Auferstehung: Werden wir wie Zombies sein?
Auf evangelisch.de habe ich diesen, wie ich finde, interessanten Beitrag gefunden.
Werden wir bei der Auferstehung wie Zombies sein?
Eine Leserin fragt etwas, über das wohl viele Christen gelegentlich nachdenken, in einer plakativen Form.
Helena Malsy gibt darauf eine meiner Meinung nach gute Antwort.
Was haltet ihr davon?
Wenn alle Zombies sind, stört es ja keinen.
Gibt dazu einen interessanten SF-Roman, wo bis auf einen Menschen alle Zombies sind. Am Ende wird ihm bewusst, dass er das Monster ist und die Zombies jetzt die normalen.
VG
Chey
Hallo Tojak,
dazu möchte ich nur sagen: „Uuuuurgh... braaaains...“ 🧟
Spaß beiseite. Die Antwort auf die Frage ist gut geschrieben.
LG
Mr.K
Ich halte die Frage für interessant, allerdings weder das Interesse der Fragestellerin, wie sie es konkretisiert* : "Sehen wir nach unserer Wiederauferstehung alle aus wie Zombies?", noch die allein nur auf diesen Aspekt eingehende Antwort.
Wie Zombies aussehen, ist wurscht. Sie sind Monster und in den entsprechenden Horrorfilmen und Graphic Novels halt wie solche gestaltet: häßlich eben. Das Monsterartige an ihnen ist aber eigentlich nicht ihr Aussehen - dieses wurde von den Künstlern, die solche Erzählungen schufen, illustrierend zum eigentlichen Inhalt gewählt. So wie kinderfressende Hexen oder die Welt und das teutsche Volk unterjochende kapitalistische Judenbolschewisten große Nasen, schmierige Haare und dreckige Finternägel haben. Form follows function, sozusagen.
An sich sind Zombies zuerst einmal gestorbene Menschen, die willenlos einem Trieb folgen. Was sie ausmacht, ist nicht, dass sie hässlich sind - das sind Leute, die Beulenpest haben, aufplatzende Ödeme, oder was auch immer ebenfalls. Was sie ausmacht, ist, dass sie nicht mehr wie Menschen leben - also so, wie wir uns vorstellen, dass Menschen zu leben hätten**.
Als Zombies werden gern all jene genannt, die stumpf einer sinnfrei erscheinenden Tätigkeit nachgehen. Getrieben, nicht selbst entschieden.
Delirierende, oder, umgekehrt, gerade auf Turkey befindliche Drogenkomsumenten werden häufig als Zombies bezeichnet, oder Spielsüchtige, die stundenlang in ihrer dunklen Bude sitzen und ständig dieselben sechs oder zehn Buttons auf ihrem Gamecontroller drücken...
Im Kontext christlicher Jenseitsverheißungen wäre also die Frage dann interessant, wenn gemeint wäre: Haben die wieder auferstandenen Christen im Jenseits irgendwelche eigenen Ziele und Wünsche, treiben sie individuelle Interessen - oder tun sie hirnlos das, was sie zu tun gezwungen sind - lächeln oder jauchzen oder Gott preisen oder glücklich die ausgetauschten Astralleiber ihrer Verwandten umarmen?
Diese Frage ist insofern interessant, da ja, wenn man das "irdische Leben" erstmal hinter sich hat, ziemlich viele, wenn nicht sogar alle Ziele, die ein Mensch hier auf Erden so sinnvollerweise verfolgen könnte, obsolet sind: indem nicht mehr das biologische Primat der Reproduktion besteht (wie finde ich Sexualpartner, um Kinder zu zeugen, die meine Gene weiter in die Unendlichkeit tragen) und die davon abzuleitenden Sekundärziele (ökonomischer und sozialer Erfolg) ebenfalls wegfallen, wird's halt eng mit den für Menschen üblichen Zielen, zu deren Erreichung wir Menschen unterschiedliche Wege suchen, was unsere Individualität ausmacht und es so aussehen läßt, als wären wir selbstbestimmt und folgen einem "freien Willen".
Dass die Zombies aus den angesprochenen Erzählformaten (mein dringender Tipp an alle, die noch nie irgendwelche Zombie-Filme gesehen haben: die ersten vier bis fünf Staffeln von "The walking dead") einem freien Willen folgen würden, wird keiner behaupten. Insbesondere wird man als Zuschauer sich ziemlich sicher zu sein, dass die Zombies zu keiner wertenden Selbstreflexion fähig sein können (wären sie es, so der ziemlich naheliegende Gedanke, so würden sie ihre Existenz als nicht führenswert erkennen und sich also den Kopf voran in den nächstbesten Pflock stürzen). Dass sie also kein Selbst-Bewußtsein haben.
Und da wird's nun intessant hinsichtlich des Lebens im Paradies - oder wie immer man das dann benennen will: Werden die Menschen nach ihrer Wiederauferstehung zu einer wertenden Selbstreflexion fähig sein? Werden sie darüber nachdenken können, was sie antreibt zu dem, was sie da so, gewandet in neue Leiber, den lieben langen Tag ad infinitum unternehmen? Verfügen sie über ein Bewußtsein? Und falls ja...
Besteht darin dann nicht die eigentliche Horror-Vorstellung des ewigen Lebens? Sich dessen bewußt sein, dass dies nie ein Ende haben wird: dieses Lächeln und Jauchzen und Lobpreisen und Umarmen, ohne Alternative, ohne Ziel...
Die Frage, welche Färbung Zähne oder Fleisch dabei haben werden, ist dagegen doch nun wirklich lächerlich irrelevant.
*Naiv wäre noch eine allzu freundliche Bezeichnung. Traurig stimmend würde ich diese Frage inklusive der hinter ihr stehenden Motivation nennen.
