Das Papsttum ist biblisch!?
Im Video „Ich war überzeugt: Das Papsttum ist unbiblisch…“ erläutert Sebastian Sch., warum er das Papsttum für biblisch hält. Das könnte eine gute Diskussionsgrundlage sein. 😀
https://youtu.be/abOpGuizT18?is=3H3qylK4cD2MrhRD
Inhaltlich lässt sich die Argumentationsstruktur ungefähr so zusammenfassen:
A) DAS FUNDAMENT IM DAVIDISCHEN KÖNIGREICH: Jesus kommt gemäß den Verheißungen an Maria aus dem Haus Davids und gründet ein strukturiertes Königreich. Im alttestamentlichen Muster des davidischen Reiches, wie es in Jesaja 22 dargestellt wird, besaß der königliche Vorsteher den Schlüssel des Hauses, um das Reich in Stellvertretung des Königs zu verwalten.
B) DIE NAMENSÄNDERUNG UND DER FELS: In Matthäus 16 ändert Jesus Simons Namen zu Petrus. Diese Namensänderung markiert in der Heilsgeschichte einen bleibenden Auftrag, da die Kirche auf diesem Felsen errichtet und vor dem Untergang geschützt wird.
C) DIE ÜBERTRAGUNG DER SCHLÜSSELGEWALT: In direkter Parallele zu den Prophezeiungen aus Jesaja 22 überträgt Jesus in Matthäus 16 die Schlüsselgewalt und die Vollmacht zum Binden und Lösen an Petrus. Dies bedeutete im jüdischen Kontext des ersten Jahrhunderts eine rechtlich und theologisch verbindliche Autorität zur Gesetzesauslegung.
D) DER SCHUTZ VOR IRRTUM: Die Zusage in Matthäus 16, dass irdische Entscheidungen des Petrus im Himmel Gültigkeit besitzen, impliziert den göttlichen Schutz vor einer Fehlleitung der Gesamtkirche. Die spätere Lehre der päpstlichen Unfehlbarkeit entfaltet somit das, was in dieser Zusage Christi bereits angelegt war.
E) DER AUFTRAG ZUM LEITEN UND DIENEN: In Lukas 22 verbietet Jesus Führung nicht grundsätzlich, sondern definiert Autorität im Reich Gottes neu als Dienst Unmittelbar danach erhält Petrus den spezifischen Auftrag, seine Brüder im Glauben zu stärken.
F) DIE BESTÄTIGUNG ALS HIRTE: Nach der Auferstehung fordert Jesus Petrus in Johannes 21 zu einem dreifachen Liebesbekenntnis auf, um seine dreifache Verleugnung zu heilen. Mit den Worten, er solle seine Lämmer und Schafe weiden, wird Petrus als leitender Hirte und Verwalter der Herde Christi eingesetzt.
I. Wer würde Sebastian mit welchen Argumenten widersprechen?
II. Wer hat weitere Argument für die Sichtweise von Sebastian?
Hi,
also ich selber glaube nicht das dieses "Papsttum" biblisch ist. Als Laie erkenne ich das sogar anhand der Schrift.
Es gibt einen Artikel der das sehr gut beschreibt, warum das nicht so ist. Ich selber habe nicht die Fähigkeit Worte zur Erklärung zu gebrauchen.
Warum ist das nicht biblisch? Dieser absolute Anspruch der "Organisation". Ich nenne es Organisation, weil diese Sonderlehren verbreitet. Es zählt nur das Wort und nicht ein Anspruch. Gott allein versorgt alleine mit seinem Wort und nicht das Papsttum.
Gott hat jeden Gläubigen mit seinem Hl. Geist ausgestattet. Somit braucht es keine "Organisation" der dies oder das erlaubt oder verbietet.
Das ist auch meine Meinung.
Weiteres unter dieser Verlinkung.
Spätestens bei D bricht das Kartenhaus zusammen.
Wer in Kirchengeschichte aufgepasst hat, kann nicht ernsthaft behaupten, dass dessen Lehre Und Handeln Irrtumslos war.
Aber auch die Punkte davor könnte man in Frage stellen. Aber die Arbeit will ich mir ehrlich nicht machen.
A) DAS FUNDAMENT IM DAVIDISCHEN KÖNIGREICH: Jesus kommt gemäß den Verheißungen an Maria aus dem Haus Davids und gründet ein strukturiertes Königreich. Im alttestamentlichen Muster des davidischen Reiches, wie es in Jesaja 22 dargestellt wird, besaß der königliche Vorsteher den Schlüssel des Hauses, um das Reich in Stellvertretung des Königs zu verwalten.
Diese Verheissung des davidischen Königreiches ist auf Jesus gerichtet, denn er alleine sitzt für ewig auf dem Thron. Für alle irdischen kandidaten war die Verheissung konditional.
Wie zum Beispiel hier eine von vielen Stellen:
2. Chronik 7,16 So habe ich nun dies Haus erwählt und geheiligt, dass mein Name dort sein soll ewiglich, und meine Augen und mein Herz sollen dort sein allezeit. 17 Und wenn du vor mir wandelst, wie dein Vater David gewandelt ist, dass du alles tust, was ich dich heisse, und meine Gebote und Rechte hältst, 18 so will ich den Thron deines Königtums bestätigen, wie ich mich deinem Vater David verbunden habe und gesagt: Es soll dir nicht fehlen an einem Mann, der über Israel Herr sei.
Die Verheissung der irdischen Repräsentation ist in allen Fällen konditional und an das Befolgen der Gebote Gottes gebunden. Wenn also das Davidische Königreich als Vorbild genommen werden soll, dann ist dieser Faktor zu berücksichtigen.
B) DIE NAMENSÄNDERUNG UND DER FELS: In Matthäus 16 ändert Jesus Simons Namen zu Petrus. Diese Namensänderung markiert in der Heilsgeschichte einen bleibenden Auftrag, da die Kirche auf diesem Felsen errichtet und vor dem Untergang geschützt wird.
Das ist nicht die einzige Namensänderung, die Jesus gemacht hat
Markus 3,16 Und er setzte die Zwölf ein: Simon – ihm gab er den Namen Petrus – 17 und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus – ihnen gab er den Namen Boanerges, das heisst: Donnersöhne
Und was die Bezugnahme auf Matthäus 16 betrifft
16 Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, des lebendigen Gottes Sohn! 17 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel. 18 Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.
Der Fels kann in diesem Abschnitt auf Petrus bezogen werden, diese Interpretation ist vollkommen legitim. Der Fels kann aber auch auf die Proklamation von Petrus bezogen werden, nämlich dass Jesus der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, sei, und Jesus selbst ist ja der Fels, den die Bauleute verworfen haben. Beide Interpretationen sind vom Griechischen her zulässig und wahrscheinlich ist hier ein Wortspiel, das beides impliziert.
Da ist allerdings auch noch die Möglichkeit einer dritten Interpretation, und die hat mit dem Ort zu tun.
In diesem Fall bezieht sich dies wahrscheinlich auf das Reich der Toten im Allgemeinen (die Unterwelt) – ähnlich wie das hebräische Wort „Scheol“. Jesus und seine Jünger befinden sich in Cäsarea Philippi, das am Fuße des Hermon liegt. Diese Region wird in der altorientalischen, jüdischen und griechischen Literatur mit dem Tor zur Unterwelt, zu den Göttern und anderen geistigen Wesen in Verbindung gebracht. Das Alte Testament verbindet die Region, die dort „Basan“ genannt wird, zudem mit einem bösen Riesenstamm und Götzendienst (5. Mose 2,10–12; 3,1.10–11; Josua 12,1–5). Jesus scheint damit sagen zu wollen, dass die Kirche durch seine Kraft die Mächte des Bösen und den Tod selbst überwinden wird. Da im griechischen Originaltext die Präposition „gegen“ in diesem Vers fehlt, lässt sich der Satz wörtlich mit „die Pforten des Hades werden ihr nicht standhalten“ übersetzen. Vor diesem Hintergrund deutet der Vers darauf hin, dass die Pforten des Hades, des Reiches des Todes und des Bösen, dem Vormarsch der Kirche keinen Widerstand leisten können.
John D. Barry u. a., Faithlife Study Bible (Bellingham, WA: Lexham Press, 2012, 2016), Mt 16,18.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Deshalb lese ich diese Stelle wie folgt
Du bist Petrus, und auf diesen Felsen (der Deklaration Petri) will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Hades werden ihr (der Gemeinde) nicht standhalten.
Also durch den Glauben an den Sohn Gottes wird die Gemeinde die Hölle überwinden.
C) DIE ÜBERTRAGUNG DER SCHLÜSSELGEWALT: In direkter Parallele zu den Prophezeiungen aus Jesaja 22 überträgt Jesus in Matthäus 16 die Schlüsselgewalt und die Vollmacht zum Binden und Lösen an Petrus. Dies bedeutete im jüdischen Kontext des ersten Jahrhunderts eine rechtlich und theologisch verbindliche Autorität zur Gesetzesauslegung.
Ja nur die Schlüsselgewalt wird ja nicht exklusiv an Petrus übertragen, sondern an alle Gläubigen.
Matthäus 18,16 Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch zweier oder dreier Zeugen Mund bestätigt werde. 17 Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner. 18 Wahrlich, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein. 19 Wahrlich, ich sage euch auch: Wenn zwei unter euch einig werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. 20 Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
Also, wo zwei oder drei zusammenkommen, haben sie die gleiche Gewalt wie Petrus.
D) DER SCHUTZ VOR IRRTUM: Die Zusage in Matthäus 16, dass irdische Entscheidungen des Petrus im Himmel Gültigkeit besitzen, impliziert den göttlichen Schutz vor einer Fehlleitung der Gesamtkirche. Die spätere Lehre der päpstlichen Unfehlbarkeit entfaltet somit das, was in dieser Zusage Christi bereits angelegt war.
