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Geistiges Wachstum außerhalb des Christentums

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Gelöschtes Profil
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Auch außerhalb des Christentums machen Menschen tiefe spirituelle Erfahrungen, die in ihnen Empathie und Liebe wachsen lassen. Kürzlich habe ich beispielsweise den Dokumentarfilm "Mission: Joy - Zuversicht & Freude in bewegten Zeiten" gesehen, in dem es um die tiefe Freundschaft zwischen dem anglikanischen Erzbischof Desmond Tutu (inzwischen verstorben) und dem Dalai Lama geht. Der eine natürlich ein Christ aus voller Überzeugung, der andere ein Buddhist aus ebenso großer Überzeugung. Und die beiden sehen sich allem Anschein nach als Brüder im Geiste und können sich gar nicht gegenseitig genug loben und betonen, wie der jeweils andere durch seine Glaubenspraxis zu einem besseren Menschen geworden ist. Was ist nun also am christlichen Weg besser und richtiger als am buddhistischen, wenn doch auch letzterer dazu führen kann, dass ein Mensch vollkommener wird und immer mehr den Idealen entspricht, die auch das Christentum lehrt? Und an welchen Früchten ist angesichts dessen ein Christ zu erkennen? (Der Buddhismus ist hier nur als Beispiel genannt, mit Sicherheit gilt das Gleiche auch für alle anderen großen Religionen.) Was macht das mit dem Absolutheitsanspruch der christlichen Lehre? Und wie ist beispielsweise ein solcher Buddhist aus christlicher Sicht zu beurteilen? Es interessiert mich, was Eure Meinung dazu ist.

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Martha
 Martha
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@suchender_345ab 

die beiden sehen sich allem Anschein nach als Brüder im Geiste 

Der Weg geht über die Mystik. Es geht um aufrichtige Suche nach Gott, der Sehnsucht nach Liebe und um den Wunsch nach Einheit. 

 

martha antworten
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@martha: Danke. Kannst Du das noch näher ausführen?

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Martha
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(@martha)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 282
Veröffentlicht von: @suchender_345ab

@martha: Danke. Kannst Du das noch näher ausführen?

Etwas näher gern. 

Weiß nicht, ob du dich mit Mystik schon beschäftigt hast, vllt auch christliche Mystiker kennst, von ihnen gelesen hast? In der Mystik geht es weniger um einen intellektuellen Schlagabtausch, eher um Erfahrungen der Gottesnähe oder "dem Göttlichen".

Letzterer/es liegt im Geheimnis und ist nicht abschließend zu definieren, wird eher liebend beschrieben. Eben so, wie man ihn/es erfahren hat, bzw. erfährt. Wenn sich die Erfahrungen gleichen, man sich über sie verstehend austauschen und mitteilen kann und erkennt: "Ja, so isses", ist eine Verständigung "auch außerhalb des Christentums", wie du es in deinem Eingangsbeitrag schreibst, möglich. 

 

martha antworten
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Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 17053

@martha Mit den Mystikern habe ich mich (noch) nicht ausführlich beschäftigt, aber so ungefähr weiß ich was darüber. Mir geht es aber eigentlich um eine andere Frage. Wie ist es aus christlicher Sicht zu beurteilen, dass es auch andere spirituelle Wege gibt, die zur Vervollkommnung des Menschen führen können? Ich stelle mir vor, dass das dem Absolutheitsanspruch des Christentums zuwider laufen müsste. Man muss das ja auch auf der philosophischen bzw. theologischen Ebene beantworten können, denke ich.

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Martha
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(@martha)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 282

@suchender_345ab 

Wie ist es aus christlicher Sicht zu beurteilen, dass es auch andere spirituelle Wege gibt, die zur Vervollkommnung des Menschen führen können?

Beurteilen? Eher ist es ein Prüfen des anderen und behalten des Guten davon. 

Vervollkommnung? Eher ist es ein lebenslanger Wandel in das einmalige Bild hinein, das Gott von mir hat. 

Ich stelle mir vor, dass das dem Absolutheitsanspruch des Christentums zuwider laufen müsste. 

Mit einer Schriftauslegung, die einen Absolutheitsanspruch trennend interpretiert, kommst du da nicht weit. 

Man muss das ja auch auf der philosophischen bzw. theologischen Ebene beantworten können, denke ich.

Ich schrieb ja bereits, dass der Weg über das ❤️ geht. Es empfängt. 

Philosophische u theolog. Antworten lassen sich in der Analyse zum besseren Verstehen sicherlich finden. 