**Dass sie nebenbei sich von Menschenfleisch ernähren und per Beissen andere ebenfalls in Zombies verwandeln, also für lebende Menschen zu einer tödlichen Gefahr werden - das ist ein Aspekt, der im hier diskutierten Zusammenhang nicht diskutiert werden braucht: im Paradies gibt's wohl kaum biologisch lebende Menschen, deren biologisches Weiterleben per Gebissenwerden bedroht werden könnte, oder?
Ich mache mir um das Leben im Paradies eigentlich nie Gedanken. Ich finde die Beschäftigung mit dem irdischen Leben deutlich spannender.
Zumal wir bei Spekulationen bleiben müssen. Sicher ist nur, da die Ursünde überwunden ist, werden wir alle wieder nackig sein. Und wohl auch wieder jung. Und es wird (unsere) Hunde geben, sonst wäre es kein Paradies.
Wahrscheinlich ist es wie auf Droge sein, nur ohne Nebenwirkungen.
VG
Chey
@chey Und es wird (unsere) Hunde geben, sonst wäre es kein Paradies.
Siehste - auch Ihr Gläubigen könnt Euch nicht ironiefrei eine Vorstellung vom Paradies ausmalen. Difficile est satiram non scribere.
Wahrscheinlich ist es wie auf Droge sein, nur ohne Nebenwirkungen.
So eine Art Paradiesleben hatte schon vor ein paar Jahren Harari in einem seiner Bücher, soviel ich mich erinnere war's "Homo deus" als Möglichkeit erörtert, als es um die Frage ging, womit die Menschen der Zukunft ihre Zeit verbringen. Wäre es nicht entsprechend dem allen Menschenrechten ideell zugrunde liegenden Recht, nach Glück zu streben, nur fair, allen, die's sich wünschen, bei entsprechenden ökonomischen Voraussetzungen einen durchgängigen Drogenrausch zu organisieren?
Ein paar kleinere Probleme wären da zu lösen. Das der "Nebenwirkungen" ist keins - die überwiegende Zahl solcher Nebenwirkungen ist ja indirekter Art (Ansteckung mit Krankheiten durch Teilen des Drogenbestecks mit anderen Drogenkonsumenten, Verwahrlosung und Mangelernährung, finanzierungsinduzierte Probleme a la Beschaffungsprostitution samt der dadurch bedingten Gesundheitsrisiken), direkte negative Auswirkungen der Rauschgifte auf den Körperstoffwechsel sollten sich durch besseres Drogendesign verhindern lassen. Eher schon läge ein Problem im generellen Funktionieren des Suchtmechanismus, bzw. des körpereigenen "Belohnungsprinzips" - die Dosis muss ja ständig erhöht werden, weil der Körper nach und nach halt "Resistenzen" gegen die Wirkstoffe entwickelt.
Andererseits hatte ich z.B. schon einmal einen Heroinabhängigen kennengelernt, der laut eigenen Angaben seit rund 40 Jahren konsumierte. Hhmm... Hätte ihn mal fragen sollen, ob der Stoff nach all den Jahren immer noch genauso "geil kickte" wie zu Anfang - oder ob er nicht inzwischen vor allem deswegen weiter konsumierte, um die psychischen* Entzugserscheinungen beim Absetzen zu vermeiden...
Naja, ich denke, auch diese Problem ließe sich mit technologischem Aufwand lösen.
Die Frage, die sich halt stellt: ist ein Mensch im Drogenrausch nicht nur glücklich, sondern auch selbst-bewußt? Falls nicht: sollte er es eigentlich sein? Sollte er also kein Zombie im oben skizzierten Sinne sein?
*Wäre es ihm nur um die körperlichen Entzugserscheinungen gegangen, hätte er ja auf Methadon wechseln und so eine Menge Geld sparen können.
Ich denke, viele Gläubige haben nicht nur beim Paradies Ironie. Leben des Brian ist z.b. unter Gläubigen oft äußerst beliebt. (Gut, es gibt auch humorfreie Gläubige).
Das mit unseren Hunden war allerdings keine Ironie. Auf ein Paradies ohne meine Frau würde ich verzichten und ohne unsere Hunde wäre es mir als Paradies wirklich schwer vorstellbar.
Vielleicht hast du ja keine Hunde, dann kannst du das nicht nachvollziehen. Frag mal hier Hundemann. Ich denke, der sieht das genauso.
VG
Chey
@chey Das mit unseren Hunden war allerdings keine Ironie. Auf ein Paradies ohne meine Frau würde ich verzichten und ohne unsere Hunde wäre es mir als Paradies wirklich schwer vorstellbar.
Selbstverständlich war das Ironie - insofern Du damit deutlich machtest, wie wenig Sinn Du überhaupt darin erkennst, Dir ernsthaft Gedanken darüber zu machen, wie das Paradies konkret aussehen könnte.
Bei der Beantwortung der Frage: "Wie stellst du dir konkret das Paradies vor, wie werden dessen Bewohner da ihre Zeit verbringen?" hat sich meiner Erfahrung nach bislang noch jeder Christ ganz offen und ehrlich oder per Schwurbelei weggeduckt. Entweder wird geantwortet, dass man es sich nicht vorstellen könne und also einfach - im Vertrauen auf Gott - überraschen lassen werde. Das ist zumindest ehrlich. Oder aber es wird mit Abstrakta geantwortet, was ja schon mit dem Auferstehungsleib oder - siehe die der Fragestellerin gegebene Antwort, auf welche Tojaks Link verweist - geistlichem Leib beginnt:
In der Bibel steht dazu, dass in Vergänglichkeit gesäht wird und die Unvergänglichkeit auferweckt wird (...) Gesät wird ein natürlicher Leib, auferweckt ein geistlicher Leib (1. Korinther 42-44). Nach dem biblischen Verständnis werden die Auferstandenen also lebendig, bewusst und unverweslich sein. Im Gegensatz zu Zombies, in denen der Tod weiterwirkt, wird in der christlicher Überlieferungen der Tod überwunden.
