kanzler, denen es um Deutschland geht und nicht vorrangig um sich selbst.

Seit ich Angela mitbekomme, also von Lothar de Maizière bis zur Gegenwart, hat es Angela Merkel verstanden den Absturz anderer zu ihrem Vorteil zu nutzen. Ich vermute, dass war auch vorher so, denn das ein Pfarrerskind in der DDR überhaupt studieren konnte und wissenschaftlich arbeiten ist schon ungewöhnlich. Normalerweise ging nur Theologie oder etwas niedriges gehen. Gerade bei der Generation von Merkel und unter Ulbricht war das so.

Das Erbe von Merkel interessiert auch bei mir, eher andere als mich. Ich gehe davon aus, dass auch unter Laschet sich einiges ändern wird.

Veröffentlicht von: @polyglott

Wie gesagt, ich war lange Zeit für Merz und habe viel von ihm gehalten. Dass sich das in letzter Zeit bei mir geändert hat, liegt leider nur an ihm selbst.

Merz war lange Zeit für mich aus dem Fokus. Er trat für mich plötzlich in Erscheinung und ich brauchte eine Zeit, bis ich mich an seine Inhalte wieder erinnerte. Ich denke, dass auch er in den Jahrzehnten geändert hat und nicht stehen geblieben ist. Vielleicht werden wir es sehen.

orangsaya antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @orangsaya

Ich vermute, dass war auch vorher so, denn das ein Pfarrerskind in der DDR überhaupt studieren konnte und wissenschaftlich arbeiten ist schon ungewöhnlich. Normalerweise ging nur Theologie oder etwas niedriges gehen. Gerade bei der Generation von Merkel und unter Ulbricht war das so.

Das stimmt so nicht.

Ich weiß, dass du Merkel nicht leiden kannst, aber was du da nahelegen willst, grenzt schon an üble Nachrede.

Es war doch etwas komplexer in der DDR. Und es ist schon lustig, dass du mir die DDR erklären willst... Ich habe da nämlich über 22 Jahre verbracht...

Ich kenne mehrere Pfarrerskinder, die studiert haben, darunter sogar einen, der nicht bei Pionieren oder FDJ war. Das Gegenteil von dem, was du schreibst, stimmt:

Christen, die nicht Pfarrerskinder waren, hatten es eher schwer. Pfarrerskinder beschützte in gewissem Maße doch immer noch die Institution Kirche.

Außerdem kam es noch darauf an, was man studieren wollte. Da z.B. Physik und Mathematik in der DDR ähnlich unbeliebte Studienfächer waren wie im Westen (da schwer), wurde man oft dahin vermittelt, wenn einem kein anderes Studium gestattet wurde. Da kenne ich einen ganzen Haufen "bunter Vögel", die sich bei mir im Mathe-Studium tummelten.

In der DDR Physik oder Mathe studiert zu haben, spricht eher dafür, dass man politisch nicht tragbar war - und im Gegenteil überhaupt nicht für besondere Staatsnähe.

Um zu Merz zurückzukommen: Ich halte mich in der Tagespolitik für sehr gut informiert - und leider habe ich von Merz schon lange nichts Konstruktives mehr zur aktuellen Politik oder von seinen Zielen gehört.

Wie gesagt, ich habe mal viel von ihm gehalten - aber das ändert sich gerade.

Anonymous antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2928
Veröffentlicht von: @polyglott

Das stimmt so nicht.

Ob wir hier wohl klären können, was hier stimmt, oder nicht.

Veröffentlicht von: @polyglott

Ich weiß, dass du Merkel nicht leiden kannst, aber was du da nahelegen willst, grenzt schon an üble Nachrede.

Nein, dass erklärt vielleicht deine Grundhaltung zu dem, was ich über Merkel sage, aber nicht den Hintergrund.
Ich hatte an Merkel, als sie ihr Amt als Kanzlerin antrat große Erwartung. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass sich einiges zum Guten entwickeln wird. Heimlich hatte ich damals sogar die Hoffnung, dass sie die Beziehungen zu GB verbessert, während Westerwelle die Beziehungen zu Polen bessert. Das die Achse zwischen Frankreich und Deutschland allein nicht mehr so funktioniert konnte man zu Kohls Zeiten schon erkennen. Wenn ich auch damals der FDP näher stand, so hatte ich in der Kanzlerschaft von Merkel Hoffnung. Meine näher zur FDP war damals aus der Zeit von Genscher zu erklären.