 

martha antworten
Wasilis
(@wasilis)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 304

@suchender_345ab

Mystik kannst du erleben wenn du in einem Kloster z.B. lebst, oder als Asket irgendwo nur mit dem Gott Kontakt hast. Ich nehme an, dass du es nicht suchst, sondern suchst du den Weg um ein guter Mensch auf Erde zu werden.

Vollkommen ist nur der Gott. Vollkommen kannst du nicht werden, aber kämpfen um besser zu werden das hätte dem Gott gefallen.

Das Christentum bittet dir genau die Kampfstrategie und die Waffen die du gegen dem Bösen einsetzen muss. Das Christentum gibt dir die Möglichkeit über die Gesetze Gottes mündlich oder schriftlich zu erfahren.

Weil diese Welt vom Guten und vom Bösen regiert wird . Gott hat dir bei deiner Geburt mit guten Eigenschaften ausgerüstet. Während aber deines Lebens bist du auch mit dem Bösem reichlich auseinander gesetzt. Das was du jetzt brauchst ist ein Check Up (Selbstbekenntnis) bei dir zu machen, um selbst herauszufinden welche Eigenschaften in deinem inneren Leben überwiegen. Die Guten oder die Schlechten. Und wenn du bereit bist die Schlechten anzuerkennen, dann hast den großen Schritt der Verbesserung gemacht. Dann befindest du dich auf der richtigen Weg der zu Gott führt.

Alle Religionen lehren das Gute auf dieser Welt. Jede Religion hat aber Ihre Lehrmethoden. Suche nicht nach Religionen um besser zu werden sondern entscheide dich das Kontrollorgan in deinem Körper wiederzufinden welches dir den Weg zum besser werden, zeigt. Dieser Kontrolleur deines Lebens ist dein Gewissen. Steht dir 24 Stunden lang zu deiner Verfügung. Lerne es wieder zu verwenden indem du wieder Entschuldigung sagst und wieder schlechtes Gewissen bekommst.

wasilis antworten


Simba
 Simba
Beiträge : 76
Veröffentlicht von: @suchender_345ab

Wie ist es aus christlicher Sicht zu beurteilen, dass es auch andere spirituelle Wege gibt, die zur Vervollkommnung des Menschen führen können?

Auch andere spirituelle und religiöse Wege bilden den Menschen sittlich und ethisch; es wäre unsinnig, was anderes zu behaupten. Das ist aber auch nicht die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens, wie man sich sittlich "vervollkommnet".

Die Botschaft des christlichen Glaubens ist, dass wir von Gott herkommen, seine Söhne und Töchter sind, und dass Gott uns anvertraut hat, sein Reich hier auf Erden zu verkünden und zu leben, bis er es eines Tages vollenden wird.

Der, der uns das offenbart hat, konnte es uns offenbaren, weil er der Sohn ist, so glauben wir. Und der Grund, warum Menschen diese Sehnsucht nach dem Göttlichen zwar spüren (und lauter religiöse Wege ersinnen), aber Ihn nicht kennen, ist unser gefallenes, entfremdetes Wesen. Deshalb sandte Gott uns seinen Sohn, der dafür sein Leben hingegeben hat.

So sagte Jesus: "niemand kommt zum Vater denn durch mich." Er sagt nicht: Niemand glaubt an Gott!, oder: Niemand kann sich sittlich verhalten!, sondern: Den Vater hat man nur durch den Sohn (also diese Beziehung).

Das sittliche, ethische Verhalten anderer wird (auch in den biblischen Schriften) anerkannt. Gott sieht, wenn Menschen Gutes tun; er übersieht das nicht.

Aber das Unvergleichliche in der christlichen Botschaft bleibt weiterhin die Auffassung: Durch den Sohn hat man den Vater. Und zudem: Nicht wir Menschen steigen durch unser Betragen zu Gott auf (vervollkommnen uns), sondern Gott kam zu uns Menschen aus Liebe und Gnade.

Diesen Gott, den Vater, den der Sohn offenbart hat, will das Christentum der Welt verkünden. Das tun Buddhismus & Co. nicht, denn sie glauben an diesen Gott nicht. Das ist einfach ein Fakt.

Das bedeutet nicht, dass die "böse, mies, schlecht" sind, sondern es ist einfach eine Tatsache: sie glauben an diesen Gott nicht und sie verkünden ihn auch der Welt nicht.

