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Zusammenrottung vor dem Haus der Ministerin

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Ungehorsam
Themenstarter
Beiträge : 3336

Gestern Abend versammelten sich vor dem Wohnhaus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping zwei bis drei Handvoll Menschen mit Fackeln in der Hand, um ihren Protest gegen die verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu artikulieren. So behaupten es jedenfalls die Teilnehmer.
Die Empörung ist groß, weckt diese Veranstaltung doch eher Erinnerungen an Aktionen der SA vor 90 Jahren, die auf diese Weise die so "besuchten" Menschen einschüchterten. Winfried Kretschmann hat es auch so artikuliert.
Hat Herr Kretschmann recht oder übertreibt er?

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23 Antworten
Plueschmors
Beiträge : 3738
Veröffentlicht von: @ungehorsam

Die Empörung ist groß, weckt diese Veranstaltung doch eher Erinnerungen an Aktionen der SA vor 90 Jahren, die auf diese Weise die so "besuchten" Menschen einschüchterten. Winfried Kretschmann hat es auch so artikuliert.
Hat Herr Kretschmann recht oder übertreibt er?

Keine Ahnung. Ich bin nicht dabeigewesen.

plueschmors antworten
6 Antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Ich bin nicht dabeigewesen.

Das hätte ich dir auch gar nicht zugetraut.

Aber gerade eben habe ich gelesen, daß sich sogar Chrupalla von solchen Praktiken mit dem Verweis auf Schutz der Privatsphäre distanziert hat. Mir scheint, die Afd erkennt allmählich, vor welchem Problem sie steht. Die Geister, die sie rief, wird sie so schnell nicht wieder los.

ungehorsam antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2019
Veröffentlicht von: @ungehorsam

sogar Chrupalla von solchen Praktiken mit dem Verweis auf Schutz der Privatsphäre distanziert hat. Mir scheint, die Afd erkennt allmählich, vor welchem Problem sie steht. Die Geister, die sie rief, wird sie so schnell nicht wieder los.

Ach was, diese heuchlerische Doppelzüngigkeit ist bei denen doch Programm.

jack-black antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2205
Veröffentlicht von: @ungehorsam

Aber gerade eben habe ich gelesen, daß sich sogar Chrupalla von solchen Praktiken mit dem Verweis auf Schutz der Privatsphäre distanziert hat. Mir scheint, die Afd erkennt allmählich, vor welchem Problem sie steht. Die Geister, die sie rief, wird sie so schnell nicht wieder los.

Jene in der Partei die solch eine Einsicht haben, werden meist schnell raus geboxt. Ging bis her allen höheren AfD Politikern so. Sie wurden nur solange akzeptiert, wie sie die den radikalen Flügel freien Raum gelassen haben.

lhoovpee antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 2835

Chrupalla ist vom radikalen Flügel. Vondaher denke ich eher, dass er etwas Einfluss hat, wenn er sagt, dass geht zu weit. Ich geh zwar davon aus, dass das politische Taktik ist und nicht wirklich ernst gemeint, aber im Ergbniss wäre das ja fast egal.

channuschka antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15264
Veröffentlicht von: @channuschka

Ich geh zwar davon aus, dass das politische Taktik ist und nicht wirklich ernst gemeint, aber im Ergbniss wäre das ja fast egal.

Das ist nicht ganz egal. Wenn die eigenen Leute wissen, dass es nicht ernst gemeint ist - dann bewirkt es auch nichts.

lucan-7 antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2205
Veröffentlicht von: @channuschka

Chrupalla ist vom radikalen Flügel.

Was nicht heißt, dass es nicht viele noch radikaler wollen.
Das ist ja genau das, was das letzte Jahrzehnt beobachtet wurde. Die Entscheidungspositionen wurde immer durch Personen ersetzt, die radikaler waren.

Veröffentlicht von: @channuschka

Vondaher denke ich eher, dass er etwas Einfluss hat, wenn er sagt, dass geht zu weit.

