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Gerettet durch eigene Leistung oder nicht?

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Mit diesem Thema würde ich gerne auf einen Widerspruch aufmerksam machen, der mir im Denken einiger Christen hier im Forum (und auch außerhalb) aufgefallen ist. Diesen Christen ist es sehr wichtig immer wieder zu betonen, dass man nicht durch Werke, nicht durch eigene Leistung, gerettet wird. Aber auf der anderen Seite machen sie aus der christlichen Lehre doch wieder eine Leistungsreligion, indem sie tausend Regeln für den richtigen Glauben aufstellen, die angeblich alle heilsrelevant sind. Dadurch wird vom Gläubigen eine geistige Leistung abverlangt, die viel schwieriger ist als alle guten Werke. Denn aus freien Stücken etwas zu glauben, was nicht einleuchtet (vielleicht aufgrund eigener Erfahrung) oder sogar bekannten Tatsachen widerspricht, ist unmöglich. Da bräuchte es schon eine Gehirnwäsche. Zusätzlich wird dann aus dem Christentum noch eine Angstreligion gemacht, indem Warnungen ausgesprochen werden. Warnungen, dass man vielleicht doch nicht gerettet sei, dass man dem falschen Christus hinterlaufen könnte, dass man die Rettung wieder verlieren könne, usw. So wird das Christentum ganz im Gegensatz zu dem, was von ihr behauptet wird, zur Leistungs- und Angstreligion, aus der sich viele nur mühsam wieder befreien können (wenn überhaupt). So einige besorgte Fragen, Erlebnisberichte und Hilfeschreie hier im Forum zeugen davon.

Was denkt ihr darüber?

 

Antwort
22 Antworten
enar
 enar
Beiträge : 670

Ich versuche mal, eine Antwort auf die Frage des Thread-Titels zu geben.

Also ich denke, dass das mal wieder so eine sola Sache ist. Sola fide. Es genügt, an Jesus Christus zu glauben und schwupps! bist du auch schon im Himmelreich.

Um das klar zu sagen: Unsere Sünden kann nur Gott vergeben und er tut das in dem Moment, wo wir sie ihm gegenüber eingestehen und den Willen zeigen, diese Verhaltensweisen in Zukunft zu unterlassen.

Mit der Vergebung einer Sünde sind aber noch nicht alle Folgen unserer Sündhaftigkeit beseitigt. Hieran haben wir selbst zu arbeiten. Und wie das geschehen kann, hat Jesus uns mit dem dreifachen Liebegebot an die Hand gegeben: wir sollen lieben. Gott, den Nächsten und uns selbst.

Dann wäre als nächtes zu fragen: was sind Werke (und was sind dann gute Werke)? Meine Antwort darauf: Jeder Gedanke, jedes Wort und jede Tat, die in liebevoller Absicht gedacht, gesprochen und getan wird ist ein Werk. Für einen Christen reicht das aber nicht: er soll sich bei seinem Tun immer an Jesus wenden mit der Bitte, selbst in der konkreten Situation durch ihn hindurch zu wirken. Das wäre für mich ein gutes Werk.

Was haben dann gute Werke für Folgen? Nun, die Liebe Gottes strömt dem Christen zu und bewirkt in seiner Seele eine Reinigung und Stärkung. Mit jedem guten Werk wächst so das Vermögen des betreffenden Menschen, Liebe aufzunehmen und weiterzugeben. Das Wirken des betenden Menschen wird kraft- und liebevoller. Die Selbsterkenntnis und die Gotteserkenntnis wachsen ebenso, weil die Seele immer empfänglicher für die Gedanken des Erlösers wird.

Das was ich hier beschrieben habe, ist eine Erfahrungstatsache. Dennoch meinen etliche Christen, dass ein eigenes Bemühen um das geistige Wachstum der Seele entweder überflüssig oder gar nicht möglich sei. Das sind so die zwei Seiten der Medaille. Was das Aufstellen von Glaubensregeln betrifft, so kommt das auch häufig vor und zeigt sich in etlichen Dogmen, von denen einige behaupten, man müsse sie glauben, um gerettet zu sein. Mein Eindruck und meine Erfahrung ist, dass man ohne Dogmen auskommt, wenn man sich darum bemüht, durch Gebet zum Herrn dessen Führung im Leben zu bekommen.

enar antworten
1 Antwort
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(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 18002

@enar 

Was das Aufstellen von Glaubensregeln betrifft, so kommt das auch häufig vor und zeigt sich in etlichen Dogmen, von denen einige behaupten, man müsse sie glauben, um gerettet zu sein.

Genau das meinte ich. Hier wird im Bereich des Glaubens eine Leistung gefordert. Nämlich bestimmte Aussagen für wahr zu halten, auch wenn sie einem überhaupt nicht stimmig erscheinen oder sich nicht mit persönlichen Erfahrungen decken. Wenn man etwas anderes glaubt, kommen dann häufig die besagten Warnungen, von denen ja auch hier im Forum schon öfters welche ausgesprochen wurden.

 

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