Evangelium nach Mar...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Evangelium nach Markus, hinzugefügte Endung


Arcangel
Themenstarter
Beiträge : 3511

Im Evangelium nach Markus wurden die Verse aus Kapitel 16, 9-20 erst über 100 Jahre nach Markus in den Text eingefügt. Diese Verse kommen in den frühen Manuskripten nicht vor, und tauchen erst Mitte des zweiten Jhr. im Text auf. Auch gibt es in diesen späten Hinzufügung zwei Versionen (eine kurze und eine Lange) und Kombinationen von den Beiden. Das Markus Evangelium endet original also mit den Vers 8 in Kapitel 16.

5 Und sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem langen, weissen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr. 6 Er aber sagt zu ihnen: Erschreckt nicht! Jesus sucht ihr, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier. Das ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt haben. 7 Doch geht, sagt seinen Jüngern und dem Petrus, dass er euch vorausgeht nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. 8 Da gingen sie hinaus und flohen weg vom Grab, denn sie waren starr vor Angst und Entsetzen. Und sie sagten niemandem etwas, denn sie fürchteten sich.

Was löst dieses Ende in euch aus, Markus war wohl das erste Evangelium das Geschrieben wurde, wenn man also die anderen Evangelien und die neutestamentlichen Briefe noch nicht hatte, was löst dieses Ende aus, was wollte Markus mit diesem Ende aussagen.

Antwort
26 Antworten
Gelöschtes Profil
Beiträge : 327

Keine hinzugefügte Endung... Verloren und wiedergefunden!

Veröffentlicht von: @arcangel

Im Evangelium nach Markus wurden die Verse aus Kapitel 16, 9-20 erst über 100 Jahre nach Markus in den Text eingefügt.

Genauer zitiert Irenäus aus Mk 16,19 um 185 n.Chr., was aber nicht bedeuten muß, daß sie vorher nicht schon vorhanden waren. Wörtlich zum ersten Mal im Codex Alexandrinus und im Codex Ephraemi (rescriptus) belegt, beide aus dem 5. Jahrhundert.

Veröffentlicht von: @arcangel

Das Markus Evangelium endet original also mit den Vers 8 in Kapitel 16.

Das weiß kein Mensch mit Sicherheit zu sagen. Das Ende nach Vers 8 ist viel zu abrupt und paßt nicht zusammen in den Rahmen mit dem Anfang. Ich vermute zusammen mit vielen anderen Christen, daß der ursprüngliche Schluß kurzzeitig verschwunden war und später wieder herbei- bzw. nachgetragen wurde. Ob von Markus noch selbst geschrieben oder nachgeschrieben von einem andern, das ist auch nicht sicher. Das vermute ich. Aber eines weiß ich sicher, nämlich daß Gott über sein Wort wacht:

Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.

Wenn Mk 16,9-20 wohl auch kurz "verschwunden" war, hat Gott es doch wieder hervorgeholt und da hineingetan, wo es hineingehört. So wie er es immer tut. Ganz sicher.

😊

deleted_profile antworten
14 Antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3511
Veröffentlicht von: @plueschmors

Genauer zitiert Irenäus aus Mk 16,19 um 185 n.Chr.

Das heisst, wenn wir Irenäus als erste schriftliche Quelle für diesen Vers nehmen. Dann währen da rund 130 Jahre zwischen dem Original und dem (Wieder)Auftauchen der verschollenen Verse, warum ich ja auch in meinem Eingangsstatement von über 100 gesprochen habe, was sehr konservativ ist. Und das ist wohlgemerkt kein kompletter Text der komplette Text von 9-20 taucht erst im Codex Bezae oder die von dir erwähnten Codizes auf und das sind dann doch über 400 Jahre nach Mark. Ältere Codex wie der Vaticanus und der Sinaiticus aus dem 4 jhr. haben die Verse nicht. Wie kommt es das ganze Verse verloren gehen und dann nach 400 jahren plötzlich wieder da sind.

Veröffentlicht von: @plueschmors

Ich vermute zusammen mit vielen anderen Christen, daß der ursprüngliche Schluß kurzzeitig verschwunden war

Über 400 Jahre das ist, dieselbe Zeitspanne wie seit Ende der Reformation bis heute.

Veröffentlicht von: @plueschmors

Wenn Mk 16,9-20 wohl auch kurz "verschwunden" war, hat Gott es doch wieder hervorgeholt und da hineingetan, wo es hineingehört. So wie er es immer tut. Ganz sicher.

Kann man so sehen oder die mittelalterlichen Verfassen waren genauso entnervt vom abrupten Ende von Mark, das sie sich auf Überlieferungen anderer Quellen wie zum Beispiel, die aus der Irenäus zitiert stützen und selbst ein Ende einfügen.

Was ja nicht bedeutet, dass es deshalb kein authentischer Bericht ist, sondern lediglich das es nicht Markus war, der dieses Ende so geschrieben hat.

Aber wenn ich jetzt deiner Vermutung folge, das Gott die verschwundenen Verse wieder hervorgebracht hat, woher weiss ich denn, dass spätere Einfügungen, Änderungen und Weglassungen nicht auch Gottes Werk sind. Wie erkennt man eine solche Mutation als Gott gewirkt und vor allem, wenn es zwei Varianten gibt, welche der beiden ist Gott gewirkt.

arcangel antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 327
Veröffentlicht von: @arcangel

Wie kommt es das ganze Verse verloren gehen und dann nach 400 jahren plötzlich wieder da sind.

Eben waren´s noch 100 Jahre 😉 ... Na und? Das Buch des Gesetzes hat Hilkija auch erst nach langer, langer Zeit plötzlich wiedergefunden, als schon keiner mehr wußte, was drin stand. Ob 400 Jahre oder 4 Tage. Das ist bei Gott einerlei.

Veröffentlicht von: @arcangel

Ältere Codex wie der Vaticanus und der Sinaiticus aus dem 4 jhr. haben die Verse nicht.

Ja, die haben so einiges nicht. Die Schreiber haben schwer geschludert, ein Grauen für jeden rechtschaffenen Lehrer. Vaticanus läßt nach Mk 16,8 allerdings erstaunlich viel Platz, als wüßte der Schreiber, daß da noch was hinkommt.

Veröffentlicht von: @arcangel

Kann man so sehen oder die mittelalterlichen Verfassen waren genauso entnervt vom abrupten Ende von Mark...

"Entnervt" bin ich durchaus nicht. Auch ohne Mk 16,9-20 wäre das Evangelium lesbar. Es würde dann mit Staunen und Ehrfurcht enden. Auch gut.

Veröffentlicht von: @arcangel

...woher weiss ich denn, dass spätere Einfügungen, Änderungen und Weglassungen nicht auch Gottes Werk sind...

Das wirst Du freilich mit dem Evangelium insgesamt vergleichen müssen. Ich spare mir hier mal die Umformulierung von Mk 16,9-20...

Würden die "Alternativen" denn irgendwas am Evangelium ändern? Wenn ja, weg damit. Wenn nein, hör´s Dir zumindest mal an. Wie die Apokryphen.

deleted_profile antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3511
Veröffentlicht von: @plueschmors

Auch ohne Mk 16,9-20 wäre das Evangelium lesbar. Es würde dann mit Staunen und Ehrfurcht enden. Auch gut.

Ja, und mehr noch ein hineinversetzt sein in die Situation der ersten
Kirche, Jesus ist auferstanden und jetzt....

Veröffentlicht von: @plueschmors

Eben waren´s noch 100 Jahre 😉

Du hast aber schon gelesen was ich geschrieben habe oder?

Veröffentlicht von: @plueschmors

Würden die "Alternativen" denn irgendwas am Evangelium ändern? Wenn ja, weg damit. Wenn nein, hör´s Dir zumindest mal an. Wie die Apokryphen.

Kleiner quiz Römer 16,7 werden da zwei Männer erwähnt oder ein Mann und eine Frau, Junia oder Junias (Junias war nicht einmal ein antiker Männername) man findet die Weiblich Form in den Älteren Texten und die Männliche in den Jüngeren Texten. Und in den Deutschen Übersetzungen findet man je nach theologischer Prägung die eine oder die andere Form.

