Benachrichtigungen
Alles löschen

Vor 35 Jahren

Seite 1 / 2

Helmut-WK
Themenstarter
Beiträge : 4753

Montag, 28. April 1986
Ich lag in meiner Studentenbude auf dem Bett und hörte Radio, ein Magazin mit Infos und Musik. Eine Meldung war: "In Schweden untersuchen die Behörden intensiv einen Anstieg der Radioaktivität in Mittelschweden, die Ursache ist unklar".

Meine Reaktion war eine Mischung aus "Habs doch gewusst!" und klammheimlicher Schadensfreude. Also gibt es auch in Schweden Skandale wie bei uns um die Nukem oder andere Firmen der Atomindustrie. Mal sehen, ob wenigsten in Schweden alles aufgedeckt wird ...

Am Abend dann der Schock: Die Ursache lag nicht in Schweden, sondern in einer "Havarie" - nein kein Schiffsunglück auf der Ostsee, sondern ein Vorfall in der Ukraine! Von der Ukraine bis Mittelschweden ist es in etwa so weit wie nach Deutschland, auch wenn der Ort des Unglücks (ein Kernkraftwerk nördlich von Kiew) nahezu an der Nordgrenze dieser Sowjetrepublik lag. Damit war klar: sobald der Wind dreht, wird das Zeug auch bei uns ankommen

Genauso kam es auch. Wer alt genug ist, der erinnert sich sicher noch ...

Der Name des Ortes dürfte auch heute noch ein Begriff sein: Tschernobyl.

Helmut

Antwort
30 Antworten
DerNeinsager
Beiträge : 1449

Ich war noch zu Klein dafür, erinnere mich nur Brüchstück haft.

Die 80er waren meine Kindheit und ich habe Sie im Grunde unbeschwert in Erinnerung. Da allerdings, war meine Mutter sehr besorgt. Man durfte nicht auf Spielplätze.

Woran ich mich gut erinnern kann ist dann der 11.9.

derneinsager antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Ich war damals im Sandkastenalter und kann mich nicht mehr direkt daran erinnern, nur ganz schemenhaft, dass da was "Schlimmes" war.
Erst später hat mich das Thema brennend interessiert. Mit Büchern von Gudrun Pausewang und Bildbänden von Igor Costin. Costin war der erste Fotograf, der die Arbeit der Liquidatoren dort auf Fotos festhielt und auch Jahrzehnte später noch Fotos von Betroffenen und der Geisterstadt Pripjat veröffentlicht hat.
Und sogar heute werden noch Wildschweine in Bayern entsorgt weil die Strahlung zu hoch ist um sie zu essen...

Schönen Abend
Bubu

Anonymous antworten
1 Antwort
ALF.MELMAC
(@alf-melmac)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2153
Veröffentlicht von: @bububaer

Und sogar heute werden noch Wildschweine in Bayern entsorgt weil die Strahlung zu hoch ist um sie zu essen...

und die Pilze im Wald besser nicht essen....

alf-melmac antworten
Herbstrose
Beiträge : 14193

Ich habs auf Arbeit mitbekommen. Ich hab damals nen Patienten versorgt, der im Fernsehen die Nachrichten laufen hatte. Das war das zweite schreckliche Ereignis in dem Jahr. Genau 2 Monate vorher war Olof Palme auf offener Straße ermordet worden.

herbstrose antworten
2 Antworten
staffan
(@staffan)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 348
Veröffentlicht von: @herbstrose

Genau 2 Monate vorher war Olof Palme auf offener Straße ermordet worden.

Und Ende Januar war die Challenger-Raumfähre verunglückt. Alles in den ersten vier Monaten 1986.

staffan antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Stimmt, da war ja noch was.

herbstrose antworten


LittleBat
Beiträge : 1813

Ich war noch in der Grundschule.
Es war ein regnerischer Tag, es muss kurz danach gewesen sein - und niemand durfte zum Bus, wenn kein Regenschirm dabei war. Es war für meine Eltern bestimmt eine krasse Zeit, denn meine Schwester war wenige Wochen vorher geboren worden.

Ich lebte in Sichtweite eines Pannenreaktors, es war für mich jeden Tag nach diesem Tag einegroße seelische Last, morgens zum Bus zu gehen, und diese Türme zu sehen.

littlebat antworten
ALF.MELMAC
Beiträge : 2153

ein Teil zog über Nordeuropa

ein Teil mehr südlich über Süddeutschland, Österreich, Schweiz

in den Alpen wurden ein paar Bergsteiger verstrahlt, die sich im Gipfelsturm befanden

sogar in USA war die Wolke später meßbar

alf-melmac antworten
1 Antwort
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 4753

Man könnte auch sagen, es waren mehrere Wolken.

Die sind ja nicht alle zur gleichen Zeit ausgestoßen worden.

Die erste Wolke zog nach Nordwesten, Weißrussland (heute Belarus) war am schlimmsten betroffen. Dann das Baltikum, dann Schweden, und so weiter.

Am besten hätte man vorsorglich ganz Weißrussland und ein entsprechend großes Gebiet in der Ukraine evakuiert - nur das war nicht praktikabel. Belarus hat heute noch größere Gebiete, wo man sich besser nicht allzu lange aufhält.

Helmut

hkmwk antworten


Seite 1 / 2
Teilen: