Die ersten Menschen mit Gott - Kommunikation
Hi,
Gott hatte ja immer die Gemeinschaft mit den Menschen Adam und Eva gesucht. Das muss ja eine sehr lange Zeit gewesen sein. In dieser Zeit müsste ja Gott den beiden ja eingetrichtert haben, sich von den Lügen Satans in Acht zu geben. Oder geschah das nur ein einziges mal? Es geschah dann trotzdem.
Also ganz ehrlich, wenn ich so eine tiefe und harmonische Beziehung habe, dann müssten doch die Alarmglocken schrillen, wenn so ein Kriechtier eine Story erzählt...von Freiheit und anderen Unsinn. Wenn das listig war, wo war der Moment der Nüchternheit nach der langen Zeit der Beziehung zu Gott.
Wo haperte es dann? War denen die "Harmonie" zu langweilig? Glaube ich nicht. War es Neugier? Wollten sie wem was beweisen? Hey Papa, schau mal, wie sind jetzt wie du.
Hmmmmh....
Ich habe letztens mal gehört, beide hätten „Pech gehabt“, dass sie in diesen bereits stattfinden Kampf in der geistlichen Welt hineingeraten sind und sie etwas Böses oder Betrug und Lüge bis dahin nicht kannten.
Ich denke da an meine Tochter als ganz kleines Kind. Ein anderes Kind war da und nahm ihr alles weg und sie gab es bereitwillig ab.
Als Mutter war es schwer, das zu beochbachten. Ebenso wie meinen gutmütigen großzügigen halbwüchsigen Sohn dabei, als er sein weniges Taschengeld bereitwillig einem Junkie gab, der ihn anbettelte.
Vielleicht ist es auch diese frühe Unschuld, die es möglich machte, dass Jesus sich hingab?
Aber das ist auch alles nicht so wichtig.
Wie andere schon geschrieben haben
Du hast wirklich ein aus meiner Sicht zentrales Thema angeschnitten, dass weit über das hinausweist, was bislang besprochen wurde. Ich denke einmal an die Theorie der ´Erbsünde`, die da ihren Ursprung hat bis hin zur Theodizee, wo ja gefragt wird, warum Gott überhaupt die Freiheit zur Sünde zulässt. Von daher finde ich die Diskussion wichtig.
„Gott hatte ja immer die Gemeinschaft mit den Menschen Adam und Eva gesucht. Das muss ja eine sehr lange Zeit gewesen sein.“
Ich gehe auch davon aus, dass Gott in irgend einer Form als ´sichtbare` Gestalt anwesend war, z.B. Gen.3,15: Gott der Herr nahm also den Menschen und brachte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und pflege; oder Gen.4,8: Als sie aber das Geräusch der Schritte Gottes des Herrn hörten, der sich zur Zeit des Tagwindes im Garten erging, … Ob allerdings ´sichtbar` im profanen Sinne zu verstehen ist, wage in zu bezweiflen. Genau so wie ich nicht denke, dass Gott unsere ´Ureltern` auf den Weg in den Garten Eden ,so ´an die Hand ` nahm, wie wir es mit kleinen Kinder tun. Sicher kann man davon ausgehen, dass die Nähe und Anwesenheit wie auch die Stimme Gottes deutlich für die beiden zu hören waren.
„ … in dieser Zeit müsste ja Gott den beiden ja eingetrichtert haben, sich von den Lügen Satans in Acht zu geben. Oder geschah das nur ein einziges mal?
Dass die beiden eine explizite Unterweisung hatten, ist im Schöpfungsbericht nicht hinterlegt. Allerdings gabt es das Gebot (Gen2,16 f): „Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: "Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, nur vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen! Denn sobald du davon ißt, bist du dem Tod verfallen."
Einige legen diese Stelle so aus, Gott habe die beiden ´extra` heißt gemacht auf die verbotenen Früchte, sie bewusst der Gefahr der Verführung ausgesetzt. Ich sehe das anders, nämlich im Zusammenhang dem Auftrag, den Garten Eden zu hegen und pflegen (Gen.1, 26 ff; Gen.2:15). Dadurch bestimmte Gott die Menschen zu Koproduzenten seiner Schöpfung, was sich wiederum nicht allein in ´gärtnerischer` Arbeit erschöpft, sondern in der Verbreitung der Schöpfungsidee (die Liebe Gottes) auf der Erde in den nachkommenden Generationen. Auch kann man schlussfolgern, wenn Gott sie dazu bestellt hat, dann wird er ihnen auch einiges an Wissen mitgegeben haben.
Aus meiner Sich kann man die Frage der Verführung nicht ohne die des ´Baums der Erkenntnis von Gut und Böse` diskutieren. Am meisten ist für mich unverständlich, warum die Beiden diese Erkenntnisse nicht haben sollten. Ich meine, sie passen doch unbedingt zum Schöpfungsauftrag. Ich finde da Deine Idee „… in dieser Zeit müsste ja Gott den beiden ja eingetrichtert haben“ sehr hilfreich. Tatsächlich wird Gott die beiden ´unterrichtet` haben, aber das schwierigste Thema der Schöpfung, nämlich das von Gut und Böse war noch ´nicht ´daran gewesen. Mir leuchtet das insofern ein, weil die Erkenntnis von Gut und Böse kein kognitives, kein Wissensproblem ist, sondern eines der Reife, der Lebenserfahrung, kurz der Bewährung in der Liebe wie Gott sie versteht. Vor diesem Hintergrund wird erst die Verführung verständlich.
Damit der Mensch durch etwas verführt wird, muss er vorher eine gewisse Kenntnis über das verführende Objekt haben, wenigstens eine Vorstellung davon, dass es „köstlich munden müßten, einen lieblichen Anblick darboten und es begehrenswert wäre, durch sie einsichtig zu werden“ (Gen.3,6).
Ob man sich jetzt die Schlange als ein sprechendes Tier vorstellt oder aber als einen inneren Gewissenskampf zwischen zugreifen und nicht zugriefen, ist aus meiner Sicht unerheblich. Alle Argumente die Schlange hervorbringt, müssen bereits im Keim im Bewusstsein von Eva / Adam vorhanden gewesen sein, sonst hätten diese nicht verfangen. D.h. sie müssen vorher ein gewisses Grundwissen davon haben, von dem die ´Schlange` spricht.
Als ein Kern des Problems bleibt für mich, warum etwas Gutes, was die beiden wollten, nämlich auch in der Frage von Gut und Böse Gott ähnlich zu werden, zu so einem negativen Ergebnis geführt hat. Gut kann ich mir vorstellen, dass die Frage der Erkenntnis von Gut und Böse unmittelbar mit der Frage nach Macht zusammenhängt. Ein Richter, der keine Gewalt hat, ein Urteil mit einer wirksamen Sanktion zu belegen, ist wirkungslos. Wie sehr diese Gewalt gerade von religiösen Richtern missbraucht worden ist und noch wird, brauchen nicht ausführen.
Dabei kommt mir noch eine zweiter Gedanke: Weil die Ureltern entschieden habe, die Belehrung von Gott nicht abzuwarten, sondern sich durch die passive Aneignung (konsumieren der Äpfel) schlau zu machen, was aber nicht geht, müssen sie - wir als die Nachfolger – dies heute im Leben nachholen. Und weil Fragen der Gerechtigkeit so schwierig sind, ist auch unser Leben so schwierig.
Mit Gruß an alle die guten Willens sind.
@herbert Ich hab mich dieses Jahr ausführlich alleine mit meinen Dämonen beschäftigt (beschäftigen müssen, weil mir lange Jahre einfach niemand helfen wollte).
Dabei habe ich geweint und geflucht, den Umstand gehasst, dass es all das Böse gibt und ich mich aber damit so auseinandersetzen muss, um zu verstehen, was wirklich passierte, die Wahrheit ans Licht zu holen, die mich letztendlich endlich frei machte. Und bin zu dem Schluss gelangt, dass Gott uns vielleicht genau dafür schützen wollte. Davor dass uns die Augen für all das Böse geöffnet werden, das nur schwer zu ertragen ist. Aber irgendwas war schließlich stärker, vermutlich die Neugier.
Was genau meinst in deinem letzten Absatz? Was musste sie und müssen wir nachholen=
Vielen Dank für dein offene Rückmeldung.
Mit dem letzten Absatz meine ich genau, was Du beschrieben hast. Die Frage nach dem Guten und Bösen kann man nur bedingt theoretisch lernen zu lösen. Man muss viele Situationen im Leben durchleben um so allmählich dahinter zu kommen, dass meine ich mit nachholen.
Für mich war es z.B. die Auseinandersetzung mit meiner Scheidung. Es hat ein Zeit gedauert bis ich eingesehen habe, dass es der beste Weg auch für die Kinder ist. Zugleich war ich dadurch so gestärkt, dass ich danach eine wirklich gesegnete Ehe geführt habe. Zwar ist dann meine zweite Frau nach wenige Jahren gestorben und es gab schon eine Stimme, die mir dann weiß machen wollte, dass das die ´Strafe` für die Scheidung sei. Aber mein ganzes weitere Leben spricht eindeutig eine andere Sprache, es war alles gut wie es gelaufen ist, auch wenn es sich nicht immer so angefühlt hat.