Das darf und muss man so sagen. Sie beweisen allenfalls die gute Ethik, zu der Gott Menschen befähigt (die wir ja alle von ihm kommen), aber sie verkünden nicht den lebendigen Gott, weil sie ihn nicht kennen.

 

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Gelöschtes Profil
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Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 17053

@simba Danke für die Erklärung. Etwas stört mich daran noch. Ich denke gar nicht so sehr an gute Taten und sittliches Verhalten. So wie ich den christlichen Glauben verstehe, stehen da ja auch nicht die guten Taten im Vordergrund. Mit der Vervollkommnung meine ich auch gar nicht unbedingt, dass jemand sich gemäß irgendwelcher ethischer Richtlinien verhält. Ich meine eher, dass jemand ein liebendes Herz entwickelt und aus dieser Liebe heraus lebt und handelt. Jesus hat sich laut den Evangelien auch nicht immer so verhalten, dass man sofort sagen würde, dass sein Verhalten ethisch korrekt oder sittlich war. (Er wurde ja sogar dahingehend kritisiert.) Er hat aus Liebe heraus gehandelt, was für diejenigen, die nicht in dieser Liebe lebten, oft unverständlich oder sogar anstößig war.

Im Buddhismus (wie ich ihn bisher verstanden habe) ist es übrigens auch nicht so, dass man aus eigener Kraft oder durch eigene Anstrengung Erleuchtung erlangt. Im Grunde ist es da ganz ähnlich wie im Christentum. Es gibt ein Angebot, dass man ergreifen kann. Aber durch Verblendung und Illusionen ist der Blick darauf versperrt. Meditation ist ein mögliches Mittel, diese Verblendung zu überwinden, hat aber nichts mit einer Kraftanstrengung zu tun. So gibt es zum Beispiel im Zen-Buddhismus folgende Geschichte:

< Ein junger Mann suchte einen Zen-Meister auf. "Meister, wie lange wird es dauern, bis ich Befreiung erlangt habe?" "Vielleicht zehn Jahre", entgegnete der Meister. "Und wenn ich mich besonders anstrenge, wie lange dauert es dann?", fragte der Schüler. "In dem Fall kann es zwanzig Jahre dauern", erwiderte der Meister. "Ich nehme aber wirklich jede Härte auf mich. Ich will so schnell wie möglich ans Ziel gelangen", beteuerte der junge Mann. "Dann", erwiderte der Meister, "kann es bis zu vierzig Jahre dauern." >

Zudem verstehe ich nicht, in welcher Form Gott das ethische Verhalten anderer (Nicht-Christen) anerkennt. Kannst Du mehr dazu sagen? 

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Simba
 Simba
(@simba)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 76

@suchender_345ab ja, ich verstehe, was Du meinst: auch andere Menschen haben wirklich echte, herzenstiefe Liebe und Hingabe. Ja, das stimmt.

Und ich als Christ würde sagen, dies ist (ebenso, wie ich es beim ethischen Verhalten schrieb) ein Zeichen für Gottes Geist, der in ihnen lebt. Es gibt "Gottes Geist", den alle Menschen haben, weil sie von Ihm herkommen, und es gibt "heiligen Geist", womit die Erkenntnis des Sohnes gemeint ist, der im Herzen entfachte Glaube, den wir nicht aus uns selbst haben.

Ja, im Buddhismus ist vieles ähnlich, keine Frage; aber einiges auch deutlich anders. Die Zen-Geschichte lehrt: Je naiver und hastiger der Mensch Erleuchtung sucht, desto erhabener wird sie. Ja, diese Erfahrung kann man in Bezug auf Gott und die Erkenntnis Gottes auch machen.

Im Christentum ist alles auf Gott als Gegenüber bezogen. Das hat der Buddhismus so nicht; er bleibt da "un-persönlich" und verfolgt ja eigentlich auch das Ziel, "Person" letztlich als Illusion zu entlarven und davon frei zu werden, weil daran Hass, Gier und Anhaftung (die drei Geistesgifte) gefesselt sind.

Das kennen wir so nicht. Der Mensch (mit all seinen Verstrickungen) soll nicht losgeworden werden, sondern findet in der Beziehung zu Gott ganz sich selbst. Und er "verweht" auch nicht in Erleuchtung (nibbana), sondern die christliche Lehre ehrt den Leib: es wird einen neuen Himmel, eine neue Erde und einen neuen Leib geben. Das Sinnliche wird geehrt im Christentum; in Buddhismus, Platonismus usw. soll es eher als "Anhaftung" losgeworden werden.