Was ist nun Gottes Wort, nennt hier Paulus eine Frau Apostel oder ist es ein Mann. Die Sprengkraft hinter dieser Frage sollte dir bewusst sein oder?

arcangel antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 327
Veröffentlicht von: @arcangel

Du hast aber schon gelesen was ich geschrieben habe oder?

Jo:

Im Evangelium nach Markus wurden die Verse aus Kapitel 16, 9-20 erst über 100 Jahre nach Markus in den Text eingefügt. Diese Verse kommen in den frühen Manuskripten nicht vor, und tauchen erst Mitte des zweiten Jhr. im Text auf.

Mißverständnis? Magste aufklären? Welchen Text meinst Du genau? 100 Jahre später...

Veröffentlicht von: @arcangel

Was ist nun Gottes Wort, nennt hier Paulus eine Frau Apostel oder ist es ein Mann. Die Sprengkraft hinter dieser Frage sollte dir bewusst sein oder?

Ist vielleicht für Gruppen interessant, die noch die Frauenordination ablehnen. Ich bin evangelisch. Daß Frauen in der Urgemeinde wichtige Dienste verrichtet haben, ist mir klar: Lydia, Phoebe, Priska, meinetwegen auch eine Junia und die vielen, vielen, die wir nicht mit Namen kennen. Ist doch heute in der Kirche nicht anders: Wer opfert sich denn auf und macht und tut und hilft und hier und da und überall? Frauen! Also bei mir springt nix in die Luft. Ob Junia oder Junias.

deleted_profile antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3511

Laut katholischer Darstellung ist die Passage seit dem 2Jhr, die auch als langes Ende beschrieben wird (es gibt ja auch noch ein kurzes Ende) belegt. Text Zeugnisse hierfür gibt es ausser der Erwähnung von Irenäus keine.

Aber da ist die Situation für Texte aus den ersten 2 Jhr allgemein eher dünn.

Ich habe mich an die offizielle kanonische Tradition gehalten da selbst, die davon ausgeht, dass der Text nicht vor dem 2Jhr belegt ist.

Tatsache ist der Text taucht in Kodizes vor dem 5 Jhr nicht auf, danach ist es eine gemischte Sache, mal taucht das Lange Ende ohne Kommentar auf manchmal kommentiert.

arcangel antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 327
Veröffentlicht von: @arcangel

Laut katholischer Darstellung ist die Passage seit dem 2Jhr, die auch als langes Ende beschrieben wird (es gibt ja auch noch ein kurzes Ende) belegt. Text Zeugnisse hierfür gibt es ausser der Erwähnung von Irenäus keine.

Interessant. Dann behauptet die katholische Kirche das Vorhandensein des langen Textes schon im 2. Jahrhundert, obwohl Irenäus nur Vers 19 zitiert (zugegeben der vorletzte Vers, also müßte es die lange Version ja schon gegeben haben)?

Veröffentlicht von: @arcangel

Tatsache ist der Text taucht in Kodizes vor dem 5 Jhr nicht auf, danach ist es eine gemischte Sache, mal taucht das Lange Ende ohne Kommentar auf manchmal kommentiert.

Ja. In meiner Luther steht als Randnotiz zu Mk 16,9-20: "...vermutlich hinzugefügt, um dem Markus-Evangelium einen den andern Evangelien entsprechenden Abschluß zu geben".

Naja. Vermutungen. Gedankenspielereien. Kann man machen.

Für mich ändert sich aber nix.

deleted_profile antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3511
Veröffentlicht von: @plueschmors

Ist vielleicht für Gruppen interessant, die noch die Frauenordination ablehnen. Ich bin evangelisch. Daß Frauen in der Urgemeinde wichtige Dienste verrichtet haben, ist mir klar: Lydia, Phoebe, Priska, meinetwegen auch eine Junia und die vielen, vielen, die wir nicht mit Namen kennen. Ist doch heute in der Kirche nicht anders: Wer opfert sich denn auf und macht und tut und hilft und hier und da und überall? Frauen! Also bei mir springt nix in die Luft. Ob Junia oder Junias.

Auch ein einfacher Art eine Frage nicht zu beantworten, denn selbst wenn für dich Frauen Ordination kein Problem darstellt, und du mit Junia als Apostel kein Problem hast, hast du die Frage nicht beantwortet wie man den nun beurteilen soll, welche Variante die von Gott gewollte ist.

Du bist nicht zufällig Politiker.

arcangel antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 327
Veröffentlicht von: @arcangel

Selbst wenn für dich Frauen Ordination kein Problem darstellt, und du mit Junia als Apostel kein Problem hast, hast du die Frage nicht beantwortet wie man den nun beurteilen soll, welche Variante die von Gott gewollte ist.

Du meinst jetzt die Variante Junias oder Junia? Hab ich doch schon im Voraus beantwortet:

Würden die "Alternativen" denn irgendwas am Evangelium ändern? Wenn ja, weg damit. Wenn nein, hör´s Dir zumindest mal an. Wie die Apokryphen.

Ich kann nur sagen, daß es für mich nichts am Evangelium ändert, ob da eine Junia oder eine Junias gewirkt hat. Was könnte es denn für einen Unterschied machen? Vertreter der Frauenordination jetzt mal außen vor.

Nachtrag vom 04.06.2020 1607
Meine natürlich "ein Junias" und "Gegner der Frauenordnination"... Entschuldigt, das hohe Alter...

😛

deleted_profile antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 327

Grrr!... Zitat "Würden..." usw. von MIR, nicht von Arcangel...

deleted_profile antworten
Pankratius
(@pankratius)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 1322
Veröffentlicht von: @arcangel

Ältere Codex

Die Pluralform ist 'Codices'.

pankratius antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3511
Veröffentlicht von: @pankratius

Die Pluralform ist 'Codices'.

oder Kodizes

Nachtrag vom 04.06.2020 1515
Auch klugscheissen kann, ohne substanziell etwas beizutragen

arcangel antworten
Pankratius
(@pankratius)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 1322

Von ist der Plural .
Von gibt es die Pluralformen und .
(nach Duden)

pankratius antworten
mirwirdnichtsmangeln
(@mirwirdnichtsmangeln)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 106

Wie kommt es das ganze Verse verloren gehen und dann nach 400 jahren plötzlich wieder da sind.

Hallo Arcangel,

genauer betrachtet ist vielleicht diese Passage nie verloren gewesen.

Denn die Gleichung älterer=besserer Text ist ja so nicht richtig. Denn alle aufgefundenen Textzeugnisse sind Kopien, wir haben ja nicht das Originalmanuskript von Markus. Und von diesen Kopien ist ja nur ein Bruchteil überhaupt erhalten bzw. gefunden.

Wenn nun neuere Kopien mehr Text enthalten als ältere, drängt sich zunächst der Gedanke auf, da hat jemand später etwas hinzugefügt.

Aber gibt nun mal keinen Beweis dafür, dass bei den erhaltenen Kopien die neuere von der älteren abgeschrieben wurde. Sondern die neuere könnte auch von nicht mehr existierenden Kopien abgeschrieben worden sein, die die scheinbar (!) ergänzte Passage noch enthielt.

Anders gesagt, wenn jemand verfälscht, egal ob gestrichen oder ergänzt, hat sich diese Verfälschung (wobei dieses Wort schon wertend ist, es kann sich auch um ein Versehen handeln) doch nicht auf alle späteren Kopien ausgewirkt, sondern logischerweise nur auf die, die wiederum von dieser abgeschrieben wurden. Die Verfälschung kann also zu jedem Zeitpunkt stattgefunden haben, weswegen das Alter der Kopie nichts über deren Texttreue aussagt.

Und es könnte sogar sein, dass Markus selbst sein Evangelium noch ergänzt hat zu einem Zeitpunkt, als frühere Fassungen schon im Umlauf waren, und von beiden wurde abgeschrieben, weswegen aus späteren Jahrhunderten beide Fassungen vorhanden sind.

mirwirdnichtsmangeln antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3511

Da stimme ich dir zu alles möglich. Aber ehrlich gesagt wenig Plausibel.
Irenäus zeigt ja auf das der Text oder zumindest Teile daraus im 2Jhr bekannt war.