In den Zombies wirkt der Tod also weiter (wie das zu verstehen sei, wird die Antwortende selbst nicht beantworten können, weil es halt Geschwurbel ist, Pudding-Gerede, das kriegste nicht festgenagelt...), während in der christlichen Überlieferung der Tod überwunden wird. Aufgemerkt*: Es wird da ein Gegensatz behauptet zwischen Zombies und einer Überlieferung. Wobei eine Überwindung des Todes genauso eine leere Phrase ist, wie ein weiter wirkender Tod. Kein Mensch kann sich da wirklich was drunter vorstellen, aber es hört sich schon irgendwie sehr weise und durchdacht und geistlich und auch fast richtig an, wenn man die Augen ein wenig zu Schlitzen verengt und knapp dran vorbei denkt. Oder am besten erst gar nicht hinguckt und hindenkt, sondern einfach nickt, weil's die Autorität (Bibel + Helena Malsy!) einem so erzählt.
Und nach dem Auferstehungsleib (ja, ich weiß, manche meinen mit dem Auferstehungsleib nur den Leib Christ, mit dem er sich den ihn nicht so recht wiedererkennen könnenden Jüngern ein paar Tage nach seinem Entkommen aus der Grabhöhle präsentierte, aber das ist wenigstens ein schöner runder Begriff und braucht kein Adjektiv wie der "geistliche Leib") geht's dann ja weiter mit der Verweigerung alles Konkreten. Benötigt dieser Leib Nahrung? Wenn ja - welche? Veganer-Paradies? Und wo kacken die veganen Paradiesbewohner hin? Verdauen die überhaupt? Oder sind alle Speisen im Paradies nur himmlisches Ambrosia, dass duftend wieder ausgeschwitzt wird, ohne dass sich unter den Auferstehungsleibachseln Bakterien ansiedeln?
Was ist überhaupt mit den Bakterien, deren größtes Glück darin besteht, zwischen Achsel- oder Schamhaaren in Höhlen und Falten zu siedeln? Dürfen die gemeinsam mit den Hunden in's Paradies? Und was machen die da dann so - ihre lang vermisste Verwandtschaft umarmen? Was bekommen die Auferstehungsleiber dieser Bakterien zu futtern - himmlischen Schweiß, den sie dann duftend wieder - öhm... - ausschwitzen?
Entschuldige bitte, ich werde von höheren Mächten gezwungen, hier ständig in's Satirische abzurutschen; aber nein, mir fallen keine ernst zu nehmenden Antworten von Christen ein, die jemals auf die Frage nach dem Alltag im Paradies gegeben worden wären.
Und Deine Antwort kann ich eben auch nicht ernst nehmen, weil ich Dir schlicht nicht abnehme, dass Du ernst drüber nachgedacht hast, was Dein Hund da im Paradies zu suchen hat. Der Hund, der Deine Stimme und Deinen Geruch und Dein Aussehen kennt und auf die geprägt wurde - jene Stimme, Geruch und Aussehen, die Du im Paradies nicht mehr haben, und also Deinem Hund als völlig Fremder komplett an der Rute vorbeigehen wirst.
Ich wette sogar, dass Du noch nicht einmal ernst darüber nachgedacht hast, warum Du ausgerechnet für Dein Glück im Paradies Deine Frau brauchen würdest. Du hast Dir diese Frau hier auf der Erde aus irdischen Gründen angelacht: Weil sie so aussah, wie sie aussah. Weil sie so roch, wie sie roch. Weil sie so gut kochen konnte, auch über Deine etwas schwächeren Witze laut und offenbar ehrlich lachen konnte, weil sich herausstellte, dass ihre Kinderwünsche mit Deinen übereinstimmten oder sie (noch wichtiger für gelingende Beziehungen!) ein ähnliches Verhältnis zum Geld hatte wie Du. Von dem brachte sie - da in ihrem Job ziemlich gut - fast mehr heim als Du. Also fast mehr - dank einer ausgeschlagenen Beförderung gerade genug weniger, um Deinen männlichen Stolz nicht zu kränken. Sie versprach Dir Wärme daheim und Unterstützung im Streit mit Deinen Chefs und dem Nachbarn mit seinem Hass auf Hunde - und löste diese Versprechen ein, immer und immer wieder. Sie konnte so gut mit den einfachen Leuten und auch noch Gitarre spielen und... Naja, im Bett war sie auch halt noch gut, Herrschaftszeiten, aber der Gentleman genießt und schweigt! Kurz: sie war eine echt sehr geile Frau, und was Ihr so miteinander erlebtet, verband Euch noch stärker miteinander und ab einem bestimmten Punkt Eurer Beziehung war Dir klar: "Das, was wir zukünftig erleben werden, wird uns noch stärker miteinander verbinden, auch wenn ich mal krank werde, oder sie - wir werden solche erwartbaren Schwierigkeiten gemeinsam meistern und aneinander Kraft und Halt finden..." Und so lebtet Ihr glücklich bis ans Ende Eurer Tage, das, - welch himmlische Fügung! - genau mit dem friedlichen finalen Einschlafen Deines Hundes auf einen Termin fiel.
So. Und nun seid Ihr im Paradies. Sie sieht anders aus als vorher. Sie riecht anders (die Bakterien, die einen Teil ihres unverwechselbaren Geruchs ausmachten, sind ständig auf Verwandtenbesuch zum Umarmen und haben eh keinen Stoffwechsel mit Moschusnote mehr) als vorher. Sie kocht nicht mehr, weil im Paradies nicht mehr gekocht werden braucht, da alle freiwillig von den Bäumen fallenden Früchte stets perfekt auf den Punkt gegart dort im Grase liegen, wo ein Paradiesbewohner mit Appetit (Hunger gibt's nicht dort drüben, denn Hunger ist ein Mangelgefühl) vorbeischlendert. Sie kennt inzwischen alle Deine Witze, kann über die meisten von denen allerdings so gar nicht mehr lachen, weil Witze, die nicht in irgendeiner Form Leidverarbeitung und Umgang mit dem Falschen sind, nicht existieren. Sie könnte noch über Deine unwitzigen Witze lachen, aber wo es keine echt witzigen Witze mehr gibt, existiert auch kein Sinn für ihre Pointen mehr: ohne etwas zu vermissen, oder unter den anderen ständig selig grinsenden Menschen aufzufallen, hat Deine Frau das richtige Lachen komplett eingestellt. Wo kein Leid und nichts Falsches, da kein Witz, Auferstehungleib hin oder her. Lachen gibt's nicht im Paradies, denn Lachen könnte leicht in's Gröhlen entarten und mal im Ernst - passt Gröhlen in's Paradies? Warum nicht gleich noch Furzen, Rülpsen und in den Ärmel schneuzen?!
Kinderwünsche? Die sind erfüllt. Ganz ehrlich: da ist sooooo viel Familie im Paradies, die Dich alle ständig umarmen möchten, (insbesondere die Urururururururururgroßtante dritten Grades väterlicherseits, Du erkennst sie verläßlich an ihrem speziellen Geruch, was Dich ein wenig irritiert, auch wenn Dir nicht einfällt, woran's liegen könnte), dass Du für jede paradiesische Sekunde dankbar bist, die Du mal nicht mit der Family zubringen brauchst - eine Dankbarkeit, die Du allerdings nicht zu verspüren vermagst, weil Du dafür ja Leid verspüren müsstest, solange Du nicht Deine Ruhe hast... Ach, es ist kompliziert, aber am Ende steht fest: Ihr zwei hattet soviele Kinder, wie Ihr haben wolltet, und daran wird sich für die nächsten paar Billionen Jahre auch nichts mehr ändern, was also hat die Gemeinsamkeit hinsichtlich Eurer Kinderwünsche noch für eine Relevanz?
Das Vertrauen auf Beistand in schwierigen Zeiten ist auch kein Thema mehr zwischen Euch beiden: es werden keine schwierige Zeiten mehr kommen. Keine Krankheiten oder Unfälle. Der hundehassende Nachbar schmort in der Hölle, in dem Kochkessel zwischen den ätzenden Chefs. Nicht, dass Du auch nur einen Gedanken an sie verschwenden würdest - immerhin bestünde ja die Gefahr, dass Du ansonsten Mitleid mit ihnen entwickeln könntest, was leider in einem Paradies, als Form von Leid, nicht existieren kann. Schwierige Zeiten, Leid... - Du hast überhaupt kein Konzept davon, was das sein sollte. Was also bleibt übrig, das Deine Frau für Dich im Paradies so unverzichtbar machen würde? Gemeinsame Erinnerungen? Ernsthaft? Guter Sex? Für die nächsten Dreihunderttrillionen Jahre? Ach komm schon! Zusammen auf der Bank sitzen und auf den schönen See im Park schauen, wie sich da der Sonnenuntergang gülden widerspiegelt? Der Effekt nutzt sich ab.
Nein. Ich kann Dir die Ernsthaftigkeit nicht wirklich glauben.
Vielmehr glaube ich Dir die Aussage von einem Posting weiter oben:
Ich mache mir um das Leben im Paradies eigentlich nie Gedanken.
Sowohl die Erwähnung Deiner Frau als auch Deines Hundes waren also ironischer Natur, was deren Notwendigkeit für's Paradies anging.
Dass Du hier auf Erden sowohl Deinen Hund, als auch Deine Frau, womöglich sogar in umgekehrter Reihenfolge, als liebste und am wenigsten verzichtbare Wesen betrachtest, nehme ich Dir dagegen sofort ab. Wie sprach einst der Erleuchtete unter seinem Baume? "Der Hund - der bessere Mensch. Die Katze - der bessere Hund. Die Frau - die bessere Katze. So wähle weise!"
*Verstanden werden soll selbstverständlich, dass nicht Figuren eines Narrativs mit dem anderen Narrativ als solchem verglichen werden, sondern zwei Narrative: "Die Zombies - das sind nur ausgedachte Gestalten, fiktive Horrorfiguren, entworfen zu fragwürdiger Grusel-Unterhaltung - während das, was ihr glauben sollt, einer Überlieferung zu verdanken ist, die allein schon dadurch, dass sie so lange überliefert wurde, eine Respekt verdient, so, wie man auch gegenüber alten Leuten Respekt haben sollte, wenn die mit all ihrem Weltwissen was von sich geben." Weil aber sich die Formulierung, wie Frau Malsy sie verwendete, sich ihr vermutlich als allererstes anbot, verwendet zu werden und irgendwie elegant und fluffig klang, wurde die halt ohne weitres Drübernachdenken genommen: statt Äpfel mit Birnen zu vergleichen kann man gern auch mal Äpfel mit einem Birnenkorb vergleichen. Einfach die Augen leicht zusammenkneifen und leicht dran vorbeidenkeln...
Du scheinst dir jedenfalls ums Paradies deutlich mehr Gedanken gemacht zu haben als ich.
Ich gehe aber davon aus, dass wenn es ein Paradies gibt, ich ich bleibe.
Wer weiß, vielleicht bekommt ja jeder ein individuelles Paradies, so wie er/sie es sich wünscht. Wie meines dann aussieht, weißt Du jetzt ja.
Eine Hölle gibt es übrigens nicht. Zumindest nach meinem Glauben.
VG
Jörg
Veröffentlicht von: @jack-blackIch halte die Frage für interessant, allerdings weder das Interesse der Fragestellerin, wie sie es konkretisiert* : "Sehen wir nach unserer Wiederauferstehung alle aus wie Zombies?", noch die allein nur auf diesen Aspekt eingehende Antwort.
Wie Zombies aussehen, ist wurscht.
Sehe ich auch so. Die Fragestellerin hat wohl mehr Zombie-Filme gesehen als ich. Ich habe da vor allem Bilder von mehr oder weniger verwesten Körpern im Kopf, die schon mal an sich kein angenehmer Anblick wären.
In der Bibel gibt so eine Auferstehungsvision in Hesekiel 37, die auch ganz eindrucksvoll ist. Auf eine persönliche Teilnahme meiner Gebeine an so etwas hätte ich allerdings zurzeit kein Interesse.
Es gibt diese Frage auch in einer konkreteren und nachvollziehbaren Form von Leuten, die in einem schwerbehinderten oder entstellten Körper leben müssen, sei es von Geburt an oder durch Ereignisse hinterher. Da kommen dann auch mal Fragen auf, ob sie bei der Auferstehung genau diesen Körper wiederbekommen. Und den meisten Älteren wäre wohl auch ihr Körper mit, sagen wir mal, 20 Jahren lieber als der aktuelle.
In der Bibel wird auf den sog. "Auferstehungsleib" verwiesen, mit dem es solche Probleme wohl nicht geben soll, aber dieser Auferstehungsleib bleibt eben in seiner Spezifikation sehr vage.
Im Kontext christlicher Jenseitsverheißungen wäre also die Frage dann interessant, wenn gemeint wäre: Haben die wieder auferstandenen Christen im Jenseits irgendwelche eigenen Ziele und Wünsche, treiben sie individuelle Interessen - oder tun sie hirnlos das, was sie zu tun gezwungen sind - lächeln oder jauchzen oder Gott preisen oder glücklich die ausgetauschten Astralleiber ihrer Verwandten umarmen?
Letzteres wird auch schon schwierig. Angenommen, jemand war mehrmals verheiratet oder liiert. Dann würden derlei mehr oder weniger intensive Umarmungen Eifersuchtspotenziel in sich tragen, auch im Himmel.
Diese Frage ist insofern interessant, da ja, wenn man das "irdische Leben" erstmal hinter sich hat, ziemlich viele, wenn nicht sogar alle Ziele, die ein Mensch hier auf Erden so sinnvollerweise verfolgen könnte, obsolet sind: indem nicht mehr das biologische Primat der Reproduktion besteht (wie finde ich Sexualpartner, um Kinder zu zeugen, die meine Gene weiter in die Unendlichkeit tragen) und die davon abzuleitenden Sekundärziele (ökonomischer und sozialer Erfolg) ebenfalls wegfallen,
So ist es. Allein der Ewigkeitsfaktor würde schon reichen, das alles mit der Zeit langweilig werden zu lassen. Simone de Beauvoir hat das mal genial durchgespielt in ihrem Roman "Alle Menschen sind sterblich".
wird's halt eng mit den für Menschen üblichen Zielen, zu deren Erreichung wir Menschen unterschiedliche Wege suchen, was unsere Individualität ausmacht und es so aussehen läßt, als wären wir selbstbestimmt und folgen einem "freien Willen".
Dieses Konzept eines freien Willens (ja oder nein) gekoppelt mit Determinismus (ja oder nein) spielt ja auch schon in der Philosophie des irdischen Lebens eine Rolle. Das klingt ja auch in deiner Formulierung an. Letztlich würde sich dann aber im ewigen Leben nicht viel ändern.
Ich habe schnell und früh aufgehört, mir groß Gedanken darüber zu machen, wie denn dieses verheißene ewige Leben wohl aussehen könnte. Ich lasse das auf mich zukommen und werde es erfahren, oder auch nicht.
Tojak
Werden die Menschen nach ihrer Wiederauferstehung zu einer wertenden Selbstreflexion fähig sein? Werden sie darüber nachdenken können, was sie antreibt zu dem, was sie da so, gewandet in neue Leiber, den lieben langen Tag ad infinitum unternehmen? Verfügen sie über ein Bewußtsein?
Es ist ein wenig müßig darüber nachzudenken, finde ich. Wie willst du da etwas zu sagen, wenn es eine andere Realität sein wird? Die Ziele und Wünsche von hier sind ja auf hiesige Bedingungen zugeschnitten, jenseitige Bedingungen werden andere Ziele und Wünsche hervorbringen und vermutlich auch andere Möglichkeiten.
Wenn ich schwanger war, habe ich mir nie vorstellen können, wie das in mir heranwachsende Kind von seiner Persönlichkeit her sein wird -egal wie sehr ich es probiert habe…es blieb IMMER unvorstellbar und erst wenn es da war, konnte man es kennenlernen und interagieren.
So wird - wenn das Leben hier endet und so Gott will für uns eine neue Realität anbricht - es nichts Bekanntes sein.
Letzte Woche war ich sehr traurig, weil mir bewusst wurde, dass das hier ein endliches Konzept ist und es keine Kontinuität geben wird wie wir sie kennen, wir uns folglich von allem und allen verabschieden müssen, weil wir schlicht und einfach nichts mitnehmen können.
Und egal wie herrlich und toll und astral es sein wird - es ist nicht vergleichbar mit dem irdischen Leben und dieses taugt auch nicht als Ausgangspunkt um es sich vorzustellen.
Ich habe mir sowohl die Frage als auch die Antwort auf evangelisch.de mal durchgelesen und bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich die Antwort einordnen soll. Irgendetwas erscheint mir dabei unvollständig. Mein Eindruck ist, dass die Antwort letztlich in eine gewisse Beliebigkeit mündet und dem individuellen Vorstellungsvermögen sehr viel Raum überlässt. Besonders die Aussage: „Diese Leerstelle können wir nur mit unserer Fantasie füllen“ hat mich nachdenklich gemacht.
Ähnlich verhält es sich mit dem Hinweis: „Sie haben immer die Möglichkeit, beim Sprechen des Glaubensbekenntnisses jene Sätze nicht mitzusprechen.“ Solche Formulierungen erinnern mich zumindest teilweise an liberale und progressive Positionen, die Schwierigkeiten damit haben, bestimmte Glaubensaussagen als verbindlich anzuerkennen. Man gewinnt mitunter den Eindruck, als könne jeder jene Teile des Glaubens auswählen oder auslassen, die ihm persönlich zusagen oder missfallen. Vielleicht interpretiere ich hier auch zu viel hinein und sehe Probleme, wo keine sind. Dennoch wundert es mich, wie schnell und oberflächlich manche Glaubensthemen heute behandelt werden. Mitunter wirkt es so, als würden sie lediglich konsumiert, anstatt sich ernsthaft und existenziell mit ihnen auseinanderzusetzen.
Zunächst stellt sich für mich die Frage, welcher gläubige Christ überhaupt ernsthaft das Bild vor Augen hat, die Auferstehung könne wie eine Szene aus einem Zombie-Film aussehen. Hier lässt wohl eher Hollywood grüßen als die Heilige Schrift.
Dabei müsste man zunächst sogar klären, ob man von „Zombies“ oder „Untoten“ spricht. In der Popkultur wird häufig zwischen beiden unterschieden. Untote entstehen oftmals durch Viren, Laborunfälle oder Pandemien, während Zombies eher mit mystischen oder okkulten Kräften in Verbindung gebracht werden, wie man es beispielsweise aus Voodoo-Erzählungen kennt. In beiden Fällen gelingt es mir jedoch nicht, auch nur die geringste Verbindung zur biblischen Auferstehung herzustellen. Mir ist keine Stelle bekannt, die nahelegen würde, dass die christliche Hoffnung auf Auferstehung mit einem solchen Szenario vergleichbar wäre. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
Möglicherweise war die Formulierung der Fragestellerin auch gar nicht wörtlich gemeint und die Zombie-Metapher diente lediglich dazu, Aufmerksamkeit zu erzeugen und die Frage zugespitzt zu formulieren. Wer weiß das schon …
Doch worum ging es der Fragestellerin eigentlich? Liest man zwischen den Zeilen, könnte man den Eindruck gewinnen, dass hier ein typisch modernes Problem sichtbar wird: das Spannungsfeld zwischen einem säkular geprägten Weltbild und den übernatürlichen Aussagen des christlichen Glaubens.
Würde man viele Menschen heute nach Engeln, Dämonen, dem Himmel oder der Hölle fragen, würden sie vermutlich antworten, dass ihnen der Glaube daran schwerfällt. Die logische Konsequenz könnte sein, nach und nach auch weitere Glaubensinhalte infrage zu stellen, etwa die 7 Tage Schöpfung, Wunderberichte oder schließlich sogar die Auferstehung Christi selbst. Aus lebendigem Glauben und Vertrauen wird dann leicht ein bloßes kulturelles Erbe ohne existenzielle Bedeutung.
Hier stellt sich die Frage, wie Glaubensvermittlung verantwortungsvoll gestaltet werden sollte. Ist es sinnvoll, bestehende Zweifel immer weiter zu verstärken, oder sollte man vielmehr von dem Fundament ausgehen, auf dem der christliche Glaube ruht? Paulus erinnert daran: „Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ 1. Korinther 3,11. Ich drücke es noch deutlicher aus, wer das Vertrauen in das Unerklärliche verlässt, sperrt sich in der vergänglichen Welt ein.
Letztlich muss jede Person, die Glaubensinhalte vermittelt, diese Frage selbst verantworten.
Vielleicht wäre es hilfreicher, deutlicher herauszuarbeiten, worin der Unterschied zwischen Fantasiegestalten wie Feen, Elfen oder Einhörnern und den geistlichen Wirklichkeiten besteht, von denen die Bibel spricht.
Denn was erscheint wahrscheinlicher: dass eine kleine Elfe mit einem Zauberstab angeflattert kommt und Wünsche erfüllt, oder dass ein intelligentes, übernatürliches Wesen aus einer transzendenten Wirklichkeit in unsere Welt eingreift? Letzteres wird zumindest von den biblischen Zeugnissen behauptet und von einer langen Glaubenstradition getragen. Die Auferstehung Jesu beispielsweise wurde nach neutestamentlichem Zeugnis von zahlreichen Menschen bezeugt. 1. Korinther 15,6
Natürlich kann ich auch ein Einhorn bezeugen, aber seine reale Existenz hört da auf, wo Jesus oder einer seiner Engel tatsächlich wirksam wirken, was ein Einhorn als Fantasieprodukt nicht kann. Eine vergleichbare historische Überlieferung für wunscherfüllende Elfen dürfte schwer zu finden sein.
Vielleicht denke ich manchmal zu analytisch über solche Fragen nach. Dennoch bin ich überzeugt, dass sich die Auferstehung deutlich nachvollziehbarer erklären lässt, als sie vollständig der individuellen Fantasie zu überlassen.
Die erwähnte Passage in Johannes 5,28–29 bietet hierzu einen interessanten Ansatz. Das hier verwendete griechische Wort μνημείοις (mnēmeiois), das gewöhnlich mit „Gräber“ übersetzt wird, bezeichnet nicht zwingend das physische Erdgrab. Es trägt vielmehr die Bedeutung eines Erinnerungs- oder Gedächtnisortes in sich. Der Gedanke dahinter könnte sein, dass die Verstorbenen von Gott nicht vergessen sind, sondern in seinem Gedächtnis bewahrt werden. Dies erscheint auch deshalb plausibel, weil ein vollständig verwester Körper, der längst in den biologischen Kreislauf zurückgekehrt ist, schwerlich im wörtlichen Sinn eine Stimme hören könnte. Die Aussage scheint vielmehr auf die personale Existenz des Menschen abzuzielen, die über den physischen Tod hinaus Bestand hat. Die unsterbliche Seele im Totenteich im inneren der Erde, nicht in einem Grab.
Auch Paulus greift diesen Gedanken in 1. Korinther 15,42–44 auf. Alles Irdische ist vergänglich. Das Fleisch vergeht. Die Auferstehung hingegen betrifft eine Wirklichkeit, die nicht der Vergänglichkeit unterworfen ist. Paulus spricht später ausdrücklich von einem „geistlichen Leib“ 1. Korinther 15,44. Von besonderer Bedeutung ist dabei 1. Korinther 15,50
Die christliche Hoffnung richtet sich daher nicht auf eine bloße Wiederbelebung eines verwesenden Körpers. Vielmehr geht es um eine Verwandlung in eine neue, verherrlichte Existenzweise, die der kommenden neuen Schöpfung entspricht.
Zusammenfassend lässt sich daher sagen: Die biblische Auferstehung beschreibt keine „Zombie-Auferstehung“, sondern eine umfassende Erneuerung des Menschen durch Gottes Macht. Sie stellt in jeder Hinsicht eine Verbesserung und Vollendung dar und dürfte ungleich herrlicher sein, als es jede düstere Filmvorstellung jemals vermitteln könnte.
Zum erwähnten Filmklassiker „Night of the Living Dead“ (1968), den ich zufällig kenne, lässt sich noch etwas Interessantes sagen. Tatsächlich geht es dort weniger um Zombies selbst als um eine tiefere philosophische und ethische Frage: Wie gehen Menschen mit den Verwandelten Auferstandenen um? Verdienen jene, die einst Familienmitglieder und Freunde waren, trotz ihres Verlustes von Vernunft und Persönlichkeit weiterhin Mitgefühl und menschliche Würde? Oder sind sie lediglich leere Hüllen ohne Identität? Im Kern berührt der Film damit Fragen nach Personsein, Menschenwürde und den Grenzen der Nächstenliebe. Gerade deshalb besitzt er auch eine gewisse philosophische und theologische Tiefe.
Dies sind meine Gedanken zu diesem Thema. Trotz dieser Überlegungen habe ich weiterhin das Gefühl, dass man die biblische Lehre von der Auferstehung noch wesentlich tiefer und präziser entfalten könnte. Die Heilige Schrift zeichnet jedenfalls kein Bild von Horror und Verfall, sondern eines von Hoffnung, Verwandlung und Vollendung. Darauf verweist auch Offenbarung 21,4
Gerade deshalb gehört die Auferstehung zu den schönsten und hoffnungsvollsten Aussagen des christlichen Glaubens, als Verheißung einer spannenden Zukunft.
LG. Marco
Veröffentlicht von: @marco1977Ich habe mir sowohl die Frage als auch die Antwort auf evangelisch.de mal durchgelesen und bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich die Antwort einordnen soll. Irgendetwas erscheint mir dabei unvollständig. Mein Eindruck ist, dass die Antwort letztlich in eine gewisse Beliebigkeit mündet und dem individuellen Vorstellungsvermögen sehr viel Raum überlässt. Besonders die Aussage: „Diese Leerstelle können wir nur mit unserer Fantasie füllen“ hat mich nachdenklich gemacht.
Die Antwort ist auch für mich unvollständig. Vielleicht muss eine ehrliche Antwort darauf auch unvollständig sein, weil die Bibel auch nichts wirklich Genaues und Vollständiges dazu sagt, wie denn die Auferstehung von den Toten konkret aussieht. Man kann die Lücken mit seiner Fantasie füllen, man kann es aber auch lassen. Ich persönlich lasse es eher sein.
Ähnlich verhält es sich mit dem Hinweis: „Sie haben immer die Möglichkeit, beim Sprechen des Glaubensbekenntnisses jene Sätze nicht mitzusprechen.“ Solche Formulierungen erinnern mich zumindest teilweise an liberale und progressive Positionen, die Schwierigkeiten damit haben, bestimmte Glaubensaussagen als verbindlich anzuerkennen. Man gewinnt mitunter den Eindruck, als könne jeder jene Teile des Glaubens auswählen oder auslassen, die ihm persönlich zusagen oder missfallen. Vielleicht interpretiere ich hier auch zu viel hinein und sehe Probleme, wo keine sind. Dennoch wundert es mich, wie schnell und oberflächlich manche Glaubensthemen heute behandelt werden. Mitunter wirkt es so, als würden sie lediglich konsumiert, anstatt sich ernsthaft und existenziell mit ihnen auseinanderzusetzen.
Deine Bedenken sind m. E. berechtigt. Aber man sollte auch diese Aussage aus der Antwort ernst nehmen: "Die Auseinandersetzung mit den Worten des Glaubensbekenntnisses wiegt meines Erachtens mehr als deren formale Vollständigkeit." Etwas einfach mitzusprechen, ist leicht. Aber was nützt es, wenn das einfach formelhaft geschieht? Irgendwann treten die Leute dann still und leise aus der Kirche aus, weil sie nicht alles davon glauben und erst das Fernbleiben und dann den Austritt als die Möglichkeit ansehen, sich ehrlich zu machen.
Möglicherweise war die Formulierung der Fragestellerin auch gar nicht wörtlich gemeint und die Zombie-Metapher diente lediglich dazu, Aufmerksamkeit zu erzeugen und die Frage zugespitzt zu formulieren. Wer weiß das schon …
Ich habe das als zugespitzte Formulierung angesehen.
Doch worum ging es der Fragestellerin eigentlich? Liest man zwischen den Zeilen, könnte man den Eindruck gewinnen, dass hier ein typisch modernes Problem sichtbar wird: das Spannungsfeld zwischen einem säkular geprägten Weltbild und den übernatürlichen Aussagen des christlichen Glaubens.
Würde man viele Menschen heute nach Engeln, Dämonen, dem Himmel oder der Hölle fragen, würden sie vermutlich antworten, dass ihnen der Glaube daran schwerfällt. Die logische Konsequenz könnte sein, nach und nach auch weitere Glaubensinhalte infrage zu stellen, etwa die 7 Tage Schöpfung, Wunderberichte oder schließlich sogar die Auferstehung Christi selbst. Aus lebendigem Glauben und Vertrauen wird dann leicht ein bloßes kulturelles Erbe ohne existenzielle Bedeutung.
Also so eine Art schiefe Bahn, auf die man gerät, wenn man anfängt, zu fragen. Vielleicht muss man das riskieren. Ich habe diesen Weg gewählt. Die Schöpfung ist nun mal nicht in sieben Tagen passiert. Als damalige Vorstellung war das o.k., aber heute wissen wir es besser, und Glauben wider besseres Wissen funktioniert bei mir nicht. Ich habe mich -zig Jahre damit herumgeplagt und bin erst weitergekommen, als ich den anderen Weg gegangen bin.
Hier stellt sich die Frage, wie Glaubensvermittlung verantwortungsvoll gestaltet werden sollte. Ist es sinnvoll, bestehende Zweifel immer weiter zu verstärken, oder sollte man vielmehr von dem Fundament ausgehen, auf dem der christliche Glaube ruht? Paulus erinnert daran: „Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ 1. Korinther 3,11. Ich drücke es noch deutlicher aus, wer das Vertrauen in das Unerklärliche verlässt, sperrt sich in der vergänglichen Welt ein.
Und wer wider besseres Wissen glaubt, sperrt sich in einer esoterischen Welt ein. Auch nicht gut.
Natürlich kann ich auch ein Einhorn bezeugen, aber seine reale Existenz hört da auf, wo Jesus oder einer seiner Engel tatsächlich wirksam wirken, was ein Einhorn als Fantasieprodukt nicht kann. Eine vergleichbare historische Überlieferung für wunscherfüllende Elfen dürfte schwer zu finden sein.
Eine neutrale überprüfte und überprüfbare Quelle für die biblischen Wunder gibt es auch nicht. Neutral bestätigt ist die Kreuzigung Jesu, das ist das Einzige, aber auch das ist schon viel wert.
Dies sind meine Gedanken zu diesem Thema. Trotz dieser Überlegungen habe ich weiterhin das Gefühl, dass man die biblische Lehre von der Auferstehung noch wesentlich tiefer und präziser entfalten könnte.
Ich weiß nicht, wie das passieren sollte, ohne in Fantasie (oder auch Berufung auf eine nachbiblische Offenbarung, die auch wieder von Fantasie nicht zu unterscheiden ist) überzugehen.
Danke jedenfalls für deine ausführliche und durchdachte Stellungnahme.
Thomas
Veröffentlicht von: @marco1977Ich habe mir sowohl die Frage als auch die Antwort auf evangelisch.de mal durchgelesen und bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich die Antwort einordnen soll.
Irgendetwas erscheint mir dabei unvollständig.
Es ist unvollständig. Aber ich geh davon aus, dass es ja auch nur eine kurze Antwort sein sollte.
Ähnlich verhält es sich mit dem Hinweis: „Sie haben immer die Möglichkeit, beim Sprechen des Glaubensbekenntnisses jene Sätze nicht mitzusprechen.“ Solche Formulierungen erinnern mich zumindest teilweise an liberale und progressive Positionen, die Schwierigkeiten damit haben, bestimmte Glaubensaussagen als verbindlich anzuerkennen. Man gewinnt mitunter den Eindruck, als könne jeder jene Teile des Glaubens auswählen oder auslassen, die ihm persönlich zusagen oder missfallen.
Genau das hab ich auch schon getan - ich hab Sätze nicht mitgesprochen, wenn sie mir nicht 'gepasst' haben.
Ich hatte z.B. lange Zeit Probleme mit dem Satzteil 'heilige, christliche Kirche und Gemeinschaft der Heiligen' - somit hab ich mich da ausgeklinkt.
Vielleicht interpretiere ich hier auch zu viel hinein und sehe Probleme, wo keine sind.
Vermutlich.
Zunächst stellt sich für mich die Frage, welcher gläubige Christ überhaupt ernsthaft das Bild vor Augen hat, die Auferstehung könne wie eine Szene aus einem Zombie-Film aussehen. Hier lässt wohl eher Hollywood grüßen als die Heilige Schrift.
Man kann's gut oder schlecht finden - unsere Vorstellung speist sich aus den Bildern, die wir kennen.
Und wer solche Filme gesehen hat, hat u.U. auch Bilder daraus vor Augen.
Möglicherweise war die Formulierung der Fragestellerin auch gar nicht wörtlich gemeint und die Zombie-Metapher diente lediglich dazu, Aufmerksamkeit zu erzeugen und die Frage zugespitzt zu formulieren. Wer weiß das schon …
Davon geh ich aus.
Zum nächsten Absatz, den ich jetzt nicht auch noch zitieren will - Glaubensvermittlung an 'aufgeklärte Menschen' läuft sicher anders ab als zu Zeiten, in denen vieles, was man heute wissenschaftlich erklären kann (oder es zumindest versucht), als 'unerklärlich' und somit 'übernatürlich' galt.
Vielleicht denke ich manchmal zu analytisch über solche Fragen nach.
Deine bisherigen Beiträge legen diesen Schluss nahe. 😉
Gerade deshalb gehört die Auferstehung zu den schönsten und hoffnungsvollsten Aussagen des christlichen Glaubens, als Verheißung einer spannenden Zukunft.
Ergänzend dazu - jenseits der menschlichen Vorstellungskraft.