100%ige Heilssicherheit Calvin
An anderer Stelle wurde das Calvinistische „Einmal gerettet, immer gerettet“ (100%ige Heilssicherheit) diskutiert und mit dem Katholizismus verglichen. Da mir eine 100%ige Heilssicherheit nicht so recht einleuchten wollte, habe ich mit jemandem gesprochen, der das als „Calvins Hütchenspieler-Trick“ bezeichnet und mir das am Beispiel eines Mörders erklärt hat. Daraufhin habe ich noch etwas weiter recherchiert…
Beide daraus entstandenen Texte „Calvins Hütchenspieler-Trick“ und „Harmonisierung von calv. und kath. Heilsvorstellung“ würde ich gerne zur Diskussion stellen und zwar hinsichtlich der Frage, ob diese Sichtweisen - vereinfacht zwar - im Grunde richtig wiedergegeben sind und was ggf. grundsätzlich anders gesehen werden könnte/ müsste/ sollte.
Es geht also darum zu verdeutlichen, dass einerseits die vermeintliche Überlegenheit einer als 100%ig gedachten Heilszusage zu relativieren ist und andererseits sich beide Heils-Ansichten viel näher sind als im ersten Moment sichtbar.
(I) Calvins „Hütchenspieler-Trick“
Das Calvinistische „Einmal gerettet, immer gerettet“ ist ein theologischer Hütchenspieler-Trick! Das lässt sich leicht zeigen.
Nehmen wir an, ein bekehrter Calvinst begeht einen Mord. Kommt dieser Mörder in den Himmel? Nein, auch nach Calvinistischem Denken kommt der Mörder nicht in den Himmel, sondern in die Hölle. Trotzdem gilt „Einmal gerettet, immer gerettet“. Wie kann das sein?
Ganz einfach. Calvinisten sagen, der Mörder war gar nicht bekehrt, er hat sich seine Bekehrung nur „eingebildet“ (Scheinbekehrung). Um „Einmal gerettet, immer gerettet“ als theologische Prämisse zu retten, wird die vorherige Bekehrung des Mörders einfach als „Scheinbekehrung“ uminterpretiert!
Das ist der klassische Hütchenspieler-Trick. Vor den Augen der Zuschauer verwandelt sich die unverlierbare Errettung (die 100%ige Heilssicherheit) des Mörder - simsalabim - in eine Scheinbekehrung.
Man sagt ihm also einfach: Errettet? Pustekuchen! Du warst nie errettet! Dasselbe gilt für alle Ehebrecher, Diebe, Räuber, Betrüger, Meineidige, Verleumder, Denunzianten, Unterdrücker, Gotteslästerer, Götzenanbeter, Totenschänder, Hochmütige, Neidische, Geizige, Habsüchtige, Maßlose, Verräter…
Aus ihrem unverlierbaren Heil, der 100%ig sicheren Errettung, wird durch ihre Tat der absolute Heilsverlust, eine 0%sichere Errettung.
(II) Harmonisierung von calv. und kath. Heilsvorstellung
Der Calvinist stellt niemals das theologische Konstrukt einer unfehlbare Errettung nach eindeutiger Bekehrung in Frage, sondern - im Falle von sündhaftem Verhalten - die Realität seiner Bekehrung (war es vielleicht eine Scheinbekehrung?). Heilstheoretisch läuft es im Ergebnis auf dasselbe hinaus…
Der Katholik erfreut sich an seiner begründeten Hoffnung auf das ewige Heil, weiß aber um die Möglichkeit, durch schwere Sünde aus diesem Stand der Gnade zu fallen und er kennt den Weg der Reue und Buße, diesen notwendigen Stand der Gnade wiederzuerlangen.
Unsicherheit hinsichtlich des ewigen Heils gibt es bei beiden.
Der Katholik wird sich vielleicht fragen, ob eine begangene Sünde „schon“ eine schwere Sünde ist, die dazu führt aus dem Stand der Gnade zu fallen. Der Calvinist verlagert das Problem, indem er bei jedem möglichen sündigen Verhalten seine Bekehrung in Frage stellt.
In beiden Fällen gibt es deshalb im Prinzip denselben Effekt: man achtet genau darauf, was man tut, möglicherweise sehr akribisch, um daraus ein möglichst präzises Werkzeug zu entwickeln, mit dem man ermitteln kann, ob man das ewige Leben wirklich hat oder…
A) durch schwere Sünde aus dem Stand der Gnade gefallen ist (Katholik)
B) durch Sünde deutlich wird, dass die Bekehrung nicht echt war.
Der psychologische Effekt ist allerdings unterschiedlich und durch Max Weber beschrieben (protestantische Arbeitsethik)
A) der Katholik ist per se entlastet, da er ja weiß, dass bei sündhaftem Verhalten sakramentale Werkzeuge zur Verfügung stehen, dies vor Gott wieder in Ordnung zu bringen.
B) der Protestant dagegen müsste sich, wenn er aufgrund seines sündhaften Verhaltens sich seiner Bekehrung nicht sicher ist, selbst immer wieder neu bekehren.
Wenn wir also fragen, wo - psychologisch betrachtet - die größere „Sicherheit des Glaubens“ vorhanden ist, würde ich sagen beim Katholiken, nach dem Sakrament der Beichte sagt ihm die Kirche, dass die Dinge vor Gott zu 100% wieder in Ordnung gebracht sind.
Da es diese Zusicherung im Calvinismuss nicht geben kann, muss er sich im Zweifelsfall selbst zerfleischen und immer wieder neu bekehren, im Grunde sich immer wieder das Heil ein-reden.
Das „Ein-Reden des Heils“ übernimmt im Katholizismus die Kirche, bzw. geschieht durch den verbindlichen Gnaden-Zuspruch eines bevollmächtigen Priesters. Im Calvinismus kann dies nur durch Selbst-Einredung erfolgen… Erstaunlicherweise bestätigt die Psychologie, dass der katholische Weg der effektivere ist.
Diese Gegenüberstellung finde ich interessant, für viele ist das ein ganz zentrales Thema. Was mich betrifft, ich bin weder katholisch noch calvinistisch. Für mich gibt es keine "Heilssicherheit" und habe keinen Garantieschein in der Tasche, weil ich mich jederzeit von Jesus abwenden kann. Es gibt auch keinen "Heilsbesitz", der ein für alle mal gesichert ist. Denn Gott kann seinen Segen entziehen.
Aber es gibt Heilsgewissheit, von der die Bibel spricht und von der ich weiß. Sie gilt, solange ich mit Jesus lebe. Das ist mein "Jetztzustand". Diese Gewissheit hängt für mich aufs engste mit Christus zusammen. Ich gehöre zu Christus, weil er alles dafür getan hat, um mich zu erlösen.
Die Haltung habe ich mir ebenfalls zu eigen gemacht.
Aus Sicht des gläubigen Christen ist das Heil gewiss. Ich nenne das den christlichen „Normalzustand“, denn der Gläubige Christ fragt nicht, wie es denn wäre, wenn er Atheist oder Buddhist oder Muslim wird - dann muss er die Frage neu mit den jeweiligen Schriften beantworten -, sondern in der Frage richtet er sich an Gott und dieser lässt ihm die Verheißung zuteil werden: „Bleibt in mir und ich bleibe in Euch“ (Joh 15,4).
An dieser Frage entstand überhaupt erst die Reformation: Für Luther stellte sich in der Schrift heraus, dass der Christ sich seines Gnadenstandes sicher sein kann, während die katholische Kirche lehrte, dass sich kein Christ seines Gnadenstandes sicher sein kann.
Aus Sicht des gläubigen Christen ist das Heil gewiss.
Ja, siehe Römer 8, 31: Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?
Heilsgewissheit - welche sich in der Liebe zum Wort Gottes zeigt und dadurch gefestigt wird. Der Christ wird dann nicht mehr umgetrieben von allerlei Wind der Lehre.
Das ist wohl in den meisten Fällen so. Aber es wird biblisch auch gewarnt: „Wer stehe, der sehe zu, dass er nicht falle“.
Das ist kein Widerspruch dazu, dass niemand gegen uns ist, wenn Gott für uns ist. Nur lassen es nicht alle zu, dass Gott für sie ist…
Wenn man bedenkt das Petrus Jesus 3xverleugnet hat sogar mit Schwur und Eid, also vom Glauben abgekommen ist, Jesus aber ihm sagte,
Simon, Simon, siehe, der Satan hat verlangt, euch zu sieben wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhört. Und wenn du einst umgekehrt bist, so stärke deine Brüder!“
Jesus hat ihm bevor er vom Glauben abgekommen ist die Rettung prophezeit. Das er umkehrt.
Ist es dann nicht bei uns genauso? 1xgerettet immer gerettet? Selbst wenn wir Jesus leugnen? Obwohl wir mal geglaubt haben?
Ich glaube einfach das die Heilssicherheit gegeben ist, denn Vater hat uns zu Jesus gezogen und schenkt uns den Glauben. Die Sünde hat keine Rechtsanspruch mehr, sie wurde von Jesus begraben. Gottes Barmherzigkeit ist zu groß um sie zu erfassen.
Und ich glaube das Jesus auch für uns betet.
Ist es dann nicht bei uns genauso? 1xgerettet immer gerettet? Selbst wenn wir Jesus leugnen? Obwohl wir mal geglaubt haben?
Nein, das sehe ich nicht so mit diesem 1x gerettet immer gerettet. Es gibt keinen Heilsbesitz, der ein für allemal gesichert ist. Wir kommen nicht an der Tatsache vorbei, dass das Abfallen möglich ist.
ja klar, das erging ja Petrus so.
Und wie erklärst du das Jesus bevor ihn Petrus verleugnet hat Prophezeit hat das wenn er umkehrt seine Jünger stärken soll. Im Voraus gerettet?
Und wie erklärst du das Jesus bevor ihn Petrus verleugnet hat Prophezeit hat das wenn er umkehrt seine Jünger stärken soll. Im Voraus gerettet?
Nein, nicht im Voraus gerettet.
Petrus hat ja trotz Verleugnung Jesus immer noch lieb und es tut ihm sein Versagen leid. Jeder von uns kann eine Zeitlang weglaufen und umkehren. Der Hebräerbrief ist an müdegewordene, abgefallene Christen geschrieben und mutet ihnen etwas zu. Solange er warnt ist die Situation noch reparaturfähig. Wenn er nicht mehr warnt, dann ist nichts mehr zu reparieren. Es gibt ein Abfallen, das nicht nur ein Abwenden von Jesus ist sondern ein totales Ablehnen von Jesus Christus, das bis zur Lästerung und Verfolgung reicht.
ok, na das wünsche ich niemanden…
Es ist noch viel schlimmer, ich kenne jemanden der in einer Freikirche zuerst glaubte an einem See vor viel Publikum getauft wurde und der am Ende jemand traf der ihm gesagt hat das er die Gabe des ermahnens hatte. Ab den Zeitpunkt hat er nur noch schwarz gesehen und jeden ein schlechtes Gewissen gemacht. Er hat selbstmord begangen nach 2Jahren.
Das war wirklich schlimm, obwohl wir ihm immer wieder sagten wo seine Liebe hin ist, von liebevoller Mensch wurde er zu einem hasserfüllten Mensch und er dachte er sei im Namen des Herren unterwegs.
Ich empfele dir mal Hesekiel Kapitel 18 zu lesen. 32 Verse die für diese Diskusion doch relevant sind. Denn auch wenn wir im Neuen Bund leben, Gott ist immer noch der selbe.
32 Mir gefällt es nicht, wenn ein Mensch sterben muss, spricht Jahwe, der Herr. Kehrt also um, damit ihr am Leben bleibt!
Umkehr ist die Vorausetzung, Petrus kehrt auch um, das ist Übrigends auch eine schöne Erkenntnis, Petrus hat bitterlich geweint, er hat sich wohl auch versteckt, sein Herz hat geblutet.
Dann kam Jesus, die Frauen haben ihn zuerst gesehen, und dann kam er zu Petrus, er war am Ende, und Jesus hat ihn aufgerichtet, wieder hergestellt.
„Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus, den Nazarener, einen Mann, der von Gott euch gegenüber beglaubigt worden ist durch mächtige Taten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte tat, wie ihr selbst wisst – diesen, der nach dem bestimmten Rat und nach Vorkenntnis Gottes hingegeben worden ist, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht.“
Das hat er zu ihnen gesagt!
Sie hätten antworten können:
Du selbst hast ihn verleugnet was stellst du dich da hin und schreist uns an…
Petrus war stark, erfüllt vom Heiligen Geist.
Was Jesus ihm wohl gesagt hat als er sich nach der Auferstehung ihm gezeigt hat…
Umkehr ist die Vorausetzung,
die Frage ist kann man Umkehren von der Umkehr.
Und ich denke ja, es ist nicht nicht wo jemand steht sondern in welche Richtung jemand geht in welche Richtung jemand Schaut und auf wen jemand Vertraut.
All das kann sich ändern.
möglich ist alles…
„Es ist ihnen ergangen nach dem wahren Sprichwort: Der Hund frisst wieder, was er erbrochen hat; und: Die Sau wälzt sich nach der Schwemme wieder im Dreck.“
Bäääähhh ist das ekelhaft…
Aber ja sicher gibt es das…
Der Blick muss auf Jesus bleiben sonst haben wir keine Chance.
Halten wir den Blick nicht auf ihn gehen wir unter.
Oder wie würdest du das formulieren?
Ich brauche niemanden, dem ich meine Schuld, die ich fühle, gegenüber aussprechen kann und der mich dann freispricht - denn dazu habe ich das Gebet bzw. das Gespräch mit Gott (und durch die Erzählung in Lukas 18,9-14 weiss ich, dass diese Herzenshaltung vor Gott mir Frieden bringt). Dadurch muss ich mich auch nicht neu bekehren, denn ich erfahre ja mein Angenommensein durch mein Gebet.
Das ist glaube ich der Hauptaspekt im Glauben, egal wo man sich verortet: die Erfahrung, dass Gott mit einem ist, auch wenn man nicht alles richtig gemacht hat. Vielleicht erfährt man es gerade dann am meisten.
"Ich brauche niemanden, dem ich meine Schuld, die ich fühle, gegenüber aussprechen kann und der mich dann freispricht"
Das kann ich gut verstehen. Vor allem, so ist meine Erfahrung, geht es in solchen "Entschuldungssessions" so gut wie nur um das, was man selbst als sündhaft versteht oder von anderen zugesprochen bekommt, und nicht um den ganzen Menschen und nicht um die Frage, warum es überhaupt dazu gekommen ist.
Dabei wäre gerade die Aufklärung der Gründe so wichtig. Das kann man eigentlich kaum eine bloße Seelsorge leisten, aber eine tiefenpsychologisch-analytische Therapie.
C.S. Lewis hat dazu einen interessanten Artikel verfasst, bei dem es um Vergebung und Entschuldigung geht.
Bottom line: Wenn etwas entschuldbar ist, braucht es keine Vergebung. Wenn etwas unentschuldbar ist, steht die Vergebung Gottes offen.
"Wenn etwas entschuldbar ist, braucht es keine Vergebung. Wenn etwas unentschuldbar ist, steht die Vergebung Gottes offen."
Kann man denn aus einem christlichen Leben heraus nur in Schuld und Vergebung denken? Die Tiefenpsychologie-Psychoanalyse geht von ungelösten Konflikten während der frühen Kindheit aus (Geburt bis etwa Ende des 3. Lebensjahres). Und dabei geht es so gut wie nie um schuldhaftes Verhalten des Klienten, sondern um Schuld, die an ihm begangen wurde
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Kann man denn aus einem christlichen Leben heraus nur in Schuld und Vergebung denken?
Genau das wollte ich ja mit dem Verweis auf Lewis sagen. Aber vielleicht ist der Begriff «entschuldbar» für dich nicht klar genug.
https://www.wortbedeutung.info/entschuldbar/
- Der Fokus: Die moralische Verfehlung des jüngeren Sohnes (Verschwendung des Erbes, unreines Leben bei den Schweinen) steht im Mittelpunkt.
- Die Dynamik: Der Sohn erkennt seine tiefe Schuld. Er formuliert einen juristischen Unterwerfungsakt: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!“ (Lk 15,18–19).
- Das Ziel: In dieser Lesart zeigt die Geschichte, dass der Sünder sich erst zutiefst demütigen, seine Schuld bekennen und sich unterordnen muss, damit der strenge Richter (der Vater) Gnade vor Recht ergehen lässt und ihn wieder aufnimmt. Die Vergebung ist hier das rettende Urteil am Ende eines schmerzhaften Schuldeingeständnisses.
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Die moderne, integrale Interpretation (Das relationale Modell)Die moderne Exegese (Bibelwissenschaft) und Pastoralpsychologie lesen den Text heute völlig anders. Sie betonen, dass Jesus hier ein Gottesbild zeichnet, das das juristische Denken komplett sprengt.
- Die Vorlaufende Liebe (Gnade vor der Reue): Der Text besagt explizit: „Als er aber noch ferne war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“ (Lk 15,20). Der Vater läuft dem Sohn entgegen. Im antiken Orient war es für einen älteren, ehrwürdigen Mann absolut unüblich und entwürdigend, zu rennen. Der Vater bricht seine eigene Würde, um die Würde des Sohnes zu schützen.
- Das Durchkreuzen des Schuld-Protokolls: Der Sohn versucht noch, seine vorbereitete Sünden- und Unterwerfungsrede aufzusagen. Doch der Vater unterbricht ihn mitten im Satz! Er lässt ihn das „mache mich zu einem deiner Tagelöhner“ gar nicht erst aussprechen. Die Vergebung und Wiederherstellung (schönes Gewand, Ring, Mastkalb) geschieht bevor der Sohn seine Schuld vollständig abbüßen oder sich unterwerfen kann.
- Die Pathologie des „braven“ Bruders: Die moderne Psychologie richtet den Fokus stark auf den älteren Sohn, der zu Hause geblieben ist. Er hat scheinbar keine „Schuld“ auf sich geladen, lebt aber in einem inneren Gefängnis aus Leistungszwang und Bitterkeit („Ich diene dir so viele Jahre und habe dein Gebot nie übertreten...“ - Lk 15,29). Er zeigt: Man kann moralisch fehlerfrei leben (ohne sichtbare Schuld) und dennoch völlig unfähig zur Liebe, Freude und Beziehung sein. Seine Haltung ist die eigentliche Tragödie am Ende der Geschichte.