Veröffentlicht von: @polyglott

Es war doch etwas komplexer in der DDR. Und es ist schon lustig, dass du mir die DDR erklären willst... Ich habe da nämlich über 22 Jahre verbracht...

Aber wo bestreite ich denn, dass die DDR komplexer war. Ich habe nur einen Punkt, der im Zusammenspiel zwischen Kirche und Regierung so war. Verbessert hat sich die Zeit der DDR zu deiner Zeit. Das unter Ulbricht man von Benachteiligung bist Verfolgung von Christen sprechen kann, ist eine historische Tatsache und deswegen kein Wunder, dass man diesen Sachverhalt auch in der Literatur wiederfindet. In den Siebzigern gab es da eine andere Entwicklung, weil die DDR als anerkannterer Staat in der UNO dazugehören wollte. Hierzu gehörte, dass sich die DDR den Kirchen öffnen musste. Im Grunde müsstest du das ja wissen.

Veröffentlicht von: @polyglott

Ich kenne mehrere Pfarrerskinder, die studiert haben, darunter sogar einen, der nicht bei Pionieren oder FDJ war. Das Gegenteil von dem, was du schreibst, stimmt:

Na, wenn ein Pfarrerskind studieren wollte, war die Frage der Linientreue schon ein Thema. Merkel hatte als Pfarrerskind zwar keine Jugendweihe, dass taten andere, um studieren zu können, sie war aber in der FDJ für Agitation und Propaganda zuständig. Aber nicht ich mache die DDR zum hauptsächlichen Thema, sondern eher du, denn ich sprach bei Merkel ab Lothar de Maiziere aufwärts. Also ab dem Zusammenbruch der DDR bis zur Wiedervereinigung und darüber hinaus. Im Übrigen, weißt du von wem diese Äußerung das Pfarrerskinder nur Theologie studieren konnten kommt? Ich habe es aus der frühen Zeit von Angela Merkel. Mit der häufigen Betonung, dass sie dieses Schicksal nicht wollte. Also rege dich da nicht auf. Bei der Frage des Bergbaus, sehe ich dass Schicksal der Menschen genauso im Osten, wie im Westen. Wenn der jetzige Zusammenbruch ideologische Gründe hat, und zuvor wirtschaftliche Gründe. Die Folgen sind die Gleichen. Es sollte für die Menschen erst mal eine Arbeit besorgt werden und keine grüne Wiese versprochen werden. Das da eine Hälft die DDR ist, spielt für mich nur insofern eine Rolle, dass die Menschen schon mal einen harten Zusammenbruch erlebten. Das künftige Schicksal ist für die Menschen in Ost, wie West gleich schlecht.

Veröffentlicht von: @polyglott

Außerdem kam es noch darauf an, was man studieren wollte. Da z.B. Physik und Mathematik in der DDR ähnlich unbeliebte Studienfächer waren wie im Westen (da schwer), wurde man oft dahin vermittelt, wenn einem kein anderes Studium gestattet wurde. Da kenne ich einen ganzen Haufen "bunter Vögel", die sich bei mir im Mathe-Studium tummelten.

In meiner Generation waren es ungeliebte Fächer für Frauen. Das hat sich aber soweit geändert, dass teils mehr Frauen anstreben Ingenieur zu werden, als Männer. Warum dieser Wandel kam, weiß ich nicht, aber es ist völlig okay. Auch gönne ich Merkel, dass sie in der DDR Grundlagenforschung machen konnte. Auch wenn es von ihrer Herkunft nicht selbstverständlich war.

orangsaya antworten
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Veröffentlicht von: @polyglott

Ich weiß, dass du Merkel nicht leiden kannst, aber was du da nahelegen willst, grenzt schon an üble Nachrede.

Merkel war nicht nur Mitläuferin, sondern hat sich als FDJ-Sekretärin aktiv für das politische System eingesetzt. Das hat sie nämlich freiwillig getan, genauso wie sie niemand zu ihrer Mitgliedschaft in den Nachwusorganisationen der Partei gezwungen hat.

Veröffentlicht von: @polyglott

Ich kenne mehrere Pfarrerskinder, die studiert haben, darunter sogar einen, der nicht bei Pionieren oder FDJ war. Das Gegenteil von dem, was du schreibst, stimmt:

Es gab in der DDR genügend Pfarrer, die im Sozialismus das Heil gesehen haben. Ich kenne genügend Pfarrerskinder, die kein Abitur machen durften. Und es gab natürlich auch Ausnahmen bei denen, die sich nicht dem System angedient haben.