Schutz vor Irrtum, 3 Verse später sagt Jesus zu Petrus
Geh weg von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.
Gehört das auch zum päpstlichen Stellenbeschrieb? Ziemlich selektiv die Argumentation.
E) DER AUFTRAG ZUM LEITEN UND DIENEN: In Lukas 22 verbietet Jesus Führung nicht grundsätzlich, sondern definiert Autorität im Reich Gottes neu als Dienst Unmittelbar danach erhält Petrus den spezifischen Auftrag, seine Brüder im Glauben zu stärken.
Petrus erhält den Auftrag, umzukehren und zu widerstehen und danach seine Brüder zu stärken. Daraus einen Auftrag zur Leitung zu machen ist etwas konstruiert.
F) DIE BESTÄTIGUNG ALS HIRTE: Nach der Auferstehung fordert Jesus Petrus in Johannes 21 zu einem dreifachen Liebesbekenntnis auf, um seine dreifache Verleugnung zu heilen. Mit den Worten, er solle seine Lämmer und Schafe weiden, wird Petrus als leitender Hirte und Verwalter der Herde Christi eingesetzt.
Zugegeben, das ist ein starkes Argument. Petrus ist hier definitiv zum Hirtendienst berufen. Die Frage ist aber, ob es dies auch eine Berufung zum Statthalter Christi ist.
Generell, selbst wenn Petrus eine einzigartige Sonderstellung unter den Aposteln hatte. Stellt sich die Frage, ob diese Sonderstellung "vererbt" wurde und warum ausgerechnet der Bischof von Rom diese Sonderstellung innehaben soll.
Nachdem ich gegen die Argumente aus dem Video (das ich nicht geschaut habe, du aber dankbarer Weise zusammengefasst hast) gekontert habe, hier noch biblische Argumente gegen das Papsttum.
Die Bibel enthält mehrere grundlegende Aussagen, die einer universalen päpstlichen Autorität widersprechen:
Christus als einziges Haupt und Mittler
Christus wird als Haupt der Kirche dargestellt (Eph 1,22–23), und es gibt nur einen Vermittler zwischen Gott und Menschen: den Menschen Jesus Christus (1. Tim 2,5). Dies schliesst die Vorstellung aus, dass eine menschliche Person eine vermittelnde Rolle zwischen Gott und der Gemeinde einnehmen könnte, die dem Amt des Christus ähnelt.
Verbot hierarchischer Titel und Autorität
Jesus verbietet seinen Jüngern, sich “Rabbi”, “Vater” oder “Lehrer” nennen zu lassen, da sie alle Brüder sind und nur einen Lehrer haben – Christus (Mt 23,8–10). Dies steht in direktem Widerspruch zu einem System, das einen Bischof über alle anderen erhebt, siehe Punkt drei: Dienst statt Herrschaft. Und dazu kommt, dass ein Bischof (Ältester) verheiratet sein soll und durch ein vorbildliches Familienleben die Legitimation liefert, einer Gemeinde zu dienen. Das heisst, das aktuelle System widerspricht dem biblischen Zeugnis.
Dienst statt Herrschaft
Jesus lehrt, dass unter seinen Nachfolgern nicht gelten soll, was unter weltlichen Herrschern üblich ist, sondern dass Grösse durch Dienst erreicht wird (Mt 20,25–28). Älteste sollen die Gemeinde nicht beherrschend leiten, sondern als Vorbilder vorangehen (1. Petr 5,1–4). Und gerade diesen Punkt finde ich absolut kritisch, denn das Papsttum hat sich in seiner Geschichte definitiv wie weltliche Herrscher verhalten.
Autorität bei allen Aposteln
Nach mehreren Bibelstellen erhielten nicht nur Petrus, sondern alle Apostel die Schlüssel. Auch dass Petrus eine besondere Autorität haben soll, wird in der Bibel nicht bezeugt. Paulus widerstand Petrus öffentlich (Gal 2,11–14), und beim Apostelkonzil sprach nicht Petrus das Urteil, sondern Jakobus. Es ist nicht unbedeutend, dass bei der einzigen biblisch überlieferten Entscheidung der Apostel nicht Petrus, sondern der (leibliche) Bruder Jesu, das entscheidende Votum geliefert hat.
Allgemeines Priestertum
Christus machte alle Gläubigen zu einem Königreich von Priestern (Offb 1,5–6), was nicht ausschliesst, dass manche zu Hirten, Ältesten (Bischof), Diakonen, Propheten und Lehrern berufen sind. Aber es soll keine Hierarchie mit einem obersten Priester geben, dem Gehorsam geschuldet wird. Gehorsam wird nicht einer einzelnen Person, sondern der Gemeinde als Ganzes geschuldet.