Den Einfluss von irgend welchen Aussagen in der "Lügenpresse" würde ich bei der AfD eher gering einschätzen. Das wird bei vielen eher unter taktisches Vorgehen verbucht.

lhoovpee antworten


Pankratius
Beiträge : 1322

Kretschmann hat recht.

pankratius antworten
lhoovpee
Beiträge : 2205

Vor den Privathäusern von Politikern zu protestieren ist ein NoGo. Ganz egal ob mit Fackeln oder ohne. Hier wird die Freiheit eines Menschen mit Füßen getreten. Es widerspricht den freiheitlich demokratischen Werten.

Ich sehe mit Sorge auf das kommende Jahr, wenn aufgrund einer Impfpflicht die Menschen zu noch weit anderen Mitteln greifen werden.

lhoovpee antworten
1 Antwort
Banji
(@banji)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 3581

Ja, das macht mir auch Sorge. Ich sehe grade den Riß in mancher Familie, in manchen Gemeinden, in manchen Gemeindekirchenräten ... irgendwo vermisse ich die Contenance bei durchaus unterschiedlichen Positionen. Alles ist so verbissen, wutentbrannt pp.
Ja, ich mache mir auch Sorge.

banji antworten


Lucan-7
Beiträge : 15264

Das ist keine Demonstration, sondern der Versuch einer Einschüchterung und damit nicht akzeptabel.

Politische Demonstrationen sollten vor oder in der Nähe der jeweiligen Institution stattfinden. Im Privatleben haben sie nichts zu suchen, das ist schlicht eine persönliche Drohung.

lucan-7 antworten
Orangsaya
Beiträge : 2871
Veröffentlicht von: @ungehorsam

Gestern Abend versammelten sich vor dem Wohnhaus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping zwei bis drei Handvoll Menschen mit Fackeln in der Hand, um ihren Protest gegen die verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu artikulieren.

Genau das hatten wir kürzlich vor dem Haus von vor dem Innenminister Herbert Reul auch. Mit Fackeln und Bengalo bauten sie eine bedrohliche Kulisse vor seiner Haustür auf.

Veröffentlicht von: @ungehorsam

um ihren Protest gegen die verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu artikulieren. So behaupten es jedenfalls die Teilnehmer.

Du kannst nicht erwarten, wenn du eine Privilegiertengesellschaft der Geimpften schaffst, dass sich nicht ein Teil der ausgeschlossenen radikalisiert. In China mag das eine Zeit vielleicht funktionieren, aber nicht in einer freien Demokratie. Egal wie berechtigt man die Teilung findet, oder sie sein mag. Das Menschen da radikalisiert werden ist bei solchen Maßnahmen vorprogrammiert.

Veröffentlicht von: @ungehorsam

Die Empörung ist groß, weckt diese Veranstaltung doch eher Erinnerungen an Aktionen der SA vor 90 Jahren, die auf diese Weise die so "besuchten" Menschen einschüchterten. Winfried Kretschmann hat es auch so artikuliert.

Wenn die "Demo" zu von einer nationalen rechtsextremen Partei, oder organisiert wurde, dann hat er Recht. Man hätte aber einen historischen Vergleich mit dem RFB machen können. Der stand zur Weimarer Zeit der SA in nichts nach. Nicht zuletzt, weil kürzlich durch die Presse ging, dass eine Untersuchung der Heinrich Böll Stiftung ergab, dass ein erstaunlicher Teil der Querdenker eigentlich aus der links-alternativen Szene kommt.

Veröffentlicht von: @ungehorsam

Hat Herr Kretschmann recht oder übertreibt er?

Herr Kretschmann hat, wenn er damit zum Ausdruck bringen wollte, dass dieses Verhalten eine demokratische Unkultur ist, Recht. Wenn er das Problem in die rechte Ecke drängen will, dann kann es sein, dass er möglicherweise mit eine Teilwahrheit ein verzerrtes Bild malt. Aber vielleicht weiß er mehr als wir und er hat Recht.
BaWü und Kretschmann sind eigentlich weit weg vom Geschehen.
Kretschmer und Sachsen sind da näher dran. Kretschmer und Köpping haben als erstes ein anderes Problem. Nämlich ein Inzidenzwert von über 1000. Es gibt allerdings in Sachsen aus meiner Sicht anderes nachhaltiges Problem. Das konnte man erkennen, als Tillich ging und Kretschmer kam. Es scheint schon vor Corona in Sachsen ein grundsätzliches und breites Mistrauen gegen die Landesregierung zu geben. Demokratie lebt aber vom Vertrauen der Bürger.

orangsaya antworten
3 Antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Es scheint schon vor Corona in Sachsen ein grundsätzliches und breites Mistrauen gegen die Landesregierung zu geben. Demokratie lebt aber vom Vertrauen der Bürger.