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Fazit für das christliche DenkenAn diesem Gleichnis zeigt die moderne Wissenschaft, dass Jesus das Denken in reinen Schuld-Vergebungs-Kategorien bewusst aushebeln wollte. Der Vater in der Geschichte rechnet nicht ab. Er führt keine Buchhaltung über das verprasste Geld. Es geht ihm einzig und allein darum, dass eine tote Beziehung wieder lebendig geworden ist („Dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden“ - Lk 15,24).Die Vergebung ist hier kein juristischer Akt, sondern das Beseitigen des Grabsteins, damit das Leben und das gemeinsame Fest (Freude) wieder beginnen können.Sieht man dieses Prinzip der „vorlaufenden Liebe“ in der Bibel, verändert das den Blick auf den gesamten Glauben
Dem Gleichnis des verlorenen Sohnes gehen ja zwei Gleichnisse voraus. Das vom verlorenen Schaf und das von der verlorenen Münze. Beide werden durch diese Sätze kommentiert
Im Himmel wird man sich genauso freuen. Die Freude über einen Sünder, der zu Gott umkehrt, ist größer als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben, umzukehren.
Genauso freuen sich die Engel Gottes über einen Sünder, der umkehrt zu Gott.
Nun, das Gleichnis vom verlorenen Sohn hat noch eine dritte Dimension. Die des Volkes Israel als Sohn der zuhause Blieb und die Heiden die zum Vater zurück kehren.
Das Zentrum in allem ist die Rückkehr zum Vater.
"Die Vergebung ist hier kein juristischer Akt, sondern das Beseitigen des Grabsteins, damit das Leben und das gemeinsame Fest (Freude) wieder beginnen können.
Ich wollte dich fragen aus psychologischer Sicht ob man das so stehen lassen kann. Mir geht es im Kern warum David das passiert ist und was als Hilfsmittel geeignet wäre.
Sorry für den langen Text.
Vielleicht kannst du dazu noch was ergänzen…
- Der Verlust der Dopamin-Quelle: Jahrelang war David im Überlebensmodus (Flucht vor Saul, Kriege). Gefahr und Kampf setzen Adrenalin und Dopamin frei. Nun saß er im Palast, die Kämpfe wurden von anderen ausgefochten. Ihm fehlte der Reiz, die Herausforderung.
- Apathie und Isolation: Dass er mitten am Tag schläft und erst am Abend auf dem Dach herumschlendert (2. Samuel 11,2), deutet auf eine tiefe Antriebslosigkeit oder Lethargie hin. Er war isoliert. Als König hatte er keine echten Freunde mehr, nur noch Untergebene. Niemand sagte ihm die Wahrheit, niemand forderte ihn heraus. In dieser Isolation entstand eine emotionale Taubheit, die er durch einen extremen Reiz (Bathseba) zu durchbrechen versuchte.
- Macht-induzierter Kontrollverlust: Studien der modernen Psychologie zeigen, dass Macht das Gehirn ähnlich verändert wie ein Trauma – sie mindert die Empathie. David sah in Bathseba keine Person mit Rechten, kein Individuum, sondern ein Objekt, das seine gähnende Leere füllen sollte.
- Kognitive Dissonanz: David wusste genau, dass Ehebruch falsch war. Um die Tat vor sich selbst zu rechtfertigen, schaltete sein Gehirn in den Modus der Selbsttäuschung: „Ich bin der König. Ich habe dieses Reich aufgebaut. Mir steht das zu.“ Er blendete die Realität und die Konsequenzen komplett aus.
- Die Panik vor dem Gesichtsverlust: Davids gesamte Identität basierte darauf, der gerechte, von Gott erwählte König zu sein. Die Schwangerschaft drohte, diese Maske vor dem ganzen Volk zu zertrümmern.
- Psychologischer Projektions- und Vernichtungsdrang: Als der integre Uria sich weigerte, das Spiel mitzuspielen, wurde Urias bloße Existenz für Davids Psyche unerträglich. Uria war das personifizierte schlechte Gewissen. Psychologisch gesehen musste David Uria nicht nur töten, um das Geheimnis zu wahren, sondern um den schmerzhaften Spiegel zu zertrümmern, den Uria ihm unwissentlich vorhielt. Der Mord war ein Akt psychologischer Notwehr eines Mannes, dessen Ego um jeden Preis den Schein wahren musste.
- Psychologen nennen dies Dissoziation oder Kompartimentalisierung. David spaltete die Tat komplett von seinem Alltag ab. Sonntags (metaphorisch gesprochen) betete er zu Gott, und unter der Woche regierte er das Land. Er hatte gelernt, mit der Lüge zu leben, indem er seine Gefühle abtötete.
- Dieser Zustand ist extrem anstrengend für die Psyche. In Psalm 32 beschreibt David diesen verdrängten Zustand rückblickend so: „Da ich es wollte verschweigen, vertrockneten meine Gebeine durch mein tägliches Heulen. Denn deine Hand war Tag und Nacht schwer auf mir.“ Er war innerlich emotional tot, gefangen in einem neurotischen Gefängnis der Vertuschung.
- Gott war in David, aber David war nicht mehr bei Gott.
- David hatte seinen Fokus verschoben. Seine Aufmerksamkeit galt nicht mehr der Beziehung zu Gott, sondern der Verwaltung seines Erfolgs, der Absicherung seiner Macht und der Bequemlichkeit. Gott zieht sich in einer solchen Situation oft leise zurück und überlässt den Menschen seinen eigenen Wünschen, was eine massive innere Leere hinterlässt.
- Wenn das Außergewöhnliche alltäglich wird, verliert es seine emotionale Wirkung.
- David spürte die Gegenwart Gottes vielleicht gar nicht mehr als etwas Besonderes. Er war „satt“ und gelangweilt. Diese geistliche Trägheit (in der Theologie klassisch als Acedia bezeichnet) ist ein Zustand, in dem trotz einer theoretischen Verbindung zu Gott eine lähmende, depressive Leere im Herzen existiert.
- Als König war er nun der absolute Herrscher. Er wurde isoliert. Keiner durfte ihm zu nahe kommen.
- Diese soziale und emotionale Isolation erzeugte eine ganz menschliche Leere – den Mangel an echten Beziehungen, an Nahbarkeit, an Menschlichkeit. Gott füllt diese Leere nicht auf magische Weise aus, wenn ein Mensch sich selbst isoliert. David versuchte, diese menschliche, emotionale Leere durch einen schnellen, intensiven Reiz (die Affäre mit Bathseba) zu betäuben.
- Wenn ein Mensch beschließt, wegzusehen, wegzuhören und seinen eigenen Trieben zu folgen, dann greift Gott oft nicht blockierend ein. Er lässt den Menschen die Konsequenz der Leere spüren.
- Die Leere war in diesem Sinne sogar ein Warnsignal von Gottes Geist: Sie sollte David zeigen, dass all sein Luxus und seine Macht ihn ohne die aktive, lebendige Beziehung zu Gott nicht erfüllen können. Doch statt das Warnsignal richtig zu deuten und zu Gott umzukehren, deutete David es als Langeweile und suchte die Erfüllung in der Sünde.
- Chronische Langeweile: Du bist unruhig, obwohl du eigentlich genug zu tun hast. Nichts erfüllt oder begeistert dich mehr richtig.
- Gefühl der Taubheit: Du spürst weder tiefe Freude noch tiefe Trauer. Es fühlt sich an, als würde das Leben in Graustufen an dir vorbeiziehen.
- Grundlose Gereiztheit: Du reagierst auf Kleinigkeiten oder Menschen in deinem Umfeld übertrieben genervt – oft ein Zeichen dafür, dass dir die innere Substanz fehlt.
- Verstärkter Konsum von Schnellen Reizen: Du merkst, dass du öfter zu Dingen greifst, die schnelles Dopamin versprechen – sei es exzessives Scrollen am Smartphone, emotionales Essen, Alkohol, Einkaufen oder das Verlangen nach Bestätigung von außen.
- Flucht vor der Stille: Du kannst nicht mehr einfach zehn Minuten ohne Ablenkung (Musik, Podcast, Fernseher) dasitzen. Stille fühlt sich plötzlich bedrohlich an, weil dann das Vakuum spürbar wird.
- Vernachlässigung von Beziehungen: Du ziehst dich zurück oder nimmst am Leben anderer nur noch oberflächlich teil. Du bist zwar physisch anwesend, aber mental weit weg (wie David auf seinem Palastdach).
- Routine statt Lebendigkeit: Gute Gewohnheiten, Werte oder spirituelle Praktiken (wie Gebet, Meditation oder Hobbys, die du mal geliebt hast) fühlen sich nur noch wie eine lästige Pflichtübung an. Die innere Beteiligung fehlt.
- Zynismus: Du ertappst dich dabei, wie du über das Gute im Leben oder über die Begeisterung anderer Menschen spöttisch denkst.
- Chronische Müdigkeit: Du schläfst genug, wachst aber trotzdem erschöpft auf (oft ein Zeichen psychischer Frustration).
- Innere Unruhe: Ein diffuses Gefühl von Getriebensein im Brust- oder Magenbereich, für das es keinen konkreten äußeren Anlass gibt.
„Wo suche ich gerade nach schneller Betäubung oder Ablenkung, und vor welchem Gefühl (oder welcher Leere) versuche ich damit wegzulaufen?“
Da hast Du in beiden Abschnitten wirklich viel geschrieben und ausgezeichnet analysiert. Ich bin beeindruckt.
Ich werde versuchen, auf alles einzugehen, brauche aber meine Zeit dafür. Wenn Du nichts dagegen hast, würde ich gerne abschnittsweise antworten und nicht direkt auf den ganzen Text.
- Die Phase vor der Tat: Die depressive Lähmung des Erfolgs
David litt unter einer existentiellen Leere. Psychologisch gesehen ist der Mensch am verletzlichsten, wenn er alle seine Ziele erreicht hat.