Die Frage ist dann halt, warum ein unumstrittener Text, der Inhalt des Textes führt ja zu keinen Kontroversen, einfach so aus der Mitte einer Textsammlung verschwindet.

arcangel antworten


andreas
Beiträge : 1671

Rein erzählerisch, wenn das der ursprüngliche Schluss gewesen sein sollte, würde er mir sagen: Die Geschichte ist noch nicht vorbei. Selbst wenn sie bis zu dieser Stelle erzählt wurde, geht sie doch weiter. In gewisser Weise bis heute.

Das gilt letztlich für jedes der vier Evangelien, und Johannes hat es ja sogar thematisiert, Markus hingegen möglicherweise erzählerisch deutlich gemacht.

Damit ist freilich inhaltlich nichts gegen die darauf folgenden Verse gesagt.

Textgeschichtlich finden sich für alle Theorien überzeugende Argumente.

andreas-wendt antworten
6 Antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3511
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Damit ist freilich inhaltlich nichts gegen die darauf folgenden Verse gesagt.

Das ist auch nicht meine Absicht.

Ich habe mir ähnliche Gedanken wie du gemacht, wenn das der Schluss war, dann will Markus vielleicht damit den Leser genau in diese Situation versetzen. Das Grab ist leer und das Zeugnis, das er auferstanden ist, hat der Leser von einem Engel (Boten) gehört. Will Markus das sich der Leser über die Angst der Frauen empört und zum Mutigen verkündigen ermuntern?

arcangel antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1671
Veröffentlicht von: @arcangel

Will Markus das sich der Leser über die Angst der Frauen empört

Das denke ich nicht.
Denn das "sie erzählten niemandem etwas" stimmt ja zum Zeitpunkt, da Markus das schrieb, gar nicht mehr.
Sie haben irgendwann davon erzählt, sonst hätte Markus es nicht erfahren und aufschreiben können.

andreas-wendt antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3511
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Denn das "sie erzählten niemandem etwas" stimmt ja zum Zeitpunkt, da Markus das schrieb, gar nicht mehr.

Offensichtlich,

Doch da stellt sich die Frage warum dann so aufhören?

arcangel antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1671

Weil der Schluss einen Doppelpunkt setzen soll.

So wie in fast jedem der Gleichnisse, die Jesus erzählt.

andreas-wendt antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3511
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Weil der Schluss einen Doppelpunkt setzen soll.

Ja da bin ich wohl ganz deiner Meinung.

arcangel antworten
Menge
 Menge
(@menge)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 122
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Denn das "sie erzählten niemandem etwas" stimmt ja zum Zeitpunkt, da Markus das schrieb, gar nicht mehr.

Logisch.

Es gibt aber noch eine andere logische Möglichkeit: Die Frauen erzählten niemandem etwas, weil es gar nicht nötig ist, dass sie es irgendwem erzählen, weil ich, der Leser die Botschaft schon kenne – und zwar vom Erzähler dieser Geschichte! Viel wichtiger als dieser literarische Kunstgriff des leeren Grabes ist doch die Botschaft, die mir mitgeteilt wird:

Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.

Wo hat Jesus das gesagt? In Mk 14,28, genau an der Stelle, als er zu Petrus sagt: "Heute, in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen."

Wie Petrus neige ich dazu, mich und meinen Glauben maßlos zu überschätzen, bilde mir ein, Jesus niemals zu verleugnen – und doch ... im Alltag ... wenn ich ehrlich bin ... nicht nur dreimal ...

Das ist aber für Markus nicht das Heilsentscheidende. Er weist mich doch "im leeren Grab" darauf hin, dass der Auferstandene vor mir hingeht nach Galiläa.

Markus hat mir bis hierhin die Geschichte von Jesus, dem Nazarener erzählt. Nun will er mir aber noch die eigentliche Geschichte des Auferstandenen erzählen. Ich bin doch keinen Deut besser als die schwer zu belehrenden Jünger, die ein ums andere mal nicht kapiert haben, mit wem sie es da zu tun haben, die so oft nur den Menschen, den Nazarener gesehen haben und erst viel später wirklich glauben konnten, wer der Auferstandene ist.