Veröffentlicht von: @polyglott

In der DDR Physik oder Mathe studiert zu haben, spricht eher dafür, dass man politisch nicht tragbar war - und im Gegenteil überhaupt nicht für besondere Staatsnähe.

Das ist Quark.

Veröffentlicht von: @polyglott

Ich habe da nämlich über 22 Jahre verbracht...

Ich auch.

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Veröffentlicht von: @ostwind
Veröffentlicht von: @polyglott

In der DDR Physik oder Mathe studiert zu haben, spricht eher dafür, dass man politisch nicht tragbar war - und im Gegenteil überhaupt nicht für besondere Staatsnähe.

Veröffentlicht von: @ostwind

Das ist Quark.

Nein, ist es nicht. Ích hatte dermaßen viele Kommilitonen, die zum Teil mit erstklassigen Abitur-Abschlüssen trotzdem nichts studieren durften. Und aus Verzweiflung dann die übrig gebliebenen Mathe-Studienplätze nahmen. Du kannst nicht behaupten, dass etwas "Quark" ist, was ich selbst so erlebt habe. Und einer meiner Kommilitonen war der besagte Pfarrerssohn, der weder bei Pionieren und FDJ war und dessen Eltern keineswegs "vom Sozialismus begeistert" waren.

Vielleicht war die DDR auch vielschichtiger, als du dir so vorstellen kannst.

Veröffentlicht von: @ostwind

Ich kenne genügend Pfarrerskinder, die kein Abitur machen durften.

Ich auch.

Aber ich kenne eben auch einige andere, die es durften und deren Eltern keinesfalls sich dem sozialistischen Staat angedient haben.

Veröffentlicht von: @ostwind

Merkel war nicht nur Mitläuferin, sondern hat sich als FDJ-Sekretärin aktiv für das politische System eingesetzt. Das hat sie nämlich freiwillig getan, genauso wie sie niemand zu ihrer Mitgliedschaft in den Nachwusorganisationen der Partei gezwungen hat.

Du legst einen sehr harten Maßstab an Menschen an. Ich kenne etliche Christen, die Kompromisse gemacht haben (nicht stolz darauf waren...) Einfach, weil sie sonst nie eine Chance gehabt hätten, überhaupt sich beruflich zu entwickeln.

Alle, die sich dem Staat komplett verweigert haben, haben meine absolute Hochachtung.

Aber ich verstehe auch die anderen. Und "Sekretär für Agitation und Propaganda" in einer FDJ-Gruppe, das hieß, dass man einmal im Monat einen muffigen Zeitungsartikel an die Wandzeitung gehängt hat.... (die Titel klangen nur so hochtrabend) Ausweis einer besonderen Staatstreue war das nicht.

Wenn du dich dem DDR-Staat komplett verweigert hast, dann achte ich das sehr.

Aber, wie gesagt, ich verstehe auch viele, die das nicht bis zur letzten Konsequenz gemacht haben. Aber Merkel jetzt zur glühenden Sozialistin stilisieren zu können, das passt nicht. Sie war ungefähr genauso viel Mitläuferin wie ich. Und bei mir hatte das auch enge Grenzen.

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Veröffentlicht von: @polyglott

Ích hatte dermaßen viele Kommilitonen, die zum Teil mit erstklassigen Abitur-Abschlüssen trotzdem nichts studieren durften.

Aber doch nicht deshalb, weil sie politisch nicht tragbar waren. Es gab in der DDR die Prämisse, dass die gefragten Studienplätzen vorangig an Bewerber aus Arbeiterfamilien vergeben wurden. Oder wenn Du Dich für 3 Jahre zur Armee verpflichtet hast, wurdest Du auch bei der Vergabe bevorzugt.

Veröffentlicht von: @polyglott

Vielleicht war die DDR auch vielschichtiger, als du dir so vorstellen kannst.

Ich muss mir nichts vorstellen, ich habe die DDR erlebt.
Natürlich gab es Ausnahmen, das habe ich ja auch erwähnt. In den letzten Jahren war die Situation dann auch etwas "entspannter".

Veröffentlicht von: @polyglott

Du legst einen sehr harten Maßstab an Menschen an.