Der Verlust der Dopamin-Quelle: Jahrelang war David im Überlebensmodus (Flucht vor Saul, Kriege). ... Ihm fehlte der Reiz, die Herausforderung.
Apathie und Isolation: Dass er mitten am Tag schläft und erst am Abend auf dem Dach herumschlendert ..., deutet auf eine tiefe Antriebslosigkeit oder Lethargie hin. Er war isoliert. Als König hatte er keine echten Freunde mehr, nur noch Untergebene. Niemand sagte ihm die Wahrheit, niemand forderte ihn heraus. ...
Es könnte so gewesen und sicher gab es Elemente davon in seinem Leben. Aber diese Merkmale – vor allem das Morgentief und Abendhoch - gibt es auch bei Depressionen, insbesondere der Major Depression.
- Die Phase der Tat: Kognitive Dissonanz und der „Tunnelblick“
...
Macht-induzierter Kontrollverlust: ..., dass Macht das Gehirn ähnlich verändert wie ein Trauma – sie mindert die Empathie. David sah in Bathseba keine Person mit Rechten, kein Individuum, sondern ein Objekt, das seine gähnende Leere füllen sollte.
Kognitive Dissonanz: ... Um die Tat vor sich selbst zu rechtfertigen, schaltete sein Gehirn in den Modus der Selbsttäuschung: „Ich bin der König. Ich habe dieses Reich aufgebaut. Mir steht das zu.“ Er blendete die Realität und die Konsequenzen komplett aus.
Das ist auch eine Beschreibung, die zutreffen kann. Allerdings steht sie in Widerspruch zu der vorherigen. Ein Mensch in einer depressiven Phase und erst recht einer vollen Depression hat alles andere als Machtgefühle und die Tendenz, eigene Verantwortung abzuschieben, im Gegenteil.
Diese Eigenarten von David und andere, die noch folgen, weisen eher auf eine narzisstisch gestörte Persönlichkeit hin.
- Die Phase der Vertuschung: Paranoia und das zerbrechende Ego
... Er wechselte vom Machtrausch in die pure Angst und Paranoia:
Die Panik vor dem Gesichtsverlust: Davids gesamte Identität basierte darauf, der gerechte, von Gott erwählte König zu sein. ..
Psychologischer Projektions- und Vernichtungsdrang: ... Psychologisch gesehen musste David Uria nicht nur töten, um das Geheimnis zu wahren, sondern um den schmerzhaften Spiegel zu zertrümmern, den Uria ihm unwissentlich vorhielt. Der Mord war ein Akt psychologischer Notwehr eines Mannes, dessen Ego um jeden Preis den Schein wahren musste.
Ich denke, dass Angst und Paranoia nicht Folge der Schwangerschaft von Bathseba sind, sondern die einer sehr früh in seiner Kindheit eingesetzten pEntwicklung.
- Die Phase nach der Tat: Die Dissoziation (Das Verdrängen)
...
... David spaltete die Tat komplett von seinem Alltag ab. ... Er hatte gelernt, mit der Lüge zu leben, indem er seine Gefühle abtötete.
... Er war innerlich emotional tot, gefangen in einem neurotischen Gefängnis der Vertuschung.
...Die Worte „Du bist der Mann!“ wirkten wie ein psychologischer Schock, der die Mauer der Dissoziation sprengte.
Die Gegenwart Gottes im Leben eines Menschen schützt ihn nicht automatisch vor dem Gefühl der Leere oder vor psychologischen Krisen.
...
- Das Phänomen der „Abgewandten Aufmerksamkeit“
...: Man kann mit einer Person im selben Haus leben (oder sogar im selben Bett schlafen) und sich dennoch unendlich einsam und leer fühlen, wenn man aufgehört hat, miteinander zu kommunizieren.
...
David hatte seinen Fokus verschoben. Seine Aufmerksamkeit galt nicht mehr der Beziehung zu Gott, sondern der Verwaltung seines Erfolgs, der Absicherung seiner Macht und der Bequemlichkeit. ...
Das gleiche Problem mit Einsamkeit und Verwaltung der eigenen Interessen gestaltet sich aber auch zwischen Partnern oder Freunden.
- Der „Sättigungs-Effekt“ (Geistliche Gewöhnung)
...
Wenn das Außergewöhnliche alltäglich wird, verliert es seine emotionale Wirkung.
...
Ein Grund, warum manche Menschen nur mit einem permanenten Nervenkitzel durchs Leben gehen können und dabei Kopf und Kragen riskieren. Aber genau das ist ja der Effekt, den sie wollen.
- Gott füllt nicht die „falsche“ Leere
David war an einem Punkt seines Lebens, an dem er nicht mehr nach spiritueller Erfüllung suchte, sondern nach Identität durch Leistung und Macht.
Als König war er nun der absolute Herrscher. Er wurde isoliert. Keiner durfte ihm zu nahe kommen.
Diese soziale und emotionale Isolation erzeugte eine ganz menschliche Leere – den Mangel an echten Beziehungen, an Nahbarkeit, an Menschlichkeit. Gott füllt diese Leere nicht auf magische Weise aus, wenn ein Mensch sich selbst isoliert. David versuchte, diese menschliche, emotionale Leere durch einen schnellen, intensiven Reiz (die Affäre mit Bathseba) zu betäuben.
Ich hatte ja schonmal das Beispiel des Lehrbuchhaften Narzissten, der unumschränkter Herrscher in seiner Familie war, Warnungen vor gesundheitlichen Gefahren ignorierte und mich ansonsten schon lange zu seinem Feind erklärt hatte. Bei einer Feier folgte er mir auf den Balkon des Restaurants und wollte mit mir sprechen. Und dann hat er 20-30 Minuten da drüber gesprochen, dass er sein Leben lang nur Angst gehabt hatte und immer versuchen musste, alle Menschen seiner Umgebung in seiner Kontrolle zu halten. Das hatte mir der Mann erzählt, der mich noch vor kaum einer halben Stunde für seinen größten Feind hielt. Danach hat er sich um 180 Grad gedreht, war ungewöhnlich freundlich zu den Menschen seiner Umgebung und ist dann tatsächlich zum Arzt gegangen.
Das zeigt einen typischen Narzissten. Seine Umkehr war allerdings höchst selten. Ob da auch ein Trigger mitgewirkt hat, weiß ich nicht.
- Das Paradoxon des freien Willens
... Einladung und eine Kraftquelle, kein Kontrollzentrum.
Nicht nur der Geist Gottes handelt so. Auch jeder Seelsorger und Therapeut, egal, welcher Richtung, sollte sich so gegenüber einem Patienten verstehen.
Wenn ein Mensch beschließt, wegzusehen, wegzuhören und seinen eigenen Trieben zu folgen, dann greift Gott oft nicht blockierend ein. Er lässt den Menschen die Konsequenz der Leere spüren.
Es sind nicht nur Triebe, um die es bei diesen Entwicklungen geht. Es sind auch Ängste, die mit völlig untauglichen Mitteln abgewehrt werden
Eine Frau, Anfang 30, fährt zwanghaft jeden Tag 2 oder 3 Mal oder öfter an einer Stelle eines Waldes vorbei, weil sie vor 10 Jahren eine brennende Zigarettenkippe aus dem Fenster geworfen hatte. Seither muss sie immer wieder kontrollieren, ob der Wald nicht brennt - obwohl sie rein verstandesmäßig weiß, das da gar nicht möglich ist.
Die Leere war in diesem Sinne sogar ein Warnsignal von Gottes Geist: Sie sollte David zeigen, dass all sein Luxus und seine Macht ihn ohne die aktive, lebendige Beziehung zu Gott nicht erfüllen können. Doch statt das Warnsignal richtig zu deuten und zu Gott umzukehren, deutete David es als Langeweile und suchte die Erfüllung in der Sünde.
Alle Menschen sind wahre Meister im Wegsehen, Verdrängen und Verleugnen. Während Wegsehen ein bewusster Vorgang ist, laufen die beiden anderen Mechanismen völlig unbewusst ab. Fragt man einen Menschen, was er verdrängt oder – im psychologischen Sinn – verleugnet, guckt der einen nur komisch an und glaubt, nicht richtig gehört zu haben. „Nix“, wird er sagen.
Zusammenfassung
...
WIE SCHÜTZE ICH MICH VOR DER LEERE
...
Hier sind die wichtigsten Frühwarnzeichen, unterteilt in vier Bereiche:
- Emotionale Warnsignale
Chronische Langeweile: Du bist unruhig, obwohl du eigentlich genug zu tun hast. Nichts erfüllt oder begeistert dich mehr richtig.
Gefühl der Taubheit: Du spürst weder tiefe Freude noch tiefe Trauer. Es fühlt sich an, als würde das Leben in Graustufen an dir vorbeiziehen.
Grundlose Gereiztheit: Du reagierst auf Kleinigkeiten oder Menschen in deinem Umfeld übertrieben genervt – oft ein Zeichen dafür, dass dir die innere Substanz fehlt.
- Verhaltenstypische Warnsignale (Der Drang nach Betäubung)
Verstärkter Konsum von Schnellen Reizen: Du merkst, dass du öfter zu Dingen greifst, die schnelles Dopamin versprechen – sei es exzessives Scrollen am Smartphone, emotionales Essen, Alkohol, Einkaufen oder das Verlangen nach Bestätigung von außen.
Flucht vor der Stille: Du kannst nicht mehr einfach zehn Minuten ohne Ablenkung (Musik, Podcast, Fernseher) dasitzen. Stille fühlt sich plötzlich bedrohlich an, weil dann das Vakuum spürbar wird.
Vernachlässigung von Beziehungen: Du ziehst dich zurück oder nimmst am Leben anderer nur noch oberflächlich teil. Du bist zwar physisch anwesend, aber mental weit weg (wie David auf seinem Palastdach).
- Geistliche und mentale Warnsignale
Routine statt Lebendigkeit: Gute Gewohnheiten, Werte oder spirituelle Praktiken (wie Gebet, Meditation oder Hobbys, die du mal geliebt hast) fühlen sich nur noch wie eine lästige Pflichtübung an. Die innere Beteiligung fehlt.
Zynismus: Du ertappst dich dabei, wie du über das Gute im Leben oder über die Begeisterung anderer Menschen spöttisch denkst.
- Körperliche Warnsignale
Chronische Müdigkeit: Du schläfst genug, wachst aber trotzdem erschöpft auf (oft ein Zeichen psychischer Frustration).
Innere Unruhe: Ein diffuses Gefühl von Getriebensein im Brust- oder Magenbereich, für das es keinen konkreten äußeren Anlass gibt.
Auch hier gilt: Es kann so sein. Aber alle Symptome, die Du unter Warnsignale beschreibst, können im Rahmen einer Psychose oder körperlichen Erkrankung auftreten, z.B. einer Herz- oder Schilddrüsenfunktionsstörung. Da wäre es fatal, auf entsprechende Untersuchung zu verzichten.
Der „Frühwarn-Check“ für den Alltag
Um nicht erst im tiefen Loch zu landen, hilft eine einfache tägliche oder wöchentliche Frage an dich selbst:
„Wo suche ich gerade nach schneller Betäubung oder Ablenkung, und vor welchem Gefühl (oder welcher Leere) versuche ich damit wegzulaufen?“
Wenn du merkst, dass ein Warnsignal anspringt, ist das kein Grund zur Panik. Es ist lediglich das Signal deiner Seele, das dir sagt: „Halt an. Du läufst auf Reserve. Es ist Zeit, dich wieder mit dem zu verbinden, was dir wirklich tiefe Kraft und Sinn gibt.“
Das ist ein starkes Verständnis der Geschichte. Und ich wundere mich, wieso das erst in diesen Tagen – hier durch Dich – erkennbar wurde. Ich muss zugeben, dass ich das bislang auch nicht so gesehen habe, obwohl es doch so offensichtlich ist.
Aber das ist immer das Problem, wenn man einen Text, gerade einen der Bibel, sozusagen flach, zweidimensional liest – eben als Folge von Buchstaben und Worten, die einen schnell etwas zu sagen scheinen. Dann muss man sich die Mühe nicht machen, einen tieferen, dreidimensionalen Sinn zu erfassen. So ist mir das ja auch ergangen.
Du hattest ja auch gefragt, ob ich zu Deinen Gedanken psychologisch noch was sagen kann.
Die Geschichte könnte auch „Gleichnis von Vergessen und Deckerinnerung“ sein. Man will bei unangenehmen Dingen der Vergangenheit lieber in der Position des scheinbar Ungerechten sein, dessen Bewertung aber schnell korrigiert wird, als in der des scheinbar Gerechten, der sich aber als viel schlimmer erweist. So kommt man am Ende als Gewinner aus der Geschichte. Aber eine solche Konstruktion bricht irgendwann zusammen.
Dabei wäre gerade die Aufklärung der Gründe so wichtig. Das kann man eigentlich kaum eine bloße Seelsorge leisten, aber eine tiefenpsychologisch-analytische Therapie.
Dazu kann ich jetzt nur aus meinem Glaubensleben was sagen, was ja eben keine gängige Psychotherapie ist.
Und da ist es so, dass man -wieso auch immer, zu einer Zeit die man nicht selbst vorbestimmen kann- tiefste Reue über etwas empfindet. Das ist dann aber auch gleichzeitig die Zeit, in der man Vergebung durch Gott erfährt, wenn man daran glaubt, dass das eine Gott wohlgefällige Herzenshaltung ist und nicht eine strafwürdige. Das alleine löst schon viel, auch wenn ich die Ursache für mein Verhalten dadurch nicht kennengelernt habe.
Nur, wie gesagt, das kann man nicht selbst herbeiführen per Knopfdruck.
Nun, Therapie ist ja auch keine Veranstaltung zur Vergebung von Sünden. Dazu ist ein Therapeut weder befähigt noch autorisiert. Therapie ist zur Aufarbeitung und Lösung von kindlichen Verletzungen, die man erlebt, aber längst komplett vergessen hat.
Daraus können dann allerdings auch Gemütszustände oder auch Taten erwachsen, die einen selber schuldig machen. Nur, man weiß nicht warum. Also ist eine solche Therapie auch dann durchaus berechtigt und hilfreich, wenn es einem letztendlich um Vergebung geht.
Krasses Beispiel: Die Anfang 50-jährige Frau kommt wegen Depressionen und diffusen Ängsten. Schnell wird klar, dass der Hintergrund in ihrer Angst liegt, von Gott für ihre Selbstbefriedigung bestraft wird. Dahinter steht aber eigentlich die Angst davor, von ihrem Mann erwischt zu werden, der zu allem Überfluss in der Gemeinde eine Jungengruppe leitet, in der er regelmäßig vor den Gefahren der Selbstbefriedigung warnt. Nicht genug damit, stellt sich dann heraus, dass der wirkliche Grund ihr Vater ist, der sie als Kind mal verhauen hat, weil er gesehen hatte, wie sie es machte.
Diese Angst vor dem Vater hat sie auf ihren Mann und auf Gott selbst übertragen. Hätte man ihr gesagt, dass sie keine Angst haben müsste und mit ihrem Handeln keine Schuld verbunden ist, hätte sie es wohl mit ihren Ohren hören können, weiter aber nichts. Durch die intensive archäologische Arbeit in ihrer Vergangenheit, konnte sich der ganze Komplex auflösen und sie war frei von Depression und Angst.
Ich brauche niemanden, dem ich meine Schuld, die ich fühle, gegenüber aussprechen kann und der mich dann freispricht - denn dazu habe ich das Gebet bzw. das Gespräch mit Gott (und durch die Erzählung in Lukas 18,9-14 weiss ich, dass diese Herzenshaltung vor Gott mir Frieden bringt).
Gratuliere. Aber für viele andere Menschen ist das sehr hilfreich, wenn jemand anders ihnen die Vergebung Gottes zusichert.
Gratuliere. Aber für viele andere Menschen ist das sehr hilfreich, wenn jemand anders ihnen die Vergebung Gottes zusichert.
Das wollte ich mit der Aussage auch gar nicht in Frage stellen. Mir ist hinterher auch aufgefallen, dass es sich so anhört.
Da Holger ja so ein bisschen darauf hinauswollte, dass die katholische Beichte mehr für das Seelenheil bereithält und „effektiver“ ist, wollte ich nur meine Erfahrung schildern, die das so nicht untermauert.
An anderer Stelle wurde das Calvinistische „Einmal gerettet, immer gerettet“ (100%ige Heilssicherheit) diskutiert und mit dem Katholizismus verglichen.
An welcher anderen Stelle? Der Kontext zur Diskussion wäre schon noch hilfreich.
Beide daraus entstandenen Texte „Calvins Hütchenspieler-Trick“ und „Harmonisierung von calv. und kath. Heilsvorstellung“ würde ich gerne zur Diskussion stellen und zwar hinsichtlich der Frage, ob diese Sichtweisen - vereinfacht zwar - im Grunde richtig wiedergegeben sind und was ggf. grundsätzlich anders gesehen werden könnte/ müsste/ sollte.
Ehrlich gesagt wirst du hier wenige bis keinen finden, der fit in calvinistischer Theologie ist, geschweige denn ihr folgt. Der letzte bekennende Calvinist ist hier schon lange entschwunden.
Wenn ich es recht verstehe, kann man sich nach calvinistischer Lehre nicht einfach selbst bekehren und schon garnicht mehrfach. Was ich nicht verstehe ist, wie man die Thematik diskutieren will und die Prädestination dabei nicht einmal in einem Nebensatz erwähnt.
B) der Protestant dagegen müsste sich, wenn er aufgrund seines sündhaften Verhaltens sich seiner Bekehrung nicht sicher ist, selbst immer wieder neu bekehren.
Der Protestant ansich (der im deutschsprachigen Raum meistens kein Calvinist ist) muss sich nach eine begangenen Sünde nicht neu bekehren. Es treiben sich ja seltsame Blüten in Gottes Garten und ich kenne kaum alle, aber im wie auch immer gearteten evangelischen Glauben ist Bekehrung eigentlich eine einmalige Sache. Auch bei Calvinisten, Lutheranern und Evangelikalen. Einfach die Bedeutung des Begriff unterscheidet sich.
Ist Jesus für unsere Sünden aus der Vergangenheit oder die für die Gegenwart oder auch für die Zukunft gestorben?
Wären es nicht alle 3 Zeiten für die er sein Leben gelassen hat? Wenn es heißt für „alle Sünden“ ( wenn es keine Scheinbekehrung ist)
Wie oft muss Jesus noch sterben für unsere Sünden? Was hätte sein Opfer für einen Wert wenn er nicht für alle Sünden gestorben wäre?
Jesus ist einmal gestorben. Wer stellt das in Frage?
Aber nach der von dir beschriebenen Logik wäre er dann für alle Sünden von allen Menschen gestorben.