Ich erkläre es mir damit, daß der größte Teil Sachsens im "Tal der Ahnungslosen" liegt. Dort gab es zu DDR-Zeiten keinen Empfang des Westfernsehens. Und der Informationsgehalt des DDR-Fernsehens war jenseits von Gut und Böse. Die Nachrichtensendungen dienten eigentlich mehr der Propaganda. Nach Ansicht vieler Sachsen wird das jetzt von ARD und ZDF fortgesetzt.

ungehorsam antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2871
Veröffentlicht von: @ungehorsam

Ich erkläre es mir damit, daß der größte Teil Sachsens im "Tal der Ahnungslosen" liegt. Dort gab es zu DDR-Zeiten keinen Empfang des Westfernsehens.

Ja, das wird immer wieder gesagt. Aber, ob das so stimmt, bin ich mir nicht sicher. Ich kenne nur wenig Menschen, die im Osten leben. Fast nur Menschen, die in den Westen kamen. Das spielt der Begegnung für mich keine Rolle. Ich denke, dass es trotzdem einen Unterschied zwischen Ost und West gibt. In der Bonner Republik haben sich die Menschen anders an eine Partei gebunden, als ich es in den neuen Bundesländern wahrnehme. Im Westen hatten die Menschen je nach Masse geradezu ein Affenliebe zu ihrer Partei. Die Parteibindung war für die Parteien bequem, das Wahlergebnis wurde quasi nur noch von den wenigen Wechselwählern bestimmt.
In den neuen Ländern auch in Sachsen, kann ich seit der Vereinigung keine große politische Unvernunft finden. Biedenkopf war lange Zeit Ministerpräsident seine Partei hatte ein sehr deutliche Mehrheit und das war gar nicht so falsch. Sachsen stand im ersten Jahrzehnt besser da, als so manch anderes neues Land. Bis auf Thüringen sind die Landesregierung von Parteien gelenkt, die auch in unsere Demokratie passen. Da ist es katastrophaler als Sachsen. Eigentlich sollte im September gewählt werden. Die Wahlen fanden nicht statt, weil wohl die Angst da war, dass der Bürger nicht das wählt, was gewünscht wird. In Sachsen herrscht eine ähnliche Angst. Sind daran aber die Bürger schuld, oder die Politiker? Ich würde trotz Fernsehen, nicht den Sachsen die Schuld für das Dilemma geben. Die Sachsen haben die selben Hormone und grauen Zellen, wie der Rest in Deutschland. Die CDU hat in Sachsen die Angst, dass die AfD stärker wird als die CDU. Gut besonders lecker würde ich das auch nicht finden. Aber die Gefahr, dass die Stimmung derartig wandelt, dass die Linke eine Mehrheit bekommen können besteht genauso und das wäre dieselbe Medaille eines gruseligen Wahlergebnis. Ich denke, dass Unsicherheiten, wie die Menschen in Sachsen wählen, nicht am Unwissen liegen, sondern an den Schwankungen der eigenen Sicherheit, die dort erlebt wurden. Letztlich ist nicht die politische Ausrichtung entscheidend, sondern die soziale Sicherheit, die man für seine Existenz braucht. Soziale Sicherheit ist nicht nur Geld. Hat man sie nicht, gibt es eine Neigung zum Extremismus. Das ist ein Problem, dass leicht auch im Westen passieren kann.

orangsaya antworten
Pankratius
(@pankratius)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 1322
Veröffentlicht von: @orangsaya

Du kannst nicht erwarten, wenn du eine Privilegiertengesellschaft der Geimpften schaffst, dass sich nicht ein Teil der ausgeschlossenen radikalisiert.

Wer schafft denn eine "Privilegiertengesellschaft"?!

Und selbst wenn man das so wahrnehmen sollte, gibt es doch nichts Einfacheres als sich einfach impfen zu lassen, um "dazu zu gehören".

pankratius antworten


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