Ich verurteile niemanden.

Veröffentlicht von: @polyglott

Aber ich verstehe auch die anderen. Und "Sekretär für Agitation und Propaganda" in einer FDJ-Gruppe, das hieß, dass man einmal im Monat einen muffigen Zeitungsartikel an die Wandzeitung gehängt hat.... (die Titel klangen nur so hochtrabend) Ausweis einer besonderen Staatstreue war das nicht.

Das sehe ich anders.

Veröffentlicht von: @polyglott

Wenn du dich dem DDR-Staat komplett verweigert hast, dann achte ich das sehr.

Komplett verweigern konnte sich wohl niemand. Ich war nicht in der FDJ, habe den Wehrdienst verweigert und bin nicht wählen gegangen.

Veröffentlicht von: @polyglott

Aber Merkel jetzt zur glühenden Sozialistin stilisieren zu können, das passt nicht.

Natürlich keine glühende Sozialistin. Aber in der Wendezeit ist sie quasi nicht in Erscheinung getreten. Erst nachdem alles gelaufen war, ist sie auf den Zug aufgesprungen. Ich wundere mich heute noch darüber, wie sie den Kohl so blenden konnte. Aber sie war halt auch da eine kluge Opportunistin.

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Veröffentlicht von: @ostwind

Aber doch nicht deshalb, weil sie politisch nicht tragbar waren.

Natürlich deswegen! Wenn diese Leute in die Partei eingetreten wären oder sich zu anderweitiger "Mitarbeit" verpflichtet hätten, hätten sie ihren gewünschten Studienplatz schon bekommen.

Nein, die Studienplätze gingen nicht vorrangig an Arbeiterkinder, die Studienplätze gingen vorrangig an Funktionärskinder. Es gab nämlich auch in der DDR trotz aller Bemühungen der Regierung nur sehr wenige Arbeiterkinder (oder Bauernkinder), die Abitur machten.

Veröffentlicht von: @ostwind

Oder wenn Du Dich für 3 Jahre zur Armee verpflichtet hast, wurdest Du auch bei der Vergabe bevorzugt.

Umgekehrt: Wenn du nicht 3 Jahre zur Armee gingst, hattet du kaum noch eine Chance, überhaupt zu studieren. Auch darum sind in unserem Mathe-Studiengang einige junge Männer gelandet, die eben "nur" anderthalb Jahre zur Armee gingen oder gar Bausoldaten waren. Sie nahmen eben die Restplätze. Übrigens hat ein Drittel schon innerhalb der ersten beiden Semester das Studium wieder aufgegeben... aber wenigstens hatte man die einzige Chance genutzt, überhaupt mal eine Uni von innen zu sehen.

Veröffentlicht von: @ostwind

Komplett verweigern konnte sich wohl niemand. Ich war nicht in der FDJ, habe den Wehrdienst verweigert und bin nicht wählen gegangen.

Ich sage ja, ich achte das sehr.

Veröffentlicht von: @ostwind

Aber sie war halt auch da eine kluge Opportunistin.

wie die allermeisten DDR-Bürger, auch die Christen.

Veröffentlicht von: @ostwind

Ich muss mir nichts vorstellen, ich habe die DDR erlebt.

Die Erfahrung lehrt mich, dass es ungefähr genauso viele "erlebte Versionen der DDR" gab wie DDR-Bürger. Weder die deine ist die allein richtige, noch die meine, noch die von Angela Merkel und auch nicht die von Katja Kipping.

Ich halte es für wichtiger, dass wir nicht unsere begrenzte Sicht von damals immer wieder nachbeten, sondern einander zuhören.

Jedenfalls finde ich es absurd, wenn mir jemand erzählt, ich hätte irgendetwas nicht so erlebt, wie ich es erlebt habe.

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Veröffentlicht von: @polyglott

Jedenfalls finde ich es absurd, wenn mir jemand erzählt, ich hätte irgendetwas nicht so erlebt, wie ich es erlebt habe.

dito

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JohnnyD
(@johnnyd)
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Erzähl doch lieber, was du erlebt hast. Bisher lese ich hier nur ungelenkes Leugnen und absurde Wertungen.

johnnyd antworten
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Veröffentlicht von: @johnnyd

Erzähl doch lieber, was du erlebt hast. Bisher lese ich hier nur ungelenkes Leugnen und absurde Wertungen.