Also warum sich noch bekehren?
So einfach ist das nicht. Er ist gestorben ja, für unsere Sünden, aber wir haben eine Beziehung zu Gott und diese kann beschädigt werden durch unser Verhalten und wenn wir uns entfernen in eigener Verantwortung. Auch wenn die Taufe und Wiedergeburt erst einmal ein Neuanfang und Geschenk ist.
Aber die Bibel ist voll von Bußaufrufen auch an Gläubige.
Veröffentlicht von: @hesedIst Jesus für unsere Sünden aus der Vergangenheit oder die für die Gegenwart oder auch für die Zukunft gestorben?
Wären es nicht alle 3 Zeiten für die er sein Leben gelassen hat? Wenn es heißt für „alle Sünden“ ( wenn es keine Scheinbekehrung ist)
Wie oft muss Jesus noch sterben für unsere Sünden? Was hätte sein Opfer für einen Wert wenn er nicht für alle Sünden gestorben wäre?
Der Opfertod Jesu ist ein historisch einmaliges Ereignis. Daran gibt es nichts zu rütteln. Er ist für alle Sünden gestorben, auch für die zukünftigen, weil es außerhalb der Zeit nur einen Moment gibt, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vereinigt. Wenn wir uns bekehren, strecken wir die Hand zu Jesus, der uns unsere Sünden erlässt. Was ist aber mit den zukünftigen Sünden, die wir begehen werden? Dafür hat uns Jesus das Abendmahl hinterlassen, das wir zur Vergebung der Sünden vollziehen sollen. Durch seine Gegenwart erlässt er uns im Abendmahl unsere Sünden. Genau deshalb hat uns Jesus direkt 2 Sakramente hinterlassen: die Taufe, durch die wir Glied seiner Kirche werden, und das Abendmahl, das wir regelmäßig in seiner Kirche feiern sollen. Bis zu seiner Wiederkunft.
Wäre bei deinem Beispiel nicht an erster Stelle zu fragen, wie aus einem bekehrten Calvinisten ein Mörder werden kann? Also nicht jemand, der aus Versehen jemanden umbringt, sondern aus niederen Motiven?
Eine "Bekehrung" ist ja kein simples Bekenntnis, wo man mit einem Schulterzucken seine Unterschrift unter ein Dokument setzt "Na gut, dann bekehre ich mich halt mal...".
Jesus spricht ja davon, dass man "von Neuem geboren", also ein völlig neuer Mensch, sein wird. Das ist natürlich ein hoher Anspruch, aber darum geht es ja. Und wenn diese Bekehrung echt ist, dann wird dieser Mensch danach streben, nicht mehr zu sündigen. Nicht, weil er das als lästige Bürde empfindet, sondern aus eigenem Antrieb heraus. Das ist es, was den Glauben ausmacht.
Auch so ein Mensch ist nicht davor gefeit, in einer extremen Ausnahmesituation einen Menschen zu töten... sehr wohl aber davor, einen Mord zu begehen. Denn wenn er das täte, dann wäre er in der Tat nie von "neuem geboren" worden.
Simpel gesagt bedeutet es schlicht, dass die "Heilsgewissheit" davon abhängt, wie ernst man es wirklich mit dem Glauben meint. Es bedeutet nicht, dass man nicht mehr sündigen würde, aber sehr wohl, dass man es ernsthaft zu vermeiden trachtet.
Kann der Mensch sich selbst glauben geben?
Ist es nicht Gott der einem dies schenkt?
- Johannes 6,44: „Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat.“
- Johannes 6,65: „Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass es ihm vom Vater gegeben ist.“
Kann der Mensch sich selbst glauben geben?
Ist es nicht Gott der einem dies schenkt?
Sicher. Nur so kann der Mensch ja von Neuem geboren werden.
Aber das zeigt sich dann auch im aufrichtigen Streben, die Sünde künftig zu vermeiden. Ist dieses Streben nicht vorhanden, dann kann da wohl etwas nicht stimmen.
Veröffentlicht von: @lucan-7Kann der Mensch sich selbst glauben geben?
Ist es nicht Gott der einem dies schenkt?
Sicher. Nur so kann der Mensch ja von Neuem geboren werden.
Aber das zeigt sich dann auch im aufrichtigen Streben, die Sünde künftig zu vermeiden. Ist dieses Streben nicht vorhanden, dann kann da wohl etwas nicht stimmen.
Ich würde gar nicht von Streben sprechen. Mir scheint, mit einer Bekehrung geht ein anderes Mindset einher. Es ist eine umfassende Veränderung, die zutiefst das ganze menschliche Wesen berührt. Biblisch von Wiedergeburt gesprochen, würde säkulare Menschen vielleicht von einer Erkenntnis oder einem höheren Grad an Bewusstheit für die eigenen Handlungen sprechen. Situationen, die uns im Leben konfrontieren, werden wahrscheinlich anders von uns beantwortet werden, weil wir in Christus eine Neugeburt sind. Der Mensch, der früher ein Ehebrecher war, hat jetzt womöglich eine innere Blockade, weil ihm Einsicht in die Konsequenzen seiner Handlung geschenkt wurden. Deswegen halte ich nichts von der Idee, dass ein bekehrter Mensch quasi im Normalfall schwer sündigen kann.
Deswegen halte ich nichts von der Idee, dass ein bekehrter Mensch quasi im Normalfall schwer sündigen kann.
Genau das.
Wobei wir hier natürlich immer noch von einem Ideal sprechen. Menschen in christlich geprägten Gesellschaften lügen, betrügen und morden genau so wie auch sonst in der Welt. Aus dieser Perspektive heraus ist die Eingangsfrage natürlich berechtigt.
Aber auch Jesus wies ja schon darauf hin, dass es letztlich nur wenige sind, die ihm tatsächlich folgen. Viele werden es nur halbherzig tun.
Inwiefern man das jetzt feststellen kann, wer denn da nun "echt" ist und wer nicht ist natürlich eine schwere Frage, und letztlich steht es wohl niemandem zu, darüber zu urteilen. Zumal auch gläubige Menschen nicht frei von Fehlern sind, einschließlich finsterer Begierden und was es da alles geben mag.
@lucan-7 Das ist schon richtig. Aber die Option des Abfalls mit damit verbundener Verlierbarkeit des Heils ist für mich ein qualitativer Unterschied zur Verlierbarkeit des Heils ohne Abfall. Deshalb betone ich das immer so.
Aber die Option des Abfalls mit damit verbundener Verlierbarkeit des Heils ist für mich ein qualitativer Unterschied zur Verlierbarkeit des Heils ohne Abfall. Deshalb betone ich das immer so.
Da kenne ich die theologischen Hintergründe zu wenig.
Persönlich gehe ich ohnehin von einer rein psychologischen Wirkung aus, wenn Glaube also etwa zu einer Änderung des Lebensstils führt.
So oder so halte ich das aber eher für die Ausnahme... die meisten Menschen ändern sich nicht wesentlich.
@lucan-7 Um es mal mit eine Vergleich zu machen:
3 Leute stehen in der Bushaltestelle.
2 sagen: Hey, wenn wir rausgehen, können wir vom Ast erschlagen werden, hier drinnen sind wir aber sicher.
1 sagt: Hey, ich könnte auch hier drinnen vom Ast erschlagen werden, weil ja möglicherweise das Haus zusammenbricht und das Dach weggerissen wird.
Veröffentlicht von: @lucan-7So oder so halte ich das aber eher für die Ausnahme... die meisten Menschen ändern sich nicht wesentlich.
In dem Zusammenhang könnte man auch mal die Säuglingstaufe kritisch anfragen. Gibt es einen Unterschied zwischen Menschen, die einfach als Kind getauft wurden, oder solche, die eine wesensverändernde Bekehrung erlebt haben?
Um es mal mit eine Vergleich zu machen:
3 Leute stehen in der Bushaltestelle.
2 sagen: Hey, wenn wir rausgehen, können wir vom Ast erschlagen werden, hier drinnen sind wir aber sicher.
1 sagt: Hey, ich könnte auch hier drinnen vom Ast erschlagen werden, weil ja möglicherweise das Haus zusammenbricht und das Dach weggerissen wird.
Da stehe ich gerade auf dem Schlauch... ich sehe den Zusammenhang nicht.
In dem Zusammenhang könnte man auch mal die Säuglingstaufe kritisch anfragen. Gibt es einen Unterschied zwischen Menschen, die einfach als Kind getauft wurden, oder solche, die eine wesensverändernde Bekehrung erlebt haben?
Säuglingstaufe ist eine rein politische Entscheidung. Man will halt möglichst alle Leute zu Kirchenmitgliedern machen. Und das geht am einfachsten, so lange sie noch gar nicht selbst entscheiden können.
Deswegen halte ich nichts von der Idee, dass ein bekehrter Mensch quasi im Normalfall schwer sündigen kann.
Wenn jemand schwer sündigt, ist das idR. nie ein Normalfall, solange jemand kein Sozio- oder Psychopath ist.
Aber was ist überhaupt schweres Sündigen? Die grösste Sünde laut Bibel ist Unglaube, denn Glaube ist das einzige was uns gerecht macht.
Und wie war das nochmals mit David, Betseba und Urija. Da hat ein Gläubiger vergewaltigt und getötet.
Da hat ein Gläubiger vergewaltigt und getötet.
Das ist ein schon schräg, anhand eines Juden der schon 1000 Jahre vor Christus gelebt hat, über christliches Heil und Sündenverständnis, sowie "Bekehrung" zu diskutieren.