So ist auch die "christliche Mystik" eigentlich nicht das Verbindungsstück zu anderen mystischen Richtungen, sondern auch die christliche Mystik ist immer an Christus gebunden und an das (persönliche) Gegenüber.

Aber genug; das ist natürlich alles auch sehr theoretisch.

Die Anerkennung ethischen Verhaltens: siehe Matthäus 25,31-46, das "Weltgericht"

Jesus skizziert das Gericht über die Menschen und zeigt: Manche wussten nicht, dass sie ihm gedient haben/ manche wussten nicht, dass sie ihn verachtet haben:

"Wann sahen wir dich nackt, krank, hungrig, gefangen, usw.?"

"Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem diesen meiner geringsten Brüder, das habt ihr mir getan!"

Zum einen ist der Text eine Mahnung an uns Christen: Seid nicht überheblich! Ich sehe, was Menschen getan haben und ich vergesse es ihnen nicht!

Zum anderen richtet sich der Text nicht an "Christen", sondern an Menschen generell und schätzt wert, was sie an guten Werken getan haben.

Weiter sagt auch Paulus in Römer 2ff, dass auch die Heiden (die das Gesetz Gottes nicht hatten) ein Gesetz (eine Ethik) in ihrem Herzen geschrieben haben, die ihr Maßstab ist. Dem Menschen sind Ethik und Gewissen gegeben. Sicher nicht für jegliches detaillierte, ethische Dilemma, aber eine Grundethik für Gut & Schlecht, Fair & Unfair, usw. haben wir alle.

Gott weiß und sieht, welchen Weg ein Menschenleben geht und in welchen Umständen jemand geboren ist und lebt. Man kann nicht an alle den gleichen Maßstab anlegen, Menschen wissen und verstehen unterschiedlich, und Gott weiß das schon richtig zu beurteilen und zu verzeihen.

Deshalb heißt es auch: Er sieht in das Herz des Menschen.

Es heißt nicht: Er richtet nach Schema F alle Menschen (wie manche sich das scheinbar vorstellen).

LG

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Queequeg
(@queequeg)
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Beiträge : 5490

@simba 

Interessante Gedanken. Aber ich denke, Du unterscheidest da zu deutlich, wo Du ja auch Gemeinsamkeiten siehst.

Da, wo der Buddhismus nach Deiner Beschreibung leer bleibt, ist ja nicht nichts, sondern eher so etwas wie das X in der Mathematischen Gleichung bei ja hinter dem Gleichheitszeichen auch etwas ist, was dann X definiert. Das benennt die christliche Religion mit Gott bzw. Christus und der Buddhismus lässt die Gleichung offen für Lebenserfahrung jedes einzelnen Menschen.

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Simba
 Simba
(@simba)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 76

@queequeg Und diesen Unterschied habe ich (nebst einigen gewichtigen anderen, wie nachzulesen) deutlich gemacht.

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Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5490

@simba 

Ja, aber ich halte da die Unterschiede nur für die unterschiedliche Kleidung, unter der der gleiche Körper steckt.

queequeg antworten
Simba
 Simba
(@simba)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 76

@queequeg Das sehe ich keineswegs so, und die Gleichmacherei, die man gerne bezüglich der Religionen betreibt, wird ihnen und ihren Gläubigen auch nicht gerecht, finde ich.

Wenn das Anliegen eines Menschen ist, im Nirwana zu verwehen und seiner selbst los zu werden, dann ist das ein deutlich anderes Anliegen, als wenn jemand glaubt, sein Schöpfer werde ihn durch Gebrechen und Sterben hindurch bewahren und eines Tages Sein Reich vollenden und man sei verantwortlich vor diesem Lebensgeber für das gegebene Leben.

Dass alle letztlich das gleiche erkennen und "finden" werden (nämlich Gott), das glaube ich auch und habe ich ja dargelegt, aber das macht die religiösen Inhalte und das Anliegen nicht gleich.

Dass alle letztlich mit dem gleichen Geheimnis ringen, glaube ich auch, aber das macht die Wege dorthin nicht gleich.

Man kann andere Religionen respektieren und auch hier und da von ihnen lernen, und dennoch sagen: "Das sehe ich anders!" Das sollte möglich sein.

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Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

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@simba 

 "Das sehe ich anders!" Das sollte möglich sein."

Klar, wenn man damit nicht eine Einbahnstraße meint.

"macht die religiösen Inhalte und das Anliegen nicht gleich."