Jedem seine Meinung😀

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JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

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Klar.

johnnyd antworten
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Danke übrigens für dein Verständnis.

Auch, wenn ich es so nicht formuliert hätte:

Veröffentlicht von: @johnnyd

Bisher lese ich hier nur ungelenkes Leugnen und absurde Wertungen.

halte ich das hier für eine sehr gute Idee:

Veröffentlicht von: @johnnyd

Erzähl doch lieber, was du erlebt hast.

Ich halte es immer für besser, einander zuerst einmal zuzuhören und zu erählen -

bevor wir uns "Meinungen" um die Ohren hauen.

Aber ja, leider bin auch ich nicht immer frei davon.

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Ja, da hast du recht, das sollten wir alle beherzigen.

Interessant ist für mich: Je mehr ich Erinnerungen von Zeitzeugen höre und lese, desto klarer wird mir, wie sehr auch das Land DDR in abgeschlossene Milieus aufgeteilt war. Auch dort blieb jeder irgendwie in seiner Blase.

Z.B. ist mir das mal klargeworden anhand eines Interviews mit Katja Kipping im Spiegel, die sagte, sie sei deswegen heute noch so ein großer Freund Russlands, weil sie schon als Schülerin so schöne Zeiten in Ferienlager mit sowjetischen Kindern erlebt hätte. Da sagte ich mir nur: what??? Sie hat in einem anderen Land gelebt als wir. In meiner sächsischen Kleinstadt hatten wir sogar versucht, Kontakte zu Familien dort stationierter russischer Soldaten aufzunehmen. Das wurde uns strengstens verboten. Von wegen "Freunde"... wir hätten ja merken können, dass es in der Sowjetunion längst nicht so zugeht, wie man uns immer erzählt hat.

Ähnliche Probleme habe ich mit den Büchern z.B. von Thomas Brussig oder Ingo Schulze. Da habe ich immer den Eindruck, sie haben in einem ganz anderen Land gelebt als ich.

Die DDR, so wie ich sie erlebt habe, ist die, wie sie z.B. dargestellt wird in "Weissensee" oder in "Der Turm" von Tellkamp oder durchaus auch in "Goodbye Lenin". Gerade bei "Weissensee" scheiden sich die Geister. Da behaupten viele DDR-Bürger, so sei es nie gewesen. Ich dagegen kriege Gänsehaut, weil in der Serie Sätze z.T. wörtlich so fallen, wie ich sie immer wieder gehört habe.

Und ja, ich kenne auch einige Menschen, die sich zur DDR so verhalten haben wie du. Mit ähnlichen Konsequenzen.

Und daher: Natürlich glaube ich dir, dass du es so erlebt hast, wie du es erlebt hast.

Aber doch kannst du eben, genauso wie ich, nicht allgemeingültig für alle in der DDR sprechen. Und von daher ist der Satz: "Es wurden Arbeiterkinder beim Studium bevorzugt" eben nicht richtig. Das hätten sie schon gerne gemacht, wenn es genügend von diesen Arbeiterkindern gegeben hätte, die ein Studium anstrebten, aber es gab sie nicht.

Ich glaube, das Problem ist, dass uns alle diese Zeit sehr geprägt hat. Wir haben z.Z. für Standhaftigkeit zu unserem Glauben und gegen das System jeweils einen hohen Preis bezahlt. Es spielen also noch immer viele Gefühle mit. Das sollte uns nicht verleiten, jeweils die Erfahrungen des anderen abzuqualifizieren oder für unwahr zu erklären. Und dabei muss ich mich manchmal auch an die eigene Nase fassen...

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Veröffentlicht von: @polyglott

Aber doch kannst du eben, genauso wie ich, nicht allgemeingültig für alle in der DDR sprechen. Und von daher ist der Satz: "Es wurden Arbeiterkinder beim Studium bevorzugt" eben nicht richtig.

Doch. Ers timmt vor allem für die Anfangszeit der DDR und auch noch für die Zeit in der Merkel studiert hat. Bis zum Ende der DDR waren 60 % der Studienplätze für Arbeiterkinder vorgesehen. Das die tatsächlichen Zahlen dann im Laufe der Zeit von dieser Vorgabe immer mehr abwichen, steht auf einem anderen Blatt.

So stammten 1958 ca. 53% der Studierenden aus der Arbeiterklasse, 1988 waren es nur noch 10%. Und gerade weil es so wenige Bewerber aus der Arbeiterklasse gab, wurden diese bei der Studienplatzvergabe häufig (nicht immer) bevorzugt.

Veröffentlicht von: @polyglott

Das sollte uns nicht verleiten, jeweils die Erfahrungen des anderen abzuqualifizieren oder für unwahr zu erklären

Das sollten wir wirklich nicht tun. Es gibt zweifellos unterschiedliche Erfahrungen. Meine Schule wurde z.B von einem absoluten Hardlinder (einem ehemaligen NVA-Offizier) geleitet. Der hat praktisch keinen Delegierungen von Schülern zum Abitur zugestimmt, die nicht auf der richtigen politischen Linie lagen. Und es gab Direktoren in anderen Schulen, die nicht so hart agiert haben.

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Anonymous
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Ich frage mich halt, was du für Schlussfolgerungen daraus ziehen willst.

Eben weil der Anteil der Arbeiter- und Bauernkinder mit der Zeit doch sehr niedrig wurde, war das nicht der Grund für viele gute Abiturienten, dass sie ihren Studienplatz nicht bekamen.

Der Grund war vor allem, dass alle, die bereit waren, ihre Linientreue zu bekennen oder die Funktionärseltern bzw. Eltern mit "Connections" hatten, erst mal an ihnen vorbeizogen.

Auch ist Frau Merkel ja Geburtsjahr 1954, d.h. sie hat 1972 oder 1973 Abitur gemacht - und da war es schon eher wie in den 80ern als wie in den 50ern.

Ich wehre mich einfach dagegen, dass man versucht, Prominenten mit halbseidenen Argumenten am Zeug zu flicken. Ich bin sicher auch nicht unbedingt ein Fan von Frau Merkel. Aber linientreu war sie in der DDR sicher nicht. Allerdings war sie eben auch genauso wenig im Widerstand. (ist erst Ende 89 oder 90 in den DA gegangen). Allerdings kann ich mich auch nicht erinnern, dass sie jemals selbst von sich behauptet hätte, im Widerstand gewesen zu sein.

Frau Merkel war irgendwas dazwischen, so wie vielleicht 90% der DDR-Bürger.

Wenn man irgendwas gegen ihre Politik oder ihre Person hat, dann soll man konkret das kritisieren.

Und nicht irgendwelche Dinge an den Haaren herbeiziehen, die rufschädigend wirken können, sich aber letztlich als nicht haltbar erweisen.

Veröffentlicht von: @ostwind

Das sollten wir wirklich nicht tun. Es gibt zweifellos unterschiedliche Erfahrungen. Meine Schule wurde z.B von einem absoluten Hardlinder (einem ehemaligen NVA-Offizier) geleitet. Der hat praktisch keinen Delegierungen von Schülern zum Abitur zugestimmt, die nicht auf der richtigen politischen Linie lagen. Und es gab Direktoren in anderen Schulen, die nicht so hart agiert haben.

So ist es. Vieles hing auch an einzelnen Personen.

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Veröffentlicht von: @orangsaya

Weil du gerade es ansprichst. Das Thema Homosexualität usw. In der Vergangenheit konnte man sich darüber auseinandersetzen und unterschiedlicher Meinung sein. Heute zählt weniger das Argument, sondern mehr der moralische Stempel.

Aber die Frage war doch:
Kann ein Homosexueller in Deutschland Bundeskanzler sein?

Da sage ich erstens: Ja, warum denn nicht? Was sollte das eine mit dem anderen zu tun haben? Ich sehe da gar keine moralische Frage.

Und zweitens, ich meine verstanden zu haben, was Herr Merz sagen wollte - nur hat er sich da eben auch wieder in ungeschickter Weise verheddert. Das wäre nicht gut für einen Bundeskanzler, und da geht es mir nur um die sprachlichen Ausdrucksfähigkeiten.

Veröffentlicht von: @orangsaya

Macht er doch. Nochmal sein Account auf Youtube. Auf Twitter soll er ja auch sein. Da kann man sich informieren.

Ich finde, wenn er so unbedingt CDU-Vorsitzender und vielleicht Bundeskanzler werden will, dann muss er doch für sich werben. Da hat er die Bringschuld, nicht ich die Holschuld.

Und wenn mich Merz irritiert, heißt das auch nicht, dass ich unbedingt für einen der anderen Kandidaten bin.

Ich habe eher Angst und mache mir Sorgen, dass nach der SPD nun auch noch die zweite große Volkspartei sich zerlegt und dadurch die extremen Ränder noch mehr gestärkt werden.

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Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2928

Merz hatte erkannt, dass seine Wort in einem falschen Zusammenhang verstanden werden kann und hat öffentlich seine Worte bedauert. Was willst du mehr. Das er Pädophile und Homosexualität in einen Zusammenhang brachte, wundert mich nicht, weil seine Generation dies von den die politisch für Homosexualität zur Diskussion brachten, selber solche Zusammenhänge brachten, den ihr Thema war bei seiner Generation, die Entkriminalisierung von Homosexuellen und Pädophilen.

Veröffentlicht von: @polyglott

Ich finde, wenn er so unbedingt CDU-Vorsitzender und vielleicht Bundeskanzler werden will, dann muss er doch für sich werben. Da hat er die Bringschuld, nicht ich die Holschuld.

Du brauchst doch nur in die Clips hineinzuschauen. Genau das macht er ja, die ganze Zeit schon.

Veröffentlicht von: @polyglott

Und wenn mich Merz irritiert, heißt das auch nicht, dass ich unbedingt für einen der anderen Kandidaten bin.

Merz wird auch nicht mein Kandidat sein, sondern ich würde nicht ausschließen, dass er mich genauso enttäuschen würde, wie Merkel.

Veröffentlicht von: @polyglott

Ich habe eher Angst und mache mir Sorgen, dass nach der SPD nun auch noch die zweite große Volkspartei sich zerlegt und dadurch die extremen Ränder noch mehr gestärkt werden.

Wir sehen schon durch den Zuwachs der Parteien jetzt schon, wie schwer es ist eine Regierung zu bilden. Sollten noch mehr Parteien dazu kommen, dann wird es noch schwieriger. Wenn man auf die jüngsten Parteien schaut, dann ist das größte Problem, dass mehr Extremisten in den Stall kommen. Aktuell ist das größte Problem, die AfD und die Linken.

orangsaya antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @orangsaya

Es ist ungefähr 20 Jahre und weniger her

Damit hast du übrigens natürlich recht, es war Anfang der 2000er. (irgendwie spukt das 30. Jubiläum von Mauerfall und Wiedervereinigung immer durch meinen Kopf... daher)

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lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2288
Veröffentlicht von: @polyglott

dass es ihm nicht darum geht, dem Land oder irgendwem zu dienen, sondern es geht ihm immer nur um sich selbst.

Na, neben seinem Ego ist er auch noch seiner Lobby treu 😉 😀
Die Rente muss an endlich an die Börse. Ich glaube viel mehr interessiert ihn nicht.

lhoovpee antworten
Lucan-7
Beiträge : 16322

Streit ist grundsätzlich etwas Normales in einer Demokratie. Eine demokratische Partei, in der dies nicht vorkommt würde ich eher verdächtig finden.

Interessant bei einem solchen Streit ist natürlich die Frage, wie sich die jeweiligen Akteuere verhalten und wie souverän sie damit umzugehen vermögen - und da gibt Merz absolut keine gute Figur ab.

So sehr ich ihn auch Ende der 90er für seine Ideen und seine scharfsinnigen und klaren Reden geschätzt habe, so sehr wirkt er inzwischen völlig fehl am Platz. Nicht nur wegen seiner offensichtlichen Eitelkeit, auch seine politischen Ideen wirken wie aus einer fernen Vergangenheit.

"Nur wer sich ändert wird bestehen" lautete der Titel eines Buches von ihm... er selbst scheint das jedenfalls nicht beherzigt zu haben. Schade drum. Sollte er Vorsitzender werden wird er meine Stimme nächstes Jahr nicht bekommen... zumindest nicht auf dem Stand von heute.

lucan-7 antworten
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Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2928
Veröffentlicht von: @lucan-7

Streit ist grundsätzlich etwas Normales in einer Demokratie.

Diesem Satz würde ich, wenn es um grundsätzliche Fragen geht zustimmen.
Zur Frage, ob die Auseinandersetzung in der Art und Unklarheit die Verschiebung des Parteitages richtig war, denke ich, dass in einer schwierigen Zeit der Beschluss in dieser Entwicklung falsch war. Das unabhängig von der Frage, ob Merz gute Mine zum bösen Spiel gezeigt hätte, oder eben nicht.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Interessant bei einem solchen Streit ist natürlich die Frage, wie sich die jeweiligen Akteuere verhalten und wie souverän sie damit umzugehen vermögen - und da gibt Merz absolut keine gute Figur ab.