In dieser Diskussion geht es doch darum, ob jemand, der wirklich an Gott glaubt und auf Gott vertraut, dazu in der Lage ist, schwere Sünden zu begehen (z.B. Mord). Oder ob jemand, der so etwas begeht, nie wirklich geglaubt hat.
In diesem Zusammenhang finde ich David als Fallstudie gar nicht so unpassend. Zumal David vom Geist Gottes erfüllt war.
Oder willst du mit deinem Kommentar etwa sagen, dass Juden im Alten Bund keinen wirklichen Zugang zu Gott hatten und gar nicht wirklich erlöst werden konnten?
In dieser Diskussion geht es doch darum, ob jemand, der wirklich an Gott glaubt und auf Gott vertraut, dazu in der Lage ist, schwere Sünden zu begehen (z.B. Mord). Oder ob jemand, der so etwas begeht, nie wirklich geglaubt hat.
Sünden nach Christlicher Definition. Das interessiert David nicht.
In diesem Zusammenhang finde ich David als Fallstudie gar nicht so unpassend. Zumal David vom Geist Gottes erfüllt war.
Ich finde das sehr unpassend. David war kein Gläubiger im Sinne der christlichen Glaubenslehre. Er ist Jude gewesen. Andere Religion.
Oder willst du mit deinem Kommentar etwa sagen, dass Juden im Alten Bund keinen wirklichen Zugang zu Gott hatten und gar nicht wirklich erlöst werden konnten?
Das ist eine unsinnige Frage. Eine "Erlösung" im christlichen Sinne ist nicht Bestandteil des jüdischen Glaubens. Die Jenseitsorientierung ist unser Ding, nicht das der Juden.
Er ist Jude gewesen. Andere Religion.
Nein, David war kein Jude. David war ein Israelit aus dem Stamme Juda. Nicht das Gleiche. Die jüdische Religion gab es zu der Zeit Davids noch gar nicht. Die wurde erst 1000 Jahre später erfunden.
Die Jenseitsorientierung ist unser Ding, nicht das der Juden.
Wie gesagt, David war kein Jude, und die Jenseitsorientierung sah damals anders aus, als die christliche heute, zugegeben, aber sie war dennoch bereits vorhanden. Ich glaube, du hast ein wenig zu viel James Tabor geschaut.
Das Buch des Lebens ist bereits Teil des Bundes am Sinai und taucht sowohl in Psalmen als auch bei Daniel wieder auf. Jesaja, Hesekiel und Daniel haben eine entwickelte Jenseitsvorstellung. Auch in den Psalmen findet sich diese wieder. Als Referenz guckst du
Religion in Geschichte und Gegenwart, hg. von Hans Dieter Betz u. a. (Tübingen: Mohr Siebeck, 2001), 406.
-
David A. Croteau und Gary Yates, Urban legends of the old testament: 40 common misconceptions (Nashville, TN: B&H Academic, 2019), 154–155.
Eine "Erlösung" im christlichen Sinne ist nicht Bestandteil des jüdischen Glaubens.
Du hast recht, dass Erlösung als eine aktive Tat der Erlösung von irdischer Unterdrückung verstanden wurde und später eine nationalistische eschatologische Note bekam. Aber diese Sicht wandelte sich, und weitete sich, über die Todesgrenze hinaus aus. Guckst du hier.
Matthias Stubhann, „Erlöser/Erlösung“, in Herders Neues Bibellexikon, hg. von Franz Kogler (Freiburg; Basel; Wien: Herder, 2008), 183.
Aber all das ist irrelevant. Wir haben in David jemanden, der an Gott glaubt und Gott liebt und vom Geist erfüllt ist und einen Mord begeht.
Vielleicht liegt der Unterschied doch im „Kreuz“…die Sünde war noch nicht hinweggenommen worden. Also war sie auch für jemand wie David noch präsent und greifbar und er war noch nicht wiedergeboren zu dem Zeitpunkt?
Ja, am Kreuz hat sich vieles verändert. Wir sind nun Kinder Gottes, geheiligt und wiedergeboren. Insofern hat derElch nicht unrecht, dass es sich nicht 1:1 übertragen lässt.
Und für mich persönlich ist es auch kaum vorstellbar, wie ein Kind Gottes, das in der Beziehung zum Vater lebt, so etwas wie einen Mord begehen könnte. Aber ich würde es dennoch nicht für unmöglich halten. Menschen können sich ändern und sich in Situationen wiederfinden, in denen sie keinen Ausweg mehr sehen und sich von Gott verlassen fühlen. Das bedeutet dann aber ja nicht, dass ihr bisheriges Leben und ihr Glaube nur eine Farce waren.
Die jüdische Religion gab es zu der Zeit Davids noch gar nicht. Die wurde erst 1000 Jahre später erfunden.
Das wäre dann fast zeitgleich mit der Erfindung des Christentums gewesen. Sehn das Juden wohl auch so?
Wie gesagt, David war kein Jude, und die Jenseitsorientierung sah damals anders aus, als die christliche heute, zugegeben, aber sie war dennoch bereits vorhanden.
Was heisst bereits vorhanden? Kaum durchgängig und heute ist das Judentum immer noch keine jenseitsorientierte Religion.
Aber all das ist irrelevant. Wir haben in David jemanden, der an Gott glaubt und Gott liebt und vom Geist erfüllt ist und einen Mord begeht.
Gebüsst hat es aber sein Kind.
David passt ja auch sonst nicht in die christliche Vorstellung eines sündenfreien Lebens, was aber anscheinend seitens Gottes nicht sanktionswürdig war. Wie gesagt ich finde David ein mässig gutes Beispiel christliche Theologie zu diskutieren.
Nein, David war kein Jude. David war ein Israelit aus dem Stamme Juda. Nicht das Gleiche. Die jüdische Religion gab es zu der Zeit Davids noch gar nicht. Die wurde erst 1000 Jahre später erfunden.
Irgendwie eine komische Behauptung. Wie willst du seine Religion/seinen Glauben denn sonst benennen?
Den Begriff Jude gab es zur Zeit Davids noch gar nicht, und die Religion, die wir heute als Judentum bezeichnen (mit ihrer Theologie und den Ritualen), entstand auch erst nach der Zerstörung des zweiten Tempels und in der Apologie zum Christentum.
Das Konzept einer Religion, wie wir es heute verstehen, gab es zur Zeit Davids noch gar nicht, es gab Kulte und Götter, denen man folgte.
In der antiken Welt gehörte man nicht einer Religion an, sondern man verehrte die Götter, die lokal angebetet wurden, oder welche die Eltern angebetet hatten.
Exemplarisch dafür diese Bibelstelle
26 Dem König von Assur wurde gemeldet: „Die Leute, die du aus ihrem Land weggeführt und in Samarien angesiedelt hast, wissen nicht, auf welche Weise der Gott dieses Landes verehrt werden will. Deshalb hat er Löwen unter sie geschickt, die schon viele von ihnen getötet haben. Und das nur, weil sie nicht wissen, wie der Gott dieses Landes verehrt werden muss.“ 27 Da befahl der Assyrerkönig: „Schickt einen der Priester, die ihr von dort weggeführt habt, in seine Heimat zurück! Er soll bei den Leuten dort wohnen und ihnen beibringen, wie der Gott dieses Landes verehrt werden will!“ 28 So kam einer der Priester, die man aus Samaria gefangen weggeführt hatte, zurück und ließ sich in Bet-El nieder. Er zeigte den Leuten, wie sie Jahwe verehren sollten. 29 Aber die Siedler hielten weiterhin auch an ihren eigenen Göttern fest. Sie machten sich Götzenbilder und stellten sie in den vielen Höhenheiligtümern auf, die die Samaritaner überall errichtet hatten. Jede Volksgruppe hatte ihren eigenen Gott: 30 Die Leute aus Babylon errichteten eine Statue von Sukkot-Benot, die Leute aus Kuta stellten Nergal auf und die aus Hamat eine Aschima. 31 Die Leute aus Awa stellten Bilder der Götter Nibhas und Tartak auf, und die aus Sefarwajim verbrannten sogar ihre eigenen Kinder als Opfer für Adrammelech und Anammelech, ihre heimischen Götter. 32 Daneben verehrten sie aber auch Jahwe und setzten aus ihren eigenen Reihen Priester ein, die den Opferdienst in den Höhenheiligtümern versahen.
Neue evangelistische Übersetzung (Gefell: Karl-Heinz Vanheiden, 2019), 2. Kön 17,26–32.
die himmlischen Erscheinungen vor den ruhmreichen und tapferen Verteidigern der jüdischen Lebensweise waren Ursache, dass es ihrer kleinen Zahl gelang, das ganze Land zurückzuerobern, die Massen der Barbaren zu verjagen,
Manfred Hutter, Die Weltreligionen (München, Germany: C.H.Beck, 2016), 36.
Also, nein, David war kein Jude weil es damals weder die Religion noch den Begriff gab.
Sehe ich nicht so. Das ist einfach nur ein ziemlich enggefasster Begriff, nichts weiter.
Den Begriff Jude gab es zur Zeit Davids noch gar nicht,
Es geht aber darum, Dinge im Nachhinein in einen historischen Zusammenhang einzuordnen. Dabei ist es nicht möglich, nur den zeitgenössischen Sprachgebrauch zum Massstab aller Dinge machen. Mal abgesehen davon, daß er auch gar nicht immer bekannt ist.
Wenn du meinst, daß du einen Begriff wie "Vorläuferkult des Judentums" etablieren kannst?
Religion als ein Glaubenssystem, das geografisch und ethnisch unabhängig ist,
Das gibt es heute genauso und in der Konsequenz heißt das, das du Glaubenssysteme, für die das zutrifft, also nicht als Religion bezeichnen würdest.
Die Frage wäre, was Leute, die das betrifft, dazu meinen würden.
Es geht aber darum, Dinge im Nachhinein in einen historischen Zusammenhang einzuordnen.
Ja, und in diesem Zusammenhang gab es Juden, so wie wir es heute verstehen, damals noch nicht. Judentümer entstanden erst ab dem 5 Jhr., bewusst Mehrzahl, denn das Judentum gab es während der zweiten Tempelperiode nicht, weder kultisch noch sprachlich noch in der Wahl ihrer jeweiligen Heiligen Schrift. Erst ab dem 1. Jh. setzt sich das Pharisäertum als das Judentum durch und wird orthodox. Es ist schlicht unmöglich zu sagen, welche Texte David bereits kannte und welche kultischen Rituale er erfüllte. Der Kultus, dem David folgte, war mit an Absolutheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein pharisäisches Judentum.
Wenn du Richter, Könige oder Chroniken liest, dann sollte dir klar sein, dass es sehr wenig allgemeine Kenntnisse über den Sinitischen Bund gab. Selbst Priester in der Stiftshütte und später im Tempel hatten oft nur eine oberflächliche Ahnung vom Gesetz.
Also nochmals: David war ein Israelit aus dem Stamme Juda, er war kein Jude, denn die gab es noch nicht. Genauso wie es auf dem Gebiet der heutigen Schweiz im 10. Jh. keine Schweizer gab, genauso wenig wie es im 10. Jh. noch keine Deutschen gab.
Wenn du meinst, daß du einen Begriff wie "Vorläuferkult des Judentums" etablieren kannst?
Ich muss hier gar nichts machen, das haben gescheitere Leute vor mir bereits geleistet.
"Frühestens seit der Rückkehr aus dem babylonischen Exil (538 v.Chr.) spricht man vom Judentum im Unterschied zur Religion des alten Israel."
Manfred Hutter, Die Weltreligionen (München, Germany: C.H.Beck, 2016), 36. kukst du einfach.
das du Glaubenssysteme,... Religion bezeichnen würdest.
Was den Unterschied zwischen Glaubenssystem und Religion betrifft, so verwende ich Religion im religionswissenschaftlichen Sinne. Und in der Konsequenz ist das animistische Glaubenssystem einer bestimmten Volksgruppe mMn keine Religion.
Ich zitiere mal aus Wiki
In der Religionswissenschaft nimmt man heute nicht mehr an, dass Religion ein Phänomen sei, das in allen Kulturen und Zeitaltern anzutreffen sei und daher ein menschliches Grundbedürfnis wäre. Vielmehr gilt der Religionsbegriff in der heutigen Ausformung als modernes Konzept.[5] Während unterschiedliche Wissenschaftler die Entstehung des Religionsbegriffes in der heutigen Bedeutung erst in die Mitte des 19. Jahrhunderts datieren,[6][7][8] nehmen andere bereits für das 18. oder 17. Jahrhundert eine Konsolidierung des Begriffes an.
Aber je nachdem, welche Definition von Religion man nimmt, war der Kultus des alten Israels eine Religion oder eben nicht, genauso wie animistische Glaubenssysteme je nach Definition eine Religion sind oder eben nicht. Aber wir wenden hier moderne Begrifflichkeiten an und es ist es halt eine Frage, wie man etwas definiert.
Ich definiere dies aus der Perspektive der Antike heraus, denn dies ist der Kontext, in dem die Bibel geschrieben wurde. Und aus Sicht eines antiken Menschen wechselte man nicht die Religion, wenn man statt Zeus, Rá angebetet hat, weil man von Rom nach Theben umgezogen ist. Das Konzept einer "Religionszugehörigkeit" entstand erst mit der Verbreitung des Christentums und dessen Exklusivitätsanspruch. Vorher war vollkommen klar: In Ägypten betet man die ägyptischen Götter an, in Griechenland die griechischen, in Rom die römischen usw. Wer als Römer in Ägypten handeln wollte, brachte sowohl den eigenen römischen als auch sicherheitshalber den ägyptischen Göttern des Handels ein Opfer dar. Da gab es zwar eine ägyptische «Religion», aber man wechselte ("bekehrte") sich nicht in diese "Religion", nur weil man mal diesen Göttern opferte. Es gab kein Drinnen oder Draussen.
Der israelitische Kultus war da mit seinem Bundesverständnis etwas anders gelagert.
Aber schlussendlich ist es eine müssige Diskussion über Definitionen.
Tatsache ist, dass das, was wir heute als Judentum definieren, damals noch nicht existierte, und auch kein Mensch von Juden sprach. Den Kult, den David pflegte, unterschied sich von dem Pharisäertum zur Zeit Jesu.
@kerygma Es gibt den Aspekt der Verführung, von welchem im Jakobusbrief gesprochen wird:
"12 Glücklich ist, wer die Bewährungsproben besteht und im Glauben festbleibt. Gott wird ihn mit dem Siegeskranz, dem ewigen Leben, krönen. Das hat er allen versprochen, die ihn lieben. 13 Niemand, der in Versuchung gerät, kann behaupten: »Diese Versuchung kommt von Gott.« Denn Gott kann nicht vom Bösen verführt werden, und er verführt auch niemanden zum Bösen. 14 Es sind vielmehr unsere eigenen selbstsüchtigen Wünsche, die uns immer wieder zum Bösen verlocken. 15 Geben wir ihnen nach, dann haben wir das Böse empfangen und bringen die Sünde zur Welt. Sie aber führt unweigerlich zum Tod. 16 Lasst euch also nichts vormachen, liebe Brüder und Schwestern! 17 Alles, was Gott uns gibt, ist gut und vollkommen. Er, der Vater des Lichts, ändert sich nicht; niemals wechseln bei ihm Licht und Finsternis. 18 Es war sein Wille, dass er uns durch das Wort der Wahrheit, durch die rettende Botschaft, neues Leben geschenkt hat. So sind wir der Anfang seiner neuen Schöpfung geworden"
[Jakobus 1.12 folgend, Hoffnung für alle Übersetzung]
Jakobus spricht hier vom Anfang der Neuen Schöpfung, von einem Prozess, innerhalb dessen man sozusagen durch Feuer geläutert werden muss um Bewährung zu erfahren.
Da dies offenbar inhärent heilsnotwendig verbleibt kann jeder, selbst der Neugeborene schwerster Sünde verfallen, denn freier Wille rechter Unterscheidung und Entscheidung bleibt mit unserer Existenz immer erhalten. Jakobus macht dahingegen ebenfalls deutlich, das Gott niemanden aktiv in die Versuchung führt sondern diejenige, geistig wie physisch aktive Seinsrealität (alias Hypostase) in Hinblick auf den Menschen darstellt, welche vor dem Bösen bewahren will. Gott will gleichsam vor dem Hintergrund der Schöpfung, das wir das Gute, was mit unserer Existenz überhaupt erst möglich wird, aus freier Entscheidung hervorbringen, denn ansonsten wäre es nicht vollkommen. Das Potential des Bösen ist notwendiger Kontrast hierzu, weil ohne beider Potentiale weder die Grundlage eines freien Willens überhaupt erst besteht noch geistige Entwicklung wahrhaftig ist. Anders ausgedrückt: Alles, was Gott uns gibt, ist gut und vollkommen. Er, der Vater des Lichts, ändert sich nicht; niemals wechseln bei ihm Licht und Finsternis. Es war sein Wille, dass er uns durch das Wort der Wahrheit, durch die rettende Botschaft, neues Leben geschenkt hat.
Solange wir existieren, und unsere Existenz ist aus Gott und somit ewig (was nicht heißt, das wir keiner Veränderung unterliegen), verbleiben daher gut und böse mit uns und sind durch unsere Existenz bedingt. Das eine ist der Weg des Todes, dieser ist leicht, überhaupt nicht anstrengend - eine breite Straße auf der viele gehen, ein Weg voller Verlockungen, Verführungen und selbstbezogener Begehrlichkeiten, ja kurzzeitiger Freuden, die wie reines Gift zuerst süß schmecken mögen, um krankhafte Bitterkeit zu verursachen. Der andere, sehr enge, aufopferungsvolle Pfad ist vollkommen anstrengend, mühselig wie beschwerlich und leidvoll.
Allein dieser führt ins Leben.
Es war sein Wille, dass er uns durch das Wort der Wahrheit, durch die rettende Botschaft, neues Leben geschenkt hat.
Aber wenn du das hast, dann zeigt sich das doch auch in deiner alltäglichen Haltung…
@stern Ja, genau darum geht es. Daraus folgt im Jakobusbrief, das Glaube ohne Werke tot ist. Allerdings ist das Eine wie die Kehrseite des anderen und bedingt sich als Prozess, eine sich entwickelnde Dynamik gegenseitig. Beides Glaube und Werk ist notwendig. Fehlt das eine, verfehlt man das ganze. Im praktischen Leben werden wir Rückachläge erleiden und viel (er)tragen um mit Gottes Hilfe auf den Pfad des Lebens laufen zu lernen. Versuchungen werden uns hierbei immer wieder begegnen, wie geschrieben. Der synoptische Jesus kann in Matthäus 18.7 sagen:" ...Versuchungen müssen ja kommen...".