Die Inhalte nicht, aber ich denke das Anliegen schon. Was verbirgt sich denn hinter den Formulierungen, ist die Frage. Und die aller allgemeinste Antwort, die ich darauf finden kann: dass das eigene Leben und Sterben sinnvoll ist. Auf diese Frage sind die Antworten der Religionen in Bezug auf die Wege dann unterschiedlich, aber im Zielpunkt gleich.

queequeg antworten
Simba
 Simba
(@simba)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 76

@queequeg Du formulierst es ja selbst: die "aller allgemeinste Antwort, die ich darauf finden kann". Ja, wenn man diese Antwort wählt, dann ist der Zielpunkt natürlich gleich: sinnvolles Leben und Sterben.

Der Unterschied in Inhalt und Anliegen zwischen Buddhisten und Christen ist sicher nicht, dass beide sinnvoll leben und sterben wollen (das wollen ALLE Menschen);

der Unterschied ist Gott.

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Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5490

@simba 

"dass beide sinnvoll leben und sterben wollen (das wollen ALLE Menschen);"

Sag ich ja. "Gott" oder "Nirwana" sind nur zwei unterschiedliche Worte für die gleiche Variable.

queequeg antworten
Simba
 Simba
(@simba)
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Beiträge : 76

@queequeg Ne, sind sie nicht. Aber ich denke, es macht wenig Sinn, das noch weiter zu debattieren, weil das vermutlich jetzt nur weiter so hin- und hergeht ...

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Queequeg
(@queequeg)
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Beiträge : 5490

@simba 

Ja, begraben wir die spannende Frage.

queequeg antworten
Kappa
 Kappa
Beiträge : 153

@suchender_345ab

Guten Abend,

das eine oder der eine Aspekt sind die Tugenden. Diese gibt es auch außerhalb des Christentums.

Aber der Hauptaspekt des Christentums oder der Ekklesia ist eigentlich die Menschen zu einer Beziehung zu Gott und der Gnade Gottes zu führen. Bzw. Damit man in der Ewigkeit nicht von Gott getrennt ist.

Zum einen ist es dann natürlich so, das wenn man Gott möchte aber seine Regeln verleugnet - das dies dann nicht klappt. So könnte dann es aber auch anders herum gehen. Moralisch super leben aber die Person Gottes ablehnen, geht eigentlich auch nicht. Nun kann es natürlich sein das Menschen in einer Nicht-Christlichen Kultur aufwachsen. 

Ich glaube die Kirche(ich bin Katholisch) lehrt das diese Menschen dann schon die Möglichkeit haben in der Ewigkeit zu Gott zu kommen.  Wenn man aber Gott und seine Ekklesia kennt oder Teil davon ist und such bewußt los sagt, naja ich fürchte das ist dann schon recht gefährlich.

Letzten Endes kennt Gott allein jeden Einzefall.

 

 

 

 

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Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 17053

@kappa So wie ich die christliche Lehre verstehe, kann man aus eigener Anstrengung heraus nicht wirklich gut (oder moralisch) handeln. Durch die Kraft (oder die Gnade) Gottes kann man dazu befähigt werden, oder zumindest dem Ideal näher kommen. Mein Punkt ist, dass es eine derartige Gnade auch in anderen religiösen Traditionen zu geben scheint. Das ist etwas, was ich auch persönlich erlebt habe, und nie wieder anzweifeln könnte, genauso wie ich meine spirituellen Erfahrungen im christlichen Glauben nie wieder anzweifeln könnte.

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Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 153

@suchender_345ab

das könnte in der Hinsicht sein, das jede einzelne Abwendung von Sünde oder vom Bösem im Grunde ja schon Gnade wäre. Die Welt könnte ja noch verdorbener sein, als wie sie ist. Es treffen hier leider Gut und auch Böse aufeinander.

Aber die persönlich auch Seligmachende Gnade kommt schon aus den Christus. 

,

 

kappa antworten


Gelöschtes Profil
Themenstarter
Beiträge : 17053

Danke für die vielen interessanten Beiträge.

Ich will nur noch auf einen Gedanken eingehen. Mein Eindruck ist, dass die Aufgabe der "Person" im Buddhismus kein Unterschied zum Christentum ist. Das ist so ähnlich, wie wenn Jesus sagt "Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren; wer es verliert, wird es gewinnen." (Lk, 17,33) Im Buddhismus dann vielleicht: Wer seine Person verliert, wird sie finden.

Ein klarer Unterschied ist natürlich der Gottesglaube und die Bedeutung der Person Jesus Christus.

 

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Katy-III
Beiträge : 42

@suchender_345ab 

Hallo,

Was macht das mit dem Absolutheitsanspruch der christlichen Lehre? Und wie ist beispielsweise ein solcher Buddhist aus christlicher Sicht zu beurteilen? Es interessiert mich, was Eure Meinung dazu ist.

Zunächst einmal - nur der Gott Israels, der wahre Gott und Gott des Evangeliums, wurde Mensch, um die Sünden von Menschen stellvertretend für sie zu sühnen, um sie so mit Gott zu versöhnen.

Es gibt in allen Götzenreligionen, also alle Religionen, die nicht den einen wahren Gott anbeten, nette Menschen, die in den Augen der Menschen auch gut sind. Aber als Christ kann man keine geistliche Gemeinschaft mit ihnen haben, so wenig, wie Licht und Finsternis gleichzeitig bestehen können.

Gruß Katrin

 

 

katy-iii antworten
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Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 17053

@katy-iii :  Desmond Tutu hat den Dalai Lama sogar zur heiligen Kommunion eingeladen und dieser hat daran teilgenommen. Das war für beide im Grunde eine Überschreitung der Regeln ihrer jeweiligen Religion. Aber so weit ging diese Freundschaft. Die Überlegung von Desmond Tutu war anscheinend: Es ist Gottes Tisch, und wer bin ich zu entscheiden, wer an diesen Tisch eingeladen wird? Und ich glaube, Desmond Tutu den wahren Glauben an Jesus Christus und die Beziehung zu ihm abzusprechen wird angesichts der Früchte, die sein Leben gebracht hat, schwierig. Woran soll man einen Christen denn sonst messen als an seinem Glauben und den Früchten, die daraus erwachsen? Den Vergleich mit Licht und Finsternis halte ich hier für ein Verschließen der Augen vor der Realität, vorausgesetzt natürlich, dass man sich ernsthaft mit dieser Realität beschäftigt hat. Ein Grund, warum ich mich ab einem gewissen Punkt in meinem Leben vom christlichen Glauben entfernt habe, war genau dieser: Ich habe es nicht mehr ausgehalten, dass so viele Christen allem Anschein nach nicht im letzten an der Wahrheit interessiert zu sein scheinen. Und mein Gedanke war dann: Wenn dieser Glaube nicht zumindest ein großes Bedürfnis in den Menschen nach der Erkenntnis der Wahrheit erweckt, stimmt daran irgendetwas nicht. Egal ob es dabei um die Wahrheit über die eigene Person, die Wahrheit in naturwissenschaftlichen Erkenntnissen oder die Wahrheit über verschiedene Wege des spirituellen Wachstums geht.

Damit will ich überhaupt nicht sagen, dass ich hier die Wahrheit mit Löffeln gefressen hätte oder auch nur besonders gut darin wäre, Wahrheit zu erkennen und anzuerkennen. Jeder hat einen dicken Balken vor seinem eigenen Auge, gerade wenn es um die eigene Person geht. Aber einige Dinge sind für mich offensichtlich und sie zu leugnen wäre für mich Verrat an meinem Gewissen, und damit sicherlich nicht in Gottes Sinne.

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Simba
 Simba
(@simba)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 76

@suchender_345ab Natürlich ist es je nach Gemeinschaft unterschiedlich, wie das aufgefasst wird, aber grundsätzlich überschreitet die Einladung zum Abendmahl keineswegs religiöse Regeln. Wenn der Dalai Lama das annimmt, muss er für sich selbst überlegen, was das für ihn heißt. Im Abendmahl wird die Selbsthingabe Jesu an uns erinnert und gefeiert. Das muss er selbst wissen, der er ja Zuflucht zum Buddha genommen hat. (Und auch im Buddhismus gilt übrigens: Zuflucht wird zu keinem anderen genommen, wenn man sie zum Buddha genommen hat. Man ist hier immer von den "strengen Christen" dran; es gibt hier im Westen oft ziemlich verklärte Vorstellungen vom Buddhismus)

Jeder darf zum Abendmahl kommen. Es wird aber gemeinhin eigentlich erklärt, WAS das bedeutet. Das muss der Mensch dann für sich selbst wissen. 

simba antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 1510

@katy-iii

Aber als Christ kann man keine geistliche Gemeinschaft mit ihnen haben

Als Christ (je nach Definition) nicht - als Nachfolger Jesu durchaus.

Auf fällt mir auch mit wem und wie  Jesus Gemeinschaft gelebt hat...

seidenlaubenvogel antworten


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