Merz schlägt das vor, was er so um 1998 bereits gesagt hat, dass die Parteimitglieder selber und souverän mit ihrer direkten Stimme den Parteivorsitz entscheiden sollen.
Es geht nicht um die Frage der Souveränität von Merz, sondern um die Frage von Seilschaften in der CDU. Das ist etwas ganz anderes. Seilschaften ist ein grundsätzliches Problem. Wenn ich die Regierung von NRW sehe. Ich finde das, was insbesondere in den Achtzigern die Politik von Johannes Rau war gut, aber einen Zustand halte ich für absolut ablehnungsbedürftig, dass waren die Seilschaften in der SPD. Seien es private Fragen, wer finanziert von Rau die Geburtstagsparty oder öffentliche, wie werden die Kommunen, beziehungsweise bestimmt Projekte finanziert. Hier machte jemand, der ausgerechnet Schleus(ß)er hieß, eine schlechte Nummer. Trotz der Seilschaften damals, machte die SPD eine gute Politik und das Land stünde wirtschaftlich erheblich schlechter da, wenn es so eine Politik nicht gegeben hätte. Die Seilschaften von damals bleiben aber ein hässlicher Fleck, der nicht richtig aufgearbeitet wird. Ich finde, dass Merz einen hässlichen Fleck beim Namen nannte gut, aber ich befürchte, dass der hässliche Fleck, wie oft in solchen Dingen, stärker ist.

Veröffentlicht von: @lucan-7

So sehr ich ihn auch Ende der 90er für seine Ideen und seine scharfsinnigen und klaren Reden geschätzt habe, so sehr wirkt er inzwischen völlig fehl am Platz.

Merz ist aus der Versenkung aufgestanden und anfänglich musste man sich fragen, wer war das und was waren damals seine Positionen.
Merz hatte damals Positionen ergriffen, die der damaligen Situation gerecht war. Damals war im Falle eine Machtübernahme mit der FDP die richtige Option. Er hat Themen, die damals die Positionen, die Westerwelle und Gerhardt vertraten mit einem eigenen CDU Weg als Modell vorgestellt. Ein wichtiges Beispiel, die Steuerpolitik und der Bierdeckel. Wobei Bierdeckel für Vereinfachung stand. Heute ist die FDP eine, sagen wir mal, dünne Option und entsprechend haben sich ein Teil seiner Stellungnahmen geändert.

Veröffentlicht von: @lucan-7

"Nur wer sich ändert wird bestehen" lautete der Titel eines Buches von ihm...

Ich sehe in den Aussagen von Merz eine Änderung, wie auch eine Beständigkeit. Wenn er eine mögliche Zusammenarbeit mit den Grünen nicht so deutlich anspricht, wie damals mit der FDP, Doch taktisch ist es indirekt drinnen und wäre erst bei den Sondierungen ein konkretes Thema.
Nehmen wir mal an, Merz würde sein höchstes Ziel erreichen und Parteivorsitzender, sowie Kanzler werden. Davon sein im Moment alles weit weg. Wir würden uns wundern, wie Merz sich verändern würde, denn Verantwortung und Kompromiss müsste seine Gangart bestimmen. Das gilt auch für Laschet, der mir nicht souverän erscheint, sondern er formt sich wie Wachs.
Er würde ich ändern, wie Bouffier der, als noch zu Koch-Gefolge gehörte, eine Ruf hatte, an den sich heute kaum noch einer erinnern will. Oder, wenn wir schon in Hessen sind, Al-Wazir der damals unbedingt mit den Linken eine Koalition eingehen wollte und heute als Minister ein Neoliberaler in Reinkultur ist. Oder Söder, der im Wahlkampf auf Schwierigkeiten gestoßen ist, dass er sich so ändert, dass die Freien Wähler ihn wieder zurück zu CSU Positionen holen müssen. Kurz es erweist sich in der Zukunft für Vermessen, wenn man den Istzustand eines Politikers als Maßstab für die Zukunft macht. Wie Souverän und dynamisch Merz ist, werden wir nur erleben, wenn er in einer entsprechenden Position ist.

orangsaya antworten


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