@herbert Hab das Nachholen noch immer nicht verstanden.... Sry
Tut mir leid, wenn ich mich nicht gut ausgedrückt habe.
Ich habe gemeint, dass Adam und Eva die Belehrung über Gut und Böse durch Gott nicht abgewartet und sie gedacht haben, sie könnten eine ´Abkürzung` nehmen, um sich durch bloßen ´Konsum` des ´Apfels` der Gottesebenbidlichkeit anzunähren (auf genau diese Motivation hat ja die ´Schlange` abgezielt). Die ´Abkürzung` , durch rein passive Aufnahme der Gnade Gottes (=Apfel essen) das Lebensziel zu erreichen, funktioniert nicht.
Die Gnade der Erkenntnis ist ja nur eine Anfangsbedingung, um sich dann in der Bewähung im Leben Gott nähern zu können. Was den beiden fehlte war z.B. das Wissen um die Bedeutung von Mann und Frau und die Geschlechtlichkeit und zwar nicht hinsichtlich der biologischen, sondern der theologischen Bedeutung. Also z.B. was es aus Sicht Gottes heißt: >Sie werden Vater und Mutter verlassen. Und sie werden sein ein Fleisch<.
Damit hat sich für das Menschengeschlecht, also für uns, diese Ausgangslage ergeben, dass wir nicht von der vollkommenden göttlichen Weisheit und Erkenntnis im Rahmen einer Überlieferung profitieren können. Stattdessen muss die Menschheit als Ganzes wie der Mensch als Individuum den mühsamen Lernprozess nachholen, den die beiden ausgelassen haben. Und der Mensch lernt am besten / nachhaltigsten durch die Überwindung von Schwierigkeiten.
So jedenfalls glaube ich hängt das zusammen.
Lieben Gruß
@herbert Du meinst also die Erkenntnis von Gut und Böse wäre so oder so gekommen, nur eigentlich gedacht in einem langsameren Prozess? Und nicht so ... krass.
Ja genau, wobei aber die Zeit nicht das entscheidende ist, sondern die Art und Weise wie man das Wissen erwirbt, nämlich entweder durch Gnade und Inspiration oder aber durch Versuch und Irrtum ein Leben lang oder durch eine Mischung von beidem.
@herbert Hm, ich weiß, was du meinst, aber ... ich wollte gerade schreiben, es ist vielleicht nich immer so, mit der Gnade und Inspiration, aber vielleicht habe ich sie bisher einfach nicht sehen wollen... Ja, ich denke das ist es. Gott gibt uns immer Hinweise. Ob wir sie sehen oder nicht, liegt an uns.
Gen.4,8: Als sie aber das Geräusch der Schritte Gottes des Herrn hörten,...
War Eden nicht nur ein physischer Ort, sondern auch ein geistlicher Ort mit geistlichem Sehen, Hören und Spüren?
Spannender Input. Da ist mir die Stelle von "Geräusch von Schritten in den Bakabäumen"... präsent, die in einer Anweisung an David vorkommt.
Elb 2Sam 5,24 Und sobald du das Geräusch eines Daherschreitens in den Wipfeln der Bakabäume hörst, dann beeile dich! Denn dann ist der HERR vor dir ausgezogen, um das Heerlager der Philister zu schlagen.
Hören, aber nicht sehen. Diese Stelle hat mich sehr angesprochen, als ich sie las und sie mir vorstellte. Und kurze Zeit später kam ein Erlebnis, das mir durch das Geräsuch eines starken Windstoßes in einer ängstlichen Situation Mut gab, die Angst zu überwinden.
Ja, es war eindrücklich. Es hörte sich tatsächlich wie Schritte an. An dieses eine Mal erinnere ich mich glasklar und es ist immer noch beeindruckend und ehrfurchtgebietend.
Ich finde das Garten Eden-Thema total spannend, weil mir aufgeht, dass da die Prägungen der Kindergeschichten vorhanden sind und ich nie wirklich über diese Bedingungen nachgedacht habe.
@deborah71 Woher weißt du , dass es Gott war, und nicht echte Schritte?
Ich stell mir das gerade mega gruselig vor ...
Dann hätte jemand über unsere Terrasse gehen müssen, aber da war niemand. Nur der Flieder rauschte in der Böe und im Herzen war die Kennung.