Markus will mir noch den Auferstandenen nahe bringen: Geh nach Galiläa, dort zeige ich dir den Auferstandenen. Soll heißen: Lies noch einmal den galiläischen Teil des Evangeliums, wenn du den Auferstandenen im nahen Reich Gottes sehen willst:

Nachdem man Johannes gefangen genommen hatte, kam Jesus nach Galiläa und verkündigte das Evangelium Gottes: Erfüllt ist die Zeit, und nahe gekommen ist das Reich Gottes. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!

Gute Literatur hat ihre eigenen stilistischen Gesetze. Diese machen sie so viel aussagekräftiger, was Jesus Christus, den Sohn Gottes angeht, als simple "Tatsachenberichte" über den Nazarener Jesus.

Und als er allein war, fragten ihn, die um ihn waren, samt den Zwölfen nach den Gleichnissen. Und er sprach zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben; denen draußen aber widerfährt es alles in Gleichnissen, auf dass sie mit sehenden Augen sehen und doch nicht erkennen und mit hörenden Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie sich nicht etwa bekehren und ihnen vergeben werde.
...
Denn es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werden soll, und ist nichts geheim, das nicht an den Tag kommen soll. Wer Ohren hat zu hören, der höre! Und er sprach zu ihnen: Seht zu, was ihr hört! Mit welchem Maß ihr messt, wird man euch zumessen, und man wird euch noch dazugeben.

menge antworten
1-ichthys
Beiträge : 670

Vielleicht konnte Markus das Ende nicht mehr schreiben, da er beispielsweise krank oder verstorben war.
Und die beigefügte Endung ist eine Zusammenfassung dessen, was seine Anhänger von ihm übermittelt bekommen haben.

Aber das ist reine Spekulation und wir werden wahrscheinlich hier
auf Erden die Antwort nicht bekommen.

1-ichthys antworten
2 Antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 3511

Und warum haben seine Anhänger 400 jahre gewartet um das unvollendet Evangelium zu Ende zu schreiben.

Ich meine in dem Codex Bezae wo diese Verse das erste Mal erscheinen tauchen auch andere Texte wie John 712 (der berühmte erste Stein) zum allerersten Mal auf.

arcangel antworten
1-ichthys
(@1-ichthys)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 670

Ich weiß es nicht. Deshalb habe ich ja geschrieben, dass es Spekulationen sind. Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren.

1-ichthys antworten


lhoovpee
Beiträge : 2290
Veröffentlicht von: @arcangel

Was löst dieses Ende in euch aus

Viele Fragen.

Wenn ich eine der Frauen wäre: Erste einmal wäre ich wohl auch Entsetzt. Ich würde an meinem Verstand zweifeln. Wie kann unser geliebter Mensch nicht mehr im Grab sein? Wurde er gestohlen? Grabschändung? Wer war der Mann, der dort saß? Warum will er, dass wir es den Jüngern sagen? Hat er etwas damit zu tun? Stimmt es, was er sagt? Lebt Jesus wieder? Wo ist Jesus dann?

Veröffentlicht von: @arcangel

was wollte Markus mit diesem Ende aussagen.

Schwer zu sagen.
Das Ende kommt sehr unerwartet. Evtl. ist das originale Ende verloren gegangen?

Zumindest wird das Ende vielen Christen nicht gefallen haben, da nicht geklärt wird, wie die Jünger von der Auferstehung erfahren haben. Da ist es dann verständlich, dass man ein "Nachwort" einfügt, dass diese Frage beantwortet.

Mit der Rede Jesu, die folgt, habe ich so meine Probleme. Bis her habe ich noch keine Christen gesehen, der Gift trinkt und überlebt. Die meinte, dass würde zutreffen, sind heute Tod. Wunderheilung findet auch kaum statt. Das Sprachgebet, dass ich heute in Kirchen erlebe ist Fruchtlos (da auch nie übersetzt/ausgelegt).
Was sagt das über das Christentum aus?

lhoovpee antworten
Teilen: